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möchten. Die von Herrn Dr. Rocke ausgearbeitete Denkschrift sei in Kürze zu erwarten. Herr Fischer erklärte namens des Goldschmiedeverbandes den Anschluß an die von den Verbänden der Uhrenbranche bereits eingeleitete Propaganda.

Zu Punkt 3 nahm zunächst Herr Freygang das Wort, der eingehend die Schäden schilderte, welche daraus erwachsen, daß sich Goldarbeiter Uhrmacher und Uhrmacher Goldarbeiter ohne Recht nennen. Herr Fischer ergänzt diese Ausführungen und ist auch der Meinung, daß endlich hier Wandel geschaffen werden müsse. Nur der dürfe sich Uhrmacher oder Goldschmied nennen, der in diesem Gewerbe eine ordnungsmäßige Lehre durchgemacht habe. Von den Herren Popitz, Schultz, Marfels, Cordes, Hahn, Diebener wird entgegnet, daß man damit vor Gericht nicht durchkomme, da bei der herrschenden Gewerbefreiheit sich jeder Goldschmied oder Uhrmacher nennen könne, wenn er nur Arbeiten dieser Branche ausführe, bzw. ausführen lasse. Herr Syndikus Hermann Pilz verbreitet sich hierauf über die in Betracht kommende Rechtsfrage. Die Judikatur gehe dahin, daß nur der sich Goldschmied oder Uhrmacher nennen dürfe, der auch wirklich imstande sei, Arbeiten der Goldschmiede oder Uhrmacherkunst auszuführen. Sei er das nicht imstande, so liege in der Bezeichnung ein unlauterer Wettbewerb. Er schlägt folgende Resolution vor:

„Die anwesenden Verbände und Vereinigungen erklären es im Interesse des Gedeihens der beiderseitigen verwandten Gewerbe für wünschenswert, daß Uhrmacher sich nicht Goldarbeiter, Goldarbeiter sich nicht Uhrmacher nennen, wenn sie sich nicht die zur Ausführang der betreffenden gewerblichen Arbeiten erforderlichen gründlichen Kenntnisse angeeignet haben.“

Auch diese Resolution, die den Mitgliedern der Verbände bekannt gegeben werden soll, wird einstimmig angenommen.

Zu Punkt 4 gibt Herr Frey gang einen Einblick in die Schädigungen, welche daraus entstehen, daß Goldarbeiter Uhren und umgekehrt Uhrmacher Schmuckstücke taxieren. Herr Syndikus

Hermann Pilz weist darauf hin, daß leider auch von seiten der Gerichte in dieser Beziehung ein grober Unfug getrieben werde, indem man zur Taxation von Juwelen und Gold- und Silbersachen ohne weiteres Uhrmacher, bei Uhren aber Goldarbeiter heranziehe. Ihm sei ein Fall bekannt geworden, wo man zur Abschätzung von Goldschmiedearbeiten sogar einen Grobschmied berufen habe. Er empfehle, in einer Eingabe an die Landgerichtspräsidenten um Abhilfe zu ersuchen. Die Mißstände werden im weiteren noch von den Herren Fischer, Horrmann, Hahn usw. beleuchtet, und schließlich wird eine von Herrn Syndikus Pilz vorgeschlagene, von Herrn Wilhelm Fischer modifizierte Resolution einstimmig gutgeheißen:

„Die anwesenden Verbände bzw. Vereinigungen halten es für wünschenswert, daß Uhrmacher und Goldarbeiter im Geschäftsbetriebe neue Sachen überhaupt nicht taxieren, als Sachverständige vor Gericht aber nur solche Gegenstände

abschätzen, welche in ihr spezielles Gewerbe fallen.“

Zu Punkt 4 erfolgte, nachdem Herr Popitz in anregenden Worten für den Ehrentitel Goldschmied eingetreten war und sich dahin geäußert hatte, daß der Goldschmied und der Uhrmacher Kunsthandwerker seien, nur noch eine allgemeine Aussprache. Herr Frey gang plädierte für die Betonung des Handwerkerstandes, Herr Fischer für den Namen ,,Goldschmiedemeister“ bzw. „Uhrmachermeister,“ Herr Hahn für das Wort „Uhrmacherkunst“ usw. Herr Syndikus Hermann Pilz betonte, daß es vor dem Gesetz gleich sei, welchen Namen man sich beilege. Die Gerichts- und Verwaltungsbehörden würden auf den Namen allein bei der Beurteilung der Frage, als was die betreffende gewerbliche Tätigkeit anzusehen sei, kein Gewicht legen. Man beschloß die Frage zunächst, nachdem sie einmal angeregt sei, innerhalb der Verbände bzw. Vereinigungen weiter zu diskutieren.

Mit dem Wunsche, daß solche Versammlungen öfter (Herr Fischer schlug vor, ein- oder später auch zweimal im Jahre) stattfinden möchten, schloß Herr Freygang die Versammlung, an die sich ein gemeinschaftliches Mittagsmahl anreihte.

Die Bedeutung Eduard Foehrs für die Entwicklung der

Goldschmiedekunst in Süddeutschland.

Über die Wirksamkeit des kürzlich verstorbenen Herrn Eduard Foehr in Stuttgart enthält der „Schwäbische Merkur“ folgendes treffliche Charakterbild:

„Der Name und die Person Eduard Foehrs ist mit der eigenartigen Entwicklung der Juwelierkunst in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts und mit der Entwicklung des württembergischen Kunstgewerbes im besonderen so eng verknüpft, daß es sich wohl lohnt, heute, wo es dem Wirken Foehrs gerecht zu werden gilt, etwas näher darauf einzugehen. Einer der ersten, die nach der Zeit des Niedergangs alter künstlerischer Ideale in den Jahren nach den napoleonischen Kriegen sich wieder zu bewußter Tatkraft aufrafften, neuen Schwung in das deutsche Gewerbeleben zu bringen, war der Großvater und Gründer des Hauses, Ludwig Foehr. Er erneute das Bewußtsein in der Goldschmiedekunst, daß nicht leere Nachahmung, nicht einfaches Arbeiten nach Schablonen eine gute Entwicklung verbürge, sondern Schaffung eigener künstlerischer Entwürfe, Ausstattung der Schöpfungen je nach ihrer Bestimmung, entweder durch Miniaturmalerei oder Emaillierung oder durch Edelsteine aller Art, kurz, feiner künstlerischer Geschmack und unermüdliches Streben nach Harmonie und höchster Vollkommenheit. Langsam und glücklich entwickelte sich der Foehrsche Betrieb; 1830 übernahm Eduard Foehr, der Vater des eben Verstorbenen, das Geschäft, das seit jener Zeit seinen Namen trägt, und führte es in gleich glücklicher Weise weiter, und Ende der 50er Jahre trat der Sohn Eduard Foehr in das Geschäft ein. In den Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereins, dessen Ausschuß Kommerzienrat Eduard Foehr seit den Zeiten der Gründung angehört, hat Ernst Schwedeler-Meyer eingehend dargelegt, warum das 19. Jahrhundert in der Entwicklung der Goldschmiedekunst einen weit bedeutsameren Abschnitt gebildet hat, als dies für die übrigen Zweige des Kunstgewerbes der Fall war.

Die gänzlich veränderten Arbeitsbedingungen ließen mehr und mehr die Hindernisse hervortreten, die einer wirklich künstlerischen Wiederholung der alten Vorbilder im Weg standen. Früher hatte der Meister alle Zweige des Handwerks selbst beherrscht, alle die vielen Dekorationsweisen des Edelmetalls, das Niëllieren, das Emaillieren, das Ziselieren, Gravieren, kurz alles, was zur Vollendung eines Prachtgeräts gehört, war ihm wohlbekannt, und so nur konnte etwas entstehen, das wie aus einem Guß war. Die heutige Teilung der Arbeit erschwert das Zusammengehen aller Kräfte außerordentlich, und die Folge war vielfach, daß der Chef eines solchen Hauses sein ganzes Augenmerk mehr der geschäftlichen Verwertung der Erzeugnisse zuwendete. Bei Foehr traf das Gegenteil zu: er blieb, unbeirrt durch diese ganze Bewegung, dabei, durch harmonisch reizvolle Zusammenstellung originaler Details das Kunstwerk als solches sich dem Liebhaber von selbst empfehlen zu lassen. Und er hatte richtig geahnt. Mit dem Aufschwung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach den 70 er Jahren stellte sich ein seine Bemühungen lohnendes ungeahntes Streben nach Luxus ein, das sich in Privataufträgen, aber auch in bestimmten monumentalen Arbeiten, die vom Staat in Auftrag gegeben wurden, äußerte. Dazu kam, wie Schwedeler-Meyer weiter ausführt, daß hierfür von kenntnisreichen Männern, dichterisch angelegten Naturen oder philosophischen Köpfen Programme aufgestellt wurden, „nur schade, daß diese Männer keine Goldschmiede waren, und noch mehr schade, daß die Goldschmiede jener Zeit sich zu fleißigen Handwerkern oder verständigen Kaufleuten umgewandelt hatten, deren stets auf den Arbeitstisch und auf das Kontorpult gerichteter Blick die Aussicht in die Weite nicht mehr kannte, daß sie nicht neue Gebiete zu erobern und neuen Wünschen nachzukommen verstanden“. Zwischen beiden Gegensätzen verstand Foehr die Mitte einzuhalten, und seine Erfolge in den letzten

30 Jahren beweisen, daß sein gleichmäßig aufs Zweckmäßige wie Künstlerische gerichteter Sinn und die intensiv ausgenützten Früchte reicher Erfahrung ihn den richtigen Weg gehen ließen. Daß er auch die gesunde Kraft der modernen Stilbewegung rechtzeitig zu erfassen verstand, weiß jeder, der auch, ohne Einzelheiten seines Betriebes zu kennen, der Anziehungskraft seiner Schaufenster mit Interesse gefolgt ist.

Ein besonderes Verdienst hat sich Eduard Foehr um die Schmuckkunst erworben. Wir wissen alle, wie reichlich diese Kunst in Württemberg überhaupt vertreten ist, wie sie ein Fabrikationszweig wurde, der Tausende von Arbeitern beschäftigt und einen ungeheuren Kundenkreis über die ganze Welt erworben hat. Ihre wirtschaftliche und künstlerische Bedeutung ist unbestritten. Aber doch gebührt dem montierten, in edler Handarbeit und aus edlem Metall hergestellten Schmuck in künstlerischer Hinsicht der erste Rang unter den Bijouterieerzeugnissen. Das ist die Be

deutung Foehrs im besonderen, daß er bei der hinreißenden Neigung zur Industrialisierung zurückhaltend blieb, die echt künstlerische Handarbeit stets hoch hielt, einzig Wert auf ganz tadellos schöne Erzeugnisse von zartester und unaufdringlicher Wirkung legte, die einen durchgebildeten Geschmack zur Würdigung, aber auch einen gewissen luxuriösen Sinn der Abnehmer verlangen. Um knapper zu charakterisieren: nicht die Vervielfältigung von Bijouteriekunstwaren, sondern die Herstellung wertvoller Originalschmuckstücke war sein Prinzip, nicht Maschinen- sondern Individualitätskunst. Daß damit der Bedeutung der Edelmetallindustrie in keiner Weise zu nahe getreten werden soll, versteht sich für jede richtige Beurteilung von selbst. „Ehrliche Herzensarbeit“, mit diesen Worten hat einmal einer der deutschesten Künstler, Hans Thoma, den Kern und Inhalt jeder Kunstübung bezeichnet, und damit ist auch die Lebensarbeit Foehrs am treffendsten gekennzeichnet.

Aus den Debatten des Verbandstages in Halle.

III. Diskussion über Schädigungen durch Leihhäuser. Den Bericht über die Schädigungen des Goldschmiedegewerbes Ferner werden in den privaten Leihhäusern große Massen von durch die Vorrechte der Leihhäuser erstattete der zweite Vorsitzende, Waren versetzt. Dieser Krebsschaden betrifft besonders auch die Menzel-Berlin, der die Leihhausfrage als ein besonderes Schmerzens- Fabrikanten und Grossisten, weil dadurch dem unreellen Goldschmied, kind der Goldwarenbranche bezeichnete und dann fortfuhr: „Das wenn er vor dem Konkurs steht, Gelegenheit gegeben wird, alles, Geschäftsgebahren der Leihhäuser bedeutet meist unlauteren was überhaupt versatzfähig ist, nach dem Leihhaus zu tragen. Es Wettbewerb, denn sie betreiben neben dem sogen. Pfand gibt sogar Leihhäuser, die einen furchtbaren Schwindel damit treiben, geschäft ein Geschäft mit versetzten Waren und verkaufen daß sie die Pfandscheine auf eine höhere Summe ausvielfach nicht bloß verfallene Pfänder, sondern eine Menge hinzu stellen, als in Wirklichkeit bezahlt wurde. Hier müßte ein Modus gekaufter Waren „als versetzt gewesene".

gefunden werden, daß solche Waren nicht an die Trödler bzw. an Unsere Fachorgane haben sich in den letzten Jahren sehr ein solche Leihamtsgeschäfte verschleudert werden. gehend mit der Frage beschäftigt. Die Deutsche Goldschmiede

Eine praktische Einrichtung besteht, wie ich erfahren habe, in Zeitung hat eine Umfrage bei sämtlichen Handwerkskammern ver Hamburg Wenn dort in einem Leihhaus ein größerer Posten neuer anstaltet, und es wurden verschiedene Mißstände aufgedeckt.

Waren angeboten wird, und die Sache dem Taxator oder dem InZunächst muß man sich fragen, unter welchen Gesichtspunkten haber verdächtig erscheint, so wird die Beleihung abgelehnt, und überhaupt die öffentlichen Leihhäuser gegründet worden sind. Jede es werden von seiten des betreffenden Leihhauses sofort die übrigen Kommune hat es für eine Notwendigkeit erachtet, ein eigenes Leih Leihhäuser verständigt, daß auch sie die Ware nicht annehmen. Es amt für ihre Gemeindemitglieder zu schaffen, damit diejenigen, die wäre wünschenswert, daß das überall so gehandhabt würde, denn in augenblickliche Not geraten sind, durch Versetzung irgend eines es werden nicht nur die Fabrikanten und Grossisten geschädigt, Wertgegenstandes sich Geld verschaffen, den Gegenstand selbst sondern auch ihre solventen Kunden, die durch das Verschleudern aber später wieder gegen mäßigen Zinsfuß zurückkaufen können. der versetzten bzw. verfallenen Waren eine schwere Konkurrenz erDie städtischen Leihhäuser nehmen nur einen Zins von 1% pro leiden. In Berlin existiert beispielsweise in der Krausenstraße ein Monat aus dem erhaltenen Kapital, die privaten Leihhäuser 2. Leihhaus, das auf einmal 100 Kartons Uhren und ganze Posten

Nun hat sich aber bei den Leihhausgeschäften in den letzten Ketten annimmt, die dann zum Goldwert in einigen Geschäften 15 Jahren ein derartiger Mißstand herausgebildet, daß wir dieser durch Annoncieren ausgeboten werden. Auch große Posten BrilEntwicklung nicht mehr länger zusehen dürfen, sondern Mittel und lanten werden mit einemmal beliehen, so daß es dem, der sie verWege suchen müssen, um dem Übel zu steuern. In Bayern, in setzt hat, fast zur Unmöglichkeit gemacht ist, die Ware wieder Sachsen und im Rheinlande bestehen sogen, Pfandvermittler einzulösen. Bei Beleihung kleinerer Posten hätte er Gelegenheit, (Agenten), die für irgend jemand, der sie aufsucht, die Ware decken sich allmählich wieder in den Besitz der versetzten Gegenstände und sie versetzen. In Berlin machen es die Dienstmänner, welche zu bringen. Die Leihhäuser sollen doch dazu dienen, augenblickauf ihre Legitimation hin Sachen, ev. gestohlene, bei irgend einem lich in Not geratenen Menschen zu helfen, nicht aber dazu, durch Leihamt versetzen oder in den Kneipen, auf der Straße usw. gegen ihre Nebengeschäfte, die aber in Wirklichkeit das Hauptgeschäft ein Aufgeld verkaufen. Wird dann vielleicht entdeckt, daß die sind, Personen, die sich um ihre Existenz ehrlich mühen, in Not zu Ware gestohlen ist, so genießt das Leihamt das Privilegium, daß bringen. Wir müssen gegen diesen Mißstand mit allen uns zu es sie nur herauszugeben braucht, nachdem Kapital und Zins rück Gebote stehenden Mitteln Front machen und das Privilegium der vergütet ist, während wir die Ware ohne jegliche Vergütung heraus öffentlichen Leihhäuser, das ihnen gegenüber den übrigen und geben müssen, selbst dann, wenn wir bei der Annahme die größte gegenüber uns Goldschmieden eingeräumt ist, zu beseitigen suchen. Vorsicht haben walten lassen. Man wird einfach unter Anklage Unsere Fachzeitungen haben in dankenswerter Weise die Leihgestellt und ev. ins Gefängnis gesteckt. Dieses Privilegium hausfrage schon des öftern besprochen; ebenso haben sich die drei sollte den öffentlichen Leihhäusern genommen werden. großen Uhrmacherverbände eingehend damit beschäftigt und Da in den meisten Fällen dem Bestohlenen selbst der Vorwurf zu sich bereits im November vorigen Jahres mit einer an den Bundesmachen ist, so wäre es nicht mehr als recht und billig, daß wenig. rat einzureichenden Petition befaßt. stens ein Teil des bezahlten Geldes ersetzt wird.

Die Punkte, zu denen sie Stellung genommen haben, und denen Wir haben weiter die Entdeckung gemacht, daß es Goldschmiede wir uns nach meiner Ansicht voll und ganz anschließen können, gibt, welche extra für Leihhäuser Waren anfertigen, Waren, sind folgende: die unter Mithilfe eines anderen außergewöhnlich hoch beliehen 1. Soll der Ausnahmezustand der öffentlichen Leihwerden. Der Käufer, der sich in gutem Glauben befindet, die Ware häuser aufgehoben werden, der ihnen auf Grund des Art. 94 habe einen weit höheren Wert, als sie beliehen ist, ist dann der der Einführungsbestimmungen des B. G.-B. das Recht der VerGeschädigte. In den Raub teilt sich aber das ganze Konsortium, weigerung kostenloser Herausgabe gestohlener Wertsachen zuspricht. das bei der Sache beteiligt ist. Der Ausspruch eines Berliner Die geplante Petition wünscht „Aufhebung des § 94 Abs. 2 des Kollegen, der gerichtlich vereidigter Sachverständiger ist, ist charak Einführungsgesetzes zum B. G.-B., der den öffentlichen Pfandleihteristisch: „Die Pfandleiher stehen immer mit einem Fuß im Ge anstalten vor den privaten den Vorzug einräumt, daß sie verfängnis“ – wegen Hehlerei.

pfändete gestohlene Gegenstände nur gegen Erstattung des geWenn die Auktionen in den Leihhäusern schon an und für sich währten Darlehens herauszugeben brauchen“. eine große Konkurrenz bedeuten, so ist der fortwährende freihändige 2. Soll den Leihhäusern überhaupt, also auch den öffentlichen, Verkauf von Uhren und Goldwaren für unsere Branche noch viel streng untersagt werden, größere Posten neuer Waren zu beleihen. mehr schädigend, und speziell vor Weihnachten wird durch auf sobald nicht der Nachweis erbracht ist, daß dieselben wirklich fallende Annoncen darauf aufmerksam gemacht.

Eigentum des Entleihers sind. Im Falle einer Beleihung solcher

Posten soll es aber dem Entleiher ermöglicht werden, kleinere Posten des Pfandes wieder einlösen zu können. Dadurch würde gewiß mancher Zusammenbruch verhütet werden, der durch den Umstand herbeigeführt wird, daß es dem Entleiher verwehrt ist, die größere Anleihe nach und nach zu amortisieren.

Die Petition lautet dahin: ,,Erlaß von Bestimmungen, die den Massenversatz eigens zum Zwecke der Verpfändung hergestellter Waren unmöglich machen. Die Leihhäuser sollen neue Waren nur stückweise beleihen dürfen.“

3. Soll eine Beleihung größerer Posten Waren von auswärts strengstens untersagt werden.

Die Petition sagt: „Pfandscheine möchten fortan als das, was sie in Wirklichkeit sind, nämlich als „Inhaberpapiere“ behandelt, und der Handel darin gewissen, ähnlich den für letztere vorgesehenen, erschwerenden Bestimmungen unterworfen werden.“

4. Soll der Handel mit Pfandscheinen untersagt und unter Strafe gestellt werden.

5. Sollen die verfallenen Pfänder zunächst den ansässigen Juwelieren zum Kauf angeboten und dann entweder eingeschmolzen und die Steine zu Geld gemacht oder erst dann dem Publikum zum Kaufe angeboten werden.

6. Sollen die Leihhausauktionen abgeschafft oder wenigstens die Ringbildung der Trödler und Händler unterdrückt werden. Diese Leihhausauktionen und die Begünstigung der Trödler züchten geradezu den ungesetzlichen Handel mit Goldwaren im Umherziehen.

7. Sollen die Leihhausscheine auf den Namen ausgestellt und die Pfandvermittler entweder gar nicht zugelassen oder streng überwacht werden.

8. Wenn die Forderung der endgültigen Beseitigung der privaten Leihhäuser nicht durchzuführen sein sollte, dann sollte aber auch das öffentliche Leihhaus keine vorberechtigte Stellung erhalten und jenen anderen gleichgestellt werden,

Meine Herren! Es ist sogar ermittelt worden, daß ein Teil der Beamten bei öffentlichen Leihhäusern sich bei Auktionen hervorragend beteiligt, einen großen Teil der Waren ankauft und dieselben mit einem erheblichen Verdienst an Privatgeschäfte verkauft. Oft geschieht dies durch vorgeschobene Personen. Diese Beamten zu ermitteln, wird schwer sein, weil sie von den betreffenden Geschäften nicht angegeben werden. In Berlin sind in der Mauerstraße, in der Französischen Straße einige Geschäfte, die stets Juwelenwaren haben, und zwar immer assortiert, so daß jeder etwas findet. Man sollte deshalb einen Antrag beim Bundesrat einbringen, daß die Pfandleihgeschäfte überall streng von etwa gleichzeitig vom Inhaber betriebenen Verkaufsgeschäften räumlich getrennt sein müssen, ähnlich wie z. B. die Margarinebutter nur getrennt von der eigentlichen Butter verkauft werden darf. Es müßte also getrennt werden der ,,Verkauf verfallener Pfänder“ voii dem „Verkauf von Goldwaren", durch den besonders um Weihnachten den Geschäften unserer Branche eine große Rolle erwächst. Ich stelle den Antrag, daß wir uns der Petition der Uhrmacherverbände anschließen und die Ausarbeitung der Petition dem Vorstand anheimgeben. (Beifall.)

Vorsitzender Fischer-Berlin: Es haben bereits Verhandlungen mit dem Uhrmacherbund stattgefunden. Die Herren haben ihre Freude darüber ausgedrückt, daß wir beabsichtigen, uns an ihrer Petition zu beteiligen.

Der Antrag des Referenten wurde ohne weitere Debatte angenommen. - Wir können weiter, im Anschluß an diese Ausführungen, mitteilen, daß der Verbandsvorsitzende Herr Wilhelm Fischer-Berlin, inzwischen persönlich mit den Vorsitzenden der Uhrmacherverbände Fühlung genommen hat. So war er auch in Leipzig, wo er den Vorsitzenden der Leipziger Uhrmachervereinigung, Herrn Hahn, aufsuchte. Wir sehen, daß unter Umständen doch ein Zusammengehen der Goldschmiede mit den Uhrmachern wegen verwandter Interessen geboten sein kann.

Große Erfolge auf dem Wege der Selbsthilfe! (Veröffentlicht auf Veranlassung des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.)

Eisenach, 26. August Es sind gegenwärtig gerade 40 Jahre verflossen, seitdem die Geistlichen und Lehrer sämtlicher thüringischen Staaten dem auf dem Wege der Selbsthilfe geschaffenen „Thüringer Brandversicherungs-Verein unter Geistlichen und Lehrern“ angehören. Die Vereinigung, die mit kleinen Anfängen bereits 1836 in einzelnen Teilen des Großherzogtums Weimar begründet wurde, zeigt so recht deutlich, was ein Stand bei geschlossenem Zusammengehen auf dem Wege der Selbsthilfe erreichen und wirken kann. Nachfolgende interessante Zahlen werden dies am besten beweisen. Der Verein zählte 1864 2400 Mitglieder, jetzt deren 6218. Damals betrug die Versicherungssumme 9 900 610 M., jetzt 46 047 600 M. An Brandschäden wurden während dieser 40 Jahre in 715 Fällen 250 892 M. gewährt, das sind im Durchschnitt 351 M. pro Fall. Im ersten Jahrzehnt wurden 72117 M., im zweiten 86 417 M., im dritten 35 430 M. und im vierten 56 928 M. entschädigt. Da alle Dienste des Vereins im Ehrenamt verwaltet und Mitgliederbeiträge nur bei vorkommenden Brandschäden gezahlt werden, ist der Verein trotz unbedingter Sicherheit der denkbar billigste. Es ist vorgekommen, daß mehrere Jahre hintereinander von der Erhebung von Mitgliederbeiträgen abgesehen werden konnte. Der höchste Beitrag seit Bestehen des Vereins wurde 1873 nach den großen Bränden von Meiningen und Lengsfeld erhoben. Er betrug 17 Pfg. pro 100 M. Versicherungssumme. An der Spitze des Vereins steht seit Jahrzehnten Adjunkt a. D. Göring-Weimar, der trotz seiner 81 Jahre noch mit Lust und Liebe der guten Sache dient. Ein Streik unter den Pariser Goldwarenarbeitern.

Unter den Pariser Goldwarenarbeitern ist ein Streik ausgebrochen, der für die ganze Pariser Bijouteriewaren - Branche verhängnisvoll werden kann. Die Angestellten der Firma Disch forderten eine Lohnerhöhung um zwei Francs täglich, sowie Einführung des Neunstundentages. Die Firma weigerte sich, und eine Anzahl anderer Firmen erklärte sich mit der Firma Disch solidarisch. Die Unternehmer erklären, daß sie infolge der ständigen Forderungen um Lohnerhöhung seitens ihrer Angestellten ernstlich um ihre Branche besorgt sind, da bereits im vorigen Jahre die Einkäufer aus Südamerika erklärten, sie würden sich nach Deutschland wenden, da sie von dort billiger und ebenso gut bedient würden.

Ein neues Metall, Magnalium. Der Wiener Physiker Dr. Ludwig Mach hat ein neues Metall, eine Legierung von Magnesium und Aluminium, von silberweißer Farbe gefunden, deren spezisisches Gewicht etwas geringer

ist als das des Aluminiums. Es hat vor dem Aluminium aber den bedeutenden Vorzug, daß es technisch leicht verarbeitet werden kann. Es läßt sich leicht gießen, drehen, bohren und hobeln, und so bietet dieses neue Metall ein ausgezeichnetes Material für die Feinmechanik.

Für die Werkstatt. Mêlé (Diamanten) besteht aus weißen bis gelblichen (by-water) und sogar oft braunen Kristallen, die im Durchschnitt nicht über 112-13/4 Karat wiegen. Kleines Mêlé geht sogar bis 120 Karat herab. Alle hierher gehörigen Steine sind rund oder glassies, Bruchstücke sind nicht darunter. Eine Edelsteinberechnungstabelle, nach welcher man sich beim Einkauf unbedingt richten kann, gibt es nicht. Nimmt man den Preis eines vollkommenen Brillanten erster Qualität von genau 1 Kar. Gewicht, dieser Preis ist ca. 600 M., als Einheit an, so würde das Karat zweiter Qualität etwa 23 davon, einer Rosette erster Qualität ca. 45, einer solchen zweiten Qualität etwa 3/betragen. Eine Berechnungstabelle für Edelsteine ist zum Preise von 2 M. durch uns zu beziehen. – Die Perlen sind in Bezug auf Reinheit und Schönheit, Glanz, Farbe, Größe und Form sehr verschieden, so daß es schwer hält, gleiche Exemplare zusammmen zu bringen. Am teuersten sind die ganz runden, kugelförmigen Perlen, man nennt sie Stück-, Zahl- oder Nett-Perlen, weil sie stückweise verkauft werden. Internett-Perlen sind von den vorigen durch eine weniger vollkommen runde Gestalt verschieden und haben einen niedrigeren Wert. Samen- oder Lot-Perlen nennt man die kleinsten Perlen. Kropf-Perlen haben meist eine eckige, unregelmäßige Gestalt, sie werden selten stückweise, sondern nach Loten und Unzen verkauft, man nennt sie auch Barock- oder Brocken-Perlen. (Antwort auf Frage 175).

Aus Innungen und Vereinen. Freie Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede und Graveure (Freie Innung) zu Gera. In der ordentlichen Innungsversammlung am 17. Oktober 1904 im Ratskeller in Altenburg widmete der Vorsitzende Jahr zunächst dem verstorbenen Kollegen Hofgoldschmied Eberhard-Altenburg in warm empfundenen Worten einen ehrenden Nachruf. Im Anschluß daran erhoben sich die anwesenden Kollegen zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen. Bei der Ersatzwahl eines Vorstandsmitgliedes wurde an Stelle des durch Tod ausgeschiedenen Herrn Eberhard Herr Kollege Richard Reißle-Altenburg einstimmig gewählt, welcher die Wahl annahm. Nachdem der Vorsitzende dann über die seit der letzten gemeinschaftlichen Versammlung entfaltete Tätigkeit des Innungsvorstandes und der Geraer Kollegen unter sich berichtet hatte und die entsprechenden Protokolle zur Verlesung gebracht worden waren. verwünschenswert, wenn das letztere so viel wie möglich eingeschränkt würde. Nach Verlesung eingegangener Schreiben, welche wenig Interessantes bringen, gibt der Vorsitzende bekannt, daß die Firma Altermann, hier, das 25 jährige Geschäftsjubiläum gefeiert, und er eine Blumenspende nebst Glückwunschschreiben der Jubelfirma habe zukommen lassen. Einige Kollegen geben bekannt, daß ein Interessent für das Wach- und Schließinstitut Umfrage halte und ein solches hier gründen wolle.

Freie Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu Breslau. In der am 20. d. M. im Hotel de Saxe abgehaltenen Quartalsversammlung fand eine Besprechung über die seit kurzem in fast allen Großstädten errichteten Verkaufsläden mit Diamantimitationen statt. Ein solcher sei auch der seit Anfang dieses Monats hierselbst (Schweidnitzerstraße 54) eröffnete. Die sog. Bera-Diamanten haben ihren Namen nach William Bera, dem Inhaber des Geschäfts. In Hamburg, wo ebenfalls die sog. Bera-Diamanten verkauft werden, hat die Polizeibehörde auf Ersuchen der dortigen Goldschmiedeinnung die Beschaffenheit dieser Steine amtlich feststellen lassen. Das Ergebnis der Untersuchungen in dem staatlichen, der Hamburger Münze unterstellten Laboratorium war, daß die sog. Bera-Diamanten aus Bleiglas bestehen, durch Sodalauge und Salzsäure stark angegriffen, matt und undurchsichtig wurden und von geringer Härte sind, sie können mit einem Messer bekratzt oder durch eine Nähnadel geritzt werden. Es müsse Pflicht der hiesigen Goldschmiede sein, nicht nur das Publikum darüber aufzuklären, sondern auch energisch dagegen Protest zu erheben, daß Bera-Steine BeraDiamanten genannt werden dürfen. Sowie Margarine nicht mit dem Wort „Margarinebutter“ bezeichnet werden dürfe, ebenso dürften nicht Steine, welche Bleiglas und keine Diamanten seien, mit „Diamanten“ benannt werden. Es wurde beschlossen, in diesem Sinne bei der Behörde vorstellig zu werden und die sonstigen nötigen Maßnahmen zu ergreifen.

Die akademische Verbindung .Cellini“ in Hanau hat ihren Jahresbericht 1903-1904 in geschmackvoller Ausstattung erscheinen lassen. Der Bericht zeigt aufs neue, welcher schöne, kollegiale, kunstbegeisterte Sinn in den Reihen der Cellinisten, mögen es nun aktive oder inaktive Mitglieder sein, herrscht. Die Verbindung weist insgesammt 164 Mitglieder auf. Ein interessanter allgemeiner Bericht über die zu Pfingsten 1904 von der Verbindung in Hanau anläßlich des 10. Stiftungsfestes abgehaltenen Festlichkeiten, mit Illustrationen versehen, bildet den Inhalt des Schriftchens.

breitete sich Redner weiter über den Verbandstag in Halle. Die Anwesenden nahmen den Bericht mit großem Interesse entgegen und beteiligten sich lebhaft an der darauf folgenden Aussprache. Schriftführer Lachmann forderte die Kollegen auf, dem Berichterstatter für seine gründlichen Ausführungen durch Erheben von den Plätzen zu danken, was geschah. Bei der endgültigen Beschlußfassung über die nochmals vom Verbandsvorstand zurückgegebene Besteckpreiskonvention beantragte der Vorsitzende, den § 10 einfach so zu fassen, daß darin überhaupt keine Städte bezeichnet werden, sondern nur gesagt wird: „Firmen welche einer Konvention nicht etc.“; auf den Nachsatz Ladenhüter betreffend aber zu verzichten. Die in einem Zwischensatz des Anhanges der Konvention gebrauchten Fremdwörter sollen dem Verbandsvorstand anheim gestellt werden beizubehalten, oder den ganzen Zwischensatz, welcher überflüssig erscheint und nur zu Unklarheiten führen kann, wegzulassen. Diesen Anträgen schließt sich die Versammlung mit Einstimmigkeit an, und zwar mit der Maßgabe, daß man, falls diese Fassung der Konvention vom Verbandsvorstand nicht genehmigt werde, überhaupt auf jedwede Beteiligung daran ganz verzichte, da für unseren Kreis außer Berlin hauptsächlich die Konkurrenz von Leipzig und Dresden in Betracht kommt, dort aber trotz der großen Innungen leider noch keine Konvention zustande gekommen sei. Hierauf wurden sofort die erforderlichen Unterschriften vollzogen. Unter „Verschiedenes“ beschließt man auf Antrag des Vorsitzenden, von jetzt ab für Lehrlinge ein Einschreibegebühr von 3 Mk. zu erheben. Zum Besten des Lehrlingsheims in Gera bewilligt man einen Beitrag aus der Innungskasse. Herr Alfred Spörl wird als Vertreter der Innung für Sonntag den 29. Januar 1905 als Aufsichtführender im Lehrlingsheim gewählt. Den Wettbewerb der Uhrmacher, welche sich Goldarbeiter nennen, betreffend, wurden den betroffenen Kollegen verschiedene Winke gegeben, wie sie sich diesen Schäden gegenüber wirksam und am besten zu schützen hätten, und wie in ähnlichen Fällen bisher mit Erfolg vorgegangen sei. Des ferneren berichtete der Vorsitzende noch über den am 25. September in Gera abgehaltenen Obermeistertag Sowie über die zu gründende Krankenkasse für selbstständige Handwerker. Die seitens der Oberbehörde vorgeschriebenen Fragebogen wurden einer Besprechung unterzogen. Kollege Lachmann hat auf der Reise in Schweidnitz in Erfahrung gebracht, daß dort eine bekannte große Silberwarenfabrik in Pforzheim wiedermal detailliert habe, trotzdem die Fabrik am dortigen Platz auch Kunden habe. Nach einer Besprechung über Reiseunterstützungen an fremde Goldschmiedegehilfen, welche gute Ausweispapiere vorzeigen können, besprach man das anderwärts schon versuchte gemeinschaftliche Annoncieren der Geraer, bezw. Altenburger Kollegen. Die Angelegenheit wird weiter verfolgt werden. Alsdann dankte der Vorsitzende den erschienenen Kollegen für das bewiesene Interesse. Kollege Misselwitz sprach im Namen aller, Kollegen dem Vorzitzenden den Dank aus für seine mühevollen Arbeiten. Nach Schluß der Versammlung verbrachten sämtliche Teilnehmer unter bewährter Führung der Altenburger Kollegen noch einige Stunden in freundschaftlicher Unterhaltung.

Freie Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz. Sitzung vom 5. Oktober 1904. Der Vorsitzende Kollege Finster begrüßt die anwesenden Mitglieder und schreitet dann zur Aufnahme des Herrn Max Sachse. Derselbe wird aufgenommen und vom Vorsitzenden mit herzlichen Worten willkommen geheißen. Aus dem Bericht des Herrn Fischer, I. Vorsitzenden des Verbandes, war zu ersehen, daß seine Agitationsreise durch Schlesien von großem Erfolg gekrönt war. Außer Breslau haben sich vier Städte der Besteckkonvention angeschlossen, und zwar mit großer Majorität. Die weitere Aussprache über den Zusammenschluß der schlesischen Vereine zu einem Verbande gestaltete sich sehr lebhaft, und die Meinungen gingen dahin: Nur dann einer Gründung zuzustimmen, wenn Breslau dabei ist. Der Ladenschluß am Sonntag wird, da eine Einigung

ich nicht erzielen läßt. abgelehnt, dagegen eine Aussprache über den 8 Uhr-Schluß herbeigeführt. Daß dieser Punkt in ieder Beziehung von großer Bedeutung ist, läßt sich nicht wegleugnen. Nicht nur für den Chef, auch für die Angestellten würde es ein großer Segen sein, wenn Punkt 8 Uhr geschlossen würde. Daß im Dezember und an den Sonnabenden vor Ostern und Pfingsten Ausnahmen stattfinden, ist wohl als selbstverständlich anzunehmen. Zu rechnen wäre auch mit den Uhrmachern. Warenhäusern und Galanteriegeschäften. Wenn diese sich nicht herbei lassen, oder es schon durchführen, so könnten die Goldschmiede allein an einem Platze den 8 Uhr-Schluß auch nicht durchführen. In vielen deutschen Städten ist man gegenwärtig mit der Einführung des 8 Uhr-Schlusses beschäftigt, und wenn einzelne Städte, wo er bereits seit längerer Zeit durchgeführt ist, nicht daran denken es zu ändern, so wird man bald allgemein zu der Einsicht kommen, daß der „,8 Uhr-Schluß“ für kein Geschäft von Nachteil sein wird. In der nächsten Sitzung wird man sich nochmals damit beschäftigen. Die Weihnachtsannonce soll auch in diesem Jahre wieder erscheinen und der Entwurf am 2. November vorliegen. Die Debatte hierüber bespricht hauptsächlich das Annoncieren der einzelnen Kollegen noch außerdem; es wäre

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrücklichen Wunsoh. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen,

Fragen: Frage 177. Woher bezieht man das sogenannte „Gallalith“, eine hornartige Masse in marmorierten Farben ? F. K. in P.

Frage 178. Würden Sie mir einige oder eine der in Belgien erscheinenden Fachzeitungen namhaft machen können? E. L. in A.

Frage 179. 1. Wie färbt man einzelne kleinere Gegenstände, deren Gewicht nicht mehr als 2-3 g beträgt, am besten? 2. Können Sie mir die Herstellung einer guten Rotvergoldung nennen? 3. Durch was läßt man am besten Kupferdraht aus hohlen Gegenständen ausfressen? 4. Wissen Sie ein gut fließendes Nr. 4-Lot zum Färben, welches nicht anläuft? 5. Können Sie mir vielleicht Auskunft darüber geben, wo man die Mustervorlagen für Ringe, Broschen und Nadeln erhält? Es wurde mir gesagt, daß selbige in Paris erscheinen und jährlich 12 Kronen kosten; dieselben sind nur Zeichnungen, keine Zeitung. Oder wissen Sie eine andere Bezugsquelle derartiger Vorlagen ?

M. D. in G. Frage 180. Welche Fabrik liefert moderne, schöne, massive Etagèren in Neusilber und anderem Metall für Konfituren in rohem sowie auch fertigem Zustande in der Höhe von 70-100 cm?

F. M. in B. Frage 181. Wer liefert Kristallschüsseln, wie solche für Westenknopfe getragen werden ?

R. S. in H. Frage 182. Ich beabsichtige, mir ein Buch zuzulegen, in dem sämtliche in- und ausländischen Orden abgebildet und beschrieben sind. Bitte mir Bezugsquelle und Preis für derartige empfehlenswerte Bücher anzugeben.

R. M. in B. Antworten: Zu Frage 164. Gürtelschnallen-Ausführungen: Brinker & Rövenstrunk, Lüdenscheid.

Zu Frage 175. Die Beantwortung Ihrer Frage finden Sie unter der Rubrik „Für die Werkstatt“.

Zu Frage 176. Brasilianische Käfer liefert A. F. Ritter, Pforzheim. Käfer sowie die gestanzten Fassungen dazu liefert Adolf Köhler, Pforzheim, sowie Joh. Schimpf, Pforzheim.

von sich

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