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Amtliches Organ des Verbandes Deutscher Juweliere, Bold- und Silberschmiede
des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen, des Vereins der
Juweliere, Bold. und Silberschmiede Württembergs, der freien Vereinigung des Gold- und Silberwaren-
Bewerbes für Berlin und den Reg.-Bezirk Potsdam, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede
des Großherzogtums Baden, der Goldschmiede - Werkgenossenschaft Berlin, der Kölner Juwelier - Vereinigung,
der freien Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Reg.-Bezirks Stettin, der Boldschmiede-
Innung Schwerin, der Freien Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz, des Kreditoren-Vereins
üi die Gold-, Silberwaren- und Uhren-Industrie Pforzheim, der Kunstgewerbe-Vereine Hanau und Pforzheim,

Javobodovou des Bewerbemuseums Gmünd, der Zentralstelle Schmuck und Mode ilisis Begründet und berausgegeben von Wilhelm Diebener, Leipzig 21, Schützenstr. 15 Verantwortlicie Redakteure. Für den kunstgewerblichen Teil: R. Rücklin, Pforzheim - Für den volkswirtschaftlichen Teil:

C. Syndikus Herm. Pilz, Leipzig No. 7 – VII. Jahrgang Erscheint jeden Freitag | Leipzig, 12. Febr. 1904

Aus der Werkstatt – für die Werkstatt!

Immer bedrohlicher ziehen sich die Wetterwolken im wurden. Am 17. Januar fand eine eingehende Besprechung fernen Osten zusammen! Wenn nicht alle Anzeichen täu- mit den Reichstagsabgeordneten der konservativen, nationalschen, so wird in Kürze Bellona über Rußland und Japan liberalen und Zentrumspartei und am folgenden Tage eine den roten Kriegsmantel breiten, und die Orientfrage wird Audienz im Reichsamt des Innern statt. Auch diesen Vervon neuem eine brennende werden. Für den Handel in handlungen wohnte unser Schriftleiter bei. Wie regierungsGold- und Silberwaren ist das Kriegsereignis nicht so ohne seitig mitgeteilt wurde, wird zunächst eine staatliche Enquete Bedeutung. Namentlich unser Großhandel hat ein Interesse daran, über die Lage der Privatbeamten veranstaltet werden. Für daß sowohl im Lande des Zaren wie des Mikado Friede uns kommen außer dem kaufmännischen Personal die Geherrscht. Sind doch nach Rußland im Jahre durchschnittlich schäftsführer, Werkmeister in Fabriken usw. bei dieser 60 dz feine Edelmetallwaren und nach Japan 4 dz. gegangen,

ren und nach Japan 4 dz. gegangen, Pensionsversicherung in Frage. und hatten sich doch die Aussichten für den Export immer Man versichert jetzt, wo man nur kann. Wäre nur erst erfreulicher gestaltet. Der Krieg aber legt die Handels- eine Versicherung gegen die schädlichen Folgen unlauteren beziehungen immer lahm. Vor dem Geklirr der Waffen muß Wettbewerbs eingeführt, zu dem wir auch die unlautere Merkurs Stimme schweigen. Daß neben der orientalischen Reklame rechnen. In Essen sind jetzt eine Reihe Firmen auch die afrikanische Frage immer in Fluß bleibt, dafür gegen Joseph Imbach vorgegangen, mit dem wir uns in sorgen die farbigen Einwohner und die — Engländer. Nach No. 3 der „Deutschen Goldschmiedezeitung“ beschäftigten. der Niederwerfung der Bondelzwarts wird es nun Fünf Firmen hatten ein Warnungsinserat erlassen, in dem sie hoffentlich auch bald gelingen, den Herero-Aufstand verkündigten, daß sie das Verfahren wegen unlautern Wettniederzuschlagen, denn auch in Südafrika haben wir ein bewerbs eingeleitet hätten. Ein dortiger Goldschmied kommt Exportinteresse, namentlich in Bijouterien, deren Ausfuhr auf unseren Artikel zu sprechen und schreibt uns: „Ich dahin jährlich etwa 50 dz beträgt.

glaube Ihnen hierfür auch im Namen aller hiesigen Kollegen Neben diesen Kriegsbeunruhigungen dauern im Inlande unseren Dank aussprechen zu dürfen. Ich kann nicht umhin, die Redeschlachten in den Parlamenten fort. Der Reichstag Ihnen noch weiteres Material in der Sache zu übersenden.“ beschäftigte sich von neuem mit den Kaufmannsgerichten, Aus diesem Material entnehmen wir folgendes: Etwa sechs über welche ein neuer Regierungsentwurf vorgelegt wurde, Wochen vor Weihnachten tauchten plötzlich an dem Geden man einer Kommission überwies. Die Kaufmannsgerichte schäftshause des Uhrmachers und Goldwarenhändlers Imbach sollen verwaltungstechnisch den Gewerbegerichten angeglie- Plakate auf mit der Aufschrift: „Total-Ausverkauf zu und dert werden und alle Streitigkeiten aus dem Dienstverhältnis unter Einkaufspreis“. In dem Nachsatz witterten die entscheiden, wenn der Angestellte nicht über 5000 M. Gehalt dortigen Goldschmiede Unrat und kauften infolgedessen bezieht. Die Beisitzer sollen zur Hälfte aus den Prinzipalen, Trauringe, Bestecke, Uhren usw. auf, wobei sie 75 % Verdienst zur Hälfte aus den Angestellten gewählt werden. Der Ent- an Imbach zahlen mußten. Nun wurde das gerichtliche Verwurf hat diesmal Aussicht, angenommen zu werden. Es fahren eingeleitet und ein von Imbach gebotener Vergleich, wird dann künftig das kaufmännische Personal des Gold- nach welchem die Veröffentlichung des Falles unterbleiben schmieds, Verkäuferinnen, Buchhalter, Kassierer usw., vor sollte, dankend abgelehnt. Imbach ist dann auch verurteilt diesem Sondergericht Streitigkeiten zum Austrag bringen. worden, die Behauptungen in Zukunft bei einer Geldstrafe Auch wegen der Frage der Invaliden-, Alters- und von 1500 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu unterHinterbliebenenversicherung der Privatbeamten ist lassen. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, und die Regierung im Reichstag interpelliert worden. Der Zen- steht am 14. April vor dem Oberlandesgericht in Hamm tralausschuß für die Herbeiführung der Privatbeamtenver- Termin an. Das Urteil des Landgerichts Essen ist sicherung hielt am 16. Januar in Berlin eine Sitzung ab, in überaus interessant, weil es sich mit der Frage, was Selbstwelcher auf Grund eines Vortrags unseres Redakteurs Her- kostenpreis heißt, befaßt. Unter „Selbstkostenpreis“ will mann Pilz die Wünsche der Privatbeamten formuliert Imbach nicht den von ihm gezahlten Einkaufspreis, sondern schlauer Weise den Preis verstanden wissen, der sich unter währt werden sollen. Damit haben wir es auch gar nicht zu Berücksichtigung des Einkaufspreises und der allgemeinen tun. Unsre Pfeile trafen lediglich die Art der öffentlichen Geschäftsunkosten (Miete, Beleuchtung, Heizung, Löhne u. dgl.), Reklame. Es dürfen dabei Anpreisungen, die sich nur auf jedoch unter Verzichtleistung auf einen Gewinn ergebe. Das einzelne Waren beziehen, nicht so gesetzt werden, daß sie Gericht meinte, daß bei der Frage des unlauteren Wett- der Uneingeweihte auf alles beziehen kann. Wir geben der bewerbs nur zu berücksichtigen sei, was das Publikum unter Firma im übrigen darin Recht, daß heute von einer wirksamen „Selbstkostenpreis“ verstehe. Das Publikum aber denke Reklame unendlich viel im Geschäftsleben abhängt. Aber dabei nur an den Einkaufspreis und werde dadurch irrege- wir meinen, daß eine geschmackvolle Reklame auch wirksam führt. Die Ankündigungen Imbachs riefen also den Anschein sein wird, wenn sie auf solche „Mätzchen“ verzichtet. eines besonders günstigen Angebots hervor und enthielten Zur Reinigung unsres Geschäftsverkehrs soll auch unser unrichtige Angaben tatsächlicher Art. Deshalb sei der Be- Vorgehen gegen die Hausierer dienen. Wir zahlten die klagte zu verurteilen, diese Ankündigungen zu unterlassen, Prämie für Dingfestmachung wieder in zwei Fällen in Apolda selbst wenn er in gutem Glauben gehandelt hätte. Damit aus. Das „Journal“ meint, daß mit solchen „Fangprämien“, ist das Richtige getroffen. Für uns steht es außer Frage, wie es dieselben geringschätzig tituliert, nichts erreicht werde. daß Imbach dem Publikum weißen Sand in die Augen Wir können eine Reihe von Zuschriften vorlegen, aus denen streuen wollte!

· hervorgeht, daß das Aufgreifen von solchen Hausierern recht Die Hamburger Firma Osten & Co. hat sich gegen gute Früchte trägt. Warum soll man also die Vigilanz der unsre Interpellation in No. 3 der „Goldschmiedezeitung“ ver- Polizeiorgane nicht anspornen? Wir haben selbst wiederwahrt. Sie teilt uns mit, daß sich ihre Bemerkungen „Für holt erklärt, daß diese Prämiierungen nur eine kleine Waffe Haltbarkeit wird garantiert“ und „Im Tragen unverwüstlich“ im Kampfe sind. Aber man wehrt sich schließlich auch mit nicht auf die mit „Qual. O“ bezeichneten Ketten, sondern nur Dolchen, wenn das Schwert noch nicht zur Hand ist. auf die amerikanischen Doubléketten usw. bezieht. Ja, da Daß unsre Bestrebungen anerkannt werden, ersehen wir liegt eben der Hase im Pfeffer! Die Reklamen sind so ge- in erfreulicher Weise aus der Zuschrift eines Chemnitzer druckt, daß nicht der Fachmann, denn der guckt hinter die Goldschmiedes, in der es heißt: Kulissen, sondern das Publikum sie auf alle Waren derselben „Was Sie mit Ihrer Zeitung dem Goldschmiedegewerbe bezieht und infolgedessen ein besonders günstiges Angebot geschaffen haben, ist wirklich bewundernswert.“ wittert! Uns hat die Erfahrung gelehrt, daß das Publikum leider Wir freuen uns dieser Anerkennung um so mehr, als es „sehr wenig aufgeklärt“ ist. Daß die Firma im übrigen zu nicht unsre Sache ist, Reklame für uns zu machen. Anreellen Preisen verkauft, wie sie am Platze geschäftsüblich erkennungen sind das beste Nahrungsmittel für die Fachseien, wollen wir gar nicht anzweifeln, ebensowenig wie presse, und wenn sie auch nur in Kürze und Würze erfolgen, den Umstand, daß sehr kulante Zahlungsbedingungen ge- wie Liebigs Fleischextrakt!

Das neue Ausverkaufs-Gesetz.

Wir haben kürzlich auf ein Urteil des Nürnberger Landgerichts Tage vor Beginn des Ausverkaufs erstattet sein; sie muß enthalten, hingewiesen, welches einen „Ausverkauf“ und einen „Verkauf mit in welchen Geschäftsräumen der Ausverkauf stattfindet, an welchem Nachschiebung von Waren“ für widersprechende Begriffe erklärt Tage er beginnt, und, falls er nur an bestimmten Stunden des Tages und unter Ausverkauf nichts weiter verstanden wissen will, als stattfindet, an welchen Stunden dies der Fall sein wird. Der Aneinen „vollständigen Verkauf der vorhandenen Waren“. Eine Aus- zeige ist das Verzeichnis derjenigen Waren-Restbestände dehnung dieses Begriffes auf den Verkauf „erst anzuschaffender beizufügen, welche ausverkauft werden sollen und an Waren“ wäre nur dann gerechtfertigt, wenn in den Verkehrskreisen diesem Tage Eigentum des Veranstalters des Ausverkaufs das Wort „Ausverkauf“ einen vom gewöhnlichen Sprachgebrauche sein müssen. abweichenden, die Nachschiebung von Waren mitumfassenden Sinn Das Nähere wegen der Anzeige und wegen der Feststellung angenommen hätte. Das sei jedoch nicht der Fall. Das Publikum der in der Anzeige anzugebenden Tatsachen bestimmt der Bundesdenke gar nicht daran, daß bei einem Ausverkauf das auszuverkaufende rat. Die hierüber erlassenen Bestimmungen sind dem Reichstage Lager in einzelnen Teilen wieder ergänzt werde. Diese Entscheidung zur Kenntnisnahme vorzulegen. drückt das aus, was auch wir oft genug an dieser Stelle gegen die . Wer den Ausverkauf nicht auf die in der Anzeige verReichsgerichtsentscheidung vom 21. September 1897 vorgebracht zeichneten Warenbestände beschränkt, wird mit Geldstrafe haben, die eine Nachschiebung in geringem Umfange zuläßt, wenn bis zu eintausendfünfhundert Mark bestraft. sie dazu dienen soll, um den Ausverkauf zu beendigen.

Wir stehen dieser Vorschrift durchaus sympathisch gegenüber. Gegen diese Nachschübe bei Ausverkäufen richtet sich nun auch Die „Anzeigepflicht“, welche in Abs. 1 und 2 ausgesprochen wird, ein Antrag der Konservativen und auch ein Gesetzentwurf, welchen ist von den deutschen Handwerks- und Gewerbekammertagen wiederdie nationalliberale Partei im Reichstage eingebracht hat. Der letztere

holt befürwortet worden. Nur war man insofern weitergegangen hat folgenden Wortlaut:

als der neue Enfwurf, als man auch den Grund des Ausverkaufs Gesetz

angegeben wissen wollte. Aber die Nachschiebung von Waren, betreffend Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren dieser eigentliche Krebsschaden des Ausverkaufswesens, wird durch Wettbewerbes vom 27. Mai 1896.

den Entwurf unmöglich gemacht. Vor dem Ausverkauf ist ein VerHinter § 4 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wett

zeichnis der auszuverkaufenden Waren der Behörde zu überreichen. bewerbes vom 27. Mai 1896 werden folgende $$ 4a und 4b (dieser

Dieses Verzeichnis ist maßgebend. Nur was darin aufgeführt ist, letztere betrifft nicht Ausverkäufe, sondern Auktionen) eingeschaltet:

gehört zum Ausverkauf, und wer Waren im Ausverkauf absetzt,

die das Verzeichnis nicht enthält, das sind eben die „nachgeschobenen“, S 4a.

wird mit Geldstrafe belegt. Wenn man aber nun einmal den unDie Veranstaltung eines Ausverkaufs ist seitens des Veranstalters lauteren Ausverkäufen zu Leibe geht, so sollte man auch gleich der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Die Anzeige muß am vierten eine Radikalkur vornehmen und das Übel mit der Wurzel ausroden.

Wir vermissen daher in dem Entwurf die Bestimmung, daß Ausverkäufe überhaupt nur bei Auflösung des Geschäftes, Verlegung desselben oder Aufgabe einer gewissen Warengattung usw. erfolgen darf, und daß der Ausverkauf 14 Tage vorher öffentlich zur Kenntnis gebracht wird, damit den Interessenten am Platze Gelegenheit gegeben ist, Einspruch zu erheben. Das ist unbedingt nötig. Es muß hier dasselbe geschaffen werden, was der preußische Handelsminister in seinen Vorschriften für Versteigerer zu Gunsten der Interessenten angeordnet hat. Auch wäre zu wünschen gewesen, auszusprechen, daß Konkursmassenausverkäufe unter dieser Flagge nur segeln dürfen, wenn der Konkursverwalter selbst oder seine Beauftragten den Ausverkauf vornehmen. Erst wenn in so intensiver Weise eingeschritten und eine behördliche Überwachung der Ausverkäufe gegeben ist, werden die Vorteile entstehen, welche die preußischen Vorschriften für Versteigerer bereits gehabt haben. Wir hatten deshalb auch dafür plädiert, daß diese Gesetz werden möchten. Der nationalliberale Entwurf nimmt aber daraus nur ein unvollständiges Stück in seine Novelle herüber, und nur der Vollständigkeit wegen wollen wir hier auch noch den schon oben erwähnten, vorgeschlagenen § 4b mitteilen. Er lautet:

„Die Veranstaltung einer Versteigerung von Waren ist seitens des Veranstalters spätestens am vierten Tage vor Beginn der Versteigerung der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Die Anzeige muß enthalten, in welchen Räumen die Versteigerung stattfindet, an welchem Tage sie beginnt und an welchen Tagesstunden sie erfolgt. Der Anzeige ist das Verzeichnis derjenigen Warenbestände beizufügen, welche versteigert werden sollen. Diese Bestände müssen an dem Tage, an welchem die Anzeige erstattet wird, im Gewahrsam des Veranstalters der Versteigerung sein und müssen am Tage vor der Versteigerung in den Räumen sich befinden, in welchen die Versteigerung erfolgt. Die Erklärung darüber, daß diesen Voraussetzungen entsprochen ist bezw. wird, muß in der Anzeige enthalten sein.

Das Nähere wegen der Anzeige und wegen der Feststellung der in der Anzeige anzugebenden Tatsachen bestimmt der Bundesrat. Die hierüber erlassenen Bestimmungen sind dem Reichstage zur Kenntnisnahme vorzulegen.

Wer die Versteigerung nicht auf die in der Anzeige bezeichneten Warenbestände beschränkt, wird mit Geldstrafe bis zu eintausendfünfhundert Mark bestraft.“

Pz.

Ein neuer Fall unlauteren Wettbewerbs. Das Pforzheimer Goldwaren- und Uhrenhaus Kappler ist schon von der Bildfläche verschwunden, ein neues derartiges Institut „A. F. Brenner, Pforzheimer Goldwaren- und Uhrenhaus“ Pforzheim ist an dessen Stelle getreten. Das Lokal ist dasselbe, die Annoncen, die in marktschreierischen Worten die bekannte „echt silberne RemontoirUhr mit Goldverzierung oder an deren Stelle echt goldene Broschen, Ringe sowie Ketten, 14 kt. Gold innen Silber“ gratis geben, sind dieselben, und leider die Zeitungen, welche solche Annoncen aufnehmen, sind ebenfalls dieselben. Es war von Anfang an klar, daß Herr Kappler, der über wenig Mittel verfügt, dieses Geschäft, das größere Barmittel für Annoncen, Klisches usw. bedarf, nicht halten konnte. Nun hat es Herr A. F. Brenner, ein Mann, der unserer Gold- und Silberwarenbranche wie auch anderen Branchen schon unendlich viel Schaden zugefügt hat. Alljährlich einige Wochen vor Weihnachten veranstaltet dieser Herr große Ausverkäufe und Auktionen, wo zu allen Preisen Gold-, Silber-, Doublé- und Alfenidewaren verschleudert werden. Herr Brenner hat mit seinem Geschäfte enorm viel Geld verdient und wird daher unseren Goldschmieden und Juwelieren großen Schaden zufügen, wenn es nicht gelingt die Staatsanwaltschaft zum Einschreiteu zu bewegen. Es sind und bleiben unwahre Behauptungen, wenn Herr Brenner sagt, die Uhr oder die Goldware erhalte der Käufer völlig gratis, denn wie schon in unserer Dezembernummer bemerkt, zahlt der Käufer mit Mk. 16.65 überreichlich seinen Schmuck.

Aus Vereinen.
Der Badische Kunstgewerbeverein, der auch in Pforzheim Mit-

i glieder besitzt, hielt unlängst seine jährliche Hauptversammlung ab. Die Mitgliederzahl beträgt 634, die im ganzen Lande zerstreut wohnen. Dem Kunstgewerbemuseum wurden Mk. 1000. — zur Anschaffung kunstgewerblicher Gegenstände überwiesen. Die Einnahmen betrugen Mk. 6724.-, die Ausgaben Mk. 6919.-, Vermögen ist in Höhe von Mk. 11 175. - vorhanden. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Kunstgewerbeschuldirektor Hoffacker gewählt. - In der letzten Ausschußsitzung des Württ. Kunstgewerbevereins konnte der Schatzmeister die erfreuliche Mitteilung machen, daß Geh. Hofrat D. von Jobst dem Verein die Summe von Mk. 5000.- als Geschenk überwiesen habe.

Städte Augsburg, Nürnberg, Regensburg, ferner die von Bremen, Hamburg, Magdeburg, sowie Danzig, Elbing und Thorn.

Von der Weltausstellung in St. Louis. Die badische Regierung hat nachträglich zur Beschickung der Weltausstellung in St. Louis Mk. 40000 angefordert, die von der Budgetkommission der badischen Kammer genehmigt wurden. Wird jetzt auch die Pforzheimer Edelmetallindustrie gebührend unterstützt?

Wohlfahrtspflege für Arbeiter. Die Bijouteriefabrik Kollmar & Jourdan, A.-G. in Pforzheim, hat in ihren Etablissements Kaffeemaschinen aufstellen lassen, und können die Angestellten für wenige Pfennige eine Tasse bezw. ein halbes Liter wohlschmeckenden Kaffe erhalten. Die Einrichtung findet allgemein Anklang.

Die Differenzen in der Diamantindustrie. Die von bürgerlicher Seite stammende Nachricht, daß es in Antwerpen wahrscheinlich zum Ausstand kommen würde, beruhte offenbar auf falschen Voraussetzungen. In einigen der größten Fabriken wurde durch Anschlag kundgegeben, das vor dem 15. März d. J. keine Lehrlinge zugelassen werden sollten, weil Verhandlungen über diese Frage stattfänden. Die Vereinigung der Fabrikbesitzer, der auch mehrere der bedeutendsten Juweliere angehören, hat nun am Abend desselben Tages beschlossen und zwar mit starker Majorität, sich diesem Vorgehen anzuschließen. Die Juweliere wollen in einigen Tagen über die Vorschläge der Diamantarbeiter beschließen; in ihrer letzten Versammlung ist es noch zu keinem Beschluß darüber gekommen.

Aus Amsterdam wird von wohlunterrichteter Seite mitgeteilt, daß ein großer Teil der Juweliere , geneigt ist, den billigen Forderungen der Arbeiter entgegenzukommen. Vertreter der organisierten Diamantarbeiter waren beim Premierminister Kuyper, um ihm die Arbeitsverhältnisse in der Amsterdamer Diamantindustrie zu schildern. Infolge davon hat sich der Minister nun an die Juweliersvereinigung gewandt mit dem Ersuchen, auch ihrerseits ihm Aufklärungen zu geben. -- Es wird ausdrücklich hervorgehoben, daß es sich bei der Unterredung mit dem Minister nur darum handelt, die Regierung über die Lage der Verhältnisse zu unterrichten, und daß nicht etwa um eine Intervention ersucht wurde.

Nachrichtendienst der Freien Vereinigung, Berlin.

Achtuhrladen - Schluß. Die Uhrmacherinnung und die Goldschmiedeinnung in Dresden haben den Antrag auf Einführung des 8-Uhr-Ladenschlusses für das Uhrmacher- und Goldschmiedegewerbe und für alle außerhalb der genannten Innungen stehenden Händler mit Juwelen, Goldund Silberwaren, goldenen und silbernen Uhren, und für diejenigen, welche in der Hauptsache mit diesen Waren ihr Geschäft betreiben, gestellt. Eine günstige Gelegenheit für Münzensammler.

Am 29. Februar und folgende Tage gelangen bei der Firma Sally Rosenberg in Frankfurt a. M. verschiedene Sammlungen zur Versteigerung, unter denen hervorragend schöne und äußerst seltene Stücke vertreten sind. Speziell eine Reihe von Städtemünzen dürfte das Interesse der Sammler in besonderem Maße wecken, da derartig bedeutende Serien seit langer Zeit nicht auf den Markt gebracht sind. Besonders erwähnenswert sind die Suiten der bayerischen

Nach einer Mitteilung des Polizeiamtes zu Mainz haben dort am 27. 1. 04. zwei unbekannte Frauenspersonen in einem Goldwarengeschäft ein Paar Brillantohrringe, mit Wiener Brissuren versehen, im Gewichte von 13%, kar. für 630 Mark gekauft. Bei dieser Gelegenheit stahlen sie einen einsteinigen Brillantfingerring mit Zungenschiene, von über 3%, kar. und steckten an dessen Stelle einen Similiring.

Die ältere Frau macht den Eindruck einer Bordellhalterin, ist ca. 50 Jahre alt, 1,60 m groß, untersetzt, niederes, breites Gesicht, trug langes, helles Khaki-Capes, schwarz und weiß karrierte seidene Blouse, am Gürtel eine schwarze Anhängetasche, kleinen Hut mit

schwarzen Federn, die nach dem Gesicht hingen, Ohrringe mit je einer großen dicken Perle und einen Fingerring mit Rubin.

Die zweite Frauensperson macht den Eindruck einer Kellnerin oder Prostituierten. Sie ist etwa 25 Jahre alt, 1,65 m groß, hat schwarze Haare, Adlernase, trägt schwarzes Jaquet und blauen Rock mit weißen Streifchen.

Es wird hiermit vor dem Schwindlerpaar gewarnt und gleichzeitig um evtl. Meldung nach Mainz an das dortige Polizeiamt erbeten. Berlin, den 6. Februar 1904. Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes

zu Berlin.
Oscar Müller, II. Vorsitzender, Gertraudten-Straße 1012.

Rechtsrat, Rechtsschutz f. den Goldschmied.

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. Die Reklame für Taits Diamanten bildeten die Grundlage einer Anklage wegen unlauteren Wettbewerbes, die vor der zweiten Strafkammer des Landgerichtes II gegen den Kaufmann Frank Josef Goldsoll aus Cleveland, Inhaber von „Taits American Diamond Palace“, verhandelt wurde. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, in seinen bekannten Geschäftsanzeigen einzelne Angaben gemacht zu haben, die tatsächlich falsch und geeignet seien, den Anschein eines besonders günstigen Angebotes zu erwecken. Dazu wurde unter anderem gerechnet die Angabe, die Herstellung von Taits Diamanten beruhe auf einem neuen Verfahren, es seien selbst Kenner echter Brillanten irregeführt worden, die Diamanten veränderten ihren Glanz nicht, sie könnten, wie echte Diamanten gewaschen und gereinigt werden usw. Die Strafkammer des Landgerichts I hatte seiner Zeit auf Freisprechung erkannt, indem sie annahm, daß es sich in den beanstandeten Geschäftsanzeigen des Angeklagten nicht um tatsächliche Angaben, sondern um marktschreierische Übertreibungen handle, die von dem lesenden Publikum als solche ohne weiteres erkannt und auf ihren wahren Wert zurückgeführt würden. Das Reichsgericht hatte das erste Urteil aufgehoben und die Sache zur anderweiten Entscheidung an das Landgericht Il verwiesen. Das Reichsgericht führte in seinem Urteile aus: Geschäftliche Mißbräuche müssen ausscheiden und nicht Gewöhnung werden. Das Vorkommen von Übertreibungen in der Reklame begründe noch nicht den Schluß, daß auch tatsächliche Angaben lediglich als Übertreibungen anzusehen seien. Die durch das Gesetz beabsichtigte Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes durch Schwindelreklame dürfe auch dadurch vereitelt werden, daß von der Gewöhnung an Reklameschwindel ausgegangen wird. Zur Irreführung geeignet sei eine Angabe tatsächlichen Inhaltes schon dann, wenn ein Teil des Publikums sie für wahr hält und dadurch getäuscht werden kann. - Im Termin traten die Goldwarenhändler Richter & Glück, J. Salomon, Max Bückling, Alex. Schulz und E. M. Anstrich als Nebenkläger auf. Sie wurden durch Rechtsanwalt Dr. Men del vertreten, der Angeklagte bestritt, daß seine Geschäftsanzeigen irgendwie falsche Angaben enthielten; sie stellten vielmehr nur erlaubte Reklame dar. Die guten Eigenschaften die er angepriesen, zeichneten wirklich seine Diamanten vor anderen Imitationen aus. - Auf Grund einer umfangreichen, mehrere Stunden in Anspruch nehmenden Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten 1000 Mark Geldstrafe event. 100 Tage Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 300 Mark Geldstrafe event. 30 Tage Gefängnis und Veröffentlichung des Urteils in mehreren Zeitungen.

der Kaufmann Martin Krimnitz als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. - Gmünd. Firma Josef Stütz; Inhaber Josef Stütz, Kaufmann daselbst, Edelsteinhandlung. – Idar. Firma Becker & Co. Inhaber: Ww. August Becker, Emilie geb. Schneider, zu Idar, Kaufmann Karl August Becker daselbst, Kaufmann Victor Schneider daselbst. Offene Handelsgesellschaft. Geschäftszweig: Import und Vertrieb von Halbedelsteinen. - Mannheim. Firma R. Rosenhain, Zweigniederlassung. Hauptsitz: Heidelberg. Inhaber ist: Rudolf Rosenhain, Juwelier in Heidelberg. Geschäftszweig: Juwelier. Wien, VI., Mollardgasse 33. Kurzer & Wolf. Erzeugung von Gold- und Silberwaren. Offene Handelsgesellschaft. – VII. Dreilaufergasse 7, Feldmann & Co. Fabrikmäßige Erzeugung von BronzeBijouteriewaren. Offene Handelsgesellschaft. Inh. G. Ernst Artur Altschul und Siegfried Fritz Feldmann, Kaufleute in Wien.

Geschäfts- und Firmenänderungen. Pforzheim. Emil Moser, Bijouterie- en gros Handlung hat sein Geschäft nach London verlegt. – Herr Hugo Koch in Firma Georg Stanger, Ringfabrik, hat die bisher von Herrn Emil Moser inne gehabten Räume in der Durlacherstraße bezogen. - Die frühere Filiale der Ringfabrik Emil Kappis, daselbst, die sich in Möckmühl befand, hat der Werkführer genannter Firma, Herr Keppler, käuflich übernommen und nach Sulz a. N. verlegt. – Das Goldwaren- und Uhrengeschäft Richard Groß Bahnhofstraße 2 a ging auf den Hausbesitzer über, der es unter seiner Firma „Scherer“ weiter betreibt. – Die Firma Schneider & Weiß, welche sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon einen sehr guten Ruf und einen bedeutenden Kundenkreis erworben hat, hat ihre Inhaber gewechselt. Herr Techniker Anton Weiß behält die Leitung wie bisher in den Händen, Herr Schneider ist ausgetreten und Herr Kaufmann Paul Kiehnle ist als neuer Teilhaber eingetreten. Die Firma ist jetzt in Kiehnle & Weiß geändert. - Firma Ludwig Vetter, Uhrkettenfabrik. Der Gesellschafter Karl Mondon ist ausgetreten. - Düsseldorf. Firma Th. Schumacher, Goldwarengeschäft, Königsallee 8, Kaufmann nnd Juwelier Theodor Schumacher junior ist in das Geschäft eingetreten. – Dresden. Louis Hänsch, Juwelier am Königl. Grünen Gewölbe hat sein Goldwarengeschäft, Pragerstr. 25, seinem Sohne u. Herrn Ph. Stark übergeben. – Magdeburg. Gustav Assmus, Goldschmied, hat sein Geschäft nach Breiteweg 80 81 verlegt. - Berlin S., Prinzenstr. 84. Gebr. Lipke, Alfenidewarenfabrik. Kaufmann Carl Lipke ist ausgeschieden, eingetreten ist Kaufmann Hans Heismannn. - Liegnitz. Herr Kaufmann Richard O'Brien ist in die Silberwarenfabrik seines Schwagers des Herrn Paul Sandig, Katzbachstraße 8, als Gesellschafter eingetreten; das Geschäft wird nunmehr unter der neuen Firma: „Liegnitzer Silberwarenfabrik Paul Sandig & Co.“ fortgeführt. - Leipzig. Hermann Hildebrand, Goldarbeiter, hat sein Geschäft nach Leipzig-R, Gabelsbergerstr. 24 verlegt. - Aue i. Erzgeb. Sächsische Metallwarenfabrik August Wellner & Söhne. Die Prokura des Herrn Paul Gaedt ist erloschen, und ist derselbe als Teilhaber der Firma beigetreten.

Löschungen im Handelsregister. Pforzheim. B. Lohmüller, Bijouteriefabrik. -- Schwäb. Gmünd. Adolf Köhler, Bijouteriefabrik, infolge Wegzugs nach Pforzheim. - Dresden. Deutsche Metall-Luxwaren-Industrie Wilhelm Wolf. – Thorn. Firma Walther Kolinski, Goldwarengeschäft. --- Pforzheim. J. Emrich, Bijonteriewaren, mit Zweigniederlassung in Berlin: die Firma ist in Berlin erloschen. – Karlsruhe. Firmia Eugen Brecht, Goldund Silberwaren.

Prokura-Erteilungen. Pforzheim. Edelstein - Handlung Gesell & Cie. hat ihrem langjährigen Mitarbeiter Herrn Ernst Reiff Prokura erteilt. – Pforzheim. Firma Friedrich Groos, BijouteriewarenExport. Dem Kaufmann Arthur Kiehnle ist Prokura erteilt.

Prokura-Löschungen. Pforzheim. Die Maschinenfabrik für Bijouteriegewerbe Carl Bühler jr. hat die Prokura des Herrn Adolf Pohl löschen lassen.

Jubiläen und Ehrungen. Stuttgart Herr Kommerzienrat Ehm, Inhaber der Bijouterie-Export-Firma Ehm daselbst wurde vom Bürgerverein, dessen verdienter langjähriger Vorsitzender er war, zum Ehrenmitglied ernannt. - Berlin. Der Prokurist der Metallwarenfabrik A.-G. vorm. H. Gladenbeck & Sohn, Herr Carl Kuhn, konnte am 2. Januar sein 40 jähriges Jubiläum bei der Firma begehen, Herr Kuhn trat als einfacher Goldschmied in das Geschäft ein. Mannigfache Ehrungen wurden dem Jubilar erwiesen. - Schwäb. Gmünd. Herr Georg Bindhardt, Inhaber einer kunstgewerblichen Werkstätte, von welchem wir in unserem Blatte schon so manche Abbildung seiner künstlerischen Erzeugnisse gebracht haben, hat einen ehrenden Ruf als erste Lehrkraft an die Kunstgewerbeschule in Flensburg erhalten und wird demselben Folge leisten. Herr Bindhardt wird seine neue Tätigkeit am 1. März ds. Js. aufnehmen. - Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Baden hat den Inhabern der Hofjuwelier - Firmen E. Schürmann & Cound Paul Tübben in Frankfurt a. M., dem Kaufmann Adolf Wollweber in Wiesbaden, Inhaber der Firma Gebrüder Wollweber, Kunstgewerbliche Erzeugnisse daselbst, und den Kaufleuten Bernhard, Johann und Julius

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftseröffnungen. Pforzheim. Der langjährige Werkmeister im Silberwarengeschäft Fritz Bemberg, Herr Ohngemach hat ein eigenes Geschäft, ebenfalls Silberwaren, begründet. - Berlin. Herr Rudolf Linder, Forst i. L. bei Fa. Otto Klasse, Berlinerstraße 22, wird am 1. März hierselbst, Kotbusserstraße 13, ein Goldwarengeschäft eröffnen.

Eintragungen ins Handelsregister. Lichtenberg. Otto Schrader, Goldwarengeschäft. – Pforzheim. Aug. F. Ritter, Edelsteinhandlung. – Berlin. Bernhard Grzy misch, Juwelen-, Gold- und Silberwarengeschäft, Stralauerstraße Nr. 34. — Neunkirchen, Bez. Trier. Carl Hartung, Goldwarengeschäft. – Jakob Eibenbeiß, Goldwarengeschäft. – Stuttgart. Wilhelm Maier, Gravier- und Prägeanstalt, Metallwarenfabrik. - Schwäb.-Gmünd. Die bisher unter der Firma Karl Weber jr. bestandene Fabrik kunstgewerblicher Gegenstände wurde am 1. Januar 1904 in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Gesellschafter sind: Karl Weber jr., Fabrikant und Karl Braun, Techniker, beide in Schwäb.-Gmünd. - Oberstein. Die Achatwarenfabrik Joh. Goerg ging am 1. Januar 1904 auf den Graveur Friedrich Rudolf Goerg und den Kaufmann August Hugo Goerg, beide in Oberstein über. – Hanau. Bijouteriefabrik Carl Hechtle. - Magdeburg. Bei der Ringfabrik E. Krimnitz ist

Ostermayr in Nürnberg, Inhaber der Firma L. Ostermayr, Kunst- war. Die in Verlust geratenen Ringe haben einen Wert von 596 Mk. gewerbliches Magazin daselbst, das Hofprädikat verliehen.

- Berlin. Eine raffinierte Ladendiebin, die in 15 Fällen in JuwelierDiverses. Pforzheim. Herr Kettenfabrikant Emil Becker er

und Goldwarengeschäften Diebstahl verübt hatte, wurde von der baut gegenwärtig an der Peripherie der Stadt einen stattlichen Neu

zweiten Strafkammer des Landgerichts Il zu einem Jahr Gefängnis bau, um seine vergrößerten Geschäftslokalitäten unterzubringen.

verurteilt. Wie aus der Verhandlung hervorging, gelang es ihr, in Die EBlinger Metallwarenfabrik Gustav Schneider, vormals Raff & einem größeren Goldwarengeschäft in der Leipzigerstraße einen Schneider, in EBlingen hat hierselbst, Werderstraße 21 ein Muster

Brillantring im Werte von 500 Mk., bei einem Goldschmied in der lager in Metallwaren aller Art errichtet. Vertreter ist Herr Eugen

Yorkstraße einen solchen im Werte von 70 Mk. zu entwenden. Bei Heinkele, früher in Firma Heinkele & Burkhardt. – Herr Bijouteri einem Uhrenhändler in der Potsdamerstraße stahl sie zwei goldene exporteur Aug. Weeber erwarb von Herrn Bijouterieexporteur Karl

Damenuhren. Auch in Schöneberg hat sie drei Uhrmacher durch Rubitschung dessen Anwesen Grünstraße Nr. 13 für 43,000.-

Entwendung von Wertsachen erheblich geschädigt. Idar. Die Steinhandlung Julius Brill in Herrstein hat mit Beginn des neuen Jahres daselbst eine Zweigniederlassung errichtet.

Geschäftliche Mitteilungen. Grimma i. S. Herr W. Noack giebt die Fabrikation von Bestecken auf. – Berlin. Die Bronzewarenfabrik Hermann Klinke & Cie. hat

Dem wiederholten Wunsche mehrerer Abonnenten nachkommend, einen neuen Gesellschafter erhalten. Herr Hermann Caro ist als machen wir hierdurch die Mitteilung, daß die von der Firma Abr. solcher eingetreten, dagegen ist die Witwe Louise Klinke geb. Tesmer

Schwab, Berlin SW. 12, Schützenstraße 54 55, in den Handel geausgeschieden.

brachten beiden Edelstein-Kollektionen folgende Steine enthalten: im Todesfälle. In Stuttgart verschied in Folge Herzleidens Herr

Etui historischer Diamanten: Blauer Diamant von Hope, Diamant des

Herrn Dresden, Florentiner, Großmogul, grüner Diamant im Grünen Kommerzienrat Geo Ehm, ein Mann, der sich der Interessen der

Gewölbe zu Dresden, Jubilé, Kaiserin Eugenie, Kohinor alter und Bijouteriewaren-Industrie sowohl im Reichstag wie im eigenen Ge

neuer Schliff, Nassak, Orloff, Pascha von Agypten, Pigott, Polarstern, schäft (Export nach Südamerika) stets warm angenommen hat. Ehm

Regent oder Pitt, Sancy, Schah von Persien, Stern des Südens, Stern ging im Jahre 1850 nach Amerika zur Ausdehnung des Absatzes für kunstgewerbliche Erzeugnisse. Er war einer der ersten, der auf die

von Este, Stern von Süd-Afrika, Stewart und Tiffany nebst Bewertung Bedeutung einer verfeinerten Geschmacksrichtung hinwies und den

der Steine und eine Beschreibung; im Etui der Kristallisationen:

5 verschiedene Diamanten, Rubin, Saphir, Chrysoberyll, Rubinspinell, Wert künstlerischer Formen für die deutsche Industrie erkannte. Er

Zirkon, Jargon, Hyazinth, 2 Aquamarine, Smaragd, 3 Topase, Turmalin, gründete Häuser in New-York, Habana, Lima und Mexiko und kehrte

Rubellit, 2 Granaten, Almandin, Melanit, Hessonit, Pyrop, Dichroit, im Jahre 1863 nach seiner schwäbischen Heimat zurück. Unermüd

Chrysolith, Olivin, Cyanit, Bergkristall, Amethyst, Rauchtopas, Dioptas, lich schaffend, bereiste er Nord- und Südamerika und machte in

Sphen und Hanyn usw. Wir können nicht umhin, allen unserer seinem 70. Lebensjahre noch eine Reise um die Welt. Dem deutschen Reichstage gehörte Ehm von 1893-98 an, und auf seine An

Branche angehörenden Ladengeschäften, Lehranstalten und Akademien

die Erwerbung dieser beiden Kollektionen zu empfehlen, da dieselben regung wurde das Exportmusterlager in Stuttgart gegründet. – In Pforzheim verschied im Alter von fünfzig Jahren Herr Goldfärber

für den Goldschmied, Juwelier und für seine Kunden hoch interessant Samuel Hörrle. -- In Ulm verschied nach langer Krankheit der

sind und als Schaufensterschmuck auch sehr die gewünschte AufMagistratsrat und Goldarbeiter Otto Ehinger im Alter von 52 Jahren.

merksamkeit der Passanten auf sich lenken, wie es sich bereits Der Verstorbene genoß als tüchtiger Geschäftsmann, treubesorgter

gezeigt hat. Familienvater und für das Wohl der Stadt Neu-Ulm und ihrer Ein

Seit alters her sind die Weinberge berühmt, welche die Stadt wohnerschaft warm fühlender Bürger das allgemeine Vertrauen der

Malaga umkränzen, und deren köstliche Weine den Namen dieses Einwoherschaft in hervorragendem Grade. -- Wien, I., Dorotheer

Hafens führen. Unübertroffen sind sie auch heute noch als Südweine, gasse 5, Brix & Anders. Verschleiß von Kirchenparamenten, Silber riesengroß sind die Bestände an älteren und alten Jahrgängen. Mit und Bronzewaren. Inh. Heinrich Anders gestorben. – Berlin. der Einfuhr der besten dieser Sorten nach Deutschland und Lieferung Inhaber der Silberwarenfabrik R. Weichhardt, Ritterstraße 73 in Malaga - Originalfässern ohne Umfüllung befaßt sich die Firma gestorben. - In Stuttgart starb nach kurzem schweren Leiden der Fritz P. Hohmann, Hamburg, Malaga-Südwein-Import. Die Verlangjährige Mitarbeiter und Reisende der Firma Fr. Ackermann & Cie., sand-Bedingungen, welche die heutige besondere Beilage unseren Herr Schwenker. -- Nach kaum viertägigem Kranksein verschied Lesern bekannt gibt, sind die allergünstigsten und schließen für den in Pforzheim Herr Bijouteriefabrikant Hermann Stahl, in Firma Besteller jedes Risiko aus. Erwähnen möchten wir nur, daß die Scherberger & Stahl, Doublékettenfabrik. Der Verstorbene war ein Firma Fritz P. Hohmann durch ihren Sitz in Hamburg den Käufern sehr talentvoller Techniker, der sich auch mehrfach an Preisausschreiben

die größte Sicherheit bietet, wie sie auch im Gegensatz zu ausunserer Industrie erfolgreich beteiligte. Der Kunstgewerbeverein ver

ländischen Häusern in der Lage ist, die Aufträge prompt auszuführen, liert in ihm einen tüchtigen Mitarbeiter.

da sie stets größere Sendungen Malaga - Originalfässer jeder Größe per Schiff unterwegs hat. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß

die Firma Fritz P. Hohmann durch ihren Flaschenversand (auch per Diebstähle, Verbrechen etc.

Postpaket) es dem Käufer ermöglicht, eine genaue Auswahl, seinem

Geschmacke entsprechend, zu treffen, sich von der Güte der Weine Mainz. Zwei elegante Frauenzimmer vertauschten in einem Juwelier

zu überzeugen, wie auch die Weine zu prüfen und zu vergleichen. geschäft ihre Similiringe mit ihnen vorgelegten echten Brillantringen und

Für die Goldwaren-, Juwelier- und Uhren - Branche hat der Leiter verschwanden dann spurlos. -- Frankfurt a. M. Im Laden des Antiquitätenhändlers Heymann, Bockenheimer Landstraße 7, wurde ein

der Firma C. Fürstenheim & Co., Berlin, von jeher viel geleistet, gebrochen, und fielen den Dieben für 9000 Mk Juwelen und Gold

und auch in dieser Saison kommt die Firma mit einer ganzen Reihe waren in die Hände. Die Spitzbuben drangen durch den Hausgang des

von effektvollen Neuheiten, unter denen wir für unsere Branche beHauses auf den Vorplatz ein und erbrachen von da die Türschlösser zu

sonders die verbesserten Ladentisch-Aufsätze mit Effekt-Spiegelung dem Laden. Nach sorgfältiger Auswahl ließen sie alles Silberzeug auf.

hervorheben, heraus. Im übrigen verweisen wir unsere Leser auf dem Boden liegen. Der Polizei ist es aber bereits gelungen zwei

das Inserat der Firma. des Diebstahls verdächtige Burschen zu verhaften. Beide gestanden offen den Einbruch ein. Man fand bei ihnen noch eine große Menge

Frage- und Antwortkasten. goldener Uhren, ferner Gold- und Schnucksachen vor, die der Ver

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. mutung Raum geben, daß die beiden auch bei anderen Einbrüchen

Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse beteiligt waren. - - Der Redakteur des Berliner Polenblattes, in dem

nöflichst aufgefordert. von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausKravattennadeln und Anhänger mit dem polnischen Wappen an giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden gepriesen wurden, erhielt dafür eine Geldstrafe von 30 Mk., ebenso

und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu

geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen. der Goldarbeiter, der das Inserat erlassen hatte. - Wien. Aufsehen erregte der Einbruch, der beim Juwelier Julius Eckstein, Kaiserstraße

Fragen: Nr. 48, verübt worden ist. Gauner drangen vom Hofe aus durch Frage. 11. Wer liefert Onyx-Aufsatzschalen und sonstige Onyxzwei Türen ins Lokal und stahlen Schmuckgegenstände im Werte artikel für Silbermontierungen?

S. in D. von mehr als 4000 K. -- Magdeburg. In einem Goldwarengeschäft Frage 12. Wer liefert Bestecke für Federhalter, Bleistifte, Messer, erschien ein Unbekannter, um einen Brillantring für etwa 150 Mk. zu Brieföffner etc. (Steine aus Achat) in Nickel und eventuell auch in kaufen, und ließ sich solche zur Ansicht vorlegen. Da ihm die Silber? Gebraucht werden nur die Metallteile.

M. in 0. Ringe zusagten, erklärte er wegen angeblichen Geldmangels am Nach

Frage 15. Wer liefert oder fabriziert vernickelte Teebretter mit mittage wiederkommen zu wollen. Die Ladeninhaberin solle dann geätzten Wappen, Ansichten usw.

K. in E. 5-6 Ringe zur Auswahl mitgeben, damit sich seine Braut einen aus Frage 17. Wer fabriziert Feuerzeughülsen Alpakka-Silber gesuchen könnte. Der Unbekannte versprach, als Pfand ein Sparkassen stochen, Jagddessin etc.?

B. S. in F. buch übergeben zu wollen. Am Nachmittage ist er wiedergekommen, Frage 19. Wer kann mir Anweisung zum Abformen von Mehat 5 Ringe ausgewählt, und ein Sparkassenbuch als Pfand übergeben. daillen usw. geben, um dieselben auf galvanischem Wege wiederSpäter stellte es sich nun heraus, daß das Sparkassenbuch von dem zugeben, und wie muß man bei dem Abformen mittels Guttapercha Schwindler vollständig mit falschen Eintragungen versehen worden zu Werke gehen?

P. in L.

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