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Theologische Bibliothek.

Handbuch der Patralagie

oder

der ältern driftsiden Literärgeschichte

von

Dr. Johannes Alzog.

Freiburg im Breisgau
Herder'sche Verlag $ handlung

1876.

Zweigniederlassungen in Strassburg, München und St. Louis, Mo.

Sandbuch

der

Patrologie

oder der

ältern christlichen Literärgeschichte

von

Dr. Johannes Alzog
Geistlichem Rathe und ordentlichem Professor der Theologie an der Universität zu Freiburg i. Br.,

Ritter des Zähringer Löwenordens.

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Zweigniederlassungen in Strassburg, München und St. Louis, Mo.

Imprimatur.

Friburgi Brisgoviae die XXI m. Martii 1876.

† Lotharius Kübel

Vicarius Capitularis.

Das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen wird vorbehalten.

Entered according to Act of Congress, in the year 1876, by Joseph Gummersbach of the firm of B. Herder, St. Louis, Mo., in the Office of the Librarian

of Congress at Washington D. C. Buchdruckerei der Herder'shen Verlagshandlung in Freiburg.

Vorrede zur erften Auflage.

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Seit

Seit dem Beginne meines Lehramtes in der Theologie hat die Ueberzeugung von der großen Bedeutung der Patrologie für das Studium der katholischen Theologie mich gemahnt, ein zeitgemäßes, ausführlicheres Werk darüber zu bearbeiten. Was ich in meinen früheren Stellungen in Posen und Hildesheim nicht auszuführen vermochte, gedachte ich nach meiner Berufung an die Universität zu Freiburg im Jahre 1853 um so eifriger zu betreiben. Wurde ja auch das Studium der Patrologie an der Alma Albertina durch den Professor der Dogmatik Wilhelm, wie durch den fenntnißreichen Benedictiner Prior Lumper im Kloster St Georgen zu Villingen, in Deutschland zuerst angeregt. Die Vorarbeiten dazu sollten drei Bearbeitungen von Collegienheften in ausführlicherer und drei andere in abgekürzterer Form sein, welche für meine Zuhörer in Ueberdruck ausgegeben wurden. Als ich dann für eine umfangreichere Behandlung der Patrologie noch namhafte Anschaffungen gemacht und sonstige Vorkehrungen getroffen hatte, ward ich über fünf Jahre durch heftiges Kopfleiden an der Ausführung des so lebhaft erfaßten Gedankens gehindert.

Inzwischen nahm ich wahr, daß die Publication eines fürzern Werfes über Patrologie für die Studirenden der katholischen Theologie das dringendere Bedürfniß sei 4, da für weitere Anforderungen durch die größern Werke von Feßler, du Pin und Remy Ceillier, zumal von leßterm jüngst eine neue Ausgabe mit dankenswerthen Zusäßen erschien, noch ausreichend gesorgt ist.

Indem ich mich nun entschloß, auf der Grundlage der wiederholt aus: gegebenen autographirten Collegienhefte einen Grundriß der Patrologie

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1 Sehr klar erkannte dieß schon Buile, indem er in der Vorrede zu seinem Grundriß der christlichen Literatur, Münster 1828, sagte: „Das Studium der Theologie findet sich in der traurigsten Lage, wenn der Theolog (neben der heiligen Schrift) nicht auch bekannt ist mit den ehrwürdigen Quellen, auß welchen für die verschiebenen Zweige seiner heiligen Wissenschaft: über die Glaubenslehren, über die Einrichtung, Gebräuche und die geschichtlichen Begebenheiten der christlichen Kirche die Nachrichten und deren Begründung geschöpft werden müssen“, wobei er noch an den Beschluß der Nationalsynode zu Petrilow vom Jahre 1607 erinnerte, der von den Pfarrern, Predigern und Curaten verlangt: ut post novum et vetus testamentum opera beatorum Cypriani, Athanasii, Gregorii Naz., Basilii, Chrysostomi, Hilarii, Augustini, Ambrosii, Hieronymi, Gregorii et Leonis, qui ea habere possint . . . habeant.

für den Druck auszuarbeiten, strebte ich vor Allem darnach, statt dürftiger Nachrichten und bloß äußerlicher Aufzählung der Schriften, wodurch sich die Studirenden von dem Gegenstande mehr abgestoßen als angezogen fühlen, wo es nicht an Nachrichten fehlte, ein anschauliches Bild von dem Leben wie von der individuellen Thätigkeit der Schriftsteller zu entwerfen. Hatte es ja bei dem so vielfach gebrauchten Werke von Busje stets einen wehmüthigen Eindruck auf mich gemacht, dass dieser jo kenntnißreiche Gelehrte mit seiner ebenso mühevollen als jorgfältigen Arbeit den nächsten Zweck ganz verfehlte. Denn statt eines „Handbuches für angehende Theologen“ lieferte er ein trockenes, aber instructives Nepertorium zum Nachschlagen für Gelehrte.

Da das Buch aber zunächst nur in das Studium der Patrologie einführen, dafür anregen sollte, so mußten zugleich diejenigen Leistungen aus früherer wie aus gegenwärtiger Zeit angeführt werden, welche besonders geeignet schienen, ein weiteres Verständnis der christlichen Literatur zu vermitteln. Diese Hauptgesichtspunkte haben dann den Inhalt und die Form dieses Grundrisjes bestimmt.

Demgemäß wurde bei Behandlung der einzelnen Schriftsteller stets zu Anfang auf die Prolegomena über das Leben und die Werke derselben in den besten Editionen, namentlich der Benedictiner-Mauriner verwiesen, welche in der Regel das Gediegenste zur Orientirung über die betreffenden Autoren enthalten. Und hier wurde insbesondere auf den Abdruck in den Migne'jchen Sammlungen verwiesen, weil dort meist noch ein weiterer literarischer Apparat von Andern zu finden ist. Hierin liegt auch, bei den vielen bekannten Mängeln der Migne’schen Publicationen, ein nicht unbedeutender Werth derselben mit dem, daß sie durch Beifügung der neuaufgefundenen Stücke die ältern Editionen oft sehr bedeutend vervollständigt haben. Was man sonst in vielen Serken zerstreut aufsuchen muß, findet man hier bequem zusammen. Freilich hätte bezüglich des literarischen Apparates Manches als werthlos weggelassen, die Auswahl überhaupt besser getroffen werden können.

Sodann wurden bei Anführung der einzelnen Werke der Schriftsteller auch die neuern und bessern Separatausgaben, und am Schlusse neben den bedeutendern Editiones operum omnium die werthvollern Behandlungen des Autors in den allgemeinen Werken oder monographischen Bearbeitungen angeführt, bisweilen auch, z. B. bei den apostolischen Vätern Varnabas und Ignatius, dem Pastor des Hermas, Jrenäus, Cyprian, Vasilius, Ambrojius, Leo d. Gr. u. A., noch eingänglichere Bemerkungen über den Zustand des gegenwärtigen Tertes beigefügt. So hoffen wir, Jedem, der die einzelnen Schriftsteller studiren will, in allen Beziehungen hinreichendes Material geboten zu haben.

Da die Patrologie vornehmlich die „Kirchen väter", die ältern doga matischen Zeugen zu behandeln hat, so ist es selbstverständlich, daß deren Bezeugung des specifisch-katholischen Lehrgehaltes in der Zeit des Urchristenthums, den drei ersten Jahrhunderten, möglichst vollständig vor

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