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genommen und soll man bereits auf der richtigen Spur zur Er greifung der Thäter sein. Das heimgesuchte Geschäft ist übrigens eine Filiale der Firma Bäumer & Cie. in Bochum, deren Iuhaber obengenannter Herr Edel ist. - In der Nacht vom 15. zum 16. März wurde in das Geschäft des Uhrmachers Schwarz zu Bredeney bei Kettwig eingebrochen. Die Diebe haben die Rolle läden hochgehoben und die Fensterscheibe mittels eines Ziegel steines zertrümmert. Der Geschäftsinhaber, welcher infolge des entstandenen Geräusches erwachte, wollte die Diebe verfolgen, musste jedoch die Wahrnehmung machen, dass die Haustbür mit einem Strick zugebunden war. Die Einbrecher entflohen in der Richtung nach Essen zu und war bisher noch keine Spur von ihnen zu entdecken. Der Wert der entwendeten Taschenuhren wird auf ca. Mk. 1000 geschätzt. — Von Einbrechern wurde in der Nacht zum 17. März der Ubrmacher Ratzmann in Broich heimgesucht. Die Diebe haben die Rolläden hochgehoben, die Fensterscheibe eingeschlagen und etwa 90 goldene und silberne Uhren, sowie eine Anzahl Ketten . 8. w. geraubt. Der Wert der gestohlenen Waren beziffert sich auf einige tausend Mark. - In Bochum wurde am 9. v. M. ein Einbruch bei der Uhren- und Golwarenfirma Th. Bönninghaus Nachf., Kortumstr., verübt. Den Dieben fiel jedoch nur eine geringe Beute in die Hände. Letzthin wurde Nachts bei dem Juwelier und Uhrenbändler Bernhard Jónás auf dem Leopoldring No. 19 in Budapest ein Einbruch verübt und wurden bei dieser Gelegenheit Pretiosen (silberne Remontoir-Taschenuhren, Gold- und Silberketten, goldene Reifringe, Bracelets, Joujoux) im Werte von 420 Gulden gestohlen. Die unbekannten Diebe waren aus einem, an das Juweliergeschäft stossenden leeren Gewölbe nach Durchbrechung der Zwischenwand in das Lokal gelangt. Im Schutte wurde ein abgebrochener Hemdknopf gefunden.

Der raffinierte Juwelendieb Karl Wilhelm Hans Reiff, der vor einigen Wochen den Juwelier Mau in Dresden um 10000 Mk. Pretiosep beschwindelte und damit nach Mainz flüchtete, wo er beim Versuch, die Steine des Colliers zu versetzen, verbaftet worde, stand dieser Tage vor dem Dresdener Landgericht. Da der Verhandlungstermin bekannt geworden, war der Zudrang des Publikums nach der Zuhörerschranke ein ungeheurer. Reiff ist ein schwächlicher, upansehnlicher, 24 Jabre alter Mann, der von seinem Verteidigungsrechte so gut wie gar keinen Gebrauch machte. Reiff hatte sich im ,,Europäischen Hof zwei nebeneinander liegende Zimmer unter dem Namen C. Willing, Kaufmann aus Boston, eingemietet gehabt und im Mauschen Geschäft eine Auswahlsendung im Werte von 55000 Mark ausgesucht, um deren Übersendung ins Hotel er bat, da seine Mutter dergleichen Schmucksachen zu kaufen beabsichtige. Er selbst trug einen Brillantring und eine Kravattennadel mit einem mit Brillanten umsetzten Opal, sodass er einen vertrauenerweckenden Eindruck machte. Uberdies erbat sich der Schwindler noch die Ubersen. dung der ausgesuchten Sachen durch einen Boten, welcher verkaufsberechtigt sei, denn selbstverständlich erfolgte der Kauf sofort gegen Barzablung. Reiff nabm die Sachen, ein Collier, ein Armband und zwei Paar Ohrringe im Preise von 9400 Mark mit ins Nebenzimmer, um sie angeblich seiner darin befindlichen Mutter vorzulegen. Er imitierte daselbst eine Frauenstimme, und gelang es ihm, mit einem anderen Anzug aus dem Hotel zu verschwinden. Er fubr mit Droschke nach Neustadt, hielt sich dort einige Stunden auf und dampfte Abends 8 Uhr ab Hauptbahnbof nach Berlin. Dort verkaufte er die Ohrringe und reiste, nachdem er vom 12. bis 19. Januar unentdeckt geblieben, in der Absicht nach Paris zu flüchten, zunächst nach Köln, von da nach Frankfurt und schliesslich nach Mainz. Der Scbaden der Firma beträgt 1130 Mk. Das Urteil lautete wegen Diebstahls auf 3 Jahre 6 Monate Gefängnis und 5jährigen Ehrverlust.

Diamanten · Diebstahl. Der zur Zeit in Pisa weilenden Baronesse Benkendorf wurden Diamanten im Werte von 100 000 Fr. gestohlen.

Erwischter Einbrecher. In der Person des Buchdruckers Oswald Lache gelang es der Breslauer Polizei den Einbrecher festzunehmen, der im Januar bei einem Einbruch in das Müllersche Uhren- und Goldwarengeschäft, Albrechtstr., für 10000 Mk. Waren wegschleppte. Bei dem Verhafteten fand sich noch eine grössere Anzahl Uhren, Ringe u. 8. w., die Herr Müller als sein Eigentum indentificieren konnte.

Sehwindler. Vor einigen Tagen kamen in die Werkstatt eines Goldarbeiters auf der Breitestrasse in Breslau zwei unbe. kapnte Männer und wollten Trauringe zur Auswahl vorgelegt haben. Da der Goldarbeiter erklärte, solcbe nicht vorrätig zu haben, liess sich der eine der Männer Mass nehmen, um einen Trauring anfertigen zu lassen. Diese Gelegenheit benutzte ein Ge

fährte, um sich einen goldenen Siegelring mit einem viereckigen Onyxsteine anzueignen. Der Goldarbeiter hatte den Diebstahl erst bemerkt, als sich die beiden Männer aus der Werkstatt bereits entfernt hatten, der Dieb war etwa 30 Jahre alt und trug einen dunklen Jaquettapzug. – Durch ein freches Gaunerstückchen ist ein in der Rosenthaler Strasse in Berlin wohnbafter Gold. arbeiter, ein junger Anfänger, arg gescbädigt worden. Sein Bote, ein kleiner Knabe, hatte in einem Hause der Behrenstrasse einen wertvollen Ring an einen Graveur abzuliefern. Er fragte daser einen die Treppe herunterkommenden Mann nach der Wohnung und erhielt die Antwort: „Das bin ich selbst! Gieb nur her!" Dann überreichte er dem Kinde in einem Karton ein Armband im Werte von 50 Pfennig mit den Worten: „Liefere das nur Deinem Herrn ab, morgen um 8%, Uhr soll es fertig sein!. - Der Gauner trug einen braunen Uberzieher und gelbe Schuhe. Der von ihm gestohlene Rirg war ein mit zwei Brillanten gefasster Smaragd.

Eine unliebsame Ueberraschung ist dieser Tage einer bekannten Berliner Juwelierfirma bereitet worden. Diese hatte einen sehr teuren Tafelaufsatz an eine Gesandtschaft am biesigen Platze verkauft. Letztere verlangte jedoch, dass noch einige Pendants zu dem Aufsatze gefertigt würden und zwar bis zu einem bestimmten Termine. Der Auftrag bezifferte sich auf etwa 50—60000 Mark. Die Firma mag der Abmachung nicht diejenige Bedeutung beigemessen haben, die sie eigentlich hatte; denn zu der bestimmten Zeit lieferte sie nicht den Rest der nachbestellten Sachen. Am Tage darauf erschien das Gespann der Gesandtschaft vor dem Juweliergeschäft und zum nicht geringen Erstaunen wurde der Aufsatz wieder zurückgebracht. Die Annahme wurde verweigert. (Nach Vorstehendem ist der Kauf erfolgt und eine Rückgabe kaum zulässig.)

Ein guter Fang glückte der Kriminalpolizei in Köln, indem sie vorige Woche auf dem dortigen Centralbahnhofe einen gewissen Sabadini, der aus Hamburg eintraf, verhaftete. Bei demselben wurden ein grösserer Geldbetrag, zwei goldene Uhren und andere Schmucksachen gefunden. Das Hauptresultat ergab jedoch die Untersuchung eines Handkoffers, den Sabadini als Passagiergut aufgegeben hatte. Derselbe enthielt über 60 goldene Uhren und genügend goldene Ringe mit und ohne Steine, Broschen, Nadeln, Armbänder u. 8. w., um damit einen Goldwarenladen eröffnen zu können. Es handelt sich bei der Verbaftung ohne Zweifel um ein Mitglied einer gefährlichen Diebesbande, die ihre Operationen auf ganz Deutschland ausgedehnt haben dürfte. Da der Verbaftete jede Auskunft über die Herkunft des Schatzes verweigert, dürfte es sich empfehlen, dass sich in letzter Zeit durch Einbruchsdiebstähle nun Geschädigte direkt mit dem Polizeipräsidium in Köln in Verbindung setzen.

Reichsgerichts-Entscheidung. Das Reichsgericht hat das deutsche Reichspatent No. 77 168 von L. M. Bullier „Verfahren zur Herstellung von Kohlenstoffverbindungen der Erdalkalienmetalle“ für ingiltig erklärt. Die Klage wurde von der Deutschen Gold- und Silber-Scheide-Anstalt in Frankfurt und von der Holzindustrie-Aktien-Gesellschaft in Lechbruck geführt. Die Entscheidung des Reichsgerichts ist für die Zukunft der Acetylenbeleuchtung von grosser Tragweite, da nunmebr die Herstellung und die Einfuhr von Kalciumkarbid frei. gegeben ist.

Diamantenfund in Deutschland ? In einer Mergelgrube unweit Fehsholm bei Husum wurde beim Mergelausheben in geringer Tiele ausser einem Stück Bernstein und einem glockenförmigen Stück Alabaster auch ein Stein gefunden, der sich anscheinend als ein Diamant vom reinsten Wasser in der Grösse eines kleinen Taubeneies darstellt. Der Stein ist metallglänzend, lässt deutlich Kristallisationsformen erkennen und besitzt eine solche Härte, dass er Glas wie ein echter Diamant schneidet und sich durch Feilenstriche nicht angreifen lässt. Der Besitzer der Mergelgruben wird den interessanten Fund von einem Mineralogen untersuchen lassen.

Ein konfiszierter Ehrensäbel. Im Februar des vorigen Jahres wurde ein von zahlreichen Bürgern in Pest dem französischen Obersten Piquart bestimmter Ehrensäbel bei dem Pester Juwelier Moritz Wiesinger von der Polizei konfisziert mit der Begründung, dass in demselben das ungarische Wappen eingraviert sei. Der Juwelier wurde zu 300 Gulden Geldstrafe und zweitägigem Arrest verurteilt. Die Angelegenheit machte damals grosses Aufsehen. Die zweite Instanz bestätigte das erstrichterliche Urteil; das Ministerium des Innern als letzte Instanz hat jedoch das Urteil aufgehoben, den Juwelier Wiesinger freigesprochen und die Herausgabe des konfiszierten Säbels angeordnet. Es wird nun beabsichtigt, den Ehrensäbel dem Obersten Piquart nach Beendigung seines Prozesses zu übergeben.

Frage- und Antwortkasten. Frage 65. Giebt es ein Verfahren, um gelöteten Neusilberdraht (Brochennadeln) hart zu machen, obne denselben zu hämmern?

R. K. in S. Frage 66. Wer liefert aus erster Hand echte und imitierte Steine für Bijouterien ?

N. H. in A. Frage 67. Woher bezieht man silberne und versilberte Pokale?

C. H. in N. Frage 68. Ich habe seither meine Metalle jm Holzkohlenfeuer auf der Esse geschmolzen. Da ich aber infolge Ausdebpung meiner Werkstätte grösseren Bedarf an Blech babe, ist mir das Schmelzen auf der Esse unbequem geworden und ich bin im Begriffe, mir einen Schmelzofen anzuschaffen. Ist nun ein Coaks- oder Gasofen besser? oder hat einer der geschätzten Mitleser vielleicht Erfahrung, wie sich ein kleiner Glühofen, in dem auch geschmolzen werden kann, bewährt?

F. in K.

Zu Frage 64. Sie fragen an wegen schöner Emailledeko. ration, hauptsächlich wegen eines schönen „Rot“ und wo man solche herstellt. Den eigentlichen Ort, wo schöne, wirklich schöne Emaille hergestellt wird, kann ich Ibnen leider auch nicht nennen. Nur soviel kann ich bemerken, dass ich solche in Hanau an fertiger Ware gesehen habe. In Pforzheim giebt es wohl viele und gute Emaillirwerkstätten, allein die Genfer und Pariser Emaillearbeit bringt man nicht fertig, man ist noch nicht so weit. Ob die Hanauer ihre Emaille selbst machen oder dieselbe von Genf und Paris beziehen, kann vielleicht ein Hanauer Haus augeben.

lung 10. April, vorm. 104/2 Uhr. Prüfungstermin 18. Mai, vorm. 10'72 Uhr.

Bremen, Weizenkampstr. 146. Silberarbeiter Albert Landeberg. Konkurseröffnung 18. März. Verw. Rechtsanw. Dr. Eberhard Noltenius jun. Anzeige- und Anmeldefrist 15. April. Gläubigerversammlung 14. April, vorm. 11 Uhr, Prüfungstermin 5. Mai, vorm, 11 Uhr.

Dresden, Elisenstr. 62. Uhrmacher Eugen Gustav Müller. Konkurseröffnung 15. März. Verw. Ratsanktionator Pechfelder. Drebgasse 1. Anmelde- und Anzeigefrist 10. April. Wahl- und Prüfungstermin 19. April, vorm. 17 Uhr. – Ziegelstr. 27. Ubrmacher Adolf Arndt. Konkurseröffnung 17. März. Verw. Kaufm. Arras, Blochmannstr. 7. Anmelde- und Anzeigefrist 11. April. Wahl- und Prüfungstermin 19. April, vorm. 11 Uhr. – Kaufmann Carl Josef Hinderberger, Inhaber des Juwelier., Gold. und Silberwarengescbäfts i. Fa.: J. Hold Wigand. Aufhebung des Konkursverfahrens infolge Schlusstermin. – Chinasilberwarengeschäft Maximilian Clemens Göhlen, Schössergasse 25. Konkurseröffnung 18. März. Verw. Ratsauktiopator Canzler, Pirnaische Str. 33. Anmelde- und Anzeigefrist 11. April. Wablund Prüfungstermin 19. April, mittags 12 Ubr.

Fulda. J. J. Arnd, Kartonpagen- und Etuisfabrik (Inbaberin Wwe. des Hauptmanns Ernst Baeumler, Josephine, geb. Arnd). Konkurseröffnung 20. März. Verwalter Kaufmann F. W. Ruppert. Anzeigefrist 1. Mai. Anmeldefrist 16. Mai. Gläubigerversam inlung 13. April, vorm. 10 Uhr. Prüfungstermin 8. Juni, vorm. 10 Uhr.

Hamburg. Uhren- und Goldwarenhändler Heinrich Detlev Johann Raht, i. Fa: Heinr. D. J. Raht. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Zwangsvergleich.

Klosterlausnitz, A.-G., Eisenberg, S.-A. Uhrmacher Gustav Adolf Schaller. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

Leipzig, Dörrienstr. 3/5. Uhrm. Carl Andreas Wilhelm Rettmeyer, Inhaber der Fabrik mechanischer Musikwerke unter der Firma Rettmeyer & Co. Schlusstermin 11. April, vorm. 11 Uhr.

Liegnitz. Im Konkurs des Uhrmachers Bartisch kommen auf die Passiven von 7360 Mk. ca. 10%. zur Verteilung.

Minden. In der Konkurssache des Juwelier Wilhelm Goergen soll die Schlussverteilung erfolgen. Dazu sind 1439,04 Mk. verfügbar. Zu berücksichtigen sind 5,17 Mk. bevorrechtigte und 15682,162 Mk. nicht bevorrechtigte Forderungen.

Reinerz. Goldarbeiter Eduard Kolbe. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Schlussverteilung.

Saalfeld a. S. Im Konkurse des Goldarbeiters Carl Starcke kommen ca. 13% zur Verteilung. — Aufhebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

Zweibrücken. Maurer & Decker, Uhrenbandlung und Uhrmacherei. Aufhebung des Konkursverfalirens durch Schlusstermin.

Korrespondenzen. Juwelier in Hamburg. Ihre Frage kann deshalb nicht aufgenommen werden, weil anonyme Zuschriften unberücksichtigt bleiben.

Patente.

Patent-Erteilungen. 49. 103 123. Vorrichtung zum Wickeln von Drahtspiralen für Kettenherstellung. - Kollmar & Jourdan, Pforzheim. 24. 2. 98.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44. 110 611. Einfaches Kettenarmband mit Schloss in der Mitte der Endteile und seitlichem Schnepper als Sicherheitsverschluss. J. K. Berg, Hanau. 14. 12. 98. – B. 11 595.

44. 110 612. Doppelkettenarmband mit Schloes in der Mitte der Endteile und seitlichen Oesen mit Federring als Sicherheitsverschluss. J. K Berg, Hanan. 14. 12. 93. – B. 11 794.

44, 110 701. Doppelhaken mit federnden Schleifen zum Befestigen von Auhängern an Uhrketten u. dgl. E. P. Lehmann, Brandenburg a. H. 9. 2. 99. -- L. 6112.

44. 110 764. Druckknopfverschluss, welcher durch Niederdrücken eines in dem einen Knopfteil angebrachten Druckknopfes oder Hebels gelöst werden kann. Michael Kahu, Partenheim i. Rheinhessen. 17. 12. 98. – K. 9633.

44. 110 977. Serviettenring mit Ausschnitt, hinter dem ein beliebiges Bild auswechselbar befestigt ist. Emil Deutsch, Wien; Vertr. : Carl Fr. Reichelt, Berlin, Luisenstr. 26. 13. 2. 99. - D. 4204.

44. 111 311. Brosche nach Art einer Nürnberger Schere mit federnden Gliedern und zwei gegen einander gerichteten Nadelu. Gebrüder Ratz, Pforzheim. — 4, 2. 99. -- R. 6496.

44. 111 353. Kragenknopf mit Bügel. A. T. Goll, Frankfurt a. M., Friedbergerlandstr. 9. 18. 2. 99. – G. 6014.

B. Österreich-Ungarn. Biala, Galizien. Goldarbeiter Markus Silberstein. Konkurseröffnung 11. März. Verw. die Advokaten Dr. Moritz Aronsohn und Dr. M. Plessner, beide in Biala. Wahltermin 30. März, vorn). 10 Uhr. Anmeldefrist 12. Mai. (In der Anmeldung ist ein in Biala wohnbafter Zustellungsbevollmächtigter nahmhaft zu machen.) Prüfungstermin 24. Dlai, vorm. 10 Uhr.

Budapest. Leopold Böhm schuldet bei seiner Insolvenzerklärung 70000 fl. und bietet Ausgleich von 25%, an.

Graz. Konkurs des Uhrmachers und Goldwareuhändlers Karl Riegler.

C. Schweiz. Fleurier, Kt. Neuchâtel. Kommanditgesellschaft J. Grosclaude & Cie., Uhrenfabrik. Konkurs eröffnung 14. März, Gläubigerversammlung 24. März, nachm. 21), Uhr. Anmeldefrist 18. April.

Genf, Rue de Lyon 18. Roesgen-Lossier, Musikdosenfabrik. Konkurseröffnung 22. Febr. Anmeldefrist 7. April.

Granges, Kt. Solothurn, E. Obrecht, Nachf. der Société d'horlogerie. Konkurseröffnung 8. März. Eingabefrist 11. April.

Insolvenzen und Konkurse.
Mitgeteilt durch den Kreditoren-Verein Pforzheim.

A. Deutsches Reich. Bibra, A.-G. Eckartsberg a. Ubrmacher Theodor Grossmann und Frau Uhrmacher Minna Grossmann, geb. Ehrhardt. Konkurseröffnung 14. März. Verw. Kaufm. Karl Prater. Anzeigepflicht 8. April. Anmeldefrist 8. Mai. Gläubigerversamm

Silberkurs. Der Durchschnittswert des feinen Silbers war an der Hamburger Börse Mk. 81,17 per Kilo.

Darnach berechnen die vereinigten Silberwarenfabriken für 0,800 Silber Mk. 71,- per Kilo, gültig vom 21.-31. März 1899.

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Inhalt: Anhänger- und Broschen-Entwürfe von Max Werner und Bruno Möhring, ausgeführt von J. H. Werner in Berlin. – Thubalkaio. – J. Bündert † (mit Portraits). – Zur Innungsfrage. – Moderno Gravierungen von Robert Neubert in Dresden. - Technisches. – Moderne Broschen von Hugo Schaper in Berlin. Eingesandt, -Umschau im Fach (mit Abbildungen). - Fachschulwesen. - Vermischtes. - Frage- und Antwortkasten, Büchertisch. – Patente. — Insolvenzen

und Konkurse. – Insolvenzen im Jahre 1898. - Silberkurs. - Arbeitsmarkt. - Inserate.

Thubalkain.

A

er ist oder war Thubalkain ?"

auch, nämlich den Thubalkain, den Meister in allerlei Erz

und Eisenwerk. Die Ueberlieferung indessen bezeichnet ihn „Das wissen Sie nicht? Thubalkain war der auch als Meister in allen Edelmetallen und er soll an König älteste Goldschmied; schlagen Sie, bitte, in Salomos Tempel mitgearbeitet haben. der

Thuba) kain wurde Bibel

3874 v. Chr. gedas

boren, so alt ist erste Buch Mosis,

also die GoldKapitel 4 auf, dort

schmiedekunst. Es finden Sie die Ge

ist eine historische schichte von Kain,

Thatsache, dass beder den Abel er

reits 4000 Jahre schlug."

vor der Geburt Kain zeugte mit

unseres Heilandes seiner Frau einen

das Legieren von Sohn, Namens Ha

Messing und Zink noch, Hanoch zeugte

bekannt war und Irad, Irad zeugte

Goldschmuck für Mahujael, Mahujael

die Verschönerung zeugte Methusael,

der Menschen anMethusael zeugte

gefertigt wurde. Zu Lamech.

jener Zeit führten Lamech aber

die Menschen noch nahm zwei Weiber,

ein Nomadenleben, eine hiess Ada, die

hatten keine bleiandere Zilla. Und

bende Wohnung Ada gebar Jabal, Anhänger, nach dem Entwurf von Max Werner, ausgeführt vom

und dachten daher von dem sind hergeHofjuwelier J. H. Werner.

auch nicht an die kommen die Agra

Ausschmückung rier, die in Hütten wohnten und Vieh zogen. Und sein dieser; sie malten nicht und trieben keine Bildhauerei, aber der Bruder hiess Jubal, von dem sind hergekommen die Geiger Verbesserung und Verschönerung ihrer Kleider widmeten sie und Pfeifer und das Wort Jubiläum. Die Zilla aber gebar ihre Aufmerksamkeit. Aus der Schnur, mit der sie das Lendentuch um die Hüften befestigten, wurde ein Gürtel; aus den tischer Herrschaft stand, fand man Schmucksachen von so Dornen oder den Fischgräten, die den Gürtel zusammenhielten, zierlicher Arbeit, dass sie der geschickteste Goldschmied entstand eine Schnalle, und so war schon im grauen Altertum unserer Tage nicht besser verfertigen könnte, und das war die Gürtelschliesse ein beliebter Schmuckgegenstand, wie sie Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung. Später haben wir es gegenwärtig auch wieder ist. Gerade zu den Zeiten Thu- griechischen, etruskischen und römischen Schmuck, dessen balkains ging die Menschheit von dem Gebrauche von Stein- charakteristisches Merkmal durchbrochene Arbeit ist, und waffen zur Verwendung von Eisen

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diese Arbeit zeugt oft von der und Kupfer zu diesem Zweck

grössten Kunstfertigkeit. Die über und man erfand die Fertig

Art und Weise, wie die Etrusker keiten des Schmelzens und Lötens,

ihre feinen Belötungen auf den Borax aber rieb man noch nicht.

Schmuckgegenständen anbrachDer erste wirkliche Bijouterie

ten, war lange ein Rätsel für Artikel, von dem die Weltge

den modernen Goldschmied, bis schichte erzählt, war der, den

der römische Juwelier Castellani Abrahams Diener der Rebekka

diese Kunst wieder entdeckte als der zukünftigen Braut Isaaks

und zwar bei Goldarbeitern in überreichte – ein Ohrring von

den Abruzzen, die sie durch / Seckel Gewicht und zwei

eine lange Reihe von GeneratioBracelets für ihre zarten Hände

nen von ihren Vorfahren ererbt im Gewicht von 10 Seckeln ;

hatten, ausserdem aber andere SchmuckBrosche, nach dem Entwurf von Bruno Möhring

In der Renaissance-Zeit machte ausgeführt von J. H. Werner. stücke aus Silber und Gold.

auch die Goldschmiedekunstgrosse Pharao gab Joseph seinen Ring

Fortschritte und wir besitzen aus und legte eine goldene Kette um

jener Zeit die herrlichsten Kunstseinen Hals; es heisst „seinen“

98.

werke. Dann kamen im 17. und Ring, gerade als ob damals schon

18. Jahrhundert massige, kunstjedermann einen Ring getragen

lose Arbeiten, mehr darauf behätte, aber das war 2000 Jahre

rechnet, mit Gold und Steinen vor Christi Geburt, heute ist es

zu prunken, als schöne Zeichleider nicht mehr so. Unter

nungen und Entwürfe zu bekunder 17. egyptischen Dynastie

den, und damit endete eigentlich starb eine Königin, Namens

die Zeit des „künstlerischen Ash-hotep und wurde natürlich

Schmuckes, die erst in unseren auch einbalsamiert, wie es damals

Zeiten wieder gekommen zu sein Sitte war; ihre Mumie wurde vor

scheint. Und damit kommen einigen Jahrzehnten aufgefunden.

wir zu einem wichtigen Punkte. Bei derselben fanden sich im

Bis zum 18. Jahrhundert gab Grabe, in ihrem Sarkophage,

es keine maschinellen Hilfswerkmartelé-Arbeiten, ciselierter und

zeuge für die Herstellung von gravierter Schmuck, aufeinanderSkizze für eine Brosche von Bruno Möhring.

Bijouterie. Nehmen wir z. B. gelötete Lagen von Silber und

den indischen Goldschmied. Er Gold (Ia doublé) und farbige Edel

zog durch das Land mit seinen steine. Auf dem Haupte der

Werkzeugen und wo sich jemand Mumie fand sich ein Diadem

fand, der ein Schmuckstück in Gold und Email, mit schönem

brauchte, liess er sich nieder. Mittelstück; dieses trug die Titel

Er erhielt ein Stück Gold und der Königin in Gold auf Lapis

bearbeitete es dann nach den lazuli-Grund, die Seiten waren

Angaben des Auftraggebers, hämrot und blau emailliert und

merte es, ciselierte es und schuf endeten in einer ruhenden Sphinx.

ein individuelles Kunstwerk, nicht gestalt. Die Mumie trug ferner

einen Massenartikel, er schmückte ein Ordenshalsband des Fliegen

es geschickt mit Edelsteinen, ordens, ganz in Gold mit Haken

zeigte Gefühl für Komposition und Oesen, um es zu befestigen.

und Farbenzusammenstellung und Es bestand aus sehr beweglichen

brachte etwas natürliches zu Kettengliedern, die die Köpfe Brosche, nach dem Entwurf von Bruno Möhring

Wege, natürlich wie der Gesang

ausgeführt von J. H. Werner. von Wasservögeln darstellten. In

der Nachtigall. So künstlerisch der Mitte hing an einem golde

sollte auch der moderne Juwelier nen Ring ein Skarabaeus aus massivem Gold mit Lapislazuli. schaffen. Alles, was er schafft, sollte eigenartig sein, und An den Armen hatte die Mumie goldene, getriebene Bracelets stets sollte er sich vor Augen halten, dass die Maschine ihm mit Lapislazuli-Einlegearbeit.

imterthan sei, nicht er der Maschine. Denn bei der maschiIn den Ruinen von Troja fand Dr. Schliemann eine nellen Massenherstellung bleibt alle Originalität, alle Schönganz wundervolle Sammlung von Schmucksachen: Colliers, heit, aller Geist im Gesenk und mit dem Eindrücken des Nadeln, Broschen, Diademe, Armbänder, Kopfnadeln und Ohr- Gescnkes ist die Kunst zu Ende. So sollte es nicht sein. ringe. Auf der Insel Cypern, welche eine Zeitlang unter egyp- Möchte doch das Publikum dem Goldschmied wieder selbst

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