Page images
PDF
EPUB

--

Zu den Spezialberichten aus Kairo und Smyrna

im „Journal der Goldschmiedekunst“.

Zu Anfang Januar und in der Nummer vom 27. Februar d. Js. veröffentlichte das, Journal der Goldschmiedekunst“ sog. Reisebriefe, betitelt „Der Juwelier in Ägypten“ und „Zum Geschäftsverkehr mit Smyrna". Der Inhalt beider Artikel hat in Pforzheim und wahrscheinlich auch in anderen Bijouteriezentren vielfach Kopfschütteln erregt. Manche Geschäftsinhaber, Exporteure usw., die schon jahrzehntelang mit dem Orient arbeiten, haben gelächelt. Einstimmig war man aber der Überzeugung, daß es kein Fachmann gewesen sei, der fragliche Artikel verfaßt habe. Schaute man sich nach dem Verfasser um, so erblickte man die Buchstaben „A. D.“, hinter denen sich, meinen Mutmaßungen nach, die Firma „AsiatischOrientalische Industrie-Korrespondenz“, Inhaberin Frau Adelt-Duc in Kairo mit Filialen in Damaskus, Smyrna, Alexandrien, Kairo, Bombay, Kalkutta, Birmingham und London verbirgt, und die laut Programm Berichte über Neuheiten aller Branchen, über Rohmaterialien, Export- und Importgeschäfte, Krisen und Ernten, Börsennachrichten, persönliche Besuche aller Ausstellungen liefern will. Das ist viel Sach auf einmal, und man möge mir mein Mißtrauen, das ich gleich von Anfang an hatte, nicht übel nehmen, denn ich bin immer der Überzeugung, daß derartige Geschäfte wohl stets für ihre Auftraggeber, pardon, ich wollte sagen für ihre Heimat, wenig aber für die Industrien unseres Vaterlandes arbeiten. Dem Artikel über Kairo sowohl wie demjenigen über Smyrna zufolge sollte man glauben, daß man beiden Ländern bisher Unrecht getan und schleunigst die Koffer packen müsse, um Geschäfte daselbst anzuknüpfen.

Ich habe mir nun seiner Zeit erlaubt, um jüngere Bijouteriegeschäfte (die alten kennen zur Genüge die Absatzgebiete) vor Unkosten und Schaden zu bewahren, in der hiesigen Tagespresse aufklärend eine Notiz zu bringen. Diese Notiz hat nun Frau AdeltDuc wieder zu einer Entgegnung im „Journal der Goldschmiedekunst“ veranlaßt, die mich aber keineswegs eines Besseren belehrt. Sie nennt meine „Ausfälle" vollständig unrichtig und teilweise lächerlich. Ich habe meine Entgegnung nochmals durchgelesen, aber durchaus nichts Lächerliches darin gefunden. Wenn ich, der jahrzehntelang in der Bijouteriebranche tätig, im Interesse unserer Edelmetallindustrie einige aufklärende Notizen zum Nutzen und Frommen unserer Fabrikanten bringe, so ist das doch nicht lächerlich!

Lächerlich finde ich es, wenn bei meiner Frage nach dem Absatz zur Ausrede geantwortet wird, der Ägypter gebe für europäische Dämchen Unsummen in Schmuck aus. „Wer glaubt, wird selig“, heißt ein bekanntes Wort!

Ich habe in meiner Notiz auch eine Firma erwähnt, die ein Filialgeschäft in Kairo unterhielt, aber schlechte Geschäfte erzielte. Nun sagt Frau A., man müsse die Naivetät der Deutschen sehen, mit der sie sich in Kairo niederlassen; sie kämen lediglich mit ihrem Deutsch, das keine Weltsprache sei. Nein, meine verehrte Frau A., der Vertreter sprach mehrere Sprachen, und dennoch wurde das Geschäft kein gewinnbringendes, so daß man die Filiale eingehen ließ. Hätte der Vertreter auch noch die arabische Sprache beherrscht, ich glaube kaum, daß dann das Geschäft ein besseres geworden wäre.

Bezüglich des Kreditwesens, so halte ich meine Behauptungen aufrecht, daß, wer nicht ein bis zwei Jahre Kredit einräumen kann, kein beträchtliches Geschäft erzielt.· Von der langsamen schleppenden Zahlungsweise hat man bei einigen Insolvenzen in den letzten Jahren zur Genüge Erfahrung gemacht.

Ich halte es durchaus nicht für verwerflich, Geschäftsleute auf Gefahren aufmerksam zu machen und werde dies auch fernerhin tun, wie ich auch ein treuer Mitarbeiter bin an der Erschließung neuer Absatzgebiete aber stets mit dem Sprichwort: „Vorsicht ist die Mutter der Weisheit!“. Frau A. schreibt, daß ein tüchtiger Geschäftsmann überall Mittel und Wege finde, um sich vor Reinfall zu sichern, vergißt aber einige solche Mittel, die sich in Kairo und Smyrna mit Erfolg anwenden lassen, aufzugeben.

Der Artikel über Smyrna, der nach meiner Notiz kam, steht dem über Kairo nicht nach. Auch dort ist ein großes Absatzgebiet für deutsche Bijouterie, und nicht mehr wundern darf es uns, wenn demnächst im Journal auch die Türkei, Palästina, China etc. als ebenfalls gute Absatzgebiete bezeichnet werden. Da gehen wir ja einer glänzenden Zukunft entgegen, und die deutschen Bijouteriefabriken bekommen Arbeit in Hülle und Fülle, nur müssen die Chefs bzw. Reisenden der arabischen, türkischen Sprache usw. mächtig sein! Also nur nicht verzweifelt, Ihr Herren Fabrikanten, Frau A. hilft! Pforzheim.

Sch.

Für die Werkstatt. Handkloben mit beweglichen, schräg oder parallel zueinander verstellbaren und auswechselbaren Backen. Schon eine Reihe von Werkzeugen zum Halten und Fassen von Ringen gibt es und sind in unsern verschiedensten Katalogen abgebildet. In beistehender Abbildung ist nun ein neuer Ringkloben gegeben, der namentlich zur Ringreparatur mit Vorteil zu verwenden sein dürfte. Der Handkloben besteht

D. R. G. M. 218 465 aus zwei metallenen Bügeln, welche unten zu einem Gelenk vereinigt, oben mit je einer einen Haken bildenden des metallenen Bügels hineinpaßt. In den Backen ist ein Stift Ausfräsung versehen sind. Zwischen diesen Bügeln sind zwei eingeschlagen, der in den Haken des Bügels eingehängt wird. halbrunde, bauchige Holzstücke, die eigentlichen Handhalter, fest Durch eine lose Einhängung sind dieselben beweglich, sie können eingeschraubt. Durch dieselben geht eine größere Schraube, welche sich um den Drehpunkt des Stiftes nach unten wie nach oben zum Öffnen oder Schließen dient. Über dieser befindet sich eine öffnen und die zwischen denselben geklemmten Gegenstände von Spiralfeder, durch welche die Handhalter auseinandergedrückt verjüngter oder gleichmäßiger Dicke festhalten. Der Vorzug gegenwerden. Die eigentlichen Backen des Klobens können aus Holz über den gewöhnlichen Handkloben ist also der, daß die einoder Metall hergestellt werden. An der äußeren Seite sind die gespannten Gegenstände nicht nur an einer Stelle festgehalten selben mit einer Ausfräsung versehen, in welche der obere Teil werden sondern auf der ganzen Fläche. Die Backen öffnen sich

[graphic]

entsprechend der Form des dazwischen festzuhaltenden Gegenstandes: parallel, schräg nach unten, schräg nach oben oder ein Backen parallel, der andere schräg, überhaupt wie es erforderlich ist. Es liegt auf der Hand, daß hierdurch die Sachen besser fest

gehalten werden können und Beschädigungen wenig ausgesetzt sind. Dieses Werkzeug ist der Firma Koch & Co., Elberfeld, durch Gebrauchsmuster geschützt und für Grossisten nur durch diese zu beziehen.

50 jähriges Geschäftsjubiläum.

sind angeschafft worden, so daß jeder Teilnehmer an der Feier einen

besonderen Kelch erhält. Jeder Kelch dient bei der AbendmahlsDie außerordentliche Entwicklung der Fachpresse, auf die auch der

reichung nur einmal. Es wird besonders hervorgehoben, daß die Goldschmied in den letzten Jahren zurückblicken kann, hat wesentlich

Neuerung in keiner Weise als störend oder unwürdig empfunden dazu beigetragen, das Gemeinsamkeitsgefühl zu stärken und zu er

wurde. höhen. Die gegenseitige Anteilnahme ist eine größere geworden, und die Zeichen des kollegialen Zusammenlebens mehren sich zu unserer Ueber die Behandlung des Kelches bei der Feier des Freude von Tag zu Tag. Dazu gehört auch die Anteilnahme an den

heiligen Abendmahls ereignisreichen Tagen des Einzelnen. Wir haben heute wiederum über

erläßt das Konsistorium der Provinz Ostpreußen folgende Verordnung: ein Jubiläum zu berichten, das uns 50 Jahre reicher und erfolgreicher Tätigkeit vor Augen führt. Herr Juwelier Hermann Gruner hat am

„Die Annahme, daß durch den gemeinsamen Kelch bei der Feier 1. Mai 1854 in Reichenbach im Vogtlande sein Geschäft begründet und es

des heiligen Abendmahls ansteckende Krankheiten übertragen werden

können, hat neuerdings in manchen Kreisen das lebhafte Bestreben durch strenge Reellität zu einem der ersten und angesehensten unseres

hervorgerufen, den Gebrauch von Einzelkelchen einzuführen. Die Faches im gesamten Vogtlande gebracht. Der Gründer hat die Führung seinem Sohne Max Hermann Gruner übergeben, der es

bezeichnete Gefahr aber, wenn sie überhaupt vorhanden ist, wird

nach dem Urteile auch von besonders sachkundigen Männern, u. a. aber unter gleichen Prinzipien auf der Höhe der Zeit seither fortführt.

des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes, vermieden, wenn der Herr Gruner sen. befindet sich zwar in vorgeschrittenem Alter, erfreut sich aber der besten Gesundheit und kann mit Stolz und Freude

Kelch bei der jedesmaligen Darreichung etwas gedreht wird, so daß

jeder Empfangende mit dem Munde eine andere, noch reine Stelle auf die hinter ihm liegenden 50 Jahre zurückblicken. Wir wünschen beiden, Vater und Sohn, noch ein ferneres Blühen und Wachsen

des Gefäßrandes berührt, und wenn er nach jedesmaliger Austeilung des Geschäftes.

an eine Gruppe der Abendmahlsgäste von dem Geistlichen durch Tücher, welche auf dem Altar in hinreichender Zahl bereit liegen,

gereinigt wird. Es ist uns bekannt, daß viele der Herren Geistlichen Ausstellung der Kunstgewerbeschule zu Pforzheim.

dieses Verfahren schon aus Rücksicht auf Sauberkeit und SchicklichDie Kunstgewerbeschule veranstaltet bekanntlich in der Regel keit stets beobachtet haben, und ordnen wir nunmehr an, daß alle nur alle zwei Jahre eine Schülerarbeitenausstellung. Zwischen der

Herren Geistlichen unseres Aufsichtskreises die angegebenen Maßletzten und der diesjährigen Ausstellung liegt aber ein längerer Zeit

regeln bei dem Gebrauch des Kelchs in Anwendung bringen, damit raum, so daß die meisten Abteilungen in ihren Ausstellungsgegen hierdurch der gegen den gemeinsamen Kelch gerichteten Bewegung ständen bis zum Schuljahr 1901 02 zurückgehen. Um so reichhaltiger

die Berechtigung entzogen wird. Auch empfehlen wir in denjenigen ist sie diesmal. Sie bietet in einzelnen Klassen Hervorragendes. Kirchen, welche in dem Besitze von mehreren Abendmahlskelchen Wer in gewohnter Weise seine Schritte zuerst nach dem gewöhnlichen sind, bei jeder Gruppe von Genießenden einen anderen zu geAusstellungssaal lenkt, findet hier gleich in den Zeichnungen nach brauchen.“ lebenden und Gipsmodellen, in den kunstgewerblichen Entwürfen von

50 000 Mark für einen Silberpokal. Geräten, Beschlägen und Glasfenstern, welche unter Prof. J. Müllers Lebhaftes Interesse erregte bei Christie, London, der Verkauf des Leitung angefertigt wurden, gar manches, was ihn festhält. Hoch

Tafelgeschirrs aus dem Nachlaß der Familie Townshend, unter dem

Tafelgeschirrs aus dem Nachlar der interessant sind auch die Stilisierübungen und ornamentalen Entwürfe

sich mehrere Stücke von hohem historischen Wert befanden. Im aus der Klasse des Herrn Prof. G. Kleemann. Auch der Unterricht

ganzen wurde die Summe von 86000 Mark erzielt. Davon wurden im Gravieren und Ziselieren, den Herr Prof. A. Schmidt erteilt,

50000 Mark für den berühmten ,,Bakon-Pokal“ gegeben, ein schönes weist nach den ausgestellten Arbeiten einen nicht unwesentlichen Exemplar von vergoldetem Silber aus der Zeit Elisabeths. Pokal Fortschritt auf. Ebenso darf man mit dem Emailmalen, dem Herr

und Deckel sind zusammen 11', Zoll hoch und tragen den Londoner Lehrer F. Hardt vorsteht, und mit den Leistungen der Montierschule

Goldschmiedestempel von 1574. Das Bieten, das mit 10000 Mark unter der Leitung des Herrn O. Zahn trotz ihres erst kurzen Be

begann, war sehr lebhaft. Zwei andere Silberpokale mit Deckel stehens wohl zufrieden sein. Wie Herr Prof. Kleemann lehrt auch

wurden für 7580 Mark und 6680 Mark verkauft. 20 000 Mark war Herr Lehrer R. Rücklin das Stilisieren, während letzterer und Herr

der Preis für eine Wasserkanne mit Deckel aus der Zeit Elisabeths Prof. G. Riester im Entwerfen von Bijouterie und Kleingeräten seit

in vergoldetem Silber- und Bergkristall; der Hauptteil der Kanne ist Jahren mit anerkanntem Erfolg unterrichten, wofür auch die jetzt aus Bergkristall und vermutlich chinesischen Ursprungs. Die Kanne ausgestellten Schülerarbeiten wieder den Beweis liefern. In die Leitung ist von der Königin Elisabeth lohn Lord Erskine geschenkt worden des hochwichtigen Modellierunterrichts teilten sich die Herren Prof.

und war seit 1567 im Besitz der Familie. F. Wolber und Lehrer A. Sauther bzw. seit dessen Beurlaubung sein Stellvertreter Herr Karcher. Von dem Fleiß und den Fort

Perlenfischerei. schritten, welche im Modellieren aufgewendet wurden, legen die zahl Nach Perlen ist zurzeit die Nachfrage wieder sehr groß, namentlich reichen, mitunter bewundernswert fein ausgeführten Arbeiten rühm. in London und Paris. Außer im Persischen Golf an der Küste von liches Zeugnis ab. Nicht minder verdienen die Ergebnisse des Cevlon. in westaustralischen Gewässern. im Golf von Mexiko, im Unterrichts im Freihandzeichnen, den Herr Lehrer A. Hildenbrand Roten Meer, finden sich Perlenmuscheln auch im Golf von Kalifornien gibt, anerkennende Erwähnung. Wenn man bedenkt, wie überfüllt

in großen Mengen vor. Die Perlenfischerei bildet sogar den Hauptmanche Klassen sind, die man in engen Räumen notdürftig unter

erwerbszweig der Bevölkerung von La Paz in Süd-Kalifornien. Mit bringen mußte, kann man die erzielten Resultate nur mit großer Be

der Nachfrage ist auch das Angebot gestiegen. Der Wert der in friedigung betrachten.

Kalifornien jährlich gewonnenen Perlen beziffert sich auf 1 400 000 Silber

Piaster (= 4,275 Millionen Mark), die Jahresausfuhr an perlmutterDie wertvolle Bernsteinsammlung

haltigen Muscheln stieg auf 5000 t, die einen Wert von 2 100 000 Silberdes Herrn Dr. Franz Sommerfeld Königsberg. ist durch Herrn Piastern (= 6,375 Millionen Mark) darstellen. Die PerlenmuschelProfessor Dr. Walter Simon für die Wissenschaft gesichert worden.

ernten sind im Golf von Kalifornien infolge der Fortschritte der NeuDie große Sommerfeldsche Sammlung ist weiteren Kreisen dadurch zeit sehr gestiegen. Früher konnten Taucher nur 35 Fuß unter die bekannt geworden, daß ein Teil seinerzeit hier in Königsberg auf

Oberfläche gehen, während es heutzutage dank den modernen Tauchder Nordostdeutschen Gewerbeausstellung und auch in Berlin aus

apparaten den Fischern möglich ist, eine Tiefe von mehr als 100 Fuß gestellt war; sie enthält über 7000 tierische und pflanzliche Einschlüsse zu erreichen und dort zwei Stunden lang zu arbeiten, während dies und 24 Schubkästen mit Stücken, welche die verschiedene Ausbildung

schiedene Ausbildung früher höchstens zwei Minuten lang möglich war. des Bernsteins erkennen lassen. Herr Professor Simon hat die

Kostbare Edelsteine. Sammlung erworben, um aus ihr mehreren Hochschulen ein bedeutungsvolles Lehrmaterial zu schaffen. Alle als „Unica“ zu betrachtenden

Vor kurzem wurde aus dem Hope Valley in der Oranjefluß-Kolonie Stücke sollen unserer Königsberger Universitätsbernsteinsammlung

gemeldet, daß man dort Edelsteine - Diamanten, Rubinen, Amethysten zufallen.

und Topase -- in fabelhafter Quantität gefunden habe. Es bildete Neue Abendmahlsordnung.

sich sofort eine Gesellschaft zur Ausbeutung dieser neuen Edelstein

quelle, und die Aktien standen auf 65 Pfd. St., trotzdem erfahrene Seit Ostern gelangt in der reformierten Kirche in Hamburg bei Mineralogen die Möglichkeit einer solchen Kombination von Edelder Abendmahlsfeier der Einzelkelch zur Anwendung. Ueber 300 Kelche steinen in Südafrika anzweifelten. In Johannesburg traf nun am

= --= -=-= = = -= 12. April ein Kaptain Tonkin ein, der ein Paket solcher Steine, die einen großen Teil ihrer Juwelen dem gleichen Zwecke opferte. Jetzt er in dem Hope Valley fand, mitbrachte. Eine Untersuchung durch hat sich nun herausgestellt, daß dieses patriotische Opfer der Kaiserin einen Sachverständigen ergab, daß der Fund aus gefärbtem Glase nicht jene finanziellen Resultate ergeben wird, die man davon erbestand. Wie dieses Glas dorthin kam, bedarf der Aufklärung. warten durfte. Statt der Millionen, auf welche man rechnete, wird

die Auktion der Diamanten der Kaiserin kaum einige hunderttausend Die Aussperrung in der niederländischen Diamant Franks erzielen. Und der Grund ist folgender: Die Sachverständigen, industrie

denen die Juwelen vorgelegt wurden, haben zu ihrer größten Ver

blüffung festgestellt, daß die Diamanten einer prächtigen Rivière und dauert noch immer fort, nachdem die Arbeiter einen Vergleichs die meisten Diamanten in der Krone der Kaiserin ganz einfach vorschlag der Arbeitgeber abgelehnt haben. Danach sollte vom französische Imitationen sind. Wenig gewissenhafte Mittelspersonen. 1. Oktober 1905 der Arbeitstag auf 91/, Stunden, vom selben Datum die, mit dem Einkauf der Steine beauftragt, vor Jahren nach Paris 1906 auf 9 Stunden herabgesetzt werden. Außerdem sollten sogleich

gekommen waren, haben eine Kollektion mitgebracht, die sie dem 300 Lehrlinge zugelassen werden. Die Bedingungen sollten jedoch Mikado als die schönsten Stücke präsentierten, die in Europa zu nur dann eingeführt werden, wenn sie auch in Amsterdam Annahme

haben gewesen wären.“ fänden. In einer geheimen Abstimmung wurden diese Vorschläge Das Pariser Blatt schließt seine Mitteilungen, wie folgt: „Daß von den Arbeitern mit großer Mehrheit abgelehnt. Nach einem sich der Mikado hat täuschen lassen, erscheint begreiflich. Was Spezialbericht der „Petite République“ aus Brüssel ist die Lage für aber die Vortrefflichkeit der Imitation beweist, ist die Tatsache, daß die Arbeitgeber eine kritische. Vertragsgemäß sind diese verpflichtet, die Hofjuweliere sie gleichfalls einstimmig herrlich gefundeu haben“. wöchentlich eine bestimmte Anzahl Diamanten von dem Londoner Rohdiamantensyndikat zu übernehmen, Antwerpen allein für 2 Millionen.

Neue Goldfunde. Da eine Verarbeitung des Materials nicht stattfindet, so häuft sich dieses an, die Arbeitgeber aber haben große Verluste. Versuche

Goldhaltiger Sand ist dieser Tage in den Kiesgruben bei Unterdas Londoner Syndikat zum Verzicht auf die Erfüllung der Klausel

berg aufgefunden worden. Daß der Unterberger Kies große Funde während der Zeit des Ausstandes zu bewegen, sind vergeblich ge

vorweltlicher Tiere wie Mammuth etc. birgt, daß in den tieferen wesen. Um ähnlichen Störungen im Absatz vorzubeugen und sich

Schichten sogar einzelne Spuren von den in der Jurazeit lebenden von der niederländischen Diamantindustrie unabhängig zu machen,

Plesiosauriern und Dinosauriern nachweisbar sind, ist bekannt, und wollen die Diamantverkäufer eine Schule für Diamantarbeiter an der Sorgfalt des großen Unterberger Kiesgrubenbesitzers F. K. verlegen und die Diamantindustrie allmählich vom Kontinent nach London

dankt das Kaiser Friedrich-Museum zu Posen einen großen Teil dieser zu verlegen suchen. Die Arbeiter sind entschlossen, den Streik.

kostbaren Schätze. Daß aber derselbe Unterberger Sand in seinen weiterzuführen. Da in Antwerpen etwa 1400 noch beschäftigt sind tieferen Lagern goldhaltig zu sein scheint, ist sowohl dem paläontologisch und diese 30% ihres Lohnes an die Streikkasse abliefern, da außer geschulten Besitzer wie seinen fachmännischen Beamten vollständig dem von den übrigen Arbeiterorganisationen reichlich Mittel ein entgangen. Die merkwürdige Entdeckung ist eigentlich – fast hört gehen, so ist die Streikunterstützung vorläufig noch gesichert. Bisher sich's wie ein Aprilscherz an – den Hühnern des Herrn K. zu danken. hat der Streik etwa 116000 frs. gekostet. (Soziale Praxis, Berlin). Dieser hatte einige Posener Freunde und Unterberger Honoratioren

zu einem Abendessen eingeladen, um das Fest des aufgefundenen Der Krieg und der sibirische Goldbergbau. hundertsten Mammuthschenkels zu feiern. Dazu mußten natürlich Der Krieg macht sich auf allen Gebieten der sibirischen Bergwerks

einige Hühner aus seiner großen Federviehzucht ihr Leben lassen. industrie, besonders aber auf dem des Goldbergbaues in unangenehmer

Die Köchin Emilie Müller fand nun bei Ausnehmen der Tiere in deren Weise fühlbar. Bei allen Goldbergwerken Sibiriens ist es üblich,

Kröpfen u. a. vier glänzende Körner, so groß wie Stecknadelköpfe, für die ganze Zeit der Sommerkampagne sich mit den nötigen Uten

die ihre Aufmerksamkeit erregten. Die Gattin des Herrn K., auf diese silien und mit gewissen unverderblichen Lebensmitteln schon während

Merkwürdigkeit hingewiesen, rief ihren Mann herbei. Dieser ordnete

sofort eine Scheidewasserprobe des Fundes an, welche die hohe des Winters zu versorgen, wo die Zufuhr infolge der zugefrorenen Flüsse und Wege mittels Schlitten sich ziemlich leicht gestaltet.

chemische Reinheit desselben ergab. Natürlich soll nunmehr erforscht Auch in diesem Jahre wurde die Methode eingehalten, aber nicht

werden, ob es sich nur um einen Zufallsfund handelt, oder ob der gänzlich durchgeführt. Die Kriegsoperationen und der damit in Ver

Kies tatsächlich goldhaltig ist. Man darf es der in ewiger Geldnot

schwebenden Unterberger Gemeinde wünschen, daß sie durch diese bindung stehende allseitige Aufkauf haltbarer Lebensmittel, in erster

Entdeckung in die Lage kommt, finanziell unabhängig zu werden, so Linie die Verringerung des Privattransportes auf der sibirischen Eisenbahn haben den einzelnen Bergbauunternehmungen bedeutenden

daß sie wegen der Verteilung der Schullasten nicht mehr dem Posener

Magistrat auf dem Halse zu liegen braucht. Der Fund sollte mittags Schaden zugefügt. Am härtesten betroffen erscheint der Goldbergbau aber dadurch, daß aus den Reihen der praktisch bestinformierten

nach der Aichanstalt gebracht werden, wo er von dem Bürgermeister Arbeiterschaft die größere Zahl zur aktiven Dienstleistung im Heere

und einer Kommission der Posener Stadtverordneten besichtigt einberufen worden ist. . Das ist für den Goldbergbau der schwerste

werden sollte. Die Regierung dürfte dazu einen Vertreter entsenden,

denn es gilt nicht für ausgeschlossen, daß sie eventl. Rechte geltend Schlag, denn ohne fachmäßig ausgebildete Arbeiter läßt sich in den sibirischen Goldwerken absolut nichts unternehmen. Im Goldbau

machen wird, falls sich die Schürfung nach Gold verlohnt. bezirk Lenskoi, Gouvernement Irkutsk, in dem Kreise Borguzin des Transbaikalgebietes, ebenso in einigen Bezirken des Amurgebietes

Für die Gratisabgabe des offiziellen Leipziger sind fast sämtliche Arbeiter zu -den Fahnen eingerückt. Um nun

Meß-Adreßbuchs diese Industrie nicht ganz brach liegen zu lassen, haben, wie die „Now. Wremja“ meldet, die Goldbergwerke Sibiriens eine Abordnung

(Verkäufer-Verzeichnisses) zu den nächsten beiden Messen verzu den Ministern des Ackerbaues, der Domänen und der Finanzen

sendet der Meß-Ausschuß der Handelskammer Leipzig dieser Tage mit der Bitte entsendet, beim Kriegsministerium dahin zu wirken, daß

an alle ihm bekannten Meßeinkäufer einen Fragebogen, der zudie im Goldbergbau bewanderten Unteroffiziere des Reservestandes

gleich auch der Neubearbeitung des Meßeinkäufer - Verzeichnisses

dient. Da sich die Auflage des Meß-Adreßbuchs jedesmal nach vom aktiven Dienste befreit und zur Arbeit in die Goldbergwerke kommandiert werden, da sonst in ganz Sibirien der Betrieb der

der Zahl der ordnungsmäßig beantragten Vormerkungen richtet und Werke bis lange nach Beendigung des Krieges eingestellt werden

Firmen, die nicht antworten, bei der Verbreitung des Buchs später müßte, wodurch der Staat und die Unternehmungen unabsehbaren

nicht berücksichtigt werden können, empfehlen wir den Empfängern Schaden zu erleiden hätten. Die betreffenden Ministerien sagten der

des Fragebogens dessen pünktliche Rücksendung, und eventuell Deputation zu, die Sache bei der Kriegsverwaltung in Anregung

noch nicht befragten Kollegen, die regelmäßig die Messe besuchen

oder in Zukunft zu besuchen gedenken, sich beim Meß-Ausschuß bringen zu wollen.

der Handelskammer Leipzig baldigst zu melden. Bekämpfung der schwindelhaften Ausstellungen. Die Minister für Eisenbahn, Handel, Kultus, Finanzen und Land

Für die Sommerfrische wirtschaft fordern in einem gemeinsamen Erlaß an die Oberpräsi

wird das Pensionshaus „Haus Irmgard“ in Braunlage im Oberdenten zur Bekämpfung der schwindelhaften Ausstellungen im Ver- harz empfohlen. Dasselbe ist 620 m über dem Meeresspiegel gewaltungswege auf. Es sollen keine Lotterien genehmigt, keine Staats legen, villenartig gebaut und hygienisch der Neuzeit entsprechend medaillen bewilligt, kein Frachtnachlaß für Ausstellungsgut gewährt eingerichtet. Der Preis beträgt je nach Zimmer und Jahreszeit werden, keine Beamten den Komitee beitreten.

wöchentlich pro Person 32-45 Mark. Interessenten erhalten auf

Wunsch Prospekte und Situationsplan von der Besitzerin Frau Ida Eine seltsame Entdeckung am Japanischen Hofe.

verw. Scheurich. Der „Figaro“ berichtet: „Man weiß, daß sich der japanische Adel, der den Krieg gegen Rußland als eine Art heiligen Krieges

Für 3000 Mark Ehrenpreise. betrachtet, sich an dem Kampfe beteiligen wollte, indem er die Hilfs Aus Frankfurt a. 0. hören wir, daß zu Ehrenpreisen für das mittel der Kriegskasse vermehrte. Der Adel hat diesem Zwecke anfangs Juni d. J. dort stattfindende 16. Brandenburgische ProvinzialGeld, Silbergeschirr, Juwelen usw. dargebracht. Es ist auch bekannt, Bundesschießen die Stadt 3000 Mk. bewilligt hat. Die Ehrenpreise daß die Kaiserin von Japan selbst ein Beispiel ausübte, indem sie werden durch dortige Juweliere beschafft.

Sämtliche Beschlüsse, die zum Teil sehr wichtiger Natur waren. wurden mit Einstimmigkeit gefasst und fand auch die Vereinstätigkeit im abgelaufenen Jahre allgemeine Anerkennung. Nach vierstündiger Beratung vereinigten sich die Kollegen zu einem gemeinschaftlichen Essen, dem ein Spaziergang in den prächtigen Stadtgarten folgte.

Gebote für den Goldschmied.

Verband jetziger und ehemaliger Studierender

an Deutschen Kunstgewerbe-Schulen.

Die Brillantwage mit Karat-Gewichten ist kein gesetzliches Maß. Aus diesem Grunde darf mit Steinen auf Grund des Wiegens mit Karat-Gewichten nicht gehandelt werden; vielmehr ist nur das gesetzliche Gewichts - System gestattet. Da der Goldschmied aber ohne das Karat-Gewicht nicht auskommen kann, so achte man darauf, um mit dem Gesetz nicht in Konflikt zu kommen, die Karatwage nur im Nebenraum unterzubringen, und das Wiegen mit KaratGewichten lediglich zur Orientierung vorzunehmen.

Liebwerte Bundesbrüder! Hierdurch berufen wir den X. Verbandstag auf den 21., 22., 23. und 24. Mai ds. Js. nach Hanau a. M. Genaue Zeiten der Eröffnung und Tagung teilt der festgebende Verein A. V. „CELLINI“, Hanau, in seinem Festprogramm mit. Die Tagesordnung bringen wir nachstehend zur Kenntnis.

Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Kassenprüfer; Entlastung. 4. Wahl eines Festortes für 1905. 5. Neudruck der Verbandssatzungen. 7. Besprechung: a) Verbandsausstellung; b) Verbandskonkurrenz; c) Illustr. Verbandsbericht. 7. Anträge der Verbandsvereine. 8. Verschiedenes und Mitteilungen. : Frankfurt a. M., den 21. April 1904.

Mit Gruß und Handschlag
Die Verbands-Vorstandschaft.
Th. Walter, Vorsitzender, Gr. Seestr. 39.

Rechtsrat, Rechtsschutz f. den Goldschmied.

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. Musterschutz-Prozeß. Die Strafkammer in Hagen hatte sich am 16. April mit einem Musterschutz-Prozeß zu befassen. Der Fabrikant Höllermann aus Lüdenscheid war angeklagt, silberne Damenschirm-Griffe, die einer Firma in Gmünd gesetzlich geschützt waren, nachgeahmt zu haben. H. führte an, daß er das Musterschutzzeichen nicht gesehen und daß außerdem sein früherer Teilhaber gegen seinen Willen die Fabrikation angeordnet habe. Der Staatsanwalt beantragte Verurteilung wegen Fahrlässigkeit, das Gericht nahm aber Vorsätzlichkeit an und erkannte auf 200 Mark Geldstrafe.

Versicherung gegen Haftpflicht. Das Oberlandesgericht zu Köln hat kürzlich in einem Haftpflichtprozeß den Klageanspruch eines ungelernten Arbeiters als gerechtfertigt anerkannt, weil der Beklagte den Kläger zu einer Dienstverrichtung befohlen hatte, die nicht zu seinen gewöhnlichen Arbeiten gehörte, sondern die ein besonderes Geschick voraussetzen und deshalb nur von gelernten Angestellten verrichtet werden dürfe. Der Arbeiter war dauernd erwerbsunfähig geworden und beanspruchte von seinem Arbeitgeber Ersatz der Kur- und Pflegekosten, sowie eine lebenslängliche Rente von 45 Mark monatlich. Solche Erkenntnisse legen den Arbeitgebern immer wieder die Versicherung gegen Haftpflicht nahe.

Berichte aus Innungen und Vereinen.

Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren - Gewerbes zu Berlin. Die Generalversammlung dieser Ortsgruppe des Verbandes fand am 25. April statt. Es wurde zunächst, wie üblich, das Protokoll der letzten Sitzung verlesen und erfolgte darauf die Aufnahme zweier neuer Mitglieder. Daran schloß sich der Jahresbericht des Vorsitzenden oder vielmehr des zweiten Vorsitzenden, da der bisherige erste Vorsitzende, Herr O. M. Werner, sein Amt inzwischen niedergelegt hatte. Der zweite Vorsitzende, Herr Oskar Müller, gedachte dieser Amtsniederlegung mit ehrenden Worten des Gedenkens an die Tätigkeit des Geschiedenen für die Fr. Ver. und begrüßte im Namen der letzteren den anwesenden Ehren-Vorsitzenden Herrn Hugo Schaper. Er erwähnte dann, daß die Geschäfte der Fr. Ver. in Ğ Vorstands- und 4 Quartalsversammlungen erledigt worden sind. Die Besteckkonvention, für deren Zustandekommen die Fr. Ver. als Ortsgruppe des Verbandes eine lebhafte Agitation entfaltet hatte, ist leider nicht zu stande gekommen, dagegen hat die vom Verbande geplante Feuerschutzkasse nunmehr Aussicht auf Verwirklichung. Ersprießlich gewirkt hat ferner der Schutzverband der Fr. Ver. zur Warnung der Ladengeschäfte vor faulen Zahlern, aus welchem den angeschlossenen Geschäften in zwei Jahren nur M. 82.50 Kosten erwachsen sind, ihnen aber dafür eine Reihe schwerer Verluste erspart blieben. Die Fr. Ver. hat sich im abgelaufenen Jahre noch der Berliner Wach- und Schließgesellschaft angeschlossen und auf ihre Kosten eine Anzahl Schüler aus Berliner Werkstätten in die Fortbildungschule geschickt, wofür M. 263.50 Kosten erwuchsen. Ueber den Vermögensbestand der Fr. Ver. berichtet der Kassierer Herr Hagenmeyer, daß die Einnahmen M. 1212.50 betrugen, der Bestand vom Vorjahre M. 581.40. Die Ausgaben beliefen sich auf M. 1303.65, so daß wieder M. 500.-- in Wertpapieren angelegt werden können. 22 Mitglieder sind im Berichtsjahre ausgeschieden und dafür 21 neue wieder eingetreten. Im Anschluß hieran bestätigt der Rechnungsprüfer die Richtigkeit und bewilligt auf seinen Antrag die Versammlung dem Schatzmeister die Entlastung, ebenso dem dieses Jahr ausscheidenden Vorstande und dem Ausschusse. Aus letzterem scheidet Herr Dr. jur. Leopold Schröder wegen Ueberlastung mit seinen eigenen Geschäften auf seinen Antrag aus. Die Ersatzwahl für Ausschuß und Vorstand ergibt folgende Verteilung der Aemter: Herr Artur Schmidt (Firma C. Schwartz) erster Vorsitzender, Herr Oskar Müller zweiter Vorsitzender, Herr Hagenmeyer als Schatzmeister, die Herren Max Winter und Ludwig Schröder als Schriftführer, ferner zu Ausschußmitgliedern die Herren Max Brinner, Hugo Eisenach, Otto Gadebusch (Potsdam), Dr. Gartenschläger (Firma Joh. Wagner & Sohn), Paul Haase, H. Nachtigall, F. Sembach und A. Sy (Firma Sy & Wagner). Rechnungsprüfer wie bisher die Herren Cassel und Dippe. Unter „Verschiedenes“ wird noch über den Austritt der Fr. Ver. aus verschiedenen Verbänden, die für dieselbe wenig Nutzen haben, beschlossen und noch etliches über „Schmuck und Mode“ sowie die neue Zeitschrift der D. G. Z. ,,Das Moderne Kostüm“ gesprochen, ferner bestimmt, daß die Zinsen der Schaper-Stiftung zu Preisen für gute Schüler der Innungs-Fachschule verwendet werden sollen.

Die ordentliche Generalversammlung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Großherzogtums Baden fand am Sonntag den 24. April im Hotel Grosse in Karlsruhe statt. Dieselbe war von Juwelieren aus allen Teilen des Landes besucht und nahm unter dem Vorsitze des Herrn Hofjuwelier Bertsch-Karlsruhe einen sehr guten Verlauf.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftseröffnungen. Herr Georg Wilhelm Sautter, Techniker in Pforzheim, früherer Teilhaber der Firma Sautter & Silber, hat in den bisherigen Geschäftslokalen ein neues Bijouteriegeschäft eröffnet. - Auch Herr Georg Silber hat in Pforzheim unter eigener Firma Rennfeldstraße 9 ein neues Geschäft begründet. – Juwelier Jos. Lutz, Mainz, eröffnet in Wiesbaden, Wilhelmstraße ein Ladengeschäft. -- Herr J. Foerschter eröffnete in Pforzheim, Kappelhof 5, eine Bijouteriefabrik – Spezialität: Amerikan. Doublée Armbänder, Broschen, Colliers, Nadeln etc. - Robert Fuchs, Kaufmann, und Alfred Winkopp, Techniker, haben eine Bijouteriefabrik unter Firma Robert Fuchs & Co., Pforzheim eröffnet. Spezialität: Broschen, Nadeln, Anhänger in Gold. – Kaufmann Math. Illig und Techn. Emil Braun haben eine Bijouteriefabrik unter der Firma Illig & Braun, Pforzheim, gegründet. Fabrizieren als Spezialität Kleinsilber und Similibijouterie.

Eintragungen ins Handelsregister. Firma Maaß und Doll, Pforzheim, Gesellschafter sind: Kaufmann Adolf Maaß und Techniker Alfred Doll. Geschäftszweig: Bijouteriefabrikation. – Kaufmann Rudolf Stöffler, Pforzheim ist in die Firma Wilhelm Stöffler, Bijouteriefabrik als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.

Löschungen im Handelsregister. Die Firma Sautter & Silber in Pforzheim ist erloschen,

Geschäfts- und Firmenänderungen. Das Juweliergeschäft von Heinrich Ahrens in Stralsund ist an Emil Berner, Juwelier verkauft worden. Die Firma Heinrich Ahrens bleibt bestehen. — In Bremen führt Ferdinand Ziegenhirt das bisher von Frau Johanna Wolff geleitete Gold- und Silberwarengeschäft E. Meyle Nachf. unter gleicher Firma fort. -- Oskar Barbagg zu Wien verlegt ab 15. Mai seine Fabrikation feinster Brillantimitation nach

fabrikate in Tafelgeräten, sowie gedrehte Griffe für Weinflaschen abgibt.

L. S. in M. Frage 65. Kann mir jemand mitteilen, wie man auf leichte Weise echten Bernstein von imitiertem unterscheiden kann?

S. K. Frage 66. Welcher Fabrikant führt in versilberten Bestecken die Fabrikmarke: '/, Hirschkrone mit 4 Ausläufern? Das Zeichen kann auch Zweig mit 4 Ästen darstellen.

C. S. in H. Frage 67. Wer fabriziert Bierseidel bezw. die Deckel mit Bergmanns -Emblemen?

P. G. in G. Antworten: Zu Frage 55. Zur Lieferung kleiner figürlicher Bronzen empfiehlt sich Firma F. Curtze & Co. in Stuttgart.

Zu Frage 56. Emailfarben zum Malen liefert Karl Bauer,

Wollzeile 11. – Die Kettenfabrik Emil Becker in Pforzheim hat von ihrem neuen Fabrikgebäude, Calwerstraße 133, Besitz ergriffen. - Schwäbisch-Gmünd: Nach 36 jähriger rastloser Tätigkeit hat Herr Stadtrat Joh. Herzer, Inhaber und Gründer der gleichnamigen Ringfabrik, sich in das Privatleben zurückgezogen und das Geschäft seinen beiden Söhnen und bisherigen Mitarbeitern, den Herren Karl und Gustav Herzer, übergeben, welche dasselbe in unveränderter Weise weiterführen werden. - Max Hommel, Goldarbeiter, verlegte sein Geschäft nach Annaberg, Wolkensteinerstraße 9.

Prokuraerteilung. Die Ringfabrik Ernst Bizer Nachf. in Pforzheim hat dem Kaufmann Otto Schober Prokura erteilt. — Ebenso hat die Edelsteinhandlung Gottfried Buchter in Pforzheim dem Kaufmann Karl Castan Prokura erteilt.

Jubiläen und Ehrungen. Seine Majestät der König von Sachsen hat dem Etuifabrikanten Friedrich Öhme in Dresden das Prädikat „Königlicher Hoflieferant" verliehen. — Bei der Firma Steinheuer & Komp., Hanau, fanden zwei Jubiläen statt, und zwar erstens das 50jährige Berufsjubiläum des Graveurs Herrn Karl Fauerbach und zweitens das 25jährige Geschäftsjubiläum des Goldarbeiters Herrn Justus Simon. Besonders zu erwähnen wäre, daß Herr Fa uerbach vor 50 Jahren in dem Elternhause des jetzigen Chefs in die Lehre trat. Beide Jubilare wurden von ihrem Prinzipal und Kollegen in würdiger Weise geehrt. – Zu Frankfurt aM. beging Herr Theodor von Nordeck bei der Silber- und Goldwarenfirma Hessenberg & Co. auf der Zeil das 25 jährige Jubiläum seiner Tätigkeit

Todesfälle. Eine in geschäftlichen Kreisen allgemein bekannte Persönlichkeit, Herr Adolf Mela ist nach kurzem schweren Krankenlager im 48. Lebensjahre zu Frankfurt aM. gestorben. Er war Besitzer der Diamanten- und Bijouteriewaren-Engrosfirma gleichen Namens. – Nach langen Leiden entschlief zu Berlin der Goldarbeiter Ferdinand Becker im 79. Lebensjahre. — Im Alter von 49 Jahren verschied in Frankfurt a/M. an einem Hirnschlag der 1. Kaufmännische Direktor der deutschen Gold- und SilberscheideAnstalt, vorm. Roeßler, Hugo Andreae, der seit mehr denn 25 Jahren im Direktorium der Anstalt tätig war und viel zu ihrer Entwicklung und Entfaltung beigetragen hat. - Nach kurzem schweren Leiden verschied in Pforzheim Herr Adolf Rodi, Inhaber der Oxydierungsanstalt gleichen Namens. – Der Vizepräsident des Landesverbandes der Juweliere, Julius Lipp zu Budapest, ist nach kurzem Leiden im Alter von 54 Jahren verschieden. Lipp war einer der tätigsten Industriellen, der sein ganzes Leben der Arbeit und dem allgemeinen Wohle widmete. – Zu Krumbach verschied im Alter von 55 Jahren Joseph Reiner, Silberwarenfabrikant. – Im Alter von 73 Jahren starb in Breslau nach langen schweren Leiden der Juwelier Robert Markfeldt.

Diverses. Herr Crayonfabrikant Karl Knöller in Pforzheim erwarb das Anwesen Louisenstraße 48 und wird in dasselbe seine Fabrik verlegen. - Herr Vergolder Frick in Pforzheim kaufte das Anwesen Bohnenbergerstraße 12 für 39200 Mk. — Firma 0. Buhtz, Berin, C. 19, Friedrichsgracht 32, Geschäft für Werkzeuge und Furnituren zeigt an, daß sie ihre Geschäftsräume abermals vergrößert hat und aus diesen Grunde ihr Lager in sämtlichen Artikeln bedeutend erweitern konnte. - Wir erhielten die Mitteilung, daß der in Nr. 13 erwähnte Rudolf Bohr in Mettlach kein gelernter Goldschmied sondern Uhrmacher sein soll.

Zu Frage 58. Man kopiert das Bild zunächst auf AutotypieKohlepapier. Jenes wird in der beim Kohleverfahren üblichen Weise auf das Metall übertragen und dann ausgeätzt. – In Pforzheim liefert Photograph Gerwig gute Photographien auf Silberplatten.

Zu Frage 59. Galvanische Vergoldungs- und Versilberungseinrichtungen neuester Konstruktion, welche sich vorzüglich für größere und kleinere Arbeiten bewährt haben sollen, liefert Karl Bauer, München, Frauenstr. 19.

Zu Frage 60. Es emaillieren Platten für Kirchengeräte in Email translucide H. Hahn, Kunst-Emailleur in Hanau; Ch. Weilinger, Hanau; W. Boerger, Gravier- und Emaillier-Anstalt, Berlin S. O. Adalbertstr. 51; Karl Graf, Emailleur und Emailmaler zu Pforzheim; Hugo Thaut, Hanau a/M.; Bachmann & Cie., Paris, 14 Rue Martel.

Zu Frage 61. Bilder, Figuren in Email translucide stellen Ch. Weilinger, Hanau aM; H. Hahn, Kunstemailleur, Hanau a/M.; Hugo Thaut, Hanau a/M. her.

Diebstähle, Verbrechen etc. Eine aufregende Diebesjagd mit tödlichem Ausgange hat sich in Bremerhaven abgespielt. Gegen Morgen erschallte nahe dem Postamt ein klirrendes Geräusch, und ein Nachtpolizist, der diesem sofort nachging, sah, wie ein Mensch mit einem bei einem Neubau aufgelesenen Ziegelstein das Schaufenster des Juweliers Fischer zertrümmert hatte und nun Goldwaren an sich nahm. Als er des Beamten ansichtig wurde, nahm der Dieb Reißaus und warf unterwegs bereits erbeutete goldene Ringe von sich. Der Nachtpolizist blieb dem Fliehenden auf den Fersen und zwar auch dann noch, als dieser über die Geestebrücke nach Geestemünde geflüchtet war. Der Spitzbube hatte aber doch inzwischen soviel Vorsprung gewonnen, daß er über eine Planke in einen Hof klettern und dort vorerst verschwinden konnte. Der Nachtpolizist erhielt nun aber durch einen Geestemünder Zollbeamten Hilfe, der betr. Hof wurde durchsucht, wobei plötzlich der Dieb aus einem Abort kam und seine Flucht fortsetzte. Diese ging nun der Kanalbrücke zu, die Beamten hart hinter dem Flüchtling, der nun aber nicht der Brücke, sondern schnurstracks dem Kanal zu rannte, in den er hinter dem Heck des Schiffes ,,Philadelphia“ hineinsprang. Die Beamten warfen dem Dieb sofort einen Rettungsring zu, den er jedoch von sich stieß, um gleich darauf unter Wasser zu verschwinden und zu ertrinken.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. giebigsten Gebrauch zu machen. Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen: Frage 54. Wie kann man auf Glas eingegipste Beschläge wieder ablösen, ohne daß das Glas oder der Beschläg beschädigt wird? Vielleicht ist auch jemand in der Lage, ein anderes Mittel zur Befestigung der Beschläge, als Gips, anzugeben?

P. B. in D. Frage 57. Von wem kann ich Mundstücke und Brenner in Elfenbein oder dergleichen für Zigarrenspitzen erhalten ? A. H. in P. Frage 62. Wer liefert versilberte Metalletuis, innen vergoldet

r liefert versilberte Metalletuis. innen vergoldet für Strohzigaretten? Die Etuis sind groß 6-71/2 cm und sind mit einem Deckel versehen, der mit Scharnier geöffnet wird. Das Innere ist durch Scheidewand geteilt, und zwar ist der größere Teil für Tabak, während der kleinere Teil für das Stroh bestimmt ist.

G. B. in 0. Frage 63. Wer ist der Erzeuger des vom verstorbenen Otto Bergmann, Berlin, Prinzregentenstr. 33 geführten Putzpulvers.

R. A. in D. Frage 64. Kann mir jemand eine Glaswarenfabrik nahmhaft machen, von der man Weinflaschen etc. beziehen kann, da ich die Beschläge selbst anfertige. Gibt es ferner eine Firma, die Roh

Geschäftliche Mitteilungen. Wir möchten unsere Leser auf eine Stelle im Protokoll der Verbandsvorstandssitzung vom 14. April ds. J. in heutiger Nummer aufmerksam machen betreffend Perlbefestigungen des Herrn Louis Bub, Hamburg, Gr. Theaterstraße 39 a. Jedes Geschäft hat wohl mehr oder weniger Kummer über die immer teurer werdenden Perlen und jedes Geschäft bekommt Perlen zum Befestigen, wo alles kitten nichts nützt; die Perlen gehen immer wieder ab und teils auch verloren. Deshalb weisen wir die Leser darauf hin, daß es von einer ersten Juwelenfirma bestätigt wurde, daß sie, nach dem eigenen Verfahren des Herrn Bub in 10 Jahren keinen Perlenverlust zu beklagen gehabt hat, gewiß ein Resultat, das Beachtung verdient. Leider wurde es abgelehnt, dem Wunsch des Antragstellers nachzukommen und eine von ihm befestigte Perle zu prüfen. Um so mehr ist es geraten, daß die Interessenten die Sache selbst prüfen, was ja auch in keiner Weise ein Risiko erfordert. Herr Louis Bub wird gerne jederzeit Auskunft erteilen.

In 1/1000 Sekunde Bewegungsmomente auf die lichtempfindliche Platte zu fixieren, war bisher die Höchstleistung, die von der besten photographischen Camera verlangt wurde. Die Technik ist inzwischen rastlos fortgeschritten. Heute werden Cameras gebaut, die infolge ihrer Konstruktion und Optik Belichtungen bis zu 2000 Sekunde ermöglichen. Es können mit diesen Apparaten Momente festgehalten werden, die das menschliche Auge nicht im entferntesten wahrzunehmen imstande ist. Die ersten Apparate dieser hohen Leistungsfähigkeit sind die bekannten „Union“ Cameras von Stöckig & Co., Dresden-Bodenbach. Ein Prospekt liegt unserem heutigen Blatte bei.

« PreviousContinue »