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Kempten und München

Verlag der Jof. Köfel'schen Buchhandlung

1908.

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Einleitung.

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Der Versuch, eine kurze, auch dem gebildeten, nicht aber gelehrten Publikum verständliche literar-historische Übersicht des Werdeganges der lateinischen Hymnendichtung, ihres Keimens und Blühens, ihres Welkens und Ablebens zu geben, ist bei uns in Deutschland, wenn wir von kurzen enzyklopädischen Skizzen absehen, selten gemacht worden. Ich würde unbedenklich sagen „nicht gemacht worden“, wenn ich die einschlägigen Arbeiten Schletterers und einige noch ungenügendere der Vergessenheit überlassen wollte, der sie anheimgefallen sind. Diese Erscheinung erklärt sich weniger aus dem Mangel von Interesse im Leserkreise, das, ungeweckt, dem Gesetze bes Ignoti nulla cupido Was ich nicht weiß, macht mir nicht heiß“ überseßt es unser Sprüchwort verfallen mußte, als vielmehr aus den Schwierigkeiten, die sich einem derartigen Unternehmen um nicht zu sagen Unterfangen entgegenstellten. Denn einmal sehen solche populär-wissenschaftliche Zusammenfassungen die grundlegende, wissenschaftliche Forschung und Bearbeitung voraus, deren gesicherte und gesichtete Resultate nur der gemeinverständlichen Fassung, nur der anregenden Darstellung bedürfen. Eine wissenschaftlichen Anforderungen Rechnung tragende und genügende Geschichte der lateinischen Hymnendichtung gab und gibt es aber bis heute nicht; nur die altchristlichen Dichter sind wohl in allgemeinen Darstellungen der römischen Literatur, der lateinischen Poesie oder des christlichen Schrifttumes mitbehandelt, wobei indes nach der Natur der Dinge ihre hymnische Dichtung in der Masse des Gebotenen fast verschwindet.

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