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Das neue englische Punzierungsgesetz für ausländische Waren. Der Fall Engel in der Kreditorenvereins-Versammlung

Dieses für den deutschen Handel mit Großbritannien äußerst wichtige Gesetz ist unterm 22. Juli 1904 vom Parlament angenommen und jetzt veröffentlicht worden; wir geben nachstehend seinen genauen Wortlaut wieder und fügen zum Schluß die Abbildungen der neuen Punzierungszeichen bei.

„Es wird durch des Königs allererhabenste Majestät unter dem Beirat und der Zustimmung der geistlichen und weltlichen Herrenhaus- und Abgeordnetenhausmitglieder, die gegenwärtig im Parlament versammelt sind, und unter deren Machtvollkommenheit verordnet und beschlossen, was folgt: I. 1. Wenn in Erfüllung der Abteilungen 59 und 60 des Zoll

gesetzes von 1842 oder der Abt. 10 des Steuergesetzes von 1883 irgendwelche Silberware probiert, gestempelt und punziert werden soll, oder wenn irgendwelche Silberware aus fremden Ländern eingeführt und dem Punzierungsamt vorgelegt wird, um probiert, gestempelt und punziert zu werden, so soll diese Silberware in solcher Weise gestempelt werden, wie Seine Majestät durch Kabinettsorder bestimmen wird, damit leicht erkennbar gemacht werde, ob diese Silberware in England, Schottland oder Irland angefertigt oder vom Ausland eingeführt wurde, und diese Stempel sollen

als in Erfüllung genannter Gesetze gemacht angesehen werden. 2. Jede Person, die nach einem von Seiner Majestät durch

Kabinettsorder bestimmten Tage irgendwelche Silberware zum Punzierungsamt bringt oder bringen läßt, damit sie probiert, gestempelt und punziert werde, soll in einer durch Seine Majestät mit Kabinettsorder vorgeschriebenen Form schriftlich bestätigen, ob die Silberware in England, Schottland oder Irland angefertigt oder ob sie vom Ausland eingeführt wurde, es soll aber nicht notwendig sein, eine solche schriftliche Angabe zu machen, wenn der Artikel durch einen Zollbeamten nach den Vorschriften des Steuergesetzes von 1883 zum Punzierungsamt gebracht wird, da

mit er probiert, gestempelt und punziert werde, weil er

vom Ausland eingeführt wurde. 3. Wenn irgendeine Person einen Silber- oder anderen Gegen

stand nach dem wie oben festgesetzten Tage zum Punzierungsamt bringt oder bringen läßt, damit er probiert, gestempelt und punziert werde, und nicht angeben kann, ob der besagte Gegenstand in England, Schottland oder Irland angefertigt oder ob er vom Ausland eingeführt wurde, SO soll diese Person es ebenfalls in der vorgeschriebenen Weise schriftlich bestätigen und die Silber- oder andere Ware soll gestempelt und punziert werden, als ob sie vom

Ausland käme. 4. Wenn irgendeine Person wissentlich eine falsche Angabe zu

diesen Vorschriften macht, so soll sie nach gesetzlich geschehener Verurteilung einer Strafe von nicht über 5 Pfund Sterling für jeden Artikel, über den die falsche Angabe ge

macht ist, unterliegen. 5. Das Zollgesetz von 1842 soll so gehandhabt werden, als ob

seine Bestimmungen durch die obigen ersetzt worden wären. 6. Seine Majestät kann durch Kabinettsorder widerrufen, ändern

oder Zusätze machen zu jeder Kabinettsorder, die zu vor

liegendem Gesetz erlassen wird. II. In Schottland sollen alle Zuwiderhandlungen gegen dieses

Gesetz nach den schottischen Sondergesetzen bestraft werden. III. Dieses Gesetz soll am 1. November 1904 in Kraft treten. IV. Abteilung 2 des Zollgesetzes von 1876 wird hierdurch auf

gehoben.“

Nachstehend geben wir die neuen Punzierungszeichen wieder, mit welchen nach dem neuen Gesetz ausländische Gold- und Silberwaren gestempelt werden. Tafel 1 zeigt die Zeichen für ausländische Uhrgehäuse in doppelter Größe, Tafel 2 zeigt die Zeichen, welche von den verschiedenen Punzierungsämtern auf ausländische Gold- und Silberwaren geschlagen werden.

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in Pforzheim.

Die Mitglieder-Versammlung, welche mit der Tagesordnung: ein ansehnliches Warenlager verblieb, das nach der seither er„Der Fall M. Engel & Co.“ ausgeschrieben war, zeigte durch ihren mittelten Gepflogenheit sonst in 2–3 Monaten verschleudert gestarken Besuch, welch hervorragendes Interesse er in der Fabri- wesen wäre. Aus einem ausführlichen Pariser Bericht, den der kantenwelt in Anspruch nimmt. Es ist ein seltenes Vorkommnis, Kreditorenverein über den jetzigen Stand der Sache erhalten, ergibt daß es einem vor wenigen Jahren erst kurze Zeit in Pforzheim sich, daß die Katastrophe mit Sicherheit kommen mußte. Ohne ansässig gewesenen Grossisten, der sich dann in Paris niederläßt, daß die Mittel der Ausdehnung des Geschäfts entsprachen, untermöglich war, in der Zeit von vier Jahren eine Schuldenlast von hielt Engel vier Reisende und reiste selbst mit, so daß ständig fast einer Million Francs auf sich zu laden und dabei so zu fünf wertvolle Reise-Kollektionen da waren. Die Generalunkosten wirtschaften, daß für die Gläubiger ohne Vorrecht eine Quote von verschlangen jährlich 200 000 Frs. Dabei mußte Engel auf lang20–30 Prozent, bei zwangsweiser Versteigerung der Aktiven viel- fristiges Ziel teuer einkaufen, während er billiger als die Konkurrenz, leicht gar nichts herauskommt. Wie Herr Stöffler bemerkte, mitunter ganz ohne Nutzen, verkaufte. Der Pariser Bericht glaubt, hatte sich der Inhaber der Firma M. Engel & Co. in Paris vor vier daß bei einer Reduktion des Betriebes auf drei Reisende und auf Jahren dem Kreditorenverein dadurch vorteilhaft bekannt gemacht, einen Umsatz von 600 000 Frs. die Fortführung des Geschäfts mögdaß er sich bei der Liquidation seines Pforzheimer Geschäftes als lich wäre. Die Bilanz zeige bei 350—400 000 Frs. Aktiven bevorein anständiger Geschäftsmann zeigte. In Paris erweiterte er sein rechtigte Forderungen in der Höhe von 150 000 Frs. und solche Engrosgeschäft schnell; er hatte nach seiner vom Kreditorenverein ohne Vorrecht von 990 000 Frs., was bei sorgfältiger Verwertung eingeholten Angabe im Monat Juni ein eigenes Vermögen von der Aktiven eine Dividende von 20–25 Prozent zulasse. Herr 150 000 Frs.; einen Umsatz von 8-900 000 Frs. und im letzten Jahre Stöffler empfahl die Übernahme des Lagers auf eine von den einen Reingewinn von 50 000 Frs.; dazu stand ein junger Pariser, Gläubigern gebildete Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Von der Sohn eines dortigen Anwalts, im Begriff, mit 100000 Frs. Kapital den Gläubigern seien für ca. 200 000 Frs. in Paris, für 750 000 Frs. ins Geschäft einzutreten. Die wiederholt in Pforzheim und in Paris in Deutschland und Österreich. - Herr Fabrikant Emil Rothüber Moritz Engel eingeholten Auskünfte lauteten günstig. An- schild, welcher im Auftrag des Gläubigerausschusses in den letzten gesichts der zunehmenden Ausdehnung der Bezüge hatte der Tagen in Paris verhandelt hatte, bezeichnete in seinem Bericht den Kreditorenverein von Engel die Vorlage authentischer Nachweise Konkursverwalter als einen zum Glück sehr vertrauenswürdigen über sein Geschäftsvermögen verlangt und ihm zuletzt eine Frist Mann von großem Verständnis. Ihm stehen zwei bekannte Pariser bis zum 31. Oktober dazu gegeben. Statt dessen legte Engel am Steinhändler als kontrollierende Mitglieder zur Seite. Mit einer 24. Oktober zur größten Überraschung der Geschäftswelt seine mit Ausnahme hätten die Lieferanten von Kommissionswaren keine Auseinem Fehlbetrag von ca. 500 000 Frs. abschließende Bilanz beim sicht, ihre Waren zurückzuerhalten. Gut sei, daß die Pariser und Handels-Tribunal in Paris nieder und deklarierte damit seine Zah- Pforzheimer Gläubiger einig seien und einen gemeinsamen Anwalt auflungsunfähigkeit. Nach französischem Recht war damals der Kon- stellen. Der Konkursverwalter habe es fertig gebracht, eine sofortige kurs gegeben. Noch am gleichen Tage hatten M. Engel & Co. Verschleuderung des Warenvorrats zu vermeiden. Engels Associé, 20 000 Frs. zur Deckung fälliger Verbindlichkeiten nach Pforzheim Guastalla, habe sich für sein Einlagekapital ganz enorme Vorteile gesandt. Der Schritt geschah von Engel plötzlich, so daß noch verschafft. -- An die Referate schloß sich noch eine längere Debatte.

Eine nachahmenswerte Bekanntmachung erläßt der Rat der Stadt Dresden; sie lautet: „Wiederholt vorgekommene Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des § 56,3 der Reichs-Gewerbe-Ordnung, nach welchen Gold- und Silber waren, Bruchgold und Bruchsilber sowie Taschenuhren vom Ankauf oder Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossen sind, veranlassen uns, dieselben mit dem Bemerken in Erinnerung zu bringen, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen in Gemäßheit von § 148,7a der Reichs-Gewerbe-Ordnung mit Geldstrafen bis zu 150 Mark, im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft werden.

Eine gleiche Strafe haben nach § 148,5 der Reichs-GewerbeOrdnung auch diejenigen zu gewärtigen, welche dem § 42 a der Reichs-Gewerbe-Ordnung zuwider Gegenstände, die von dem Ankauf oder Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossen sind, innerhalb des Gemeindebezirkes des Wohnortes oder der gewerblichen Niederlassung von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten feilbieten oder zum Wiederverkauf anbieten.“

Es wäre sehr angebracht, wenn die Goldschmiede der andern Plätze gleichfalls solche Bekanntmachungen erwirken könnten.

Hessische Fünf- und Zweimarkstücke. Die aus Anlaß des 400. Geburtstages Philipps des Großmütigen geprägten Gedenkmünzen sind in Darmstadt eingetroffen und werden ausgegeben. Die Geldstücke ähneln den gelegentlich der Zentenarfeier des Königreichs Preußen geprägten. Sie tragen auf der Vorderseite die Reliefbildnisse Philipps des Großmütigen und des Großherzogs mit der Umschrift: „PHILIPP, LANDGRAF ZU HESSEN — ERNST LUDWIG, GROSSHERZOG VON HESSEN U. B. R. 13. NOV. 1504—1904“ und den Wahlspruch Landgraf Philipps: „VERBUM DNI (Abkürzung für Domini) MANET IN AETERNUM“, zu Deutsch: „Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit“. Die Rückseite zeigt den Reichsadler und die Umschrift: „DEUTSCHES REICH 1904 FÜNF (resp. ZWEI) MARK“. Auffallend ist die Aehnlichkeit in den Gesichtszügen der beiden Herrscher. Die Geldstücke werden schon jetzt mit Aufschlag verkauft, sie dürften also bald im Werte steigen. In den allgemeinen Verkehr werden die Münzen kaum kommen.

Doublékettenfabrikanten und Berkwerksbesitzer.

Die Teilhaber der Firma Fr. Speidel, einer der größten Bijouteriefabriken in Pforzheim, die Herren Gebrüder Speidel haben mit der Zivilliste des Sultans einen Kontrakt abgeschlossen, wonach denselben die Ausbeutung sämtlicher Bergwerke auf der Insel Thasos gewährt wird. Die dortigen Berkwerke, von denen die Gebrüder Speidel bereits eines seit mehreren Jahren ausbeuten, enthalten hauptsächlich reiche Lager von Galmei, dann aber auch Kupfer, Blei und Silber. Die Konzessionäre gaben auf ihren Gewinnanteil der Zivilliste einen Vorschuß von 55,000 Pfund. Die Gerechtsame laufen 40 Jahre und können verlängert werden. Der Anteil der Zivilliste beträgt 12 Prozent vom Bruttoergebnis. Auf der einen bereits seit zwei Jahren exploitierte Mine beschäftigen die Konzessionäre jetzt schon 500 Arbeiter. Die Insel Thasos, die bis vor zwei Jahren vom Khedive verwaltet wurde, ging damals wieder in effektiven türkischen Besitz über. Goldschmiede gebt in der guten Geschäftszeit acht!

In einem Goldwarengeschäft in Gießen erschien ein Italiener und ließ sich Uhrketten vorlegen. Er kaufte zunächst keine und verließ das Geschäft, um nach kurzer Zeit zurückzukehren, um sich Ringe zur Auswahl vorlegen zu lassen. Da er kein Geld hatte, wurden ihm die ausgesuchten Sachen nicht überlassen, er hatte es aber verstanden, zwei Uhrketten und einen Ring in seinen Kleidern verschwinden zu lassen. Der Schwindler wurde verhaftet; die Ketten und der Ring fanden sich bei ihm vor.

Die Folgen des russisch-japanischen Krieges machen sich, wie die Statistik nachweist, im Bijouterie-Export sehr bemerkbar. So wurden im ersten Halbjahr 1904 an Goldwaren nur 399 000 Rubel gegen 652 000 Rubel im Jahre 1903, an Silberwaren nur für 332 000 Rubel gegen 462 000 Rubel im Jahre 1903 und an Edelsteinen und Korallen nur für 294 000 Rubel gegen 763 000 Rubel im Jahre 1903 eingeführt.

Von den Schulen. Die bürgerlichen Kollegien in Schw.Gmünd haben beschlossen, an der kunstgewerblichen Fachschule eine Mädchenabteilung zu errichten.

Schützt Eure Läden vor Einbruchsdiebstahl!

Wenn man den Kunden nicht kennt. Mit einem neuen Trick arbeitet ein Gauner, um auf dem schnellsten Wege recht erhebliche Geldbeträge zu erschwindeln. Der etwa 35 Jahre alte, stattliche und elegant gekleidete Herr, der in seinem ganzen Auftreten den Eindruck eines wohlhabenden Kaufmanns macht, läßt sich in Juwelengeschäften wertvolle Uhren und silberne Damentäschchen vorlegen, kauft Sachen und empfiehlt sich mit dem Bemerken, man möge sie am nächsten Morgen unter Vorlegung der Quittung im Bureau einer namhaft gemachten Brauerei, deren Direktor er wäre, abliefern.

deren Direktor er wäre. abliefern. Bald darauf kommt der „Direktor“ in das Geschäft zurück, öffnet unter zahlreichen Entschuldigungen sein Portemonnaie, zeigt eine stattliche Menge blinkender Goldstücke vor und endet mit der Bitte, ihm 60, in einigen Fällen auch 100 Mk. zur Aufrundung einer Summe zu leihen, mit der er anderwärts sofort eine Rechnung begleichen müsse. Die Anleihe solle beim Ueberbringen der gekauften Sachen wieder erstattet werden. Zu ihrem Schaden haben sich einige Geschäftsinhaber am nächsten Morgen überzeugen müssen, daß sie es mit einem Betrüger zu tun hatten.

Der Hehler ist schlechter wie der Stehler! Als Hehler des wegen Golddiebstahls in dem Bijouteriegeschäft von Ochs und Bonn in Hanau verhafteten Goldarbeiters K. Wagner wurde der selbständige Goldarbeiter Sebastian Dienald in Haft genommen. Außer Wagner wurden in demselben Geschäft im Laufe der letzten zwei Jahre noch zwei andere Golddiebe verhaftet, die beide die Firma um ganz bedeutende Werte bestohlen hatten und mit ihren Hehlern zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt wurden. W. gab an, er habe an Dienald schon jahrelang gestohlenes Gold verkauft.

Von einem Schwindler geprellt wurde der Goldwarenhändler Züchner in der Köllnischen Straße 9 in Berlin. Im Geschäft stellte sich ein junger Mann ein, der sich als der Schriftsetzer Otto Penn, Fischerbrücke 9 wohnhaft, ausgab und angeblich für einen Bekannten eine goldene Uhr aussuchen sollte. Frau Z., die in Abwesenheit ihres Gatten den Käufer bediente, legte ihm zwei Uhren im Werte 150 und 85 M. vor. P. entschied sich für die erste und bat, sie zur Besichtigung mitnehmen zu dürfen. Frau Z. wies zwar dies Ansinnen zurück, erklärte sich aber bereit, P. zu begleiten. Sie legte daher die Uhr in das Etui zurück und machte sich zum Gehen fertig. In demselben Augenblick ergriff jedoch P. die Uhr und lief damit auf die Straße. Frau Z. eilte ihm sofort nach, konnte ihn jedoch nicht mehr erreichen, so daß er mit dem Raube entkam. In seine richtig angegebene Wohnung ist P. bisher nicht zurückgekehrt. Die gestohlene Uhr, eine dreikapselige goldene Union-Remontoiruhr, deren Krone etwas beschädigt ist, trägt auf jeder Kapsel als Fabrikmarke eine Glocke.

Gauner auf Rundreisen! Von den Juwelendieben, die vor einiger Zeit den Laden eines Stockholmer Juweliers ausräumten und jüngst in Kopenhagen bei einem Juwelier einbrachen, hat man noch immer keine Spur, doch zeigt sich nach den Ermittlungen der Kopenhagener Polizei, daß man es mit gewandten internationalen Einbrechern zu tun hat. Sie haben mindestens an acht verschiedenen Plätzen Europas „gearbeitet“. Dieselbe Beschreibung, die die Kopenhagener Polizei von den Einbrechern gab, erhielt man unter anderem auch von Frankfurt a. M., Köln, Halle, Brüssel und Paris. In Halle wurde der Einbruch 14 Tage vor dem Diebstahl in Kopenhagen verübt, weshalb man annehmen kann, daß sich die Einbrecher nach ihrem Gastspiel in Stockholm nach Halle und von dort nach Kopenhagen begaben. Den Sommer hindurch widmeten sie sich deutschen Städten. Im ganzen dauerte die Rundreise anderthalb Jahr, aber in dieser Zeit haben sie auch eine Menge Juwelen gestohlen, deren Wert auf 400 000 Mk. berechnet wird.

Ein Nachschlüssel genügte. In der Nacht zum Montag voriger Woche wurde in der Goldwarenfabrik Köln, G. m. b. H. (Inhaber Oskar Dittrich und Hugo Wallmann), Waisenhausgasse Nr. 5, eingebrochen und für etwa 20 000 Mk. Schmucksachen gestohlen. Die Diebe gelangten mittels Nachschlüssels in das auf der zweiten Etage im Hintergebäude gelegene Kontor und öffneten zwei eiserne Schränke, woraus sie eine Anzahl Brillantbrochen, -Ringe, -Steine, silberne Stock- bezw. Schirmgriffe usw. stahlen. Von den Dieben fehlt jede Spur.

Ein anderer großer Einbruchsdiebstahl bei einem Juwelier wurde in Paris an einem der belebtesten Punkte der Stadt, in der Rue de Rivoli, an der Ecke der Rue Saint-Martin verübt. Es ist das eines der ältesten Pariser Geschäfte dieser Branche, das die Firma „à la Gerbe d'Or“ führt und seit 1797 besteht. Die Diebe sind von einem Keller in den Laden eingebrochen und haben aus der Auslage eine große Menge von Ringen, Ketten, Armbändern, Ohrgehängen usw. im Gesamtwerte von 300000 Fr. mitgeschleppt, dagegen alle Talmisachen und Bronzen unberührt gelassen. Die Hauptsache für den Besitzer aber ist, daß den Dieben ein Kästchen mit geschliffenen Diamanten im Werte von einer Million, das im Geldschranke aufbewahrt wurde, entgangen ist.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftseröffnungen und Eintragungen. Heinrich Heilbut, Bijouterie- und Bronzewaren, Hamburg, Alster - Arkaden 2. Xaver Langenwalter, Gold- und Silberwaren, Bamberg, Lebergasse 1. - Ludw. Schmieth, Goldschmied, Schwerin (Meckl.). - Guido Helsing, Juwelier, Dresden, Johannesstraße 17. Juwelier Gustav Willms, Gelsenkirchen-Schalke, Gewerkenstraße 15. - Theodor Wilhelm Herbstrith, Pforzheim, Bijouterie- und Kettenfabrik. - Friedr. Dietz & Aug. Müller, Pforzheim, Kettenfabrik.

Berichtigung. In Nr. 49 nannten wir unter Neuetablierungen die Firma Schmelzer & Klein, Oberstein. Die Firma fabriziert nur Karabiner zu Uhrketten.

Geschäftsverlegungen. Maas & Doll, Pforzheim, nach Tunnelstraße. - Merkle & Maisenbacher, Pforzheim, nach Kronprinzenstr. 8. – Emil Hory, Stuttgart, nach Gymnasiumstr. 18.

Firmenänderungen. Heinr. Baeder & Co. in Dressing & Co., G. m. b. H., Kreuznach; Heinr. Baeder ist ausgetreten. – Joh. Straub in Joh. Straubs Nachf. (Inh. Heinr. Hechenberger), Passau.

- W. Kucher & Co., Schwäb.-Gmünd, jetziger Inhaber Anton Friedel.

Löschung von Firmen im Handelsregister. Gruner & Kappler, Pforzheim. - H. Reuter, Karlsruhe. - Karl Leins, Pforzheim.

Prokura - Erteilungen. W. A. Wist, Goldwaren, Hamburg, an Rud. Wilh. Wist. – H. Freitag & Cie., Berlin, an Ludw. Kaufmann. – Dr. Richter & Cie., Pforzheim, an Frau Sophie Richter. Die Prokura Ernst Rausche derselben Firma ist erloschen.

Auszeichnungen. Auf der Weltausstellung in St. Louis erhielten weitere Auszeichnungen: die Professoren der Kunstgewerbeschule G. Kleemann, J. Müller-Salem, Ad. Schmidt und E. Wolber, die Fabrikanten Th. Fahrner, L. Fießler & Cie., W. Birmelin und Ernst Gideon Bek die goldene Medaille, Fabrikant E. Binder die silberne Medaille für ausgestellte Juwelierarbeiten. Außerdem erhielten noch Prof. Müller-Salem für kunstgewerbliche Arbeiten die bronzene Medaille, für Bronze-Arbeiten Prof. Wolber die silberne Medaille und für Glas- und Kristallarbeiten Lehrer Hildenbrand eine bronzene Medaille. Weiter erhielt die Firma Friedr. Dick, Werkzeug- und Feilenfabrik in EBlingen a. N., für ihre in Qualität und Arbeit vorzüglichen und umfangreichen Schaustellungen in Werkzeugen, in Feilen und in Messerwaren den Grand prix und zwei goldene Medaillen. - Der Großherzog von MecklenburgSchwerin verlieh dem Juwelier H. G. G. Christgau in Kopenhagen das silberne Verdienstkreuz der Wendischen Krone. - Aus Anlaß der im Frühjahr in Wien stattgefundenen Modeausstellung wurde dem Silberwarenfabrikanten Max Schwarz, Wien VI/1, Mariahilfstraße 29, für dessen vorzügliche Leistungen in feinen Silberornamentik-Artikeln die silberne Kammermedaille zuteil. -- Auf der Weltausstellung zu St. Louis erhielt die Kollektivausstellung der Königl. Zeichenakademie Hanau und der Edelmetallindustrie Hanaus für Gold- und Silberwaren einen großen Preis, für Juwelierarbeiten die goldene Medaille. Der Firma Louis Müller & Co. in Biel wurde individuell für ihre Uhren mit Marken DIDO und und ASTER die goldene Medaille und kollektiv für die Bernsteinausstellung der Grand Prix“ zuerkannt. Der Firma Gabriel Hermeling, Köln (Inhaber Hofgoldschmied Jos. Kleefisch), wurde für ihre hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der kirchlichen und profanen Goldschmiedekunst die höchste Auszeichnung, der große Preis, zuerkannt. Aug. Witte, Aachen, Päpstl. Hofgoldschmied, erhielt den großen Preis. Außer einer großen Anzahl kirchlicher und profaner Kunstwerke sind auch die von Witte verfertigten Prunkstücke aus dem Aachener Ratssilberschatz ausgestellt. Der Württembergische Kunstgewerbeverein wählte in der letzten Generalversammlung Herrn Peter Bruckmann, Heilbronn, als ersten artistischen Vorstand und Herrn Hofjuwelier Emil Foehr-Stuttgart als Beisitzer. - Den Juwelieren Emil und Albert Foehr, Teilhabern der Firma Eduard Foehr in Stuttgart, ist von dem König von Württemberg die Erlaubnis erteilt worden, das ihrem verstorbenen Vater Kommerzienrat Eduard Foehr verliehen gewesene Prädikat „Königl. Hofjuwelier“ je für ihre Person zu führen.

Berichtigung. Unter Auszeichnungen in Nr. 47 mußte es heißen: Die vereinigten Geld- und Bijouterieschrankfabriken A.-G. in Stuttgart vorm. J. Ostertag, Aalen, und Goetz & Cie., Stuttgart.

Arbeiterjubiläen. Die Goldarbeiter Konrad Fitterer und Heinr. Leopold konnten vor kurzem auf eine 25 jährige Tätigkeit im Hause J. F. Glebe in Pforzheim zurückblicken. Von seiten des Chefs der Firma wurden den Jubilaren schöne Geldgeschenke überreicht. -- Herr Franz Leibins ist als Goldarbeiter 25 Jahre im Hause Berg & Cie. in Stuttgart tätig. Sowohl von der Firma wie von den Mitarbeitern wurde er mit hübchen Angebinden erfreut.

Verschiedenes. Die Silberwarenfabrik Plaz & Kälber in Pforzheim ist als Einzelfirma erloschen und als Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Handelsregister eingetragen worden. Das folgende Erläuterung zu der schon erfolgten Beantwortung. Beim Weitermachen eines Brillantringes kann der Stein leicht beschädigt werden. Natürlich spielt das Muster des Ringes hierbei eine Rolle. Soll ein Ring wie nebenstehend weiter gemacht werden, so ist es nötig, den Stein aus der Fassung zu nehmen, wenn man ganz sicher sein will, daß er nicht beschädigt wird. Zur Erklärung möchten wir den Ring mit einer Zange vergleichen, denn beim Aufliegen des Ringes gibt die schwache Stelle, dies ist bei dem angeführten Ringmuster das Chaton des Ringes, nach. Wir haben

Stammkapital beträgt 114 500 Mk. Es sind bestellt Karl Plaz und Christian Jakob Kälber als Geschäftsführer und Adolf Vester als Prokurist. - Aus der Firma Jonathan Gauß, Silberkettenfabrik Pforzheim ist Eugen Gauß ausgetreten. – Gleichfalls ausgetreten ist Wilhelm Coblenzer aus der Bijouteriefabrikationsfirma Bernh. Engelmann, Pforzheim. – Die Firma Heinr. Scholl & Cie., Pforzheim fabriziert jetzt auch Doubléknöpfe. - Vertreter der Bijouterie- und Stahlwarenfirma Louis Friesinger, Pforzheim, wurde Theodor Friesinger. – Der in Konkours befindliche Bijouteriefabrikant Edgar Waag scheint sein Versandgeschäft für Uhren weiter treiben zu wollen, denn wir finden die früheren Annoncen der Firma Waag und Nonnemann nunmehr unter dem Namen Edgar Waag in den verschiedenen Zeitschriften.

Todesfälle. Herr Eugen Hohweiler, langjähriger Reisender der Firma Heinrich Levinger in Pforzheim, im Alter von 29 Jahren. - Herr Wilh. Tschöpe, Juwelier in Breslau. - Herr Wilh. Durner, Schwäb.-Gmünd. Durch sein freundliches Wesen hat er sich allgemeine Achtung erworben. Die Bijouteriefabrik wird von der Witwe und dem Sohn weiterbetrieben. -- Am 18. November in Schw. Gmünd Herr Otto Hintze sen., 68 Jahre alt. Vor einem halben Jahre übergab er seinen beiden Söhnen Oito und Karl Hintze die Bijouteriefabrik, welche er über 30 Jahre geführt hatte. Der Verstorbene erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Ehre seinem Andenken! --- Herr Karl Mehl, Begründer der Bijouterie- und Uhrenfirma Wilhelm Mehl & Cie., eines der ältesten Geschäfte in Odessa. Er galt als einer der tüchtigsten Männer und erfreute sich hohen Ansehens. — Der weithin bekannte Hofgoldschmied Gabriel Hermeling, der langjährige Inhaber und Leiter der Kölner Goldschmiedefirma Gabriel Hermeling, die jetzt unter Leitung seines Schwiegersohnes Joseph Kleefisch steht, ist im hohen Alter von 73 Jahren verschieden. Der Verstorbene gehörte zu den hervorragendsten Kunstgewerbetreibenden Deutschlands und genoß einen weit verbreiteten Ruf als Edelmetallkünstler und namentlich als Meister der Emailtechnik.

deshalb an diese Stelle ein Scharnir gezeichnet, hiernach ist ersichtlich, welch starken Druck der Stein unter Umständen aushalten müßte. Beim Engermachen kann also der Stein locker werden, auch hierauf muß geachtet werden, da der Goldschmied für den eventuellen Verlust des Steines auch verantwortlich gemacht werden kann.

Aus Innungen und Vereinen. Die Juweliere, Gold- und Silberschmiede hielten in Frankfurt a. 0. ihre Vierteljahrsversammlung ab, die mit einer Ausstellung von selbstgefertigten Arbeiten verbunden war. Es waren vertreten: die Städte Frankfurt a. O., Fürstenwalde a. Spree, Sorau, Sommerfeld, Guben, Küstrin. Die ausgestellten Arbeiten boten ein erfreuliches Bild der Leistungsfähigkeit der Goldschmiede in dem Regierungsbezirk. Juwelier Max Beysen-Frankfurt a. O., dem Mitbegründer und langjährigen Vorstandsmitgliede des Vereins, wurde anläßlich seines 25 jährigen Geschäftsjubiläums ein kunstvoll ausgeführtes Diplom überreicht. Herr Beysen dankte in bewegten Worten für die ihm zuteil gewordene Ehre und versprach, soweit es sein Gesundheitszustand erlaube, auch in Zukunft dem Verein seine Kräfte widmen zu wollen. Der mit Demonstrationen verbundene Vortrag des Juweliers Dietrich-Sorau über ein selbstkonstruiertes Sandstrahlgebläse fand allgemeinen Beifall. Die Bekanntgabe mehrerer Eingaben veranlaßte einige längere Debatten. Die nächste Sitzung des Vereins findet im Februar 1905 statt.

Die Vereinigung der Goldschmiede-Gehilfen Nürnberg feierte vor kurzem ihr 3. Stiftungsfest, verbunden mit Ball und Gesangsvorträgen. Die herrlich dekorierten Säle des historischen Hofes waren von erschienenen Festgästen bis auf den letzten Platz besetzt. Der Vorsitzende Herr K. H. hieß die anwesenden Festgäste willkommen und dankte in kernigen Worten für den zahlreichen Besuch. Die Ballmusik hatte die Schützenkapelle v. I. Schwarz übernommen, welche Vorzügliches leistete, ebenso erntete für ihre exakten Vorträge die Sängerin Mis Liliput allgemeine Anerkennung. Eine weitere Überraschung wurde der Vereinigung zuteil, indem der Vorsitzende Herr Otto Wittenberg im Namen des Uhrmachergehilfenverein „Peter Hele“ ein Gruppenbild mit geschmackvollen Rahmen und Band zum ehrenden Andenken überreichte. Gar rasch verpflogen die vergnügten Stunden, und Alt und Jung blieben bis zum frühen Morgengrauen in fideler Stimmung beisammen, und ein jeder Besucher verließ den Saal mit einem „Gut Borax“ auf das nächste Stiftungsfest. Die Vereinigung unterhält nicht nur das gesellige Vereinsleben, sondern ihre Hauptsache besteht in der Bücherei für das Fachliche, um auf die verschiedenen, nützlichen Zeichnungen, Entwürfe und praktischen Ausführungen die Kollegen aufmerksam machen zu können. Es wäre zu wünschen, wenn sich der Vereinigung die fernstehenden Kollegen in Nürnberg auch anschließen würden.

Geschäftliche Mitteilungen. Den ersten Rang als Spezialfabrik in feuervergoldeten Uhrketten dürfte heute unstreitig die Firma H. J. Stein in Oberstein a. Nahe einnehmen. Nachdem dieselbe vor ca. zwei Jahren ihren Neubau in der Wilhelmstraße errichtet, hat sich infolge der starken Weiterentwicklung des Geschäfts die Notwendigkeit eines weiteren Neubaues herausgestellt. Dieser zweite Neubau ist nunmehr bezogen worden und gibt dem ganzen Etablissement einen stattlichen Abschluß, so daß dasselbe als größtes seiner Spezialbranche und eines der größten in unechten Uhrketten überhaupt dasteht, wobei mit der Ausdehnung auch die Leistungsfähigkeit durch maschinelle Einrichtungen und tüchtige Arbeitskräfte Hand in Hand geht. Aus kleinen Anfängen hat sich der in den letzten Jahren so rapide Aufschwung des Geschäfts hauptsächlich durch das stete Bemühen der Inhaber vollzogen, mit Neuheiten immer voran zu sein, nicht nur für das heimische Geschäft sondern auch für den Export nach allen Ländern. Die altbewährte Qualität der Steinschen Spezialfabrikate nicht nur in Herrenketten sondern auch in Fächerketten und langen Halsketten mit Perlen und Steinen im Pariser Genre sichert denselben dauernde und weitgehendste Beachtung in Schmuck und Mode unserer Zeit nach den modernsten Ansprüchen.

Verbessertes Versand-Ringmaß nach Normal-Millimeter-Umfang. Mit Hilfe dieses echten Pergament-Ringmaßes ist es möglich, von auswärtigen Kunden eine ganz genaue Ringweite zu erhalten, was durch Papierstreifen usw. nie möglich war, daher dem Käufer wie Verkäufer oft genug Verdruß und unnötige Portoauslagen verursachte, Der Gebrauch ist höchst einfach: Das Ende des Maßes wird durch die Metallöse geschoben (Nummern nach außen), so daß es eine Schlaufe bildet, mäßig fest angezogen, und nun ist die Nummer, eventuell zuzüglich des Teilstriches, abzulesen, welche über der Metallöse steht. Diese Maße können auch auf Wunsch rückwärts mit beliebiger Firma bedruckt werden, was gleichzeitig als Reklame gilt. — Zu beziehen durch alle besseren Werkzeuggeschäfte.

Büchertisch. Für Künstler und Kunstfreunde hat der Verlag von W. Spemann, Berlin und Stuttgart, für das Jahr 1905 ein Handbuch „Kunstlexikon“ herausgegeben. Bedeutende Männer auf dem Gebiete der Kunst: Prof. Dr. G. Aarland, Corn. von Fabriczy, Dr. O. y. Falke, Dir. H. Frauberger, Dir. Dr. R. Graul, Dir. Dr. A. Kisa, Prof. F. Luthmer, Dr. Schwedler-Meyer und viele andere sind Mitarbeiter des Lexikons gewesen. Unseren Juwelieren und Goldschmieden, welche sich, wenn auch nicht immer zu den eigentlichen Künstlern“, so doch alle zu den Kunstgewerbetreibenden und Kunstfreunden rechnen, wird das Lexikon ein sehr willkommenes Buch, sogar ein Bedürfnis sein, um auf sachliche und persönliche Fragen in dem weiten Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes eine schnelle Antwort erhalten zu können. Das Werk ist eine Neuauflage des von Bruno Bucher, dem unvergessenen Leiter des Österreichischen Museums in Wien, und Herm. Alexand. Müller bearbeiteten Werkes. Dieses ist 1883 erschienen, aber durch die unermüdlichen Forschungen überholt. Neben vielen Illustrationen im Text enthält das Buch 128 Kunsttafeln, welche nach Photographien hergestellt sind. In kunstgerechter Weise sind die Tafeln so eingerichtet, daß auf ihnen eine ganz bedeutende Menge klassischer Kunstwerke dem Leser vor Augen geführt werden. Mit der ägyptischen Baukunst beginnend, werden

Für die Werkstatt. Erleidet irgend ein Schmuckstück oder dergleichen durch die Schuld des Goldschmiedes, sei es auch Unwissenheit, eine Beschädigung, so ist er ersatzpflichtig. Es kommt vor, daß einem jungen Goldschmied diese oder jene Arbeit in der Praxis noch nicht vorgekommen ist. Wir bringen deshalb infolge einer Anfrage

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uns die bedeutendsten Bauwerke der Erde, auch die modernen, in 14 Tafeln vorgeführt. Unter Plastik sehen wir vorwiegend die römischen und griechischen Kunstwerke der Bildhauerei, und ist es für einen Kunstliebhaber erbauend, die prächtig wiedergegebenen Werke der klassischen Meister zu betrachten. Der Malerei ist ein besonders großer Raum gewidmet, Werke aller bedeutenden Meister folgen in geordneter Reihenfolge. Alle die Kunst betreffenden Fragen sind hier erörtert und stets wird man eine dem Raume und Umfange des Werkes entsprechende Antwort erhalten. Wenn auch der Goldschmiedekunst nicht in hervorragendem Maße gedacht ist, einige Tafeln Schmuck finden wir vor; so wird das Kunstlexikon ein lieber Freund des Goldschmiedes werden, wenn er sich einmal etwas mit ihm befaßt hat. Die Ausstattung ist eine solid-feine. Die Einbanddecke ist mit dunklem Moleskin überzogen nnd mit Goldprägung versehen. Ein gediegenes Weihnachtsgeschenk gibt das Lexikon somit auch ab.

Patente etc. Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44 a. 236 807. Brosche mit einem an ihrer Rückseite angebrachten Klappverschluß, der zum Befestigen bezw. Halten einer Krawatte oder Schleife bestimmt ist. Rumpf & Magerstedt, Berlin. 3. 10. 04. R. 14 499.

44 a. 236 849. Brosche, gekennzeichnet durch aus Horn bestehende Körperteile in Verbindung mit emaillierten und gefaßten Metallteilen. Koch & Rempp, Pforzheim. 27. 9. 04. K. 22 741.

44 a. 237088. Sicherheitsnadel mit einer elastischen Befestigungsschnur. Carl Lingke, Freiberg i. S. 20. 9. 04. L. 13 281.

44a. 237 096. Klemmkarabiner, bestehend aus einem Bügel und einem dessen Oeffnung abschließenden, in einem Bügelende schwingbar gelagerten Hebel, der nur gegen das Bügelinnere verschwenkt werden kann. Wolff, Baad & Co., Wien; Vertr.: Robert Deißler, Dr. Georg Döllner und Max Seiler, Pat.-Anwälte, Berlin NW.6. 30. 9. 04. W. 17 126.

44 a. 237 191. Als Brosche zu tragender Schmuck, bestehend aus fest miteinander verbundenen Gehäusen mit je einem eingesetzten Stein. Fa. Bernh. Dissinger sen., Pforzheim. 12. 9. 04. D. 9186.

44 a. 237 192. Als Kollier zu tragender Schmuck, bestehend aus gelenkig miteinander verbundenen Gehäusen mit je einem eingesetzten Stein. Fa. Bernh. Dissinger sen., Pforzheim. 12. 9. 04. Ď. 9187.

Rechtsauskünfte. K. W. in B. Seit 13 Monaten erziehe ich mir einen Hund zur Bewachung meines Ladens. Kann die Hauswirtin, trotzdem der Laden nicht genügend gesichert ist, die Abschaffung auf Grund des Vertrages verlangen? Kann ich daraufhin nicht verlangen, daß mein Laden und meine Werkstube genügend gesichert wird? Kann ich ferner nicht verlangen, daß der Laden der Branche entsprechend instand gesetzt wird? Die Decke und Tapete sind sehr schlecht. Antwort: Der Mietvertrag muß als gültig angesehen werden. Wenn die Wirtin also nicht genehmigt hat, daß Sie den Hund anschafften, so kann sie noch jederzeit dagegen protestieren, wenn sich Unzuträglichkeiten herausstellen, welche die Abschaffung erwünscht erscheinen lassen. Sie Ihrerseits können aber verlangen, daß der Laden sich in einem Zustand befindet, der dem Mietzweck entspricht. Für Sicherheitsvorrichtungen haben Sie dagegen als Abmieter selbst zu sorgen. Uebrigens werden Sie wohl in dem Vertrag auch zur Vornahme der Reparaturen sich selbst verpflichtet haben, so daß Sie überhaupt keine Ansprüche an die Vermieterin erheben können.

Fragen: Frage 197. Wer liefert Galvanos, Sport, Jagd und andere Szenen darstellend, zum Auflöten auf Etuis ?

R. V. in P. Frage 198. Welche Prägeanstalt liefert Teile in Silber, welche auf Becher, Pokale, Serviettenbänder usw. aufgelötet werden können?

E. P. in W. Frage 199. Wer liefert Fischschuppen-Essenz, welche zur Herstellung von Perlen und Perlmutter-Imitationen gebraucht wird?

W. S. in 0. Frage 200. Welche Firma erzeugt Perlmutterimitations-Folien ?

B. C. in G. Frage 202. Wer liefert Zirkone von ziemlich weißer Farbe ?

M. S. in G. Frage 203. Was sind die jetzt vielfach auftauchenden, sogenannten „Japan - Perlen", und dürfen dieselben dem Publikum ohne jede Erklärung als echte Perlen verkauft werden?

C. L. in P. Frage 204. Wer liefert elegante goldene Damenchatelaines mit Anhängekettchen?

S. K. in P. Frage 205. Welche Firma fabriziert Perlmutter-Rosenkränze?

K. W. in H. Frage 206. Erlaube mir an die verehrten Kollegen die Anfrage: Mit welchem Mittel poliert man die zerkratzten Auslage-Glasscheiben auf?

A. K. in S. Frage 207. Wer liefert geprägte Fürstenkronen, 2 cm breit und größer?

G. J. in W. Frage 208. 1. Wo erhalte ich Sportblusen-Nadeln, Pferd, schön gearbeitet, Preis 1-3 Mark? 2. Kann mir ein Kollege mitteilen, woher es kommt, daß meine Polier - Blutsteine Sprünge und Risse bekommen? Bisher habe ich dieselben auf Leder mit Zinnasche abgezogen, was eignet sich am besten dazu?

J. F. D.

Antworten: Zu Frage 186. I. Vergoldung für Zinkstreifen: 51 destilliertes Wasser, 1 Dukaten als Chlorgold, 200 g phosphorsaures Natron (chem. rein); 40 g schwefligsaures Natron (chem. rein), 20 g kohlensaures Kali, 30 g Cyankalium 100%. Lösung wird auf 40—60° Celsius (schwach) erwärmt und dann die auf blanken Zinkdraht gehängte Ware 1-3 Minuten lang eingetaucht. II. 1 Teil Chlorgold, 6 Teile gelbes Blutlaugensalz, 6 Teile gereinigtes Kochsalz, 4 Teile kohlensaures Kali, 50 Teile kochendes destilliertes Wasser, Reihe nach aufgelöst. Für Zinkstreifen: III. Batterie klein: Auf 1 1 Wasser 45 g Cyankali gelöst; in dieser Lösung mit Goldanode 4-5 Minuten (Dukaten) arbeiten lassen, sowie Sud ansetzt, herausnehmen und kratzen, wieder ein, bis Gewicht darauf ist. Rotvergoldung setzt man 11 gelber Vergoldung etwa 5-6 g Kupfervitriol zu mit Platinaanode.

Zu Frage 194. Galvanische Niederschläge, Landschaften, fertigt an: Emil Finke, Berlin, Sebastianstraße 78.

Zu Frage 201. Bismarck- und Kaiser Wilhelm I.-Büsten in Silber gegossen und ziseliert liefert: Gust. Hauber, Schw. Gmünd.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

Deutsche Goldschmiede-Zeitung Begründet und herausgegeben von Wilhelm Diebener, Leipzig 21,

Schützenstraße 15. Verantwortliche Redakteure: Für den kunstgewerblichen Teil: Professor R. Rücklin, Pforzheim. Für den volkswirtschaftlichen Teil:

Syndikus Hermann Pilz, Leipzig. Amtliches Organ des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold

a und Silberschmiede, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs, der Freien Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes für Berlin und den Reg.-Bezirk Potsdam, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Großherzogtums Baden, der Goldschmiede-Werkgenossenschaft Berlin, der Kölner Juwelier - Vereinigung, der Freien Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Reg.-Bezirks Stettin, der Goldschmiede-Innung Schwerin, der Freien Vereinigung der Goldund Silberschmiede zu Görlitz, des Kreditoren-Vereins für die Gold-, Silberwaren- und Uhren - Industrie Pforzheim, der Kunstgewerbe-Vereine Hanau und Pforzheim, des Gewerbemuseums

Gmünd, der Zentralstelle Schmuck und Mode.

Bezugs-Preis: Ausgabe mit der Beilage „Das Moderne Kostüm“ Modenzeitung für den Goldschmied. (Frühjahrs- u. Herbstheft.) In Deutschland, das Vierteljahr M. 2.-. In Oesterreich, das Vierteljahr Kr. 2.50. Im Ausland, das ganze Jahr M. 10.—. Preis des Einzelheites: große Nummer M. - 40.

kleine Nummer M. -.10. Ausgabe ohne die Beilage „Das Moderne Kostüm“ in Deutschland, das Vierteljahr M. 1.50. In Oesterreich, das Vierteljahr Kr. 1.90. Im Ausland, das ganze Jahr M. 7.50. Preis des Einzelheftes: große Nummer M. - 30.

kleine Nummer M. -.10.

Wöchentlicher Arbeits-Nachweis: In Deutschland, das ganze Jahr M. 3.— In Oesterreich, das ganze Jahr Kr. 3.75. Im Ausland, das ganze Jahr M. 4.-. Preis des Einzelheftes M. –.10.

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Wiederholungen wird Rabatt gegeben. Anzeigen im Arbeitsnachweis die vier-
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