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Warum

???

ist die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ das führende Organ der Edelmetall - Branche?

Weil

die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ das einzige Blatt der Branche ist, das ständig fachwissenschaftliche Mitarbeiter hat,

Weil

die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ das einzige Blatt der Branche ist, das einen kunstgewerblichen Redakteur besitzt, welcher durch seine ständige Fühlung mit maßgebenden Firmen und durch seine berufliche Tätigkeit die Kunstbestrebungen des Goldschmied - Gewerbes dauernd verfolgt und ein fach

männisches Urteil auch abzugeben vermag, Weil

die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ das einzige Blatt der Branche ist, das einen ständigen juristischen und volkswirtschaftlichen Mitarbeiter hat,

Weil

die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ über alle wichtigen Fragen des Gewerbes sofort und eingehend berichtet,

Weil

die „Deutsche Goldschmiede - Zeitung“ tatkräftig für die Interessen der Goldschmiede eintritt und dabei weder Mühe noch Kosten scheut,

Weil

die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ in gediegenster und geschmackvollster Ausstattung erscheint und

die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ VUOIl in vornehmster Weise berichtet.

Verantwortlich für die Redaktion des volkswirtschaftl. Teiles: Syndikus Hermann Pilz, Leipzig; für den kunstgewerbl. 'Teil: Professor R. Rücklin,

Pforzheim. Druck: Spamersche Buchdruckerei in Leipzig.

Das Herbstheft unserer Beilage „Das Moderne Kostüm“.

Verabredetermaßen bieten wir unsern Abonnenten hiermit die Während das umfangreiche Frühjahrsheft unseres „Modernen Herbstbeilage unter dem Titel „Das Moderne Kostüm“, die der Kostüms“ unter einem Kaufpreis von 40–50 Pfg. nicht abgeben Kleiderkunst, soweit sie für den Goldschmied in Betracht kommt, konnten, können wir die Herbstnummer zu 6 Pig. anbieten. und dem modernen Schmuck gewidmet ist. Aus dem Frühjahrs- 100 Stück also zu Mk. 6.—, dazu kommt das Porto, welches bis Heft dieser Mode- und Schmuck-Publikation haben unsere Leser zu 15 Stück 20 Pfg., bis 35 Stück 30 Pfg. beträgt, größere Posten wohl zur Genüge ersehen, was wir wollten: nämlich eine Brücke kosten ein Postpaket je 5 Kilo 50 Pfg. Unsere Publikation wird schlagen zwischen der Schmuck- und Kleiderkunst und das Ganze in dieser Weise zum Oster- und zum Weihnachtsgeschäfte wiederunserer kaufenden Damen- und Herrenwelt als Direktive bei ihren holt. Sämtliche Modezeitungen erhalten die Nummer als Vorlage Einkäufen anbieten. Das Urteil aller unserer Abonnenten über für ihre Zeichner, damit dieselben bei allen ihren Modegruppen die Ausstattung des ersten Heftes war ein allgemein zustimmendes; den Schmuck nicht vergessen. Wir sorgen also in der Modewir hatten es ja auch an Mühen und Opfern für die Ausstattung Zeitungspresse in genügendem Maße für die Reklame zugunsten nicht fehlen lassen, aber es wurden doch auch sehr viele Stimmen unseres Faches, wir verrichten, wie seit vielen Jahren, die nicht laut, dahin gehend, daß dem Kostüm zuviel Raum und Interesse unbedeutende Arbeit, der gesamten Presse kleine Notizen über gewidmet war, und der Schmuck, wenn er auch volle Berück- neue Schmuckmoden zugehen zu lassen. Nun möge auch der sichtigung gefunden, gegenüber dem Mode-Material zu sehr in Goldschmied bei dieser Arbeit zugunsten seines Faches nicht den Hintergrund trat. Man befürchtete, daß die Leser von dem fehlen, möge er zur Verbreitung unserer Reklamebeilage in seiner Modeteil zu sehr angezogen und darüber des Schmuckes vergessen Kundschaft sorgen. Wenn alle das tun, dann stellen wir gemeinsam würden, was aber doch für uns das einzige Motiv zur Heraus- eine Reklamemacht dar, die, sorgfältig erwogen, ihren Zweck nicht gabe dieser Beilage gewesen ist. Noch ein anderes kommt hinzu: verfehlen wird. Der Herstellungspreis für das erste Heft ist ein so hoher, daß es Diese Herbstnummer haben wir vor vierzehn Tagen mit bedem mittleren und kleinen Goldschmied bei der Benutzung als sonderem Aufdruck der Firma des betreffenden Goldschmiedes als Reklame zu hohe Spesen verursacht haben würde, wenn er nur einen die beste Weihnachtsreklame empfohlen. Es ist hiervon in reichem kleinen Teil seiner Kundschaft mit derselben bedacht haben würde. Maße Gebrauch gemacht worden, je nach Bedarf und je nach

Da wir bei Herausgabe unserer Zeitung die Mitarbeit und dem Wunsch ihr Geschäft auszudehnen, haben einzelne Goldschmiede den Rat unserer Leser stets als Führung betrachtet haben, so hundert bis zweitausend Exemplare mit Firma bestellt. Mögen mußten wir diesen beiden Punkten unbedingt Berücksichtigung alle übrigen diesem Beispiel folgen. Soweit wir Muster für den zuteil werden lassen, und wir hoffen, daß uns das gelungen ist. Aufdruck der Firma noch auf Lager haben, stellen wir dieselben In erster Linie haben wir in dem neuen Beiblatt den Schmuck gegen 30 Pig. zur Verfügung. Wir erklären uns auch bereit, am als Hauptsache betrachtet, die Mode als Nebensache; immerhin 25. November noch einen Neudruck vorzunehmen, falls Bestellungen stammt unser Modenbericht aus der Feder einer ersten Moden- mit Firmen-Aufdruck gemacht werden sollen. Wo das nicht der schriftstellerin, und er kann mit vollem Recht Anspruch auf Be Fall, empfehlen wir Exemplare ohne Firma zu beziehen, sie mit achtung bei der gesamten Damenwelt machen. In dem Moden- Firmenstempel zu versehen und der im Laden verkehrenden Kundbericht spielt aber, wie die Leser sehen werden, auch der Schmuck schaft zu dedizieren oder durch Post zu übersenden. die hervorragendste Rolle. Außerdem haben wir diesem Moden. Nun bringen wir auch moderne Damenuhren, die fast jeder bericht einen Artikel, „Der Schmuck als Geschenk“, vorangestellt, Goldschmied auf Lager führt. Die Muster entstammen dem Hause der direkt auf den Kauf von Gold- und Silbersachen als das wert. Paul Ditisheim, Chaux de Fonds. Der Geschäftsmann wird bei vollste Geschenk hinweist. Dann folgt die kleine niedliche Be- Nachfrage seiner Kundschaft natürlich sagen, daß dies nur Typen trachtung über die Zuckerzange, welche direkt den Interessen moderner Taschenuhren seien, und seine Muster an Mann zu unseres Gewerbes dient, und dann der praktische Artikel „Ein bringen suchen. Übrigens wird man von genanntem Hause die offener Brief an die Damenkundschaft der Goldschmiede“, der das Muster erhalten können. Die beiden Monogramme stammen aus lästige Thema über das Schwarzwerden des Goldes in einer aus dem bekannten auf der Ausstellung St. Louis vom Internationalen gezeichneten Weise behandelt. Unsere Goldschmiede sollten uns Preisgericht ausgezeichneten Werke unseres Wilhelm Diebener. dieses Artikels wegen allein dankbar sein und keine Gelegenheit Nun die Modebilder: Wem lacht nicht das Herz beim Anblick des vorübergehen lassen, um denselben in ihrer Kundschaft zu ver reizenden Wesens auf Seite 154, wer schätzt nicht die Anmut des breiten. Und schließlich der letzte Artikel über ein historisches Bildes auf Seite 156, und wer könnte sich einen hübscheren Typus Thema ist ebenfalls hochinteressant und zeigt, wie man auch in einer reiferen Frau denken wie das Bild auf Seite 158. Es ist eine früheren Jahren, vielleicht mehr wie heute, das Studium des pas- bekannte Tatsache, daß die lohnende Kundschaft des Goldschmieds senden Schmucks für das Kostüm pflegte. Einer unserer Künstler- erst mit dem reiferen Jahren beginnt. Die junge Frau trägt die Goldschmiede hat die Wichtigkeit gerade dieses Artikels für die kostbarsten Edelsteine in ihren Augen. Erst wenn das zunehmende Goldschmiedekunst hervorgehoben, und wir schätzen es, daß wir in Alter die Jugendfrische hinweg nimmt, greift man zu den Schmuckder Lage sind, diesen für die breite Öffentlichkeit bieten zu können. Brillanten; man greift zur Halskette, um die ersten Falten, die das

Das Bildermaterial dürfte für sich selbst sprechen: eine Tafel Alter zeigt, zu bedecken. kuranter Schmucksachen, wie sie in gleichen oder ähnlichen Mustern Wir glauben im wahren Sinne des Wortes eine Goldschmiedejeder Goldschmied auf Lager hat. Wir wollten es direkt ver- . Zeitung für das Publikum geschaffen zu haben, und kein Goldmeiden, aparten, sogenannten Künstlerschmuck zu bringen, und schmied darf versäumen, diese als Reklame hinauszusenden, ihr hoffen, daß an der Hand unserer Abbildungen keinem unserer Abon- eine Verbreitung zu geben, soweit als es das geschäftliche Interesse nenten Schwierigkeiten entstehen werden, ähnliche Muster vorzulegen. nur irgendwie zuläßt, und da glauben wir, haben wir auch den Die Auswahl ist übrigens vom Vorstand der Freien Vereinigung zweiten Punkt der Wünsche unserer Leser getroffen in bezug auf des Gold- und Silberwarengewerbes in Berlin getroffen worden. die Billigkeit.

Der Temesvarer Kongress und unsere „Goldschmiede-Zeitung“.

Wir haben in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ in Nr. 35 Markt durch gute, dem dortigen Geschmacke entsprechende Ware auch des Temesvarer Kongresses gedacht, weil uns die Erschei- bei entsprechenden Preisen zu sichern, was um so notwendiger nungen desselben auch für die deutschen Goldschmiede außer- ist, als auf dem Kongreß auch die Schaffung eines speziellen ordentlich wichtig erschienen. Handelte es sich doch darum, in „ungarischen“ Kunstgewerbes ins Auge gefaßt worden ist. Ob es Ungarn die Positionen zu erhalten, welche die deutsche Edel- möglich sein wird, einen nationalen ungarischen Stil zu metall-Industrie sich zur Zeit dort erworben hat. Wir gaben in schaffen, wollen wir dahingestellt sein lassen, aber nicht verunserem Artikel der Befürchtung Raum, daß unser Absatz in Un- gessen, daß das an Chauvinismus grenzende ungarische patriotische garn bedroht werden könnte. Auf unseren Artikel antwortet nun Gefühl sich in so mannigfacher Weise bereits durchgesetzt hat, das Fachblatt „Ungarische Edelmetallindustrie“ folgendes:

daß die Einführung eines solchen Stiles und das Interesse des „Die vom Landesverbande entwickelte Tätigkeit war nicht großen Publikums für denselben durchaus im Bereiche der Mögohne Erfolg; das wird auch durch den Umstand bezeugt, daß die lichkeit liegt, also auch nach dieser Richtung müssen unsere Fabriausländischen Fachkreise dem Kongresse und dessen Verlaufe ihre kanten auf der Hut sein.“ Aufmerksamkeit zuwendeten. Sowohl die österreichischen Tages- Diese Schlußworte des Fachblattes klingen wie ein Mahnruf und Fachblätter wie auch das bedeutendste Fachblatt an die deutschen Kollegen, welche uns zu folgender Erklärung Deutschlands, die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“, veranlassen: die in Leipzig erscheint, beschäftigt sich eingehend mit den ge- „Zugegeben, daß unsere gemeinnützige und patriotische Befaßten Beschlüssen und beschreibt ausführlich das Programm des wegung an Chauvinismus grenzt, die leitenden Männer unserer Kongresses. Auf einige Bemerkungen dieses Fachblattes wollen Branche fühlen sich jedoch frei von jeder Nebenabsicht, sie sind wir reflektieren.

ausschließlich nur von dem starken Willen und von dem erhebenIn erster Reihe hebt das Blatt hervor, daß der Landesverband den Gedanken beseelt, die Ubung, die Entwicklung und den Fortseit sieben Jahren besteht, daß an der Spitze der bedeutendste schritt unserer Branche auf allen Gebieten durch zielbewußte, Juwelier Ungarns, Herr Karl Bachruch, steht, erwähnt auch, daß einheitliche und gemeinnützige Arbeit zu erreichen. Diese unsere der ungarische Handelsminister sein Interesse durch ein Begrüßungs- Bestrebung ist weder gegen die deutschen, noch gegen die östertelegramm bezeugte.

reichischen Fabrikanten gerichtet, wir fühlen den Drang und das Das Fachblatt würdigt eingehend und in vollem Maße die Bedürfnis, unsere Branche nach jeder Richtung hin zu heben und nationale Richtung, welche im ganzen Verlaufe des Kongresses vorwärts zu bringen, genau so, wie es unsere Fachkollegen in zum Ausdruck kam, beispielsweise die Resolution, daß die Fach- Deutschland und anderorts tun, ohne daß daraus für die Industrie kollegen tunlichst nur von vaterländischen Fabrikanten und Gros eines Nachbarlandes eine Gefahr entstände. Die deutsche Edelsisten kaufen mögen.

metallindustrie hat gewiß auch nur unter gleicher Bestrebung die Die Goldschmiede-Zeitung macht hierzu folgende Bemerkung: Höhe ihrer heutigen großartigen Entwicklung erreicht. In jedem

„Dieses Nationalgefühl kann uns als Vorbild dienen. Auch nationalen Milieu entwickeln sich selbst die weltbekanntesten Stile, wir haben keine Veranlassung, das Ausland reich zu machen“, wie Renaissance, Rokoko usw. eigenartig, d. h. national; so war woraus wieder wir eine Lehre knüpfen können.

es immer, auch in Deutschland! Mit besonderer Anerkennung bespricht das Blatt die In

Was den ungarischen Stil betrifft, mögen unsere deutschen stitution der Lokalkomitees, welche mit der Zentralleitung des Ver- Kollegen beruhigt sein, der ungarische Stil braucht nicht erst gebandes in einer regen Verbindung stehen, und wenn diese In- schaffen zu werden, weil er schon seit langem besteht. stitution einmal gehörig ausgebildet sein wird, dürfte diese Ein- Auf einzelnen Industriegebieten wohl nur erst in der neuen richtung sich als außerordentlich förderlich für das Gewerbe erweisen. Zeit der letzten Jahrzehnte, aber gerade in der Goldschmiedekunst

Nachdem das Blatt die gediegenen Vorträge des Präsidenten schon seit Jahrhunderten; die ungarische Edelsteinverwendung, die Karl Bachruch und der übrigen Kollegen sowie die vom Kongreß ungarischen Emailleurarbeiten sind seit dem Mittelalter in der aufgestellten acht Beschlußanträge ausführlich behandelt, setzt es ganzen Welt berühmt und werden auch gegenwärtig mit Erfolg in folgender Weise fort: „Das ist ein schönes Programm, und wir fortgesetzt, und zwar in einer einheitlichen Richtung anlehnend an gratulieren den Ungarn dazu, daß sie Männer an der Spitze haben, die alten Traditionen, mit Verwendung der in neuerer Zeit gewelche in so weitgehender Weise für ihre heimische Industrie sammelten volkstümlichen Ornamentik und mit besonderer Rückzu wirken bereit sind; auf der anderen Seite aber können wir sicht auf den modernen Geschmack. unsere deutschen Fabrikanten angesichts solcher Bestrebungen Für das von so hervorragender Stelle bekundete Interesse nur ermahnen, die Augen offen zu halten und sich den ungarischen danken wir aufrichtig.“

Unlautere Konkurrenzmanöver.

Mannigfacher Art sind die Schädigungen, die dem Gewerbetreibenden durch unreelle Praktiken skrupelloser Konkurrenten zugefügt werden. Indessen ist durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb schon manches in erfreulicher Weise gebessert worden, und wenigstens ist es den Geschädigten in vielen Fällen möglich, sich Genugtuung zu verschaffen und außer der Bestrafung des mit unlauteren Waffen kämpfenden Gegners auch noch seine Verurteilung zur Zahlung einer angemessenen Buße herbeizuführen. – Ein eklatanter Fall verbotenen Wettbewerbs beschäftigte vor einiger Zeit den Bayerischen höchsten Gerichtshof. Ein Kaufmann, ein Grossist, besuchte einen Detaillisten, um ihm Ware zu verkaufen. Letzterer lehnte es indessen ab, eine Bestellung zu machen, da er von einem anderen Lieferanten, den er namhaft machte, zur Zufriedenheit bedient würde. Darauf erklärte der andere, daß dieser Lieferant seine Waren auch von ihm, dem Engroshändler, beziehe, und wenn jener, der Detaillist, von ihm direkt kaufe, werde er natürlich großen Vorteil haben. Das veranlaßte denn auch den Detaillisten,

von der Offerte Gebrauch zu machen und einen größeren Posten Ware bei dem Engroshändler zu bestellen, in der Meinung, daß dieser unter günstigeren Bedingungen zu liefern imstande sei, als derjenige, von dem er bisher kaufte. - Tatsächlich beruhte nun aber die Erzählung des Engroshändlers auf Unwahrheit, da der in Rede stehende frühere Lieferant des Detaillisten noch nie von jenem gekauft hatte, und das gab dem Geschädigten Veranlassung, gegen den Konkurrenten Strafanzeige wegen unlauteren Wettbewerbs zu erstatten und gleichzeitig von dem Gericht die Zuerkennung einer Buße zu fordern, welchem Antrage im vollem Umfange stattgegeben worden war. — Hiergegen hatte der Verurteilte Revision eingelegt, indem er einwandte, es sei nicht erwiesen, daß er unwahre Behauptungen tatsächlicher Art wider besseres Wissen aufgestellt habe“, welche als geeignet angesehen werden durften, den Privatkläger zu schädigen. Das hätte ihm aber nachgewiesen werden müssen, um seine Verurteilung auf Grund des § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb

zu begründen. Ebenso sei es nicht gerechtfertigt, ihm die Zahlung einer Buße aufzuerlegen; eine solche wäre nur im Falle einer Vermögensschädigung des Privatklägers am Platze gewesen; davon sei doch aber hier gar keine Rede. – Das Bayerische oberste Landesgericht hat indessen alle diese Einwände als belanglos bezeichnet. Es ist doch erwiesen, so heißt es in den Gründen, daß der Angeklagte wider besseres Wissen den Privatkläger als seinen Abnehmer und die dem Detaillisten gelieferten Waren als aus seinem Geschäfte herrührend bezeichnet hat. Wenn nun auch nicht ausdrücklich festgestellt worden ist, der Angeklagte sei

sich bewußt gewesen, seine Behauptung könne dem Privatkläger Bestellungen entziehen, so spricht doch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dafür. – Dem Einwande des Angeklagten, er habe dem Privatkläger kein Vermögensschaden zugefügt, und diz Verurteilung zu einer Bußezahlung rechtfertige sich daher nicht, ist entgegenzuhalten, daß der Angeklagte erwiesenermaßen eine Bestellung des Detaillisten erhalten hat, die ohne diese Praktiken dem Privatkläger zuteil geworden wäre. Die Vorinstanz hat sich daher bei ihrem verurteilenden Erkenntnis von einer durchaus richtigen, nicht anfechtbaren Rechtsauffassung leiten lassen.

Wie muss der Goldschmied seine Augen pflegen?

empfehle

1:3

Monogramme und
Dekorationen

für Uhren- und Edelmetall-Gravierungen

Von Dr. med. Hugo Hinze. „Ja, wenn die Augen aushalten, dann wird mir die Arbeit müssen wir unsere Aufmerksamkeit den Lichtreizen zuwenden, nicht schwer“, so hört man oft ältere Leute reden, und sie die unser Auge treffen. Dasselbe empfindet es sehr angenehm, haben recht; der Goldschmied braucht neben seinen geschickten wenn wir ihm beim Lesen die günstigste Beleuchtung der Zeitung Händen vor allem das Auge. Da ist es natürlich sogleich einzu- oder des Buches bieten. Am klügsten handeln wir, wenn wir sehen, daß dieses für uns wich

die Lichtstrahlen von unserem tigste Organ in geeigneter Weise

Rücken her auf die zu lesende gepflegt und geschont werden

Schrift fallen lassen, so daß muß, wenn es seinen Dienst

also die direkten Lichtstrahlen dauernd tun soll, vor allem

Als hervorragendes und ge

der Lichtquelle das Auge selbst aber muß das Auge des Gold

nicht treffen. Beim künstlichen schmiedes von Anfang an ein

diegenes Weihnachts - Geschenk

Licht sollte man nie ohne gesundes und normales sein.

empfehlen wir das von dem Inter

Lampenschirm lesen. Ebenso Es wäre kein schlechter Ge

nationalen Preisgericht in St. Louis

sollte der Arbeiter den zu bedanke, wenn wir bei der An

arbeitenden Gegenstand mögnahme eines Lernenden als

mit der Bronzenen Medaille

lichst hell beleuchtet haben, erste Bedingung das Gutachten

ausgezeichnete Werk:

dagegen vermeiden, daß die eines Augenarztes forderten,

Lichtquelle ihre Strahlen direkt ein Gutachten, das uns eine

in sein Auge fallen lassen kann. der allerersten Grundbedingun

Wir müssen überhaupt alle gen für einen geschickten Gold

grellen Lichtreize möglichst verschmied, nämlich das gute Auge

meiden! Wie unangenehm stört des Lehrlings, bestätigt. Die

uns das von der Sonne grell intensivste Lupenarbeit, das

beschienene Tischtuch oder hellste Licht wird einem von

der Platz an einem von der Anfang an gesunden Auge nichts

Sonne beschienenen Fenster. schaden. Das beweisen die Dritte, auf 130 Tafeln vermehrte Auflage!

Gewöhnen wir uns daher, alles Mikroskopiker, die forschenden

das zu vermeiden und dem Ärzte, deren Lebensberuf fast

stets auszuweichen, was unseausschließlich die Arbeit am Herausgegeben von Wilhelm Diebener.

rem Auge unbehaglich und unhellst beleuchteten Mikroskop

angenehm ist. ist, und von denen man weiß, Komplett gebunden 50 Mk.; Nachtrag gebunden (er

Kommen wir nun zu den daß ernste Schädigungen des

scheint im Frühjahr) 10 Mk.

allgemeinen Lebensregeln, die Auges durch solche Arbeiten

Auch zu beziehen in 44 Lieferungen à 1,25 Mk. besonders dem Auge nützen nicht beobachtet worden sind.

sollen, so laufen diese alle Was können wir aber tun,

Bestellungen erbittet

darauf hinaus, den sogenannum unser gesundes Auge für

ten Blutandrang nach dem unsere Feinarbeit geeignet und

Kopfe und damit nach dem frisch zu erhalten? — Nun da

Auge zu vermeiden. Dem aufmüssen wir unterscheiden zwi

Verlagsbuchhandlung

merksamen Beobachter wird schen Maßnahmen, die dem Leipzig 21, Schützenstrasse 15.

nicht entgangen sein, daß am äußeren Auge zugute kommen,

Tage nach einem festlichen und zwischen allgemeinen Le

Gelage, auch schon nach einem bensregeln, die besonders dem

biederen Männertrunke, das inneren Auge und dabei noch

Auge nicht so klar wie gewöhndem ganzen übrigen Körper

lich ist, das Auge nicht so benützen. Wir nützen unserem äußeren Auge, wenn wir den Besuch stimmt arbeitet wie sonst. Ja häufig fahren kleine, schwarzgraue von rauchigen Lokalen vermeiden und wenn wir beim Rauchen Rußflecken über das Gesichtsfeld, über unseren Arbeitsgegenstand unserer Zigarre in kleinem Zimmer durch Öffnen der Fenster dem hin. Infolge der Durchtränkung unseres Körpers mit Alkohol wird Rauch einen Abzug gestatten. Zweifellos werden die Schleimhäute ein intensiver Blutandrang in die Augenkugel hinein hervorgerufen, unseres Auges durch Rauch und Staub leicht gereizt, geätzt, und und in der vorderen Augenkammer ebenso wie im Glaskörper es wird dadurch ein Blutandrang bewirkt, der sich durch Drücken werden leicht bewegliche Anhäufungen von weißen und roten und Brennen im Auge bemerkbar macht. Es würde daher jeder, Blutkörperchen von dem gereizten Augenhintergrund als dunkle, der raucht und raucherfüllte Lokale besucht, gut tun, vor dem zitternde oder schwimmende Rußpunkte gesehen. Wiederholen Schlafengehen Hände und Gesicht gründlich zu waschen, damit sich solche Alkoholvergiftungen öfters, dann können sehr leicht einmal die Umgebungen des Auges von Staub und Rauchnieder- ernstere Störungen im Augeninnern die Folgen dieser Unmäßigkeit schlag befreit und ebenso die Hände gereinigt werden, mit sein. Gleiche Schädigung für dieses edle Organ vermag aber denen viele Leute sich die Augen zu reiben pflegen. Ferner auch ein dauerndes Übermaß im Essen zu bewirken. Jeder Fett

Wilhelm Diebener

bauch ist auch für das Auge seines Trägers von Nachteil, denn er sagt uns, daß der Körper mit Nahrungskräften übermäßig angefüllt, daß ein Vollsein des Körpers vorhanden ist, welches zweifellos bei gesenkter Haltung des Kopfes einen Blutandrang nach diesem bewirken muß. Diese Tatsache hier vollkommen durchsichtig erklären zu wollen, würde zu weit führen; kurz, die angeführten Behauptungen sind sicher wahr. Die chronische, d. h. die angewöhnte Verstopfung unseres Körpers ist ein anderes wichtiges Moment, uin Andrang nach dem Kopfe resp. nach dem Auge hervorzurufen. Es sehe daher jeder darauf, daß sein Hintertürchen gehörig offen ist. Und diese begehrenswerte Erscheinung wird vor allem dadurch unterstützt, daß der Mensch sich die nötige Bewegung mit den Beinen macht.

Man kann den Leuten, die durch ihre Geschäfte eine sitzende Lebensweise zu führen gezwungen sind, nicht dringend genug raten, alle Tage im Winter wie im Sommer, bei Sonnenschein oder Regen ein bis zwei Stunden zu gehen oder zu radeln oder im Garten zu arbeiten, kurz, etwas auszuführen, was die Muskeln zur Arbeit zwingt, die Atmung vertieft und das Herz stärker schlagen läßt. Das wird immer das Beste sein, um den Blutandrang zum Kopfe, zum Auge zu vermeiden; das wird aber nicht nur dem Auge nützen, nein der Gesamtkörper hat davon Gewinn, und die Folge wird sein, daß wir bei gesundem, mäßig ernährten und in geeigneter Weise bewegten Körper jenen erfreulichen Zustand unseres Geistes empfinden, den wir Glück nennen.

Sollen Kinder Schmuck tragen?

Zu unserem diesbezüglichen Artikel in Nr. 28 schreibt „Haus und Herd“ des Bresl. Gen.-A. folgendes:

Die „Deutsche Goldschmiede-Zeitungwendet sich in einem Flugblatt gegen einen in der letzten Zeit erschienenen Artikel der ..Frankfurter Frauenzeitung“, in welcher das Schmucktragen der Kinderwelt verurteilt wird. Der Artikel sei auch von Tagesblättern übernommen worden und sei geeignet, eine puritanische Strömung in den Erziehungsgrundsätzen bei Eltern und Erziehern hervorzurufen, eine Strömung, die auf das Goldschmiedegewerbe in wirtschaftlicher Hinsicht erheblich schädigend zurückwirken müsse.

Ganz abgesehen von der materiellen Seite der Verwendung des Kinderschmuckes erscheint uns die Frage interessant und bedeutungsvoll genug, um ihre ethische Seite einer Betrachtung zu unterziehen. Die Eitelkeit werde großgezogen, schilt der strenge Pädagoge, und der Neid in den Herzen der ärmeren Kinder wird geweckt; ja in mancher Kinderseele keimt die Habsucht auf und führt zum Verbrechen des Diebstahls. In der Schule werde das Kind durch Spielen mit den Schmuckgegenständen zerstreut und abgelenkt, dem Lehrer werde die Arbeit erschwert, und das Kind entwöhne sich davon, seine Gedanken auf den gebotenen Lehrstoff zu konzentrieren.

Die Berechtigung aller dieser Einwände ist ja nicht in Abrede zu stellen, aber es hieße hier das Kind mit dem Bade ausschütten, wollte man sich jedem bescheidenen Zierat feindlich entgegenstellen. Es dünkt uns nicht der rechte Standpunkt, in der Kinderstube und im Kinderleben den eintönigen Ernst und eine freudlose Schlichtheit walten zu lassen. Das verkümmert die Freude am Schönen und legt sich wie ein kalter Reif auf ein empfindsames Kindergemüt. Aber ein stilles, unfrohes Kind ist kein angenehmes

Bild, es wird zur stummen Anklage gegen das Prinzip, das seiner
Erziehung zugrunde liegt.

Der Frohsinn, das beste, ureigenste Gut der Jugend, soll nicht verkümmert werden und soll ungehindert zum Ausdruck kommen in allem und durch alles, was in Beziehung zu unsern Kindern steht, auch in der Kleidung und den kleinen Schmuckstücken, mit denen wir unsere Kleinen schmücken.

Wir scheiden von vornherein alle Übertreibungen und Verzerrungen des Luxus aus und stellen uns ein Kind, ein kleines Mädchen, im lieblichsten Schmuck der Kinderunschuld vor, angetan mit einem weißen Kleidchen, das lachende Kindergesicht umrahmt von seidigem Blondhaar. Der schlimmste Nörgler könnte nichts gegen das Korallenkettchen haben, das um den Hals des Kindes liegt, und dessen rote Perlen mit dem frischen Rot des Plappermündchens wetteifern. Das Kind liebt seinen Schmuck und zählt die Tage bis zum Sonntag, an dem allein ihm gestattet ist, das Kettchen anzulegen. Wir unterdrücken in der Seele des kleinen Mädchens nicht die Freude an seinem neuen Kleidchen, an seinem neuen Hut, warum sollte ein winziges Schmuckstück imstande sein, das junge Gemüt zu verderben! Selbstverständlich wird keine kluge Mutter ihrem Kinde kostbare Schmucksachen anlegen, das würde allen Regeln des Geschmacks wie denen der einfachsten Vorsicht zuwiderlaufen. Ebensowenig gehören Ringe, Ketten, Armbänder usw. in die Schule. Doch am Sonntag und zu festlichen Gelegenheiten soll dem Kinde die Freude an seinem kindlichen Schmuckstück nicht genommen werden.

Das Goldschmiedegewerbe mag darum ruhig sein, so lange es Mütter gibt, die ihre kleinen Mädchen lieben, so lange wird auch Kinderschmuck gekauft werden.

Neues aus Schwäb. Gmünd.

Der neue Wanderpreis Der schon lange gehegte Wunsch sowohl der Privaten wie

des Verbandes Süddeutscher Fußballvereine. auch hauptsächlich der Industriellen, eine Bahnverbindung mit In erfreulicher Weise gehen gegenwärtig die Fußballvereine und Göppingen zu erhalten, wird endlich kommendes Frühjahr in Er- Verbände daran, bei ihren Wettspielen mehr künstlerische Gaben füllung gehen, nachdem die beteiligten Gemeinden die Kosten an die siegenden Parteien auszuhändigen. So hat der Verbandsbeiträge bewilligt haben. Für die Bijouterie-Einkäufer, die alljähr vorstand des Süddeutschen Fußballbundes beschlossen, einen künstlich nach Gmünd kommen und auch nach Geislingen, Göppingen, lerisch wertvollen Pokal für die Verbandswettspiele zu stiften. Es EBlingen reisen, um Metallwaren einzukaufen, ist die neue Bahn- ist dies ein goldener Fußball, welcher von silbernen Lorbeerzweigen verbindung sehr angenehm, da sie jetzt des Umstandes, über Cann- umschlungen ist. In diesen Lorbeerzweigen sind in feiner Emaillestatt - Stuttgart fahren zu müssen, enthoben sind. Viele Käufer, die arbeit die sechs Wappen der Staaten angebracht, in denen die Verbisher nur nach EBlingen und Geislingen kamen, werden jetzt auch eine des Verbandes ihren Wohnsitz haben. An den sechs Trägern einen Abstecher nach Gmünd machen, und es steht zu erwarten, der Lorbeerkrone sind ebensoviele goldene Schildchen angehängt, daß die Bahn unserer Gold- und Silberwaren-Industrie nur Nutzen auf welchen die wichtigsten Ereignisse im Leben des Verbandes bringt.

verzeichnet werden sollen. Das ganze Kunstwerk wird gekrönt von Leipziger Meß-Adreßbuch 1905.

einer weiblichen Idealfigur aus mattem Silber, welche einen goldenen

Lorbeerzweig in der ausgestreckten rechten Hand trägt. Durch die Für die neue Auflage des Offiziellen Leipziger Meß- Zusammenstellung des goldenen Fußballes innerhalb der durchAdreßbuchs (Ostervormesse 1905: Beginn 6. März) wird vom brochenen silbernen Lorbeerzweige mit den leuchtenden EmailMeß-Ausschuß der Handelskammer Leipzig gegenwärtig der maß- Wappen hat der Künstler Ernest Ohley in Frankfurt a. M. einen gebende Anmeldebogen versendet. Die pünktliche Rücksendung wunderbar schönen, diskret wirkenden Effekt erzielt. Der Pokal dieses Anmeldebogens ist allen Ausstellern dringend zu empfehlen, stellt sich auf Mk. 600.-, Zwei weitere Pokale, für andere Klassen da die Aufnahme oder Wiederaufnahme im Buche davon abhängt. des Wettspiels, stammen aus der Industriestadt Pforzheim und haben Neue Aussteller, die das Formular noch nicht erhalten haben sollten, einen Wert von Mk. 300.- und Mk. 100,- Da die Fußballbekommen es auf Wunsch vom Meß-Ausschuß noch zugestellt. bewegung erst im Aufschwung begriffen ist, so dürfte Aufträge für den Inseratenteil des Buches sind an die Firma hier ein Feld sein für unsere Goldschmiede und DetailHaasenstein & Vogler, A.-G. zu Leipzig zu_richten.

leure bei Lieferung derartiger Gegenstände.

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