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No. 50 – VII. Jahrgang

LEIPZIG, 9. Dezember 1904

Die Vergoldung.

Seit mehreren Dezennien tauchen in den Fach- und Berufszeitungen die verschiedenartigsten Ansichten über das Verfahren der Vergoldung, ihre Zweckmäßigkeit, ihre Haltbarkeit und ihre Schädlichkeit für die Gesundheit des ausführenden Goldschmiedes auf. Wer als selbständiger Goldschmied diese Ansichten gelesen hat und nicht nur solchen Arbeiten zusieht, sondern seit Jahr und Tag diese Arbeiten selbst ausführt, der kann sich im stillen der Einsicht, oder sagen wir des Gedankens nicht erwehren, daß alle diese Ansichten, die da aufgetischt werden, der großen Mehrzahl*) nach, nicht von wirklich erfahrenen Goldschmieden herrühren. Auch drängen die häufigen Anfragen nach einem Vergoldungsrezept uns die Gewißheit auf, daß es noch recht viele Goldschmiede geben muß, die in ihrer Lehrzeit diesem Faktor nicht die gewünschte Aufmerksamkeit zugewandt haben oder keine Gelegen. heit hatten, sich die notwendigen Kentnisse anzueignen. Aus diesem Grunde, mag es auch wohl gerade nicht unangebracht sein, das Wesen der Vergoldung von der praktischen Seite etwas zu beleuchten.

·Der Zweck der Vergoldung ist, geringeren Metallen wie Silber, oder Kupfer ein goldähnliches Ansehen zu geben oder sie zweckdienlicher im Gebrauch zu erhalten und zu konservieren. Die Kunst zu vergolden war schon im grauen Altertum bekannt, was durch verschiedene Objekte, die sich aus uralter Zeit in den verschiedensten Sammlungen befinden, bewiesen ist.

Die älteste Vergoldung ist die Feuervergoldung, die bei einer guten und sorgfältigen Ausführung eine große Dauerhaftigkeit besitzt. Jedoch ist ein Fachmann heute imstande, wenn er seine Arbeit versteht und dieselbe durch praktische Erfahrung beherrscht, auch auf elektrolytischem Wege einen Gegenstand so schön und ebenso solide und dauerhaft zu vergolden, wie es nicht besser im Feuer gemacht werden kann. (Mit dieser Auße

*) Obwohl wir in sehr vielen Punkten die Ansicht des Verfassers dieses Artikels nicht teilen können, bringen wir die Arbeit dennoch zur Kenntnis unserer Leser, und zwar aus dem Grunde, weil ein Mann der Praxis beweist, daß lediglich die mangelnde Sauberkeit (dies Wort ist im weitesten Sinne gebraucht) bei der Arbeit die Quelle vieler Unzuträglichkeiten und Fehler bei elektrolytischer und Feuervergoldung wird.

rung dürfte Verfasser wohl bei vielen Fachgenossen auf heftigen Widerspruch stoßen. Die Redaktion.) Bei der Feuervergoldung werden alle Ecken und hochliegenden Stellen ja schwächer vergoldet wie die Tiefen und Flächen. Das elektrolytische Verfahren dagegen überzieht den Gegenstand ganz gleichmäßig, und die Haltbarkeit ist ebenso groß wie bei der Feuervergoldung, wenn dieselbe Menge Gold gebraucht wird wie bei letzterer. Doch darin liegt der Haken. Man verlangt zumeist für nur weniges Geld eine solide und schöne Vergoldung. Daher ist es auch leicht erklärlich, warum so häufig über die geringe Dauerhaftigkeit der elektrolytischen Vergoldung geklagt wird. Ebenso häufig wie die Klagen über nicht haltbare Vergoldung sind aber auch die Klagen über fleckige Vergoldung. Worin hat das nun seinen Grund? Die Hauptsache bei allen Metallüberzügen ist und bleibt die Güte der Ausführung und die Haltbarkeit der Ware. Es kommen mir häufig Gegenstände unter die Finger, die sowohl im Feuer wie elektrolytisch vergoldet waren, und die voller Flecken sind, oder noch neu und doch schon beim Polieren fehlerhafte Stellen zeigten, daß es geradezu auffallend ist, und man sich der Überzeugung oder Einsicht nicht verschließen kann, daß es noch eine ganze Menge Fachleute gibt, die den an einen tüchtigen Goldschmied gestellten Anforderungen nicht entsprechen können.

Zum Vergolden im Feuer sowohl wie zur elektrolytischen Vergoldung gebrauche man stets nur chemisch reine Materialien, Wenn dies geschieht, ist bei der Vergoldung ein Nachfärben mit Glühwachs oder Goldfarbe absolut überflüssig. Dann sorge man doch, daß sowohl die Sachen, die vergoldet werden sollen, wie sämtliche Gefäße und Apparate, die dazu gebraucht werden, aufs peinlichste rein gehalten werden. Ebenso soll der Vergolder mit größter Sorgfalt das Anfassen von fettigen oder öligen Substanzen bei oder während der Arbeit meiden. Dann darf die Arbeit, um haltbar zu werden, nie zu schnell niederschlagen, da sonst bei der Feuervergoldung das Quecksilber einfrißt, und die elektrolytische Vergoldung sehr leicht steigt. Dies mag wohl genügen um manchen Kollegen vor. Unannehmlichkeiten und Schaden zu schützen und Vorurteile zu beseitigen.

Nun möchte ich bitten, mir auch noch zu gestatten, über die Frage mich zu äußern, welches Verfahren bei der Vergoldung der Gesundheit am meisten zusetzt.

Die Feuervergoldung muß durch den steter Quecksilberdampf, wenn man viel diese Arbeit machen muß, auf die Dauer die Gesundheit total ruinieren, selbst dann wenn man auch vorsichtig ist.

Es sind mir in den Jahren meiner Berufszeit aus meinem Bekanntenkreise drei Kollegen erinnerlich, wovon zwei eines qualvollen Todes nach langem Siechtum infolge des eingeatmeten Quecksilbers starben, während der dritte, ein Herr im besten Mannesalter, nach langer Krankheit sich langsam wieder erholt. [Es wäre wünschenswert, über diese drei Fälle von QuecksilberVergiftung den Bericht der, behandelnden Ärzte zu erhalten, um sie der Literatur über Quecksilber-Vergiftung der Goldschmiede (in der Statistik finden sich meist nur Angaben über Erkrankung der „Vergolder“) einzuarbeiten. Die Redaktion. Dies ist eine Tatsache, die mir niemand ableugnen kann, und die alle zur allergrößten Vorsicht mahnen soll, die mit diesem Gift umgehen müssen. Eine kleine Unachtsamkeit kann oft bei der besten Einrichtung verhängnisvoll werden. Nun möchte mir ein Kollege vielleicht einwenden, das Cyankalium sei aber auch gefährlich, zumal, wenn man eine Wunde an der Hand hat. Dies letztere gebe ich zu, obwohl ich mit kleiner Verletzung an einem Finger oder Hand hundertemale ganze Tage lang, ohne schädliche Folgen, vergoldet habe. Eine andere Gefahr bei der Cyankalivergoldung

kenne ich aber auch nicht, denn die Einatmung des Cyanwasserstoffs, wenn nicht in Unmengen (Der Begriff „Unmenge“ ist bei so starkem Gifte wie Blausäure wohl nicht ganz passend gewählt. Wir machen darauf aufmerksam, daß kürzlich in einem Berliner Laboratorium eine junge talentvolle Chemikerin ihr Leben durch Einatmen von Cyanwasserstoff verloren hat. Die Redaktion.] eingeatmet, schadet der Gesundheit nicht. Gibt es doch Ärzte die bei Lungenkrankheiten das Einatmen von Cyanwasserstoff vorschreiben und versichern, damit schon große Erfolge erzielt zu haben. Bei den häufigen Meinungsverschiedenheiten über obige Verfahren mag wohl hin und wieder die Ansicht von Theoretikern mitsprechen, denen das praktische Arbeiten fernliegt, und die glauben, auch in der Praxis würden die Angaben der Herausgeber von Werken, die diese Themata behandeln, in die Tat umgesetzt. Doch dies ist weit gefehlt, denn wir Goldschmiede wissen sehr wohl, daß nicht ein bloßes Wissen, sondern ein gutes Können, die Sicherheit der ausführenden Hand, die Praxis und Theorie vereinigt, allein imstande ist, gute Resultate zu erzielen.

Also mit wenigen Worten noch einmal. Man nehme zum vergolden nur stets chemisch reine Materialien, halte stets auf peinliche Sauberkeit und halte den Preis so, daß man genügend Gold gebrauchen kann, dann ist sowohl eine Feuer- wie elektrolytische Vergoldung stets solid und haltbar. Dabei sei man beim vergolden recht vorsichtig, um die doch unbezahlbare Gesundheit vor Schaden zu bewahren.

Welche Forderungen des Grosshandels verjähren am

31. Dezember 1904?

Mit dem 31. Dezember 1904 verjähren alle Forderungen, welche der Goldschmied an seine Privatkunden hat, soweit diese Forderungen am genannten Tage zwei Jahre alt sind. Es sind das alle diejenigen Forderungen, welche im Jahr 1902 entstanden sind. Die zweijährige Verjährungsfrist läuft nämlich nicht von Tag zu Tag, sondern nur vom 31. Dezember des Jahres bis wieder zum nächsten Dezember des übernächsten Jahres. Ein Goldschmied hat im Jahre 1902 einem Gastwirt einen Schmuck geliefert und das Geld dafür noch nicht erhalten. Seine Forderung ist Ende 1904 durch Verjährung erloschen. Ein anderer hat in einer Familie zu einer Festlichkeit einen Tafelaufsatz geliehen. Die Sache ist in Vergessenheit geraten. Der Anspruch auf Vergütung für das Leihen verjährt ebenfalls Ende dieses Jahres. Alle diese Forderungen können, wenn der Schuldner nicht gutwillig zahlt, im nächsten Jahre nicht mehr eingetrieben bez. eingeklagt werden.

Die Verjährungsfrist für Forderungen, welche Geschäftsleute unter sich haben, ist dagegen eine längere. Sie ist vom Gesetzgeber auf vier Jahre ausgedehnt worden. Gegen früher ist sie freilich sehr kurz geworden, denn früher verjährten solche Forderungen erst gemeinhin in 30 Jahren. Am 31. Dezember 1904 verjähren also alle Forderungen für gelieferte Waren oder geleistete Dienste aus dem Jahre 1900 an Personen für ihren Gewerbebetrieb.

Ein Grossist hat einem Goldschmied im Jahr 1900 Ringe geliefert. Wenn er nichts tut, ist seine Forderung am 31. Dezeniber 1904 verjährt. Ein Fabrikant hat einem Grossisten im Jahre 1900 verschiedene Gold- und Silberwaren verkauft und hat dafür noch die Vergütung zu erhalten. Wenn er den 31. Dezember verstreichen läßt, kann er gerichtlich gegen den Schuldner nicht mehr vorgehen. • Die Verjährung muß unterbrochen oder gehemmt

werden. Eine einseitige Verlängerung der Verjährungsfrist gibt es nicht. Um sie herbeizuführen, müßte ein besonderer Vertrag abgeschlossen werden. Die Verjährung wird unterbrochen durch einen Zahlungbefehl oder durch Erhebung der Klage. Das ist bei böswilligen Schuldnern geboten. Man sendet an das Amtsgericht im ersteren Falle folgenden Antrag:

Antrag auf Erlaß eines Zahlungsbefehls. Der Kaufmann Ernst Schmidt in Leipzig, Dorotheenplatz 20, schuldet mir für ein Armband, welches ich ihm am 24. Oktober 1902 geliefert habe, als Kaufpreis den Betrag von 125 Mk. nebst 4% Zinsen vom Tage der letzten Mahnung, dem 2. Oktober 1904 ab.

Ich ersuche, in Höhe meiner Forderung nebst Zinsen und den entsprechenden Kosten, Zahlungsbefehl an den Schuldner zu erlassen. Leipzig, den 1. Dezember 1904.

Otto Richter, Goldschmied. Hat man es nicht mit böswilligen Schuldnern zu tun, so kann man die Forderung dadurch unterbrechen, daß man sich ein Anerkenntnis über die Schuld ausstellen läßt, das mündlich, dann aber am besten vor Zeugen, oder schriftlich erfolgen kann.

Der Schuldner unterschreibt folgendes Schriftstück:

„Der Unterzeichnete erkennt hiermit an, Herrn Goldschmied Richter für ein im Jahr 1900 geliefertes Armband den Betrag von 50 Mk. schuldig zu sein.“ Leipzig, den 1. Dezember 1904.

Karl Müller, Kaufmann. Ist durch ein solches Anerkenntnis die Verjährung unterbrochen, so läuft eine neue Verjährung von zwei oder drei Jahren, und zwar nicht vom Tage der Unterbrechung ab, sondern wieder vom 31. Dezember des Jahres ab, in welchem die Unterbrechung erfolgte, denn die Zeit bis zur beendeten Unterbrechung kommt nach $ 217 des B. G. B. überhaupt nicht in Betracht. Es wird so angesehen, als ob die Forderung erst am Tage der vollendeten Unterbrechung entstanden sei, und die Verjährungsfrist wird nun nach § 210 des B. G. B. neu berechnet.

Eine Unterbrechung der Verjährung liegt auch vor, wenn der Schuldner Zinsen bezahlt oder Abschlagszahlungen, und wenn sie noch so gerinfügiger Art sind, gewährt.

Neben der Unterbrechung der Verjährung kommt die Hemmung der Verjährung in Frage. Gehemmt wird dieselbe, wenn dem Schuldner Gestundung erteilt wird. Dadurch wird der Fälligkeitstermin hinausgerückt. Der Goldschmied schreibt an seinen Schuldner:

„Sie schulden mir für im Jahre 1902 gelieferte Waren noch den Betrag von 125 Mk. Um Ihnen entgegenzukommen, will ich Ihnen noch eine Zahlungsfrist einräumen und gestunde Ihnen die Forderung bis zum 31. Dezember 1905.“

Wendet der Schuldner nichts dagegen ein, so ist die Verjährung dadurch abgewendet.

Auf jeden Fall ist es notwendig, daß der Goldschmied zuerst seine Außenstände revidiert und sich die Forderungen ausschreibt, welche am 31. Dezember 1904 verjähren. Hier gilt es dann, sofort die Unterbrechung zu bewirken, um keine Verluste zu erleiden!

Aus den Kunstgewerbevereinen.

fand er seinen Kunden in Gesellschaft eines zweiten Herrn. Sein Der badische Kunstgewerbeverein mit dem Sitz in Karlsruhe

· Kunde sagte: „Ich bin so frei gewesen, diesen Herrn hereinzurufen. hielt am Mittwoch, den 30. November im

Er ist ein Freund von mir.“ Der Fremde kaufte nach längerem großen Rathaussaale in

Suchen eine Broche im Werte von 800 Mk., auf die er eine AnKarlsruhe einen Vortragsabend mit Lichtbildern ab über das Thema: „Die moderne Schmuckkunst im Lichte der Weltausstellung von

zahlung von 200 Mark machte. Der Juwelier fragte die Kunden, ob St. Louis“. Als Vortragender war von Seiten der Vereinsleitung

sie nicht ein Glas Wein mit ihm trinken wollten, Kaum war man unser Redakteur für den kunstgewerblichen Teil Prof. R. Rücklin

in dem hinter dem Geschäftsraum liegenden Zimmer angelangt, als aus Pforzheim berufen worden, der sich seiner Aufgabe vor einer

einer der beiden Herren einen Revolver aus der Brusttasche holte, zahlreichen Zuhörerschaft in 5, stündiger Rede entledigte. Nach

den er dem Juwelier mit den Worten vorhielt: „Nun, Herr Stockall,

wir haben wenig Zeit. Schnell her mit den Schlüsseln.“ Der beeiner Einleitung über den besonderen Charakter des Schmuckgewerbes als einer Luxusindustrie und über die dadurch bedingte

stürzte Juwelier glaubte durch Zureden Zeit gewinnen zu können,

als er plötzlich von einem dritten Mann, dessen Anwesenheit er Neigung derselben, sich zu zentralisieren und zu industrialisieren,

gar nicht bemerkt hatte, von hinten einen schweren Schlag über gab der Redner ein allgemeines Bild von der Beteiligung derselben

den Kopf erhielt, der ihn bald betäubt niederwarf. Die Räuber an der Weltausstellung in St. Louis, die er im Auftrage des Kunstgewerbevereins Pforzheim und des Verlages der „Deutschen

steckten darauf ihrem Opfer als Knebel ein Stück Kork in den Goldschmiede-Zeitung“ zu studieren Gelegenheit gehabt hatte.

Mund und banden ein Tuch darüber, damit ihr Opfer den Knebel Da der Vortrag nicht für Fachleute bestimmt war, und wir einen

nicht entfernen konnte. Darauf banden sie den unglücklichen Mann, ganz ausführlichen Aufsatz des Redners über das gleiche Thema

in aufrechter Stellung an einen Pfeiler, von wo aus er das Geschäft bringen, können wir auf eine weitere Berichterstattung hier ver

übersehen konnte. In dieser Lage sah der Juwelier, wie die Räuber zichten. Erwähnt sei nur noch, daß den Schluß des Vortrages eine

alle wertvollen Waren an sich nahmen. Als schließlich die EinDarlegung des intimen Zusammenhanges von Schmuck und Mode

brecher verschwunden waren, gelang es dem Juwelier durch Bebildet, wobei die Hoffnung ausgesprochen wurde, daß auf beiden

wegungen mit dem Kopfe die Binde um seinen Mund zu lockern Gebieten sich deutscher Geschmack mehr und mehr zu selbständiger

und den Knebel mit der Zunge zu entfernen. Er rief darauf um Bedeutung entwickeln möge. -- Unsere Redaktion gibt sich ihrer

Hilfe, bis er vor Anstrengung matt und ohnmächtig wurde. Aber

es hörte ihn kein Mensch. Er hörte wohl einmal die Polizei zuseits der Hoffnung hin, daß durch diesen Vortrag unseres Mitgliedes ein Scherflein dazu beigetragen worden sei, das Interesse für die

erst an der Vordertüre und dann an der Hintertüre des Gebäudes edle Schmuckkunst in weiteren Kreisen zu vertiefen.

rütteln, wie sie dies tut, um sich davon zu überzeugen, daß alles

in Ordnung ist, aber er war zu schwach, sich bemerkbar zu machen. Die neue Rechtschreibung bei Inseraten!

Die Nacht verstrich, und der Sonntag kam heran. An diesem Tage

soll ein Angestellter durch das Geschäft gehen, aber der Mann blieb Die neue Rechtschreibung ist noch keineswegs so populär, wie aus, und so stand der Gefesselte bis zum Eintreffen des ersten man glauben könnte. Die Leute aus der „alten Schule“, darunter Angestellten am Montag Morgen und wurde dann ins Krankenhaus auch „studierte Leute“, schreiben noch beharrlich in ihrer alten geschafft, wo seine Vernehmung erfolgte. Einer seiner Freunde Orthographie, und die Redaktionen der Zeitungen, bez. die Druckereien hatte auf die drahtliche Anfrage der Familie nach dem Verbleib des müssen in den Manuskripten die Umsetzung in den „neuen Kurs“ Verschwundenen brieflich statt drahtlich geantwortet, daß er ihn bewirken. Es kann nun eine Frage sein, ob sie dazu berechtigt nicht gesehen habe. Hätte er drahtlich geantwortet, so wäre der sind, wenn es sich um „Inserate“ handelt. Der rechtliche Stand- Unglückliche 24 Stunden früher aus seiner Lage befreit worden. punkt ist aber der: Wo nicht ausdrücklich bei einem Inserat ver Die genaue Beschreibung, die der Überfallene von seinen Angreifern langt wird, daß es genau so gesetzt werden soll, wie es geschrieben geben konnte, stimmt genau überein mit der Schilderung, die die ist, ist der Verlag der Zeitung berechtigt, alte Orthographie in neue Geheimpolizei von zwei gewiegten Einbrechern besitzt, und man Rechtschreibung umzuändern! Der Inserent kann hinterher nicht hofft, die Verbrecher bald zu fassen. sagen, das sei sein Inserat nicht, und Zahlung wegen nicht ordnungsgemäßer Ausführung des Auftrags verweigern. Dieser Standpunkt

Großer Einbruch wurde in Berlin in der Alexanderstraße 34 ist auch für uns der maßgebende. Wo nicht ein besonderes aus

verübt. Dort hat der Goldwarenfabrikant Hothorn im Vorderhause, drücklicher Wunsch gegenteiliger Art vorliegt, werden wir immer

das hinten mit einem Fabrikgebäude besetzt ist, einen Laden, der auch bei Inseraten neue Rechtschreibung anwenden. Oft

so gesichert war, daß man ein Eindringen in ihn für unmöglich

hätte halten müssen. Schaufenster und Türen, auch die Hoffenster kommt es vor, daß bei Abzügen, die wir unseren geschätzten Ge

am Arbeitsraum hinter dem Laden sind mit eisernen Vorhängen und schäftsfreunden senden, in das Inserat die alte Orthographie wieder hineinkorrigiert wird. Da dies meist nur geschieht, weil man meint,

Beschlägen versehen. Am Hof aber befindet sich etwa in der Höhe es läge ein Druckfehler vor, werden wir davon keine Notiz nehmen,

des hohen Erdgeschosses ein Fensterchen, das zu einem Neben

raum gehört. Es ist etwa einen Meter im Geviert groß. Obgleich es sei denn, daß, wie gesagt, besondere Wünsche geäußert werden.

es mit Eisenstangen vergittert war, fanden die Spitzbuben hier doch

einen Eingang. Einen Handkarren schoben sie bis dicht an die Juwelen-Fabriken in Neusüdwales.

Mauer und erbrachen von ihm aus das Gestänge, indem sie die Aus einer statistischen Zustammenstellung der Regierung dieses Stäbe durchschnitten oder umbogen. In den Laden gelangt, hielten Landes entnehmen wir, daß unter den Industrien, welche im ver sie mit großer Ruhe und Sachkenntnis Umschau und Auswahl. Aus gangenen Jahre einen mäßigen Aufschwung zu verzeichnen hatten, den Glaskästen der Auslage nahmen sie nur die wertvollsten Waren: sich auch die Juwelen-Fabrikation befindet. Diese hatte 1902 durch goldene Uhren mit Brillanten, Brillantringe und Broschen, im ganzen schnittlich 243 und letztes Jahr im Mittel 257 Arbeiter.

für 15000 Mk.

Gaunerstreich. Daß nicht nur in westländischen Städten den Die Diamantindustrie in Hanau,

Juwelieren zuweilen böse Streiche gespielt werden, beweist folgende die zur Zeit stark beschäftigt ist, leidet. wie wir erfahren. unter kleine Geschichte, die die „Siam Free Preß! aus Bangkok beArbeitermangel. Dieser ist dadurch entstanden, daß die Diamant richtet: Dort betrat ein gut gekleideter Siamese, der einen teuern schleifer sich weigerten, Lehrlinge anzulernen. Jetzt hat nun der Panamahut trug, den Laden und wünschte Ringe mit kostbaren Diamantschleifer - Fachverein beschlossen, wieder Lehrlinge aus Steinen zu sehen. Nachdem er eine Anzahl davon geprüft hatte, zubilden.

wählte er einen goldenen mit Edelsteinen besetzten aus. Er machte sich damit zu schaffen, den Ring auf seinen Finger zu ziehen, als

plötzlich ein anderer Mann ankam, ihm seinen Panamahut entriß Schützt Eure Läden vor Einbruchsdiebstahl! und damit wegrannte. Nun gab es eine wilde Jagd. Der Mann mit Frecher Überfall auf einen Goldschmied. Am Montag, den 28. No

dem Ringe lief hinter dem Räuber des Hutes her und wurde seinervember, morgens, fand man in Clerkenwell Road zu London den

seits von dem Juwelier verfolgt. Nach einer Weile machte die ältesten Vertreter der Juwelierfirma Stockall and Sons geknebelt

Polizei den Mann mit dem Hute dingfest. Dabei entstand ein Aufin einem Hinterzimmer an eine Säule angebunden. Der Laden war

lauf, den sich der Dieb des Ringes geschickt zu nutze machte. Es vollständig ausgeplündert worden. Der Raub, den die Diebe machten,

gelang ihm, unbemerkt in der Menge zu verschwinden. Dem wird auf 120000 Mark geschätzt, Stockall erzählt den Vorfall wie

Juwelier aber ist seitdem der Zusammenhang des abgekarteten folgt: Am 17. November war ein gut gekleideter Herr in den Laden Spieles klar geworden. gekommen, er suchte eine wertvolle Uhr aus, verfügte, daß diese Jugendliche Einbrecher. Vier Schulknaben im Alter von 13 und mit den Anfangsbuchstaben eines Geistlichen versehen werden 14 Jahren erbrachen in Hamburg den im Hausflur angebrachten sollte und hinterließ 100 Mk. als Abschlagszahlung. Als Herr eisernen Schaukasten eines Goldwarenhändlers und entwendeten Stockall sich am Sonnabend Nachmittag gegen 4 Uhr allein im eine Anzahl goldener Schmucksachen. Als sie den Kasten ausLaden befand, trat der Fremde wieder ein und erklärte, er habe den geplündert hatten, wurden sie überrascht. Während es gelang, den Auftrag, auch noch eine Diamantbrosche für die Frau des Geist- einen Burschen gleich dingfest zu machen, entkamen seine Gelichen auszusuchen. Stockall, der gerade im Begriff stand, einen nossen. Sie wurden jedoch später von der Kriminalpolizei erBrief in den Kasten zu werfen, erklärte, der Fremde möge einen mittelt, die auch sämtliche gestohlenen Sachen bei ihnen vorfand Augenblick warten. Als der Juwelier vom Briefkasten zurückkam, und sie beschlagnahmte. - Ferner wurde Weidenstieg 18 ein

Einbruch verübt. Den Spitzbuben fielen Ringe, Armbänder, Broschen, Uhren usw. im Wert von 750 Mk. in die Hände. Für die Ergreifung des Täters und Herbeischaffung der Gegenstände ist eine Belohnung von 50 Mk. ausgesetzt.

Nicht auf Kommissions ware bei Unbekannten einlassen! Durch einen Betrüger, der sich Karl Köhler nennt, ist ein Juwelier in Meißen um Schmucksachen im Werte von über 200 Mark gebracht worden. Die Schmucksachen sind dem Betrüger auf briefliche Bestellung hin zum kommissionsweisen Vertriebe in dem Glauben überlassen worden, daß der Besteller der Besitzer eines Hotels in Leipzig, in dem er nur wohnte, selbst sei.

eine Anregung, nach dem Beispiele anderer Städte ein gemeinschaftliches Weihnachts - Inserat in den Berliner Zeitungen zu erlassen, bei dem schwachen Besuch der Versammlung kann indessen dieser Anregung vorläufig noch keine Folge gegeben werden. Der sechste Punkt der Tagesordnung, ein Vortrag des Herrn Max Winter über die Tätigkeit und die salomonischen Urteile des Gewerbegerichts, wurde mit großem Interesse entgegengenommen. Viele dieser Urteile mögen nach juristischer Auffassung außerordentlich weise und dem Buchstaben des Gesetzes entsprechende Entscheidungen darstellen, wogegen sich der beschränkte Untertanenverstand vergeblich fragt, wo da die Logik des gesunden Rechtes steckt; aber zu machen ist nichts dagegen, da der Arbeitgeber in den meisten Fällen weniger gesetzeskundig ist wie der Arbeitnehmer, dem alle möglichen Organisationen ratend und helfend zur Seite stehen, und der schließlich selten etwas zu verlieren hat, während der erstere Zeitversäumnis und Ärger davonträgt. - Schluß der Sitzung um 12 Uhr.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Der Firma Gg. Leykauf, Internationales Kunstgewerbe - Magazin, Nürnberg, welche bereits mit 7 Hoftiteln ausgezeichnet ist, wurde neuerdings von Ihrer Majestät der Königin Margherita von Italien, die gelegentlich ihres mehrmaligen Aufenthalts in Nürnberg das Leykaufsche Magazin mit Besuchen beehrte und nicht unbedeutende Einkäufe betätigte, der HoflieferantenTitel verliehen.

Jubiläum. Herr Bijouteriefabrikant Robert Herdtle und Frau, Pforzheim, feierten kürzlich ihre silberne Hochzeit. Dem Paare wurden viele Ehrungen zuteil. Auch wir bringen unseren Glückwunsch dar.

Verschiedenes. Der Aufsichtsrat der Württembergischen Metallwarenfabrik in Geislingen hat die Leitung dieses großen, weitverzweigten Unternehmens einem Direktorium übertragen, dem künftig angehören werden: Dr. chem. Fr. Clausnitzer, bisheriger technischer Direktor, Hugo Fahr, bisheriger stellvertretender Direktor, Eugen Fahr, bisheriger stellvertretender Direktor, Kaufmann Dehbach, bisheriger Direktionsassistent, Geislingen, und Kaufmann Ullrich, bisheriger Vertreter der Württembergischen Metallwarenfabrik in Berlin. Das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt 4 Millionen Mark. In der Geislinger Stammfabrik und den Zweiganstalten in Göppingen und Berlin sind zusammen etwa 3500 Personen beschäftigt; außerdem bestehen noch in 20 deutschen Großstädten Zweigniederlassungen. In Berlin hat die Fabrik kürzlich ein größeres Grundstück in bester Geschäftslage um rund 1'., Millionen Mark erworben, um für ihre dortige Verkaufsstelle einen Neubau zu errichten. • Todesfall. Am 27. November starb in Erfurt Rentner Julius Härtig, früher Juwelier, im Alter von 69 Jahren. Er war der Begründer der gleichnamigen Firma in Erfurt.

Büchertisch. Abendmahlsfeiern mit Einzelkelch, ihre Notwendigkeit und Gestaltung. Von Professor Dr. Friedrich Spitta, Superintendent Rich. Bürkner u. a. Mit 4 Abbildungen. Preis 60 Pig. Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht. 1904. Über die Frage des Einzelkelches beim Abendmahl, der wir seit ihrem Auftauchen besondere Aufmerksamkeit widmeten, ist unter dem obigen Titel eine Broschüre erschienen, die in ihrem ersten Teil Aktenmäßiges zur Abendmahlshygiene bringt, besonders Gutachten von Ärztekongressen, Stimmen geistlicher Synoden und Außerungen von Laien; der zweite Teil bringt einen gründlich durchgesprochenen Entwurf zu einer Abendmahlsfeier mit Einzelkelch. Als dritten Teil enthält das Werkchen eine Besprechung der wünschenswerten Form und Einrichtung des Einzelkelches, woran sich einige weniger wichtige Kapitel anschließen. Einige Abbildungen dienen zur näheren Erläuterung. Die Publikation hat das Verdienst, das ganze einschlägige Gebiet mit größter Gründlichkeit und Objektivität, dabei aber auch mit Freimut und Pietät zu behandeln, so daß seine Anschaffung jedem, der sich für diese Frage interessiert, nur empfohlen werden kann.

R. R.

Aus Innungen und Vereinen. Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes (Ortsgruppe des Verbandes) zu Berlin. Am 29. November fand im „Schultheiß“ die Vierteljahrsversammlung statt, die etwas besser wie die letzte besucht war, denn es hatten sich 17 Mitglieder eingefunden, die mit Andacht der Verlesung des Protokolls der Sitzung vom 26. September lauschten und auch den zweiten Punkt der Tagesordnung, Aufnahme neuer Mitglieder, rasch erledigten, denn es hatte sich niemand zur Aufnahme gemeldet. Der dritte Punkt der Tagesordnung betraf die Besteckkonvention, über deren gegenwärtigen Stand der Verbandsvorsitzende, Herr Fischer, wieder einmal berichtete, nachdem er in den letzten Wochen einen Teil der Berliner Goldschmiede mit gutem Erfolge besucht und eine ganze Reihe Unterschriften, darunter solche von bedeutenden und schon durch ihren Namen ins Gewicht fallenden Firmen, eingesammelt hatte. Um nun den Krieg für die Besteckkonvention mit mehr Nachdruck führen zu können, ist Geld, Geld und nochmals Geld notwendig, und nachdem die Berliner Innung zu dem zu diesem Zweck begründeten Besteckkonventions-Agitationsfonds bereits 150 Mark gestiftet hat, steuert die Freie Vereinigung ebenfalls 150 Mark bei in der Hoffnung, daß die Sache der Konvention dadurch kräftig gefördert werde. Bei der über diesen Punkt stattfindenden Aussprache stellte es sich heraus, daß manche Goldschmiede über die Konvention recht naive Anschauungen haben und, statt selbst durch ihre Unterschrift mit gutem Beispiel voranzugehen, verlangen, daß erst die Gegner der Konvention sie unterschreiben sollten, dann würden sie auch mitmachen. Man muß sich wundern, daß noch nicht der Vorschlag gemacht worden ist, es solle jeder zu dem Prozentsatz verkaufen dürfen, der ihm paßt, und der Verband solle aus seinen Mitteln das zuschießen, was an einem Verdienst von 25% etwa fehlen würde. Nach der Besteckkonvention kam das Berliner Sachverständigen- und Taxationswesen zur Sprache, dessen Behandlung, wie an vielen Beispielen erläutert wurde, durch den vereideten Sachverständigen, Herrn S., zu mancherlei „Schütteln des Kopfes“ und Klagen Anlaß gegeben hat. Der Vorstand wird versuchen, auf kollegialem Wege den Sachverständigen zur zeitgemäßeren Behandlung seines Amtes zu veranlassen, und falls dies nicht von Erfolg ist, weitere Schritte tun. Besprochen wird alsdann

Für die Werkstatt. „Japanische Perlen“ sollten dem Publikum nicht ohne die nötige Erläuterung verkauft werden, zumal eine Erläuterung die Wertschätzung keineswegs beeinträchtigt. Japanische Perlen sind nämlich insofern echt, als sie auf gleiche Weise entstehen wie die runden Orientperlen; nur sitzen sie auf dem Perlmutter im Innern der Muschel fest angewachsen, während die Rundperle lose darin liegt. Sie stellen also eine besonders schöne Gattung halber Perlen dar; wenn nun diese Perle vom Perlmutter abgeschnitten wird, fällt der Kern leicht heraus und muß von unten durch eingepreßten Perlstaub wieder ersetzt werden. Diese Manipulation hat zu einer speziellen Industrie in Japan geführt, indem die Japaner für solche difficilen Arbeiten besonders geschickt sind. Wenn Ihr Interessent sich bei mir meldet, bin ich gern bereit, ihm eine Muschel mit solcher Perle im Urzustand zur Ansicht einzusenden; er kann sich dann augenscheinlich überzeugen, daß er es mit einem natürlichen, also „echten“ Produkt zu tun hat. Durch den Krieg ist die Produktion ganz unterbrochen worden; war es früher schon schwierig, ein größeres Lot zu erhalten, so sind jetzt seit Wochen überhaupt keine japanischen Perlen im Markt. Auch späterhin wird die Ware selten bleiben, da sich nur exzeptionell ausgebildete Perlen zu dieser Manipulation eignen. (Antwort auf Frage 203.)

H. Drews, Pforzheim. Wie werden matt gewordene Glasplatten aufpoliert? Glas schleift man naß, mit einem Holz und feingeschlenimtem Sand, dann mit einem Holz und Trippel in Wasser. Poliert wird mit Leder und in Wasser angerührtem Bimstein oder mit Pariserrot. Ich glaube aber fast, daß Ihre Zeit zu einer solchen Arbeit zu kostbar ist, denn sie ist nicht so schnell gemacht. Sie stehen sich vielleicht besser, wenn Sie die Scheiben einer Schleiferei übergeben; es ist aber immer geraten, den Preis vorher auszumachen. (Antwort auf Frage 206.)

Z. Ein preußischer Dukaten ist 2323 karätig und sollte 3441,905 mg Feingold enthalten - 9,60 Mark. Im Einkauf bezahlt man für 1 g altes Feingold 2,55 Mark, im Verkauf kostet es 2,80 Mark. (Antwort auf Frage 211 [1].)

Emaille poliert man mit einem Holz, Trippel und Wasser, zum Schluß mit Pariserrot und Leder. Will man nur einen Teil fehlerhafter Emaille entfernen, so sticht man dieselbe mit einem Stichel aus. Soll aber die ganze Emaille entfernt werden, so bedeckt man dieselbe mit einem Pulver von Kochsalz, Alaun und Salpeter, glüht alles und löscht es in kaltem Wasser ab. Ein Stückchen Cyankali aufgelegt und den Gegenstand geglüht, löst die Emaille vollständig auf. Emaillierte Gegenstände können wie andere Sachen vergoldet werden. Rezepte finden Sie in dem Handbuch für Gold- und Silber

arbeiten von R. Kulmer, mit Atlas, Preis 11 Mark, durch uns zu schreibesendungen nicht zur Beförderung von Geld und Wertsachen beziehen. (Antwort auf Frage 211 [2].)

bestimmt sind. Das „Einschreiben“ bedeutet für die Post nur eine

Verpflichtung, für das richtige Eintreffen der Sendung Sorge zu Patente etc.

tragen und im Falle des Verlustes Ersatz zu leisten. Es wird in

diesem Falle ohne Rücksicht auf den Wert der Sendung ein Ersatz Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44 a. 237712. Nachgiebiger, sich

von 42 Mark geleistet ($ 10 des Gesetzes über das Postwesen). selbsttätig schließender Verschluß für Armbänder mit Bilderkapsel.

Auch der Weltpostvertrag vom 15. Juni 1897 bestimmt: Geht eine Sam Mendel, Manchester; Vertr.: Eustace W. Hopkins und K. Osius,

Einschreibesendung verloren, so hat der Absender, oder auf dessen Pat.-Anw., Berlin SW. 11. 20. 10. 04. M. 18173.

Verlangen der Empfänger, den Fall höherer Gewalt ausgenommen, 44 a. .237 807. Menschliche Figur als Sparbüchse, bei welcher Anspruch auf eine Entschädigung von 50 Franken. der Einwurf unauffällig an einem Ausrüstungsstück der Figur angeordnet ist. Gebrüder Ruppel, Gotha. 27. 8. 04. R. 14 326. 44 a. 237 865. Abzeichen mit Befestigungseinrichtung, dessen

Frage- und Antwortkasten. Rückseite mit einer aufklappbaren Stütze versehen ist. Fa. Gg. Lind

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. ner, München. 28. 10. 04. L. 13 417.

Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse 44a. 237 998. In der Tasche zu befestigender Karabinerhaken höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. zum Festhalten von Gegenständen. Johann Hans, Hamborn. 8. 10.04. giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden H. 24 987.

und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort

erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrücklichen Wunsch. Auch 44a. 238 033. Kappe zum Schutze und Verzieren der Hut dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen. nadelspitzen mit einem viermal gespaltenen Schaft zum Festhalten der Kappe auf der Nadelspitze. Georg Hirdes, Bremen, Humboldt

Fragen: straße 116. 24. 10. 04. H. 25 297.

Frage 199. Wer liefert Fischschuppen-Essenz, welche zur Her44a. 238 037. Aus zwei ineinander zu schiebenden Teilen be- stellung von Perlen und Perlmutter-Imitationen gebraucht wird? stehender Manschettenknopf mit Druckknopfverschluß. Fa. Leopold

W. S. in 0. Stern, Berlin. 25. 10. 04. St. 7160.

Frage 204. Wer liefert elegante goldene Damenchatelaines mit 44a. 238 059. Verschlußkette für Kolliers, Damenkragen oder

Anhängekettchen ?

S. K. in P. Boas, welche durch Ringe mit Kleiderhaken und -Öse in Verbindung Frage 205. Welche Firma fabriziert Perlmutter-Rosenkränze ? ist und einen Karabiner am freien Ende besitzt. Ernst Lemberger,

K. W. in H. Berlin, Ritterstraße 58. 29. 10. 04. L. 13 422.

Frage 208. 1. Wo erhalte ich Sportblusen-Nadeln, Pferd, schön gearbeitet, Preis 1-3 Mark? 2. Kann mir ein Kollege mitteilen,

woher es kommt, daß meine Polier-Blutsteine Sprünge und Risse Rechtsauskünfte.

bekommen? Bisher habe ich dieselben auf Leder mit Zinnasche C. B. in L. Sie fragen an, ob ein Gerichtsvollzieher gepfändete abgezogen, was eignet sich am besten dazu?

J. F. D. Gold- und Silberwaren und Uhren in einer Wirtschaft öffentlich Frage 209. Wer liefert Schlaraffen - Artikel in echt und Chinaversteigern darf, oder ob er die Versteigerung in dem Ladenlokal silber, ferner Bismarck- und Kaiser Wilhelm I. -Anhänger in Silber? des Gepfändeten vornehmen muß? – Antwort: Der Gerichts

A. H. in L. vollzieher ist nicht an die Vorschrift gebunden, die für einen Privat Frage 210. Ich habe gegen 18 Pfund Stanniol. Wer kauft solgeschäftsmann bestehen, der eine Versteigerung abhalten lassen ches und für welchen Preis ? – Wer liefert bei 6 monatlichem Ziel will. Er kann in dem gewählten Pfandlokal auch Gold- und Silber- Hirsche in allen Größen als Nippfiguren in Bleiguß oder Zinkguß, sachen mit versteigern. Dieses Pfandlokal darf auch ein öffentliches versilbert und auch weiß gemalt, eventuell auch in anderem Metall ? Wirtshaus sein, sofern es sich um eine amtliche Versteigerung Wer liefert irgend welche hübsche zierliche Gegenstände, z. B. Wandhandelt. Hat der Gerichtsvollzieher eine freiwillige Versteigerung tellerchen oder Kartentellerchen, versilbert, mit Hirschköpfen oder übernommen, so darf er dieselbe nicht in einem öffentlichen Wirts- gepreßten Waldidyllen mit Hirsch? Wer gibt Hirschhaken-Schmuckhaus abhalten, das wird aber in Ihrem Fall nicht in Frage kommen. sachen für das Sommerhalbjahr in Kommission ? B. L. in W. H. Verlust bei Einschreibesendungen. Es ist vielen Goldschmieden

Frage 211. 1. Wieviel Gramm Feingold enthält ein Dukaten? nicht bekannt, daß die Postverwaltung nur für den Verlust, nicht

Welches ist der Normalpreis für ein Gramm Feingold? 2. Wie auch für die Beschädigung der Einschreibesendungen. dem poliert man Emaille ? Wie wird ungelungenes Email von dem Absender im Falle reglementsmäßig erfolgter Einlieferung Ersatz

Gegenstand entfernt? Mit welcher Vergoldung vergoldet man leistet, daß es sich daher empfiehlt, Geld nur in Briefen oder Paketen emaillierte Gegenstände ? mit Wertangabe zu befördern. Nach § 6 Abs. 1 des Gesetzes über

Antworten: das Postwesen vom 28. Oktober 1871 übernimmt die Post nur eine Zu Frage 200. Perlmutterimitations - Folien liefern Spannagel Garantie 1. für den Verlust und die Beschädigung a) der Briefe & Caesar, Lüdenscheid. mit Wertangabe, b) der Pakete mit oder ohne Wertangabe, 2. für Zu Frage 201. Niederwalddenkmal, gegossene Figuren, Anden Verlust der rekommandierten Sendungen. Es ist also nur von sichtsteller usw. liefern Grüber & Lösenbeck, Lüdenscheid. einer Garantie für den Verlust, nicht aber für die Beschädigung der Zu Frage 202. Weiße Zirkone, auch gelb und rötlich, liefert Einschreibesendungen die Rede. Wenn der Postverwaltung eine Carl Kley, Idar, Brunnenstraße 12. Verpflichtung, den Wert zu ersetzen, beigemessen werden soll, so Zu Fragen 203, 206, 211. Die Beantwortung Ihrer Fragen finden müssen Wertsendungen mit Wertangabe versehen werden, da Ein- · Sie unter der Rubrik „Für die Werkstatt“.

Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Bekanntmachung,

Von einem Mitglied aus Detmold wurde uns kürzlich Beschwerde darüber erhoben, daß auf der dortigen Andreasmesse Goldsachen verkauft würden. Wir telegraphierten sofort, daß der Verkauf von Gold- und Silbersachen nach der Reichsgewerbeordnung § 56, Abs. 3, im Umherziehen verboten ist, und daß bei der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten sei. Unser Mitglied wandte sich an die Behörde, und ihm wurde ein Schutzmann sofort mitgegeben. 5 Budeninhabern wurde bedeutet, die dort ausliegenden Gold- und Silber sachen zurückzuziehen, außerdem erhielt jeder noch ein Strafmandat in Höhe von 20 Mk. zugestellt.

Dieses schnelle Eingreifen der Behörde zeigt, wie sich die Kollegen, namentlich in den kleineren Provinzialstädten, zu verhalten haben, wenn sie vor Schaden bewahrt sein wollen. Wir raten, diese Bekanntmachung auszuschneiden und vorkommendenfalls Gebrauch davon zu machen, entweder bei der Bürgermeisterei oder bei der Polizeiverwaltung.

Es ist zur Kenntnis des Vorstandes des Verbandes gelangt, daß auf verschiedenen Gewerbeausstellungen sich Firmen mit Glassteinen eingeschlichen haben, welche mit diesen Waren einen ganz ungehörigen Humbug treiben und das Goldschmiedegewerbe auf das heftigste schädigen.

Wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß es Aufgabe der Vorstände ist, bei den Ausstellungsleitungen auf die Schädigung des Gewerbes durch derartige Handelsausstellungen hinzuweisen.

Wir beziehen uns dabei auf einen Erfolg, den ein Mitglied des Verbandes in Tilsit erzielt hat. Es wurde uns die Mitteilung, daß auf der nächstjährigen Ausstellung in Tilsit Bera-Diamanten ausgestellt und verkauft werden sollten. Wir haben unserem Mitgliede verschiedenes Material eingereicht über diese Art Firmen, mit welchem derselbe bei der Ausstellungsleitung vorstellig geworden ist. Der Erfolg war, daß die Antragsteller abgewiesen wurden. Berlin, den 5. Dezember 1904. Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede

Berlin S., Oranienstraße 143.

Fischer. Rudolf Menzel.

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