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o n dencore. Hanan, Pforzheim und Schw:: Handel von Hanau verbunden; alere alten Wasserburg der Hagento et leven vesten Namen certi seistenz eines et chen Herren meines Die malerische

Bon den drei deutschen Goldschmiedestädten der - Die ganze mittelalterliche Stadtgeschichte Hanaus ist auf

Gegenwart, Hanau, Pforzheim und Schw.-Gmünd, das engste mit der Geschichte der Dynasten und Grafen die diesen Namen verdienen, weil ihr Handel von Hanau verbunden; als eine Niederlassung von Burgmannen und Wandel, die ganze Existenz eines grossen und Lehnsleuten vor der alten Wasserburg der Hagenower

Teils der Bewohnerschaft unter dem Zeichen Herren mag es entstanden sein. 1303 wird der Ort zur in dieser einen Industrie steht, ist Hanau die älteste Stadt erhoben. Die malerischen Reste der einstigen Stadt

und wichtigste. Es hat die Führerschaft des mauer bezeugen heute noch, wie gering sie an Umfang war. dentschen Goldschmiedegewerbes im 18. und 19. Jahrhundert Und ein kleines, unbedeutendes Landstädtchen mit Ackerbauübernommen, wie sie im 15. und 16. Nürnberg besass, betrieb wäre Hanau wahrscheinlich geblieben, wäre nicht am Ende und wie sie im 17. Jahrhundert auf Augsburg sich vererbte. des 16. Jahrhunderts ein Ereignis von ungewöhnlicher Art und

Diesem Umstand verdankt Hanau auch sein Bekanntsein noch grösserer Tragweite eingetreten: die 1597 beginnende in weitesten Kreisen. Denn nicht wie manche andere Stadt Gründung und Erbauung einer neuen Stadt, eines Neu-Hanau, reizt es durch aussergewöhnliche landschaftliche Vorzüge neben dem alten Städtchen, durch fremdländische Ansiedler, oder Sehenswürdigkeiten ersten Ranges zum Besuch. Die flüchtige Wallonen und Niederländer, die um ihres reformirten vielen Gäste aus dem In- und Ausland, welche die Fremden- Glaubens willen vertrieben, von dem Grafen Philipp Ludwig II. listen der Hotels das Jahr über verzeichnen, führen in erster hier eine Freistätte erhielten. Eine rasch emporblühende Linie persönliche geschäftliche Interessen hierher. Wer aber neue Stadt mit breiten, geraden Strassen und stattlichen sich etwas mehr Zeit nimmt, sich mit der Stadt und den Häusern, durch einen Kanal mit dem Main direkt verbunden, Leuten darin näher vertraut zu machen, findet, dass die mit hohen Wällen geschützt, erhob sich neben dem mittelfreundliche anheimelnde Mittelstadt von halb süddeutschem alterlichen Städtchen mit seinen engen Gässchen und alten Charakter doch auch mancherlei Beachtenswertes und An- Holzbauten. Ein interessantes Bild der Zwillingsstadt aus ziehendes in Aussehen und Umgebung wie in ihrem Leben jener Zeit giebt der schöne Ansichtsstich von Merian aus und Treiben besitzt.

dem Jahre 1632, den wir abbilden. Ein reiches gewerbliches Hanau liegt noch innerhalb des weiten, fruchtbaren Leben brachten die Ansiedler mit, das der Stadt steten Thalkessels, der von den grünen Hängen des Spessart, den Wohlstand zuführte und den Grund zu aller weiteren EntAusläufern des Odenwaldes und Vogelsberges, dem Taunus wickelung legte. Unter dem guten patriarchalischen Regiment und dem Spiegelnden Wasserband des Maines umschlossen der Grafen von Hanau und ihrer Nachfolger aus dem Hause wird und der unter dem Namen Wetterau als eines der Hessen-Cassel konnte die Stadt eine friedliche Entwickelung frühesten Kulturgebiete auf deutschem Boden und als alter nehmen. Ernstliche Störungen durch die politischen Ereignisse historischer Schauplatz bekannt ist. Da, wo die Vogelsberger sind nur im dreissigjährigen Kriege und in der napoleonischen Kinzig in den Main mündet, drei gute Wegstunden oberhalb Zeit eingetreten. 1635/36 war die Stadt einer schweren Frankfurts, erhebt sich die Stadt mit türmebelebter Silhouette Belagerung durch die Kaiserlichen unter Lamboy ausgesetzt. aus der Ebene. Auf Schritt und Tritt fast findet man Spuren, Das sogenannte Lamboyfest, das in ganz volkstümlicher Art dass schon die Römer in dem Gelände ringsumher sich fest- alljährlich am 13. Juni gefeiert wird, erinnert noch an den gesetzt hatten. Kurz oberhalb der Stadt, bei Gr.-Krotzenburg, glücklichen, rechtzeitigen Entsatz durch den Landgrafen setzt das gewaltige Bollwerk des römischen Grenzwalles über Wilhelm V. 1807 wurden auf Napoleons Befehl die Festungsden Main, befestigte Kastellanlagen und Ansiedelungen sind werke geschleift; 1813 am 30. und 31. Oktober errang er in nächster Nähe (Kesselstadt, Rückingen, Gr.-Krotzenburg) hier auf dem Gelände nördlich der Stadt noch einen letzten nachgewiesen, die schwarzen, halbversteinerten Pfahlsub- Pyrrhussieg über die ihm hier entgegentretenden bayerischstruktionen einer Römerbrücke über den Main, dicht an der österreichischen Truppen. Kinzigmündung, hat man erst vor einigen Jahren gefunden. Dieser eigentümliche geschichtliche Werdeprozess ist Und doch scheint Hanau selbst nicht auf römischer Grundlage der Stadt heute noch aufgeprägt und macht sich auch bei entstanden zu sein. Die Lage der Stadt, in dem einst sehr einem beobachtenden Gange durch die Strassen bemerkbar. feuchten Niederungsgebiet der Kinzigmündung, macht es auch Die Altstadt mit ihrem mehr mittelalterlichen Charakter wahrscheinlich, dass die Römer, die gern trocken sassen, sich und die Neustadt mit ihrer planmässigen Anlage scheiden auf dem eigentlichen Stadtgebiet nicht angesiedelt hatten. sich noch deutlich; sie sind auch gemeindepolitisch bis

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An die einstige Befestigung der Stadt erinnert nur noch ein Kranz freundlicher, gut gepflegter Anlagen mit einem die Stadt umschliessenden ,,Stadtgraben", der von der Kinzig gespeist wird. Die Stadt hat in den letzten 20 Jahren eine reiche bauliche Entwickelung durchgemacht und den mit der alten Umwallungsgrenze bezeichneten Rayon längst überschritten. Ganze Strassen, zum Teil mit recht anmutenden Häusern im Villencharakter, haben sich allenthalben ausgedehnt und umfassen rings den älteren historischen Doppelkern. Wie auch anderwärts, macht auch hier der Zug sich geltend, frei und unbeengt „draussen“ in modernen mit Gärten umgebenen Häusern zu wohnen und die Innenstadt mehr zum Geschäftsbetrieb und Kaufverkehr auszunutzen; selbst ein Geschäftshaus ganz modernen Stils ist in jüngster Zeit am Marktplatz schon entstanden. In dem neueren südlichen Stadtteile, unweit der städtischen Oberrealschule, befindet

beigefügt. Jünger als Bauwerk und nur durch den starken Glockenturm beachtenswert ist die 1658 begründete evangelisch-lutherische Johanneskirche. Ein stattliches Gebäude mit prächtigem Sandsteinportal ist die einstige „Hohe Landes

schule“, jetzt Gymnasium. Nördlich der Altstadt erhebt sich der grosse Gebäudekomplex des Stadtschlosses mit schönen alten Baumgruppen in dem öffentlichen Park; es stammt wesentlich aus dem vorigen Jahrhundert; die letzten Reste der einstigen Burganlage, die hier stand, wurden 1829 abgebrochen. In einem gesonderten Nebenbau des Schlosses sind die umfangreichen Sammlungen der „Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkundes und das Museum des Hanauer Geschichtsvereins interges bracht.

In der Neustadt, die durch den breiten Paradeplatz von der Altstadt getrennt wird, ist das markanteste Bauwerk, das mit seinem riesigen Dache wie ein Wahrzeichen der Stadt schon von fern auffällt, die wallonisch - niederländische Kirche, welche die ersten Kolonen NeuHanaus 1600—1608 errichteten, ein Zwillingszentralbau, der in der Geschichte des Kirchenbaues eine ganz eigene Stelle einnimmt. Am grossen Marktplatz steht das

monumentale Rathaus, 1725—33 erbaut; hier und in den anstossenden Hauptstrassen zeugt auch eine Anzahl stattlicher Patrizierhäuser mit Renaissancegiebeln und schönen säulenflankierten Portalen von der Wohlhabenheit der einstigen Ansiedler. Die vier Ecken des Marktplatzes zieren vier gleiche, in rotem Sandstein gearbeitete Ziehbrunnen aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Vor dem Rathaus steht auch

seit 1896 das schöne, von Wappenfüllung am Grabmal

Prof S. Eberle in München der Helene von der Pfalz.

herrührende Nationaldenkmal

der Brüder Grimm, die Kinder der Stadt sind. Ein anderes öffentliches Monument ziert die Südseite der französischen Allee, das von Prof. M. Wiese geschaffene Denkmal des Gründers der Neustadt, des Grafen Philipp Ludwig II., das 1897, bei der dritten Centennarfeier, enthüllt wurde.

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sich auch das grosse stattliche Gebäude der Königlichen Zeichenakademie, das 1879 80 nach den Plänen J. Raschdorffs, des Erbauers des neuen Berliner Domes, errichtet wurde. Um die Stadt herum liegen die drei Bahnhöfe, die Hanau als einen bedeutenden Knotenpunkt des Eisenbahnverkehrs kennzeichnen: der Haupt- oder Ostbahnhof, der Westbahnhof, welcher hauptsächlich den Verkehr mit Frankfurt vermittelt und der Nordbahnhof für die Strecke Hanau-Friedberg-Giessen. Zu ihnen ist neuerdings noch ein vierter, der Lokalbahnhof für die Hanauer Kleinbahnen, Hanau-Hüttengesäss und Hanau-Langenselbold, gekommen. Nördlich davon ganz ausserhalb der Stadt liegen die neuen Kavallerie-Kasernements, ebenso nach Osten hinaus die umfangreichen Anlagen der Königlichen Pulverfabrik.

Die Hanauer hängen mit einer gewissen Zärtlichkeit an ihrer Heimatstadt. Sie rechnen, und das auch wohl mit Recht, auch die nähere und weitere Umgebung mit zii den Vorzügen derselben. Diclit bei Hanau mainabwärts liegt Kesselstadt mit dem schönen landgräflichen Schlosse Philippsruh, unweit davon (las Wilhelmsbadl mit seinen schattigen

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Parkanlagen, das auch von Frankfurt her viel besucht wird; kleinere Städtchen und freundliche Dörfer, die man gern aufsucht, liegen ringsum. Die einsamen Waldschönheiten des nahen Spessart und Vogelsberges locken zum fröhlichen Wandern; wer für alte Städte und Burgen in schöner Natui Interesse hat, kann Steinheim, die Kaiserstadt Gelnhausen,

Aschaffenburg, Miltenberg und die andern fröhlichen Mainstädte aufsuchen, die Ronneburg, den Otsberg, die Burg Breuberg besteigen. Wer Grosstadtluft atmen will, ist in einer halben Stunde mit der Bahn in Frankfurt a. M., dessen stolze Zeil allerdings fast nur allein diesen Genuss gewährt.

(Fortsetzung folgt.)

Zur Geschäftslage.

in früheren Nummern der Handelszeitung brachten

wir regelmässige Berichte über die Geschäftslage in den einzelnen Monaten, wie sie sich im Durchschnitt in unserem dentschen Vaterlande gestaltet hat; wir wissen nicht, ob unseren verehrlichen Lesern aufgefallen ist, dass diese Berichte in der

letzten Zeit ausgeblieben sind, jedenfalls ist über das Geschäft im letzten Vierteljahr des verflossenen Jahres nicht viel zu sagen gewesen, denn es war reichlich still, obgleich in Fabrikantenkreisen genug zu thun war in Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft. Merkwürdiger

Weise sind die ersten Tage der letzten Monate immer lebhafte gewesen, während sowohl im Oktober wie im November die letzten zwei Monatsdrittel ziemlich ruhig waren. Ganz anders war es im Monat Dezember, wo naturgemäss die ersten Tage die ruhigeren waren und das Geschäft von Tag zu Tag lebhafter wurde, bis es in den letzten zwei Tagen vor dem Fest, wie immer, seinen Höhepunkt erreichte. Aus den widersprechenden Nachrichten, die uns vorliegen, glauben wir jedoch den Schluss ziehen zu können, dass das Weihnachtsgeschäft im Grossen und Ganzen ein gutes war und dass nicht nur geringere Ware, sondern auch bessere und beste willige

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Känfer fand. Namentlich der letztere Umstand wäre mit Freude zu begrüssen; welch ein Segen wäre es für unseren Geschäftszweig, wenn der Geschmack des Publikums sich wieder nicht nur dem quantitativ, sondern vielmehr dem qualitativ wertvolleren Schmuck zuwenden würde.

So wären denn die Zeitumstände und die Modeströmung günstiger als je für eine kraftvolle Agitation zu Gunsten des Schmucktragens, und wenn auch die neugeschaffene Centralstelle für Schmuck und Mode in Folge der kurzen Zeit ihres Bestehens nach dieser Richtung noch wenig hat leisten können, so ist das von ihr Erreichte zufrieden stellend und bedeutet einen guten Anfang und die Gewähr,

werden sich aber hoffentlich mit der Zeit eines Besseren besinnen und an ihre 2 oder 3 noch eine Null hängen, wenn sie sehen, dass die Agitation kräftig ins Werk gesetzt wird und Früchte trägt.

Schon ist es durch Vermittelung der Centralstelle erreicht, dass grosse Mode- und Tagesblätter ein Wort zu Gunsten des Schmuckes sprechen bezw. drucken und dies wird in der kommenden Zeit noch immer mehr und intensiver geschehen müssen, damit das überall bemerkbare Aufblühen der Industrie auch unserem eigenen Geschäftszweige zu Gute komme.

Um auf den Weihnachtsverkehr zurückzukommen,

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dass ihre Thätigkeit die erwarteten Erfolge zeitigen wird, vorausgesetzt, dass auch die Gesamtheit der Fabrikanten, Grosshändler und Detailleure die günstige Gelegenheit wahr nimmt und in Erkenntnis der Zweckmässigkeit einer geeigneten Unterstützung des neuerwachten Interesses an gutem Schmuck die erforderlichen Mittel aufbringt, ohne welche eine durchgreifende Agitation in Sachen „Schmuck und Mode“ nicht zu ermöglichen ist. Die auf unseren Aufruf bisher ergangenen Zeichnungen haben in recht erfreulicher und dankbar anzuerkennender Weise dargethan, dass eine ganze Reihe von Geschäftshäusern ihr Interesse an der Agitation durch zum Teil recht bedeutende Beträge kundgegeben hat, andererseits haben viele trotz grossen Umsatzes sich nur zu dem Minimalbeitrag verstanden,

so hat sich derselbe wie in den Vorjahren abgewickelt; anfängliche Unlust, die Läger zu ergänzen und vorzusorgen, dann ein Sturm auf die Läger der Grossisten und Fabrikanten und schliesslich ein Mangel an besonders gangbaren Artikeln, wie z. B. Fächerketten, dem in den letzten acht Tagen vor dem Fest kaum noch abgeholfen werden konnte. Ob ein solcher Gang der Dinge wirklich nötig ist, wollen wir für heute dahingestellt sein Jassen und ein anderes Mal errörtern, ob es nicht zweckmässiger wäre, schon früher vorzusorgen, um den Anforderungen des Weihnachtsgeschäftes besser gerecht werden zu können. Von einem „Frieden auf Erden“ werden die Meisten nicht viel gemerkt haben und erst spät am heiligen Abende zur Ruhe gekommen sein, ganz abgesehen

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