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Reparaturen und eventuellen Bestellungen, aber selbst für letztere und bemerkt, dass die Einführung eines geringeren Feingehaltes wird der kleine Geschäftsmann immer weniger leistungsfähig; für die Produktion nur von nachteiligen Folgen begleitet wäre, sucht er sich einen grossen Kundenkreis, so kann er zumeist die denn wenn schon heute der Konkurrenzkampf mit dem Auslande Ansprüche desselben in der strengen Saison vor Weihnachten ein ungemein schwieriger ist, so würde die Zulässigkeit eines nicht befriedigen, weil ihm die Arbeitskräfte nicht zur Verfügung minderwertigen Goldes den Massenimport ausländischer Erzengstehen. Das Hauptgeschäft im Goldschmiedgewerbe erstreckt nisse nach Österreich noch mehr fördern und die inländische sich auf kaum 4-6 Wochen, in der übrigen Zeit des Jahres Industrie vollständig brachlegen. An dieser Stelle müsse aber ist teilweise ein solcher Stillstand im Geschäfte, dass fast alle betont werden, dass es dringend geboten ist, bei Abänderung Arbeiter entlassen werden müssen, wenn der betreffende Meister des bestehenden Punzierungsgesetzes darauf Bedacht zu nehmen, nicht genügendes Kapital besitzt, um auf Vorrat arbeiten lassen dass der inländische Erzeuger bei solchen Waren, die für das zu können. Geldkredit ist aber für den kleinen Meister nicht Ausland hergestellt werden, nicht an den gesetzlichen Feingehalt zu haben und es fehlt für ihn auch die Möglichkeit, seine Roh- gebunden sei; gegen die Schaffung von Kautelen gegen Missprodukte auf Kredit zu nehmen, denn Edelmetalle müssen sofort brauch wäre selbstverständlich keine Einwendung zu erheben. bezahlt werden. Der Kaufmann aber bezieht die Waren vom Anknüpfend an die letzte Bemerkung kann die Kammer auch Erzeuger auf Kredit in der Dauer von 5-6 Monaten und das Verlangen der Genossenschaft nach Einführung von Auslänger. Diese traurige Situation sollte die Regierung veranlassen, fuhrpunzen für Inlandsware nur unterstützen. Denn diese die Forderungen der Branche der Verwirklichung zuzuführen. Forderung sei im Hinblick auf Retourware ein Correlat zum

Was dann die einzelnen, in die Reform einzubeziehenden Grundsatze der Zulässigkeit der Erzeugung von Exportwaren Punkte anlangt, so wird insbesondere eine Erhöhung der ohne Rücksicht auf den Feingehalt. Wie wäre die Reexpedition Punzierungsgebühr für Ausländerware gefordert. Be- von Retourware nach Österreich möglich, wenn letztere nicht gründet wird diese Forderung — ,,bei aller Rücksichtnahme auf mit einer besonderen Punze, d. h. eigentlich einem Kennzeichen der die bestehenden Zollverträge", — damit, dass eine Prüfung aus- Provenienz – denn eine Garantie für den Feingehalt braucht durch ländischer, fertiger Gold-, Silber- und Juwelenwaren viel Zeit eine solche Punze nicht übernommen zu werden – versehen sci! und Aufmerksamkeit erfordere. Es erscheine nur gerechtfertigt, Über den Umfang der Thätigkeit der k. k. Punzierungswenn für importierte Waren, welche mangels des gesetzlichen ämter entnehmen wir dem Berichte der Wiener Handelskammer Feingehaltes als unzulässig erklärt und daher retourniert werden, für 1899 folgende Übersicht. Der Kontrolle wurden unterzogen eine Manipulationsgebühr aufgerechnet würde, denn bei ge- im Jahre wissenhaftem Vorgehen erfordert diese Prüfung gerade den

1898: inländische Gold waren 4271 849 kg grössten Zeitaufwand.

ausländische

1

2 422 113 , Weiter wird erörtert die Frage der Trennung der öster

1899: inländische ,

4 471 537 reichischen von den ungarischen Punzen, die Bestellung eines

ausländische

2 501 996 technischen Experten in Punzierungsangelegenheiten beim k. k.

1898: inländische Silberwaren 55 823 146 ,, Finanzministerium, die Errichtung eines Filial-Punzierungsamtes

ausländische ?

16 648 435 , in einem der westlichen Bezirke Wiens, die Abrundung des

1899: inländische

54 410 588 , Gewichtes nach unten statt nach oben. Bezüglich der

ausländische

16 790 770 , Kontrolle der von den Versatzämtern verlizitierten An Uhren befanden sich darunter: Gold- und Silberwaren wird bemerkt: Wenn sich auch nicht 1898: Goldene 72 789 Stück mit 927 855 kg leugnen lässt, dass gegen den Vorschlag der Genossenschaft 1899:

77570 , , 948 161 vielleicht Einwände juristischer Natur erhoben werden könnten, 1898: Silberne 262 731 , , 5 716 815 , so ist es doch begreiflich, dass die Mitglieder der Genossen

1899: 2 261 882 , 5 948 755 , schaft durch den Vorgang der Versatzämter sich betroffen Weitaus der grösste Teil an allen Punzierungen entfällt auf fühlen, weil sie ihrerseits in Strafe verfallen, wenn sie un- das k. k. Haupt- und Filial-Punzierungsamt in Wien. punzierte oder nicht gehörig punzierte Waren weiter verkaufen, Dass eine Revision des österreichischen Punzierungsgesetzes während die Versatzämter derartige Gebrauchsgegenstände ohne in der von der Genossenschaft der Juweliere, Gold- und Silberjeden Anstand zur Veräusserung bringen. Thatsächlich gesetz- arbeiter in Wien angestrebten Richtung für die deutsche Ausfuhr widrig wäre es, wenn das k. k. Versatzamt nicht entsprechend nach Österreich von ganz besonderer Bedeutung wäre, braucht punzierte Waren zur freiwilligen Lizitation übernehmen würde. nicht lange begründet zu werden. Es ist jedoch wenig Aussicht . . . . . Jedenfalls erscheint eine Kontrolle der Pfandleihanstalten vorhanden, dass ein Gesetz in der angedeuteten Richtung in durch Organe der Punzierungsämter wünschenswert, und die allernächster Zeit zustande kommt. Denn zu einem Gesetz Sektion stimmt auch dem Vorschlage der Genossenschaft bei, braucht man in Österreich den Reichsrat, und den wieder eindie Kosten dieser Kontrolle durch Einhebung einer von den mal „arbeitsfähig zu machen, das ist eine Aufgabe, welche Lizitationsveranstaltern zu entrichtenden Probe- oder Kommissions- schon einem halben Dutzend Ministerpräsidenten -- daneben gegebühr zu bedecken.

lungen ist. Aber wenn selbst dieses gesetzgebende Organ wieder Von der Prager Handels- und Gewerbekammer wird auch thätig werden würde, liegt ein derartiges, seit drei Jahren undie Einführung eines geringeren Feingehaltes als erledigtes Arbeitspensum vor, dass er sich mit der doch minder 580 1000 befürwortet; die Wiener Kammer hat sich stets wichtigen Frage der Punzierung nicht zuerst befassen wird. gegen die Einführung eines minderwertigen Goldes von 8 Karat Nichtsdestoweniger verdient das Vorgehen der Wiener Genossen(320 1000) ausgesprochen. Sie beharrt anf iesem Standpunkt schaft alle Aufmerksamkeit.

Schmuck und Mode

No. 10. Dezember 1900.

Die Muster für die Abbildungen lieferten:
2, 4, 20 . . . . . . Louis Fiessler & Co., Pforzheim,
3, 6, 9, 16, 19, 25, 26 Louis Vausch, Berlin,

No. 15 . . . . .

No. ,

5, 17. . . . , 11, 12, 13 . .

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Mit der heutigen Nummer beschliesst das vierte und letzte Quartal der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ ihren 3. Jahrgang. Wir wollen wünschen und hoffen, dass unsere Zeitschrift, welche seit Beginn ihres Bestehens an fortdauernd in der Gunst der Leser gestiegen ist und deren Abonnentenzahl erfreulicherweise tagtäglich zunimmt, auch künftighin mit Vorliebe von den deutschen Juwelieren, Gold- und Silberschmieden gelesen wird.

Wir laden daher aufs neue zum Abonnement ein und richten an unsere bisherigen Leser die Bitte, ihr Abonnement auch im neuen Jahrgang aufrecht zu erhalten. Die Weiterzusendung findet an alle bisherigen Abonnenten statt, sofern dieselben nicht abbestellt haben. Der Preis pro Quartal beträgt incl. des nicht genug zur Reklame zu empfehlenden Beiblattes „Schmuck und Mode“ nur 1.75 Mark pro Quartal.

Redaktion und Verlag der Deutschen Goldschmiede-Zeitung"

Wilhelm Diebener, Leipzig.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Ellmendingen. Die Herren Gebr. Müller-Pforzheim, ge

bürtige Ellmendinger, haben von Herrn Kaufmann Kern an der Eine Ehrengabe von hohem kunstgewerblichen Werte ist Dietlinger Strasse ein Anwesen gepachtet und beabsichtigen, dort dem Hause Jacob Ravené Söhne & Comp. in Berlin aus eine Kettenfabrik einzurichten. Anlass seines 125jährigen Bestehens von befreundeten Firmen der gleichen Branche gewidmet worden. Die Gabe besteht in

Titel-Verleihung. Herrn Juwelier Fritz Müller in Konstanz einer in massivem Silber gefertigten Votivtafel, welche nach

wurde vom Grossherzog von Baden das Prädikat ,,Hoflieferant“ einem für diesen Zweck hergestellten Entwurfe von den Hof

auf Ansuchen verliehen. goldschmieden D. Vollgold & Söhne in Berlin ausgeführt ist. Todesfälle. Es ward uns die schmerzliche Kunde, dass am Von Lorbeerzweigen umrahmt, bildet das in Email gemalte Porträt 5. Dezember nach schwerem Leiden der Bibliothekar der Kgl. des Begründers des Hauses Ravené die Bekrönung der in strengen Zeichenakademie in Hanau, Herr Dr. August Winkler in Architekturformen gehaltenen Tafel, während die Pilaster zu Hanau, im Alter von erst 39 Jahren verstorben ist. Direktion beiden Seiten das geflügelte Rad und die Sanduhr als Symbol und Lehrer-Kollegium der Kgl. Zeichenakademie verlieren in dem der Zeit tragen. Rechts und links versinnbildlichen Ritterhelm, Heimgegangenen einen treuen Mitarbeiter, welcher der genannten Werkzeuge, Bücher und Merkurstab in festonartiger Anordnung Anstalt seine aufopfernden Dienste 10 Jahre gewidmet hat. Auch die technische und kaufmännische Seite der Bedeutung der Firma, unser Blatt betrauert in dem Verstorbenen einen lieben, treuen während am Fusse die Figur des Merkur nach dem Pygalleschen Freund und Helfer, der von Beginn unseres Unternehmens an Modell den Abschluss bildet. Hieran schliessen sich in kupferstich nicht aufgehört hat, uns seine Teilnahme durch Rat und That, artiger Ausführung das alte und neue Geschäftshaus, während durch Wort und Mitarbeit zu bezeugen. Am 7. ds. erfolgte die Mitte der Tafel durch den Widmungstext selbst ausgefüllt unter warmer Beteiligung seiner Freunde die Überführung seiner wird. Um das edle Material lediglich durch sich selbst wirken sterblichen Überreste nach dem Friedhof. – Vor einigen Tagen zu lassen, ist die reine Naturfarbe des Silbers erhalten geblieben starb Herr Goldarbeiter Anton Herzer in Schw.- Gmünd. --und nur insoweit die Vergoldung angewendet, als die plastische In Emmendingen wurde nach jahrelangem Leiden Herr Wirkung eine derartige Accentuierung notwendig erscheinen liess. Ad. Kordes, früher Inhaber der Bijouterie - Engros - Firma Jubiläum. Am 3. Dezember waren es 40 Jahre, dass der

gleichen Namens in Pforzheim, zur letzten Ruhe geleitet. Goldarbeiter Herr Franz Terriet in das Geschäft des Hof

Jahrelang war Herr Kordes Vertreter der Firma P. Bruckmann

Söhne in Heilbronn und anderer Häuser der Bijouteriebranche juweliers Karl Becker in der Drususgasse zu Köln eingetreten

für den Pforzheimer Platz. – In Wildbad verstarb nach langem ist. - Wir gratulieren!

schweren Leiden der in vielen Kreisen Pforzheims noch wohlUnter den Kandidaten, welche die Württ. Volkspartei für die bekannte frühere dortige Bijouteriefabrikant Carl Bachem. Vor bevorstehenden Landtagswahlen aufstellte, befand sich für Stutt einer Reihe von Jahren hatte er nach den Vereinigten Staaten gart - Stadt der Bijouterieexporteur und Kommerzienrat G. Ehni von Amerika, nach New Jersey, seine Fabrikation verlegt, hatte in Stuttgart. Herr Ehni ist derselbe Mann, der s. Zt., als im sich dort eingelebt, bis ihn etwa vor einem Jahre ein Leiden Reichstag die Zolldebatte stattfand und der Pforzheimer Ver befiel, das ihn zwang, Europa aufzusuchen, und nahe der Heimat treter sich nicht meldete, energisch und warm für die Interessen ist er dann auch gestorben. der Pforzheimer Industrie eintrat.

Francois Auguste Fannière *. Ein berühmter Goldschmied, Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede. so schreibt die „Wiener Abendpost", ist in Paris am 30. November Als erste neue Mitglieder des vereinigten Verbandes meldeten gestorben, François Auguste Fannière, Mitglied des oberen Rates sich die Herren Juwelier Schlossareck, Breslau, Hofjuwelier der schönen Künste. Er war 1818 zu Longwy geboren, wo sein J. H. Werner und Curt Werner, Berlin, Hofjuwelier Arthur Vater als Hauptmann in Garnison lag. In der Einförmigkeit des Schroeder, Berlin.

kleinstädtischen Garnisonlebens wandte sich der Offizier aus Lieb

haberei der edlen Goldschmiedekunst zu, in der ihn sein SchwiegerKollmar & Jourdan Akt.-Ges., Uhrkettenfabrik, Pforzheim. Auf den 27. Dezember wird eine ausserordentliche General

vater, der seinerzeit berühmte Ciseleur Fauconnier, unterwies.

Beim Vater und Grossvater erlernten auch François Auguste und versammlung einberufen behufs Beschlussfassung über die Er

sein jüngerer Bruder Louis das Handwerk des Benvenuto Cellini. höhung des Aktienkapitals um 400 000 Mark.

Der Ältere von den Beiden ging bald zur Malerei über und trat Neue Kettenfabrik. Zu der Zahl der Landgemeinden, in in das Atelier Drollings ein, musste jedoch, als die Vermögensdenen Filialen Pforzheimer Bijouteriefabriken oder auch selbst- verhältnisse der Familie Einbusse erlitten, der hohen“ Kunst ständige Geschäfte dieser Art bestehen, tritt nunmehr auch Valet sagen und arbeitete mit seinem Bruder für die ersten

Pariser Gold- und Waffenschmiede. Im Jahre 1855 erhielt F. A. Fannière auf der Pariser Ausstellung seine erste Auszeich: nung. Nun etablierten sich die Brüder und wurden die ersten Gold- und Silberschmiede unter dem Kaiserreich. Ihr ciseliertes Tafelservice in edelstem Renaissance-Stil, das sie 1862 im Londoner Krystallpalast ausstellten, war ein Meisterwerk, das Schule machte. Die kunstvoll getriebenen eisernen Schilde von Fannière wurden von den Sammlern eifrig begehrt und hoch bezahlt. Das Haus Fannière behauptete seinen Rang auch nach den luxuriösen Tagen des Kaiserreichs, wendete sich von der Renaissance den Stilen der Louis und dem Impire zu, endlich der neuen Richtung mit gleichbleibendem Erfolge. Die Arbeiten waren stets edel in der Form und die äusserste Sorgfalt der Ciselierung - grossväterliche Familientradition! - immer unbedingt mustergültig. Mit François Auguste Fannière ist einer der hervorragendsten Vertreter des französischen Kunstgewerbes, ein rastloser, begeisterter Arbeiter und Förderer alles Schönen aus diesem Leben geschieden. Er war der Barbedienne des Edelmetalles.

Debeers - Diamantgruben-Gesellschaft. Wie von guter Seite verlautet, wird am 31. Dezember eine Dividende von 20 s für das laufende Jahr erklärt werden, sowie ferner eine Zahlung von entweder 5 oder 10 s für das Jahr 1899.

Das Bijouteriegeschäft in Österreich ging auch im Monat September gut, wie aus dem Bericht der Arbeitsvermittlung hervorgeht. So wurden in Wien 36 Goldschmiede und Juweliere gesucht und nur 7 Arbeiter waren zur Arbeit angemeldet. An Graveuren, Ciseleuren, Guillocheuren und Emailleuren hatte man in Wien 39, in Graz 22 nötig. Es konnten jedoch in Wien nur 14. in Graz nur 8 Mann angestellt werden. Was weibliche Hilfskräfte betrifft, so suchte man in Wien 24 Arbeiterinnen der Edelmetall- Industrie, konnte aber nur 8 bekommen. Dagegen war ein Überfluss bei den Lehrlingen zu bemerken, was man in Pforzheim nicht sagen kann. Nur 8 Meister suchten je einen Lehrling, und das Angebot war 23. Im Verhältnis zu früheren Monaten war dieses Angebot ein mässiges.

Geschäftliche Mitteilungen. Geldbörsen aus Silberdraht geflochten sind jetzt sehr in Mode und werden deshalb in grosser Mannigfaltigkeit hergestellt. Als Spezialität liefert dieselben besonders die Firma Eugen Kett in Pforzheim in reicher Auswahl und sauberster, solidester Ausführung. Wie uns die Firma mitteilt, ist bei ihren Börsen jedes Ringchen des Geflechtes gelötet, so dass sie nicht so leicht zerreissen können. Im übrigen vergleiche auch das Inserat der Firma in heutiger Nummer.

Gerichtliche Entscheidungen. Hydra- und Gellaschwindel als Betrug bestraft. In öffentlicher Sitzung der Schweinfurter Strafkammer wurde der Fabrikant W. J. von Vels bei Solingen wegen Strafbaren Eigennutzes (S 286 des Str.G.B.) zu einer Geldstrafe von 50 Mark event. fünf Tagen Gefängnis verurteilt, weil er Gutscheine der „Hydra“ an andere Personen abgegeben hatte. Bravo!

Fachschulwesen. Kunstgewerbliches.

Badisches Kunstgewerbe. In der „Fr. Z.“ ist vom badischen Kunstgewerbe zu lesen: In dem neuesten Heft der Zeitschrift des Frankfurter Kunstgewerbevereins finden wir einen Aufsatz, der in knapper bersicht die Erfolge des badischen Kunstgewerbes auf der Pariser Ausstellung charakterisiert. Von allgemeinem Interesse ist derselbe durch den Nachweis, zu welch bedeutenden Resultaten die Pflege der dekorativen Künste auch in einem kleineren Lande führt, wenn Jahre hindurch eine planvolle Organisation und ein inniges Zusammenwirken der staat. lichen Unterrichtsanstalten mit den industriellen Kreisen nach dem gleichen Ziel streben. Charakteristisch hierfür ist der in diesem Aufsatz hervorgehobene Umstand, dass die Leiter der beiden führenden Unterrichtsanstalten des Landes zu Karlsruhe und Pforzheim, die Herren Direktoren Götz und Waag, auch die leitenden Führer der beiden grossen Kunstgewerbevereine des Landes sind. Nicht zu unterschätzen ist als dritter Faktor auch die thätige Anteilnahme eines kunstsinnigen Fürstenhauses: hat doch ein nicht unbeträchtlicher Teil der in Paris vorgeführten Kunstarbeiten den Jubiläen und Festen desselben seine Entstehung zu verdanken. Die Arbeiten der einzelnen Industrien haben zum grössten Teil schon eingehende Würdigung gefunden. In der Silberschmiedekunst, für welche der Hauptanteil der Erfindung wieder Professor Götz zufällt, in Kunstschmiederei, Keramik, Glasmalerei, Kunststickerei und der Schwarzwälder Uhren - Industrie ist Baden hervorragend vertreten gewesen; in Bronze plastik, Medailleurkunst sind schöne Anfänge aufzuweisen. In der würdigen und erfolgreichen Vorführung der Pforzheimer Goldwaren - Industrie hat sich Direktor Waag ein um so höher zu schätzendes Verdienst erworben, als es sich um die schwierige Aufgabe handelte, die Erzeugnisse einer Massen-Industrie auf einer Weltausstellung zur Geltung zu bringen, die, namentlich in der französischen Bijouterie, nur mit kostbaren und kunstvollen Einzelwerken auftrat.

Volkswirtschaftliches. Gesetzgebung.. Im Reichstag ist vom Centrum ein Antrag eingebracht worden, nach welchem das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb entsprechend erweitert, das Ausverkaufswesen geregelt, die Härten des Gesetzes über Abzahlungsgeschäfte beseitigt (?), das sogenannte Gutscheinsystem verboten und die Vereinigung von Beamten des Reiches, des Heeres, der Marine und des Staates zum Betriebe von Warenhäusern untersagt wird. Auch soll eine Enquête über die Wirkungen der gewerkschaftlichen Kartelle, Syndikate und Ringe veranstaltet werden.

Unglücksfälle, Einbruchsdiebstähle,

Verbrechen etc. In Frankfurt a. M. wurde der Einbrecher Moses Bier wegen „schwerer Arbeit“ zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte in dem Goldwarengeschäft bei Sp. in der Zeil eingebrochen und für 4000 Mark Goldwaren und Uhren gestohlen. Seine That erzählte er einer Prostituierten. Dadurch kam die That ans Licht. Eine verw. Lyon erhielt wegen Hehlerei 4 Monate Gefängnis.

Beraubung eines Juwelierladens. In der lebhaften, aufblühenden Industriestadt Erie in Pensylvanien ist eine Beraubung eines Juweliergeschäfts mit unerhörter Dreistigkeit vorgenommen worden. Ein Juwelier hatte sein Schaufenster mit einer geradezu blendenden Ausstellung von Kostbarkeiten gefüllt. Selbst in dieser Beziehung Verwöhnte blieben überrascht vor den Scheiben stehen, zumal die funkelnde Auslage auch noch durch eine verschwenderisch und geschickt angebrachte elektrische Beleuchtung gehoben wurde. Im Laufe des zweiten Nachmittags bemerkte nun ein Arbeiter, welcher innerhalb des Ladens kaum zwei Fuss seitwärts vom Fenster Uhren reparierte, dass plötzlich die halbe Ausstellung auf mysteriöse Weise verschwunden war. Er schlug sofort Lärm und die sogleich angestellten sorgfältigen Nachforschungen ergaben, dass der Diebstahl vom Keller aus in Szene gesetzt worden war. Die Diebe hatten auf unaufgeklärte Weise Zugang zu dem Raume gewonnen, der sich gerade unter dem Laden befand. Auf aufgestapelten Kisten waren sie bis zur Wölbung geklettert, hatten diese durchbohrt, dann durch die hölzerne Einrahmung des Schaukastens ein Loch geschnitten und durch die Öffnung nach und nach die Hälfte der Kostbarkeiten herunter geholt. Es ist den Detektivs zweifellos, dass sich unter den Zuschauern unauffällig nach und nach eine Gruppe vor das Fenster zusammendrängte, welche nicht nur die Hintenstehenden an der Beobachtung hinderten, sondern auch zugleich das hell erleuchtete Innere des Geschäfts beobachteten, um sofort alarmieren zu können. Trotz der Alarmierung im Laden ist es nicht gelungen, auch nur die leiseste Spur von den Dieben zu entdecken. Es fehlen für ungefähr 6000 £ Juwelen und andere Kostbarkeiten.

Bestrafte Goldschnipfler. Was in der Goldstadt Pforz. heim alles zusammengestohlen wird, das zeigte ein am 1. d. Mts. vor der Strafkammer in Karlsruhe verhandelter Fall, der nur durch Zufall ans Tageslicht kam. Vor dem Gerichte standen der 43 Jahre alte Schmelzer August Sickinger in Hohenwardt und der Goldwarenhändler Christian Kunzmann, 46 Jahre alt, in Luxemburg. Sickinger, der seit lange in einem Pforzheimer Geschäft in Arbeit stand, entwendete in den letzten drei Jahren aus den Arbeitsräumen in kleineren Quantitäten Edelmetall, nämlich Goldgrieben, Goldfeilung und Silberasche, das, wie das Gericht annahm, mindestens einen Wert von 11 000 Mark

Arbeiter- und Lohnbewegung. Der Streik der Diamantarbeiter hat in Antwerpen einen miss. lichen Ausgang für die Streikenden gefunden. Sie haben die Arbeit wieder aufnehmen müssen, ohne dass ihnen der Achtstundentag bewilligt worden ist.

Handel und Verkehr. Zoll auf Edelsteine. Die Handels- und Gewerbekammer von Oberbayern erklärte sich gegen den Antrag, Edelsteine statt mit 600 Mark wie bisher mit 6000 Mark Zoll zu belegen.

hatte. Das gestohlene Metall bekam Kunzmann, der von Zeit sonderes ständiges Kapitel, überschrieben: „Bijouterien. Passezu Zeit nach Pforzheim kam. Er schmolz dasselbe ein und sorgte menterien“, eingerichtet hat. dann für dessen Absatz. Der grössere Teil des auf diese Weise erlangten Geldes floss in seine Tasche, Sickinger dürfte höchstens 2500 Mark erhalten haben. Die Strafkammer verurteilte Sickinger

Frage- und Antwortkasten. zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis, Kunzmann zu 4 Jahren Zucht

Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure unserer Branchen werden in ihrem haus. Das bei den Betreffenden noch gefundene Edelmetall wurde

und aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser der geschädigten Firma wieder zugestellt. (Leider dürfte auch Rubrik den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Fragen allae meiner und technischer Ar diese ausnahmsweise hohe Strafe dem Unwesen der Goldschnipfelei uns einzusenden und für deren Beantwortung sich zu interessieren. Auch dieser Teil kaum einen Einhalt thun. D. Red.)

unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Frage 149. Wer ist der Fabrikant der silbernen Bestecke etc. Vermischtes. mit dem Stempel KA?

F. K. in W.

Frage 150. Welche Werkstätten befassen sich mit der AusWarnung! In Düsseldorf wurden kürzlich zwei Uhrmacher führung von Schmuckentwürfen in Email, teils Cloissoné, von einem gewissen Agenten J. W. Meyer um Beträge von 20 teils translucid? Für letztere Art sollen besonders norwegische und 15 Mark geschädigt und zwar auf folgende Weise. Der Agent Anstalten sehr leistungsfähig und billig sein, wer kennt dort stellte sich bei den Uhrmachern als Vertreter der Fides vor und empfehlenswerte Adressen?

C. M. in D. gab an, im Auftrage des Düsseldorfer Subdirektors zu kommen, Zu Frage 142. Schmelzöfen für Gas- oder Kohlenfeuerung um Versicherungen gegen Einbruchsdiebstahl aufzunehmen. Er liefert die Deutsche Gold- und Silberscheide-Anstalt vorm. Roessler war im Besitze von Antragsformularen der Fides und schloss in Frankfurt a. M. Dieselben sind auch durch die Firma B. Roessler demzufolge auch zwei Versicherungen ab. Da diese sofort in & Co. in Berlin zu beziehen. Kraft treten sollten, verlangte der Agent auch sofortige Zahlung Zu Frage 147. Sämtliche Fassungen für Semi-Emailleder Prämien, die von den Uhrmachern gegen Quittung auch ge- Bilder, Broschen, Armbänder, Anhänger, Knöpfe und Kravattenleistet wurde. Nicht wenig erstaunt waren dieselben aber, als nadeln, speziell in Am, und Silber-Doublé, fabrizieren und stehen ihnen nach wenigen von der Subdirektion mitgeteilt wurde, dass auf Wunsch mit bemusterter Offerte und Skizzen gern zu Diensten. der Agent wohl die Anträge, aber nicht das Geld abgeliefert habe. Lieferung nur an Grossisten. Ed. Winter & Co., Pforzheim. Leider hatte der Subdirektor auch versäumt, sich von dem Meyer Zu Frage 148. Verschiedene ungünstige Erfahrungen mit eine Legitimation zeigen zu lassen und kannte nur die dürftige Trocken-Elementen, welche ohne Ausnahme an dem ÜbelAdresse: Essen, Hotel Kaiser Friedrich. Briefe und Anfragen an stande litten, dass sie nicht lange genug konstant blieben, verdas Hotel blieben unbeantwortet. Der Fall mahnt zur Vorsicht anlassten mich, selbst Versuche zur Herstellung solcher Elemente und sollte jeden Kollegen veranlassen, sich bei Abschluss von anzustellen. Die verschiedenen von mir versuchten käuflichen Versicherungen erst zu überzeugen, ob der betreffende Agent auch Typen gaben ohne Ausnahme anfangs einen erstaunlich starken zur Kassierung der Prämien bevollmächtigt ist. Etwaige Wahr Strom, dieser schwächte sich indes in verhältnismässig kurzer nehmungen über den genannten Meyer bitten wir sofort an unsere Zeit, meist schon nach einigen Monaten, immer mehr ab, so dass Redaktion gelangen zu lassen.

sie bald ganz versagten. Ich hatte also meine Versuche auf ErNordböhmisches Gewerbemuseum. Die an kostbaren Schätzen

zielung einer möglichst langen Lebensdauer des Elementes zu reiche Goldschmiedeausstellung ist jüngst eröffnet worden.

richten. Nach mehreren Fehlschlägen stellte ich ein Element in Die Beteiligung an derselben war eine so rege, dass es thatsäch

folgender Zusammensetzung her. Einen Kohlenstab, Grösse lich gelungen ist, in Erinnerung an den Cellini - Gedenktag die

11 X3 X 1 cm, umgab ich mit fein gestossenem, bestem BraunEntwicklung der Goldschmiedekunst von der ältesten Zeit bis in

stein, ein Leinensäckchen gab den nötigen Halt dafür. Ein Zink

cylinder, Höhe 7 cm, Durchmesser 5 cm, mit angelötetem, stark unsere Tage teils im Bilde, -- teils -- und diese Abteilung bildet einen besonderen Glanzpunkt - in wertvollen Originalen aller

verzinntem Kupferdraht als Pol umgab die mit Braunstein umPerioden und galvanoplastischen Nachbildungen anschaulich zu

· hüllte Kohle. Das Elementglas ist 10 cm hoch, Durchmesser 6 cm. machen. Als Aussteller, die der Einladung des Nordböhmischen

Die Zwischenräume zwischen Kohle, Zink und Glas füllte ich Gewerbemuseums in der liebenswürdigsten Weise folgten, sind

mit Sägespänen, tränkte das Ganze dann mit konzentrierter zu nennen: Das k. k. österreichische Museum für Kunst und In

Chlorammonium - Lösung und goss das Element oben mit Hartdustrie in Wien, das kunstgewerbliche Museum zu Prag, das,

pech dicht, indem ich noch ein kleines Bleirohr zur Regelung der mährische Gewerbemuseum in Brünn, ferner von privaten Persön

Gasentwickelung mit einsetzte. Das Element gab anfangs einen lichkeiten: Herr Franz Graf Clam Gallas auf Schloss Friedland,

Strom, der eine grosse 12 cm-Glocke kräftig erklingen machte, Firma Christofle & Cie. in Wien, Herr Museumspräsident Willy

und noch heute, nach etwa 14 monatigem Gebrauch, treibt dasGinzkey, Firma C. Haas in Wien, Herr Dr. A. Figdor in Wien,

selbe eine 6 cm-Glocke.. Jedenfalls ein befriedigendes Ergebnis.

Ich möchte dem Herrn Fragesteller durch Vorstehendes nur Herr k. u. k. Oberstleutnant Hugo Jeglinger, Herr Arthur Krupp

einige Winke zur Selbstherstellung von Trocken-Elementen geben. in Berndorf, Frau Meininger, Herr Vicebürgermeister R. Nerrade,

B. K. in 0. Herr Dr. G. E. Pazaurek, Frau Fr. Posselt, Frau A. Prade, Fräulein Helene von Schmitt in Böhm.-Aicha, Herr Gustav von Schöller

Patente. in Brünn, Herr Ludwig Cahn - Speyer in Wien und Frau Stiasny in Reichenberg.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. Diamanten- und Goldfunde. Wie aus Südafrika gemeldet 44 a. 143 766. Schieber für Uhrketten, dessen innerer Grund wird. sind dort bedeutende Diamantenfunde in der Nähe von mit buntfarbiger Stoffeinlage verziert ist. Wilh. Jac. Loch, OberHay, im Distrikt Barkly West, in der Kapkolonie, gemacht worden. stein. 6. 11. 1900. -- L. 7938. Eine grosse Anzahl von Minenarbeitern und anderen Leuten ist 44 a. 143 767. Doppelseitig mit buntfarbigem Stoff hintervon Kimberley, Klipdam. Barkly West und den umliegenden legtes Mittelstück für Uhrketten. Wilh. Jac. Loch, Oberstein. Distrikten dahin abgegangen. Auch sollen reiche Goldfunde auf 6. 11. 1900. – L. 7939. dem Keep - Plateau, nicht weit von dem oben erwähnten Gebiet, gemacht worden sein.

Silberkurs. Schmuck und Mode. Ein neuer Erfolg, das Publikum mehr Der Durchschnittswert des feinen Silbers war an der Hamund mehr zum Ankauf von Schmucksachen zu veranlassen, ist burger Börse Mk. 87,93 per Kilo. auch darin zu sehen, dass die in Berlin erscheinende „Manufaktur- Darnach berechnen die vereinigten Silberwarenfabriken waren - Zeitung“, deren jede Nummer 20 000 Auflage hat, ein be- für 0,800 Silber Mk. 76,- per Kilo, gültig vom 11.-21. Dez. 1900.

Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats. Abonnementspreis incl. Beiblatt Schmuck und Modepro Quartal M. 1.75 für Deutschland, 2 Kronen für Österreich, M. 8.-- pro Jahr für das Ausland. Inseratenteil (ohne Text) kostet pro Jahr M. 2.- für Deutschland. - Insertionspreis die 4 gespaltene Nonpareillezeile 25 Pfg., 1/64 Seite M. 1.50 brutto. Bei Wiederholungen wird Rabatt gegeben. Beilagen nach Ubereinkunft, gefälligen Anfragen wolle man stets Muster beifügen. Arbeitsmarkt die

4gespaltene Nonpareillezeile 20 Pfennige. ---- - ---- --------- --- - ------Inhalt: Aufruf an die Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Deutschen Reiches - Programm des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold und Silberschmiede. Von Werkstatt zu Werkstatt. --- Taufmedaille aus dem Atelier der Stuttgarter Metallwaren-Fabrik Wilh. Mayer und Frz. Wilhelm (Abbildung). Moderne Z111 gläser auf der Pariser Weltausstellung. - Revision des österreichischen Puziennysgesetzes. Schmuck und Mode. --- Personalien und Geschäftsnachrichten. -Fachschulwesen Kunstgewerbliches. - Volkswirtschaftliches Gesetzgebung. - Arbreiter- und Lohnbewegung. - Handel und Verkehr. -- Geschäftliche Mitteilungen. Gerichtliche Entscheidungen. -- Unglücksfälle, Einbruchsdiebstahle, Verbrechen etc. -- Vermischtes. -- Frage und Antwortkasten. -- Patente. - - Silberkurs.

Konkurse und Insolvenzen. - Arbeitsmarkt. - Inserate.
Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur unter genauer Quellenangabe gestattet.

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