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sich Goldarbeiter nennt, so macht er damit nicht eine unrichtige Angabe tatsächlicher Art über seine geschäftlichen Verhältnisse.“ Der Verband ist also unterlegen, und zwar in der höchsten Instanz, die angerufen werden konnte. Es ist hierbei gleich ausgesprochen, daß es ganz ausgeschlossen ist, einseitig etwa das Objekt so hoch anzugeben, daß eine Appellation an das Reichsgericht möglich ist. Die Höhe des Objekts wird stets vom Gerichte festgesetzt. Bei einer zweiten Klage, welche der Vorstand im Jahre 1902 gegen einen Uhrmacher in Gotha angestrebt hat, wurde der Vorstand zunächst von dem Landgericht Gotha mit der Klage abgewiesen. Der Vorstand legte Berufung ein, worauf der erste Zivilsenat des gemeinschaftlichen thüringischen Oberlandesgerichts in Jena auf die mündliche Verhandlung vom 21. September 1903 den Uhrmacher verurteilte, bei Vermeidung einer Geldstrafe bis zu fünfzig Mark oder der Strafe der Haft bis zu einer Woche für einen jeden Zuwiderhandlungsfall, in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, welche für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, der Bezeichnung seiner Person als Goldarbeiter sich zu enthalten, auch die Kosten des Prozesses zu tragen. Diese Verurteilung erfolgte, weil der betreffende Uhrmacher Reparaturen nur im geringen Umfange ausführen konnte. Es liegen also in von seiten des Verbandsvorstandes geführten Prozessen zwei Oberlandesgerichtsentscheidungen VOr, mit verschiedenem Ausgang. Ähnlich so verhält es sich bei den Uhrmacherverbänden. Die Uhrmacher haben einen Goldarbeiter verklagt, der sich Uhrmacher nannte, und gewannen den Prozeß, weil der Goldarbeiter Uhren zu reparieren nicht verstand. Sie strengten einen zweiten Prozeß an gegen einen Schlosser, welcher in einer sächsischen Stadt einen Uhrenhandel betrieb und sich als Uhrmacher bezeichnete. Sie verloren diesen Prozeß, weil sich bei der Gerichtsverhandlung herausstellte, daß der betreffende Schlosser eine Turmuhr, welche die Uhrmacher zu reparieren nicht imstande waren, wieder in den Stand gesetzt hatte. Ferner sind Gutachten von den Handelskammern Berlin, Oldenburg, Gera und Chemnitz eingeholt, welche sich alle in einer Weise geäußert, daß sie zu einer Klage keine Veranlassung finden können. Eine ganze Anzahl von einstweiligen Verfügungen sind von uns bei verschiedenen Amtsgerichten beantragt, jedoch zurückgewiesen worden, und zwar mit einer einzigen Ausnahme, in welcher der Betreffende jedoch Berufung nicht eingelegt hat. Auch an Staatsanwaltschaften sind mehrere Anträge gerichtet, leider aber auch ohne Erfolg. Infolge dieser Stellungnahme der Behörden, Handwerkskammern und Gerichte hat der Vorsitzende mit dem Rechtsbeistand eine Konferenz abgehalten, welche das Ergebnis hatte, daß zunächst eine Bekanntmachung erlassen werden sollte, um die beteiligten Kreise aufzufordern, solche Uhrmacher zu benennen, die sich zu Unrecht als Goldarbeiter bezeichnen; damit ermittelt werden kann, ob tatsächlich der Mißbrauch ein weit verbreiteter ist. Die Bekanntmachung ist am 15. Mai ergangen und hatte zur Folge, daß Anzeigen aus 33 Städten eingingen. Mit dieser Übersicht über den Mißstand hat zwischen dem Rechtsanwalt und dem Vorsitzenden eine weitere Besprechung der Gesamtakten, welche bisher in der Sache entstanden sind, stattgefunden, und hat sich unser Rechtsbeistand auf den Standpunkt gestellt, daß die verschiedenen Behauptungen von Uhrmachern, die nur als Uhrmacher gelernt haben und sich dennoch als Goldarbeiter bezeichnen, ohne Zweifel gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbes verstoßen, und die Auffassung, daß dagegen infolge der gewerbefreiheitlichen Gesetzgebung nichts auszurichten sei, eine irrige ist. Denn das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes legt schon jetzt dem Gewerbetreibenden einen Zwang auf, und ist es durchaus nicht gestattet, nach jeder Richtung hin das Gewerbe in freiheitlicher Weise zu führen. Der Rechtsbeistand erklärt sich bereit, ein umfassendes juristisches Gutachten auf Grund des gesamten vorliegenden Materials zu erstatten und hält es für durchaus berechtigt, die Angelegenheit auf Grund dieses Gutachtens weiter zu verfolgen. Auch empfiehlt derselbe, zunächst gegen einen Uhrmacher in der Provinz Brandenburg eine Klage anzustrengen, welcher kürzlich zu sechs Mark HerStellungskosten verurteilt worden ist, weil er eine Herrenkette, welche er reparieren sollte, verpfuscht hatte. Ferner ist um ein Gutachten von der Handwerkskammer Frankfurt a/O. gebeten und um ein solches vom Innungsausschuß zu Berlin. Jedenfalls steht der Vorstand auf dem Standpunkt, daß dieser Gegenstand weiter verfolgt werden muß, und geben

wir uns durchaus der Hoffnung hin, daß allerdings langsam, aber dennoch ein sicherer Erfolg eintreten wird. Unfallversicherung im Handelsgewerbe. Von der Handelskammer Berlin wurde ein Gutachten über die Frage gefordert, ob es sich empfehle, die Unfallversicherung im Handelsgewerbe über den Rahmen, in dem sie besteht, hinaus auszudehnen. Der Vorstand kam bei dem Gutachten zu dem Ergebnis, daß, da in dem Juwelier-, Gold- und Silberschmiedegewerbe eine erhebliche Unfallsgefahr nicht vorhanden ist, die Beibehaltung des bisherigen Zustandes zu befürworten ist. Unlauterer Wettbewerb. Auf Antrag eines Kollegen aus Dt. Eylau ist gegen die Firma Carl Will & Co., Berlin, bei der Staatsanwaltschaft am 11. Februar 1906 Strafantrag gestellt wegen Verstoß gegen das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes. Dieser wurde darin erblickt, daß in einem großen Prospekt, welcher den Zeitungen beiIag, unwahre Angaben vorhanden waren; so wurden die in Ringen gefaßten Glassteine mit Saphire, Rubine, Smaragde und Brillanten bezeichnet usw. Die Sache schwebt noch.

Verbände. In dem Berichtsjahr hat sich der Verband der Silberwarenfabrikanten Deutschlands und der Verband der Großisten des Edelmetallgewerbes begründet, und sind diese beiden Verbände von dem Vorstand begrüßt worden. Mit diesen und einer ganzen Reihe anderer Verbände und Vereine, wie Kreditorenverein in Pforzheim, Bund der Handelund Gewerbetreibenden in Berlin, Gremium der Juweliere, Goldund Silberschmiede in Prag, Genossenschaft der Juweliere, Gold- und Silberschmiede in Wien, Fachverband für die wirtschaftlichen Interessen des Kunstgewerbes und anderen mehr steht der Vorstand des Verbandes in bestem Einvernehmen. Ebenso war der Geschäftsverkehr mit den dem Verbande angeschlossenen Vereinen ein durchaus freundschaftlicher. Vertrauensmänner. Der Verbandstag München hatte beschlossen, in jeder Stadt des Deutschen Reiches einen Vertrauensmann zu ernennen, um die Agitation zur Weiterentwickelung des Verbandes und der Vereine zu fördern. Es sind einzelne Bedenken geltend gemacht, und zwar gegen das Wort „Vertrauensmann“. Es wurde angeführt, daß damit schon Mißbrauch getrieben worden und der Name zu Reklamezwecken verwendet worden sei, so daß der Beschluß noch nicht durchgeführt ist. Von Stralsund wurde hierfür besser das Wort „Beauftragte“ vorgeschlagen. Wohlfahrtseinrichtungen. Eine ganze Reihe von Satzungen über Wohlfahrtseinrichtungen, insbesonders die der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger über ihre Pensionsanstalt und Sterbekasse, ebenso die Satzung des Vereins zur Unterstützung der Witwen und Waisen von Juwelieren, Gold- und Silberschmieden in Wien sind geprüpft und als segensreich zu bezeichnen für die betreffenden Korporationen. Der Vorstand ist jedoch der Meinung, daß vorläufig von der Errichtung solcher Kassen abgesehen werden muß, weil das Zusammengehörigkeitsgefühl noch nicht genügend in unserm Verbande erstarkt, und das Interesse für so bedeutsame Institutionen noch nicht genügend vorhanden ist. Die Satzungen sind dem Archiv des Verbandes einverleibt und können zu gegebener Zeit verwendet werden. Eingänge und Ausgänge. 1673 Schriftstücke sind im Berichtsjahr eingegangen und 1948 Schriftstücke wurden versandt. Es handelte sich hier bei dem Schriftwechsel um die vorbenannten Angelegenheiten, sowie um viele Gegenstände, die, im einzeln zu erörtern, zu weit führen würde, und auch um Dinge, die sich für die Veröffentlichung nicht eignen. Außerdem kommen Anfragen jeder Art: Darf jemand aus einem Laden vor Beendigung des Vertragsverhältnisses ausziehen und denselben leer stehen lassen? Ferner betreffs Beschaffung von Abbildungen des Wenzel-Jamnitzer Pokals; bezüglich des Umtausches gekaufter Waren; wegen Güldischproben, wegen falschgestempelter Trauringe; Beleidigungen in geschäftsschädigender Weise; über das Lehrlingswesen, wo kann man norwegischen Schmuck beziehen? Über Preisdifferenzen mit Kunden; Adressen von Diamantschleifern; Bezugsquellen für preußische Orden; Klage über einen Rechtsanwalt, welcher vor Gericht über die Juweliere schädigende Äußerungen getan, wegen Auktionen; wegen des Inhalts der komischen Oper „Der Froschkönig“; über das Rabattgeben einzelner Kollegen; über marktschreierische Reklame, die leider nicht strafbar ist; wegen Angabe unrichtiger Steingewichte USW. 11SW. Endbericht. Während der Niederschrift dieses Jahresberichtes ist von dem Verein der Juweliere, Gold- und Silberarbeiter Bayerns am 28. Mai 1906 der Antrag für Eisenach eingegangen, daß die Vorstandschaft alle zwei Jahre durch Stimmzettel neu gewählt werden soll. In der nächsten Vorstandssitzung, am 9. Juni, kam dieser Antrag zur Besprechung und Beratung. Ganz besonders wurde die Vorgeschichte dieses nun schon zum vierten Male in ähnlicher Form eingehenden Antrages besprochen. Der Vorsitzende erklärte, daß er für seine Person es als Ehrenpflicht erachte, am Verbandstage sein Amt niederzulegen. Herr Müller äußerte sich dahin, daß es nunmehr geboten sei, daß sämtliche Herren vom Vorstand sich mit dem Vorsitzenden solidarisch erklärten, und schlossen sich dieser Meinung die anwesenden Herren Telge und Menzel und später Herr Walter und Herr Schmidt an. Hiervon ist den Vereinen und dem Ausschuß unterm 19. Juni Kenntnis gegeben. Inzwischen ist eine Agitationsschrift von dem Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs unterm 16. Juni eingegangen; durch diese wird Stimmung gemacht für den Antrag Bayern. Diese Agitationsschrift enthält jedoch Unrichtigkeiten und den Beweis, daß die Verfasser sich mit der Organisation nicht vertraut gemacht haben, so daß es der Vorstand als seine Pflicht erachtet, volle Aufklärung zu eben Der Vorstand fühlt sich um so mehr dazu verpflichtet, als ür die Abfassung der Agitationsschrift nicht die Form gewählt ist, die nach Lage der Sache unerläßlich war. Der Verband Deutscher Juweliere ist im Jahre 1900 begründet, also in dem Jahre, in welchem das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft getreten ist. Es war nur zu natürlich, daß sich ein neuer Verband der modernen Gesetzgebung mit seiner Organisation anzupassen hatte. Das BGB. lautet im § 27: „Die Bestellung des Vorstandes erfolgt durch Beschluß der Mitgliederversammlung. Die Bestellung ist jederzeit widerruflich, die Widerruflichkeit kann durch die Satzung auf den Fall beschränkt werden, daß ein wichtiger Grund für den Widerruf vorliegt. Ein solcher Grund ist insbesonders grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung.“ Das Statut des Verbandes sagt im § 11 vollständig klar: Bei Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung kann der Ausschuß die Absetzung der Vorstandsmitglieder beschließen.“ Ja, man ist sogar wesentlich über die Bestimmungen des BGB. hinausgegangen, indem man der Satzung hinzufügte, daß allgemeine Mißliebigkeit Grund sei, die Absetzung der Vorstandsmitglieder durch den Ausschuß zu beschließen. Man hat durch diese Bestimmungen dem Ausschuß das Recht eingeräumt, jederzeit ungeeignete Mitglieder aus dem Vorstand zu entfernen, und kann also nach diesen Bestimmungen füglich von einer Wahl auf Lebenslänglichkeit nicht gut geredet werden. Wenn man bei dem Verband von der althergebrachten Form des periodischen Wiederwählens, wie es in den Vereinen sich durch die Jahrzehnte eingebürgert hat, so lag die Ursache in der Erwägung, daß die Fähigkeit einer Person zur Führung eines Vorstandsamtes aut eine gewisse Dauer niemals gewährleistet ist, wie wir es ja auch bei den Ämtern des Vorstandes und Ausschusses in der kurzen Spanne Zeit des Bestehens des Verbandes genugsam erlebt haben. Die Wahl auf eine gewisse Zeit eignet sich für Vereine durchaus, weil diese bei notwendig werdenden Neuwahlen seine Mitglieder hierfür schnell heranziehen können. Anders verhält es sich bei einem Verband, welcher seine Mitglieder über ganz Deutschland zählt, also eine schwer bewegliche Körperschaft darstellt. Bei normalen Verhältnissen würden Wahlen immer nur einmal im Jahre möglich sein, und zwar im August. Besetzung eines wichtigen Vorstandsamtes notwendig macht, sei es Todesfall, dauernde Krankheit, Unlust des Vorstandsmitgliedes das Amt weiterzuführen, oder Unfähigkeit, Geisteskrankheit usw., so muß der leicht einzuberufende Ausschuß für geeignete Besetzung oder Regelung der Geschäftsführung sorgen, bis die Wahlen durch den Verbandstag bestätigt werden können. Auch wären die Mitglieder des Verbandes als solche gar nicht in der Lage zu beurteilen, ob die Vorstandsmitglieder während des Jahres die Fähigkeit verlieren, die Geschäfte im Sinne der Verbandsmitglieder zu führen. Deshalb ist der Ausschuß aus zwölf Personen eingesetzt, welcher genau dieselbe Stellung einnimmt, wie der Aufsichtsrat in einer Aktiengesellschaft oder Genossenschaft. Dieser hat den Vorstand zu überwachen und wenn nötig, zu beschließen, daß sie ihres Amtes enthoben werden. Eine Schmälerung dieser Rechte des Ausschusses würde nur zum Schaden der Organisation gereichen. Wenn man eine periodische Wiederwahl trotzdem in dem Schriftstück als notwendig erachtet, und in der Begründung sagt, daß der Vorstand sich vergewissern könne, ob er das Ver

Tritt nun der Fall ein, der eine schnelle

trauen der Mehrheit der Verbandsmitglieder noch besitzt, so ist mit einer Eigenschaft, die nicht näher präzisiert zu werden braucht, nicht gerechnet, welche aber die Vorbedingung für das Amt eines Vorstandsmitgliedes sein muß. Die Meinung, daß es wohl keinen Verein oder Verband gibt, vollends nicht einen solchen, der eingetragener Verein ist, dessen Vorstand auf unbestimmte Zeit gewählt wäre, ist eine irrtümliche. Einmal versteht es sich ganz von selbst, daß es gesetzlich ist; denn anders wäre unser Verband nicht eingetragen, dem Gericht hat das Statut vorgelegen. Ferner ist es durchaus nicht notwendig, daß die Verbandstage mit überflüssigen Wahlen belastet werden; denn alle Wahlen mit den zeitraubenden Nebenerscheinungen nützen dem Verbandsinteresse sehr wenig. Als Beweis, daß diese durchaus nicht notwendig, sei nur der Bund der Landwirte angeführt, welcher seit seinem langen Bestehen auf seinen Generalversammlungen niemals Wahlen vornimmt.

Der Antrag Foehr, wonach die Ausschußmitglieder im Verhinderungsfalle einen Stellvertreter entsenden sollen, wäre insofern unzulässig, als die Ausschußmitglieder den Verbandsmitgliedern gegenüber eine ganz bestimmte, durch Wahl übertragene Verantwortung übernehmen und diese nicht auf andere Schultern ohne weiteres übertragen können. Ebenso würde es höchst bedenklich sein, das Statut dahin zu ändern, daß die rechtsverbindliche Zeichnung für den Verband von dem 1. oder 2. Vorsitzenden in Gemeinschaft mit dem Geschäftsführer erfolge. Das hieße also, daß nur ein Vorstandsmitglied für die Folge rechtsverbindlich zeichnen solle; denn der Geschäftsführer dürfte doch wohl nicht dem Vorstand angehören, kann also nicht rechtsverbindlich zeichnen. Daß das Amt der Vorstandsmitglieder ein Ehrenamt ist, bedurfte keiner wiederholten besonderen Hervorhebung, und findet keineswegs dadurch eine Änderung dieser Position statt, wenn ein Vorstandsmitglied die Geschäfte des Verbandes führt und diesem vom Ausschuß eine Remuneration bewilligt wird für Zeitaufwand; denn die Arbeit der Führung der Geschäfte erfordert fast ausschließlich die zur Verfügung stehende Zeit eines Mannes. Übrigens können wir hier auch wieder den Bund der Landwirte als Beispiel anführen; denn die Vorstandsmitglieder erhalten mit vollem Recht von dem Ausschuß bewilligte Tagegelder, und zwar sagt der § 11 der Bundes-Satzung: „Der Ausschuß ist befugt, besondere Bestimmungen zu erlassen darüber, daß Mitglieder des Bundes, welche in seiner Organisation ehrenamtlich tätig sind, für ihre durch diese Tätigkeit bedingten Aufwendungen entschädigt werden. Die Einzelentscheidung hierüber steht zu, in betreff der beiden Vorsitzenden des Bundes dem Ausschusse usw.“

Was den anzustellenden Geschäftsführer anbelangt, so kommt noch sehr bedeutend in Erwägung, daß unser Verband bisher noch gar nicht in der Lage war, und auch heut noch nicht in der Lage ist, einen berufsmäßigen Geschäftsführer angemessen zu besolden. Unberücksichtigt bleibt dabei, daß ein solcher gar nicht in der Lage ist, die Geschäfte des Verbandes zu führen; denn für alle in Frage kommenden Arbeiten ist die Fachkenntnis dringendes Erfordernis. Um Gutachten von Wichtigkeit, welche für Gerichte maßgebend sein sollen, erstatten zu können, gehört eine umfangreiche Kenntnis des Gewerbes und der Eigentümlichkeit der ganzen Branche.

Es sei noch einmal wiederholt, was schon früher zum Ausdruck gekommen ist, daß der bisherige Vorsitzende des Verbandes notgedrungen von Anfang an die Geschäfte führen mußte, und es ist nicht ersichtlich, warum nun mit einem Male ein Exposé hervortritt, welches den Anschein erwecken soll, als wenn das Ansehen des Vorstandes des Verbandes dadurch beenträchtigt würde. Der Gesamtvorstand erkennt dies keineswegs an, weil er der Meinung, daß die Würde und das Ansehen und die Bedeutung des Verbandes dadurch nur erhalten werden kann, wenn Anträge wie der vorliegende, in der gegebenen Form vermieden werden.

Der Gesamtvorstand hat sein Amt zum Verbandstag Eisenach niedergelegt, nicht wegen Amtsmüdigkeit, sondern weil das Wahlbedürfnis zu stark hervorgetreten ist. Wenn wir jetzt diesen eingehenden Geschäftsbericht gegeben haben, so geschah es, weil der Vorstand seine Amtsperiode nicht abschließen will, ohne den Mitgliedern in eingehendster Weise Rechenschaft über sein Tun abzulegen. Er scheidet mit dem vollen Bewußtsein aus dem Amt, daß die Gesamtgeschäftsführung eine großzügig angelegte und auch erfolgreiche gewesen ist, und daß er es von Anfang an als Ehrenpflicht betrachtet hat, alles zu tun, um seinen Mitgliedern zu dienen, sowie das Ansehen und die Wohlfahrt unserer Branche zu fördern.

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Kaiser - Jubiläumsausstellung 1908 in Wien. Aus Anlaß des 60jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers im Jahre 1908 plant man die Veranstaltung einer Ausstellung in Wien. Dieselbe ist in 8 Abteilungen gefaßt und umfaßt Bauwesen, Industrie und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft, Erziehung, Unterricht, Volkswirtschaft und soziale Ökonomie, Land- und Forstwirtschaft, Heerwesen, Sport, temporäre Ausstellungen.

Wozu die Bera-Diamanten gut sind! Bei einem Juwelier in Leipzig erschien kürzlich ein Unbekannter, welcher sich Felsing nannte und angab, er wohne Tauchaer Straße 12. Er ließ sich eine Auswahl von Brillantringen vorlegen. Während der Unterhandlung wurde der Juwelier durch das Hinzukommen eines Kunden kurze Zeit abgehalten. Dies benützte der Fremde. Er ließ einen Brillantring verschwinden und schmuggelte dafür einen Bera-Diamant-Ring ein. Der Tausch wurde erst entdeckt, nachdem sich der Betrüger entfernt. Da dieser das Schwindelmanöver noch anderweit versuchen wird, sei vor ihm gewarnt. Der Gauner wird geschildert als etwa 22 Jahre alt, schmächtig, mit hagerem Gesicht, Anflug von dunklem Schnurrbart.

Besuch von kunstgewerblichen Etablissements in Nürnberg. Anläßlich der Bayerischen Landesausstellung in Nürnberg unternahm der Stuttgarter Gewerbeverein mit 700 Personen eine Fahrt mittels Sonderzuges dahin. Herr Georg Leykauf, Inhaber des kunstgewerblichen Magazins gleichen Namens, machte die Honneurs und gestattete ohne jeglichen Kaufzwang die Besichtigung der prachtvollen Verkaufsräume. Außerdem wurden mehrere große Fabriken, u. a. auch diejenige der Me– tallwarenfabrik Gebr. Bing, A.-G., besucht.

Schwere Goldsachen. Es handelt sich um einen einfachen alltäglichen Gegenstand, der bei dem Goldschmied sehr begehrt ist. Aber die wenigsten dürften diesen, nämlich ein Paar Trauringe in dem stattlichen Gewicht von 63 g, geliefert haben. 63 g giebt in 14 kr. eine gediegene schwere Panzerkette, dieses Gewicht zu 2 Trauringen verarbeitet, scheint im ersten Augenblick etwas sehr abnorm; da dieselben aber aus ganz reinem Golde ohne irgend welchen Zusatz hergestellt wurden und das spezifische Gewicht reinen Goldes sehr schwer ist, lassen sich diese 63 g für ein Paar Trauringe schon eher erklären. Immerhin müssen die Ringe 1 cm breit und 3 mm hoch sein, und es hatten dieselben auch keine besonders große Weite, sondern die ganz normale Weite von Nr. 21 nach dem Verbandsringmaß. Hübsch gewölbt, sauber mattiert, machten diese Trauringe durchaus keinen ungünstigen Eindruck. Herren- und Damenweite stimmten auf ein Haar ganz genau überein. Der bare Goldwert betrug 189 Mk. Zusammenschluß der Gold- und Silberarbeiter Deutschlands. Nachdem sich vor kurzem in Pforzheim ein Lokalverband der Gold- und Silberarbeiter mit gegen 300 Mitglieder gebildet hat, kommen Nachrichten von Schw. Gmünd und München von ähnlichen Gründungen. In Pforzheim wurde die Neugründung von seiten des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes stark bekämpft.

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Kaufmännische gediegene Bildung ist heute auch eine Waffe für den Gewerbetreibenden im Kampfe des Lebens. Namentlich in ausgedehnten Geschäften muß kaufmännischer Geist die Regierung mit übernehmen. Darum rechtfertigt sich auch ein Hinweis auf die emporblühenden Handelshochschulen. Soeben ist uns der Jahresbericht der Handelshochschule zu Leipzig zugegangen. Aus den allgemeinen Nachrichten ersehen wir, daß eine Vorlesung über Versicherungswissenschaften eingerichtet wurde und eine solche über Kunstgewerbe in Aussicht genommen ist. Im Berichtsjahr haben 62 Studierende das kaufmännische Diplomexamen und 21 Kandidaten das Handelslehrerexamen bestanden. Im übrigen bietet der Bericht alles Material, was über den Besuch, Lehrplan usw. der Schule orientiert. Er kann von der Kanzlei, Leipzig, Schulstraße 1, bezogen werden.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Se. Hoheit der Prinz Eduard von Anhalt hat Herrn Hof-Juwelier Lothar Krausnick, Teilhaber der Firma Krausnick & Co. in Wiesbaden, am Kaiser FriedrichPlatz, zu seinem Hof-Juwelier ernannt.

Vermählung. Herr Artur Steinberg, Ringfabrikant in Prag feierte am 8. Juli ds. Js. im Hotel Elsner in Deutsch-Brod seine Vermählung mit Fräulein Rosa Kantor.

Firmen-Eintragungen. Die Firma Franz Wüsten, als Inhaber Franz Wüsten, Goldschmied in Köln wurde eingetragen. Der Frau Franz Wüsten ist Prokura erteilt. – Die Edelsteinhandlung und Kommissionsgeschäft Otto Lay in Pforzheim wurde eingetragen, ebenso die neugegründete Goldwarenfabrik Gebrüder Bäuerle (Inhaber Karl und Hermann Bäuerle) daselbst.

Firmen- Löschung. Die Bijouterie-Fabrik Lay & Sohn in Pforzheim ist erloschen.

Geschäfts-Eröffnungen. Herr Paul Moeller, Graveur und Goldschmied, eröffnete Anfang Juli in Bayreuth, Sophienstraße 22 eine Werkstatt für Gravierungen und Reparaturen. – In Ob er Stein a. d. Nahe wurde unter der Firma Ernst Stein & Cie. eine Metall- und Bijouteriewaren - Fabrik geründet. Inhaber sind Ernst Stein, langjähriger Reisender der irma Julius Jeidel, Frankfurt a. M., und Max Hirsch.

Geschäfts-Veränderungen. Das unter der bisherigen Firma Heinr. Schütz & Cie. in Düsseldorf, Bazarstr. 2, betriebene Ä Gold- und Silberwaren – Geschäft wurde von Herrn eter Ditges käuflich erworben. Das Geschäft wird unter der neuen Firma Peter Ditges fortbestehen. – Die altrenommierte Firma Chr. Klein in Pforzheim, Bijouteriehilfsgeschäft, ging infolge Krankheit des bisherigen Inhabers auf Herrn Jakob Hacker über. – Das Bronzewaren-Geschäft Hans Rein del in Nürnberg hat den Herrn Bruno Oscar Dittrich als Gesellschafter in die Firma aufgenommen. Die Vertretung der Gesellschaft erfolgt gemeinsam. – Wegen käuflicher Uebernahme eines anderen Geschäfts tritt Herr Heinrich Leibold aus der Bijouterie-Fabrikationsfirma Leibbrand & Leibold in Pforzheim aus. Herr Georg Leibbrand übernimmt nun solches mit allen Aktiven und Passiven. – Herr Rich. Rohm hat sein Geschäft in Lubens i. B. aufgegeben und in Vohen – strauß das Geschäft des Herrn Pöllmann käuflich übernommen.

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heim. – Die Edelsteinhandlung Jul. Heilbronn, Pforzheim hat Durlacher Straße 25 neue Geschäftsräume bezogen. – Die seit 1880 bestehende Uhren-, Gold- und Silberwarenhandlung von G. Wäffler-Richli, Schaffhausen (Schweiz) hat ihre Geschäftslokalitäten in ein käuflich erworbenes Haus an der Vordergasse verlegt.

Prokuren. Die Firma Charles Noakes, Goldwaren-Engros, Hamburg erteilte Herrn Heinrich Adolf Gieschen Prokura. Die an C. A. W. Richter erteilte Prokura ist erloschen.

Todesfälle. In Berlin verschied infolge Herzschlag der Silberwaren-Fabrikant Herr Albert Petersfeld im 63. Lebensjahre. – In Altona-Ottensen starb Herr J. G. P. Haller, Direktor der Vereinigten Metallwarenfabriken A.-G. vorm. Haller & Co. – In Stettin verschied nach kurzem Krankenlager der Goldschmied Otto Runge. – In Mexiko starb Herr Henry Schäfer jr., Inhaber der Bijouterie-Exportfirma Enrigue G. Schäfer daselbst, welche hauptsächlich Mexiko und die zentralamerikanischen Staaten zum Absatzgebiet hat.

Verschiedenes. Um auch den Bijouterie-Interessenten Rechnung zu tragen, hat das internationale Transportgeschäft Innocente Mangeli in Mannheim neben seinem täglichen Schnellverkehr nach England mittels täglichem Personenboot einen täglichen Expreß-Paket-Dienst mit Verladung via Cleve über Hook van Holland errichtet. – Die Kettenfabrik Paul Funcke, Rue du Quatre Septembre 5 in Paris, hat ihre Pforzheimer Vertretung dem Herrn M. Coper übertragen. – Das Bijouteriehilfsgeschäft Adolf Bastian in Pforzheim (Chemikalien usw.) erwarb für seine Zwecke von Herrn Bijouteriefabrikant Karl Armand dessen Anwesen, Zähringer Allee, für 75 000 Mk. – In Bretten (Baden) hat die Etuisfabrik Emil Keller, Pforz

heim, in der Melanchthonstr. 59 eine Filiale errichtet. – Die Bijouteriewarenfabrik Küchler & Herion in Pforzheim hat jetzt in Ilmenau eine Filiale eröffnet. – Der Senat der Stadt

Hamburg hat beschlossen eine goldene Medaille zu schaffen, die jeder, der sich im Dienste des Staates verdient macht, erhält. Sie soll das Bildnis des Senators Oswald tragen, der 25 Jahre der Stadt seine Dienste widmete.

Schützt Eure Läden vor Einbruchdiebstahl!

Ein „guter Fang“. In der Hohenstaufen-Straße in Berlin gehen zwei Männer, sie werfen spähende Blicke um sich, ob keiner ihnen folge. Vor dem Schaufenster eines Ladens machen sie Halt. Er gehört dem Juwelier Herrmann. Die beiden zögern nicht lange. Ein heftiger Druck von vier Fäusten und dumpf klirren die Scherben zu Boden. Wie die Katzen schnellen die Beiden in den engen Fensterraum; was sich bietet: Ringe, Ketten und Uhren, alles was Goldwert hat, wird zusammengerafft. Da – das Geräusch nahender Schritte. Hinter ihnen wird es hell, mit vorgehaltenem Revolver steht Herrmann im Laden. Schneller noch als ihr Gehirn erfassen Muskeln und Nerven die Sachlage. Ein jäher Sprung hinab aufs Pflaster und dann in fliegender Hast in die Nacht gejagt. Der Ladeninhaber besieht sich den Schaden. Mindestens zweitausend Mark zum Teufel! Weiter kommt der Aermste in seinen Betrachtungen nicht. Vor ihm steht, wie aus der Erde gewachsen, eine drohende Gestalt. Die beiden mustern sich. Das Schweigen währt Sekunden, die dem Bestohlenen zu Ewigkeiten werden. Der andere zieht einen Revolver und spannt den Hahn. Was soll das bedeuten? Noch ein Einbrecher, der gekommen ist, das Werk der beiden Genossen zu vollenden ? Endlich gibt er sich als Kriminalbeamter zu erkennen. „Folgen Sie mir zur Wache!“ herrscht er den Ladenbesitzer, in dem er den Dieb vermutet, an. Der weigert sich, nennt seinen Namen, aber der andere glaubt ihm nicht. Noch eine Aufforderung, schärfer, die mit ebenso energischem Protest erwidert wird. – Kriminalbeamte zögern nicht lange, wenn sie glauben, einen „guten Fang“ gemacht zu haben. Fruchtet das Wort nicht mehr, so muß Gewalt helfen. Herrmann wird gepackt, er wehrt sich, beide kämpfen in erbittertem Ringen. Glücklicherweise entfallen die Waffen den Händen der Streitenden. Sonst – – wer weiß, welchen Ausgang das „Mißverständnis“ genommen hätte! – Endlich klärt sich der verhängnisvolle Irrtum. Keuchend stehen die beiden einander gegenüber. Entschuldigungen von der einen – „o, bitte sehr, hat gar nichts zu bedeuten“, von der anderen Seite. Die Diebe aber, die richtigen Diebe, sind längst über alle Berge. . . .

Patente und Gebrauchsmuster.

Gebrauchsmuster-Elntragungen. 44a. 276990. Verschluß für Kolliers und Armbänder mit an der Oberseite des Schloßkastens angelenktem, doppelarmigem Hebel, dessen einer Arm beim Anheben des anderen den Schnepper in die Oeffnungslage überführt. Ritter & Reymann, Hanau. 3. 4. 06. R. 17217.

44a. 276991. Damenhutnadel, bestellend aus zwei im Winkel gebogenen Nadeln. Johanna Charmak, Breslau, Neue Graupenstraße 2. 4. 4. 06. C. 5271.

44a. 277003. Aufhänger für Kolliers, bestehend aus einem mit Haken versehenen Querstab, an welchem zu einem offenen Rechteck gebogene Haken zum Aufhängen vorgesehen sind. Curt Hausding, Pirna. 6. 4. 06. H. 20752.

31 c. 277048. Schließvorrichtung für Gießformen für Bestecke und dergleichen, bei welcher eine feststehende und bewegliche Platte mit je drei verstellbaren Schraubenbolzen mit konkav gewölbten Druckkörpern ausgerüstet ist. Jakob Hepp, Mettmann. 2. 4. 06. H. 29 737.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

Fragen:

Frage 634. Woraus besteht bei den unechten Perlen die eigentliche Perlen substanz resp. woher kann ich dieselbe beziehen? C. A. K. in E.

Frage 635. Wer ist der Fabrikant von Herren-Ketten, die folgendes Etikett tragen: Weißes Etikett, worauf die Worte „Garantie für la. Am. Gold-Doublé, gutes Tragen“ gedruckt sind. Die Worte la. Am. Gold-Doublé sind schräg über das Etikett laufend und rot, während die anderen Worte schwarz gedruckt sind. W. R.

Frage 637. Wer kann mir eine Firma mitteilen, die Türschilder aus Zinkblech mit Nickelauflage in gepreßter Form (Größe 12×7 cm) liefert? R. Schlr. in A.

Frage 638. Wer liefert Leder-Uhrkapseln in verschiedenen Größen? Es handelt sich um mehrere Groß und ist Reflektant eine amerik. Großhandlung. Die Vermittelung übernimmt die ExportAusgabe der Deutschen Goldschm.-Ztg. H. P. & Co. in Ch.

Frage 639. Ich bitte um gefällige Mitteilung, wer kupferemaillierte Nippsachen anfertigt? J. G. in J. Frage 642. Ist man gesetzlich verpflichtet, bei der zustän

digen Innung noch ein Meisterexamen zu machen, um sich Lehrlinge halten zu dürfen und bei einer evt. Etablierung sich Meister zu nennen, wenn man schon über 11 Jahre Werkmeister in einer Silberwarenfabrik (über 40–50 Personen) war. Während meiner Werkmeisterschaft habe ich die ersten Jahre 5 Lehrlinge an- und ausgelernt. Ich habe selbst 42 Jahre gelernt und bin von der Innung freigesprochen. O. S.

Frage 646. Welches ist die einfachste und leichteste Art und Weise, das Zapon von versilberten Waren zu entfernen ? L. in W.

Z Frage 648. Welcher Fabrikant von silbernen Bestecken führt als Warenzeichen ein gotisches S, wie nebenstehend?

Frage 653. Ein Bijouterie – Engros-Geschäft hat ein Detail-Geschäft eröffnet; beschäftigt einen Gehilfen und eine Polisseuse. Darf der Mann, welcher Kaufmann ist, auf sein Fenster schreiben: „Verkaufsstelle der Goldwarenfabrik usw.“ ?

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Zu Frage 647. Hirschgrandeln lassen sich nur wenig bräunen; einen kleinen Erfolg hatten wir, wenn wir die Grandeln mit Fett, d. h. mit feinstem reinen Oel einrieben, und dann die zu bräunende Stelle erwärmten, wir benutzten eine brennende Zigarre dazu, die das sehr langweilige Bräunen etwas kürzer macht; der Brennstift eines Holzbrand-Apparates wird aber wohl den gleichen Dienst tun. Das Bräunen muß aber sehr mäßig vorgenommen werden, denn bei zu starker Hitze verkohlt der Zahn sofort. Es empfiehlt sich auch die Sauce, die sich in der Tabakspfeife ansammelt, auf den leicht erwärmten Zahn aufzutragen; ein unfehlbares Mittel gibt es aber nicht, und Kenner sehen sofort, ob ein Zahn künstlich nachgebräunt ist, oder ob er naturbraun ist, denn dem künstlich gebräunten Zahn fehlt die feine Zeichnung in der Bräunung selber. „Cetegus“.

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Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Protokoll der Sitzung des Ausschusses am 1. Juli 1906 Vormittags 10, Uhr, Jägerstr. 22. Anwesend die Herren: Fischer, Becker, Range, Kiesel, Telge, Schmidt, Müller, Menzel, als Gast Herr Heiden-München. Tages – Ordnung:

1. Beratung der Anträge aus den Vereinen für den Verbandstag. 2. Etatsberatung. 3. Festsetzung der Tages-Ordnung für den Verbandstag.

4. Festsetzung des Festprogramms für den Verbandstag. 5. Sonstiges. Vor Eintritt in die Tages-Ordnung gedenkt Herr Fischer des heimgegangenen Ausschuß – Mitgliedes Herrn Eckhardt, dessen Verdienste und Vorzüge er in warmen Worten schildert. Die Anwesenden erheben sich zum ehrenden Gedenken des Verstorbenen von ihren Plätzen. Herr Fischer erteilt Herrn Heiden zur Begründung des Antrag es Bayern bezüglich der Änderung des Statuts in

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