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Die Pioniere der Arbeit.

Unser Kunstgewerbe hat schon mannigfache Änderungen durchgemacht bis es auf dem heutigen Standpunkte angekommen ist. Wo einerseits die eigentliche künstlerische Bildung von Schmuckwaren ihre streng begrenzten Herstellungsprozesse durchmacht, ist anderseits als Konkurrentin solcher Gebilde die fabrikationsmäßige Anfertigung von Gold- und Silberwaren ins Vordertreffen gekommen, und ohne Rücksicht auf eventuell entgegentretende Schwierigkeiten werden oft die schönsten Muster mit Hilfe unsrer fachtechnischen Kunst in Massen angefertigt, um entweder ihren Weg durch die Hände der Grossisten zu machen, oder aber auch in sonst gegebener Weise auf dem Weltmarkte zu erscheinen. Mit dieser sogenannten Sucht nach Rentabilität der einzelnen Fabrikunternehmen wurden natürlich auch die Kenntnisse der Fachtechniker, insbesondere der Mechaniker und Stahlgraveure, auf das Äußerste in Anspruch genommen, um neue Einrichtungen, Verbesserungen usw. einzuführen und hat sich auch im Goldschmiedegewerbe schon manche praktische Maschine als Erleichterung für die Handarbeit erwiesen. Nur ein Fach der GoldwarenIndustrie ist bis jetzt ohne Einmischung von Maschinen geblieben, obgleich man auch dort schon Versuche gemacht hat, um einige Neuerungen zu treffen, die Fasserei. Bis jetzt ist es nicht gelungen eine nennenswerte maschinelle Vorrichtung zu treffen, um Steine zu fassen, oder auch Vorarbeiten dazu unternehmen zu können, und selbst die elektrische Bohrmaschine, von der man sich gewiß große Erwartungen versprach, hat sich noch nicht die Sympathie der Fasser erwerben können und ist speziell in mehreren Pforzheimer Fabriken ein tot angelegtes Kapital. Die Eigenart und Vielseitigkeit der Steine und Steinformen haben bis jetzt hindernd im Wege gestanden, und wenn es noch je passierte, daß ein Edelstein durch unregelmäßiges Arbeiten eines Maschinchens zusammengeschlagen wurde, so war oft der Verlust größer als der Kostenpunkt der Maschine. Das eigene Talent des Fassers war deshalb bis jetzt ausschlaggebend, wenn es galt, Vorteile in der Bearbeitung von Fassungen herauszubekommen, und dieses Talent hat sich auch in weitgehendem Maße besonders in den letzten Jahren gezeigt. Bohrer und sonstige Spezialwerkzeuge wurden gefertigt, um eine schnellere und auch gleichmäßigere Arbeitsleistung zu erzielen. In der Anfertigung von Massenartikeln haben sich diese Werkzeuge praktisch bewährt und die daran geknüpften Voraussetzungen prächtig erfüllt. Wir wollen deshalb einige dieser Werkzeuge unsern Lesern vor Augen führen. Die Juweliere kleinerer Städte können daraus ersehen, welche vollendete Technik bereits in unsern Industriestädten Platz gegriffen hat. Wir wollen jedem außerhalb der letzteren arbeitenden Fasser solche Hilfsmittel zugänglich machen, damit auch dieser auf der Höhe der Zeit und konkurrenzfähig bleibt. Denn schon mancher Juwelier hat bittere Erfahrungen machen müssen, wenn er eine Arbeitsstelle in einer Goldwaren-Fabrikstadt antreten wollte und nur allzubald sehen mußte, daß er gegen die aufs äußerste gesteigerte Arbeitsleistung der Fabriksfasser, arm an Erfahrungen und Spezialwerkzeugen dastand.

Bevor jedoch die einzelnen Werkzeuge einer näheren Beschreibung unterzogen werden, möge hier nochmals erwähnt sein, daß sich dieselben hauptsächlich bei runden Steinen gut bewähren und daß jederzeit darauf Bedacht genommen werden möge, daß das betr. Stück Werkzeug stilgerecht und exakt ausgeführt ist und auch richtig gehandhabt wird, denn Halbheiten bringen oft mehr Schaden als Vorteile; und das Werkzeug des Fassers muß diesem ein Heiligtum sein, ist es doch sein unentbehrlicher Helfer in der Not.

Zum Bohren von Chattons bei Massenartikeln hat sich der sogenannte Chatton bohrer, welcher in Fig. 1 und la genau abgebildet ist, sehr gut bewährt. Er gleicht an seinem vorderen Ende im Umfange

а2а einem leicht gezähnten Rädchen, das einerseits langsam nach unten in einer Spitze Fig. 1 Fig. 1 a

zuläuft, nach oben durch eine kleine ausgefeilte Höhlung von dem Schaft des Bohrers unterbrochen wird. Es ist ratsam, sich eine Anzahl Chattonbohrer anzufertigen, deren vorderer Durchmesser je ', mm steigend, von 19, bis ca. 7 mm hinaufgehen. Mit dieser Anzahl von Bohrern kann man im Notfalle schon auskommen. Sollte kein Mechaniker zur Hand sein, der solche Sachen macht, so muß wieder das eigene Talent des Fassers zugreifen und selbst zur Anfertigung schreiten, was auch sehr leicht ist. Nachdem man den Bohrer in den Dreul gefeilt hat, stelle man denselben auf dem Feilnagel schräg gegen eine halbrunde Nadelfeile und unter stetiger bohrender Bewegung werden die Hohlungen mit Leichtigkeit ausgefeilt. Der eigentliche Bohrrand a wird alsdann mit einer Vogelzungenfeile oder mit einem rauhen Fadenstichel leicht gezähnt. Beim Fassen von Chattons in größerer Anzahl wird alsdann der Bohrer eingesetzt und die sonst aufzustechende Auflage mit dem Bohrer viel gleichmäßiger angebohrt.

Glanzbohrer werden vielfach gebraucht, wenn es gilt, Steine in einfacher runder Fassung Glanz zu schneiden, wozu man sich in diesem Falle an Stelle des schwerer zu handhabenden Stichels obengenannten Bohrers bedient. Dieser wird einfach walzenförmig zugefeilt, je nach der Bohrerlehre 1/4-1/2 mm im Durch

messer steigend angefertigt und am unteren Ende in 4 oder 6, auf der Spitze des Bohrers zusammenlaufenden, Facetten angelegt. Nach dem Härten müssen die Bohrer schön tiefschwarz poliert werden, was ebenfalls

auf einem Polierholz durch bohrende Bewegung geFig. 2 schehen kann. (Siehe Fig. 2.)

Zargenbohrer, zum Anbohren der Auflage des Steines in Zargen und gleichzeitigen Vorbohren der Steinkörper haben sich gleichfalls bei kuranter Bijouterie gut eingeführt und

sind solche den Perlbohrern ziemlich ähnlich, doch mit dem Unterschiede, daß die mittlere Schaufel breit ist, um den Körper nach Verlauf vorzubohren, während die Schaufeln c und d zur Steinauflage möglichst schmal gehalten werden müssen, um dem Stein einen richtigen Sitz

zu geben. Allzubreite Seitenschaufeln ließen den Stein in a der Fassung rutschen, während der Steinkörper in die

Fassung nicht hinunterginge. Die mittlere-Schaufel wird wie Fig. 3 bei einem Spitzbohrer von zwei Seiten angeschliffen. (Fig. 3.)

Hohlbohrer (Fig. 4) werden zum Glanzbohren der Zargen an der äußeren Umrandung verwendet und so eingerichtet, daß sie gleichfalls die Steine sozusagen festbohren anstatt dem Befestigen derselben durch den Andrücker, was bei weitem umständlicher ist und nicht so gleichmäßig rund aussieht, als mit dem Bohrer. Die vordere Höhlung wird entweder mit einem Spitzbohrer

ausgebohrt und nach dem Härten der Bohrer poliert Fig. 4

oder aber kann diese Höhlung auch ausgedreht werden. Zu beachten bleibt nur, daß der Absatz a-c nicht zu hoch wird und die Aushhölung b genügend hoch ist, daß der Stein nicht bei der Bearbeitung beschädigt oder gar zusammengedrückt wird.

Carmoisierungsbohrer, auch Fräsbohrer genannt, ein mitunter schon bekannter Bohrer, welcher am vorderen Ende die Form eines spitz zulaufenden Pinsels hat und

zum Ausbohren von Carmoisierungen, à jour Löchern Fig. 5 und noch sonstigen praktischen Arbeiten sich verwenden

läßt. Er ist stark mit einer Feile gerieft und laufen die Riefen an der Spitze des Bohrers allmählich aus. (Fig. 5.)

Auch zum Unterlegen oder Aufbringen der Steine hat die Technik bzw. das eigene Erfindungstalent der Fasser ein Werkzeug angefertigt, mit dem die zu unterlegende Folie ausgehauen

werden kann, anstatt LES O

dem seitherigen, langweiligen und

zeitraubenden ZuFig. 6

schneiden der Folie. Diese Folienaushauer (Fig. 6) können aus alten Nadelfeilen hergestellt werden und je oben und unten zum Aushauen angelegt werden. Am oberen und unteren Ende werden mit einem Spitzbohrer tiefe Löcher (je nach den Steingrößen verschieden) eingebohrt und mit einer dreieckigen Feile die Kerben a und b eingefeilt, so daß das Bohrloch etwas sichtbar wird und man mit einer Stecknadelspitze hineinstoßen kann. Der Aushauer wird an den beiden Enden scharf zugefeilt und gehärtet. Legt man alsdann die zu schneidende Folie auf ein Stück Hartholz oder Zink, so ist es ein Leichtes, mit einem entsprechend großen Folieaushauer sich die Folieblättchen schnell und egal auszudrücken, besser und schneller als man mit Schneiden in der Lage ist.

Vorstehende Werkzeuge sind in der Hauptsache die in letzter Zeit am meisten gebräuchlichen im Fassergewerbe, jedoch täglich kann man sehen, wie die immer mehr angespannte Arbeitskraft der Fasser in den Fabrikzentren danach trachtet, sich durch praktische Werkzeuge neue Erleichterung zu verschaffen, und da alle diese Vorteile sich nur stets auf Vorrichtungen zur Handarbeit beschränkten, so können wir getrost diesen Pionierarbeiten unsrer Juwelier - Arbeiter mit doppeltem Interesse entgegensehen und wird der Augenblick nicht mehr allzufern sein, wo wieder neu entstandene Verbesserungen in dem Teilfache der Juweliere auf der Bildfläche erscheinen, hoffentich zu aller Nutzen und Wohle.

Die Besserung der Zahlungsweise.

Ansichten eines Fabrikanten.

Motto: Bezahle so, wie Du wünschest bezahlt zu werden. Die verschiedenen Artikel der „Deutschen GoldschmiedeZeitung" in dieser Sache veranlassen mich zur Darlegung meiner persönlichen Ansichten, indem ich es für Pflicht eines jeden Beteiligten halte, an der weiteren Durchführung des Antrags Stöffler mitzuarbeiten. Dazu ist es aber notwendig, die einzelnen Interessentengruppen zu trennen und die Ursachen von allen Seiten zu beleuchten. Es ist Tatsache, daß viele

Ladenbesitzer ein zu großes Lager unterhalten, damit ja kein Kunde zur Konkurrenz geht. Als Grundsatz der Rentabilität eines Ladengeschäfts unserer Branche müßte feststehen, daß der Gesamtbetrag des Warenlagers nicht größer ist als der erzielte Jahresumsatz. Es gibt Geschäfte, die das Lager 1'/, mal und sogar 2 mal umsetzen, aber die sind selten; ganz unkaufmännisch ist es aber, wenn der Jahresumsatz nur 3/4 oder noch weniger des Warenlagers beträgt. Da muß das Lager um jeden Preis reduziert werden. Die genaue Führung eines Lagerbuches und die genaue Ergänzung des Lagers nach dem Bestande machen sich immer bezahlt. Vorbildlich darin sind wirklich die Warenhäuser mit ihren kaufmännischen Grundsätzen wie

1. Verkauf nur gegen Bar;
2. in Zahlen markierte Preise ohne jeden Abzug und

3. intensive Lagerkontrolle. Kein Wunder, daß dieselben gut reüssieren, und allenthalben neue Warenhäuser entstehen. Dort läßt sich der

Privatmann ganz ruhig gefallen, daß ihm die Waren nur gegen bare Zahlung verkauft werden. Wenn er pumpen will, dann geht er zum Juwelier. Die am besten zahlende Kundschaft sind immer Bankiers, Kaufleute, Bürger und Arbeiter, weil sich die erst dann Goldund Silberwaren kaufen, wenn sie sich das Geld dazu erspart haben. Nur Leute, die über ihre Verhältnisse leben und mehr scheinen wollen, als sie sind, beanspruchen Kredit, namentlich Personen mit vornehmen Titeln, wie Professoren, Offiziere, Beamte oder fragwürdige Existenzen, wobei oft genug die vom Goldschmied sauer ersparten Groschen flöten gehen, wenn er nicht sehr vorsichtig ist. Andere werden grob, wenn sie gemahnt werden und drohen, bei der Konkurrenz zu kaufen. Die Kreditgewährung sollte dem Privatpublikum gegenüber prinzipiell abgelehnt werden, wie es von einzelnen bereits streng durchgeführt wird. Gold und Silber sind Luxuswaren und sollten nur gegen Kasse verkauft werden. Ein effektives Bedürfnis zum Kaufen derselben liegt nicht vor, sie gehören nicht zur Erhaltung des Lebens. Wer eben keine goldenen Ketten und Brillanten bezahlen kann, der mag Doublé oder Simili tragen. Der Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede würde sich ein Verdienst um die gesamte Branche erwerben, wenn er auf seine nächste Tagesordnung das Thema setzen würde: „Gold- und Silberwaren nur gegen Barzahlung

zu verkaufen.“
Ich komme nunmehr auf das Verhältnis zwischen

Ladenbesitzer und Lieferant.

Es ist im Ausland meistens eine andere Zahlung üblich. In Frankreich, Belgien und der Schweiz wird der Betrag der Faktura sofort per 1 Monat trassiert. In England wird jeden Monat Rechnungsauszug (Statement) verschickt, welche dort die Post als Drucksache behandelt, und wird monatlich abgerechnet. In Deutschland zahlt ein Teil der Juweliere per comptant, d. h. der Betrag der Faktura wird nach Abzug des Skontos innerhalb 30 Tagen in Bar eingeschickt. Die meisten zahlen jedoch von Reise zu Reise nach 4-5 Monaten, und dann wird in der Regel noch der vereinbarte Skonto in Abzug gebracht. Es ist das eine sogenannte Usance geworden, welche durchaus unkaufmännisch ist. Weils die andern so machen, so glaubt jeder, er müsse es auch tun. Es liegt gar kein Grund vor, nach 4 Monaten oder noch später auf Nettosachen oder goldene Ketten noch einen Skonto zu geben, der doch nur bei Zahlung innerhalb 30 Tagen berechtigt ist. Es ist das ein alter Zopf, der eine denkt, der Lieferant mag sich sein Geld abholen, den Skonto gibt er ja doch noch, wenn der Reisende wieder kommt, der andere tuts aus Bequemlichkeit, der dritte der Portoersparnis halber, der vierte will noch Zinsen vom Bankier verdienen (2% für tägliches Geld), keiner aber denkt daran, daß fast alle Lieferanten auf den Kredit des Bankiers angewiesen sind. welcher mindestens 1% über Reichsbankdiskont, in der Regel aber 6% Zinsen rechnet mit der Bedingung, den Kreditbetrag mindestens viermal umzusetzen, was einen weiteren Zinsverlust von 2% für Provision, also insgesamt ca. 8% ausmacht. Bankiersgeld ist teures Geld!

Meiner Ansicht nach würde ein festes bestimmtes Abkommen einen Skonto nur bei Barzahlung innerhalb 30 Tagen zu geben, viel zur Besserung der Lage beitragen, besonders weil alle besser situierten Juweliere unter keinen Umständen auf den ComptantSkonto verzichten möchten und lieber ihrem Bankier Zinsen zahlten. Ein kleiner Teil der Ladenbesitzer nimmt längeren Kredit in Anspruch, hauptsächlich wegen Mangel an Kapital. Daran aber tragen meistens die Reisenden Schuld, da werden den Leuten lange Kredite angeboten, nur um große Posten zu verkaufen, wenns auch viel mehr ist, als sie gebrauchen können. Dem Chef wird vorgehalten, die Konkurrenz machts, und eine weitere Verschlechterung der Konditionen ist erreicht. Stöbert ein Jüngling gar einen Goldschmied auf, der sich zu etablieren beabsichtigt, dann werden demselben die günstigsten Konditionen für Anfänger gemacht; aber wehe dem Unglücklichen, wenn er nur am Feilnagel gesessen und keine Warenkenntnis hat. Die ältesten Muster, die schon längst zum Einschmelzen bestimmt waren, werden ihm als größte Neuheit angedreht und er hat sein Leben lang an seinem ersten Einkauf zu laborieren. Ganz unbegreiflich ist es mir, wie jemand mit einem „Kapital“ von 1000 Mark ein Juweliergeschäft aufzumachen wagt. Das langt ja nicht einmal für die Ladeneinrichtung und sollte polizeilich verboten werden. Bei jeder Etablierung sollte für mindestens die Hälfte des Einkaufs bare Kasse beansprucht werden. Durch derartige lange Zielangebote einzelner Firmen werden die Leute ja so verwöhnt, daß jedes kaufmännische Prinzip aufhört. Es ist ganz gleich, welche Ereignisse geschäftlicher oder privater Natur im Leben des Ladenbesitzers eintreten, ob das Geschäft umgebaut wird, ob er ein Grundstück gekauft oder eine Villa gebaut, oder ob er Verluste gehabt hat, auf alle diese Gründe,

und das sind unzählige, folgt immer die alleinige Antwort, der Lieferant muß warten.

Kein Wunder, wenn das Avisieren eines Wechsels oder eines Postauftrags als Beleidigung aufgefaßt wird. Bei manchen ist eben das Bewußtsein abhanden gekommen, daß gekaufte Ware auch bezahlt werden muß, und der Lieferant nur froh sein darf, wenn er Akzept bekommt. Welche Opfer dies mitunter kostet. davon schweigt man lieber. Wechselprolongationen sind bei einzelnen an der Tagesordnung, und erst bei ausbrechendem Konkurse bemerkt man, wie leichtsinnig manche Lieferanten an durchaus Unwürdige kreditieren. . Anders liegt das Verhältnis bei den

Grossisten. Ein Teil derselben zahlt per comptant oder innerhalb 2-3 Monaten, ein anderer Teil nimmt ein längeres Ziel in Anspruch, mitunter werden 12 und noch mehr Monate daraus. Es ist leider sehr schlimm geworden, sogar bei ersten Häusern und das alles nur in der Sucht, recht viele Reiselager draußen zu haben, um alle andern zu überflügeln, selbst wenn die Preise immer mehr heruntergehen und fast keinen Nutzen mehr lassen. Gerade von diesen sogen. ersten Häusern - wirklich erste Häuser sind nur solche, welche auch prima bezahlen – werden solche Gewaltgeschäfte gemacht und den Ladenbesitzern die langen Ziele förmlich aufgedrängt, dazu gehören auch diejenigen mit den Inseraten günstiger Konditionen für Etablierungen.

Wenn ich Namen nennen wollte, so könnte ich im Norden anfangen und im Süden aufhören. Und warum? Der Fabrikant pumpt ja ein Jahr, und wenn der eine nicht will, dann machts eben der andere. Das Geld kostet keine Zinsen. Der Fabrikant ist zugleich der Bankier, wenn die Waren dadurch auch etwas teurer werden. Oft genug muß er wegen Kreditüberschreitung dem Bankier seine Bücher vorlegen und demselben beweisen, daß er sein Geld an erste Firmen kreditiert hat. Die Freude des Fabri

kanten über die schönen großen Aufträge wird kräftig gedämpft durch das lange Ziel, und er würde gerne mit etwas kleineren Ordres zufrieden sein, wenn er dadurch eine flottere Zahlungsweise erreichen könnte. Solche Tatsachen müssen rücksichtslos an die Öffentlichkeit gezogen und hier besprochen werden, wenn Aussicht auf Besserung sein soll.

Meiner Ansicht nach müßte der Kreditorenverein den vorliegenden Artikel sowie alle früheren der in- und ausländischen Blätter als Brochüre drucken lassen und unter Beifügung derselben eine

Umfrage
richten an sämtliche Fabrikanten und Grossisten in Deutschland
über die Frage, ob dieselben geneigt sind, einem Abkommen bei-
zutreten, hinsichtlich folgender drei Punkte:

1. Skonto gibts nur bei Zahlung innerhalb 30 Tagen.
2. Ziel nicht über 6 Monate (3 Monate offen — 3 Monate

Akzept.
3. Welche Firmen Ihrer Konkurrenz müßten das Abkommen

auch unterschreiben? Es würde das so gewissermaßen zur Klärung der Lage eine Art Vorbesprechung sein zur Ermittlung derjenigen Fabrikanten, welche für ein derartiges Programm nicht zu haben sind. Es wäre dann eine weitere Sache des Kreditorenvereins, eine Besprechung mit den Bankiers herbeizuführen, um in Erwägung zu ziehen, wie dem am besten abzuhelfen ist.

Die Wahrheit wird immer siegen, und auch hier wird es schließlich immer mehr zur Erkenntnis aller Beteiligten kommen, daß eine Besserung der Zahlungsweise im Interesse eines jeden Beteiligten liegt und nur auf dem angegebenen Wege erreicht werden kann.

Veritas. (Anmerkung der Redaktion: Wenn wir auch mit den obigen Ausführungen in manchen Punkten nicht einverstanden sind, so halten wir es im Interesse der allgemeinen Aussprache für angebracht, dieselben aufzunehmen.)

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Prokura-Löschungen. Die Prokura des Kaufmanns Ernst Paul

Hermann Wolf für die Firma Roman Feix, BijouteriewarengeGeschäftseröffnungen. Herr Eduard Asche, Goldschmied in

schäft, Berlin ist erloschen. - Die Prokura von Herrn Willy Backe Koburg, begründete in der Herrngasse 3 ein Ladengeschäft. –

für die Firmen Paul Tübben, E. Schürmann & Co., FrankIn Itzehoe hat Herr Christ. Tamm, Goldschmied und Graveur,

furt a. M. ist erloschen. ein Geschäft eröffnet. - Herr Goldschmied Walt. Heller etablierte ein Geschäft in Magdeburg, Halberstädter Straße 51. – Ein Gold-,

Geschäftsjubiläum. Das Hohenzollern-Kunstgewerbehaus Silber- und Alfenidewaren - Geschäft eröffnet Herr Georg Thier

in Berlin, H. Hirschfeld, beging am 18. Oktober das Fest seines bach in Meißen, Neugasse 7. – Eingetragen wurde in Berlin

25 jährigen Bestehens. Herr Carl Schumann, Goldschmied. – Die Filiale Homburg v.d. H. Auszeichnungen. Bei der Preisverteilung auf der Weltausstellung von Louis Weber, Oberstein, hat Herr Paul Uhlig über in St. Louis erhielten die Firmen H. Gladenbeck & Sohn in nommen. – Herr Hermann Krimm ist in die Firma H. Krimm, Berlin und Orivit-Gesellschaft in Köln-Ehrenfeld den Rathenow, eingetreten. - Eingetragen wurde die Firma Rich. Grand Prix. Taubert, Dresden-A., Marschallstraße 81, und Herr Hermann Verschiedenes. Aus der Firma Gebr. Clauß, Ringfabrik in Rothe ist als Teilhaber eingetreten. – Fräulein Emma Denner Dill-Weißenstein, ist die Gesellschafterin Johann Christoph eröffnete in Wiesbaden, Oranienstraße 1, ein Bijouterie-, Gold Claub Witwe, ausgetreten und an ihre Stelle der bisherige Mitund Silberwaren - Geschäft. – Herr L. Schlesinger, Juwelier, er arbeiter Kaufmann Emil Adolf Claub in Unterreichenbach öffnete in Berlin, Friedrichstraße 62, ein Detail - Geschäft. - In als Gesellschafter eingetreten. Die Firma bleibt unverändert. -Metz hat Herr Wilhelm Bowitz, Römerstraße 3, eine Gravier Die Bijouterie- und Bronzewarenfirma Herm. Voigt in Berlin anstalt eröffnet. – In Herrstein, Bez. Trier, eröffnete Herr Carl läßt gegenwärtig ihre Ladenlokalitäten umbauen und mit allem Voigt ein Edelstein-Gravier-Atelier.

Komfort der Neuzeit herrichten. – Die „Nederlandsche Fabriek Geschäftsverlegungen. Der Goldschmied Herr Ernst Voigt in van Gouden en Zilveren Werken v/h. J. A. A. Gerritsen, Elbing verlegte sein Geschäft nach Fischerstraße 25. - In Mün- Zeist“ gibt bekannt, daß Zuschriften nur nach Zeist zu richten chen verlegte Herr Marcus Levinger sein Geschäft nach Rinder- sind. - In Pforzheim ist man gegenwärtig wieder einer Goldmarkt 13. -- Herr Bijouteriefabrikant Aug. Herm. Kiehnle hat schnipfler-Gesellschaft auf der Spur. So befindet sich gegenwärtig seine Geschäftslokalitäten in Pforzheim nach der Kreuzstraße 14 der Uhrenbügelfabrikant Heuchele, der früher in Hohenwarth verlegt.

ein ziemlich bedeutendes Geschäft hatte, in Untersuchungshaft. Geschäfts- und Firmenänderungen. Herr Gust. Reinwald ist Die Metallwaren- und Bijouteriefabrik Emil Hory, Stuttgart, hat aus der Firma Jul. Doll, Pforzheim, ausgetreten. - Herr Bernh. Tula - Arbeiten (800/000 Silber), Broschen, Ketten usw. als Spezialität Dans ist ans der Firma Dans & Seyfried, Pforzheim, aus aufgenommen. getreten. - Die Firma Kaiser & Schmidt in Gmünd hat Herr Todesfälle. Herr Heinrich Sauermann, Direktor des KunstOtto Kaiser übernommen. -- Herr Louis Neuburger wurde in gewerbemuseums in Flensburg, ist am 3. Oktober gestorben. die Firma Jos. Neuburger als Teilhaber aufgenommen. - Alleinige Herr J. Güntz burger, Inhaber der Edelstein-Schleiferei und HandInhaberin der Firma H. Elsaesser, Halle a. S., ist jetzt Wwe. lung gleichen Namens, ist in Idar im Alter von 58 Jahren geElisab. Elsaesser. – Herr Walter Engelmann, Goldschmied, storben. - In Pforzheim verschied im Alter von 57 Jahren Herr Bayreuth, hat die Firma Albert Hübsch unter dem Namen Ringfabrikant Friedrich Oelschläger, früher Teilhaber der RingAlbert Hübsch Nachf. übernommen. -- Herr Juwelier Oskar Reitz, fabrik Huber & Oelschläger. -- In Stuttgart verschied im Alter Nürnberg, Inhaber der Firma Georg Häberlein, hat das 4800 Qua von erst 48 Jahren der in literarischen Kreisen sehr bekannte Herr dratfuß große Anwesen Königsstraße Nr. 23 käuflich erworben. - Karl Oesterlen. Geboren in Langenburg, verbrachte der VerDas Juwelen- Gold- und Silberwarengeschäft des verstorbenen Herrn storbene nach Erlernung des kaufmännischen Berufs neun Jahre im H. Plümer in Kassel ging an den Goldschmied Herrn Johannes Auslande. Zurückgekehrt ins Schwabenland, wurde er Teilhaber Günther aus Hanau über.

der bekannten Firma Linck & Oesterlen, Präge- und Gravieranstalt Firmen - Löschung. Die Firma F. Deuring, Fabrik goldener in Stuttgart und war seit dem Tode seines Associés Alleininhaber Boutons, in Pforzheim ist gelöscht worden.

des Geschäfts.

Schützt Eure Läden vor Einbruchsdiebstahl!

Der Segen des Leihhauses. Eine Angeklagte, der in den letzten Monaten eine ganze Reihe Straßburger Juweliere zum Opfer gefallen, hatte sich in der Person einer Frau B. in Straßburg vor der Strafkammer zu verantworten. In allen Fällen verstand es die B., sich von vornherein das Vertrauen der Goldwarenhändler zu gewinnen. So verschaffte sie sich in kurzer Zeit auf Kredit Goldwaren im Werte von über 3000 Mk., die zum größten Teil aus goldenen Herren- und Damenketten bestanden, und welche sie nach und nach im hiesigen Leihhause um den Betrag von 1000 Mk. versetzte. Teilweise sind die Juweliere in den Besitz der Pfandscheine gekommen und konnten sich ihre Waren wieder einlösen, aber für die Auslösungssumme haben sie das Nachsehen. Die Angeklagte wurde wegen Betrugs in fünf Fällen, sowie wegen Betrugsversuchs in zwei Fällen zu einer Gesamtgefängnisstrafe von drei Monaten und zwei Wochen verurteilt.

Ein vereitelter Gaunerstreich. Ein Juwelier der großen Boulevards in Paris erhielt vor einiger Zeit den Besuch eines sehr fein gekleideten Herrn, der sich als der Marquis de Saligne vorstellte. „Ich beabsichtige,“ sagte der Marquis, „der Herzogin von Marelle, die in den Champs Elysées wohnt, gelegentlich ihrer Vermählung einen Diamantschmuck zum Geschenk zu machen. Zeigen Sie mir das Schönste, was Sie haben.“ Der Juwelier legte alle seine Schätze vor, und der Marquis wählte ein prachtvolles Diamantenkollier im Preise von 12000 Fr. Er ersuchte, das Monogramm der Herzogin einzugravieren und den Schmuck in sein Hotel in der Avenue de l'Opéra zu schicken, jedoch erst in drei Tagen, da er mittlerweile verreise. Am vereinbarten Tage nun schickte der Juwelier einen seiner Angestellten mit dem Schmuck in das bezeichnete Hotel. Dieser fand den Marquis im Bett. „Ich bin sehr krank, mein Freund," sagte derselbe, „ich glaube, ich habe mir unterwegs den Typhus geholt. Tun Sie mir immerhin den Gefallen, und bringen Sie mir noch die Kravattennadel, die ich zuerst ausgesucht hatte, und die ein Verwandter bekommen soll. Inzwischen werde ich das Kollier besichtigen.“ Der junge Mann erblickte hierin nichts Verdächtiges – lag doch der Marquis überdies krank im Bett – und begab sich in sein Geschäft zurück, um die Nadel zu holen. Als er sich auf dem Rückwege nach dem Hotel befand, erblickte er auf dem Opernplatze ganz zufällig den Typhuskranken, der eine Droschke bestieg, und hatte gerade noch Zeit genug, dieselbe anzuhalten. Der vermeintliche Marquis de Saligne wurde den Schutzleuten übergeben und entpuppte sich nun als ein schon mehrfach vorbestrafter, von der Polizei neuerdings wieder gesuchter, gefährlicher Gauner, namens Georges Valour, 40 Jahre alt. Das Diamantenkollier hatte er glücklicherweise noch bei sich.

statieren konnte. Einige Schüler (Silberschmiede) hatten auf KorpusModelle reizende moderne Dessins, Goldschmiede dagegen Schmuckgegenstände, Anhänger, Broschen usw. mit eingelegten Steinen zur Veranschaulichung der Effekte modelliert. Auch einige Gehilfen, welche früher die Schule als Lehrlinge besuchten, beteiligen sich noch am Unterricht. Einer davon hatte zwei in Ol gemale BlumenStudien ausgeführt, welche wohl zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Auch im Zeichensaal waren in der Hauptsache von den Gehilfen recht hübsche Arbeiten, Diademe, Kolliers, Anhänger, im modernen Genre mit großem Fleiß ausgeführt. Teils zum Ausfassen, waren die Stein-Effekte als gut gelungen zu bezeichnen. Es wurden bei der Prämiierung folgende Preise der Bündert & Lettré-Stiftung verteilt: 2 silberne Medaillen, 4 bronzene Medaillen, 2 Ehrenpreise, 10 Anerkennungs-Diplome. Die Preis-Jury bestand aus den Herren Kollegen Hofgoldschmied Hugo Schaper und Paul Telge sowie den Juwelieren Weichmann. Nachtigall und Mertens. Die Schule wird z. Z. leider erst von ca. 125 Schülern besucht, da einige Kollegen sowie auch Lehrlinge die Notwendigkeit einer derartigen Schule für die theoretische Ausbildung eines Gold- bezw. Silberschmiedes nicht anerkennen wollen. Bei der nunmehr zur Annahme gelangten obligatorischen Fach- bezw. Fortbildungsschule für unser Kunsthandwerk müssen vom 1. Januar 1905 ab alle Lehrlinge diese Schule besuchen. Der Besuch dürfte sich alsdann noch um ca. 100 Schüler vermehren. Die erste derartige Ausstellung fand 1902 im Kunstgewerbe - Museum statt und wird jetzt alljährlich im Oktober sich wiederholen. Diejenigen Herren Gönner und Kollegen, welche durch freiwillige Zeichnung eines Jahresbeitrages den Unterhalt der Schule ermöglichen, werden beim Besuch der Ausstellung jedenfalls die Befriedigung mitgenommen haben, daß ihre dankenswerten Zuwendungen auf fruchtbaren Boden fallen. Der Dank, welcher hier der Schulleitung gebührt, wäre aber ein viel schönerer gewesen, hätten die meisten der verehrlichen Herren Kollegen es sich die kleine Mühe kosten lassen, diese mit großem Interesse und Liebe zur Sache veranstaltete Ausstellung bezüglich der Ausbildung ihrer eigenen Lehrlinge mit ihrem Besuch zu beehren. Rudolf Menzel.

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Aus Innungen und Vereinen. Die am 21. Oktober abgehaltene Hauptversammlung der Goldschmiedezwangsinnung zu Dresden wurde abends 9 Uhr von dem Obermeister Herrn Hermann Eckhardt eröffnet. Mit warmen Worten gedachte derselbe des Heimganges König Georgs, pries dessen hohe Eigenschaften als Mensch und Fürst und schloß daran herzliche Worte der Begrüßung des Königs Friedrich August, indem er die Anwesenden aufforderte, demselben mit unwandelbarer Treue untertan zu sein. Ein Telegramm im Sinne dieser Ansprache wurde darauf an Se. Majestät den König abgesandt. Es gelangte sodann ein Bericht über den Geschäftsgang des verflossenen Vierteljahrs zum Vortrage, aus dem hervorging, daß auch dieser Zeitraum dem Innungsvorstande reiche Arbeit brachte. Eingehende Berichte über den Sächs. Innungsverbandstag in Döbeln, den Verbandstag deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede in Halle und die Einweihung der Dinglinger Gedenktafel in Bieberach, welche drei Zusammenkünfte von dem Obermeister und je einem Vorstandsmitgliede besucht wurden, fanden lebhaftes Interesse. Nicht mindere Aufmerksamkeit wurde auch dem Inhalte des beim Verbandstag in Döbeln gehaltenen Vortrages des Herrn Berger aus Krimmitschau über Genossenschaftswesen im Handwerke geschenkt, der auf Anordnung der Gewerbekammer den Mitgliedern der Innung zur Kenntnis gebracht wurde. Der Obermeister wies noch darauf hin, welchen Wert die Meisterprüfungen für die jungen Mitglieder der Innung aufweisen, und forderte dieselben auf, sich für die Prüfung vorzubereiten und sich derselben zu unterziehen.

Die Fachschule der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung zu Berlin veranstaltete am 23. und 24. Oktober d. J. ihre II. Ausstellung von Lehrlingsarbeiten in den Schulräumen Wassertor -Straße 4, welche dieselbe seit 1. März d. J. innehat. Die ausgestellten Arbeiten im Modellieren und Zeichnen machten einen sehr befriedigenden Eindruck, insbesondere war dem modernen Genre Rechnung getragen. In der bekannten Manier auf Schiefertafeln in Plastelina modelliert, sah man dort die Anfänge der Lehrlinge, welche im ersten Lehrjahr stehen. Alsdann die Arbeiten der älteren Schüler, wo man bei einigen großen Fleiß und künstlerische Begabung kon

SCHWARZES STAHL-ETUIS MIT EINGEBRANNTER SILBER

PHOTOGRAPHIE VON EUGEN PORCHER, PFORZHEIM.

beiden Lieblinge des Rauchers und Geschenkempfängers abgebildet sind. Jeder Detailleur weiß, daß solche exquisiten Geschenke stets Anklang finden und gesucht werden. Gerade in der Goldschmiedebranche erhalten vielfach auch an sich nicht so kostbare Geschenke ihren Wert dadurch, daß sie eine individuelle Ausschmückung erhalten, z. B. durch Auflegen oder Eingravieren eines Monogramms, Namenszugs oder einer Widmung. Unter Umständen sind für den Goldschmied solche Arbeiten mit Schwierigkeiten verbunden, bei

den heute genannten Gegenständen ist die Arbeitskraft des Goldschmieds gar nicht in Betracht gezogen. Die Artikel werden tadellos geliefert. Auf die schwarzen Stahlgegenstände, wie Etuis, Uhren, Medaillons, Blocks usw. wird jedes Bild, sei es Porträt, Landschaft, Jagdstück, Ansicht einer Villa u. dgl., eingebrannt, und jedermann wird durch das noble, künstlerische Aussehen überrascht. Es liegt nun der Gedanke nahe, daß die Ausführung, besonders bei Gegenständen, die stets in der Tasche getragen werden, nicht haltbar sei. Dies ist aber durchaus nicht der Fall, die Firma übernimmt vollständige Garantie, daß die Photographie nicht undeutlich wird. Im Interesse der Goldschmiede empfehlen wir denselben, sich dieses Artikels anzunehmen und ihn bei ihrer Kundschaft einzuführen.

Frage- und Antwortkasten.
Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.
Die Herren Fabrikanton, Grossiston und Detailleure worden in ihrem und Allor Interesse
höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung don aus.
giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden
und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort
erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrüokliohen Wunsch. Auch
dieser Teil unseres Blattos ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen:
Frage 180. Welche Fabrik liefert moderne, schöne, massive
Etagèren in Neusilber und anderem Metall für Konfituren in rohem
sowie auch fertigem Zustande in der Höhe von 70—100 cm?

F. M. in B. Frage 181. Wer liefert Kristallschüsseln, wie solche für Westenknöpfe getragen werden?

R. S. in H. Frage 184. Kann ein Auskunftsbureau für einen Schaden verantwortlich gemacht werden, welcher durch unrichtige Angaben des selben entstanden ist.

A. H. in V. Frage 185. Wer fabriziert Nähgarnituren antique, genre Louis XVI. oder Empire ?

G. D. in H. Frage 186. Wer von den Herren Kollegen wäre so liebenswürdig, mir ein gutes Vergoldungsrezept mit Zinkstreifen sowie ein solches für Gelb und Rot zu einer kleinen Batterievergoldung mitzuteilen?

L. G. in B. Frage 188. Wie behandelt man Kautschuk, um Schriftstempel zu fabrizieren, und wo bezieht man die Materialien dazu her?

A. H. in L. Frage 189. Bekanntlich ist das Hausieren mit Goldwaren und Uhren verboten. Um dieses Verbot zu umgehen, zeigt der Hausierer die fertige Ware, nicht bloß den Katalog, als Muster, geht dann kurze Zeit hinweg und bringt dem Kunden die Ware mit dem Bemerken, er hätte dieselbe in der Zwischenzeit aus seiner Wohnung geholt. Genügt dieser Trick, um den Hausierer vor Bestrafung zu schützen, darf derselbe überhaupt fertige Ware als Muster zeigen und dadurch direkt zum Kauf anbieten?

R. K. in B.

Frage 190. Welcher Goldschmied resp. Etuisfabrikant kann mir leihweise einen resp. zwei Ausstellungsglaskasten oder Pyramide oder dergleichen überlassen, und in welcher Größe ? H. O. in P.

Antworten:
Zu Frage 148. Für Schokoladenstanniol gibt je nach Gewicht
Photographierahmen oder dergl. Max Fr. Ungerer, Pforzheim.

Zu Frage 170. Kartons mit Perlgoldschnitt dürften Sie am vorteilhaftesten von Paul Stierle in Pforzheim beziehen.

Zu Frage 177. Galalith beziehen Sie durch Vereinigte Gummiwarenfabriken Harburg-Wien vorm. Menier-). N. Reithoffer, Abt. Galalith, Harburg a. d. E.

Zu Frage. 178. Es ist uns nur eine Fachzeitschrift bekannt, welche in Belgien erscheint: „Diamant", Antwerpen.

Zu Frage 182. Empfehlenswertes Buch: Ritter und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt innerhalb des XIX. Jahrhunderts. Gebunden 9 Mk., Liebhabereinband 12 Mk. Verfasser Maximilian Hatzner. Herausgeber J. J. Weber. Katechismen No. 146.

A. H. in B. Zu Frage 182. Orden und Ehrenzeichen, Moritz Ruhl: Preußen 2.50, Bayern 2.50, Sachsen 1.50. Orden, Wappen, Flaggen aller Staaten, Moritz Ruhl, Leipzig; in Mappen 30 Mk. Orden, Ehren- u. Verdienstzeichen usw. v. Bayern, Knussert, München; antiquarisch brosch. 7 M. Orden und Ehrenzeichen der österreichungarischen Monarchie von Heyer v. Rosenfeld, Wien 1888, antiquarisch geb. 7.50 Mk. Orden und Ehrenzeichen Deutschlands und Österreichs von Zoller, Frankfurt a. M. 1881, Heft mit Tafeln, antiquarisch 3 Mk. Wahlen, Ordres de Chavalierie, Bruxelles (französisch) antiquarisch 21 Mk. Gottschalk, 3 Bände, 1844, 9 Mk. Perret alt. 1821, 13.50 Mk. und andere.

Zu Frage 184. Nein, wenn es nicht etwa wider besseres Wissen die Auskunft gegeben hat. Sonst ist es durch § 824 Abs. 2 des B. G.-B. geschützt, welcher lautet: Durch eine Mitteilung, deren Unwahrheit dem Mitteilenden unbekannt ist, wird dieser nicht zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er oder der Empfänger der Mitteilung an ihr ein berechtigtes Interesse hat.

Zu Frage 188. Um Kautschuk-Schriftstempel herzustellen, verfährt man, wie folgt: Der Stempel wird mit Buchdrucktypen zusammengesetzt, von diesem Satz wird eine Matrize hergestellt (von Matrizenpulver), ist diese trocken, so wird selbige in die Vulkanisierpresse gebracht, der Kautschuk wird aufgelegt und unter Druck vulkanisiert. Sämtliche Materialien erhalten Sie von H. Bernert, Berlin-Charlottenburg, Wielandstr. 60, und William Schmidt, Neuy ork, Broadway 42.

Zu Frage 189. Muster darf der Händler vorweisen, bei Privaten aber nur, wenn er einen Wandergewerbeschein hat. Wenn er jedoch die angeblichen Muster selbst gleich absetzt und zu diesem Zweck mitführt, wird er bestraft. Daß er sich zum Schein erst entfernt, befreit ihn nicht vor Strafe, es kann Anzeige erstattet werden.

Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede. Bekanntmachung.

und unseren Kollegen stehen, um eine nach jeder Richtung hin Wir bringen hiermit den Fabrikanten und Grossisten nachstehend

lückenlose und einwandfreie Statistik aufstellen zu können. eine auf dem Verbandstag zu Halle gefaßte Resolution zur Kenntnis

Der heutige Stand ist folgender: Wir haben völlige Klarheit

über 1041 Städte des Deutschen Reiches; über sämtliche Feuerund richten an die betreffenden Firmen, welche ihre Waren im Sinne der Resolution abgeben, die höfliche Bitte, uns dieses mitzuteilen,

schäden, die in diesen Städten vorgekommen sind, und zwar festdamit wir darnach eine Liste aufstellen können:

gestellt zum größten Teil auf Grund der in den größeren Städten

geführten amtlichen Listen über Feuerschäden, durch Beantwortung „Der Verbandsvorstand wird beauftragt, eine Liste derjenigen

der Fragebogen seitens der Juweliere, und schließlich da, wo amtFabrikanten und Grossisten anzulegen, welche nur an Goldschmiede oder berufsmäßige Wiederverkäufer liefern oder Waren abgeben,

liche Listen nicht geführt wurden, und wo eine Antwort von den und welche versprechen, bzw. sich verpflichten, nicht an Privat

betreffenden Juwelieren auf unsere Fragebogen nicht zu erhalten personen und Warenhäuser Waren zu verkaufen oder zu liefern.

war, durch amtliche Erhebungen bei den betreffenden Juwelieren. Diejenigen, welche neben ihrem Fabrikgeschäft noch ein Detailge

Wir können in Dankbarkeit aussprechen, daß diese Beihilfe seitens

der Polizeibehörden in der denkbar entgegenkommensten Weise schäft betreiben, versprechen, daselbst Waren nur zu den üblichen

erfolgt ist. Nur 32 Städte stehen jetzt noch offen, und bedarf es Einzelverkaufspreisen abzugeben.“ Die Zuschriften sind an die Geschäftsstelle des Verbandes

der Weiterbearbeitung. Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu Berlin S., Oranien

Um einen Beweis zu erbringen, mit welcher Gründlichkeit diese

Erhebungen von uns stattfinden, geben wir nachstehend ein Schriftstr. 143, zu richten.

stück zur Kenntnis, woraus gleichzeitig hervorgeht, welche Schwierig

keiten zu überwinden sind. In Angelegenheit Feuerschutzkasse bringen wir unsern verehrJichen Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, wie weit der Versicherungs

An eine Kgl. Verein auf Gegenseitigkeit bis heut gediehen ist, und zwar geschieht

Polizeidirektion zu B. dies aus dem Anlaß, daß verschiedene Anfragen schriftlich und

Wie wir unter dem 10. Mai d. Js. an eine hochlöbliche Polizeimündlich eingegangen sind, welche durchblicken lassen, daß die direktion geschrieben, beschäftigt sich der Verband Deutscher Sache nicht schnell genug gefördert wird. Diese Annahme ist je Juweliere mit der Gründung eines Feuerversicherungsvereins auf doch eine irrtümliche. Wie bereits auf dem Verbandstag in Halle Gegenseitigkeit. Um eine Statistik über die Feuersgefahr in unseklargelegt ist, ist die Fertigstellung der Statistik eine außerordent rem Gewerbe aufstellen zu können, wendeten wir uns an die lich schwierige, und zwar deshalb, weil wir besonders von den Polizeidirektion in B. Doch wurde uns unter dem 8. Juni erwidert, Kollegen, die nicht Mitglied des Verbandes sind, nur in geringem daß über jeden Brandfall eine Zählkarte ausgefüllt und an das Maße unterstützt werden. Die Arbeit ist daher eine sehr umfang Königl. Statistische Bureau in Berlin weitergegeben wird. Dieses reiche, weil wir in fortgesetzten Verhandlungen mit den Behörden Bureau verlangt nun für die Auskunft 8—10 Mk. Da wir dafür nicht

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