Page images
PDF
[merged small][merged small][merged small][ocr errors]

Huf Anregung des Vereins für Kunst und Altertum in Biberach a. d. Riß (Württ.) foll

dem berühmten Goldichmied

[merged small][ocr errors][merged small]

errichtet werden.

ich zweifle nicht daran, daß die deutschen Goldschmiede dem Meister des Grünen Gewölbes in Dresden zu Ehren, dessen Lebensbild und Werke Herr Prof. Dr. Sponsel auf dem Goldschmiedetag in Dresden so hervorragend geschildert hat, gerne ein Scherflein zur Herstellung einer dem großen Dinglinger würdigen Gedenktafel beitragen werden.

Beiträge, worüber Öffentlich bescheinigt wird, bitte ich höflicht an den Unterzeidi. neten in tunlicher Balde einsenden zu wollen.

im Voraus herzlichen Dank den edlen Gebern!

Stuttgart, den 27. Mai 1903.
Königstraße 25.

Emil Foehr.

[ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Inhalt der großen Ausgabe:

Abonnementspreis

Ueber die Kunst der Medaille. Von R. Bosselt, Darmstadt. Mit 5 Abb. Schlut.
Moderne Kunstemaillierung. Von R. Rücklin, Pforzheim.
Ein neues Verfahren für Kunstguk. Von Hugo Elmquist.
Ueber das Färben von Metallen. Von Georg Buchner.
Die Unterscheidung echten Gold und Silbers von ähnlichen Metallen

und Legierungen. Von Dr. Hans Braun.
Der Goldschmied als Sachverständiger. Von Syndikus Herm. Pilz.
Die Verarbeitung von edelmetallhaltigen Abfällen. Von Dr. Hans Braun.
Kürzung des Gehilfenlohnes bei mangelhafter Arbeit. Von Syndikus

Herm. Pilz.
Aus meiner Lehr- und Gehilfenzeit. Fortsetzung.
Aus der Pforzheimer Kunstgewerbeschule.
Jahresbericht für das Jahr 1902/03 des Kunstgewerbevereins Hanau.
Unsere Abbildungen und unser Musterblatt.
Eingesandt. – Personalien und Geschäftsnachrichten.
Büchertisch.
Frage- und Antwortkasten.
Mitteilungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silber-

schmiede.
Konkurse und Insolvenzen. – Silberkurs.
Arbeitsmarkt. -- Inserate.
18 Abbildungen. - 1 Kunstbeilage.

für die grosse Ausgabe mit Einschluss des Beiblattes „Schmuck und

Modem pro Quartal M. 1.75 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich, M. 8.- pro Jahr für das Ausland. IS Einzelpreis der grossen Ausgabe 50 Pfg. pro Nummer bei freier Zustellung. für die kleine Ausgabe mit kleinem Text und den Amtlichen Bekannt. machungen der Verbände und Vereinigungen pro Halbjahr M. 1.50 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich, M. 4.- pro Jahr für das Ausland.

IS Einzelpreis der kleinen Ausgabe 20 Ptg. pro Nummer bel freier Zustellung. Reklamationen

über nicht rechtzeitiges Eintreffen sind seitens unserer verehrlichen Kreuz. band. Abonnenten stets bei dem Verlag anzubringen, für Abonnenten, welche die Deutsche Goldschmiede - Zeitung durch die Post (offen) erhalten, sind indes stets bei dem Post-Zeitungs · Amt zu machen. Die Zeitung wird

stets rechtzeitig am 14. bez. letzten Tag des Monats zur Post gegeben. Insertionspreis

die 4 gespaltene Nonpareillezeile 25 Pfg., 184 Seite M. 150 brutto. Bei Wieder. holungen wird Rabatt gegeben. Beilagen nach Uebereinkunft, gefälligen Anfragen wolle man stets Muster beifügen. Arbeitsmarkt die 4 gespalt. Nonpareillezeile 20 Pfg.

[ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet

Der Goldschmied als Sachverständiger.

Das Amt eines Sachverständigen ist dornenvoll, aber auch prüfen, ehe er sein Urteil abgibt, denn ein vorschnelles Urteil ist ehrenvoll. Aller Augen warten anf ihn, das des Klägers, das eine Versündigung, die er an seinem Werkgenossen begeht. Er des Beklagten und nicht zuletzt das des Gerichtes, das seiner darf sich keiner Mühe schenen, vor keinem Opfer zurückschrecken, Weisheit zur Urteilsfindung bedarf. Und sein Dank? Einem macht wenn es gilt, ein Urteil abzugeben, das folgenschwer in das er's immer nicht recht! Entweder der Kläger oder der Beklagte, Geschäftsleben des rechtsuchenden Goldschmieds eingreift, der je nachdem sich die Wagschale des Gutachtens zu Gunsten des mit Vertrauen auf den Fachgenossen als Sachverständigen blickt. einen oder des anderen gesenkt hat, werden ihm gram sein, weil Aber er darf auch nicht seinem Kollegen zu Gunsten reden. Er er ihr gutes Recht“ nicht anerkannt hat. Ja, es kommt sogar darf sein Urteil nicht verschleiern und verklausulieren, daß es vor, daß der unterliegende Teil die vergifteten Pfeile der Ver- dem Goldschmied zum Schaden, der anderen Partei nützt. Gedächtigung auf ihn abschießt und seine Unparteilichkeit anzweifelt. rechtigkeit muß auf seiner Stirne geschrieben stehen! Und die Unparteilichkeit ist die höchste Eigenschaft eines Zum Sachverständigen werden nur Goldschmiede gewählt, Sachverständigen! Sie muß der metallene Panzer sein, an dem welche sich selbst in ihrem Gewerbe praktisch bewährt haben, alles abprallt, der durch nichts anfechtbar ist, das auf ihn ein, welche dieses Gewerbe von Grund aus kennen und daher berufen dringt. Wir haben in unserer ,D. Goldschm.-Ztg.“ in letzter Zeit sind, Streitigkeiten, die ihre Kunst betreffen, zu beurteilen. Sie mehrfach Gelegenheit gehabt, auf Fälle hinzuweisen, wo Gold- werden bei ihrer Verpflichtung unter Eid gestellt und haben zu schmiede als Sachverständige die zweite unablässige Eigenschaft schwören, „daß sie die von ihnen geforderten Gutachten unparteiisch eines Sachverständigen offenbar verletzt hatten, die Sorgfalt und und nach bestem Wissen und Gewissen erstatten werden.“. Dieser Aufmerksamkeit bei der Beurteilung der ihm vorgelegten Pflichteid, auf den er sich bei jeder Aussage berufen muß, bindet Waren und Arbeiten! Peinlich genau muß der Sachverständige den Goldschmied als Sachverständigen. Er muß ohne Ansehen

der Person urteilen, er kann nicht wider die Wahrheit zu Gunsten des ihm bekannten, vielleicht gar befreundeten Meisters urteilen, er kann ihm nicht gegen seine Überzeugung helfen, denn der Eid, der ihm heilig sein muß, weist ihm den Weg, den er zu gehen hat. Seinen Eid verletzt er, wenn er auch nur oberflächlich oder leichtsinnig zu Werke geht.

Aber der Goldschmied soll in der Tat als Sachverständiger doch auch ein Schützer und Verteidiger seiner kust sein! Er soll den Goldschmiedemeister, dessen Ware oder Arbeit Gegenstand eines Prozesses ist, kräftig in Schutz nehmen und da ein mannhaftes Wort sprechen, wo sich ergibt, daß es sich nur um Chikanen, Preisdrückereien oder unbillige Zahlungsfristen handelt. Er soll als Sachverständiger sein Gewerbe gegen 1lautere Ausbeutung in Schutz nehmen. Darum ist es auch nicht angebracht, wenn dem Gewerbe Fernstehende oder ihm nur ,verwandte Gewerbetreibende zu Sachverständigen ernannt werden. Es ist ein großer Mißgriff der Gerichte, wenn für das Goldschmiedegewerbe Uhrmacher oder wohl gar Schlosser als Sachverständige berufen werden. Sie sind allerdings nicht im Stande, ihrer Sachverständigen-Pflicht so zu genügen, wie es Gesetz und Eid erfordert, denn sie kennen das Gewerbe nicht aus eigener Lehr- und Gehilfenzeit, sie sind nicht tiefer in classelbe eingedrungen, sie sind nicht „sachverständig“ im wahren Sinne des Wortes.

Eine der häßlichsten Erscheinungen aber wird es immer bleiben, wenn sich ein Sachverständiger bei Abgabe seines Gutachtens darauf besinnt, daß sier Goldschmied, der in dem Rechtsstreit als Kläger oder Beklagter auftritt, doch sein Konkurrent ist, und wenn er sich dadurch verleiten läßt, auch nur weniger sorgfältig oder bestimmt in seinen Äußerungen zu sein. Hier liegt eine Verletzung der Eidespflicht vor, die zwar in den seltensten Fällen konstatiert und zur Verantwortung gezogen werden kann, aber nichtsdestoweniger schimpflich und verwerflich ist. Der eigene Geschäftsverkehr des Goldschmieds darf bei Abgabe des Gutachtens keine Rolle spielen.

Vor allen Dingen sei das Urteil immer klar, fest und bestimmt. Nur keine schwankenden, unbestimmten Aussagen geben, die mehr Verwirrung in den Rechtsstreit hineintragen, statt Aufklärung und Belehrung zu schaffen. Man hat schon oft Sachverständige vor Gericht gefunden, deren Gutachten weder Fisch noch Fleisch war, weil sie es eben mit keiner Partei verderben wollten oder gar der Ansicht des Richters oder Anwaltes nicht so schroff begegnen wollten. Zum Sachverständigen taugen nur Männer von Energie und Selbstbewußtsein. Auch bei ihnen gilt „Männerstolz vor Königsthronen“. Sie sind die „kundigen Thebaner“, die da ihre Meinung äußern sollen, wo der Richter zum Laien wird. Einwendungen, welche von den Parteivertretern gegen sein Gutachten gemacht werden, weise er ruhig aber entschieden zurück und verbitte sich Anzweiflungen der Richtigkeit seiner

gutachtlichen Äußerungen. Er wird dabei immer auf den Schutz des Richters rechnen können.

Weil aber der Sachverständige über die verschiedenartigsten Fragen, welche sein Gewerbe betreffen, seine Meinung abzugeben hat, ist es auch nötig, daß er auf der Höhe der Zeit bleibt, auf der Höhe seines Gewerbes, dessen Wohl und Wehe ihm vor allem am Herzen liegen muß. Ein ordentlicher Sachverständiger muß fortschreiten mit seiner Zeit. Er muß alle neuen Erscheinungen auf dem Gebiete der Goldschmiedekunst kennen, er muß nene technische Hilfsmittel erproben und mit der Fachliteratur vertraut sein.

Bald wird sich sein Gutachten auf die Qualität der gelieferten Ware und Arbeit beziehen, bald auf behauptete bestimmte Mängel, bald auf die Angemessenheit des Preises, auf das verwendete Material oder das beobachtete Herstellungsverfahren, auf gewerbliche Gebräuche, kurz auf alles, was den Verkehr in WerkStatt und Laden berührt.

Besonders wichtig und einflußreich ist das Gutachten da, wo es sich darum handelt, bei einem Unfall den Prozentsatz der Erwerbsunfähigkeit des Verletzten festzustellen. Hier wird das Amt des Sachverständigen besonders verantwortungsreich, hängt doch unter Umständen die ganze Zukunft einer Familie von seinem Gutachten ab.

Aber der Sachverständige soll nicht nur begutachten, nicht nor sein Urteil abgeben, er soll auch, wo es nötig ist, die schöne Rolle des Vermittlers spielen. Er soll da, wo es angebracht ist, zum Ausgleich raten, und daran erinnern, daß ein magerer Vergleich unter Umständen besser ist als ein fetter Prozeß, Wird er mit seinen wohlmeinenden Worten zurückgewiesen, so lasse er sich's nicht verdrießen. Oft wird er Glück haben und Frieden stiften. Die Parteivertreter haben kein Interesse an der gütlichen Beilegung des Streites. Auf den Richter hören die Parteien nicht, weil sie meinen, er verstehe von der Frage nichts, auf die es ankommt. Dem wohlmeinenden Rat des Berufsgenossen aber werden sie sich viel. seltener verschließen. Wissen sie doch, daß er die einschlägigen Verhältnisse kennt, und daß sein Gutachten voraussichtlich bestimmend auf den Ausgang des ganzen Prozesses wirkt. Wir haben schon oft erlebt, daß lange, heftige Rechtsstreitigkeiten durch das versöhnliche Wort eines bewußten, geschickten Sachverständigen mit einem Schlage beendet wurden. Eine solche gütliche Beilegung ist aber ein Gewinn für beide Parteien, und darum gehört es zu den vornehmsten Pflichten des Sachverständigen, sie herbeizuführen, wenn ihn das Gesetz anch nicht dazu verpflichtet.

Ja, das Amt eines Sachverständigen ist ein mühevolles, dornenreiches, große Pflichten und Verantwortungen nimmt er auf sich, aber es ist auch ein Amt der Ehren, und nicht in den Sachverständigengebühren liegt sein höchster Lohn, sondern in dem Bewußtsein, nach Recht und Gewissen zur Ehre seines Handwerks gewirkt zu haben!

Pz.

Die Verarbeitung von edelmetallhaltigen Abfällen.

Von Dr. Hans Braun, Berlin. Die gold-, silber- und platinhaltigen Abfälle der Goldschmiede- brannte Haare und versengendes Horn erinnert. Der Verbrennungswerkstatt kann man in feste und flüssige einteilen. Die ersteren rückstand besteht aus elementaren Metallen, vermischt mit Metallbestehen, sofern sie auf dem Erdboden der Werkstatt aufgefegt oxyden. Um eine solche Verbrennung rationell vorzunehmen, werden, aus Straßenstaub, organischer Substanz, wie Haaren, bedarf man besonderer Verbrennungsöfen, und wer einen solchen Wollefasern, Leder etc. und Abfällen von Nahrungsmitteln. Die nicht besitzt, soll sich auf die Verbrennung des Gekrätzes nicht Reinigung dieses Materials ist wegen des geringen Gehaltes an einlassen. Ist der Luftzug beim Verbrennen nämlich zu stark, Edelmetall mit großen Umständen verknüpft. Ist es doch meist so wird sehr viel Asche durch den starken Luftzug durch den nur Feilung oder Gekrätz, welches vom Arbeitstisch fällt. Die Schornstein hinaufgejagt, wobei, wie ja leicht erklärlich, ein großer Masse wird am einfachsten durch Verbrennen gereinigt, wobei die Verlust an Edelmetall eintreten muß. organische Substanz als Gas entweicht, während sämtliche minerali- Weit einfacher ist die Verwertung von Feilung oder von schen Bestandteile zurückbleiben. Das Verbrennen dieser Stoffe Brettgekrätz. Beides vereinigt man in der Regel und schmilzt verursacht einen sehr unangenehmen Geruch, welcher an ver- es zur Entfernung der organischen Substanz (Holzsplitter, Staub etc.)

innen in aus dem Goldschutzen Tartzen oder nem te

nn. Außer Gildisch die einzelnteresse sein,"

zusammen. Das Schmelzprodukt führt die Bezeichnung „Güldisch“. Beim Zusammenschmelzen ist es zu empfehlen, eine gehörige Menge Borax zuzusetzen, um einen Teil der Oxyde der Unedelmetalle zu entfernen. Güldisch kann man je nach seinem Feingehalt zur Anfertigung von Legierungen benutzen oder durch den Verkauf an eine Scheideanstalt Nutzen daraus ziehen. Unter Umständen kann es für den Goldschmied von Interesse sein, zu erfahren, wie man aus dem Güldisch die einzelnen Edelmedalle wiedergewinnen kann. Außer Gold, Silber und Platin kommen für die Praxis als Beimischung wohl nur noch Zink und Kupfer in Betracht. Zur Trennung derselben ist folgende Methode zu empfehlen. Die zerkleinerten Metallstücke übergießt man mit einem Gemisch von einem Teil Salpetersäure und fünf Teilen destilliertem Wasser. Die Manipulation nimmt man am besten in einem Glaskolben vor, weil sich dieser bequem schließen und vor Staub schützen läßt. Durch die Salpetersäure wird Silber, Zink und Kupfer (dieses nur teilweise) in Lösung gebracht. Wendet man bei dieser Gelegenheit aber konzentrierte Salpetersäure an, So wird das eventuell vorhandene Platin ebenfalls in ein salpetersaures Salz übergeführt. Dies soll aber gerade vermieden werden, und weil Platin nur in konzentrierter Säure löslich ist, wendet man in diesem Falle eine verdünnte Säure an.

Die silber-, kupfer- und zinkhaltige Lösung gießt man vom Rückstand ab, wäscht letztere noch einige Male aus und vereinigt dann sämtliche Flüssigkeiten. Behandelt man diese jetzt so lange mit Salzsäure, bis sich kein weißer käsiger Niederschlag mehr bildet, so ist dies ein Zeichen, daß alles Silber als Chlorsilber ausgefallen ist. Man trennt die Flüssigkeit vom Niederschlag, wäscht letzteren mehrmals gut mit Wasser aus, die vom Chlorsilber abgegossene Lösung kann beseitigt werden. Das Chlorsilber kann man zur Darstellung von Silberbädern benutzen oder mit Soda vermischt glühen, um Feinsilber zu erhalten.

Das durch Salpetersäure nicht gelöste Metall besteht aus Gold und Platin. Behandelt man diese Reste mit Königswasser, also einem Gemisch aus 1 Teil Salpetersäure und 3 Teilen Salzsäure, so wird der gesamte Rückstand gelöst. Die Metalle trennt man nun durch Behandlung der Lösung mit Eisenchlorürlösung, wodurch das Gold metallisch als braunes Pulver ausfällt. Man sammelt letzteres auf einem Filter und wäscht es gut aus. Die Waschwässer vereinigt man mit dem Filtrat und dampft die ganze Flüssigkeit in einer Porzellanschale auf ein möglichst geringes Volumen ein. Gibt man nun so lange eine Auflösung von einem Teil Chlorammonium in zwei Teilen Wasser zu der Platinlösung zu als noch ein Niederschlag entsteht, so fällt das Platin als Platinammoniumchlorid aus. Letzteres sammelt man auf einem Filter, löst es in 96%igem Alkohol auf, filtriert die Lösung, verjagt den Spiritus vorsichtig durch Erwärmen und glüht den Trockenrückstand. In der Hitze zersetzt sich Platinammoniumchlorid und reines Platin bleibt übrig. Die Füllung des Platins

mit Chlorammonium ist deshalb nötig, weil es in der Regel vorkommt, daß durch die Salpetersäure nicht alles Kupfer gelöst war. Die Gold-Platinlösung in Königswasser kann also kupferhaltig sein, ganz abgesehen davon, daß sie nach dem Ausfalle des Goldes eisenhaltig ist.

Nach dieser Methode lassen sich sämtliche Metallrückstände verarbeiten, um Edelmetalle zu gewinnen. Für denjenigen Goldschmied, der für Feinmetalle keine Verwendung hat, ist es empfehlenswert, den Feingehalt des Güldisch in einer Scheideanstalt bestimmen zu lassen. Für die Wiedergewinnung der Edelmetalle in größeren Fabriken muß man andere Gesichtspunkte in Betracht ziehen, auf die wir bei Gelegenheit zurückkommen werden.

Die andere Gruppe von edelmetallhaltigen Rückständen sind verbrauchte Gold- und Silberbäder oder Farbrückstände. Sind diese Flüssigkeiten blausäurehaltig, so muß man bei einer Wiedergewinnung der Metalle mit größter Vorsicht zu Werke gehen. Es sind schon viele Methoden beschrieben worden, um aus solchen Bädern das Gold oder Silber wiederzugewinnen. Sämtliche Verfahren sind aber darauf begründet, zunächst die Blausäure aus der Flüssigkeit zu entfernen. Man erreicht dies durch Zusatz von Salzsäure oder Schwefelsäure, wobei Blausäure entbunden wird. Und dieser Umstand ist es gerade, der mich dazu veranlaßt, vor der Anwendung dieser Methoden der Giftigkeit der Dämpfe wegen zu warnen. Viel einfacher und leichter ist es nämlich, den Flüssigkeiten, sei es Gold- oder Silberbad oder Farbrückstand, eine kleine Menge chemisch reines Zinkpulver zuzusetzen. Durch letzteres werden die Edelmetalle elementar ausgeschieden und setzen sich als feines Pulver am Boden des Gefäßes fest. Um das Zink recht innig mit der Flüssigkeit in Berührung zu bringen, muß man den Bodensatz häufig aufrühren oder die Flasche kräftig umschütteln. Da man hierbei stets einen Überschuß von Zink anwendet, so muß man später, wenn die Einwirkung des Zinks einige Wochen gedauert hat, den Niederschlag von der wässerigen Flüssigkeit abgießen, auswaschen und mit Salzsäure behandeln, wodurch das Zink gelöst wird. Der Rückstand besteht entweder aus Silber oder aus Gold, oder, wenn die Bäder gemischt waren, aus einem Gemisch beider Edelmetalle.

Auch photographische Wasch wässer kann man durch Behandlung mit Zink in gleicher Weise auf Feinsilber verarbeiten.

Polierrückstände, Bürsten, Lappen und Filze und alle anderen derartigen Rückstände, von denen man annehmen kann, daß sie noch Edelmetalle enthalten, übergebe man am vorteilhaftesten einer Scheideanstalt. Die Waschwässer aber soll man sammeln. Hierzu eignet sich am besten eine alte Tonne, in die man, sobald sie voll ist, frisch bereitete Kalkmilch zugibt. Außerdem noch eine konzentrierte Eisensulfatlösung. Den entstandenen Niederschlag trennt man vorsichtig durch Abhebern von der Flüssigkeit und übergibt den Rückstand zur weiteren Behandlung ebenfalls einer Scheideanstalt.

Kürzung des Gehilfenlohnes bei mangelhafter Arbeit.

ochnung gee in Bez Vereinba

Die Festsetzung des Arbeitsverhältnisses zwischen dem Gold- zahlung, sowie der Aufrechnung gegen Lohnforderungen gegeben. schmied und seinem Personal richtet sich, soweit nicht besondere Im übrigen untersteht alles, was in Bezug auf das DienstAbmachungen getroffen worden sind, nach den gesetzlichen Vor- verhältnis geregelt werden muß, der freien Vereinbarung. schriften im Bürgerlichen Gesetzbuch, Handelsgesetzbuch und der . Für die Höhen des Gehaltes oder Lohnes, welchen der Gewerbeordnung, soweit das gewerbliche Personal in Frage kommt. Prinzipal gewährt, sind natürlich lediglich die Fähigkeiten und Nur wenige Bestimmungen sind in diesen Gesetzbüchern ent- die Arbeitskraft der Angestellten maßgebend. Alter oder Familienhalten, die nicht durch freie Vereinbarung aufgehoben werden verhältnisse können dabei, wenn sie auch meist in humaner Weise könnten, sondern zwingendes Recht für den Prinzipal, wie seine Berücksichtigung finden, doch nicht ausschlaggebend sein. VielAngestellten sind. Dahin gehören namentlich die Bestimmungen - mehr hat das Sprichwort: „Wie die Arbeit, so der Lohn!" auch über die Kündigungsfristen, die Fürsorgepflicht, die Zeugnisse usw. seine wirtschaftliche Bedeutung. Vorschriften über die Lohnzahlung sind nur in der Gewerbe Bei den Abmachungen über den zu zahlenden Lohn oder ordnung hinsichtlich der Art des Lohnes und des Ortes der Aus- Gehalt wird also der Prinzipal sich zunächst vergewissern, welche

Leistungsfähigkeit der Angestellte, der sich um den Posten bewirbt, besitzt. Das kann in zweierlei Weise geschehen. Entweder er engagiert den Angestellten erst auf einige Wochen zur Probe. Die Probezeit darf dann aber drei Monate nicht überdauern. Meist wird sich ja auch in dieser Frist herausstellen, ob der Angestellte für diese Stellung sich eignet, ob er als Gehilfe die nötigen Kenntnisse besitzt, um in der Werkstatt des Goldschmieds selbständig und vorteilhaft zu arbeiten usw. Die Arbeitskraft und Arbeitslust des Gehilfen oder der Verkäuferin wird in diesem Zeitraum mit Sicherheit geprüft werden können. Es wird sich herausstellen, ob die letztere mit dem Publikum umzugehen weiß und die Kauflust rege zu machen versteht. Nach Ablauf der Probezeit läßt sich dann auch leicht bestimmen, welche Vergütung der Angestellte für seine Tätigkeit fordern kann. Verstreicht die Probezeit, ohne daß etwas Weiteres abgemacht wird. so ist das Engagement fest zu dem während der Probezeit gezahlten Lohn. Der Prinzipal kann hinterher nicht mehr Einwendungen gegen die Fähigkeiten erheben und den Lohn etwa kürzen.

Oft wird jedoch eine Probezeit nicht vereinbart, ja, es ist dies wohl zumeist der Fall. Der Angestellte wird nicht gern auf einen solchen Schwebezustand reflektieren. Da muß dann der Goldschmied sich aus anderen Quellen ein Urteil über Rührig- und Leistungsfähigkeit des Angestellten schöpfen. Diese Quellen sind:

1. Die Zeugnisse des Angestellten.
2. Bedeutung und Leumund der Meister und Firmen, bei denen

der Angestellte bisher tätig gewesen ist.
3. Auskünfte dieser früheren Meister oder Firmen.
4. Angaben des Stellesuchenden selbst.
5. Der Eindruck, den der Stellesuchende nach seinem ganzen

Auftreten macht.
6. Die frühere Lohnhöhe.

Aus alledem sucht sich der Goldschmied ein Bild zu machen, wieviel er dem Gehilfen oder der Verkäuferin wohl an Lohn oder Gehalt zahlen kann. Aber oft genug sind auch alle diese Anhaltepunkte trügerischer Art. Das Zeugnis ist geschmeichelt, ,un dem Gehilfen nicht in seinem Fortkommen hinderlich zu sein“. Bei den früheren renommierten Firmen hat er nur untergeordnete Dienstleistungen verrichtet. Die Angaben des Stellesuchenden sind unwahr und der äußere Eindruck trügt. Wie dann? Dem Angestellten ist ein Lohn zugebilligt worden, der viel zu hoch ist für das, was er leistet. Muß der Arbeitgeber diesen unangemessenen Lohn weiterzahlen, und kann er nur von der gesetzlichen und vertragsmäßigen Kündigung Gebrauch machen?

Zunächst hat der Goldschmied dem Personal gegenüber dann eine Handhabe, wenn er bei Eingehung des Dienstvertrages über die Arbeitsfähigkeit des Angestellten getäuscht worden ist. Er kann den Angestellten sofort entlassen, wenn dieser ihm falsche Zeugnisse und Empfehlungen vorgewiesen oder über seine bisherige Beschäftigung oder die früheren Lohn- und Gehaltsbezüge falsche Angaben gemacht hat, durch die er bewogen wurde, deu Stellesuchenden zu engagieren und ihm einen Lohn oder Gehalt in bestimmter Höhe zuzubilligen. Hat der Arbeitnehmer bisher

einen hohen Lohn bezogen, so schließt man davon immer auf seine Leistungsfähigkeit. Das ist sogar beim Gesinde der Fall. Ist der Lohn in Wahrheit geringer gewesen, so würde er auch im neuen Dienstverhältnis vielleicht nicht höher bemessen worden sein, weil man sich dann doch von der Tüchtigkeit des Angestellten hätte überzeugen sollen, ehe man ihm einen höheren Lohn einräumte.

Man wird unter Umständen auch den früheren Prinzipal schadenersatzpflichtig machen können, wenn dieser z. B. ein gutes Zeugnis wider die Wahrheit ausgestellt oder Auskünfte wieder die Wahrheit gegeben hat. Er kann dann auf die Differenz zwischen der Höhe des Lohnes, der dem Angestellten gezahlt werden muß und demjenigen, der ihm wirklich nach seinen Leistungen zulkommt, im Klagewege belangt werden.

Wenn aber solche Täuschungen nun nicht vorliegen? Muß dann der Lohn in der vereinbarten Höhe fortgewährt werden? Die Reichsgewerbeordnung sagt in $ 121, daß die Gehilfen verpflichtet sind, den Anordnungen des Arbeitgebers in Beziehung auf die ihnen übertragenen Arbeiten Folge zu leisten. Nach verschiedenen Entscheidungen von Gewerbegerichten ist dies auch auf die Art und Güte der Beschaffenheit der geleisteten Arbeiten zu beziehen, so daß derjenige, welcher eine mangelhafte Arbeit liefert, eben gegen diese Anordnungen fehlt. Wir halten jedoch diese Entscheidung nicht ohne weiteres für richtig, da sie leicht dahin führen könnte, daß dem Gehilfen, der nicht fehlerfrei arbeitet, wegen Verletzung seiner Dienstpflichten sofort der Dienst aufgesagt werden könnte. Das ist offenbar nicht der Wille des Gesetzgebers gewesen. Im Gegenteil, es ist wiederholt entschieden worden, daß Ungeschicklichkeit, Nachlässigkeit usw. keinen Grund zur sofortigen Entlassung bildet. Es muß vielmehr eine völlige Unfähigkeit zur Ausführung der Dienstleistungen vorliegen.

Wohl aber bietet das Bürgerliche Gesetzbuch allen Angestellten gegenüber eine Handhabe in der Bestimmung: „der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treue und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern“. Im Dienstvertrage aber ist bezüglich der Arbeitsleistung der Angestellte der Schuldner. Wenn er dennoch Arbeiten liefert, die in so hohem Grade mangelhaft sind, daß sie für unbrauchbar gehalten werden müssen, oder der so langsam und ungeschickt ist, daß der Arbeitgeber Schaden hat, kann nicht verlangen, daß ihm eine Vergütung gezahlt wird, der seine Leistungen nicht entsprechen. Nur für brauchbare Dienstleistungen wird Gehalt oder Lohn gezahlt. Wer minderwertige Dienste leistet, kann nur einen geringeren Lohn fordern, und die bereits festgesetzte Entschädigung kann demgemäß auch herabgesetzt werden, wenn sich herausstellt, daß der Angestellte nicht im Stande ist, die Arbeit zu leisten, die der Prinzipal nach Treue und Glauben von ihm fordern kann; wenn er nicht so zu arbeiten vermag, wie er es nach dem festgesetzten Lohn tun müßte. Es liegt hier ein Irrtum über die Leistungsfähigkeit vor, denn es ist nicht anzunehmen, daß der Prinzipal den Lohn ausbedungen hätte, wenn er gewußt hätte, daß die Leistungsfähigkeit des Angestellten eine so geringe sei. Es muß also auch eine Anfechtung der Lohnvereinbarung wegen Irrtums möglich sein.

Syndikus Herm. Pilz.

setzlichen imt hat der Goldsc Fingehung d

[graphic]
« PreviousContinue »