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pforten waren hiervon von oben bis unten bedeckt, nicht nur die Wände im Eingange, auf den Korridoren, ja sogar die Treppen und Aufzüge waren ausstaffiert, so daß man bei jedem Fußtritt gezwungen war, sich den Namen einer Firma anzusehen und vielleicht auch einzuprägen. – Auf der Straße konnte man manchmal annehmen, man sei in einer chinesischen Stadt, so flatterten die langen Reklame-Fähnchen an den Häusern herunter.

Die Anzahl der Verkäufer war wieder gestiegen, sie betrug ca. 2800, welche durchweg schon am ersten Tage ein flottes Geschäft machten. Namentlich Ausländer waren als Käufer stark vertreten.

Doch beginnen wir mit unserem Rundgange bei den einzelnen Austellern; die zum größten Teil als alte Bekannte uns entgegentraten. Die Musterzimmer waren durchschnittlich so gut besucht, daß wir verschiedentlich unseren Besuch zu einer gelegeneren Zeit wiederholen mußten.

Eugen Cleis, Pforzheim brachte uns auch in diesem Jahre wiederum eine reichhaltige Kollektion von Uhrketten unedler Metalle wie in Doublé, Talmi, Nickel u. s. w. zur Vorführung.

Eugen Porcher, Pforzheim. In schöner sachgemäßer Ausstellung erblickten wir hier Damenschirm-, Herren-Stockgriffe und sonstige Kleinsilberwaren; ferner Lederwaren mit Beschlägen, Damenknöpfe für Jacketts und Blusen, Gürtelschnallen u. S. W. Von eigentlicher Bijouterie sind vor allem Prinzeßkolliers in reizenden Mustern und norwegische Filigranarbeiten zu erwähnen.

Oscar Rau, Dresden-A. zum ersten Male auf der Messe anwesend, führte uns sein reichhaltiges Lager in Bijouterie aller Art vor. Als Spezialität eine große Auswahl in Ringen und Ketten der verschiedensten Sorten in Gold plattiert und in Silber. Ferner eine große Musterauswahl von Bijouterie. In der Hauptsache waren sämtliche Sachen im Pforzheimer Genre gehalten. Silberne Taschen und Börsen zum Anhängen und in der Hand zu tragen in billiger Preislage, worüber das, unserer heutigen Nummer beiliegende Spezialmusterslatt dieser Firma noch nähere Auskunft gibt.

Georg Reyle, Pforzheim auch zum ersten Male auf der Messe anwesend, hatte ein großes Lager in amerikanisch Doubléund in amerikanisch Charnierbijouterien. Ferner 8 kar. Ringe. Fächerketten. Große Auswahl in Ohrringen, Kettenarmbändern, Knöpfen und Broschen ausgestellt.

Bernhard Stein & Co., Frankfurt a. M. Ansichtenartikel in Bijouterie für Bäder- und Fremdenorte. Schmucksachen im Empirestil; Schlipsnadeln, Ketten, Anhänger zum Einlegen von Kleeblättern oder sonstigen Kuriositäten, lange Fächerketten mit Steinen usw. Bemerkenswert war ein Petschaft mit sechs verschiedenen Gravierungen, wie l'y pense, Auf Wiedersehen, Kuß und Gruß, zum Ein- und Ausschrauben, welches genannter Firma gesetzlich geschützt ist.

Rich. Unverferth, Pforzheim. Wir sahen ein reichhaltiges Lager von Bijouterien der mannigfaltigsten Sorten. Armbändern mit mehreren Anhängen. Lange Ketten, Broschen, Ringen mit modernen und Empirornamenten in billigen Preislagen. Ferner kleinere Gebrauchssachen als Chatelains, Cigarettendosen, Notizanhänger und Alpakadosen.

C. Walther & Cie., Pforzheim führte Bijouterien aller Arten vor. Hervorgehoben sind besonders: Kolliers, Similiwaren, Kleiderknöpfe als Neuheit und Broschen. Interessant war ferner die Aufmachung der Waren, und dürften die Sachen z. B. auf salmfarbenen Hintergrunde den Einkäufern besonders gefallen haben. Als Spezialität erblickten wir dann noch Korall- und Türkisohrringe, welch letzte sich gut verkauft haben sollen.

J. Wachenheimer, Frankfurt a. M. Besonders fielen uns Empireschmucksachen ins Auge. Dann Zigarrenspitzen, Petschafte, Taschen zum Anhängen, sowie sonstige Kleinsilberwaren. Von Gebrauchsgegenständen sind Rauchschalen und Likörgestelle zu erwähnen, sowie Souvenierlöffel mit Ansichten. Als Eigenart sahen wir schließlich noch Amethystschmucksachen in verschiedenen Ausführungen, ferner Kettenschmuck zweiteilig für Blusen und Boleros, als auch silberne Uhranhänger in modernem Geschmack.

Heinr. Baensch, Stettin b. Halle a. d. S., moderne kunstgewerbliche Erzeugnisse. Wir erblicken in einer großen Kollektion von Porzellansachen, welche eine besondere Spezialität der Firma bilden, auch kleine Messerbänkchen in Metall in verschiedensten Tierformen, so z. B. als Teckel und Hasen. Die Tierchen machten

in ihrer gelungenen, urwüchsigen Modellierung einen famosen Eindruck und dürften auf einer schön arrangierten Speisetafel manchen Spaß hervorrufen.

Otto Bernges, Hanau a. M.. Metallwarenfabrik. Die Firma zeigte uns Tafeldekoratoinen, Schalen für Blumen, Tafelvasen, Rauchgarnituren, Likörgestelle usw.

Gebrüder Bing, A.-G., Nürnberg. Die Ausstellung nahm, wie gewohnt, das Interesse der Besucher wieder besonders in Anspruch. Neben mancherlei mechanischen Artikeln interessierte uns die hochfein vernickelten und Reinnickel Tafel- und Kirchengeräte. Die Firma hatte es verstanden, eine große Menge Neuheiten in modernen Formen und vorteilhafter billiger Preislage zu schaffen. Als besondere Neuheit sind die echt Kupfer- sowie feine Zinnwaren, welch letztere sich unter dem Namen „Binget-Zinn“ sehr gut eingeführt haben, zu erwähnen. Nicht unbekannt möge bleiben, daß die Firma zur Bedienung der Kundschaft 20 Verkäufer zur Verfügung stellte.

Carl Krall, Berliner Metallwarenfabrik, Berlin, zeigte wieder sein reich assortiertes Lager in Alfenidesachen, wie Aufsätzen, Schalen, Vasen, kleine Nippsachen usw., die wegen ihrer Vorteilhaftigkeit gut empfohlen werden können.

A. G. vorm. H. Gladenbeck und Sohn, Berlin S., Ritterstraße 24, Bronzewarenfabrik. Unser lebhaftes Interesse erregte die reichhaltige Musterkollektion dieser auf dem Bronzewarengebiet eine führende Rolle einnehmenden Firma. Von kleineren Gegenständen sind Büsten, Schalen für verschiedene Zwecke und Petschafte (letztere sind in großer Auswahl von Reimann dargestellt) bestimmt zu erwähnen. Von den größeren Bronzegegenständen möchten wir „Gesang“ von Bildhauer Haase; Mädchen mit Reifen und Mädchen mit Spindel von Reimann; ein Mädchen, das sich spiegelt, als Aschenschale; das Märchen; der Affe Bumbo über die Darwinsche Lehre nachdenkend von Prof. Reinhold usw., hervorheben. Es würde zu weit führen, wollten wir die einzelnen Sachen alle einer näheren Besprechung unterziehen, es wird uns schon bald Gelegenheit geboten werden, den einen oder den andern Gegenstand durch Abbildung in den Spalten unseres Blattes unsern Lesern näher zu bringen. Aparte Neuheiten sahen wir ferner in Klingelknöpfen von Bernh. Butzke. Ferner waren vorzügliche Bronzeimitationen und zwar sehr preiswert von Gebrauchs- und Luxusgegenständen aller Art zu sehen. Messinggeräte, mattgeschliffen für einfache Gebrauchszwecke, und zwar in brauner und grüner, sogenannter Kapri Patina. Interessant waren auch noch Kunstgläser in verschiedensten Fassungen, welche alle Farben, teils schillernd, irisierend, teils ruhig und einfarbig zeigten.

Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik Orion, Nürnberg. Die ausgestellten Muster der Zinnfabrikation, einfache gediegene Gebrauchsgegenstände, wie ganze Schreibtischgarnituren, Becher, Vasen, Standuhren usw., fesselten höchst ungemein das Auge des Beschauers durch ihre schlichten, einfachen Dekorationen.

Moritz Rosener, Berlin S., Kunstgußfabrik, hatte eine große Musterkollektion von Jardinièren, Vasen, Schalen, Schreibzeugen usw. in einer neuen Metall-Legierung „Wonesor“ genannt, welche dem Zinn in mancher Beziehung ähnelt, sich jedoch durch größeres Gewicht erheblich hiervon unterscheidet, in verschiedensten Formen ansgestellt.

Württembergische Metallwarenfabrik, Geislingen-St. Die Ausstellung mußte, um den Ansprüchen, die gestellt wurden, genügen zu können, durch Hinzunahme eines anliegenden Raumes um ein beträchtliches vergrößert werden. In der Hauptsache sind die ausgestellten Gegenstände in streng modernen, jedoch aparten Formen ausgeführt. Die Sachen alle aufzuführen, würde hier zu weit führen, die Firma ist bekannt genug. Wir wollen uns nur einige Gegenstände, die unser Interesse besonders erregten, herausgreifen. Vor allem fesselte den Blick ein prächtiger Blumenaufsatz, der als Geschenk nach Mexiko wandern sollte. Dann waren es Besteck- und vollständige Toilettegarniturenkasten für Brautausstattungen, welche in reizender Ausstattung sich vortrefflich präsentierten. Alle anderen Sachen, wie Blumenschalen, Vasen, Rahmen, Wanddekorationen, Kontaktbirnen, Stockgriffe usw. waren in allen Preiswerten mit den verschiedensten Bemusterungen und zwar, für jeden Geschmack passend vorhanden. Bemerken möchten wir noch, daß die Firma auch die Göppinger Fabrikate, Metallarbeiten in Nickel, Messing, Kupfer usw. mit zur Ausstellung brachte.

Soviel wir gehört haben, war das Geschäft durchgängig gut, wenn auch einzelnen Ausstellern durch den ostasiatischen Krieg russische Einkäufe verloren gingen. Man bezeichnete das Ergebnis als eine gute Mittelmesse. Jedenfalls hat sich erwiesen, daß die Bemühungen des städtischen Meßausschusses für die Hebung

der Messen nicht unnütz waren und deshalb dürften diese auch in den kommenden Jahre nicht an Zugkraft verlieren. Vor Paris, das jetzt auch mit Meßeinrichtungen paradiert, hat man keine Furcht und glaubt nicht, daß die nationale Pariser Messe mit der Leipziger Messe je in Wettbewerb treten kann.

Die Kalkulation des Goldschmiedes.

Nadeinseringen das Metang

Praktisches Geschäfts-Handbuch

für den Deutschen Goldschmied

Unter Kalkulation versteht man im geschäftlichen Leben die wie der Goldschmied in der Nebenstraße einer mittleren oder Berechnung, zu welchem Preise man eine Ware kaufen muß, kleinen Stadt. Man darf auch nicht auf alle Waren gleichmäßig um nicht nur die eigenen Auslagen für Ankaufspreis, Geschäfts- denselben Prozentsatz aufschlagen. Trauringe, Löffel, Panzerunkosten, Lebensunterhalt, Miete, voraussichtliche Entwertung des ketten u. dergl., bei denen das Metallgewicht in Frage kommt, verLagers im Laufe der Jahre u. dergl. ersetzt zu erhalten, sondern tragen nur einen geringen Aufschlag; die andere Bijouterie dagegen: auch um einen solchen Verdienst dabei zu haben, daß man einen Broschen, Nadeln, Knöpfe usw. usw. lassen sich mit erheblich Notgroschen auf die Seite legen bezw. sich mit der Zeit ein kleineres höherem Nutzen verkaufen. Der Durchschnitt sollte zwischen oder größeres Kapital ersparen

25 und 331/3 % liegen. Bestecke, kann, von dessen Zinsen man

Ketten u. dergl. sollten nicht im Alter, wo die Arbeitskraft

unter 25% Aufschlag abgegeben nachläßt, zu leben imstande ist.

werden, die anderen Artikel Obwohl im Publikum die Mei

nicht unter 33", bis 50% oder nung noch sehr verbreitet ist,

noch mehr. Eine silberne Brosche daß der Geschäftsmann sein Ge

zum Einkaufspreis von M. 1.schäft nur betreibt, um dem

kann man nicht unter M. 2.Publikum aus Gefälligkeit eine

verkaufen; eine goldene Brosche bestimmte Ware zu einem mög

in 585/ zu M. 20. — sollte minlichst geringen Preise zu ver

destens M. 30.- bringen, eine kaufen, so liegt in Wirklichkeit

Brillantbroche zu M. 100.- Eindoch die Sache anders. Man beUmfang 570 Seiten. – Aus dem reichen Inhalt

kauf sollte im Verkauf etwa treibt ein Geschäft um zu verheben wir hervor: Das vollständige Verzeichnis

M. 130.— bis 140.— mindestens dienen, d. h. nicht nur kümmerlich der Fabrikmarken. Adreßbuch der Fabrikanten

kosten. In anderen Geschäftsmit seiner Familie sein Dasein zu und Grossisten mit ihren Spezialitäten; der Gold

zweigen ist der Aufschlag ein fristen, sondern um den Verhältschmiede. Karattabelle, Legierungstabelle, Legie

bedeutend höherer, der Goldhältnissen angemessen, seinen rungsberechnung, Edelsteinberechnungstabelle.

schmied aber handelt mit Waren, Verpflichtungen gegen den Staat

die an sich schon einen gewissen Wie ist die Kundschaft zu bedienen? Kalkulation nachzukommen und darüber hin

Wert haben, deswegen kann sein aus etwas für schlechte Gedes Goldschmieds. Rechtskunde für den Gold

Aufschlag in Prozenten ausgeschäftsjahre, Alter und Krankschmied: Für den Verkehr mit Gehilfen und

drückt, ein verhältnismäßig geheiten zurückzulegen. Deshalb sonstigen Angestellten; für den Verkehr mit der

ringerer sein. Man beachte stets, muß beim Geschäftsmann und Kundschaft. Eine einfache Buchführung. Die

daß das Publikum in die Güte beim Goldschmied ,VERDIENEN Punzierungs-Zeichen aller europäischen Länder

der Waren Mißtrauen setzt, sogroß geschrieben werden. Nicht nebst kleinem Export-Handbuch etc. etc. - Das

bald sie, die aus edlen Metallen in dem Sinne, daß man das Werk hat Gültigkeit bis zum Jahre 1906. Jedes

hergestellt sind, unverhältnisPublikum übervorteilt, sondern Jahr wird der Deutsche Goldschmiede-Kalender

mäßig billig abgegeben werden. daß man eine Ware zu einem

Erfahrungsgemäß bleiben in unsemit den Nachträgen zum Adreß- und Handbuch angemessenen Preise mit an

rem Fache durchschnittlich 10 % gemessenem Nutzen verkauft. als Ergänzung gratis geliefert! Das vorstehende

des Umsatzes als absoluter ReinWie hoch der Nutzen sein muß, Geschäfts-Handbuch ist ein unentbehrlicher Rat

gewinn, das heißt, man sollte ergeben die besonderen Vergeber für jeden Goldschmied und darf in keinem

unter normalen Verhältnissen bei hältnisse, und deren ZusammenLaden, in keiner Werkstatt fehlen. Man verlange

einem jährlichen Umsatze von fassung durch die Kalkulation. ausführlichen Prospekt vom Verlag:

60000 M. am Schlusse des Jedermann weiß, wieviel er bei

Jahres nach Abzug aller Unvernünftiger Lebensführung für Deutsehe Goldsehmiede-Zeitung, W. Diebener.

kosten für Lebensunterhalt, Miete, Laden- und Wohnungsmiete,

Steuern, Geschäftsspesen usw. Steuern, Lebensunterhalt, Ver

M. 6000.- auf die Seite legen sicherungsprämien, Geschäfts

können. Danach muß die Kalkuunkosten (Gehalt an Personal,

lation eingerichtet werden, und Beleuchtung, Porti, Telephon

die Erfahrungen der ersten zwei gebühren und dergl.) im Jahre

oder drei Jahre des geschäftaufzuwenden hat, und die Gesamtheit aller dieser Ausgaben muß lichen Bestehens werden den umsichtigen Geschäftsmann lehren, er auf den Einkaufspreis der Ware schlagen, ferner einen gewissen welchen Prozentsatz er dem Einkaufspreise seiner Ware zuProzentsatz für die Verzinsung des eigenen oder fremden, im schlagen muß, um bestehen zu können, immer unter BerückGeschäft steckenden Kapitals und einen weiteren gewissen Prozent sichtigung des Umstandes, ob er mehr Waren, bei denen der Metallsatz für den Reingewinn. Feste Zahlen für alle diese Zuschläge wert die Hauptsache ist (Bestecke, Ketten, Trauringe) verkauft, oder abzugeben, ist nicht möglich; sie wechseln nach Umfang, Bedeutung andere Bijouterie. und Lage des Geschäfts. Der Hofjuwelier in der belebtesten Straße Vorstehenden Artikel haben wir dem in unserm Verlag erschienenen der Großstadt muß wegen seiner hohen Unkosten anders kalkulieren Geschäftshandbuch für den deutschen Goldschmied entnommen.

Gesetzentwurf über Ausstellungsschutz.

Es ist um den Schutz, welchen die Erzeugnisse der Gold- gefehlt hat. Doch diese Warenzeichen interessieren uns bei dieser schmiede genießen, nicht eben gut bestellt. Wir haben schon in Betrachtung nicht. unserem Handbuch für Goldschmiede darauf hingewiesen, daß ein Der Musterschutz aber, wie wir ihn eben charakterisiert haben, wirklich intensiver Schutz nur den Erzeugnissen der „reinen Kunst“ zeigte noch eine wesentliche Lücke, die jetzt durch einen Gesetzzuteil wird, unter welche die kunstgewerblichen Erzeugnisse der entwurf, betreffend den Schutz von Erfindungen, Mustern und Juweliere und Goldschmiede leider aus Engherzigkeit nicht gerechnet Warenzeichen auf Ausstellungen, ausgefüllt werden soll. Es werden?

befand sich bereits in Artikel 11 der internationalen Übereinkunft Waren die Goldschmiede alter Zeit nicht ebenso bedeutsame zum Schutze des gewerblichen Eigentums eine Vorschrift, in welcher Künstler als ein Maler wie Rubens oder Tizian? Sind die herrlichen es heißt, daß den gewerblichen Mustern oder Modellen, sowie Kunstgebilde der Goldschmiede im Louvre zu Paris nicht ebenso Fabrik- und Handelsmarken für Erzeugnisse, welche auf den amterfüllt vom Geiste der reinen Kunst wie die Gemälde, die der nieder- lichen oder amtlich anerkannten Ausstellungen zur Schau gestellt ländische Meister für Katharina von Medici schuf Fühlt man bei werden, in Gemäßheit der Gesetzgebung jedes Landes ein der Betrachtung der Meisterwerke der Goldschmiedekunst, mögen zeitweiliger Schutz gewährt werden soll. Dieser Schutz war in es die herrlichen, phantasievollen Monstranzen alter und neuer Zeit, Deutschland bisher nicht in der Weise vorhanden, wie in verdie kostbaren Gefäße zu weltlichem und kirchlichem Gebrauch, oder schiedenen anderen Ländern, so daß sich eine Ergänzung dieses die sinnreich geformten, sich in Allegorien gefallenden Ringe, Musterschutzgesetzes notwendig machte. Der Entwurf hat folgenden Broschen usw. sein, nicht dasselbe wie beim Anschaun der Werke Wortlaut: von Holbein oder Dürer? Die Wirkungen dieser oder jener Kunst

„Erfindungen, Gebrauchsmustern, Maschinen und Modellen, die gebilde auf die menschliche Seele sind dieselben. Ob ich mich an auf einer inländischen oder ausländischen Ausstellung zur Schau einem Bilde, an einer Statue, an einer Tondichtung ergötze oder gestellt werden, sowie Warenzeichen, die auf einer daselbst zur an einem silbernen Aufsatz, einer Fruchtschale, ist im Grunde das Schau gestellten Ware angebracht sind, wird ein zeitweiliger Schutz selbe. Ist die Fruchtschale deshalb, weil Früchte in ihr prangen, in Gemäßheit der nachfolgenden Bestimmungen gewährt: weniger „reine“ Kunst als das Bild, das mein Auge mit Wohl 1. Durch eine Bekanntmachung des Reichskanzlers wird im gefallen an der Wand sucht. Es ist mit Recht schon oft gegen einzelnen Falle die Ausstellung bestimmt, auf welche der zeitweilige diesen Standpunkt, den Urheberrechtsschutz an Werken der bildenden Schutz Anwendung findet. Künste nicht auf die Werke der Goldschmiedekunst auszudehnen, 2. Der zeitweilige Schutz hat die Wirkung, daß die Schauangekämpft worden. Dem Goldschmied steht heute nur der Muster- stellung oder eine anderweitige spätere Benutzung oder eine spätere schutz zu, der als Ersatz für den Urheberrechtsschutz bei solchen Veröffentlichung der Erfindung, des Musters oder des Warenzeichens Erzeugnissen der Kunst eintreten soll, welche zwar einem gewerb der Erlangung des gesetzlichen Patent-, Muster- oder Zeichenlichen Zwecke dienen, aber durch künstlerische Form oder Aus- schutzes nicht entgegenstehen, sofern die Anmeldung zur Erlangung stattung auf das ästhetische Empfinden wirken. Sie sind aber gegen dieses Schutzes von dem Aussteller oder dessen Rechtsnachfolger Nachbildung auch nur geschützt, wenn sie sich als neue oder eigen binnen einer Frist von 6 Monaten nach der Eröffnung der Austümliche Erzeugnisse darstellen. Das ausschließliche Recht, ein solches stellung bewirkt wird. Die Anmeldung geht anderen Anmeldungen Muster ganz oder teilweise nachzubilden, steht nur dem Urheber und vor, die nach dem Tage des Beginnes der Schaustellung eingereicht seinen Rechtsnachfolgern zu. In Fabriken und Werkstätten, wo Ge- worden sind.“ hilfen angestellt sind, Zeichner, Modelleure usw., deren Aufgabe es ist. Ein praktisches Beispiel wird die Bedeutung dieses neuen für ihren Arbeitgeber Neuheiten zu schaffen, gilt der letztere als der Schutzes klar machen. Nehmen wir an, eine Firma in Pforzheim eigentliche Urheber. Der Geschmacksmusterschutz wird durch An- hat einen „Kaiserring“ in Silber geschaffen, der aus einem Eichenmeldung und Hinterlegung des Musters zum Musterregister, und zwar und Lorbeerzweig auf einem schmalen Reif besteht, das Bild des noch ehe ein nach dem Muster gefertigtes Erzeugnis verbreitet wurde, Kaisers trägt und auf dem Reif die Worte „Deutsches Volk, wahre erworben. Die Schutzfrist dauert, je nach dem Antrag, ein bis deine heiligsten Güter“ trägt. Der Ring ist zur Schaustellung auf drei Jahre und wird amtlich im Reichsanzeiger publiziert. Jede Nach- einer Kunstgewerbe-Ausstellung bestimmt und erregt auf derselben bildung eines solchen Musters, welche in der Absicht geschieht, allgemeines Wohlgefallen. Ein anderer Fabrikant bemerkt dies und dieselbe zu verbreiten, ist verboten. Dabei spielt es keine Rolle, fertigt gleichfalls solche Ringe an, nachdem er den Musterring auf wenn nur Abweichungen in den Größenverhältnissen oder den der Ausstellung angesehen hat. Bislang war dagegen nichts zu Farben oder dem Metall oder sonstige Abweichungen vorhanden machen. Anders, wenn der neue Entwurf Gesetz werden sollte. sind, welche dem nachgemachten Gegenstand nicht das Gepräge Dann hat der Pforzheimer Fabrikant, vom Tage der Eröffnung eigener Erfindung verleihen. Dagegen ist die Einzelkopie eines der Ausstellung an, sechs Monate Zeit, sein Erzeugnis zum MusterMusters nicht verboten, wenn die Absicht der gewerbsmäßigen schutz anzumelden, und es wird ihm erteilt, wenn auch inzwischen Verbreitung oder Verwertung fehlt. Auch die Aufnahme von Nach- schon ein anderer um denselben Schutz nachgesucht, dieselben Ringe bildungen einzelner Muster in ein Schriftstück ist frei. Desgleichen die fabriziert und auch bereits in Handel gebracht hatte. Der AusBenutzung einzelner Motive eines Musters zur Herstellung eines steller hat das Vorrecht, und der andere muß zurückstehen und die neuen. Wer gegen den Musterschutz sündigt, kann in Geldstrafe Fabrikation aufgeben. Erst wenn die sechs Monate verstreichen, bis 3000 Mk. oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten genommen ohne daß um den gesetzlichen Schutz nachgesucht wurde, ist das werden. Auch muß er Schadensersatz leisten. Er kann auch gleich Erzeugnis vogelfrei für die Konkurrenz. Die Schaustellung auf zu einer Geldbuße bis 6000 Mk. verurteilt werden. Der Straf- Ausstellungen soll dem Schutz nicht mehr entgegenstehen, der oft antrag muß binnen drei Monaten, von der Erlangung der Kenntnis so schnell nicht erlangt werden kann. der Nachahmung an gerechnet, gestellt werden. Nach drei Jahren Während das Gesetz aber in anderen Ländern nur von amtist eine Strafverfolgung oder Schadensersatzforderung überhaupt aus- lichen oder amtlich anerkannten internationalen Ausstellungen spricht, geschlossen. Das ist der einzige Schutz, der heute den Erzeug- hat der Gesetzgeber in Deutschland davon abgesehen, und es sollen nissen der Goldschmiedekunst zuteil wird. Daneben sind ja noch hier im einzelnen Falle die Ausstellungen namhaft gemacht werden, die Warenzeichen (Handels- und Fabrikmarken), soweit sie in für welche der Schutz gegeben ist. Nationale Ausstellungen des die Rolle des Patentamtes eingetragen worden sind, in der gleichen Auslandes kommen dabei nicht in Frage. Wohl aber ist für inWeise in gesetzlichen Schutz genommen, und wer sich widerrecht- ländische Ausstellungen, auch wenn sie nicht internationaler Natur lich eines solchen Warenzeichens bedient, kann auf Unterlassung sind, das Bedürfnis eines Schutzes anzuerkennen, wenn sie von und Schadensersatz verklagt, aber auch in Geldstrafe bis zu allgemeiner wirtschaftlicher Bedeutung und längerer Dauer sind. 5000 Mk. oder Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten genommen im übrigen hat der Reichskanzler zu prüfen und zu entscheiden. werden, falls er wissentlich gegen das Recht an dem Fabrikzeichen welcher Ausstellung dieser Schutz zuteil werden soll.

Pz.

Was gibt es Neues für unsern Export?

Die Handelskammer zu Pforzheim hatte bereits vor kurzem wieder, wie im vorigen Jahre, eine Interessentenversammlung einberufen, um die Ausfuhrwerte von Gold- und Silberwaren sowie von vergoldeten Gold- und Silberwaren aus unedlen Metallen für das Jahr 1903 festzustellen. Das ist sicherlich wertvoll, aber noch wertvoller ist es, in die Zukunft zu blicken und aus den Vorgängen auf dem Weltmarkte einen Schluß auf die Lage der nächsten Jahre zu ziehen. Da ergeben denn die statistischen Nachrichten, daß unsre Ausfuhr nicht im Sinken, nein im Steigen begriffen ist, und sich sogar an Länder heranwagt, die weitab von den Straßen des gewöhnlichen Handelsverkehrs liegen. So hat Deutschland nach den Philippinen im vorigen Jahre an Gold- und Silberwaren sowie Bijouterieartikeln für 88 897 M. ausgeführt. Mit den Vereinigten Staaten wurden ebenfalls günstige Resultate erzielt. Das Geschäft mit Edelsteinen, Perlen und Juwelenwaren wird dort fast gänzlich von Neuyork kontrolliert. Von anderen Plätzen kommen bei unserm Geschäft nur Philadelphia und Providence, letzteres als Zollamt für die in seiner Näne gelegenen Gold- und Silberwarenfabriken, in Betracht. In Uhren ist es nicht anders. In Gold- und Silberwaren entfallen 99%, in Taschenuhren 71% auf Neuyork. Das Kaiserl. Generalkonsulat in Neuyork weist neuerdings darauf hin, daß der deutsche Exporteur sich auf jeden Fall eines Zwischenhändlers bedienen soll, da er sonst große Verluste erleiden kann. „Für diejenigen deutschen Fabrikanten“, sagt der Konsularbericht, „welche für den Absatz ihrer Waren in den Vereinigten Staaten nicht eigene Importhäuser in denselben unterhalten, oder nicht dem amerikanischen Einkäufer ab Fabrik verkaufen, bietet sich, auch bezüglich der Regelung der Bezahlung, als einziger sicherer Weg zu geschäftlichem Erfolge nur der, durch die Neuyorker Kommissionshäuser oder die bei diesen akkreditierten Agenten zu verkaufen. Bei besserer Würdigung dieser Tatsache dürfte den deutschen Fabrikanten in Zukunft mancher Verlust an Zeit und Geld und manche Enttäuschung erspart bleiben.“

In einer der letzten Sitzungen der Pforzheimer Handelskammer wurden verschiedene Zollstreitigkeiten bei der Einfuhr von Waren nach Frankreich erwähnt, und weist die Kammer deshalb auf das Sachverständigenverfahren in Frankreich hin. Bei Zoll

streitigkeiten wird dem Importeur eine Liste von Sachverständigen mitgeteilt, aus denen derselbe den einen, die französische Behörde den anderen auswählt. Die Zollstreitigkeiten werden ausschließlich von diesen Sachverständigen beurteilt und entschieden. Der Staat enthält sich jeder Einwirkung auf die Entscheidung der Sachverständigen, der Importeur dagegen ist berechtigt, ja, es wird von ihm sogar erwartet, daß er sich mit dem von ihm gewählten Sachverständigen rechtzeitig vor der Entscheidung in Verbindung setzt und ihm alles mitteilt, was zur Aufklärung dienen kann. Das wird häufig verabsäumt, und daher dann die entstehenden Nachteile. Im vorigen Jahre sind aus Deutschland nach Frankreich für 4516 400 M. Bijouterien aus Gold und Silber, für 2584800 M. aus unedlen Metallen, vergoldet und versilbert, ausgeführt worden.

Für den Export nach Rußland ist das Verbot der Versendung wertvoller Gegenstände in Briefen zu beachten. Die Hauptverwaltung der Posten und Telegraphen hat, um die Versendung wertvoller Gegenstände aus dem Auslande nach Rußland in gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefen zu unterdrücken, die PostVerwaltungen der Länder des Weltpostvereins durch das internationale Postbureau in Bern davon in Kenntnis gesetzt, daß in Rußland eingehende ausländische Briefe, in denen Gold- und Silbersachen, Edelsteine, Juwelier- und andere kostbare Waren aufgefunden werden, nicht der Aushändigung an den Empfänger, sondern der Rücksendung an den Aufgabeort unterliegen, und zwar gemäß Art. 16 der Washingtoner Konvention über den Weltpostverein, welche es verbietet, 'in Briefen zollpflichtige Gegenstände zu versenden. Auch eine Verfügung des Generalzolldirektors von Italien bestimmt, daß Gold, Silber und Platin, auch in bearbeitetem Zustande, desgleichen Uhren und Uhrfurnituren sowie Edelsteine mit der Briefpost nach Italien nicht eingeführt werden dürfen.

Das Exportgeschäft mit Südafrika wird vom Standpunkt der einzelnen Branchen aus in einer Publikation der Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen („Der südafrikanisehe Markt“ von Dr. A. Etienne) ausführlich besprochen. Unter den Warengattungen, welche dabei berücksichtigt werden, befinden sich auch Bijouterien und Uhren, sodaß wir die Exportinteressenten nicht verfehlen wollen, auf die Schrift aufmerksam zu machen. Pz.

Die Guttapercha zum Abformen für galvanoplastische Zwecke wieder

verwendbar zu machen.

Es ist durch dieses Verfahren jetzt jedem Galvanoplastiker möglich, die Guttapercha wieder so brauchbar zu machen, daß sie zum Abformen von Klischees, Modellen usw. die neue vollkommen ersetzt. Die Guttapercha ist bekanntlich die ausgezeichnetste Form masse, welche bis jetzt noch durch keine andere ersetzt werden konnte, sie hatte nur den einen großen Übelstand, daß sie durch schnelle Abnutzung in der technischen Anwendung unbrauchbar wurde (was heutzutage sich besonders fühlbar macht, da Guttapercha gegenwärtig stetig im Preise steigt), indem man schon nach wenigen Monaten die alte durch neue ersetzen mußte, wodurch sich große Quantitäten teures, nutzloses Material anhäuften, für das man weder eine nützliche Anwendung noch irgend eine Verwertung erzielen konnte. In einer galvanoplastischen Anstalt, wo beständig Abformungen mit Guttapercha vorgenommen werden, mußten sich natürlich Massen solcher nutzlosen Guttapercha anhäufen.

Man machte bisher Versuche, die alte mit neuer Guttapercha zusammen zu kneten und zu verarbeiten, was aber gänzlich mißlang, indem die alte Masse, mit der frischen zusammengeschmolzen,

jene ganz verdarbund somit die ganze Masse unbrauchbar machte.

Es tritt nämlich bei der Guttapercha nach einer gewissen Zeit der Benutzung ein Moment ein, wo diese an den Formen nach der Abkühlung wie Pech festhängt; von diesem Zeitpunkt an ist die Masse nicht mehr zu gebrauchen.

Es mußte also notwendig ihr ein Bestandteil fehlen, der ihre Elastizität beeinträchtigt, und um diesen zu finden, haben sich schon manche Techniker vergebens bemüht und verschiedene Beimengungen zu der Masse versucht, welche anstatt zu nützen, noch mehr verschlechterten.

Es ist nun ein ganz einfaches Mittel in dem Leinöl gefunden, indem ein Zusatz von diesem, nachdem vorher die unbrauchbar gewordene Guttapercha in siedendem Wasser erweicht und die Masse mit dem Ol zusammengeknetet worden ist, die Guttapercha wieder vollkommen brauchbar macht, sodaß die aus dieser Masse hergestellten Abformungen ebenso rein und scharf werden als die von frischer Guttapercha.

W. H.

Künstliche Perlen. Das Versagen der Perlfischereien in Ceylon und das Verbot, Deutschland angestrengte Versuche machte, auch diese Industrie zu dort zu fischen, welches dazu dienen soll, daß sich die Perlbänke erobern. In den weniger feinen Sorten hat Deutschland schon Erwieder erholen können, hat ein bedeutendes Steigen der Perlpreise folge erzielt, aber in den besseren und besten ist man noch auf zur Folge gehabt. Man braucht deshalb nicht zu fürchten, daß die Frankreich angewiesen, und die bestehenden nordamerikanischen Perlbänke auf Ceylon überhaupt keine Perlen mehr liefern werden, Fabriken beschäftigen französische Arbeiter. nur müssen sie nicht durch Raubbau entwertet, sondern vernünftig Im großen und ganzen vollzieht sich die Fabrikation künstlicher und wissenschaftlich bewirtschaftet werden. Um nun der herrschen- Perlen folgendermaßen: Kleine runde, hohle Glaskügelchen werden den Vorliebe der Damenwelt für die sanftschimmernden Perlen in der üblichen Weise geblasen, und der Arbeiter gibt ihnen mit gerecht zu werden, ist man gezwungen, sich nach einem Ersatz um- bestimmten Werkzeugen die eigenartigen, unregelmäßigen Formen zusehen und mehr als bisher künstliche Perlen zu verwenden. In der echten Perlen. Das Innere dieser Kügelchen wird dann mit folgedessen ist deren Preis bereits gestiegen und dürfte noch mehr der Masse bestrichen, die der künstlichen Perle den Glanz geben in die Höhe gehen, je mehr sich ihre Fabrikation vervollkommnet. soll. Es ist dies eine unter dem Namen essence d'orient bekannte Eine Schnur bester künstlicher Perlen in vorzüglicher Form und Mischung, deren Hauptbestandteil aus den Schuppen einer Sprottentadellosem Glanz kostet jetzt schon bis zu 1000 Mark, und man art genommen wird. Diese Schuppen werden mit Salzwasser und sortiert die falschen Perlen ebenso sorgfältig wie die echten. Über Salmiak gemischt und ergeben dann eine glänzende Masse. Zu die Herstellung dieser feineren Sorten von Perlennachahmungen ist einem Kilo Essenz braucht man 50000 Sprotten. Das Glas der wenig bekannt, denn die französischen Arbeiter, bei denen diese künstlichen Perlen wird etwas opalisierend gemacht und die glänIndustrie schon mehr als zweieinhalb Jahrhunderte heimisch ist, hüten zende Masse innen durch einen Überzug befestigt, der früher aus das Geheimnis. Sie sind auch ganz besonders stolz auf ihre Kunst Wachs bestand (Wachsperlen), jetzt aber aus einer weniger leicht und sind bisher noch ganz ohne Konkurrenz geblieben, obwohl schmelzenden Komposition besteht.

Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Auszug aus dem Protokoll der Ausschuß-Sitzung des Verbandes am 6. März 1904 im Architekten-Haus, Wilhelmstr. 92/93, vorm. 10 Uhr. Die Besteckkonvention hält er für die beste Förderung der Inter

Entschuldigt fehlen die Herren Foehr. Steinheuer. Schlund. Bau- essen der Mitglieder und sieht eine Möglichkeit der Durchführung mann, Dr. Schröder, Hampe.

einzig in der Abschneidung der Bezugsquellen. Herr Fischer eröffnet 10 Uhr 20 Minuten die Sitzung. Die Zahl Er kommt zu dem Schluß, daß aus den einzelnen Vereinen heraus der Anwesenden ist zur Beschlußfähigkeit noch nicht genügend, wird

die Sache durchgeführt werden muß. es jedoch durch die später erscheinenden Herren Eckhardt, Menzel,

Die Anderung, im § 10 an Stelle „Besteckwaren" „Silberwaren" Dirks und Werner.

zu setzen, hält er übrigens für unglücklich. Man sollte nicht zu weit Herr Fischer macht Mitteilung über die Erfolge der Agitation. gehen. Eine Alternative, die den liefernden Fabrikanten gestellt wird, Der Verband zählt 2011 Mitglieder; der Geschäftsverkehr hat sich leb

müsse die Konvention zum Abschluß bringen. haft gestaltet, 3127 Briefeingänge und 19154 Ausgänge durch Briefe Herr Fischer ist dafür, durch einen heut zu fassenden Beschluß, und Agitationszirkulare sind vom 22. Februar 1903 bis 22. Februar 1904

eine Anfrage „ja“ oder „nein“ an die Mitglieder zu richten. Eine zu verzeichnen.

Auflösung des Verbandes hält er für ausgeschlossen, weil noch so Unterstützungsgesuche sind bewilligt an G. in M. Mk. 50, an viel Interessen zu wahren sind, die eine kollosale Arbeit verursachen. Frau L. in Sch. Mk. 30, an einen alten, bedürftigen Gehilfen Mk. 6.-,

Herr Richter wünscht eine Klarstellung, wie in den einzelnen der schon einmal selbständig in Breslau gewesen ist.

Teilen des Reiches die Geneigtheit für die Konvention steht, in HamHerr Richter bemerkt dazu, daß Gehilfenunterstützung Sache der burg ist es solange nicht möglich, als Berlin beiseite steht. Innungen sei. Herr Fischer erklärt die liberale Handhabung durch

Herr Kommerzienrat Wilkens - Hemelingen vertrat seinen alten die vorläufig geringe Inanspruchnahme der Hilfskasse. Es erhielt

Standpunkt, daß die Konvention Sache der kleineren Verbände ist. Es ferner C. F. in B., 82'/2 Jahr alt, Mk. 30.

war ein Fehler, die Konventionssatzungen mit speziellen Daten auf den Ein Darlehn für den Juwelier S. wird abgelehnt. Für die Zu

Verbandstagen zu beschließen, eine Verbreitung über ganz Deutschland kunft wird beschlossen, an Gehilfen nichts zu zahlen, die bezüglichen

hält er für unrichtig. Ohne Fabrikanten ist die Durchführung in den Satzungen gelten als Richtschnur; in Ausnahmefällen soll es dem Ver

kleinen Verbänden unmöglich, er ist über die geringe Beantwortung bande zustehen, alte selbständige Juweliere, Goldschmiede und Silber

seitens dieser erstaunt und glaubt die Ursache darin zu finden, daß schmiede zu unterstützen.

die „Lieferung an Angehörige anderer Zweige“ nicht gestattet sein soll. Über die Besteckkonvention äußert sich Herr Müller dahin, daß

Er hält diesen Punkt b für das Hindernis und schlägt vor, die hier in Berlin die qualitative und quantitative Mehrheit nicht zusammen

Anfrage so zu halten, daß man sich darauf beschränkt, zu fragen, ob zubekommen ist, Friedländer, Posen, Marcus, Meyen und Schneider

die Fabrikanten sich, wie für Rheinland und Westfalen, auch für die sind nicht zu haben. Auch die Uhrmacher bilden für die Fabrikan

anderen Verbände verpflichten wollen. ten ein Hindernis, da die Kundschaft dieser Herren für viele eine

Redner legt dann den Entwurf eines Vortrages vor, der nach AbMehrzahl bildet. Herr Richter bestätigt diese Verhältnisse auch für

schluß einer Konvention seitens der Unterverbände an den Vorstand Hamburg und befürwortet einen Friedensschluß zwischen

geht, um dann mit den Fabrikanten zu verhandeln. Uhrmachern und Goldschmieden nach dem Vorbilde von

Herr Eckardt wundert sich nicht über die geringe Zahl der AntElberfeld und Bochum.

worten, er hat das Gleiche bei der Umfrage im eigenen Kreise Herr Becker stellt eine Anfrage, ob außer den Zirkularen an die

erfahren, die Großen haben überhaupt nicht geantwortet. Fabrikanten noch eine weitere Bearbeitung stattgefunden und, da dies

Herr Walter berichtet über die Erfahrungen auf seinen Reisen, nicht geschehen, wird eine weitere Bearbeitung namentlich der Fabric

bei denen er eine Geneigtheit der einzelnen stets gefunden hat; jeder kanten empfohlen. Herr Becker erblickt in der geringen Beant

bemängelt jedoch, daß noch nichts Positives vorhanden. Als ersten wortung seitens der Fabrikanten eine Nichtachtung des Verbandes

Schritt zur Einigung hält er für nötig, daß die Fabrikanten gleiche und glaubt weiterzukommen durch eine Bearbeitung durch die Unter

Preise für alle Abnehmer rechnen. verbände. Herr Fischer macht darauf aufmerksam, daß Herr Becker

Herr Becker warnt davor, derartige Behauptungen, wie sie von nach Beschluß der letzten Ausschußsitzung die Heranziehung der

Konkurrenten gemacht werden, für wahr zu halten. Mitglieder durch ein Rundschreiben, daß er verfassen wollte, weiter

Der § 10 kann bei der Konvention der Unterverbände fortfallen. fördern sollte; namentlich sollten die Fabrikanten in den Unter

Diese müssen dem Vorstande dann ihre jeweiligen Bestimmungen zur verbänden bearbeitet werden. Herr Merk vermißt einen Bericht Genehmigung und weiteren Durchführung vorlegen. über die Besteckkonvention, wie es in der Tagesordnung versprochen

Herr Richter beantragt eine Unterkommission mit dem Vorstand, ist, das, was darüber gesagt ist, war bekannt.

bestehend aus den Herren Wilkens, Becker und Walter, zu bilden. Herr Merk schildert die Gründung des Bayrischen Verbandes, Herr Merk beantragt die Versendung der Schriftstücke an die der mit 150 Mitgliedern gegründet wurde, eine weitere Zunahme Unterverbände nicht an die Einzelmitglieder oder Juweliere, welche aber nicht gefunden hat.

einer Lokalvereinigung nicht angehören.

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