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Preisausschreiben wegen Schutz an Pressen etc. erlassen. Bei der vor einigen Tagen erfolgten Preisverteilung wurde Herrn Kabinettmeister Wilh. Widmann bei Herrn Fabrikant Adolf Weitnann in Schw.-Gmünd für einen Fallbammer mit Schutzvorrichtung der zweite Preis zu 150 Mark zuerkannt. Den Entwurf zu dieser Vorrichtung hatte Herr Kabinettmeister Widmann erdacht und gezeichnet, während die Ausführung der Idee (en miniature) Herr Mechaniker Laglye übernommen und vollendet hat. Der Erfolg ist um 80 mehr anzuerkennen, als die Ausstellung sebr reich beschickt war und nur 10 Preise verteilt wurden. Wie man bört, ist diese Arbeit schon beim Patentamt angemeldet worden.

Vakanz. An die Handwerker- und Kunstgewerbeschule zu Erfurt wird für das kunstgewerbliche Zeichnen ein Lehrer gesucht. Gehalt Mk. 3600. Bewerbungen sind an die Direktion der Handwerker- und Kunstgewerbeschule zu richten.

Personalnotiz, Der Goldarbeiter Friedrich Neupert in Gera, R. j. L., ist als Taxator für Gold- und Wertsachen am städtischen Leibhause eidlich in Pflicht genommen worden.

Todesfall. Herr Paul Blattner, Etuisfabrikant in Pforzbeim, wurde am 24. März d. J., Abends 10 Uhr, nachdem er seine Frau von einer Theateraufführung abgeholt hatte, vom Schlage getroffen und verschied kurz darauf.

Aus Pforzheim schreibt man uns: In der letzten Zeit fanden im Grossherzogtum Baden verschiedene Ausgrabungen statt, die u. a. auch Schmucksachen zu Tage förderten. In Handschuhsheim bei Heidelberg worden 5 Skelette ausgegraben, bei denen Kämme und Schmuckgegenstände zum Vorschein kamen. Die Schmucksachen bestanden aus einer Art Broches, in deren Mitte eine Perle befestigt ist. In Lahr fanden sich in Gräbern einige Ringe und Schnallen aus Bronze. Man nimmt an, dass die Gräber aus allemannisch-fränkischer Zeit stammen, somit die Schmucksachen, die noch gut erhalten sind, 12–1500 Jabre unter der Erde gelegen haben mögen. - In erfreulicher Weise mebren sich in letzter Zeit die Gesellschaftsabende und Ausflüge, die vou Seiten der Fabrikanten für die Angestellten veranstaltet werden. Namentlich in Ausflügen hat die Firma Kollmar & Jourdan, A.-G., schon mehrfach Schönes geleistet. Genussreich und ehrend sowohl für Chef als für die Arbeiterschaft war auch der „Bier-Abend", den die Firma Friedrich Koblrausch hier vor einiger Zeit für ihr Personal arrangierte. Galt es doch einen alten, treuen Mitarbeiter, Herrn Karl Müller, der seit mehr als 20 Jahren mit seltenem Fleiss und unermüdlicher Thatkraft als Kabinettmeister dem Geschäft vorstand und nun wegen andauernder Kränklichkeit den Beruf auf. gab, Adieu zu sagen. Im Kaiserhof war es, wo sich der Chef, das Kontor- und Fabrikpersonal, sowie Freunde des Hauses versammelten. In einer Reihe von Ansprachen wurden die Verdienste des Scheidenden gewürdigt, aber auch des Chefs gedacht, der seinem Personal ein leuchtendes Vorbild ist. Ansehnliche Geldgeschenke, ja sogar scherzhafter Weise eine Ordensauszeichnung aus Boraxpinseln etc. zusammengesetzt, wurden dem Jubilar überreicht, dem aucb wir noch einen langen ungetrübten Lebensabend wünschen.

Trust. Die Juwelenfabrikanten in den Vereinigten Staaten beschlossen, einen „Trust“ mit einem Kapital von 25 000 000 Dollars zwecks Beberrschung der Produktion und Preise zu gründen.

Zur Warenhausfrage. Die Handelskammer in Mühlhausen i. Th. spricht sich gegen den Gesetzentwurf über die Besteuerung der Warenhäuser aus. - Die Handelskammer in Krefeld verhandelte in längerer Debatte über den Gesetzentwurf über die Besteuerung der Warenhäuser. Sie nahm dabei mit allen gegen drei Stimmen gegen die Sonderbesteuerung der Warenhäuser im Prinzip Stellung. Bei der Besprechung über die Einzelheiten des Entwurfes gewann die Handelskammer die Ansicht, dass die vorgesehene Gruppeneinteilung im allgemeinen zutreffend, die Besteuerung jedoch zu hoch angesetzt worden sei.

Unter den wertvollen Gegenständen, die der jüngst verstorbene Baron Ferdinand von Rothscbild dem britischen Museum vermacht hat, befindet sich auch das berühmte „Lyte

woluta Jewel“, ein Edelstein, den König Jakob I. als ein Zeichen seiner königlichen Wertschätzung an Thomas Lyte schenkte. Lyte ist der Ahnherr des Sängers von „Bleib' bei mir und auch von Sir Henry C. Maxwell-Lyte, einem Archivar, der sich mit der Genealogie von König Jakob besonders beschäftigte. Das Kleinod besteht aus einem ovalen, von dem berühmten Oliver gefertigten Miniaturbild des Königs, eingefasst von Diamanten und geschützt durch eine goldene Schnalle, die das königliche Monogramm in

Diamanten trägt und auf der Rückseite emailliert ist. Aus der Familie des Empfängers kam es durch die Heirat einer der Töchter im Jahre 1747, und bei dem Verkauf der bekannten Hamiltonschen Sammlung erstand Baron Ferdinand von Rothschild das Schmuckstück für den hohen Preis von 56 700 Mk.

Sicherheits-Broschennadel. Beistehend bringen wir die Abbildung einer neuen, der Firma G. Rau in Pforzheim durch D. R.-G.-M. No. 9:950 geschützten Sicherheits- Broschennadel, die

gegen die jetzigen Systeme bedeutende Vorteile bietet. Die Nadeln sind aus federhartem Broncedraht gebogen, haben keine Lötstelle und bleiben deshalb hart, die Drahtstärke kann aus diesem Grunde auch dünner genommen werden. Der umgebogene Teil der Nadel ist 80 fest angepresst, dass ein Aufbiegen desselben beim Gebrauch vollständig ausgeschlossen ist. Das Broscheböckchen hat eine elegante Façon mit einer leichten Neigung nach rückwärts, deshalb ist die Brosche beim Auflöten desselben ein wenig schräg zu halten. Auf Wunsch werden die Böckchen auch gerade stehend geliefert. Das Nietchen, welches auf der einen Seite ein Köpfchen hat und auf der anderen Seite angebohrt ist, ermöglicht vermittelst einer besonders dazu konstruierten Zange ein rasches Finieren und giebt dem Ganzen einen vorzüglichen Halt. Die Nadel steckt sich infolge ihrer glatten Spitze, ihrer schlanken Form und ihrer Härte leicht durch jeden Stoff und bietet durch ihre Federkraft eine unbedingte Sicherheit gegen das Verlieren der Brosche. Alle Teile werden auf automatischen Maschinen hergestellt,

sind deshalb immer gleich; auch ist es dadurch ermöglicht, das neue System zu einem ausserordentlich billigen Preis zu liefern. Die kompletten Broschierungen werden ausser in Bronce auch in jedem anderen Material hergestellt.

Eine seltene Münze. Aus Paris wird berichtet: In der biesigen Münze wurde vor Kurzem ein neues Fünf-Francsstück geprägt, das jedoch nicht in Verkehr gesetzt wird. Nach der unter den fünf Mächten der Lateinischen Münz-Union bestehenden Convention dürfen nämlich neue Fünf-Francsstücke nicht geprägt werden. Das fragliche Fünf-Francsstück wurde nur geprägt, um eine vollständige Serie der neu in Circulation gesetzten Münzstücke zu erhalten. Diese von dem bekannten Graveur Roty hergestellte Serie besteht aus Zwei- und Ein-Franco, sowie aus Fünfzig-Centimesstücken. Das Modell dieser Serie wurde nun auch versuchsweise für Fünf-Francsstücke in Silber angewendet. Dieses nene Geldstück trägt jedoch den ausdrücklichen Vermerk „Essai“ aufgeprägt. Es existiert nur eine äusserst geringe Anzahl von dieser neuen Münzsorte. Von den Deputierten besitzt nur M. Chevalliet ein Stück, Dank seiner Stellung als Budget-Referent. Für Sammler existiert daher nur wenig Hoffnung, in den Besitz eines Exemplars dieser seltenen Münzsorte zu gelangen.

Irren ist menschlich. Ein Berliner Juwelier verkaufte neulich einem gelegentlichen Kunden einen Brillantring, der einen schönen, wenn auch nicht allzu grossen Stein in moderner Fassung enthielt. Der Kunde schien mit seiner Erwerbung zufrieden und zahlte willig den für den Ring verlangten Preis. Umsomehr war der Juwelier erstaunt, als derselbe Kunde einige Tage später mit allen Zeichen der Erregung seinen Laden wieder betrat, den gekauften Ring vom Finger zog und voller Entrüstung sagte: „Da haben Sie mich schön angeschmiert; ich glaubte, mich auf Sie verlassen zu können, dass Sie mir ein modernes Stück verkaufen und nun stellt es sich heraus, dass mein Ring schon über 30 Jahre alt ist!“ Der Juwelier erwiderte in aller Höflichkeit, dass dies nicht der Fall sein könne, aber der Kunde liess sich nicht beruhigen. „Sehen Sie hier," sagte er, „der Ring ist alt und schon lange getragen; Sie haben ihn nur aufpoliert und wollen ihn jetzt als neu verkaufen, das lasse ich mir nicht gefallen! Hier steht ja doch innen die Jahreszahl 1864!“ Verdutzt besah sich der Juwelier die innen eingravierte Zahl, dann lachte er laut auf und gab dem Kunden den Ring zurück: „Lieber Herr, das ist nicht die Jahreszahl der Anfertigung, das ist das Steingewicht 18/64 kar., welches zur Vermeidung von Irrtümern den Ringen eingraviert wird!“ Und wesentlich froheren Gemütes, wie er gekommen, verliess der Kunde den Laden.

Vom bayerischen Goldfelde wird geschrieben: Neuerdings sind im Goldbergwerke zu Neualbenreuth in der Oberpfalz, wo seit Weihnachten Stillstand herrschte, die Arbeiten wieder aufgenommen worden. Es sollen fortan 8 bis 10 Mann darin beschäftigt werden. Die Abräumungsarbeiten sind fast beendet, und jetzt wird mit dem Goldgraben selbst begonnen, was darauf schliessen lässt, dass das dem südlichen Schacht entnommene Probegestein nicht ungünstige Resultate ergeben hat. Nach Ostern wird ein zweiter

Schacht, der sich nahe der Strasse nach Altmühl gegen den Dillenberg hinzieht, blossgelegt werden,

Gold- und Silberwarenkontrolle. Es ist zu bedauern, bemerkt der Bericht des Schweizerischen Eidgenössischen Amtes für Gold- und Silberwaren über seine Geschäftsführung im letzten Jahre, dass ein Teil unserer Fabrikanten nicht besser begriffen hat, welche Nachteile ihnen aus dem Bestehen der bloss fakultativen Kontrolle für Bijouterie- und Goldschmiedwaren erwachsen. Es bedarf keiner weiteren Ausführung, wie sehr das kaufende Publikum, welches doch auf diesem Gebiete staatlichen Schutz beanspruchen darf, geschädigt wird, weil es den Wert der gekauften Gegenstände nicht zu beurteilen vermag; dagegen muss darauf hingewiesen werden, dass sich wenig gewissenhafte, meist ausländische Fabrikanten, zum grossen Schaden des ehrlichen Handels, der dadurch gelähmt wird, diesen Umstand zu nutze machen, um den schweizerischen Markt (Bazare, Kunstartikelgeschäfte etc.) mit Bijouterieartikeln von geringem Feingebalt zu überschwemmen. Als erschwerend fällt hierbei noch in Betracht, dass sich fremde Händler jedes Jabr in den Sommermonaten mit geringwertigen Waren frei bei uns einstellen dürfen, um dieselben in den verkehrsreichsten Ortschaften abzusetzen. Sie entgehen meist jeder Verfolgung, da das gegenwärtige Gesetz hierfür keine genügende Handhabe gewährt. Diese Vorfälle haben das Eidgenössische Handelsdepartement bestimmt, einen neuen Gesetzentwurf über die obligatorische Kontrolle der Bijouteriewaren auszuarbeiten, laut welchem jeder in der Schweiz detailweise als „Gold“ oder „Silber" zum Verkauf ausgebotene Gegenstand mit dem amtlichen Kontrollstempel versehen werden müsste. Ein solcher Entwurf wird demnächst neuerdings den eidgenössischen Räten unterbreitet werden, um das Publikum gegen schreiende Missbräuche zu schützen.

Aus Deutsch-Ostafrika kommen nähere Nachrichten über die Auffindung von Goldlagern. Die Kommission von Sachverständigen, die im September 1897 von der Küste nach dem Innern aufbrach und Mitte Februar ds. Js. mit den angeblich ,denkbar günstigsten Resultaten“ nach Dar-es-Salaam zurückgekebrt ist, fand 5-6 Kilometer vom Südufer des Victoria - Nyanza - Sees verschiedene Goldlager in überaus fruchtbarer Gegend. Die Untersuchung ergab als Resultat bis zu 190 Gramm Gold pro Tonne Gestein, was einen hohen Gehalt bedeutet. Es fragt sich nur, wie gross die Felder sind und ob der Abbau lohnt.

Mehrere Goldfelder am Ochotskischen Meere, die seiner Zeit von der Ochotsk-Kamtschatkischen Expedition erforscht worden, sind, wie das Patentbureau von H. & W. Pataky in Berlin mitteilt, von der Russischen Regierung an Private zur Ausbeutung überlassen worden. Die Goldfelder liegen hauptsächlich an der Westküste des Ochotskischen Meeres und an den linken Nebenflüssen der in die Udskaja-Bucht einmündenden Uda. Dieselben sollen sehr goldreich sein, wenn sie auch in ibrer Bedeutung den Feldern in Klondyke nicht gleichkommen.

Warnung. Einer unserer Abonnenten in Ullersdorf bei Glatz schreibt ups: „Vor ungefähr 8 Tagen besuchte mich ein ziemlich anständig gekleideter Herr. Derselbe stellte sich als Reisender vor, welcher die Herren Uhrmacher und Goldarbeiter besuche, und zwar offerierte er flüssige Versilber ung, welche sich aber als ein kolossaler Schwindel herausstellte; die Versilberung, von welcher die Flasche 2,50 Mk. kostet, ist in scharfer Säure (Salpetersäure etc.) aufgelöstes Quecksilber. Kleine Sachen wie Ringe etc. lassen sich nach dem Versilbern wie Holz zerbrechen, von einem Halten der Versilberung auf den Gegenständen ist keine Rede. Für den Augenblick sieht dieselbe sehr hübsch aus, doch nach einigen Stunden kann man sich sein Malheur besehen. Vielleicht können Sie andere Kollegen vor ähnlichem Reinfall bewahren, indem Sie vielleicht eine Warnung in der HandelsZeitung“ ergehen lassen. Den betreffenden Herrn fragte ich übrigens nach seinem Namen und gab er mir als Adresse: Jean Wertz, Saarbrücken, Weissenburger Str. No. 7. Ob diese Adresse richtig ist, weiss ich nicht.“

Raubmord. Mit durchschnittenem Halse wurden am Sonnabend vor Ostern in einer Vorstadt von Cherbourg der Juwelenhändler Leroy und dessen Mutter aufgefunden. Die Juwelen sind geraubt.

Einbrüche in Münchener Villen. Nachdem vor kurzer Zeit im Villenviertel der Möhlstrasse eingebrochen wurde, auch Einbruchsversuche in benachbarten grösseren Villen vorkamen, wurde in der Nacht vom 9. auf 10. März in einer Villa der Maria Theresia. strasse eingebrochen, Baargeld und Schmuck entwendet, darunter eine neue 14 kar. goldene Repetieruhr mit Minutenrepetition, Chronograph, Kalender mit springendem Datum in Schrift, Fabrik

marke: Le phare, Nummer 210310. Die Uhr war glatt poliert, der vordere Sprungdeckel war losgelöst und mit Monogramm C B versehen. Diesbezügliche Mitteilungen, welche zur Eruierung des Thäters führen könnten, mögen an das Polizeibureau Ismaningerstrasse 26 in München gerichtet werden. Vom Beschädigten sind Mk. 100. — Belohnung demjenigen, der die Uhr wieder beschafft, zugesichert worden.

Schwindel durchs Telephon. Bei dem Silberwarenfabrikanten Adolph Pollak, Rothenturmstrasse No. 7 in Wien, wurden vor einigen Tagen telephonisch angeblich von dem Goldarbeiter Jakob Engel, Cirkusgasse No. 9, zwei Paar silberne Girandols mit dem Bemerken bestellt, dass sofort ein Vertreter der letztgenannten Firma erscheinen werde, um dieselben abzuholen. Der Fabrikant Pollak, welcher mit Engel in Geschäftsverbindung steht und von diesem schon öfters telephonische Bestellungen erhalten hatte, folgte, als sich kurz danach ein junger Mann einfand, der sich als Abgesandter des Herrn Engel vorstellte, die Girandols aus. Erst nach kurzer Zeit kan man durch eine Nachfrage darauf, dass Herr Engel keine Bestellung gemacht und Herr Pollak einem Schwindler zum Opfer gefallen sei. Die Girandols bestehen aus einem Paar ziselierter Leuchter mit Füssen im Gewicht von 900 Gramm und einem Paar dreiarmiger Leuchtcr, gleichfalls ziseliert; dieselben wiegen zusammen 1400 Gramm und haben einen Wert von 180 f. Der Schwindler ist ungefähr 20 Jabre alt.

Entdeckung einer Falschmlinzerbande. Aus Oran in Algier wird gemeldet, dass man dort einer Falschmünzerbande auf die Spur gekommen ist, die nicht nur französische, sondern auch spanische und marokkanische Münzen in grossen Mengen hergestellt und in Umlauf gesetzt hat. Es soll sich dabei um viele Millionen handeln. Man nat bereits ermittelt, dass die Bande in fast allen Hauptstädten Europas und Nordafrikas Spiessgesellen hatte. Es ist ein überaus reichhaltiges Material beschlagnahmt und sind bereits einige Verhaftungen vorgenommen worden.

Verhaftungen. Am 28. v. Mts. wurde in Mainz ein Dieb verhaftet, der in Ludwigshafen einen Einbruch verübt und dabei für 600 Mk. Goldwaren und Uhren gestohlen hatte. Er wird ausserdem von Augsburg, Würzburg, Ulm etc. wegen schwerer Einbrüche und Diebstähle steckbrieflich verfolgt. - In Chias 80 wurden drei der Teilnehmer am grossen Uhrendiebstahl im Geschäfte des Uhrmachers Somazzi in Lugano verhaftet, als sie mit 120 der gestohlenen Uhren das Zollbureau passieren wollten.

Einbruchsdiebstähle. In der Nacht vom 23. zum 24. v. Mts. wurde in Oldenburg in das Uhren., Gold- und Silberwarengescbäft von Günther an der Heiligengeiststrasse eingebrochen. Den Dieben fielen Uhren und Schmucksachen im Werte von etwa 2000 Mk. zur Beute. Der Einbruch ist in ganz ähnlicher Weise ausgeführt, wie vor einigen Monaten der in das Uhrengeschäft des Uhrmachers Lührs, bei dem die Diebe eine Beute machten im Werte von reichlich 5000 Mk. Vor einigen Jahren wurde Günther ebenfalls bestohlen. Die Diebe erbeuteten damals für etwa 700 Mk. Sie wurden nicht entdeckt. - In Szegedin haben unbekannte Tbäter in dem mitten in der Stadt befindlichen Juwelengeschäft von Karl Fried einen Einbruch verübt und das Geschäft geplündert. Die Diebe hatten sich im Keller versteckt und waren von dort in den Laden gedrungen. Der Wert der gestohlenen Juwelen beträgt mehr als 15 000 fl. Die Polizei verdächtigt zwei junge Leute, deren einen man aus dem Hofe des betreffenden Hauses kommen sah.

Verurteilungen. In Mannheim wurde der 25 Jahre alte Kauf. mann Samuel Levi zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und zu einer Geldstrafe von Mk, 600 verurteilt. Er betrieb eine Art „Schlittenfahrens“, indem er auf zahlungsfähige Firmen Bestellungen bei Fabriken optischer Waren, Bijouterien etc. aufgab, die er in seinen Besitz zu bringen verstand. Der Verurteilte hat zahlreiche Vorstrafen. – Die beiden Juwelendiebe Steinfort und Wiederhold, die im Dezember V. J. dem Goldschmied Sack in Lübeck eine Handvoll Pfeffer ins Gesicht warfen und alsdann zwei Kasten mit Ringen erbeuteten, wurden vom Schwurgericht in Lübeck zu acht bezw. fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

Durch Diebstähle an Gold und Juwelen wurde seit Monaten das Goldwarengeschäft von Belmonte & Co., Königsstrasse 22 in Berlin, schwer geschädigt. Obgleich die Verluste stets sofort bemerkt wurden, konnte man sich das Verschwinden der wertvollen Gegenstände doch nicht erklären, da die Kontrolle im Geschäft mit grosser Peinlichkeit geübt wird. Ende vorigen Jahres glückte es allerdings, vier Personen festzunehmen, die überführt wurden, Diebstähle bei der Firma B. begangen zu haben. Sie wurden dafür zu Strafen von drei Monaten bis zu 1/2 Jahr GeZu Frage 67. Silberne Pokale bezieht man in gediegener Arbeit von Aichele & Cie., Silberwarenfabrik, Pforzheim, versilberte Pokale aber von der Württ. Metallwarenfabrik Geislingen.

Zu Frage 68. Ich würde Ibnen raten, für Ihren Betrieb einen Coaksschmelz ofen anzuschaffen, da Sie auf solchem auch abtreiben können. Hier in Pforzheim liefert als Spezialität solche die übrigens auch in unserer Handels-Zeitung durch ständiges Inserat - vergl. vor. No. – vertretene) Firma Stefan Grötz und ist man damit sehr zufrieden. Man hat diese Öfen in 3 Grössen von Mk. 48.- bis Mk. 65.-. Wohl hat man auch Gasöfen im Gebrauch, jedoch ist daza nicht besonders zu raten. Erstens ist es mit grossen Kosten verknüpft und dann tritt auch öfters der Fall ein, dass der Gasdruck zu schwach ist und dann hat man nur Schwierigkeiten. Ich bin überzeugt, dass, wenn Sie Herrn Grötz um Auskunft in der Angelegenheit bitten, er Ihnen solche in ausführlicher Weise geben wird.

fängnis verurteilt. Trotzdem hörten die Diebstäble aber nicht auf, so dass mit Sicherbeit angenommen werden musste, dass sich immer noch ein Dieb unter den Angestellten des Geschäfts befinden müsse. Selbst Geschäftsreisende und Freunde der Firmeninhaber, die geJegentliche Besuche im Comptoir abstatteten, hatten unter dem Verdacht zu leiden. Die Aufmerksamkeit wurde verdoppelt und führte schliesslich auch zur Entlarvung des Thäters. Es ist dies der Juwelier Schlüter, der in der abseits vom Comptoir liegenden Fabrik der Firma beschäftigt wurde. Es fiel auf, dass Schlüter, der bisher keinerlei Argwohn erregt hatte, selbst bei geringfügigen Anlässen das Comptoir aufsuchte, auf dessen Tischen stets einzelne Schmuckstücke lagen. Als er jüngst wieder im Comptoir erschienen war, konnte nach seinem Weggang sofort das Fehlen eines wertvollen Ringes festgestellt werden. In aller Stille wurde die Kriminal-Polizei benachrichtigt, die sofort erschien, den Sch. durchsuchte und auch wirklich den Ring vorfand. Nach längerem Leaguen liess er sich auch zu dem Geständnis herbei, dass er schon verschiedene Diebstähle im Gescbäft ausgeführt und die Beute bei dem Uhrmacher G. verkauft babe. Dieser Herr war nun der Polizei kein Unbekannter, da er wegen Hehlerei und anderer Strafthaten schon vier mal vorbestraft ist. Die bei ihm vorgenommene Haussuchung förderte denn auch eine ganze Anzahl von Goldsachen und Juwelen zu Tage, die aus Diebstählen her. rühren. Das Geschäft wurde sofort polizeilich geschlossen und sowohl G. wie Schlüter in Haft genommen. Schlüter hat bereits eingestanden, dass er bei den früheren Diebstählen, die zur Ver. urteilung der Diebe führten, seine Hand im Spiele gehabt habe.

Juwelendiebstahl. Kürzlich versetzten in einer Pfandleihanstalt zu Prag zwei Männer, die sich derart benahmen, als ob sie einander fremd wären, verschiedene Gold- und Silberwaren. Dem Schätzer erschienen die beiden Männer verdächtig, weshalb er jhpen, nachdem sie die Pfandleihunstalt verlassen hatten, unbemerkt folgte. Er bemerkte nun, dass sie auf einander zugingen, mit einander sprachen und die Pfandscheine zerissen. Ein Sicherheitswachtmann, der von dem Schätzer a visiert wurde, hielt die beiden Männer an. Wäbrend er sie zum Kommissariat der oberen Neustadt eskortierte, ergriffen sie die Flucht. Einer von ibnen wurde in der Korngasse festgenommen, während es dem Anderen gelang, sich zu flüchten. Bei dem Verhafteten fand man nebst einem Betrag von 19 fi. eine Menge verschiedener Schmuck sachen und zwar eine silberne Taschenuhr mit silberner Kette, einer Kugel und einem gelben Stein mit Kopf als Anbängsel, ein goldenes Collier mit Amethysten, ein Armband mit Amethysten, eine alte goldene Brosche, eine goldene Damenuhr mit emaillirten Blüten, mit goldener Kette und einem Anhängsel in Form eines Kleeblatts, eine zweite goldene Damenuhr mit Kette und einem Anhängsel, bestehend aus einem Perlen-Hufeisen, einen goldenen Ring mit zwei Granaten, ein Anhängsel mit einem Herzchen, einen goldenen Ring, ein Anhängsel mit den Symbolen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, einen goldenen Ring mit Amethysten mit der Inschrift auf der Innenseite Zur Verlobung“, einen goldenen Ohrring mit Opal. Der Verhaftete, der vom Kommissariat dem Sicherheitsdepartement eingeliefert wurde, gab an, er heisse Anton Zajir und sei Zuckerbäckergehilfe. Später gestand er, Karl Madlik zu heissen und wegen Diebstahls bereits mehrmals bestraft worden zu sein. Er erzäblte, am 28. v. M. zwischen Pilsen und Rokitzal mit dem zweiten Manne, den er nicht kenne, zusammengetroffen zu sein. Dieser habe ihm den Antrag gestellt, mit ihm nach Prag zu reisen und hier ein gutes Geschäft zu machen, indem er sagte, er werde ihm Schmucksachen zur Verpfändung übergeben und ihn dafür gut honorieren. Auf diese Weise sei er nach Prag gekommen. Dass die Sachen aus einem Diebstable herrühren, habe er gewusst, doch könne er nicht angeben, wo sie gestohlen wurden. Es scheint, dass auch Madlik nicht der richtige Name des Verbafteten ist, und dass die beiden Komplizen sind, die gemeinsam einen grossen Diebstahl ausgeführt haben.

Büchertisch. Für die Reise nach Paris ist soeben im Verlag von Leopold Zolki, Berlin 0., ein äusserst praktisches Büchlein von dem französischen Sprachlehrer Georg Stier erschienen, welches sich betitelt: A Paris ein unentbehrliches Hilfsbuch für Deutsche, welche nach Paris reisen. (Preis 1 Mark.) - Jährlich reisen Tausende von Deutschen nach Paris, teils geschäftlich, teils zum Vergnügen. Ganz besonders aber werden gelegentlich der Pariser Welta usstellung eine grosse Anzahl Deutscher der SeineStadt einen Besuch abstatten. Wer davon den rechten Nutzen haben will, muss sowohl die Pariser Sitten und Gebräuche kennen, als auch die nötigen französischen Wendungen wissen. Beides wird in sehr klarer und fasslicher Weise in dem oben genannten Buch geboten. Bei jedem Kapitel werden die nötigen Erklärungen in deutscher Sprache gegeben und gleichzeitig die betreffenden französischen Wendungen hinzugefügt. A Paris“ setzt an Vorkenntnissen nur voraus, dass man französisch lesen kann, um sich die gegebenen Wendungen einzuüben. Der billige Preis von 1 Mark ermöglicht jedem, welcher sich für die französische Sprache interessiert, das Buch zu kaufen; der Reisende wird aber ganz besonderen Nutzen davon haben. A Parig“ ist auch durch die Expedition unserer Handels-Zeitung“ zu beziehen.

Patente.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44. 111 428. Knöpfe mit Photographien auf der Vorderseite. Albert Schachne, Nürnberg, Köhnstr. 52. 17. 2. 99, Sch. 8998,

44. 111 578. Abnehmbarer Aufsatz für (glatte) Fingerringe. J. R. Gessner, Leipzig, Marschnerstrasse 2. 8. 2. 99. – G. 5985.

44. 111 740. Fächer- oder Halskette mit Stellschieber, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Enden der Kette auf beiden Seiten des Stellschiebers befestigt sipd und die Kette durch in der Mitte des Schiebers angebrachte Ösen frei läuft. Burkhardt & Cie., Pforzheim. 12. 2. 99. – B. 12 205.

44. 111 807. Brosche mit feststehender Einhänge- und verschiebbarer Befestigungspadel. Johannes Dietenbeck, Stettin, Kl. Wollweberstrasse 6. 28. 2. 99. – D. 4241.

44. 111 606. Schmuck oder Nippsache mit drehbarem Anbänger. Carl Wernicke, Stassfurt. 23. 2. 99. - W. 8219.

41. 112 034. Ohrlochstecher, über dessen Nadel ein silbernes Röhrchen geschoben ist, welches im Ohrloch nach Entfernung der Nadel zurückbleibt und zur schmerzlosen Einführung des Ohrringhakens dient. Johann Geiger, Heidelberg. 23. 2. 99. G. 6026.

44. 112 430. Verstellbares Halsband (Kollier). Ochs & Bonn, Hanau a. U. 9. 3. 99. - 0. 1495,

44. 112 566. Jubiläumskränze bez. Sträusse, deren Blätter und sonstige Bestandteile verkupfert sind. Arthur Meyerricks, Berlin, Schmidstr. 43. 13. 3. 99. — M. 8198.

Frage- und Antwortkasten.
Frage 69. Wer fabriziert die Stahl-Petrusketten? V. in A.

Frage 70. Wie giebt man dem 585/ oder 750/ Golde eine dauerhafte ,Altgold“. Farbe?

G. L. in P. Zu Frage 53. Es war uns hente möglich, die Adresse eines Fabrikanten ausfindig zu machen, der Mosaikbroches fabriziert und daber wohl auch imstande sein wird, Reparaturen an solchen vorzunehmen. Die Firma heisst: R. Küntzel, Florenz (Italien).

Zu Frage 66. Echte und imitierte Stein e für Bijouterie aus erster Hand liefern: Albert Frey, Steinschleiferei, Leopold. strasse, Pforzheim und F. A. Schütt, Steinbandlung, Weiherstrasse, ebendaselbst.

Insolvenzen und Konkurse.
Mitgeteilt durch den Kreditoren-Verein Pforzheim.

A. Deutsches Reich. Birkenfeld. (Oberamt Neuenbürg i. Wrttbg.) Das vom Gerichtsnotariat Neuenbürg errichtete Inventar in der Nachla88sache des verstorbenen Goldarbeiters Friedrich Schroth hat bei einem Aktiva-Stand von 4366.27 Mk. und einen PassivaStand von 6133.49 Mk. eine Ueberschuldung des Nachlasses von 1767.22 Mk. ergeben. Falls nicht binen 2 Wochen Konkurs. eröffnungsantrag bei dem zuständigen Gericht gestellt wird. erfolgt die Verteilung des Nachlasses unter die bekannten Gläubiger.

Helmstedt. Juwelier Karl Wessel. Konkurseröffnung 29. März. Verw. Protokollführer Knigge. Anmeldefrist 20. Mai. Wahltermin 27. April, vorm. 10 Uhr. Prüfungstermin 31. Mai, vorm 10 Uhr. Anzeigefrist 20. April.

Posen. Uhrmacher Stanislaus Konieczny. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

Schleswig. Goldarbeiter Friedrich Christoph Zwanzig. Zwangsvergleichstermin 25. April, vorm. 10 Uhr.

Weissenfels. Uhrmacher Paul Witzig. Aufhebung des Konkursverfabrens durch Schlusstermin.

B. Österreich-Ungarn. Horn. Uhrmacher Franz Luschka. Konkurseröffnung 20. März. Verw. Dr. Pichler. Anmeldefrist 29. April.

Graz. Ubrmacher und Bijouteriewarenhändler Carl Riegler. Konkurseröffnung 14. März. Verw. Dr. Kienzl. Anmeldefrist 30. April.

C. Schweiz. Chaux-de-Fonds. Uhrenfourniturengeschäft Louis Frésard Ronkurseröffnung 15. März. Gläubigerversammlung 7. April. Anmeldefrist 29. April.

D. Russland. Riga. Die hiesige Firma Klink, welche vor kurzem einen Vertreter nach Pforzheim Aandte und einen Accord abschliessen Jiesa, kann die kurzen Termine nicht einhalten. Der Chef der Firma ist nun persönlich nach Pforzheim gereist, um längere Termine zu erwirken, was ihm auch gelungen. Allerdings hat er sich auch verpflichten müssen, die Anwaltskosten, die sich auf mehrere Hundert Mark belaufen, zu decken.

Eine Firma, von der schon im vorigen Jahresbericht die Rede war und die bei der Vereinbarung 30% bewilligte, hat von diesen nur 12% bezahlt. Weitere Zahlungen zu erhalten gelang erst nach mehrfachem, anfänglich vergeblichem Bemühen durch Inanspruchnahme eines Konsuls.

Das abgelaufene Jahr brachte 43 neue Konkurse, unter denen auffallenderweise sich die Uhrmacher in grösserer Zahl gegen die Vorjahre befinden. Von diesen 43 wurden 11, also ca. 25%, gerichtlich erledigt. Das Resultat ist daher durchaus kein erfreuliches. Es sind: 2 Fälle mit 1—2%, 1 Fall mit 5%, 1 Fall mit 7%, 1 Fall mit 10%, 2 Fälle mit 15%, 1 Fall mit 25%, 1 Fall mit 30%, 1 Fall' mit 32,9%, 1 Fall mit 32,66%. Bei 3 hiervon fand noch ein Zwangsvergleich, und zwar sind es diejenigen von den oben angeführten 11 Fällen, die den höchsten Prozentsatz ergaben. Dagegen konnten bei einem weiteren Fall nicht einmal die Vorrechts-Gläubiger voll befriedigt werden.

Unerledigt blieben 32 Konkurse, welche eine Gesamt-Forderung von 166 959 Mk. repräsentieren, wovon jedoch bei 78 000 Mk, die Aussichten ganz schlechte sind. Zu den 43 neuen Konkursen treten im Jahre 1898 noch 9 Verhandlungen wegen Ausgleichen und 4 Liquidationen hinzu; von letzteren allein 3 in eigener Regie. Erfreulicherweise konnten von den 8 Ausgleichen 8 an der Zahl zum Abschluss gebracht werden und zwar 1 mit 70%, 1 mit 65°, 3 mit 60%, 1 mit 50%, 1 mit 40% und 1 mit 33/9%

Die Zahlen reden und geben ein gutes Zeugnis gegenüber den Zahlen, die sich bei den Konkursen ergeben haben.

Einer Firma vermittelte der Kreditoren-Verein ein Moratorium. Von den Liquidationen sind 2 nahezu beendigt. Bei einer anderen dreht es sich um die Verwertung eines Stein- und Bijouterielagers im Wert von 100 000 Mk.; in 2 weiteren Fällen stellen sich besondere Schwierigkeiten in den Weg.

Stellt man die Konkurse vom abgelaufenen Jahr zusammen, so erhält man die Summe von 235 205,66 Mk. mit einem Ergebnis von 62 568,41 Mk., gleich einer Quote von 26°.. Macht man aber eine Aufstellung der abgeschlossenen Ausgleiche, so ergiebt sich das ungleich günstige Resultat, dass bei einer Gesamtsumme von 335 604,49 Mk. eine Dividende in der Höhe von 147 651,56 Mk., gleich einem Prozentsatz von 43,99 herauskommt.

Die bis hente vom Kreditoren-Verein erledigten Konkurse repräsentieren eine Summe von 551 979 Mk.; die Liquidationen und Ausgleiche 1 323 894 Mk., zusammen 1 875 873 Mk. Rechnet man dazu die schwebenden Konkurse mit 215 551 Mk. und die Liquidationen etc. mit 910370 Mk., zusammen 1125921 Mk., so ergiebt sich ein Gesamtbetrag von 3 001 794 Mk.

Welch günstiges Resultat zeigt dieses Bild: 17,39°), sind durch Ausgleiche mehr erzielt worden, wie durch die stattgehabten Kon. kurse. Dieser Erfolg soll aber auch gleichzeitig ein Sporn und eine Mahnung an die Mitglieder sein, sich immer in derartigen Angelegenheiten sofort an den Verein zu wenden. Die Vorstandschaft und die Beamten des Vereins thun ja alles, was in ihren Kräften steht, aber sie können eine Sache nur dann zu einem be. friedigenden Abschluss bringen, wenn sie einen vollen Rückhalt an den Mitgliedern haben. Durch einmätige gesamte Mitarbeit aller ist stets Grosses erzielt worden, warum sollte dies hier weniger der Fall sein? Das bekannte Losungswort: Einer für Alle, Alle für Einen, sollte sich die Mitgliedschaft zu ihrem eigenen machen. Wenn jedes Mitglied seine Schuldigkeit thut, dann wird das Ziel, das sich der Verein gesteckt hat, immer näher rücken, dem Verein zur Ehre, dem einzelnen Mitglied zum Vorteil und Nutzen.

Nicht schliessen wollen wir den Bericht, ohne der Männer zu gedenken, die in treuer Arbeit selbstlos für die Sache thätig waren, vor allem des I. Vorsitzenden, Herr Fabrikant W. Stöffler, und der einzelne Mitgliedern des Komitees; sie verdienen es, an dieser Stelle genannt zu werden. Ihnen sei hiermit herzlich gedankt. Den Mitgliedern sei aber zugerufen: „Einigkeit macht stark!"

Insolvenzen im Jahre 1898.

1. Konkurse. Das Jahr 1898 war für den Verein überaus mühevoll, aber auch sehr erspriesslich. Wie aus nachfolgenden Berichten ersichtlich, ist die Vereinsleitung stets bemüht gewesen, günstige Resul. tate für die Gläubiger zu erzielen; sie bat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses zu erreichen. Es ist dein Kreditoren-Verein in der That auch gelungen, in den meisten von ihm behandelten Fällen ein relativ günstiges Resultat zu erreichen.

Von den aus den Jahren 1895, 1896 und 1897 herübergenommenen Posten wurden 3 durch Zwangsvergleiche erledigt und zwar mit einer Ouote von 12/, 23). und 40% – 5 Konkurse fanden ihre Erledigung durch Ausschüttung der Masse, das höchste Ergebnis war 32%, das niedrigste 1,17%.. - Ein aussergericht. licher Vergleich kam mit einem italienischen Hause zu stande und zwar mit 50%, von denen allerdings noch 30% ausstehen. 4 Konkurse harren noch der Erledigung, 2 davon dürften jedoch in Bälde zu einem Abschluss gelangen. In einem Fall schwebt noch ein Interventionsprozess und in der Sache des 4. Falles ist ein Ausgleichstermin aaberaumt. --- Schliesslich sei noch ein Fall erwähnt, bei welchem bereits 30% verteilt wurden, bezüglich weiterer Beschaffung jedoch ein Prozess schwebt, der von den Gläubigern selbst geführt wird.

2. Liquidationen. Unter gerichtlicher Aufsicht fanden i, unter Leitung des Kreditoren-Vereins 2 Liquidationen ihren Abschluss. Während bei ersterer 81/0% erzielt wurden, konnten bei den beiden anderen 24,6 und 30,6% verteilt werden. In 6 Fällen wurden Abschlagg. zablungen bis zur Höhe von 36% geleistet. Von schwer einbring lichen Aussenständen in zum Teil überseeischen Ländern hängt eine definitive Erledigung und Verteilung der Schlussdividende in 3 Fällen ab. In einem weiteren Fall dürfte in Kürze die Schlussquote verteilt werden, nachdem die Schwierigkeiten, eine Anzahl Prozesse, beseitigt sind. In 2 Fällen wurden kleine Ratenzahlungen gemacht, doch waren solche zur Verteilung zu klein, weshalb sie einstweilen, bis zum Eingang weiterer Gelder, auf der Bank deponiert wurden.

Unerledigt blieben 5 Fälle, wovon auf Deutschland 2, auf das Ausland 3 kommen. Von den 2 Fällen auf Deutschland findet der eine schon in allernächster Zeit Erledigung, während jene im Ausland noch kein Ende voraussehen lassen. Die Verwaltung des Kreditoren-Vereins hat sich zwar viele Mühe, Zeitverlust und Geduld kosten lassen, um ein Resultat herbeizuführen, leider bis jetzt ohne Erfolg. In einem der Fälle hat sich der Kreditoren-Verein eine Lebensversicherungs-Police cedieren lassen und zahlt nun vor schussweise für Rechnung der Gläubiger die jeweils fälligen Prämien.

Silberkurs. Der Durchschnittswert des feinen Silbers war an der Hamburger Börse Mk. 81,35 per Kilo.

Darnach berechnen die vereinigten Silberwarenfabriken für 0,800 Silber Mk. 71,- per Kilo, gültig vom 11.-21. April 1899.

Unserer heutigen Auflage liegt ein Prospekt der elektrotechnischen Fabrik von Umbreit & Matthes in Leipzig-Plagwitz bei, betr. das Cupron - Element in seiner speziellen Anwendung für Vergoldung, Versilberung, Verkupferung etc. Da dies für die Goldarbeiter etc. sehr wichtig, empfehleu wir den Prospekt der Aufmerksamkeit unserer Leser aufs angelegentlichste.

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Inhalt: Die Bedeutung des Ringes (mit Abbildungen). – Moderne Broschen von Hugo Schaper in Berlin. – Einführung eines russischen Einfuhrzolls auf Silber. - Der Ehrenwanderpreis des Kaisers für die deutschen Männergesangvereine (mit Abbildung). - Broschen nach dem Entwurf von Bruno Möhring, ausgeführt von J. H. Werner in Berlin. - Pariser Brief, - Technisches. - Fachschulwesen. - Vermischtes. -- Frage- und Antwortkasten, — Büchertisch. - Patente.

Insolvenzen und Konkurse. – Inkasso- und Mabnverfahren, - Silberkurs. — Arbeitsmarkt. — Inserate.

Die Bedeutung des Ringes.

chmuck ist im allgemeinen etwas Bedeutungsloses. der Orden dagegen schmückt die Brust, in der die Treue Er soll nichts als zieren und gewisse Körper- wohnen soll, denn er ist zur Belohnung für geleistete Dienste teile wirkungsvoll hervorheben. In dieser irgend welcher Art bestimmt. Freilich denkt dabei niemand letzteren Aufgabe liegt aber schon der Keim, mehr an Schmuck, und zwar mit Recht; denn die meisten die Veranlassung dazu, bestimmte Schmuck- unserer Ordensabzeichen, die in den Knopflöchern des bürgerstücke gewohnheitsmässig anzuwenden und ihnen lichen Frackes ihr vielbegehrtes Dasein führen, dekorieren

eine symbolisch begründete Wertschätzung unter ihren Träger wirklich nicht sonderlich. Aber ihre Abzuschieben. Dadurch gelangt man zum symbolischen stammung von der Ritterkette und dem Schmuckanhänger Schmuck, der mit der Zeit nach Form und Anwendung der Renaissance ist ausser allem Zweifel.

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