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Karl Nies-Stuttgart gab vortreffliche Proben seiner KleinSilberarbeiten. Gefäße und kleine Geräte, Stock- und Schirmgriffe, Gläser in Silbermontierung u. a. zieren in ihrer einfachen, vornehmen Ornamentik, in ihrer sorgsamen, einwandfreien Ausführung den Ausstellungsschrank, der diese prächtige Kollektion enthielt.

Unmittelbar daneben waren Abgüsse von plastischen Arbeiten unseres talentvollen Bildhauers Limburg-Rom und anderer früherer

Cellini-Jünger zu einer Gruppe vereinigt, während Adolph AmbergsHeilbronn hervorragende Werke, in photographischen Abbildungen reproduziert, leider ein allzubescheidenes Plätzchen einnahmen, daß sie, ganz abgesehen von der mehr als anspruchslosen Anordnung, kaum zur Geltung brachte. Umsomehr sei an dieser Stelle nochmals besonders darauf hingewiesen.

Folgen der dem säumigen Lieferanten zu kurz bemessenen

Nachfrist.

Der § 326 des Bürgerl. Gesetzb. bestimmt, daß, wenn bei einem gegenseitigen Vertrage der eine Teil mit der ihm obliegenden Leistung im Verzuge ist, ihm der andere Teil zur Bewirkung der Leistung eine „angemessene Frist“ mit der Erklärung bestimmen kann, daß er die Annahme der Leistung nach dem Ablauf der Frist ablehne. Nach Ablauf der Frist ist er berechtigt, Schadenersatz wegen Nichterfüllung zu verlangen oder vom Vertrage zurückzutreten, wenn die Leistung nicht rechtzeitig erfolgt ist. Nun ist schon wiederholt der Fall eingetreten, daß derjenige, welcher die Leistung zu empfangen hatte, dem anderen eine zu kurze Frist setzte, und die Gerichte haben in einem solchen Falle darüber zu entscheiden, ob es sich um eine „angemessene Frist“ im Sinne des Gesetzes gehandelt hat. – Ein ähnlicher Fall unterlag auch jüngst wieder der Entscheidung des Reichsgerichts. Der Lieferant war nicht pünktlich gewesen, der Kontrahent setzte ihm eine kurze Frist, und als diese nicht innegehalten wurde, klagte er auf Schadenersatz. Der höchste Gerichtshof hat den Anspruch nicht ohne weiteres für berechtigt erachtet. Wird eine nicht angemessene, eine zu kurze Frist von dem Gegner gesetzt — so meinte der

höchste Gerichtshof, - so sei es eine im Interesse aller liegende und statthafte Ergänzung der von dem Besteller abgegebenen Willenserklärung, wenn seiner Bestimmung die Wirkung beigelegt werde, daß er bereit sei, die ausstehende Leistung innerhalb derjenigen Frist noch anzunehmen, die nach Lage der Sache als die angemessene zu gelten habe. Die Folge der Setzung einer zu kurzen Frist wird deshalb sein, daß der Säumige binnen angemessener Frist noch erfüllen dürfe, nach Ablauf einer solchen aber die Erklärung des Nichtsäumigen in Wirksamkeit trete. Immerhin behält die Bestimmung einer zu kurzen Frist ihre Bedeutung als Willenserklärung, daß der Nichtsäumige für den Fall nicht rechtzeitiger Nachholung der verzögerten Leistung das Recht auf Schadensersatz wegen Nichterfüllung oder auf Rücktritt vom Vertrage geltend machen will; sie ist unwirksam nur in Ansehung ihrer Dauer, weil der nichtsäumige Teil das gesetzliche Recht des Säumigen auf eine

angemessene“ Frist nicht beeinträchtigen kann und regelmäßig auch nicht verkürzen will. Aus diesem Grunde war die Sache nochmals in die Vorinstanz zurückzuverweisen, welche den Fall erst noch von den dargelegten rechtlichen Gesichtspunkten aus zu prüfen haben wird.

Erlebnisse eines deutschen Goldschmiedes in Amerika.

Fortsetzung von: Aus meiner Lehr- und Gehilfenzeit.

Politische Parteien. – In der Fabrik. — Orden für Logen. – Schmucktragen. Mein Hausherr suchte im Winter Beschäftigung in Barrooms. Erstens, weil er Geld genug erworben hatte, und zweitens, weil Sein Bestreben war, Policeman zu werden. Es sind in Amerika er, ein 40 jähriger Mann, noch Medizin studieren wollte. Ungern zwei große politische Parteien, die republikanische und die demo- sahen wir unseren lieben Mr. Bates scheiden, denn er verstand kratische. Während die Präsidenten der Republik und die Gouver- Spaß und sah nicht, wenn Dummheiten gemacht wurden, und hörte neure der Staaten alle vier Jahre gewählt werden, findet die Wahl nicht, wenn gar zu laut gesungen wurde. Er war gelernter Goldder Majors (Bürgermeister) alle Jahre statt. Je nach dem Ausfall schmied und wußte deshalb auch, daß, wenn man mit Lust und der Wahl kommen dann die Republikaner oder die Demokraten in Liebe arbeiten soll, Humor und Gesang nicht fehlen dürfen. Bei die Stadtämter. In der Stadt Boston selbst halten sich die Re- unserem Einarbeiten ging er uns mit Rat und Tat zur Hand. Er publikaner und die Demokraten die Wage, während im Staate Mas führte uns in den Raum, in dem flache Ringe geschliffen wurden. sachusetts die Republikaner überwiegen. Nun hatte mein Hausherr Dort waren drei 50 cm. im Durchmesser haltende, 5 cm. dicke immer falsch spekuliert, aber endlich gelang es doch, er hatte auf Räder in rotierender Bewegung, und die Ringe oder etwa sonstige Seite der Sieger gewählt und erhielt die versprochene Stelle als flache Gegenstände wurden der Reihe nach an die Scheibe, die Policeman. Über das sehr interessante politische Treiben kann den Bims, Trippel oder Rouge vertraten, gehalten und tadellos flach man Bände schreiben, doch werde ich wieder in die Fabrik zurück- in einigen Minuten geschliffen. Wir wußten nun, daß wir flache kehren, auf ersteres komme ich später noch zurück.

Ringe oder Schienen nur zu feilen brauchten. Der Schaber, der Unter allen Kollegen war die frappanteste Erscheinung Mr. Fox, bei uns deutschen Goldschmieden doch eine große Rolle spielt, der Schmelzer. Wie ich ihn das erste Mal sah, konnte ich nicht wurde gar nicht gebraucht. Schmirgelpapier war die Losung. Nach genug staunen. Ein Elefant unter den Menschen. Um zu seinem dem Feilen grobes und danach feines Schmirgelpapier, und das ist Schmelzraum zu gelangen, mußte er den Arbeitssaal durchqueren. sehr praktisch. In meiner Arbeitsstube brauchen wir den Schaber Vor 9 Uhr kam er nie. Sobald er gesichtet wurde, ertönte Pfeifen, auch höchst selten. Ich gebe im nachfolgenden eine Anweisung, und alle Kollegen pfiffen mit, eine amerikanische Melodie, und nach wie ich das Papier gebrauche, und wer von meinen Herren Kollegen dem Takte stampfte der Koloß, mit fetter Stimme: good morning, das einmal probiert hat, wird es nicht mehr missen wollen. Zwei boys! rufend, durch den Saal. Das geschah jeden Morgen. Dieser 20 cm lange viereckige (10—12 mm) Holzstäbe, zwei ebensolange Schmelzer erhielt ein Gehalt von 40 Dollars wöchentlich, dafür war runde (9-10 mm), die letzteren mit der Säge an einem Ende SOer höchstens 8 Stunden täglich dort. Eine interessante Persön- weit, etwa 12 cm, eingeschnitten, daß man das Schmirgelpapier lichkeit war auch der Kabinettmeister, eine erste Kraft, ein echter durchstecken und dann um den Stab wickeln kann. Ich gebrauche Amerikaner. Er war als Lehrling in das Geschäft getreten und grobes Schmirgelpapier No. 1 und feines Schmirgelpapier No. 0, hatte es nach kurzer Zeit, sehr jung, zum Kabinettmeister gebracht. für größere Flächen No. 00. Dies Papier wird in 4 Teile mit dem Noch während meines Dortseins wurde er Mitinhaber der Firma, Messer geteilt. Ich lege den viereckigen Stab auf das Ende des da Mr. Bates ausschied. Und weshalb schied Mr. Bates aus? Schmirgelpapiers, ritze mit einem spitzen Gegenstand das Papier

der Länge des Stabes nach ein, drehe den Stock mit dem Papier um, ritze wieder usw., bis das Papier um den Stock liegt und binde am oberen Ende mit Bindedraht fest. Gebraucht man nun beim Schleifen zum Schluß noch No. 00, so kann sofort gerougt werden.

Außer Ringen wurden noch hin und wieder Ohrringe, Reparaturen und Orden gefertigt. Orden für die verschiedenen Logen. Das Logenwesen floriert nirgends so wie in Amerika. Da gibts die Odd fellows Lodge, Masonic Lodge, Temple Lodge, Monitor Lodge usw. und jedes Jahr wird ein Orden an den Verdienstvollsten verschenkt. Was sind unsere Orden der Größe nach gegen diese Logenorden? Ich habe in den letzten drei Jahren gegen zehn dieser Orden gearbeitet. Die Zeichnungen dieser Orden, die ich abklatschte, liegen vor mir. Da ist der Orden der Boston Lodge of Perfection. Er hat eine Länge von 21 cm, beginnend mit einem Adler, der in seinen Klauen zuckende Blitze hält (der amerikanische Adler), daran hängend ein Zirkel, in natürlicher Größe mit einem Brillant von einem Karat, in dem Zirkel ebenfalls hängend ein Achteck mit ebenfalls so großem Brillant und eingravierter Widmung, alles schwer in massivem 14 kt. Gold. Überhaupt ist ja das Behängen mit Schmuck eine Eigentümlichkeit der Amerikaner. Jede Lady trägt Brillanten, wenn sie auch nur a la Taith sind, an jedem Arm wenigstens ein

Bracelet, wenn sie auch meistens nur plated sind. Überhaupt ist der meiste Schmuck, der getragen wird, nur unecht, oder amerikanisch Doublé. Goldsachen werden eben zu massiv hergestellt, sodaß sie zu teuer kommen. Sonntags begegnete ich oft aufgeputzten Negern. Diese wußten gar nicht, was sie sich alles anhängen sollten. Er eine Nadel, gewöhnlich ein Hufeisen, so groß wie ein Taler, auf der weißen Weste eine Kette so schwer, daß sie in Gold einige hundert Dollars kosten würde, und die Ringe! Die Steine standen in Größe der Busenadel nicht nach, und in gleichem Verhältnis war die holde schwarze Gattin geschmückt.

Ein schönes Arbeiten ist es ja, alles massiv herzustellen. Was sind unsere Kittsachen dagegen. Mein lieber Mr. Parker bekam eines Tages ein gekittetes deutsches Armband zur Reparatur. Er blies fest darauf los, und die Folge war ein Sprühregen von Kitt. „Goddam“, sagte er, „mir erzählte einst ein deutscher Goldschmied, in Deutschland gebe es eine Stadt mit vielen hundert Fabriken, in denen so dünne Goldwaren hergestellt werden, daß man sie nicht löten kann. Im Winter werden die Sachen betragen und auf großen Blechen aufbewahrt. Kommt dann der Sommer, und die Sonne scheint recht heiß, so werden sie in die Sonne gestellt und diese lötet sie dann. Bis jetzt glaubte ich es nicht, aber nach dieser Erfahrung glaube ich es nun doch.“

Das Geschenk der Welfen zur Vermählungsfeier der Prinzessin Alexandra von Cumberland mit dem

Großherzog von Mecklenburg, das von der Hofjuwelierfirma W. Lameyer & Sohn in Hannover entworfen wurde, ist anfangs Juni nach Gmunden abgesandt worden. Das Prachtstück Hannoverschen Kunstfleißes stellt einen schweren silbernen Aufsatz dar, der in einer Jardinière ruht und sowohl als Tafel- wie als Zimmerschmuck Verwendung finden kann. Auf einem durch schöne Verhältnisse sich auszeichnenden Postamente erhebt sich das Sachsenroß. Auf einem Felsstück eingemeißelt stehen die Worte „Nec aspera terrent“. Die Peiler des Postaments, die Kronen tragen, schmückt der Kopf des Mecklenburgischen Wappentieres, ein reicher Fries trägt die durch Laubgewinde verbundenen Wappen der Landschaften Kalenberg, Grubenhagen, Lüneburg, Hoya-Diepholz, Bremen, Verden, Osnabrück, Hildesheim und Ostfriesland. Die beiden Breitseiten schmücken in künstlerisch vollendeter Arbeit, in getriebenem Silber hergestellt, allegorische Darstellungen der Liebe und Treue, während die beiden kürzern Seiten das gekrönte Monogramm des hohen Brautpaares und die Widmung tragen: „Dem hohen Fürstenpaare zur Vermählungsfeier dargebracht von getreuen Hannoveranern. 7. Juni 1904.“ Darunter hängen schwere in einer besonderen Manier ausgeführte Blumenguirlanden. Die Jardinière, von der das Kunstwerk umrahmt wird, schließt sich in der Ausführung dem Aufsatz würdig und stilgerecht an. Sie trägt zwischen dem reichen ornamentalen Schmuck, zu dem aus dem englischen Wappen Rose, Klee und Distel als Motive verwendet sind, auf den beiden Längsseiten das Alliancewappen des Brautpaares, auf den beiden anderen Seiten das fürstliche Monogramm und das Datum des Vermählungstages. Das Silbergewicht des ganzen Kunstwerkes beträgt 32 kg.

Des Kaisers Hochzeitsgeschenke auf der Welt

ausstellung. Eine Auswahl der kostbaren Silbergeschenke, die dem ehemaligen Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Auguste Victoria anläßlich ihrer Vermählung am 27. Februar 1881 verehrt wurden, ist nach Amerika geschafft worden. Der kostbare Schatz stand unter Aufsicht der Herren Martin Schachau vom preußischen Hofmarschallamt und Theodor Jaeckel vom Newyorker deutschen Generalkonsulat. Als besonders wertvoll ist in der Sammlung das aus solidem Silber angefertigte, 200 Pfund schwere Schiff von viereinhalb Fuß Länge und zwei Fuß Breite, eine Ehrengabe der preußischen Städte, zu erwähnen. Das Schiff und sein massiver Untersatz tragen die Wappen der preußischen Großstädte. Außerdem enthält die Sammlung massive Truhen und Vasen mit Jagddekorationen, eine riesige Silbermuschel u. a. Nicht minder wertvoll ist die Möbelsendung des Kaisers: Tabourets, vergoldete Sessel aus der Zeit Friedrich I. und eine 8 Fuß hohe Bronzeuhr nach einem Entwurf Rohloffs. Aus dem Schloß in Charlottenburg stammen etwa 40 Möbelstücke vom 18. Jahrhundert, bekanntlich ist das deutsche Ausstellungsgebäude nach dem Muster des Charlottenburger Schlosses erbaut. Die Ausstellungs-Objekte des Kaisers sind für die Dauer der Ausstellung hoch versichert und erhalten eine besondere Wache.

Ganz eigenartige Kunstgegenstände auf dem Gebiete des Juweliers hat die Firma Krausnick & Co. am Kaiser Friedrichplatz in Wiesbaden in ihrem Schaufenster ausgestellt. Vor allem fällt eine aus einem Stück Silber gearbeitete vergoldete Riesenjardiniere auf, die einen Wert von 1800 Mark repräsentiert. Die einzelnen Pfeifen (18 an der Zahl) sind durch Handarbeit getrieben. An dem Kessel ist in hübscher, moderner Ausführung ein mit Eichenlaub in Silber verziertes Schild für eventuelle Widmungen angebracht. Der Fuß des Stückes ist ebenfalls modern verziert und aus bronziertem Schmiedeeisen gearbeitet. Das Ganze ist als Preis für sportliche Zwecke gedacht und kann mit den entsprechenden Emblemen verziert werden. – Ein weiteres außerordentlich originelles und interessantes Schmuckstück ist ein Tafelaufsatz mit Mahagonifuß, auf welch letzterem die in reinem Silber gearbeitete Gruppe „Begegnung“ in recht geschmackvoller Weise plaziert ist. – Ein großer Granat, der eigenartig auf einem Delphin als Mittelteil ruht, und dessen Fuß mit Edelsteinen besetzt ist, zeugt ebenfalls von äußerst exakter Arbeit. - Auch ein Riesenbergkristall, der mit einer goldenen, mit Perlen besetzten Krone geschmückt ist, lenkt unter den vielen interessanten und wertvollen Arbeiten der äußerst leistungsfähigen Firma die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich.

Das verschwundene und wiedergefundene Silber

geschirr. Wiedergefunden hat sich das Silbergeschirr, daß einem Berliner Offizierkorps abhanden gekommen war. Mit seinem „Verschwinden" hat es eine eigene Bewandtnis. Das Geschirr sollte einem Silberarbeiter zur Ausbesserung übergeben werden. Auf telephonische Bestellung holte der Hausdiener eines Geschäfts es ab und quittierte über den Empfang mit seinem Namen. Der Silberschmied legte das Paket beiseite und erwartete noch eine besondere Anweisung, was mit dem Geschirr geschehen solle. Beim Offizierkorps aber wußte man wohl nicht recht, welchem Geschäft man es übergeben hatte, und aus der Quittung ging es auch nicht hervor. Da es nun nicht zurückkam, so glaubte man, daß ein falscher Hausdiener das Ferngespräch aufgeschnappt und sich das Geschirr angeeignet habe. Zufällig las auch weder der Silberschmied noch sein Hausdiener die Zeitungsnotiz über das Verschwinden des Schatzes. Erst als jetzt die Kriminalpolizei mehrere Hausdiener des unterzeichneten Namens vorlud, wurde er wieder entdeckt. Unter den Vernommenen befand sich auch der „richtige“ Hausdiener. Er machte gar kein Hehl daraus, daß er den Schatz vom Offizierkasino abgeholt hatte, und war überzeugt, daß er sich noch im Geschäft befinden müsse. Dort lag er denn auch noch so, wie er gekommen war.

König Eduards silberne Schiffsmodelle. Uns wird aus London mitgeteilt: Es ist vielleicht wenig oder nicht bekannt, daß König Eduard eine kleine Miniaturflotte aus silbernen und goldenen Schiffen besitzt, die einen beträchtlichen Wert haben, Die Modelle zeigen englische Schiffstypen von der Zeit des angelsächsischen Monarchen Alfred bis zur Einführung des Dampfes. Seit Jahren hat der König in dieser Beziehung eifrig gesammelt, und in seiner Kollektion befinden sich mehrere holländische Modelle aus dem

Mittelalter bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts. Diese sind besonders kostbar und können heute kaum mehr erstanden werden, da sie sich entweder im Besitze von Monarchen oder Millionären befinden. Viele der holländischen Schiffsmodelle, die unter Sammlern und Fachleuten als „Nefs“ bekannt sind, weisen einen Schiffsbug in Form einer Tülle auf, aus der der im Schiffsinnern aufbewahrte Wein verschänkt wurde.

Kostbare Perlenkolliers. Aus Paris wird uns berichtet: In der vor einigen Tagen währenden Versteigerung der Juwelen der Prinzessin Mathilde wurden einige besonders interessante Verkäufe beobachtet. Es wurden 955 358 Fr. erzielt, der grobte Teil dieser Summe bei einem einzigen Verkauf. Drei Kolliers aus dem Besitz der Königin Sophie von Holland, eins aus 51, eins aus 44 und das dritte aus nur 38 großen, weißen, runden Perlen, wurden für 855000 Fr. verkauft. Im Vergleich zu diesem Preise erscheinen alle anderen unbedeutend. Hervorzuheben ist noch der Preis von 20 700 Fr. für ein Paar Ohrringe aus zwei birnförmigen weißen Perlen, ferner der Preis von 40800 Fr. für zwei Kämme mit je 13 weißen, runden orientalischen Perlen.

Ein kostbarer Thron. 60 Millionen Mark soll der Thron des Schahs von Persien wert sein. Dieser Thron ist aus massivem Silber, mit Skulpturen und Festons, die mit unerhörter Kunst ausgearbeitet sind. Die Ziseleure haben symbolische Figuren, kriegerische Attribute und Tierköpfe zur Darstellung gebracht. Das Ganze ist in Silber und zwar im Hochrelief ausgeführt. Alle Teile, die nicht sorgfältig mit dem Meißel ausgearbeitet sind, sind mit Diamanten und kostbaren Perlen inkrustiert, die sich teils durch ihr Wasser oder durch ihren Glanz und ihre Größe auszeichnen. Um die Diamanten laufen dekorative Motive, die mit Gemmen und Edelsteinen gefaßt sind. Inmitten des Baldachins sieht man einen wunderbaren Brillanten, der allein ein Vermögen wert ist. Aber das ist nicht alles. Auf ein königliches Thronbett, das nur bei großen Zeremonien als Thron dient, hat der jetzige Schah eine Decke und ein Kissen legen lassen, die ganz mit Saphiren, Perlen, Rubinen und Smaragden bestickt sind.

Ein neuer Abendmahlskelch. Angesichts der jetzt in weiten Kreisen angeregten Bedenken gegen die Benutzung des gemeinsamen Abendmahlskelches verdient, wie man uns mitteilt, ein neuer Abendmahlskelch Beachtung, der nach schwedischem Muster von einer Berliner Firma angefertigt und den kirchlichen Behörden zur Begutachtung übersendet worden ist. Er überschreitet zwar hinsichtlich der Größe und des Gewichts das herkömmliche Maß erheblich, erscheint aber sonst wohl geeignet, alle etwaigen gesundheitlichen Bedenken zu entkräften. In den Kelch wird ein weiter, drehbarer Kranz mit 12 bis 15 aus einem anderen Metalle gefertigten löffelähnlichen Mundstücken aufgesetzt. In diesen Kranz wird ein kleines Gefäß mit dem Wein eingelassen, und zwar so, daß bei der Darreichung des Kelches durch mäßiges Neigen etwas Wein jedem Mundstück der Reihe nach Zufließt. Auf diese Weise bekommt jeder Abendmahlsgast ein abgeschlossenes Mundstück und auch einen ganz abgeschlossenen Teil von Wein. Bleibt ja in einem solchen Mundstück etwas Wein zurück, so fließt er beim Geradehalten des Kelches durch eine kleine Öffnung in der hinteren Biegung in den leeren, unteren Raum des Kelches und kommt mit dem Weine des in dem Ringe hängenden Gefäßes nicht in Berührung. Sind alle Mundstücke benutzt, so wird mit einem Griffe der Ring abgenommen und durch einen anderen, der auf dem Altar bereit liegt, ersetzt, so daß er sofort die zu weiterer Benutzung erforderliche Reinigung erhalten kann. Solch ein großer Kelch mit dem glänzenden Löffelrand bietet freilich nicht gerade einen erhebenden Anblick und ist bei längerer Dauer der Feier wegen seines Gewichtes nur mit Anstrengung zu handhaben. In gesundheitlicher Hinsicht aber entspricht er allen Anforderungen.

Der Einzelkelch beim Abendmahl. Die Eisenacher Kirchen-Konferenz sprach ihre ernstesten Bedenken hinsichtlich des Abweichens einzelner Gemeinden und Geistlichen von der Kirchen-Ordnung betreffend den Einzelkelch bei der Abendmahlsfeier aus.

Ein Diamantenschlucker. Aus Amerika wird uns berichtet, daß sich ein gewisser Paul Clarkson in Galveston, Texas, im Gefängnis „freiwillig“ einer unfreiwilligen Magenoperation hat unterziehen müssen, um einen gestohlenen Diamanten im Werte von 1000 Mark, den er verschluckt hatte, wieder herauszugeben. Mit Hilfe von Röntgenstrahlen wurde der Diamant im Magen entdeckt, und Clarkson ließ sich gegen die Zusicherung von Straflosigkeit den Magen aufschneiden, um den Diamanten seinem rechtmäßigen Eigentümer wiederzugeben. Die Operation, deren Kosten von dem Besitzer des Diamanten bestritten wurden, hat er gut überstanden.

Gold in Fußböden. Wie man Gold tatsächlich aus dem Schmutze auflesen kann, ist letzthin wieder einmal in Brooklyn, Newyork bewiesen worden. Im Juni 1900 schloß die dortige Brooklyn Watch Case Company nach 25 jährigem Bestehen ihre Tore. Das Geschäft, mit Einfluß des fünfstöckigen Fabrik - Backsteingebäudes, ging in die Hände der Fahys Company über, welche das Gebäude einer gründlichen Reparatur unterzog. Hierbei fand man 20 karätigen Goldstaub im Werte von 65000 Dollar, der sich während der 25 Jahre zwischen den Fußböden, an den Wänden und Decken angesammelt. Das Gebäude enthielt viele Arbeitszimmer, welche das Material für die goldenen Uhrgehäuse zu passieren hatte, bevor diese fertiggestellt und zum Verkaufe fertig waren. Bei der Bearbeitung in den verschiedenen Räumen verflogen immer winzige Goldteilchen. Bevor zur Reparatur der Räume geschritten wurde, baute man im Souterrain des Gebäudes fünf große Ofen. Bei der zunächst dann im oberen Stockwerke begonnenen Reparatur entblößte man die Wände ihrer Bekleidungen. Diejenigen abgenommenen Teile, die nicht verbrannt werden konnten, wurden sorgfältig abgewaschen und abgerieben, und das Wasser hob man auf. Die Deckenbekleidung und die Kalkbelage der Wände wurde abgeschabt und zerquetscht, und das Gold siebte man durch feine Messingsiebe. Alle alten Leisten, Fußbodenbretter, Vertäfelungen und Fensterrahmen wurden in Asche verwandelt. Die Asche mit den darin befindlichen Nägeln, Schrauben und so weiter durchlief dann einen Quetschapparat, und aus der Masse sonderten die Goldprobierer nicht nur für die Gesellschaft Gold im Betrage von 50000 Dollar aus, sondern für sie selbst fielen noch 10—12 Prozent ab. Die Fahys Company ist übrigens nicht die einzige Firma, welche aus Bauschutt und Schmutz Gold gezogen hat.

Goldwäscher auf der Schüttinsel. Wenigen dürfte es bekannt sein, daß im Sande der Donau in Ungarn auch heute noch Gold gesucht wird. Es sind besonders einige Bewohner der Gemeinde Asvány im Komitat Raab, die dies wenig einträgliche Geschäft betreiben. Sie besitzen noch von der Kaiserin Maria Theresia her das Recht, die Donau zu diesem Zwecke von Linz bis Gran zu befahren, und einige machen von diesem Recht auch Gebrauch. Nach der „Köln. Ztg.“ fahren die Goldwäscher im Frühjahr und Herbst bei niederem Wasserstand auf der Donau auf und ab und suchen die aus dem Wasser hervorragenden Sandbänke auf. Zunächst überzeugen sie sich durch eine Prüfung des Sandes mit bloßem Auge, ob sich im Sande Goldkörnchen befinden. Ist das Ergebnis günstig, so stellen sie ihre Waschbank auf, die aus einem schiefen Brett besteht, worauf ein großes Tuch ausgespannt ist. Auf dieses Brett geben sie eine Schaufel voll Sand, dann gießen sie so lange Wasser darüber, bis der Sand abgewaschen ist und nur die feineren Sandkörnchen im Tuch hängen bleiben. Wenn sie dies eine Zeitlang fortgesetzt haben, waschen sie das Tuch in einem Sammelbecken aus. In diesem lagert sich der Staub am Boden nieder. Zu Hause mischen sie den Sand mit Quecksilber und kneten diese Masse solange durch, bis das Quecksilber alles Gold aufgenommen hat. Dann lassen sie das Quecksilber in einem eisernen Löffel verdunsten und erhalten ein Goldklümpchen von der Größe einer Linse oder einer Erbse. Das Ergebnis ihres Tagewerkes ist ein Goldgewinn in der Höhe von 1,-1 g, im besten Falle 1', g. Das Gold wird vom Raaber Goldeinlösungsamt um 2,20-2,40 Kronen für das Gramm angekauft. In früheren Zeiten wurde das Goldwaschen viel eifriger betrieben. Dafür zeugen zahlreiche Volkslieder und Sprüche, der Umstand, daß die Insel Schütt im Volksmunde den Namen Goldgarten führt, aber auch der Name der Gemeinde Asvány (Asvány heißt auf deutsch Mineral). Die Donauregulierung läßt jedoch die Sandbänke immer mehr verschwinden, so daß das Geschäft bald ganz eingestellt werden wird.

Goldfunde in Böhmen. Im südwestlichen Böhmen, in der Gegend von Pricov und Brazna existieren Antimonbergbaue, welche schon vor einigen Jahrhunderten betrieben wurden und bei welchen ausschließlich Gold gefördert wurde, wobei das Antimon, das damals noch keinen Wert in der Industrie hatte, nicht beachtet wurde. Das Gold wurde damals nur aus den das Antimon begleitenden Quarzschichten auf die primitivste Art gewonnen (es sind heute noch sehr große Seifenhalden, die als goldhaltig befunden wurden, vorhanden), und es haben zur damaligen Zeit Hunderte von Leuten davon ihren Lebensunterhalt gehabt. Darüber sind auch Berichte im Archiv des Fürsten Lobkowitz in Raudnitz aufbewahrt. Diese Bergbaue werden seit langer Zeit betrieben und auch das Antimon gefördert. Die Resultate an Goldquarzen gehen bis zu 40 Gramm pro Tonne, das Antimonerz hat einen Goldgehalt von 30 Gramm pro Tonne. In dieser Gegend ist auch ein aufgeschwemmtes Terrain, das zirka 5 Meter tief ist, eine Ausdehnung von 2 Kilometer hat und mit Sandschichten bedeckt ist. Dieser Sand ist stark goldhaltig. Man sieht, daß Antimonerze an und für sich goldführende Mineralien sein können und, wenn sie von goldführenden Quarzen, wie im südwestlichen Böhmen überall, be

gleitet sind, ein wertvolles Abbauobjekt bilden; es ist nur nötig, daß zwei Bücher wies er vor, in denen aber nichts weiter als von ihm sich kapitalkräftige Leute für diesen Bergbau interessieren. Eine bewirkte Warenablieferungen aufgezeichnet waren. Zwar behauptete Ergiebigkeit erscheint uns zweifellos.

er, er selber sei sehr wohl in der Lage, sich daraus zurecht zu finden,

doch war er tatsächlich nicht imstande, der Behörde annähernd zuEin Ersatz für den Ehering.

treffende Angaben über sein durchschnittliches Einkommen, seine Man schreibt uns aus London: In England ist es Sitte, daß der Geschäftsunkosten sowie seine Materialbezüge zu machen. Verlobte der Braut einen goldenen Fingerreif mit einem Edelsteine Das sächsische Oberverwaltungsgericht, das über die Reklamation und erst am Vermählungstage den glatten Trauring schenkt, den die letztinstanzlich zu entscheiden hatte, hat den Einspruch des Kaufjunge Frau -- entgegen der deutschen Sitte – in Zukunft an der manns gegen seine Veranlagung zurückgewiesen. Der Kläger linken Hand trägt. Erst in den letzten Jahren ist es – aber nur in meint zwar, so äußerte sich dieser Gerichtshof, er könne für seine verhältnismäßig geringen Fällen – üblich geworden, daß auch der Person sein Einkommen sehr wohl aus den von ihm vorgelegten Gatte einen goldenen Ehereif trägt. Eine Dame, die anscheinend Büchern feststellen. Einer solchen Behauptung müsse man indessen gut unterrichtet ist, wendet sich nun an eine englische Tageszeitung erhebliche Zweifel entgegensetzen, denn der Steuerpflichtige war nicht und schlägt allen Ernstes vor, daß die Männer anstatt des güldenen imstande, sein Einkommen genau zu berechnen, was aus den von Reifes ein neues Symbol wählen sollten, indem sie sich den be- ihm gebrauchten Wendungen „zirka“, „durchschnittlich“ usw. sich treffenden Finger tätowieren lassen! Die Zuschrift der schönen ergibt. Schreiberin enthält die boshafte Anspielung, daß es den verheirateten Aber selbst wenn der Kläger sein Einkommen aus seinen Büchern Männern in diesem Falle nicht mehr möglich sein wird, den Ehe- berechnen könnte, würde er der ihm obliegenden Bescheinigungsring in die Westentasche verschwinden zu lassen und leichtgläubigepflicht nur dann genügen, wenn die von ihm vorgelegten schriftlichen junge Mädchen zu täuschen und zu umgarnen. Am Schlusse ihres Unterlagen solche sind, daß aus ihnen die Steuerbebehörden Briefes leistet sich die Dame aber das stärkste Stück: Sie empfiehlt, das wirkliche Einkommen erkennen können. Das ist aber im vorden Tätowierungsakt alsbald nach der Trauung in der Sakristei oder liegenden Falle nicht möglich, infolgedessen mußte es auch bei der im Zimmer des Registrators vorzunehmen.

Abweisung der Reklamation sein Bewenden halten. Das Ende des Antwerpener Diamantarbeiterstreiks Wie schützt sich der Käufer eines Geschäfts vor der Haftung für die steht allem Anschein nach bevor. Die Arbeitgeber sind in die Be

von dem früheren Inhaber eingegangenen Verbindlichkeiten. ratung über die geänderten Bedingungen der Arbeiter eingetreten,

Nach § 25, Abs. 1 des Handelsgesetzbuchs haftet der Unterwonach 9'/, Stunden Arbeitstag mit Einführung des neunstündigen

nehmer eines Geschäfts für alle darauf ruhenden Schulden, wenn er

die frühere Firma fortführt. Eine abweichende Vereinbarung ist nur am 1. Januar verlangt und die Einstellung von 200 Lehrlingen zu

wirksam, wenn sie in das Handelsregister eingetragen oder von dem gegeben wird.

Erwerber oder dem Veräußerer den Gläubigern mitgeteilt wird. —

In einem Falle, über den das Reichsgericht in letzter Instanz zu entBerichte aus Innungen und Vereinen.

scheiden hatte, waren die beiden Käufer einer Firma am Tage, nachVersammlung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede beider Mecklen dem die Uebernahme perfekt geworden war, beim zuständigen Amtsburg in Rostock am 28. und 29. Mai 1904. Auf die erste Haupt

gericht erschienen, um diese Tatsache dort bekannt zu geben. Da versammlung, welche die Mecklenburgischen Goldschmiede in Rostock

jedoch der Vater des einen der beiden Käufer keine genügende Vollvereinigte, dürften alle Beteiligten mit großer Befriedigung zurück

macht vorzuweisen in der Lage war, konnte die Angelegenheit keine blicken. Ein kleiner Kreis, unter ihnen unser 1. Verbandsvorsitzender

Erledigung finden und ruhte mehrere Monate. Inzwischen waren die Herr Fischer, Berlin, hatte sich schon am Sonnabend eingefunden neuen Inhaber aus einer Geschäftsschuld des alten Besitzers in Anund vereinigte sich im Konzertgarten von Mahn & Ollerichs Keller. spruch genommen worden, deren Bezahlung sie indessen unter dem Mit den Frühzügen trafen am Sonntag Morgen die übrigen Kollegen

Hinweis darauf ablehnten, sie hätten das Geschäft ohne Aktiva und in Rostock ein, so daß die Versammlung um 10 Uhr mit 24 Teil

Passiva übernommen. Die Gläubiger klagten, wurden indes mit ihren nehmern eröffnet werden konnte. Herr Dierken, Rostock, begrüßte

Ansprüchen in erster Instanz abgewiesen. Sie legten Berufung ein zunächst die Erschienenen im Namen der Rostocker Kollegen, worauf

und erzielten die Verurteilung ihrer Gegner ihrem Antrage gemäß. der Vorsitzende Herr Schmieth, Schwerin, im Namen des Vorstandes

Dieses Erkenntnis fochten die Beklagten durch Revision an, doch hat und der auswärtigen Kollegen dankte; er bewillkommnete sodann sich das Reichsgericht nicht veranlaßt gesehen, die Entscheidung der noch besonders Herrn Fischer, Berlin, und eröffnete die Versamm

Vorinstanz aufzuheben. In jedem Falle — so heißt es in den Gründen lung. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß der Verein

muß daran festgehalten werden, daß die Eintragung und Bekannt32 Mitglieder zählt. Das Andenken des verstorbenen Kollegen Ker

machung oder die Mitteilung an die Gläubiger unverzüglich der fack, Rostock, wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Aus

Uebernahme des Geschäfts folgen muß. Das ist im vorliegender reichen Tagesordnung ist ganz besonders erwähnenswert die

den Falle nicht geschehen, auch ist eine Mitteilung an die Gläubiger Annahme der Besteck-Konvention. Daß dieser wichtige Punkt zur

in der Zwischenzeit nicht erfolgt. Ebensowenig ist ersichtlich, daß Annahme kam, ist ganz besonders dem energischen Eingreifen des die Beklagten durch einen von ihnen nicht zu vertretenden Umstand Herrn Fischer, Berlin, zu danken, denn es hatte sich eine sehr er

gehindert waren, Eintragung oder Mitteilung in unmittelbarem Anschluß regte Debatte darüber entsponnen. Auch für die Feuerschutzkasse

an die Geschäftsübernahme herbeizuführen; denn die Beklagten haben hatte Herr Fischer neue Freunde erworben, und es wurden einige

in keiner Weise dargelegt, daß sie nicht sofort nach der ersten erTausend Mark zum Garantiefond gezeichnet. Doch die Zeit eilte,

folglosen Anmeldung die fehlende Vollmacht hätten beschaffen können. und es erwies sich, daß trotz der eifrigen Beratungen die Tages

Selbst wenn dies aber unmöglich gewesen wäre, hätte ihnen doch ordnung nicht ganz erledigt werden konnte, und einige Punkte mußten

noch immer der Weg einer Mitteilung an die Gläubiger offen zurückgestellt werden. Herr Schmieth wurde für weitere drei Jahre gestanden. - Aus diesen Gründen hat die Vorinstanz mit Recht anals 1. Vorsitzender wiedergewählt und zugleich auch als Delegierter

genommen, daß die Beklagten in die von den früheren Besitzern befür den nächsten Verbandstag bestimmt. Die nächste Hauptversamm

gründeten Geschäftsverbindlichkeiten eingetreten sind. lung wird im nächsten Jahre in Schwerin stattfinden. Die Versamm

Erfüllungsort für Ladengeschäfte. lung wurde um 1'/2 Uhr geschlossen. Hierauf begab sich eine De Nach § 269 des Bürgerl. Gesetzb. hat die Leistung an dem Orte putation von acht Herren per Wagen nach dem Kirchhofe, um auf

- zu erfolgen, an welchem der Schuldner zur Zeit der Entstehung des das Grab des verstorbenen Herrn Hofjuwelier Kerfack einen Kranz

Schuldverhältnisses seinen Wohnsitz hat. – In einem Prozeß hatte der niederzulegen. Um 2'2 Uhr begann das Festessen, bei welchem

auswärts wohnende Beklagte bei dem Kläger in dessen Laden ein Herr Schmieth in längerer Rede der Bedeutung des Tages gedachte

Tafelservice gekauft. Da der Käufer die erforderliche Summe Geldes und der allseitigen Freude Ausdruck verlieh, daß nun auch die

nicht bei sich hatte, so versprach er, sie noch an demselben Tage, mecklenburgischen Kollegen sich zu einem Verein zusammengetan

und zwar noch ehe die Ware bei ihm eingetroffen sein könne, einhätten. Er schloß mit einem Hoch auf die beiden Großherzöge von

zusenden. Da er dies indessen nicht tat, so reichte der andere Klage Mecklenburg-Schwerin und - Strelitz. Der nächste Tag wurde noch

ein, und zwar an seinem, des Verkäufers, Wohnort. Der Käufer ervon mehreren Herren zu einem Ausflug nach Warnemünde benutzt. hob den Einwand, das angerufene Gericht sei nicht zuständig zur L. Schmieth, 1. Vorsitzender. R. Ratfisch, Schriftführer. Entscheidung über diese Angelegenheit, das sei einzig und allein das

Gericht seines, des Käufers, Wohnsitzes, und diese Ansicht hat auch Rechtsrat, Rechtsschutz f. den Goldschmied. der Gerichtshof gebilligt. – Der Verkäufer hatte eingewandt, es Wichtige gerichtliche Entscheidungen.

handle sich um ein sogenanntes „Ladengeschäft“; bei einem solchen

sei es die Absicht der Käufer und Verkäufer, daß in dem Laden erPekuniäre Nachteile infolge mangelhafter Einrichtung von

füllt werde. Indessen – so meinte das Gericht – wenn auch der VerGeschäftsbüchern.

käufer ursprünglich geglaubt haben mag, der Käufer sei in der Lage, Der Inhaber eines Ladengeschäfts hatte gegen seine gewerbliche sofort den Kaufpreis zahlen zu können, so hat er sich doch ohne Steuerveranlagung Einspruch erhoben, doch war er auf erhaltene Auf weiteres damit einverstanden erklärt, daß der Schuldner, unter Wahrung forderung nicht imstande gewesen, irgendwelche Geschäftsbücher in der Vorschrift des § 270 des Bürgerl. Gesetzb., seine aus dem Kauf eigentlichem Sinne, irgendwelche Abschlüsse oder Zusammenstellungen sich ergebenden übrigen Verpflichtungen an seinem Wohnort vorzulegen, aus denen sein Umsatz ersichtlich gewesen wäre. Nur erfülle. Es liegt damit kein Geschäft Zug um Zug vor, sondern die

Sache ist so geartet, als ob es sich um ein Distanzgeschäft handelte, denn es kann für die Verpflichtungen des Käufers einen rechtlichen Unterschied nicht begründen, ob er bei der Besichtigung der Ware den Kauf sofort abschließt, oder ob er die Ware nach vorheriger Besichtigung erst von seinem Wohnorte aus brieflich bestellt.

Ruhe wohltun. - Ende verflossenen Monats wurde Herr Wilhelm Jourdan senior, Pforheim, zur ewigen Ruhe bestattet, welcher insofern zu den seltenen Ausnahmen in der Bijouterie - Industrie zählte, als er bis in sein 70. Lebensjahr imstande war, als Graveur seinen Beruf auszuüben. Nur acht Tage bettlägerig, wurde er von einer Lungenentzündung hinweggerafft. Er ruhe in Frieden! Der Verstorbene war der Vater des früheren Teilhabers der Firma Kollmar und Jourdan.

Diverses. Die altrenommierte Juwelierfirma J. Dux, Hannover, hat sich in dem Bühringschen Hause, Georgstraße 24, nach den Entwürfen des Architekten Lorenz einen neuen Laden einrichten lassen, der zu den elegantesten der Stadt zählt und schon durch seine vornehme und gediegene Schaufenster-Einrichtung vorteilhaft in die Erscheinung tritt, die in einer an der Hausfront etwas hervortretenden Umrahmung aus Kupfer besteht.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftseröffnungen. F. Sauernheimer, Hamburg, DittmerKölstr.15, eröffnet im September, Dittmer-Kölstraße 8, ein Juwelier-, Goldund Silberwarengeschäft. — Gustav Pfeiffer in Posen, St. Martinstraße 52-53, eröffnet ebenda am 1. Juli ein Gold- und Silberwarengeschäft. - Karl Wittmann, Juwelier, hat zu Heidelberg, Akademiestr. 1, am 1. Juni ein Juwelen-, Gold-, Silber- und Uhrengeschäft eröffnet. – In Würzburg, Domstr. 1 hat Georg Rottner ein Arbeitsgeschäft für Juwelen, Gold- und Silberwaren eröffnet.

Eintragungen ins Handelsregister. Firma Siegfried Silberstein, Juwelier, Berlin. -- Firma Gustav Knödler, Gmünd. Inhaber Gustav Knödler, Silberwarenfabrikant. — Firma Carl Frey & Söhne, Gold- und Silberwarengeschäft zu Freiburg i. Schl. Juwelier Carl G. Frey ist in das Handelsgeschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. - Firma Otto Hintze, Goldwarenfabrik, Gmünd: Der Teilhaber Otto Hintze sen, ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Als neuer Teilhaber ist eingetreten: Karl Hintze, Techniker in Gmünd. Dem Josef Blassa, Techniker in Gmünd, wurde Prokura erteilt. — Sackur's Galvanisches Institut, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Berlin. Gegenstand des Unternehmens ist: Der Fortbetrieb des bisher von dem Gesellschafter Doktor Albert Grünbaum unter der handelsgerichtlich eingetragenen Firma ,,Sackur's Galvanisches Institut, Inhaber Dr. Albert Grünbaum“, betriebenen Geschäfts und die Abschließung von Geschäften aller Art auf elektrochemischem, elektrometallurgischem und verwandten Gebieten. – Am 1. Juni haben Emil Aichele, G. F. Deumer und Georg Haas die Firma Aichele & Co. zu Pforzheim übernommen und führen die Fabrik unter der Firma Metallwarenfabrik Pforzheim, vorm. Aichele & Co., G. m. b. H. weiter.

Geschäfts- und Firmenänderungen. A. Schwarz, Hamburg, verlegt sein Gold- und Silberwarengeschäft nach Billhörner Röhrendamm 171. – Firma Emil Weidelich, Pforzheim, Bijouteriefabrik, ist in Fuchs & Weidelich geändert worden. Das Geschäft befindet sich Altstädter Kirchweg 12.

Löschungen im Handelsregister. Firma Ad. Schellenberg, Goldund Silberwaren, zu Wiesbaden.

Jubiläen und Ehrungen. Se. Hoheit der Herzog von Sachsen-Altenburg hat Herrn Goldarbeiter Walter Eberhardt in Baden-Baden, einem Sohn des kürzlich verstorbenen Herrn Ernst Eberhardt in Altenburg, den Titel Hofjuwelier verliehen. – Die Landgräfin von Hessen ernannte Herrn Rudolf Seligmann in Firma Lasar Jos. Seligmann, Frankfurt a. M., zu ihrem Hofjuwelier. – Kommerzienrat Karl Thomaß, Hofjuwelier zu München, feierte am 30. Mai in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Thomas kam schon im Jahre 1838 als Goldschmiedslehrling von Memmingen nach Münchenund brachte es durch geschäftliche Umsicht und Klugheit zu großem Ansehen. Kommerziell und industriell war er vielfach als Aufsichtsrat großer Gesellschaften, namentlich der Würmsee-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, tätig. Von Ende der 60er Jahre ab gehörte er auch als Vertreter der liberalen Sache des Wahlkreises München 6 Jahre dem Landtage an, anßerdem wirkte er drei Jahre als Magistratsrat. Mit den Söhnen und Töchtern feierten eine Reihe von Enkeln und Urenkeln seinen Jubeltag. - Dem Hoflieferanten Moritz Schlegelmilch, Goldwaren-Geschäft zu Arnstadt (Thür.), wurde die silberne Medaille für Verdienst um Kunst und Wissenschaft verliehen und genehmigt, dieselbe am blauen Bande zu tragen. – Ein schönes Zeugnis von dem guten Einvernehmen, welches zwischen

rinzipal und Angestellten der Firma Gabriel Hermeling, Koln, herrscht, gab eine Feier, welche der Inhaber dieser Firma, Herr Hofgoldschmied Josef Kleefisch, am 4. Juni im Saale der Bürgergesellschaft veranstaltet hatte. Wiederum war es ein 25 jähriges Jubiläum, welches die Firma feiern konnte, und galt das Fest diesmal dem Modelleur und Ziseleur Herrn Fritz Gebhardt. Nach Überreichung sinniger Geschenke wechselten passende Reden mit musikalischen und humoristischen Vorträgen ab, und der Verlauf des Abends bewies zur Genüge, daß die Teilnehmer es wohl verstehen, die Kunst nicht allein im Atelier, sondern auch im geselligen Kreise zu pflegen und sich zu Nutze zu machen.

Todesfälle. Herr Silberwarenfabrikant Bruno Sachse, Görlitz, hat nach schwerer Krankheit im 64. Lebensjahre die Augen zum letzten Schlafe geschlossen. Noch vor Wochen frisch und gesund, befiel den immer Rüstigen eine tückische Krankheit, die seinem Leben und Wirken ein viel zu frühes Ende bereitete. Sachse zeigte stets ein reges Interesse für unsere Bestrebungen und ist stets ein eifriges Mitglied der Görlitzer Vereinigung gewesen. Frei, offen und ehrlich hat er jederzeit seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht und nachhaltig vertreten. Mit ihm hat ein treues deutsches Herz aufgehört zu schlagen. Möge nach einem arbeitsreichen Leben ihm die

Diebstähle, Verbrechen etc. Wien. Am 5. Juni wurde in das Geschäftslokal des Goldwarenhändlers Nowak in der Stadtgutgasse eingebrochen und Waren im Werte von 12000 Kronen gestohlen. Die Nachforschungen nach den Einbrechern sind eingeleitet.

Bei dem Juwelier Herrn Fritz Rohloff in Königsberg i. Pr. hatte ein 15 jähriger Laufbursche binnen neun Monaten nach und nach Goldund Silbersachen im Werte von etwa 1000 Mk. entwendet, ohne daß der Bestohlene aufallenderweise seinen Verlust bemerkte. Als schließlich ein silberner wertvoller Leuchter verschwand, wurde ein Kriminalschutzmann davon in Kenntnis gesetzt, dem es nach kurzer Zeit gelang, den Dieb in der Person des Laufburschen zu ermitteln. Der Jung vor Gericht gezogen, erhielt wegen Diebstahls ein Jahr Gefängnis.

Frau Oberingenieur Minna Mertens zu Charlottenburg, wandte sich im August v. J. an eine Goldwarenhandlung in Trier mit dem Ersuchen, ihr eine Mustersendung Brillantringe zu schicken, da sie einen solchen zu einem Geschenk haben wollte, sie erhielt infolgedessen 7 Brillantringe. In ähnlicher Weise ließ sie sich von andern Firmen Auswahlsendungen kommen, die sie ebensowenig wie die Ringe zurücksandte. Frau Mertens stand nun wegen Unterschlagung vor der I. Strafkammer des Landgerichts Il zu Berlin. Der Gerichtshof hielt nicht Unterschlagung sondern Betrug für vorliegend und verurteilte Frau M. zu 4 Wochen Gefängnis.

In einer Nacht wurde kürzlich im Geschäft des Juweliers Emil Schichte am Fischmarkt Nr. 3 zu Graz eingebrochen und Juwelen im Werte von 17000 Kronen gestohlen. Als Schichte um 7 Uhr früh die vom Hofraume aus in das Geschäft führende Türe öffnen wollte, bemerkte er zu seinem Entsetzen, daß dieselbe aus den Angeln gehoben worden war, er machte sofort Licht, und es bot sich ihm ein Bild arger Verwüstung. Sämtliche Läden und Kasten waren erbrochen, und deren Inhalt lag zum größten Teile zerstreut am Boden. Viele der Silbergegenstände waren von den Dieben zerbrochen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Kottbus. Der Goldarbeiter und Uhrmacher W. Jahnke ist von einem bei ihm eingetretenen Volontär Geelhaar aus Heinsberg bei Dresden um Ringe, Ketten, Armbänder usw. im Werte von 800 Mark bestohlen worden. Bei dem Versuche, die Sachen zu verkaufen, wurde der junge Mann festgehalten.

Bei dem Juwelier Heinrich Kornblüh in Wien Kaiser Josefstr. 34 ist ein aufsehenerregender Einbruch verübt worden. Unbekannte Gauner sind von der Nachbarwohnung nach Durchbrechen der Mauer in das Geschäftslokal Kornblüh gedrungen und haben Gold- und Silberwaren im Werte von 1600 K. gestohlen. Das Sicherheitsbureau ermittelte nun durch langwierige Nachforschungen, daß ein schon vorbestrafter Schuhmachergehilfe der Täter ist. Auf Veranlassung des Sicherheitsbureaus wurde dieser verhaftet.

Auf schwachen Füßen stand die Anklage wegen Wuchers gegen den Agenten Henry Schachtel aus Wilhelmsdorf und gegen den Juwelier August Drücker aus Charlottenburg am Landgericht II zu Berlin. Im Sommer 1892 wollte die Ehefrau des Rittmeisters v. G. zu Verwandten reisen. Es war ihr unangenehm, daß sie dort ihren Brillantschmuck, den sie vor längerer Zeit versetzt hatte, nicht vorzeigen konnte. Der Rittmeister wußte Rat. Er wandte sich an den Angeklagten Schachtel, der ihm von den Rennplätzen her bekannt war. Dieser wies ihn an den Mitangeklagten Drücker, der ihm andre Brillanten verschaffen würde. Drücker lieferte nun dem Rittmeister Brillanten, aus denen nach Angabe des Bestellers Ohrringe, Brosche und Armband angefertigt wurden. Der Preis betrug 7500 Mk., wofür vier Wechsel ausgestellt wurden. Außerdem zedierte der Rittmeister zur weitern Sicherstellung Drückers diesem einen Teil einer großen Erbschaft, der dem Rittmeister in Kürze zufallen mußte. In diesem Geschäft erblickte die Anklagebehörde eill wucherisches Mißverhältnis. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwalte der Ansicht, daß weder eine Ausbeutung der Notlage, der Unerfahrenheit oder des Leichtsinns noch ein Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorlag. Beide Angeklagte wurden freigesprochen.

Aus der deutschen Kolonialabteilung der Weltausstellung in St. Louis wurden Juwelen im Werte von 1000 Dollars gestohlen.

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