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44 a. 233 404. Aus mehrsträngigen Metallketten zopfartig geflochtene, in der Mitte in Schleifenform gebundene Schmuckkette. Ochs & Bonn, Hanau. 6. 7. 04. 0. 3055.

44 a. 233475. Mit Sicherheitsnadel versehener Befestigungshalter für Vereinszeichen mit einer Scheide und umbiegbaren Ansätzen zum Halten einer Schleife und deren Bänder. Heinrich Ernst Peucker, Dresden, Blasewitzerstr. 70. 16. 8. 04. P. 9298.

44 a. 233494. Federnder Schieber für Uhrketten. Jean Huber, Zürich; Vertr.: Arndt, Pat.-Anw., Braunschweig. 11. 8. 04. H. 24765.

44 a. 233526. Kragenknopf mit hülsenförmigem, über den zugespitzten Schaft des Unterteiles hinweggreifendem Oberteil. Wilhelm Müller, Leipzig-Sellerhausen, Grenzstr. 27. 20. 6. 04. M. 17 489.

44 a. 233612. Knopf für Kragen und Manschetten aus gepreßtem Faserstoff. Gebrüder Adt, Akt.-Ges., Forbach, Lothr. 28.6.04. A. 7361.

44a. 233613. Kragen- und Manschettenknopf, dessen Fuß und Kopf aus Faserstoff und dessen Steg aus Metall besteht. Gebrüder Adt, Akt.-Ges., Forbach, Lothr. 28. 6. 04. A. 7424.

44 a. 233648. Mit federndem Klemmbügel versehener Schieber für Uhrketten u. dgl. Kollmar & Jourdan A.-G., Uhrkettenfabrik in Pforzheim, Pforzheim. 22. 8. 04. K. 22474.

44a. 233692. Diebessicherer Uhrhaken. Paul Bouchsein, Charlottenburg, Schlüterstr. 61, u. Frau Anna Paschke, Gr.-Lichterfelde. 11. 5. 04. B. 24929.

Beim Abliefern habe ich sämtliche Gegenstände sauber putzen lassen und selbst dem Sohn des Herrn vorzählen und verpacken müssen. Wert der Sachen 2400 Mark. Für meine Bemühungen inkl. Aufbewahren und Putzen (ein Gehilfe hatte zwei Tage daran zu tun) berechnete ich 24 Mark. Diese Forderung erschien dem Herrn zu hoch, und er sandte mir 10 Mark zur Ausgleichung. Was ist da zu tun? Bin ich berechtigt, 24 Mark zu berechnen? Betonen will ich ausdrücklich, daß wir keine Vereinbarung getroffen hatten, und Betreffender kein bedeutender Kunde von mir ist. G. A. in B.

Frage 161. Wer von den Herren Kollegen kann mir Auskunft geben, 1. wie das Altsilbergrau hergestellt wird, so daß Vertiefungen, Gravierungen dunkel, die erhabenen Teile aber den Silberglanz besitzen; 2. Wie wird die moderne graue Oxydfarbe hergestellt?

L. P. in J. Frage 162. Ich habe einen Auftrag in Broschen und Nadeln mit Uhrwerk zu vergeben, der Namen der Lieferanten ist mir abhanden gekommen, kann mir einer der Leser die Adresse angeben? Im voraus besten Dank.

M. M. in P. Antworten: Zu Frage 138. Kollierschlößchen in jedem Metall, Walzenschlößchen, rund, vier- oder sechseckig. Robert Deuchler, Pforzheim.

Zu Frage 141. Stöcke mit durchkriechendem Tier: Fuchs, Maus, Dachshund, Windhund, Schlange, Eidechse und Eichhörnchen: C. Hertel & Sohn, Hanau a. M.; Charles Noakes, Hamburg, kl. Burstah 1; Max Keppich, Wien, Bandgasse 2; Pleßner & Co., Pforzheim.

Zu Frage 145. Wachsperlen, Edel- und Halbedelsteine liefert Jacob Hirschheimer, Pforzheim.

Zu Frage 155. Spezialfirma für Emaille, Emaillefarben und Utensilien ist F. A. Schütt, Pforzheim.

Zu Frage 156. Es kann hier nicht nachgeprüft werden, ob bei der Vornahme der Lehrlingsprüfung Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Wenn der Prüfungsausschuß der Innung eine Nacharbeit für notwendig hielt, so muß der Lehrling dieser nachkommen, und Sie durften ihn nicht zurückhalten, wenn Sie auch mit der getroffenen Maßnahme nicht einverstanden waren. Sie konnten sich ja Beschwerde vorbehalten und diese an den Magistrat einreichen. Der § 131 der Gew. Ordn. besagt weiter nichts, als daß die Innung die Prüfung vornehmen kann, soweit ihr das Recht durch die Handwerkskammer zugestanden ist. Wenn der Lehrling am 1. Oktober eine neue Stellung antritt, so muß er in dieser die Prüfung wiederholen.

Zu Frage 160. Haben Sie nur den Auftrag erhalten, die Sachen zu verwahren, so wird Ihnen nur ein bestimmtes Lagergeld zukommen. Es kommt nun darauf an, ob Sie Weisung erhalten haben, die Sachen zu putzen. Ist es der Fall, so scheint Ihre Forderung nicht gerade zu hoch, um aber einer unangenehmen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen, reduzieren sie die Rechnung vielleicht auf 20 Mark.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanton, Grossiston und Detailleure worden in Ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. giebigston Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrüoklichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen: Frage 140. Wer liefert eine kleine Nachbildung des Niederwald-Denkmals in Zink- oder Eisenguß versilbert ? C. H. in E.

Frage 147. Wer fabriziert und liefert goldene Becher? J. M. in A.

Frage 148. Welche Firma gibt gegen Stanniol einen Nickelgegenstand?

T. M. in P. Frage 149. Ich suche eine Firma, die Pressungen liefert, und zwar Knopf-Oberteile, z. B. Halbkugeln in verschiedenen Größen und Fassons, hauptsächlich durchbrochen. Ferner suche ich eine Firma, die mir kleine Gnomen, hohl, in Silber, 3 cm hoch und höher, liefert.

J. F. in K. Frage 150. Wer liefert guterhaltene Wildschweinhauer zur Verzierung an silbernen Pokalen ?

H. & Co. in S. Frage 157. Ist es möglich, daß beim Weitermachen eines Brillantringes der Brillant ausgesprengt, d. h. beschädigt werden kann?

C. K. in M. Frage 158. Wer liefert echte alte Lübecker Geldstücke?

G. S. in L. Frage 159. Wer fabriziert Zündholzbehälter (Alpaka), ca. 50 g schwer, obere Seite gepreßt, Rückseite ist flach hintergelötet und mit Scharnier versehen?

G. A. in B. Frage 160. Im Juni vergangenen Jahres überbrachte mir ein Herr zur Aufbewahrung seine sämtlichen Silbersachen in einem großen Reisekorb verpackt. Dieselben lagerten bei mir bis Februar d. J.

Rätsel-Ecke. Auflösung des Rebus in Nr. 40.

Wem Gott in seinem Leben
Ein fromm Gemahl beschert,
Dem ward ein Schatz gegeben
Viel edler Perlen wert.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

Deutsche Goldschmiede-Zeitung Begründet und herausgegeben von Wilhelm Diebener, Leipzig 21,

Schützenstraße 15. Verantwortliche Redakteure: Für den kunstgewerblichen Teil: Professor R. Rücklin, Pforzheim. Für den volkswirtschaftlichen Teil:

Syndikus Hermann Pilz, Leipzig. Amtliches Organ des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold

e goldund Silberschmiede, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs, der Freien Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes für Berlin und den Reg.-Bezirk Potsdam, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Großherzogtums Baden, der Goldschmiede-Werkgenossenschaft Berlin, der Kölner Juwelier - Vereinigung der Freien Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Reg.-Bezirks Stettin, der Goldschmiede- Innung Schwerin, der Freien Vereinigung der Goldund Silberschmiede zu Görlitz, des Kreditoren-Vereins für die Gold-, Silberwaren- und Uhren - Industrie Pforzheim, der Kunstgewerbe-Vereine Hanau und Pforzheim, des Gewerbemuseums

Gmünd, der Zentralstelle Schmuck und Mode.

Bezugs-Preis: Ausgabe mit der Beilage „Das Moderne Kostüm" Modenzeitung für den Goldschmied. (Frühjahrs- u. Herbstheft.) In Deutschland, das Vierteljahr M. 2.. In Oesterreich, das Vierteljahr Kr. 2.50, lim Ausland, das ganze Jahr M.10.--. Preis des Einzelheftes: große Nummer M.--80.

kleine Nummer M. –.10. Ausgabe ohne die Beilage „Das Moderne Kostüm In Deutschland, das Vierteljahr M. 1.50. In Oesterreich, das Vierteljahr Kr. 1.90. Im Ausland, das ganze Jahr M. 7.50. Preis des Einzelheftes: große Nummer M. - 30.

kleine Nummer M. ---.10.

Wöchentlicher Arbeits-Nachweis: In Deutschland, das ganze Jahr M. 3.-. In Oesterreich, das ganze Jahr Kr. 3.75. Im Ausland, das ganze Jahr M. 4.- Preis des Einzelheftes M. – 10.

Anzeige-Gebühren:
Die viergespaltene Nonpareille - Zeile M. -.25, die ganze Seite M. 102. Bei
Wiederholungen wird Rabatt gegeben. Anzeigen im Arbeitsnachweis die vier-
gespaltene Petit-Zeile M. -,25 (M. –.15 für Stellengesuche). Beilagen nach
Uebereinkunft, bei Anfragen wolle man stets Muster beifügen.

Schluß der Anzeigen-Annahme
für den Wöchentlichen Arbeits-Nachweis: Mittwoch Vormittag,

für große Anzeigen: Dienstag Vormittag.

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No. 42 – VII. Jahrgang

LEIPZIG, 14. Oktober 1904

Der Kampf gegen Bera-Diamanten und sonstigen ,,Diamanten

Schwindel.“

Unsere Befürchtung wird Wahrheit. Als Frank Joseph Goldsoll aus Cleveland, der Inhaber der Taits American Diamond Palace in Berlin, zu 300 M. Geldstrafe wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt wurde, weil er behauptete, die Herstellung von TaitsDiamanten beruhe auf einem neuen Verfahren, es seien selbst Kenner echter Brillanten irregeführt worden, die Diamanten veränderten ihren Glanz nicht, sie könnten wie echte Diamanten gewaschen und gereinigt werden usw., — da glaubte man, daß damit dem Handel mit imitierten Diamanten ein Riegel werde vorgeschoben werden. Aber bei weitem gefehlt! Das Reichsgericht hatte zwar in dem Prozeß in seinem Urteil ausgeführt: „Geschäftliche Mißbräuche müssen ausscheiden und nicht Gewöhnung werden. Das Vorkommen von Übertreibungen in der Reklame begründet noch nicht den Schluß, daß auch tatsächliche Angaben lediglich als Übertreibungen anzusehen sind. Die durch das Gesetz beabsichtigte Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs durch Schwindelreklame darf auch dadurch nicht vereitelt werden, daß von der „Gewöhnung des Publikums an den Reklameschwindel“ ausgegangen wird. Zur Irreführung geeignet ist eine Angabe tatsächlichen Inhalts schon dann, wenn ein Teil des Publikums sie für wahr hält und dadurch getäuscht werden kann“, - aber was hat das genüzt? In Verbindung mit der Taits-Gesellschaft trat jetzt die Bera-Compagnia auf, die zwar in ihren Reklamen vorsichtiger wurde, dieselben aber trotzdem nicht rein von unlauterem Wettbewerb gehalten hat.

einzelne Pforzheimer Fabriken oft bis 10000 M. Ware im Monat ablieferten. Wir hören, daß die Bera-Compagnia ihren Tanz in München und Breslau bereits begonnen hat, andere Städte werden folgen. Und was bedeuten denn die „Rands Diamonds“ in

Dresden? Dort hat sich Schloßstraße 14, also in der frequentesten Gegend eine „Rands American Diamond Palace“ niedergelassen, die „Rands Diamanten“ als „die beste Nachahmung der Gegenwarta verkauft. Auch hier wird behauptet, daß die Steine kaum von echten zu unterscheiden seien, daß sie das Feuer, das Leben, den Glanz und die Pracht der echten Diamanten hätten und gewaschen und gereinigt werden könnten. Die ersten Juweliere Europas und Amerikas“ sollen die Entwürfe zu den Schmucksachen geliefert haben! Wer lacht da? Hoffentlich gelingt es der Dresdner Innung, auch gegen die Rands-Diamanten einen glücklichen Feldzug zu führen. Wir stehen gern helfend zur Seite.

Unsere Agitationsnummer hat uns den Dank vieler Goldschmiede eingebracht und ist auch in zahlreichen Exemplaren nach Breslau gewandert, wo die Filiale der Bera-Compagnia eröffnet wurde. Wir haben die Nummer außerdem an die Goldschmiede aller großen Städte versandt, in denen die Gründung einer solchen Filiale in Betracht kommen könnte. Aus Bremen wurde uns gemeldet, daß dort der Handel mit Simili-Diamanten namentlich auf dem sogenannten „Bremer Freimarkt“, der am 21. Oktober beginnt, schwunghaft betrieben wird. Auch da gilt es das Publikum aufzuklären und den Versuch zu machen, beim Senat eine Einschränkung bzw. ein Verbot dieses Handels auf dem betreffenden Markte zu erwirken. Interessant ist, was uns

ein Pforzheimer Fabrikant über die Bera-Diamanten schrieb. „In dem ganzen Kampfe“, so äußert er sich, „gegen die Bera-Compagnia vermissen wir als Kernpunkt, auf den das Publi

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kum hauptsächlich hätte aufmerksam gemacht werden müssen,
folgendes: Der falsche Brillant oder Simili-Brillant hat seine Be-
rechtigung und soll dem Publikum unter keinen Umständen ver-
leidet werden, (die Goldschmiede führen ihn ja auch), aber die
Bera-Compagnia sucht unter falschen Vorspiegelungen einen un-
angemessen hohen Preis für ihre Simili-Brillanten zu erzielen.
Die Similibrillanten dieser Firma sind von geringerer
Qualität als die besten Gablonzer Steine. Der Kernpunkt der
Agitation ist darauf zu legen, daß die Preise der Bera-Compagnia
zu hoch sind. Über das Material sollte das Publikum gar nicht
in allen Einzelheiten aufgeklärt werden.“ Von einer anderen Seite
wurde aus Fabrikantenkreisen der Vorschlag gemacht,
die Goldschmiede sollen der Bera-Compagnia am Platze

selbst Konkurrenz machen,
d. h. da, wo sie sich etabliert, einen Laden daneben mieten und
nun auf gemeinschaftliche Kosten selbst Similiware zu dem nied-
rigsten Preise unter gleicher Beleuchtung verkaufen. Dann würde
die Compagnia mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Auch dieser
Vorschlag ist so übel nicht.

Korona-Diamanten

welche die Gesellschaft „Kosmos“ in Berlin (Verlag des „Zeitvertreib“) an ihre Abonnenten abgibt. Die Steine sollen durch ein geheimes, wissenschaftliches Verfahren so geschickt gemacht sein, daß sie den echten im Aussehen gleichkommen. Sie sollen starkes Feuer haben und bezaubernde Funken sprühen, wie die südafrikanischen. Sie werden als ein „Wunder der Wissenschaft“ hingestellt. Unlauterer Wettbewerb in höchster Potenz! Wir haben sofort die Staatsanwaltschaft von der Angelegenheit unterrichtet.

Pz.

Aus den Debatten des Verbandstages in Halle.

II. Die Diskussion über die sogenannte goldausgeschwemmte Ware. Als Referent über dieses Thema nahm zuerst Richter-Ham- der von der Fabrikation dieser Ware etwas versteht, wird schon burg das Wort, welcher folgendes ausführte: Die Deutsche Gold- an der Höhe oder richtiger gesagt an der Niedrigkeit des Preises schmiede-Zeitung hat den Punkt der Tagesordnung, über welchen erkennen, daß es unmöglich ist, eine 131), oder 14 karätige Ware, ich heute zu referieren habe, einer Vorbesprechung unterzogen. mit Lot ausgeschwemmt und mit Silberboden unterlötet, so billig

Ich bin nicht der gleichen Meinung wie die „Deutsche Gold- herzustellen, wie diese Ware angeboten wird. Ich habe mir die schmiede-Zeitung“ in bezug auf die Berechtigung der Existenz einer Mühe gegeben, mir von namhaften Fabrikanten solche Ware zu ausgeschwemmten sowie einer Doubleware im allgemeinen. Solange verschaffen und lege die Produkte hier auf den Tisch des Hauses der Reichtum unseres Volkes nicht so groß ist, daß jeder, auch nieder. Es sind 7 Broschen, die ich seitlich geöffnet habe, so daß der kleine Mann, sich den Luxus einer massiv goldenen Ware ge- man sehen kann, aus welchem Material die Ware hergestellt ist. statten kann, solange hat eine Ware ihre Existenzberechtigung, Außerdem habe ich noch von einigen dieser Broschen Proben welche anstrebt, etwas Hübsches aus einem billigen Material dem machen lassen, und es hat die eine Probe, welche gemacht worden Käufer zu bieten. Ich glaube auch in Ihrer aller Sinn zu sprechen, ist, auf dem oberen Teil der Brosche einen Feingehalt von wenn ich sage, daß eine Ware aus geringem Material in schöner die andere von 400. Diese Ware ist nichts anderes als Doublé Form anmutiger ist als ein kostbares Material, das in dürftige mit Silberboden, und ich kann Ihnen die Versicherung geben, Formen gebracht worden ist. Ich sehe den Schmuck eines afri- daß ich selber die Fakturen über die Broschen gesehen habe, und kanischen Negers, etwa den eisernen Ring, den er durch seine Nase daß bei allen angegeben war: „Gold mit Silberboden.“ zieht, wenn derselbe mit noch so einfachem Ornament sinngemäß Diesen ungesunden Zustand in unserem geschäftlichen Leben verziert ist, lieber als die berühmte massiv-goldene Statue, welche zu besprechen, war mir die Hauptsache, als ich seinerzeit bat, daß seinerzeit auf der Pariser Ausstellung im Jahre 1900 zu sehen war, dieser Punkt auf die Tagesordnung des diesjährigen Verbandstages bei der man nur sagen konnte: Schade um das viele Gold; denn gesetzt werden möchte, denn ich weiß mich einig mit allen Fabridie Form entsprach nicht dem wertvollen Material.

kanten darin, daß sie sich in ihrem Wirkungskreise durch diese So komme ich zu dem Schluß, daß wir in unseren Kreisen nicht Unwahrheit, die sich in unserem geschäftlichen Leben eingebürgert immer so sentimental und wegwerfend über die Doubléware denken hat, behelligt fühlen. Ich glaube, daß ein guter Teil Sophisterei und sprechen sollen, wie es zum großen Teil geschieht, sondern dabei mitwirkt, daß so viele Fabrikanten sich nicht scheuen, diese daß wir uns immer weiter bemühen sollen, auch die geringere Ware Erzeugnisse unter falschem Namen in den Handel zu bringen, denn in ihrer Form zu veredeln. Das sagt natürlich nicht, daß es nicht Gold ist ja auch auf dem Doublé oben drauf, und der Silberboden noch besser ist, dem Käufer eine massiv goldene Ware in schöner ist darunter; es ist aber nicht gut, wenn solche BegriffsverForm darzubieten. Wir aber wollen uns speziell mit der im Stoffe wirrungen in unserem geschäftlichen Leben Platz greifen. billigeren Ware beschäftigen, welche bei der Größe des Konsums Es wäre besser, das Kind beim richtigen Namen zu nennen nicht nur in Deutschland sondern überhaupt im allgemeinen wohl und die Ware als das, was sie ist, zu verkaufen, als verdient, daß man ihr Beachtung schenkt, und zwar wollen wir uns Doubléware. Ich darf wohl als vieljähriger Fabrikant von Doublespeziell mit der Ware beschäftigen, welche unter dem Namen „Gold ware diese Lanze für dieselbe brechen: Es läßt sich nach wie vor mit Silberboden“ den Markt überschwemmt.

eine gute, haltbare Doubleware fabrizieren, wenn nur die Preise Was mir bei dieser Ware unsympathisch ist, ist das, daß der dafür bewilligt werden, und es werden ja auch Bestrebungen im Name zum großen Teil schon eine Unwahrheit in sich birgt, und Kreise der Detailleure wie auch der Grossisten gemacht, die Güte ich glaube nicht zuviel zu sagen, wenn ich behaupte, daß ein der Ware zu heben, oder wenigstens auf einem guten Niveau zu großer Teil der Detailleure sich dessen bewußt ist, daß das, was halten, indem Vorschriften gemacht werden, wieviel Tausendteile sie unter dem Namen „Gold mit Silberboden“ kaufen, in Gold das Doublé enthalten soll. Ich möchte aber diese GelegenWahrheit nicht Gold mit Silberboden sondern Doublé mit heit nicht vorübergehen lassen, ohne auch hierüber noch einige Silberboden ist. Das ist ein krankhafter Zustand in unserem Worte zu sagen. Gewerbe, und ich halte es für eine notwendige und dankenswerte Wenn vorgeschrieben wird, daß das Doublé so und soviel Aufgabe des Verbandes, diesem Uebelstand nach Kräften abzuhelfen. Prozent an Goldwert enthalten soll, so wird sehr häufig dabei verEs ist gewiß von Anfang an diese „Gold mit Silberboden“, Ware gessen, daß man das Verhältnis des Goldes zum Silber nicht nur nicht Doublé mit Silberboden gewesen, sondern man hat, als die dadurch erhöhen kann, daß man das Gold dicker macht, sondern Doubléware, weil sie durch die scharfe Konkurrenz in der Goldauf- auch dadurch, daß man die Unterlage, das Silber, dünner macht lage geringer wurde, in wohllöblicher Absicht anfangs goldene Wenn ich z. B. ein Blech habe, das 100 No. stark ist, und ich lege Pressungen genommen, diese mit Lot ausgeschwemmt und den 5 Nummern Gold darauf, so habe ich ein Doublé von 5°%; lasse Silberboden darunter gelötet. Als aber auch auf diesem Gebiet die ich das Gold bei der gleichen Stärke von 5 Nummern und halte Konkurrenz immer schärfer wurde, und die Preise immer mehr und die Unterlage nur 50 Nummern stark, so ist aus dem 5%igen Gold mehr gedrückt wurden, ist man in den meisten Fällen, darf ich wohl ohne Mehrzulage an Gold 10%iges Doublé geworden. Das richsagen, dazu übergegangen, einfach die Pressungen von Doublé zu tigste wäre immer, zu verlangen, daß die Goldschicht der heutigen machen und den Silberboden darunter zu löten. Jeder von uns, Ware eine gute Stärke habe, dann würde man die beste Gewähr

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für eine solide Ware haben. Es ist aber das im gewerblichen Leben ohne ein kleines Laboratorium schwer festzustellen, und bei einer Doubleware wird es nach wie vor vornehmlich darauf an. kommen, daß der Fabrikant vertrauenswürdig ist, daß er die mehr oder minder große Unkontrollierbarkeit seiner Ware nicht zu momentanen Vorteilen ausbeutet.

Es würde mich freuen, wenn diese meine Anregung dazu beitragen würde, daß in dieser Hinsicht bessere Verhältnisse in unserer Branche Platz greifen, und ich sehe der Diskussion über diesen Punkt unserer Tagesordnung mit großem Interesse entgegen. (Beifall.)

Eckhardt-Dresden: Meine Herren, die Ausführungen des Herrn Kollegen Richter möchte ich insofern unterstützen, als er bestrebt ist, das Doublé, gegenüber den andern Erzeugnissen zu rechtfertigen. Bezüglich der mit Silber ausgeschwemmten Goldpressung werden viele von Ihnen schon die Erfahrung gemacht haben, z. B. bei Medaillons, Petschaften usw., daß die Ware schon nach kurzem Gebrauch sehr nachläßt und weiß wird, so daß man dann den Verkäufer zur Verantwortung ziehen will. În der Tat ist ein gutes Doublé, für das natürlich ein entsprechender Preis bezahlt werden muß, besser als ausgeschwemmte Ware. Ein glattes, goldenes Medaillon kostet beispielsweise 7 Mk., dasselbe Medaillon in DoubleAusführung 2'/, bis 3 Mk. Der Wert des sogen. goldenen Medaillons ist tatsächlich nicht höher als der des Doublé. Ich selbst habe schon von hervorragenden Lieferanten Medaillons gekauft und dafür 11 bis 12 Mk, bezahlt, in dem Glauben, etwas Reelles und Gutes gekauft zu haben. Ich kam aber damit in die größte Verlegenheit, mußte mich meinen Kunden gegenüber entschuldigen und bereit erklären, eine andere, bessere Ware zu liefern.

Meine Herren, Sie begehen selbst eine Sünde, indem Sie den Käufer übervorteilen, wenn vielleicht auch unbewußt und in gutem Glauben. Wir machen uns einer Unterlassungssünde schuldig, wenn wir uns nicht besser überzeugen. Die Herren Fabrikanten sagen einfach: Gut, kaufen Sie, wo Sie wollen; ich werde meine Ware an die übrigen Grossisten trotzdem los. Meine Herren, wir dürfen uns nicht dazu hergeben, unsere Kundschaft fortgesetzt zu übervorteilen. (Lebhafter Beifall.)

Menzel-Berlin: Das Goldschmiedegewerbe ist auf einer so abschüssigen Bahn angelangt, daß man fragen muß: Wo hört der Goldschmied auf, und wo fängt der Bijouteriehändler an? Was für ein gutes Geschäft haben wir früher in kuranten Silberwaren gemacht: Heute ist das nicht mehr möglich. Jetzt kommt Gold mit Silberboden, eine Ware, die schon nach 8 Tagen schwarz wird. Wir brauchen eine Ware, die so bleibt, wie sie erzeugt wird. Ich habe schon oft Fabrikanten gesprochen und gefragt, ob es nicht möglich sei, eine solche gute Ware zu fabrizieren. Man antwortet nur: Die schlechte Ware sieht beim Verkauf ebenso aus wie die gute; das Publikum geht aber leider nur nach der Auslage! Da nun der Verband fortgesetzt bemüht ist, den Goldschmiedestand zu heben, so wäre es doch auch notwendig, allmählich diejenigen Firmen kennen zu lernen, die derartigen Schund fabrizieren. Meine Herren, schicken Sie uns einfach die Waren ein, über die sie sich zu beschweren haben. Es sollte uns ein leichtes sein, den Fabrikanten zu sagen:

abriziert für die Bijouteriehändler, soviel ihr wollt, aber für uns Goldschmiede müßt ihr eine Ware fabrizieren, die wir mit gutem Gewissen verkaufen können. Das müßte auch den Grossisten angenehm sein. Wir sehen, daß in Pforzheim die Fabriken wie Pilze aus dem Boden schießen; einige Fabrikanten verlegen sich auf die Herstellung solcher schlechter Ware, und nach kurzer Zeit geht das Geschäft selbst zugrunde.

Stöffler-Pforzheim: Herr Menzel hat soeben die Pforzheimer Fabrikanten in einer Weise geschildert, daß ich fast nicht den Mut habe, mich als einen solchen zu bekennen. Als deutscher Mann sage ich aber doch: Ich bin ein Pforzheimer Fabrikant, ein Fabrikant, der zwar keine Doubleware fabriziert, der aber doch so sehr mittendrin steht in der großartigen Produktionsweise seines Platzes, daß ich mich verpflichtet fühle, auf einiges aufmerksam zu machen.

Zunächst möchte ich Sie bitten. die Fabrikanten der so schlecht geschilderten Artikel nicht in Bausch und Bogen zu verurteilen, sondern auch da einen Unterschied zu machen zwischen Reellen und Unreellen. Ich nehme für unser Pforzheim das Recht in Anspruch, sagen zu dürfen, daß im großen und ganzen die Fabrikation durchaus auf der Höhe steht. Wer allerdings nur der Billigkeit nach kaufen will, der findet auch in Pforzheim seinen Lieferanten und erhält eine entsprechend schlechte Ware, über deren Qualität nur der Augenblick hinwegtäuschen kann, die aber den Vergleich mit reeller Ware auch nicht einmal auf die Dauer von 4 Wochen aushält.

Meine Herren, die Produktion in Pforzheim ist auf einer Höhe der Leistungsfähigkeit angelangt, die alle Achtung verdient. Wir sind imstande, mit unserer Industrie gegen 22000 Arbeitern lohnenden Verdienst zu gewähren, und zwar ohne soziale Schwierigkeiten. Tüchtige, leistungsfähige Leute üben --- mit dem in Pforzheim üblichen Kredit - eine Tätigkeit aus, die alles Lob verdient. Wir haben Fabriken, die in der ganzen Welt einen Ruf haben. Solche Leistungen können sich doch gewiß sehen lassen. Im übrigen dürfen Sie ver

sichert sein, daß gerade die guten Fabrikationsgeschäfte bestrebt sind, nicht anders zu deklarieren, als es der Wirklichkeit entspricht. Die Handelskammer hat auch wiederholt hierzu aufgefordert.

Es ist also sehr wohl zu unterscheiden zwischen der ordinären, billigen Ware, der reellen Doubleware und dem sogenannten Amerikaner-Doublé. Gerade in letzterer Ware haben wir solche Fortschritte erzielt, daß es uns gelungen ist, die Fabrikation den Franzosen vollständig aus der Hand zu winden. Dabei wird das Geschäft in reeller Weise gemacht.

Ich freue mich, meine Herren, daß Sie darauf aus sind, die Qualitätsunterschiede festzulegen. Es ist das möglich, wenn Sie darüber klare, feste, bindende Beschlüsse fassen. Bei der Doublefabrikation muß die Qualität genau unterschieden werden. Verlangen Sie eine Doubleware nach Tausendsteln, so werden Sie erhalten, was Sie brauchen und werden nicht mehr in die Verlegenheit kommen, schlechte Ware als gute verkauft zu haben. Meine Herren, sehen Sie sich aber auch in Pforzheim die Bestrebungen an bezüglich der Hebung unserer Fabrikationsweise, so werden Sie dieser alle Anerkennung zollen müssen.

Menzel-Berlin: Ich war weit entfernt, sämtliche Fabrikanten Pforzheims in einen Topf werfen zu wollen. am allerwenigsten habe ich bei meinen Ausführungen Herrn Stöffler im Auge gehabt, der, wie es von ihm als Vorsitzendem des Kreditorenvereins verständlich ist, die Fabrikanten in Schutz nimmt, sondern ich meinte lediglich die Fabrikation der billigen Ware. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß wir die reellen Fabrikanten und Grossisten schützen müssen; den Fabrikanten von Schundware aber wollen wir im Interesse unseres Gewerbes ihre Existenz unmöglich machen. In der Kettenbranche ist es schon um ein wesentliches besser geworden, und jeder anständige Detailleur wird die Preissteigerung, die eingetreten ist, begrüßt haben. Hoffentlich gelingt es, auch auf anderen Gebieten bald eine Besserung zu erzielen.

Referent Richter-Hamburg: Als ich dieses Referat übernahm, habe ich wohl gewußt, das ich gewissermaßen in ein Wespennest greife. Ich habe deshalb meine Ausführungen nieder geschrieben, damit ich genau weiß, was ich gesagt habe. Ich kann konstatieren, daß ich nicht mit einem Wort die Pforzheimer Gesamtindustrie angegriffen habe. Diese 7 Broschen, meine Herrn, sind von 7 verschiedenen Fabrikanten, und auf jeder einzelnen Faktura habe ich mit eigenen Augen gelesen: „Gold mit Silberboden“; das ist in allen 7 Fällen eine Unwahrheit. Diesen Mißstand möchte ich brandmarken und dazu beitragen, daß in Zukunft eine schärfere Kontrolle geübt wird. Ich greife Pforzheim gewiß nicht an; ja ich würde, wenn ich einen Hut auf dem Kopfe hätte, ihn abnehmen vor dieser Industrie und ihren gewaltigen Fortschritten der letzten Jahre. Aber solche Uebelstände, die einem anständigen Geschäftsmann das Leben verkürzen, müssen ausgemerzt werden.

Der Verband könnte vielleicht insofern mithelfen, als eine Zentraluntersuchungsstelle geschaffen wird. Er könnte sich mit einem tüchtigen Chemiker in Verbindung setzen, der besonders in der metallischen Analyse bewandert ist und die eingehenden Waren zu untersuchen hätte. Meine Herrn, liefern Sie die Waren dorthin und lassen Sie sie untersuchen, dann werden Sie erfahren, ob Sie solide Ware gekauft haben oder nicht; eventuell kann der betreffende Fabrikant gefaßt werden. Es ist ja nicht nötig, von allen Waren Proben zu machen, aber hie und da eine Strichprobe wird sich immer lohnen. Eine solche Einrichtung würde jedenfalls von den Juwellieren in kleineren Städten mit Freuden begrüßt werden,

Ich bin der Letzte, der Sie dahin treiben möchte, daß Sie keine billige Ware führen. Führen sie ruhig neben der guten Ware auch die billige. In Amerika z. B. habe ich schon vor 30 Jahren gesehen, daß neben der feinen Ware in einer besonderen Abteilung auch billige Ware geführt wurde. So manche unter den Detailleuren setzen sich gerne den Heiligenschein auf und meinen, sie müßten die Welt beglücken mit guter goldener Ware. Das ist nicht das Richtige: wenn jemand etwas Billiges kaufen will, so lassen Sie ihn doch! Das Publikum wird, wenn es seine Erfahrungen gemacht hat, schon nach und nach klug werden und wird gute Ware verlangen. Mit der Stempelung aber beschränke man sich. Wahrheit soll sein! Ich meine, Sie selbst können dazu beitragen, daß es besser wird, und es wird mich freuen, wenn meine Anregung einen Erfolg hat. (Lebhafter Beifall.)

Meschke-Leipzig: Ich kann mich den Ausführungen des Herrn Stöffler nicht so ganz anschließen, und zwar deshalb nicht, weil dabei die Anregung des Herrn Richter eigentlich vollständig verlassen worden ist. Wir sind auf ein ganz anderes Gebiet gekommen. Es handelt sich für uns ja nicht um die Frage des Double an sich, sondern um die der goldausgeschwemmten Ware. Was diese Frage betrifft, so müssen wir mindestens eine Grenze schaffen. wo wir der Ware einen anderen Namen geben können. Einen unrichtigen Namen darf weder der Fabrikant noch der Goldschmied der Ware beilegen. Es wird hie und da sogar gestempelt ,,131, Karat Gold mit Silberboden ausgeschwemmt“. Solche Bezeichnungen entsprechen nicht den Tatsachen und sind daher zu verwerfen. Wir brauchen eine Ware, bei der uns die Garantie gegeben ist,

daß das Gold eine gewisse Stärke hat. Bei Doublé haben wir Wenn wir keine billige Ware führen, so treiben wir einen großen diese Garantie nicht. Wenn wir Doubleware verkaufen, so liefern Teil unserer Kundschaft den Warenhäusern zu. In Stuttgart z. B. wir das Publikum den Bijouteriewarenhändlern in die Hände. Zu wird gegenwärtig ein großes Warenhaus errichtet, das billige Bijoubedauern ist, daß sogar das Doublé ausgeschwemmt wird. Ein. terieware führen wird. So wird es auch anderwärts kommen. Wir selbstständig gehaltenes Metall, und wenn es auch ausgeschwemmt müssen uns dadurch retten, daß wir die Schundware und die solide ist, kann wohl als „Gold-, ausgeschwemmt mit Silberboden“ be- Ware streng auseinanderhalten. (Beifall.) zeichnet werden, denn eine Pressung, die das Ausschwemmen aus Vorsitzender Fischer-Berlin: Der Herr Referent hat eine halten soll, muß schon eine gewisse Stärke haben; das ist aber schärfere Kontrolle, die Ausmerzung der schlechten Elemente und bei dem Doublé nicht der Fall.

die Schaffung einer Untersuchungsstelle gefordert. Ich möchte beStöffler-Pforzheim: Prinzipiell besteht eine Differenz zwichen merken, daß diese Untersuchungsstelle bereits besteht. meinen Ausführungen und denjenigen der Referenten nicht; im Gegen- Wir haben auch schon wiederholt aufgefordert, Gegenstände, über teil, ich habe hervorgehoben, das auch wir in Pforzheim den aller- deren Wert man im Zweifel ist, uns nach Berlin zu schicken, um größten Wert darauf legen, daß niemals ein Artikel anders deklariert sie dort kostenlos untersuchen zu lassen. Mehr können wir wird, als es der Wirklichkeit entspricht. Wenn das gleichwohl nicht tun. nicht immer zutrifft, und wenn die Herren meinen, daß der Fehler Von den Fabrikanten müssen wir verlangen, daß die Waren, immer an den Fabrikanten liege, so habe ich die Verpflichtung, die sie uns verkaufen, genau dem angegebenen Gehalt entsprechen. Sie darauf aufmerksam zu machen, daß Sie auf dem Irrweg sind. Ich kann Ihnen sagen, daß im vergangenen Jahr auch nicht eine Die Fabrikation richtet sich lediglich nach den Wünschen derer, einzige Untersuchung stattgefunden hat, weil die Mitglieder des die kaufen wollen, und ich kann versichern, daß %10 aller Gros- Verbands von der Einrichtung keinen Gebrauch gemacht haben. sisten diese Ware verlangen und absolut nicht wollen, Referent Richter-Hamburg: Meine Herren, ich möchte daß die Waren mit dem richtigen Namen benannt werden. Ihnen vorschlagen, folgende Resolutionen anzunehmen: Das bitte ich im Auge zu behalten.

„Der Verbandstag ersucht den Vorstand und Ausschuß, nach Was die techniche Ausführung dieses Artikels betrifft, so bin

Möglichkeit zu kontrollieren, daß die angebotene oder verkaufte ich mit dem, was mein Herr Vorredner gesagt hat, nicht einver

Ware dem angegebenen Gehalt entspricht.“ standen. Ich bin Fachmann und kann versichern, daß es nicht

Die Wege zu finden, das können wir ruhig dem Vorstand und möglich ist, eine Goldpreßung ausgeschwemmt so herzustellen, daß sie als „ausgeschwemmte Ware mit Silberboden“ gelten kann, als

Ausschuß überlassen. eine Ware, die sich annähernd in der Preislage bewegt, wie sie

Vorsitzender Fischer-Berlin: Es soll und muß ein Unterder Detailleur braucht, um einen Unterschied zwischen 9 Karat zu

schied sein zwischen der Schundware der Warenhäuser und dem, haben. Das ist unmöglich. Eine schlecht ausgeschwemmte Ware was wir verkaufen. Es kann aber nicht Aufgabe des Verbandsist viel weniger wert als ein gutes Doublé, das weiß jeder Tech

vorstandes sein, die Waren aufzusuchen, sondern die Mitglieder niker. Allein ich habe erklärt, daß ich für eine Grenze bin, und müssen sie uns nach Berlin einsenden, wenn sie eine Untersuchung diese Grenze ist gegeben durch die Fabrikation der Doubléketten.

wünschen. Wenn Sie bezüglich der Brochen und Medaillons durch Beschluß Menzel-Berlin: Ich möchte nur konstatieren, daß ich nicht des Verbandstags verlangen – und ich würde das als einen großen gesagt habe, wir Goldschmiede sollen keine billige Ware führen; Erfolg mit nach Hause nehmen – daß sie nicht unter 125 oder 150 wir müssen sie führen, aber getrennt von der guten. oder 200 Tausendteile enthalten, dann bekommen Sie etwas Solides. Eckhard-Dresden: Eine Erweiterung der Tätigkeit der VerTun Sie das nicht, so wird niemals eine Grenze zu finden sein, bandsmitglieder in dieser Angelegenheit und eine Verminderung der die technisch nachweisbar als überschritten zu bezeichnen ist. Durch Tätigkeit des Verbandsvorstandes wäre wohl zu wünschen. Es ist einen solchen Beschluß erhalten sie sich selbst eine reelle Ware Pflicht eines jeden Goldschmiedes, von Zeit zu Zeit das, was er und überlassen den großen Schund den Warenhäusern.

verkauft, auf seinen Gehalt prüfen zu lassen, und es ist eine dankbare Kiesel-Ludwigsburg: Es hat wohl jeder von den Herren Aufgabe, derartige Proben vorzunehmen; aber es ist nicht notwendig, Recht. Es liegt einzig und allein an unsern Juwelieren, die daß Sie den Verbandsvorstand damit belästigen. Wenn Vereinigungen darauf zu sehen haben, daß sie solide Ware bekommen und sich einer größeren Zahl von Goldschmieden sich wegen einer solchen nur mit Fabrikanten in Verbindung setzen mögen, die gute Ware Sache an den Verband wenden, so ist das fast eine Schande. Derführen. Daß wir heutzutage auch ganz billige Ware führen müssen, artige Untersuchungen können Sie selbst vornehmen, und sie sind ist klar, wir müssen sie haben. Aber der Juwelier muß seiner ja ganz billig. Vielleicht finden Sie bei dieser Gelegenheit auch Kundschaft sagen: Das ist Schund, und das ist solide Ware, dann Mitglieder in Ihrer eigenen Vereinigung, die anders fabrizieren, als kommt er nicht in Verdacht und nicht in Verlegenheit. Bedenken es wünschenswert ist. wir doch, was heute alles zusammengeschmiedet wird! Ein Gold Ich möchte also bitten, nicht alles dem Verband zu überlassen, schmied aber sollte doch soviel verstehen, daß er sagen kann: Eine sondern ihn nach Möglichkeit zu entlasten. „goldene Brosche“ um 70 Pf. kann kein Gold mehr sein (Zustimmung); Nach Schluß der Debatte wurde die vom Referenten vorgeeine Brosche im Preis von weniger als 2 Mk. kann überhaupt nicht schlagene Resolution mit allen gegen eine Stimme (Stöffler-Pforzheim) mehr solid sein.

angenommen.

Eine Ausstellung im Osten und Westen des Reiches!

(Breslau-Straßburg.)

1. Ausstellungsberichte sind immer nur Surrogate, sie mögen zwei große, birnenförmige Perlen herabhängen, boten ein künstnoch so glänzend geschrieben, noch so sachlich und fachlich ge- lerisches, vornehmes Motiv. Die Verwendung volkstümlicher Pflanhalten sein; man muß selbst sehen, selbst urteilen. Wenn ich zenmotive hat mir besonders gefallen. Von Tillmann Schmitz trotzdem hier einige Eindrücke wiedergebe, welche die Bres- erregten namentlich die zierlichen Schmucksachen neues Wohllauer Ausstellung für Handwerk und Kunstgewerbe sowie gefallen, welche Paul Hampel in stilisierten Lebensformen und ornadie Straßburger historische Schmuckausstellung in mir mentalen Motiven entworfen hat, während Siegfried Härtel hinterlassen haben, so soll das kein stolzer „Ausstellungsbericht durch seine große Bowle, einen Ehrenpreis der Stadt Breslau für sein, sondern nur ein Hinweis auf das, was mir gerade in die ein Rennen, imponierte. Weiter erwähne ich die Schmucksachen Augen gefallen ist. Der im Pavillon hinter dem Einfamilienhause von Georg und Ernst Püschel, alles in modernem Stil, nach untergebrachte Teil der Sonderausstellung des „Kunstgewerbevereins“ den Entwürfen zweier Hanauer Künstler, Besor und Buschmann, in Breslau hat mich mehrmals wieder nach seiner Pforte gelockt. darunter ein kostbarer Einsteckkamm aus Schildkrot, dessen feinDie dortigen Schöpfungen der Goldschmiede und Juweliere boten geformter Oberteil mit Steinen und farbigem, durchsichtigem Schmelz prächtige Sachen. Am umfangreichsten waren Karl Frey und verziert ist, sowie eine Gürtelschließe mit stilisiertem SchmetterSöhne vertreten. Ihre Schmuckstücke waren teils in modernem ling und ein mit Lapis lazuli besetzter Handspiegel. Moderne Stil, teils aber auch in den Formen der letzten Zeit des Empire- kleine Schmucksachen hatte Richard Schröder ausgestellt, wähstils gehalten. Das Glanzstück schien mir ein großer Halsschmuck rend die Firma J. Schlossarek prunkvolles Kirchengerät zu sein. Zwei in einer der Halsform angepaßten Linie sich über Monstranzen, Kelche usw. - bot, daneben aber auch Schmuckeinander biegende, frei stilisierte Blätter, von denen wie Früchte stücke in feinster Ausführung präsentierte. Gefallen haben mir

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