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„Cellini“ mit dem Sitze in Hanau a. M. Die A. H. A. H. wollen in jeder Weise der Verbindung mit Rat und Tat hilfreich zur Seite stehen, und sprechen die Hoffnung aus, daß es ihnen vergönnt sein dürfte, in nicht allzu weiter Ferne wiederum eine derartige Zusammenkunft zu feiern. Nach kurzer Debatte einigte man sich für Pfingsten 1912, betonend, daß zu der Zeit das 20 jährige Stiftungsfest der Verbindung mit dem A. H. A. H. Konvent in glücklicher Weise verknüpft werden könne. Es ging nun an die Beratung des Verbandstatuts, das mit kleinen Anderungen auch in der vorliegenden Fassung allgemeinen Beifall fand. Als Ausschuß des A. H. A. H.-Verbandes wurden die Herren H. Böhme und H. Hummel ernannt, die die vorkommenden Geschäfte in geeigneter Weise unter sich vereinbaren können. Ein Vorschlag, sich jemals zu Pfingsten an dem Orte, an dem der Verbandstag des Verbandes jetziger und ehemaliger Studierender an deutschen Kunstgewerbeschulen tagen würde, zu treffen, fand gleichfalls allseitigen Beifall, und wir sprechen hier die Hoffnung aus, daß es dem Antragsteller vergönnt sein möge, recht viele Freunde im nächsten Jahre in Stuttgart begrüßen zu können.

Das Künstler-Maienfest.

forderungen stellen dürfen. Auch Sie, meine Herren, welche Sie unserem edlen Gewerbe nicht angehören, bewillkommne ich namens des Kunstgewerbevereins, verbindet Sie doch mit uns ein gemeinsames Band, die Liebe zur Kunst, sind Sie doch wie wir bestrebt, Ihr Bestes einzusetzen zur Förderung unseres Kunstgewerbes. Sie, meine Hanauer Kollegen, bitte ich, dem Willkommengruß des Hanauer Kunstgewerbevereins Ausdruck zu geben, indem Sie mit mir einstimmen in den Ruf: Unsere auswärtigen Kollegen sie leben hoch!

Weiter folgte durch Herrn Emil Söhnlein der Vortrag einer sehr ansprechenden Festdichtung.

Professor Wiese dankte dem Vortragenden des Abends, Herrn Professor Thode, noch besonders für die goldenen Worte und die den Arbeiten der Zeichenakademie gezollte hohe Anerkennung. Der Verbandsvorsitzende Herr Th. Walter brachte dem Herrn Prof. Wiese ein Hoch. Letzterer verlas ein von dem Ehrenmitgliede der Verbindung, Herrn Regierungspräsidenten v. Oertzen-Lüneburg, ein gelaufenes Glückwunschschreiben, diesem ein ebenfalls enthusiastisch aufgenommenes Hoch widmend. Weitere Ansprachen hielten noch der Vertreter der A. H. A. H. und die Vertreter der Verbandsvereine, welche der Verbindung „Cellini“ Erinnerungszeichen stifteten. Der Abend wurde verschönt durch eine Anzahl ebenfalls wohlgelungener Darbietungen. Eine prächtig ausgestattete Festzeitung bot gleichfalls angenehmen Stoff zur Unterhaltung.

Ein jeder der anwesenden A. H. A. H. erhielt noch im Verlaufe des Kommerses die eigens zu diesem Zwecke gefertigte Plakette als sichtbares Zeichen und als Andenken an die so herrlich verlebten Stunden. Eine Abbildung der Plakette brachten wir bereits in No. 20 auf Seite 114a. Hergestellt wurde sie in der Silberwarenfabrik von C. J. Begeer in Utrecht, des Vaters zweier Angehörigen der Verbindung.

Eine weitere Stiftung der A. H. A. H., die der aktiven Korona gewidmet wurde, besteht in einem großen prachtvollen Photographiealbum. Der Deckel zeigt auf der Vorderseite das in Leder getriebene Verbindungswappen und ist reich mit Silberbeschlägen ausgestattet. Raum bietet das Album über 400 Bildern.

Ferner müssen wir an dieser Stelle das Geschenk des A. H. A. H. Dimitrie Hahn aus Petersburg erwähnen. Es ist dieses ein schwerer silberner echt russischer Humpen, der durch seine eigenartige in etwas an einen großen Löffel erinnernde Form auffällt. Die Verbindung wird diese kostbare Stiftung wohl zu würdigen wissen, und dürfte mancher Ehrentrunk aus diesem Humpen kredenzt werden.

Der Montag war nun ernsten Sitzungen vorbehalten, und zwar fanden zu gleicher Zeit die Beratungen sowohl des Verbandes als auch der sämtlichen A. H. A. H. statt. In ersterer Versammlung beschäftigte sich der Verbandstag während der ersten Verhandlungsstunden ausschließlich mit der Durchberatung des gedruckt vorliegenden, revidierten Verbandsstatuts. Es bezweckt möglichst im Anschluß an die betreffenden Kunstgewerbeschulen den Zusammenschluß kunstgewerblicher Vereine zur Pflege der Kunst und des Kunstgewerbes sowie die stete Unterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den einzelnen Vereinen und den einzelnen Mitgliedern derselben, indem diese in jedem Verein brüderlich aufgenommen werden, daselbst eine Heimstätte finden. Von Zeit zu Zeit finden Verbandskonkurrenzen statt. Das Verbandsstatut wurde nach erfolgter Durchberatung genehmigt und die Drucklegung desselben beschlossen. – Über die Verbandsausstellung referiert Herr F. R. Wilm-Hanau, betonend, daß nach dem Urteil des Herrn Prof. Dr. Thode und anderer Fachleute die eingesandten Konkurrenzarbeiten großen Fleiß verraten und von dem unter den Kunstjüngern herrschenden Eifer Zeugnis geben. – Eine lebhafte Debatte entwickelt sich auch über die Angelegenheit betreffs Herausgabe eines illustrierten Verbandsberichtes, welcher die Form eines Jahrbuches zu erhalten hätte. - Es folgt die Neuwahl der Vorstandschaft. Das Resultat war, daß die Verbandsvorstandschaft auf die Vereinigung der „Idealen“ in Straßburg überging, und zum Verbandsvorsitzenden Herr Erwin Gadomski-Straßburg gewählt wurde. — Den letzten Punkt der umfangreichen Beratungen bildete „Verschiedenes und Mitteilungen“. Hierbei waren es vornehmlich interne Sachen, die zur Besprechung gelangten. Nach 6 Uhr nachmittags folgte der Schluß des Verbandstages.

Die Sitzungen der versammelten A. H. A. H. hatten den Zweck, eine engere Verbindung unter den auswärts wohnenden Mitgliedern mit der Verbindung herbeizuführen. Laut Beschluß der Versammlung konstituierte sich der Verband der A. H. A. H. der Ak. Verb.

Der Montag Abend brachte das Künstler-Maienfest in der Turnhalle. Den Eintretenden empfing ein anheimelnder Duft von Tannenzweigen und von frischem Maiengrün, das sich allüberall den Blicken darbot. Jede Säule, jedes Treppengeländer war mit Girlanden umwunden, und fleißige und geschickte Hände hatten alle Räume mit farbenprächtiger Zier bekleidet. Der Vorraum zu dem großen Saal, dessen sonstige Bestimmung als Turnhalle ganz unter den Dekorationen verschwand, schien in einen grünenden und sprossenden Maiengarten verwandelt. Tannen und Birkenlaub überall, und unschwer fand sich die Stimmung in den gedachten Charakter des Festes. Das Auge wurde gebannt von den farbenprächtigen Dekorationen, die sich ihm in allen Wänden, in jeder Ecke darboten. Da hat ein sinniger Fleiß gewaltet und eine Liebe zur Sache der schmückenden Hand die Wege gewiesen. Mit Pinsel und Pastell mögen fleißige Jünger der Kunst manche mühevolle Stunde aufgewendet haben, um die gastlichen Räume nicht ohne den gebührenden Schmuck zu lassen, aber der Erfolg ihres Mühens wurde ihnen zum schönen Lohn. Besonders müssen wir hier Herrn W. Löwer nennen, dessen kunstgeübter Hand die meisten der prachtvollen Malereien ihre Herstellung verdanken. Leider mangelt es uns am Platz, wir können nicht alle die herrlichen Veranstaltungen besprechen. Jeder der Teilnehmer dürfte die in der Turnhalle verbrachten Stunden zu den angenehmsten seines Lebens rechnen. Bis in den grauenden Morgen dauerte das Fest, und nur schwer trennten sich die Freunde, um nun ihren Penaten zuzueilen und um noch in kurzer Ruhe sich auf den letzten Tag vorzubereiten.

Der Dienstag war im Anfang der Ruhe gewidmet. Am Nachmittage fanden gemütliche zwanglose Katerbummel nach Hochstadt und Wilhelmsbad statt, und der Abend war noch einmal einer gemütlichen Kneipe im Karlsberg vorbehalten. An dieser Kneipe nahmen die Ehrenmitglieder Herren Prof. Wiese, Prof. Offterdinger, H. Ehlers sowie die aus Pforzheim zur Besichtigung der Ausstellung von Schülerarbeiten der Kgl. Zeichenakademie gekommenen Herren Prof. G. Kleemann, Prof. Schmidt, R. Rücklin teil. Ferner waren die Herren W. Diebener aus Leipzig und Begeer aus Utrecht noch anwesend.

Ersterer ergriff das Wort und führte in längerer Rede aus, daß nicht nur allein Treue dem Freunde und Liebe zur Kunst walten möge, sondern daß vor allen Dingen ein eiserner Fleiß die Mitglieder beseelen möchte, auf daß die Ziele, die gesteckt sind, auch erreicht werden können. Zur Unterhaltung fand eine höchst originelle Fuchsentaufe statt, so daß die Verbindung einen Zuwachs von fünf neuen Burschen erhielt. Erst in später Stunde nahm diese Zusammenkunft ihr Ende.

So sind denn die Festtage in Hanau in prächtig harmonischer Weise verlaufen. Jeder, der dort anwesend war und diese Zeilen durchlesen wird, dürfte voller Befriedigung die verlebten Stunden noch einmal im Geiste an sich vorbeiziehen lassen, und noch einmal wird er die genossenen Freuden durchkosten. Wir aber hoffen, daß im Jahre 1912 die Freundschaft in gleicher Weise sich geltend machen, und daß ein gleich guter Stern den kommenden Veranstaltungen der Verbindung leuchten möge. Vivat, crescat, floreat der A. V. „Cellini“ zu Hanau a. M.!

P.......

Den Fabrikanten zur Beachtung empfohlen!

(Eingesandt.)

Trotzdem das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren seit 20 Jahren in Kraft ist, kommen heute noch fort laufend Verstöße gegen dasselbe vor, deren Verhinderung den Behörden zu empfehlen wäre.

Zumal wird gegen § 3 gefehlt, der bekanntlich lautet: „Die Angabe des Feingehalts auf goldenen und silbernen Geräten geschieht durch ein Stempelzeichen, welches die Zahl der Tausendteile und die Firma des Geschäftes, für welches die Stempelung bewirkt ist, kenntlich macht. Die Form des Stempelzeichens wird durch den Bundesrat bestimmt“.

Neben größeren Silberwaren und Bestecken kommen viele kleine Geräte, wie Stockgriffe, Flakons, Spiegel, Bonbonnièren etc. in den Handel, die den Vorschriften des § 3 insofern nicht entsprechen, als die Firma bezw. die Fabrikmarke des Fabrikanten fehlt. Es ist dies im Interesse der Fabrikanten selbst zu bedauern, denn häufig kommt ein Detailleur in die Lage, ein gleiches Stück nachzubestellen, oder er möchte ein ihm in die Hände geratenes,

ansprechendes Muster für sein Lager erwerben, er kann es aber nicht, weil ihn das fehlende Fabrikzeichen über den Verfertiger im dunkeln läßt.

Wie oft müht sich ein Reisender vergeblich ab mit einer Firma in Verbindung zu treten, während durch einen einzigen solchen Kauf eine Verbindung angeknüpft wird, die in den meisten Fällen zu einer dauernden sich gestalten dürfte.

Der etwa erhobene Einwand, daß der Detailleur nachstempeln kann, ist mit Rücksicht auf den Wortlaut des § 3 hinfällig: oftmals ist der Detailleur sogar außer Stande es zu tun, so z. B. wenn Glas mit Silber montiert ist.

Bei dieser Gelegenheit soll nochmals darauf hingewiesen werden, Fabrikzeichen zu führen, und diese in den Fachblättern und im Adreß- und Handbuch für das Deutsche Goldschmiedegewerbe (Verlag von Wilhelm Diebener, Leipzig) bekannt zu machen. Es wäre dies zugleich ein Zeichen gewisser Reellität der Firma, wenn sie die Öffentlichkeit nicht scheut.

Ermittelung des Kosten- und des Verkaufspreises der Waren.

Nach einem Aufsatz des Gewerbelehrers H. Mutz, Pforzheim, in der „Badischen Gewerbe-Zeitung“

für die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ bearbeitet von Carl Faas, Pforzheim.
1. Teil.

Nur darf bei dieser Zusammenstellung der jährlichen GeschäftsBei Ermittelung des Preises einer Ware ist es zuerst not unkosten nichts vergessen werden. Außer der Abnutzung des Werkwendig, den Selbstkostenpreis zu wissen. Der Selbstkostenpreis zeugs, oder Steuern, Umlagen, Versicherungen, Lokalmiete, Gas, besteht aus:

Heizung gibt es noch eine Reihe anderer Unkosten, an die häufig 1. Material.

nicht gedacht wird. In einem größeren Geschäftsbetrieb, wo eine 2. Arbeitslohn.

regelrechte Buchführung da ist, ist es ja leicht, diese Unkosten 3. Geschäftsunkosten.

festzustellen. Bei den kleineren Geschäften aber und für diese Das Material besteht beim Goldschmied aus Metall, Gold, hauptsächlich sind ja diese Zeilen gewidmet, die oft nur ein Buch Silber, Steinen, Perlen, Halbfabrikaten, wie Chatons etc.

besitzen, in dem die Einnahmen und Ausgaben verzeichnet werden, Wie der Arbeitslohn festgestellt wird braucht nicht extra er- muß man eben aus den Ausgaben diejenigen Posten alle zusammen. wähnt zu werden.

stellen, die als Geschäftsunkosten angesehen werden müssen. Man Die Unkosten festzustellen ist schon schwieriger und ist mancher nehme sich die Mühe und es wird sich sicher lohnen. Meister oder Geschäftsinhaber sehr leicht geneigt, die Geschäfts In erster Linie ist die Verzinsung des Betriebskapitals als Ununkosten zu unterschätzen, ja sogar solche fast zu vergessen. kosten zu nennen. Das wird gar oft vergessen; hauptsächlich wenn

Wenn wir manchen Meister fragen, wieviel Geschäftsunkosten das Geschäft mit eigenem Kapital betrieben wird und es wird da auf irgend eine fertige Arbeit kommen, so wird er uns in vielen einem oft gesagt, ich brauche doch für mein eigenes Geld keine Fällen keine genaue Auskunft geben können.

Zinsen zu rechnen, das ist falsch; wer so rechnet, betrügt sich selbst, Viele verfahren beim Feststellen des Verkaufspreises eines denn der Rentner bezieht Zinsen von seinem Kapital ohne eine Stückes einfach so, sie rechnen das Material, den Arbeitslohn und eigentliche geschäftliche Tätigkeit auszuüben. Ebenso muß auch schlagen dann 30 oder mehr Prozent darauf und darin soll dann der Geschäftsinhaber Zins aus seinem Betriebskapital beanspruchen: alles inbegriffen sein; Unkosten und Verdienst. Wenn sich dann denn wenn er Angestellter, Geschäftsführer oder Arbeiter geblieben am Schluß des Geschäftsjahres eine Vermögenszunahme ergibt so wäre, und hätte sein Geld auf der Sparkasse oder sonstwie anist man von diesem Berechnungsverfahren äußerst befriedigt, denn gelegt, so bekäme er aus seinem Kapital auch Zinsen, ohne hierman hat ja gelebt und noch etwas erübrigt.

für arbeiten zu müssen. Und soweit das Geschäft mit fremdem Wer so rechnet kann aber nicht sagen, was er an einer einzelnen Kapital betrieben wird, muß der Zins ja auch aufgebracht werden; Arbeit Geschäftsunkosten hat, ebensowenig aber auch, was er daran haben wir daher eigenes Geld im Geschäft, so sind wir unser verdient.

eigner Kapitalist, Gläubiger unseres eigenen Geschäfts. Nur was Es ist also absolut notwendig für den Geschäftsinhaber, zu außer dem Zins mit dem Betriebskapital erworben wird, ist unser wissen, wieviel Geschäftsunkosten in seinem Geschäft auf jede Unternehmergewinn oder Verdienst. Z. B. für ein Betriebskapital Arbeit kommen. Nur dann kann er den jeweiligen Selbstkosten- von 15000 M. zu 5% gerechnet, ist ein jährlicher Zins von 750 M. preis ermitteln und auch, was er daran verdient und verdienen aufzubringen. Davon ist nun der entsprechende Teil an diejenige muß, wenn er nicht, anstatt vorwärts zu kommen, in seinem Ge- Person oder Bankanstalt zu zahlen, die uns dieses Geld zum Beschäft zurückkommen will.

trieb unseres Geschäfts geliehen hat. Gehört aber das BetriebsEs ist unmöglich jedoch, die auf jede Arbeit entfallenden Ge- kapital dem Geschäftsinhaber selbst, so kommt ihm auch der Zins schäftsunkosten einzeln feststellen zu können. Denn man kann ja zu. Verdient hat er aber dann noch nichts. Der Zins bildet vielnicht angeben, um vieviel sich bei dieser oder jener Arbeit das mehr einen Teil der Selbstkosten und muß in dem Zuschlag, der Werkzeug abgenützt hat; wieviel Steuern, Umlagen, Versicherungen, für Geschäftsunkosten bei den einzelnen Arbeiten gemacht wird, Lokalmiete, Gas, Heizung etc. etc. darauf lasten. Man muß sich mit enthalten sein. deshalb ein Schema, ein System schaffen.

Um jedoch berechnen zu können, wieviel Zins in dieser Weise Dieses erreicht man dadurch, daß man die Unkosten von einem jährlich aufzubringen ist, muß das Betriebskapital zuvor genau ervollen Jahre zusammenstellt und dieselben auf den gesamten Waren- mittelt werden. umsatz eines Jahres prozentual ausrechnet. Bei Neugründung eines Zum Betriebskapital zählt alles, was an Geld und Geldeswert Geschäfts kann ja ein ungefährer Voranschlag gemacht werden. zum Betreiben des Geschäftes nötig ist.

Zum Betriebskapital gehören:

1. Kraftmaschinen, wie Gasmotor. Elektromotor etc. etc. Arbeitsmaschinen, Walzen, Schleifsteine etc. etc.

Technische Hilfseinrichtungs-Gegenstände, Schraubstock, Zieheisen, Esse, Blasebalg, Ambos, Vergoldungseinrichtung, Heizungsund Beleuchtungseinrichtungen, Werkbrett, Stühle, Kästen.

Kleinwerkzeug, Lampen, Lötlampen, Scheeren, Säge, Bohrer etc. etc. Zu diesen Einrichtungsgegenständen kommen nun noch

2. Vorräte an: Material, wie Metalle, Steine, Perlen, Halbfabrikate, Heizungs-, Beleuchtungs-Materialien, Schleif- und Poliermaterialien, Vorräte an Werkzeug, fertige und halbfertige Arbeiten und Waren, die man fertig gekauft hat, Papier, Drucksachen, Bücher.

3. Bares Geld, Wertpapiere, Wechsel, die man in Händen hat, Bankguthaben, Forderungen an Kunden für auf Kredit gelieferte Arbeiten. Nach Zusammenstellung des Wertes der Maschinen, Einrichtungen, Vorräten, Bargeld, Forderungen etc. etc., müssen die unverzinslichen laufenden Geschäftsschulden in Abzug gebracht werden, weil wir ja alle vorhandenen Gegenstände und Waren als Werte aufführen, die völlig bezahlt sind.

Die Maschinen, Einrichtungsgegenstände, Werkzeuge etc. etc. werden bei erstmaliger Aufstellung mit ihrem Anschaffungspreis auf. geführt und ist die durch die Abnützung bedingte Wertverminderung zu berücksichtigen.

Die Aufstellung des gesamten Betriebskapitals wird am besten jeweils bei der alljährlichen Inventur vorgenommen.

In vielen Fällen werden Betriebs-Kapital und Vermögen sich decken. Wird das Geschäft mit teilweise fremdem Kapital betrieben, dann ist das Betriebskapital größer als das Vermögen; umgekehrt ist das Vermögen größer, wenn dieses nicht ganz im Geschäft steckt.

Wer in dieser Weise alljährlich die Höhe seines Betriebskapitals feststellt, wird auch sehen können, ob er nicht einen Teil, wenn solches zu groß wird im Verhältnis zum Umsatz, dem Geschäft entnimmt und anderweitig anlegt. Außerdem wird er, wenn er seinen Verdienst ausgerechnet und festgestellt hat, eine große Befriedigung finden, wenn der Verdienst beträchtlich ist, oder aber er wird, falls kein Verdienst zu verzeichnen ist, sich veranlaßt fühlen, seinem Geschäft erhöhte Aufmerksamkeit und Energie, verbunden mit Sparsamkeit zuzuwenden.

(Schluß folgt.)

Ein Wink für den Export nach Österreich.

Von Alfred Kiaschek.

Momentan macht sich bei den nach Österreich exportierenden pro Paar. Dem Gesetze entsprechend, beträgt die Goldauflage bei Fabrikanten das Bestreben geltend, der Kundmachung des Finanz- 5 Gramm 0.125, das ist 's Gramm. Selbst aber bei einer derartigen ministeriums vom 8. Januar 1896 betreffend die Doubléwaren ein massiven Ausführung und der dementsprechenden Goldauflage ist Paroli zu bieten. Dieser Finanzministerialerlaß gestattet nur einen dieselbe noch immer so minimal, daß man mit dieser Doublierung Goldgehalt von 25 Tausendteilen, daß der Wert des in einen dou- die Zufriedenheit der Kunden nie erringen kann, das Gesetz hatte blierten Gegenstande enthaltenen Goldes jenen des Silbers nicht eben bei Festsetzung der Stärke der Goldauflagen schon Rücksicht übersteigt, und daß die Silberlegur schon beim leichten Streichen darauf genommen, daß es in keiner Weise umgangen werden könne. auf dem Steine sofort zum Vorschein kommen muß.

Hand in Hand mit dem Niedergange des Konsums in DoubleInfolge aller dieser Vorschriften geht der Konsum der Doublé- waren nimmt der Handel mit sogenannten amerikanischen Doubléwaren in Österreich sichtbar zurück, nach Ablauf der bevorstehenden waren einen immer größeren Aufschwung. Für unechte Schmucksachen Herbstsaison wird die Doubléware, ehemals einer der größten Konsum- gibt es keine gesetzlichen Vorschriften; während Silberwaren nur artikel, voraussichtlich gänzlich vom Schauplatze verschwinden. mit einer Goldauflage von 25 Tausendteilen versehn sein dürfen,

Es ist daher leicht begreiflich, daß diejenigen Fabrikanten, die kann der Goldgehalt unechter Waren die Stärke von 250 Tausendsich ausschließlich mit der Erzeugung von Doublewaren für Österreich teilen erreichen, diesbezüglich heißt es im RGB 75 vom Jahre 1866 befaßen, alles aufbieten um irgend ein Mittel zu finden, der Kund- $ 21: Unter Gold- und Silbergeräten werden solche Geräte aus schaft in Osterreich wieder so gut doublirte Waren zu liefern, wie anderen Metallen nicht verstanden, welche mit Gold oder Silber so dies ehedem vor dem Erlasse der Verordnung vom 8. Januar 1896 verbunden (legiert) sind, daß das edle Metall nicht über ein Vierteil, der Fall war. Die meisten Fabrikanten hüllen noch ihre diesbezüg- 250 Tausendteile, von dem Gesamtgewichte des Gerätes bildet. lichen Pläne in tiefes Dunkel, nur hier und da verrät sich einer Nachdem das Publikum dank seiner Erfahrung heute so weit ist, mit der Bemerkung, daß er für die Herbstsaison eine Neuheit haben daß es beim Kaufe eines billigen Schmuckgegenstandes, die unechten werde, die bestimmt sein wird, das frühere Doublé voll und ganz sogenannten amerikanischen Doublewaren den echten, silberpunzu ersetzen.

zierten Waren vorzieht, so liegt es auf der Hand, daß es der richWenn wir nun den Schleier von den geheimnisvollen Vor- tigste Weg ist, die Erzeugung von unechten Waren eifrig zu pflegen bereitungen und Plänen ein wenig lüften, so werden wir finden, daß und den Feingehalt dieser Waren auf das in Österreich höchst bediese Fabrikanten versuchten, Goldwaren im Feingehalte von 250 Tau- willigte Maß zu treiben. sendteilen zu erzeugen, und zwar in derselben Ausführung und in den

Erzeugt man, diesen Rat befolgend, unechte Schmuckwaren, selben Fassons wie die bisherigen Doubléwaren. Dieser Feingehalt ist deren Goldauflage ein Vierteil, 250 Tausendteile, oder ein Fünfteil, der in Österreich höchst bewilligte, der, obzwar schon Gold (6 Karat), 200 Tausendteile, von dem Gesamtgewichte des ganzen Gegenstandes vom gesetzlichen Standpunkte als unecht angesehen und nur als bildet, so ist in erster Reihe derartige Ware in puncto Solidität Neugold gestattet ist zu verkaufen. Diese Neugoldwaren haben sich dauerhaft und unverwüstlich, und zweitens kann der Verkäufer den aber in der Praxis nicht bewährt, denn abgesehen von der gesetz Kunden garantieren, daß das Gesamtmaterial des betreffendes Stückes, lichen Verfügung, daß derartige Waren vom Gesetze als unecht be- wenn es einst geschmolzen werden sollte, dem Feingehalte des in trachtet und infolge dessen in den Verkaufsräumen ganz abgesondert Österreich üblichen Neugoldes. (6 Karat) gleichkommt. von den punzierten Waren aufbewahrt sein müssen, hält sich die

Jedenfalls wird es eine geraume Zeit dauern, ehe sich eine Ware im Gebrauche nicht gut.

Ware in solch einer fabelhaft guten Qualität einführen wird, denn Die meisten Fabrikanten beschäftigen sich mit dem Problem, das Publikum ist durch die jetzige schlechte Qualität in der Weise die Ware in äußerst solider und besonders massiver Ausführung zu irregeführt, daß es nur nach neuerlichen guten Erfahrungen den erzeugen, so daß entsprechend dem höheren Gewichte des Gegen- Doublewaren Vertrauen entgegenbringen wird. standes, die Goldauflage in prozentualer Weise auch stärker sein Wer sich also mit der Erzeugung von unechten Waren in bekönne; allerdings ist zu berücksichtigen, daß das Gewicht eines jeden schriebener guten Qualität befassen will, der möge gleich im Artikels seine Grenzen hat, keine Dame wird einer stärkeren Gold- vorhinein die Vorsicht gebrauchen und diese Qualität nicht mit auflage zuliebe in ihren Ohren Silberklumpen tragen wollen. Das Musterschutz, sondern mit einer Schutzmarke versehen, so daß Höchstgewicht, welches sich z. B. bei Boutons erreichen läßt, ohne seine Ware immer, trotz anstürmender Konkurrenz leicht, erkennbei der Trägerin Anstoß zu erregen, wäre bei kuranter Größe 5 Grammbar bleibt.

Bleibt der Erzeuger seinem Prinzip treu und liefert jederzeit die einmal festgesetzte Qualität, so bekommt die Marke dieses Fabrikanten im Laufe der Zeit einen Weltruf, der unbezahlbar ist, der immer weiter vorwärts schreitend unbekümmert um jede Konkurrenz siegreich den Weltmarkt behauptet.

Silberwaren mit starker Goldauflage zu versehen, ist in Österreich „zur Sicherung der Käufer“ nicht gestattet, unechte Messinggeräte aber, mit einer Goldauflage bis zu 25% zu erzeugen, unter liegt keinem Verbote und keiner wie immer gearteten Kontrolle.

Es ist anzunehmen, daß sich diese Art der Erzeugung mit einer Goldauflage von 20 bis 25 % bestens einführen wird, ein Verbot bezüglich solch guter Ware seitens des k. k. Punzierungsamtes ist ausgeschlossen, denn wenn man auch dem Goldarbeiter und Uhr

macher aus Gründen „zur Sicherung der Käufer“ nicht gestatten wollte, diese Ware zu führen, so kann man es den Bijouterie- und Galanteriegeschäften nicht verbieten, so lange der § 21 des RGB 75 vom Jahre 1866 besteht.

Ich glaube hiermit eine Anregung gegeben zu haben, in welchen Bahnen sich der deutsche Erzeuger bewegen muß, um den Verhält. nissen Rechnung tragend, den Bedarf von Doublewaren in Österreich weiter an sich zu fesseln.

Für den Goldarbeiter in Österreich bedeutet diese Veränderung einen Rückschritt, denn er, der gewöhnt ist, seinem Kunden alles in bester Qualität zu offerieren, muß, will er weiter bei seinem Prinzip bleiben, anstatt Silber punzierte Waren „unechte Messingware“ zum Kaufe anbieten.

Berichte aus Innungen und Vereinen.

Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Gewerbekammerbezirks Chemnitz. Die am 9. Mai in Chemnitz abgehaltene Bezirksversammlung hatte sich, besonders seitens der auswärtigen Herrn Kollegen, eines regen Zuspruchs zu erfreuen. Vertreten waren Borna, Döbeln, Frankenberg, Hainichen, Leisnig, Lichtenstein, Limbach, Marienberg, Meerane, Mittweida, Ölsnitz, Chemnitz. Entschuldigt die Herren Bretschneider-Glauchau, Weiß-Roßwein. Diskutiert wurde über die Besteckkonvention, Feuerschutzkasse, Detailliren der Fabric kanten und Grossisten, welch letzterer Punkt eine längere, lebhafte Debatte erzeugte und die allseitige Zustimmung ergab : in dieser Sache mit Dresden und Leipzig Fühlung zu suchen, um möglichst gemeinsam diesem Übel zu steuern. Ferner empfahl der Vorsitzende, auf Wunsch des Vorstandes des Deutschen Verbandes, im Interesse und zur Stärkung der deutschen Verbandskasse den anwesenden Herrn Kollegen, möglichst Einzelmitglied des Deutschen Verbandes zu werden. Die Aussprache hierüber ergab die Ansicht, daß für eine Doppelmitgliedschaft keine Meinung herrscht, vielmehr dem deutschen Verbande anzuraten, die Mitgliedersteuer der Unterverbände an den Deutschen Verband derart durch eine feste, allgemeine Norm zu erhöhen, daß die Verbandskasse ihr Auskommen hat. Als Mitglieder für den Lehrlings - Prüfungsausschuß wurden bestimmt die Herren Krauspe-Hainichen, Roller und Brader-Chemnitz. Nach dreistündigen, anregenden, zu aller Zufriedenheit ausgefallenen Beratungen verbrachten die Anwesenden noch einige gemütliche Stunden in angenehmer Unterhaltung, bis die vorgeschrittene Zeit die aus wärtigen Herrn Kollegen zur Heimfahrt mahnte.

Brader. Die Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede der Provinz Hannover und Schaumburg-Lippe hielt ihre Jahresversammlung am 8. Mai in Hildesheim in Gegenwart von 28 Mitgliedern ab. Der Vorsitzende, Herr Betz-Hannover, eröffnete die Sitzung, worauf Herr Reimers-Hildesheim die erschienenen Kollegen im Namen der ortsansässigen Kollegen herzlich begrüßte. Die Verlesung des Protokolls und die Berichte des Rechnungsführers über den Bestand der Kasse nahmen den ersten Teil der Tagesordnung ein. Danach ergibt der Kassenabschluß eine Einnahme von M. 363.50 und eine Ausgabe von M. 237.04, so daß am 1. Mai ein Bestand von M. 126.46 verbleibt. Durch die Revisoren Herrn Puttkammer-Hannover und ReimersHildesheim wird der Bericht geprüft, mit den Büchern und Belegen richtig befunden und dem Rechnungsführer darauf Decharge erteilt. Vom Vorsitzenden und Schriftführer wird berichtet über die Tätigkeit innerhalb der Vereinigung. Die Mitgliederzahl ist um 10 Kollegen vergrößert. Ein Mitglied ist wegen Geschäftsaufgabe ausgetreten. Der Antrag des Vorstandes, künftig der Verbandskasse 4 M. statt bisher 3 M. abzuführen, wird einstimmig angenommen. Der Antrag des Herrn Holstein -Osnabrück, künftig die Jahresversammlungen immer im Vorort Hannover abzuhalten, wird abgelehnt und das bisherige System „Wanderversammlungen“ beibehalten, da gerade hierdurch in Hildesheim Gelegenheit geboten wurde, die ansässigen Kollegen einander näher zu bringen. Die zur Aufnahme gemeldeten Herren A. Barde. wyk-Emden, F. Burgtorff-Einbeck, W. Bartels-Hildesheim, W. Eisengarten-Hildesheim, G. Kattentidt-Hildesheim, W. HulyHameln, C. Dunstheimer-Osnabrück, A. Hackfeld - Hildesheim werden einstimmig aufgenommen und vom Vorsitzenden in kollegialer Weise begrüßt. Die Vorstands- und Ausschußwahl ergibt einstimmige Wiederwahl der bisherigen Herren; an Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden Herrn E. Jhssen wird Herr Puttkammer gewählt, und an Stelle des ebenfalls ablehnenden Herrn Müller-Lüneburg tritt Herr Haegermann-Burgdorf. Der Vorstand setzt sich demnach wie folgt zusammen: 1. Vors. P. Betz-Hannover, 2. Vors. W. NagelHannover, 1. Schriftführer E. Sewig-Hannover, 2. Schriftf. A. Puttka m mer-Hannover, Rechnungsführer F. Böckeler-Hannover. Ausschuß: F. Knauer-Göttingen, H. v. Hinten - Alfeld, Fr. Hol

stein - Osnabrück, G. Reimers-Hildesheim, L. Knoth-Ülzen, A. G. Haegermann-Peine, A. Pohl-Celle, W. H. Schmidt-Hameln, G. Haegermann-Burgdorf. Für den Festort des nächsten Jahres wird Hameln bestimmt. Unter Verschiedenes wird eine ganze Reihe von sachlichen Angelegenheiten einer eingehenden Besprechung unterzogen u. a. Lieferung einer großen Silberwarenfabrik an ein Kaufhaus. Unlauterer Wettbewerb in Wort und Schrift. Lehrlingsprüfungs-Angelegenheiten und Meisterprüfungssachen. Über die Besteckkonvention wird ausführliche Debatte geführt, doch ist die Ansicht vorherrschend, daß eine Einigung sämtlicher Geschäfte in dieser Sache schwer zu erzielen ist. Nach Schluß der Sitzung vereinigte sich die Versammlung mit einer großen Zahl der erschienenen Damen zu gemeinsamer Mittagstafel, die in recht animierter Stimmung verlief. Hieran anschließend folgte die Besichtigung der so reichhaltig vertretenen Altertümer in Hildesheim, die das Kunsthandwerk früherer Jahrhunderte so recht vor Augen führte. Im Rathause wurden die Amtskette des Bürgermeisters und die schönen Pokale der Stadt Hildesheim in Augenschein genommen, und im altehrwürdigen Dome zeigte man den Goldschmieden die Kunstwerke der Kollegen aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert in reichhaltiger Kollektion. Natürlich wurde auch dem 1000jährigen Rosenstock die gebührende Bewunderung gezollt, sowie den reichhaltigen bildnerischen Kunstwerken, die der Hildesheimer Dom in so großer Anzahl besitzt. Ein gemeinsamer Spaziergang zu den Höhen des Galgenberges schloß sich an, und hier wurde den Festteilnehmern Gelegenheit geboten, die schöne Umgebung Hildesheims bei herrlichem Wetter kennen zu lernen. Abends noch ein gemütliches Zusammensein im „Kaiserhof“ beim Glase Bier, und dann führte die Eisenbahn alle Festbesucher wieder zurück in die Heimat.

E. S. Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Schleswig-Holstein. Programm der 2. Hauptversammlung in Kiel, Sonntag, den 10. Juli 1904. 11 Uhr: Empfang und Begrüßung der Herren Kollegen und ihrer Damen am Bahnhof. Nachdem Besichtigung des ThaulowMuseums. 12 Uhr: Sitzung in Holsts Hotel, Schloßgarten. 2 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen mit Damen in Holsts Hotel. Kuvert à 2.50 Mk. Anmeldungen vorher erbeten zu Händen unseres Kassieres, F. Rühr, Kiel, Dänischestraße 28. 4 Uhr: Dampferfahrt nach Hotel Bellevue“. Daselbst gemeinschaftliche Kaffeetafel sowie großes Militärkonzert. 7 Uhr: Spaziergang durch Düsternbrook nach der Kruppschen Seebadeanstalt. Zum Schluß gemütliches Zusammensein im Seegarten. Die Festkarte kostet pro Person 2.50 Mk. und berechtigt zum Festessen, Dampferfahrt nach Bellevue, Kaffeetafel und zum Konzert. Tagesordnung für die Versammlung: 1. Bericht des Vorstandes; 2. Kassenbericht; 3. Wahl von Revisoren; 4. Neuwahl des Vorstandes und Aufnahme neuer Mitglieder; 5. Wahl des nächstjährigen Versammlungsortes; 6. Bericht über den Verbandstag in Köln; 7. Bewilligung der Diäten und Reisegelder unserer Vorstandsmitglieder; 8. Verschiedenes. Zu unserer 2. Hauptversammlung laden wir unsere geehrten Mitglieder nebst deren Damen herzlich ein. Wir werden bemüht sein, allen, die uns mit ihrem Besuch beehren werden, einen angenehmen, frohen Tag zu bereiten, zumal es mit wenig Kosten verbunden ist, und unsere schöne Stadt Kiel ja schon selbst viele Sehenswürdigkeiten bietet. Darum sei für alle Kollegen, auch die unserem Verein noch fernstehenden, von Schleswig Holstein, unserem meerumschlungenen Vaterland die Parole: Auf nach Kiel zur 2. Hauptversammlung am 10. Juli.

Mit kollegialem Gruß
E. Hansohm, 1. Vorsitzender. W. Stein, 1. Schriftführer.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftseröffnungen. Argentinische Compagnie Berer & Co. in Hamburg, Jungfernstieg, Ecke Neuer Wall, eröffnet im Juni ebenda ein Juweliergeschäft.

fenster ausgelegten Ringe zu sehen, die K. ihm auch aus dem Schaufenster holte und zeigte. Die Ringe fanden jedoch nicht den Beifall des jungen Mannes; hierauf entfernte er sich. K. machte gleich darauf die Entdeckung, daß ihm 3–4 Uhren fehlten. Er machte sich sofort auf, den Fremden, der sich als ein Schuhmachergesell Hanke aus Thedinghausen ausgegeben hatte, zu suchen und fand ihn auch in der Bahnhofsrestauration gemütlich ein Glas Bier verzehrend. Den Bestohlenen sehen und Fersengeld geben, war das Werk eines Augenblicks, jedoch wurde der Dieb wieder eingeholt und festgenommen. Nachdem er 3 Uhren im Werte von 70 Mark wieder herausgegeben hatte und hoch und heilig versicherte, nicht mehr zu haben, wurde er von K. auf Bitten und Flehen freigelassen, ein Nachbar aber nahm den Kunden so lange fest, bis die Polizei erschien, die dann nach genauer Durchsuchung noch 3 goldene Ringe im Werte von 40 Mark fand, die auch noch Eigentum des K. waren. Der Dieb ist ein schon vorher bestrafter Schneidergeselle Helms aus Harburg (Elbe).

Eintragungen ins Handelsregister, Firma Jean Hanniwald, Ladenburg. Inhaber: Jean Hanniwald, Goldarbeiter, Ladenburg. Geschäftszweig: Gold-, Silberwaren und Uhren. -- Firma Friedrich Jan in Wertheim. Inhaber: Friedrich Jan, Wertheim, welcher ein Gold- und Silberwarengeschäft betreibt. – Firma J. Schmidt, Goldwarengeschäft in Reichenbach i. Schl. Eingetreten ist der persönlich haftende Gesellschafter Juwelier, Gold- und Silberarbeiter Artur Schmidt.

Geschäfts- und Firmenänderungen. Herr Oskar Barbagg, Juwelier, früher in Prag, hat seine Fabrikation feinster Brillantimitation und Bijouterie in echter Gold- und Silberfassung ab 15. Mai d. l. nach Wien, I. Wollzeile Nr. 11 verlegt. — Firma Otto Klasse, Goldwarengeschäft, Forst, Lausitz, ist auf den Kaufmann Paul Kranz in Forst übergegangen, welcher dieselbe unter unveränderter Firma fortführt.

- A. Rotter, Goldschmied zu Luzern, hat sein Geschäft nach der Weggisgasse 8 verlegt.

Prokura-Erteilungen. Firma Mudra & Stiller, Goldwarengeschäft, Berlin. Der Frau Anna Stiller in Berlin ist Prokura erteilt.

Prokura-Löschungen. Firma Moritz Elimeyer, Goldwarengeschäft in Dresden. Die an Julius Zutrauen erteilte Prokura ist erloschen. - Firma Wilh. Fühner, Bijouteriefabrik, Pforzheim. Die Firma wurde in Wilhelm Fühner geändert. Die Prokura des Erwin Fühner ist erloschen. Dem Kaufmann Richard Fühner ist Einzelprokura erteilt.

Jubiläen und Ehrungen. Am 18. Mai konnte die bekannte Juwelierfirma Siegmund Baack, Hamburg 11, auf ihr 75 jähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde vom Vater des jetzigen Inhabers mit bescheidenen Mitteln und in kleinsten Verhältnissen gegründet, und Herr Siegmand Baack hat durch eisernen Fleiß und rastlose Tätigkeit das Geschäft zu dem gemacht was es jetzt ist. - In den ersten Tagen vorigen Monats durfte die Juwelen-, Gold- und SilberwarenFirma J. G. Herrmann zu Breslau am Rathause 8, auf ein 100 jähriges Bestehen zurückblicken. Joh. Gottlob Herrmann, der Großvater des jetzigen Inhabers, gründete das Geschäft im Mai 1804, damals auf der Riemerzeile No. 2029, und bis auf den heutigen Tag im Besitz derselben Familie, in demselben Hause und in demselben Laden, erfreut sich die Firma in Stadt und Provinz wohlverdienten besten Rufes, wohlbegründeten vollsten Vertrauens und allseitigster Wertschätzung

Todesfälle. Herr Eduard Möhler, Teilhaber der Firma Gebrüder Kuttler in Schwäb. Gmünd, ist am 14. Mai seinem kurzen, aber äußerst schweren Leiden im 45. Lebensjahre erlegen. Der Verstorbene trat Anfangs der 80er Jahre als Buchhalter in das genannte Geschäft ein. Seine hervorragenden Fähigkeiten sowie sein unermüdlicher Fleiß veranlaßten seine Chefs ihm nach kurzer Zeit Prokura zu erteilen, und ihn später als Teilhaber in die Firma aufzunehmen. Herr Möhler hat es verstanden, sich die ungeteilte Achtung sowohl in Geschäftskreisen wie auch im bürgerlichem Leben zu erringen, und sein früher Hintritt hat allgemeine Trauer erweckt. Ehre seinem Andenken. – Herr August Fuchs in Fa. Fuchs & Heinze, Ringfabrik zu Pforzheim ist verschieden.

Diverses. Infolge Ablebens des Herrn Wilhelm Kucher, Inhabers der Firma W. Kucher & Cie., Schw. Gmünd, hat dessen Vater, Herr Wilhelm Kucher sr., welcher das Geschäft im Jahre 1856 gegründet hat, und bis vor 6 Jahren Teilhaber gewesen ist, dasselbe wieder übernommen. - Herr Heinrich Klein, Schw. Gmünd, welcher vor 35 Jahren die früher Beißwingertsche Ringfabrik übernommen und unter seinem Namen weitergeführt hat, zieht sich nunmehr ins Privatleben zurück, während sein langjähriger Mitarbeiter und Associé, Herr Ottomar Beißwingert, das Geschäft übernommen hat. Wir wünschen Herrn Klein, daß er nach seiner arbeitsreichen, geschäftlichen Tätigkeit die Ruhe ungetrübt genießen möge. — Friedr. Blasig zu Breslau hat das unter der Firma Blasig & Bischoff geführte Fabrikationsgeschäft an Herrn P. Stiebler verkauft. Die Firma heißt jetzt P. Stiebler, Blasig & Bischoffs Nachfolger. – Die in weitesten Kreisen bekannte Hofjuwelier-Firma Schürmann & Tübben hat in Wiesbaden, Wilhelmstr. 6, eine Filiale errichtet, wir bewundern die beiden außerordentlich aparten und schönen Erker, welche von Beschauern stets umlagert sind.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Dotallleure worden in Ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen: Frage 62. Wer liefert versilberte Metalletuis, innen vergoldet für Strohzigaretten? Die Etuis sind groß 6-7'/2 cm und sind mit einem Deckel versehen, der mit Scharnier geöffnet wird. Das Innere ist durch Scheidewand geteilt, und zwar ist der größere Teil für Tabak, während der kleinere Teil für das Stroh bestimmt ist.

C. B. in 0. Frage 69. Wer tauscht Nickelservice gegen alte Zinnsachen, Staniolpapier etc. ein, und wer liefert auch eventuell Briefbeschwerer mit Silberstaniolkugeln?

A. B. in E. Frage 72. Wer liefert Holz-Servierbretter etc. in verschiedenen Holzarten. Größen und Formen für Silberwaren?

D. S. Frage 76. Wie werden gelbvergoldete und polierte Gegenstände rötlich gelb gefärbt?

F. in S. Frage 77. Wie wird, wenn Silbersachen mit Stahl und Blutstein poliert sind, die Seife aus dem Gegenstande entfernt und dieser getrocknet, ohne daß der schwarze Glanz beeinträchtigt wird? B. & F.

Frage 79. Wer liefert sogenannte Haftenketten in Silber und macht bei regelmäßiger großer Abnahme und Kassa — Regulierung?

A. K. in P. Frage 80. Wer liefert feinen Similischmuck? H. S. in D.

Frage 81. Wer liefert automatische Maschinen zur Herstellung einfacher endloser Ketten in unecht mit kleinen, ovalen Osen ?

G. W. 0. Antworten: Zu Frage 63. Zur Lieferung von Putzpulver in ganz vorzüglicher Qualität empfiehlt sich F. W. Quist in Esslingen a. N. (Württbg.). Bei Abnahme größerer Quantitäten Ausnahmepreise.

Zu Frage 68. Biegsame Silberauflagen für die Lederindustrie fabrizieren Erste elektrochemische Kunstanstalten Store & Stein, Berlin S. 42, Alexandrinenhof. - Ferner werden derartige Beschläge fabriziert von Theodor Wankel, Pforzheim; – Karl Forster & Graf, Silberwarenfabrik zu Schw. Gmünd; - Chr. Weilinger, Hanau a. M.; - Charles Noakes, Hamburg 11, kl. Burstah 1; – Katz & Deyle, Pforzheim, Kienlestr. 8.

Zu Frage 70. Anhängebücher mit Notizblocks in Silber und unecht liefern: Adolf Köhler, Pforzheim; -- Stuttgarter Metallwarenfabrik Wilh. Meyer & Frz. Wilhelm zu Stuttgart; Charles Noakes, Hamburg 11, kl. Burstah 1.

Zu Frage 71. Unecht versilberte Zigarettenetuis und Zündholzdosen liefern die zu Frage 70 erwähnten Firmen.

Zu Frage 73. Knöpfe, Ketten usw. für Soldaten liefert die Stuttgarter Metallwarenfabrik Wilh. Meyer & Frz. Wilhelm zu Stuttgart

Zu Frage 74. Bronzewaren in Luxus- und Gebrauchsartikeln fabrizieren A. G. vorm. H. Gladenbeck & Sohn, Bildgießerei zu Berlin S., Ritterstr. 24 (Firma sendet auf Wunsch gern komplettes Musterbuch); - Fr. Curtze & Co. zu Stuttgart.

Zu Frage 75. Die genannten Artikel können von S. H. Schlossjun., Frankfurt a. M., Kronprinzenstr. 8, bezogen werden.

Zu Frage 78. Antiquitäten und Fremdenartikel geben in Kommission: Chr. Weilinger, Hanau a. M.: — W. Jandorf, Silberwaren zu Frankfurt a. M., Kaiserstr. 68; – C. Kurr-Schüttner, Hanau a. M.

Zu Frage 79. Haftenketten in unecht fabrizieren: William Prym, Stollberg b. Aachen, G. m. b. H.; - Poetz & Sand, Monheim b. Düsseldorf. In Silber dürften die Ketten von der Firma Karl Härdtner, Pforzheim, zu beziehen sein.

Diebstähle, Verbrechen etc.

Pasewalk. Ein Einbruchsdiebstahl, bei welchem den Dieben reiche Beute zufiel, ist im Geschäft des Goldarbeiters Demmler ausgeführt worden. Der Verlust beziffert sich auf mindestens 9000 Mark. Von den Dieben ist bisher nichts ermittelt worden. Die Diebe haben übrigens noch einen weiteren Einbruch vollführt.

Achim. Bei dem Golschmied Kuczinsky erschien ein junger Mann und wünschte eine goldene Damenuhr zu kaufen. Nachdem er eine der verschiedenen ihm vorgelegten Uhren gekauft hatte mit der Verabredung, die Uhr an einem späteren Tage gegen bare Zahlung in Empfang nehmen zu wollen, verlangte er einige der im Schau

Hierzu eine Beilage: Wöchentlicher Arbeitsnachweis No. 23.

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