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Erscheint am 1. und 15. jeden Monats.

Preis vierteljährlich Mk. 1.50, Ausland Mk. 2.-,
Organ der Kunstgewerbe - Vereine Hanau und Pforzheim, des Gewerbe-Museums Gmünd i. W.

und der Freien Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes Berlin. Uw

Nachdruck unserer Artikel ist nur nach vorheriger Vereinbarung nnd unter genauer Quellenangabe gestattet.

iphalt: An die Leser. – Gute Ratschläge. – Punzierung in der Schweiz. -- Der Silberfund von Bernay (Schluss). – Das Licht im Dienste der Plastik. – Der Zeichenunterricht für Goldschmiede. – Schmuck und Mode. - Volkswirtschaft. Handelspraxie. Gesetzgebung. - Personalien und Geschäftsnachrichton. - Vereine. Versammlungen. - Handel und Verkehr. - Technisches. - Gerichtliche Entscheidungen. - Vermischtes. - Einbruchsdiebstähle etc. - Ausfuhrhandel. - Frage

und Antwortkasten. – Büchertisch. – Silberkurg. – Konkurse und Insolvenzen. – Arbeitsmarkt. – Inserate.

An die Leser!

it der vorliegenden Nummer beschliessen wir unsere Verbündeten sein zu wollen und neue Anhänger wiederum einen Jahrgang, den zweiten des Be- zu werben, d. h. also Freunde und Bekannte zum Beistehens unserer Zeitung. Wir können zu unserer tritt zur Centralstelle und zum Abonnement unserer

eigenen Genugthuung sagen, dass wir mit den Zeitung einzuladen und zu ermuntern. erzielten Resultaten zufrieden sind. Wir haben An Wie wir bis jetzt auf das Entschiedenste für die erkennung gefunden und eine grosse Zahl von Abon- Interessen des Faches eintraten, werden wir dies auch nenten hat sich im Laufe des Jahres weiter bei uns für die Zukunft thun, stets werden wir bestrebt sein, eingestellt; wie ein Blick auf unsere Zeitung selbst am den Inhalt unseres Blattes so reichhaltig und vielseitig besten darthut, haben auch die besten und bedeutendsten als möglich zu gestalten, und alles das in das Bereich Firmen der Branche uns mit Inserataufträgen bedacht. unserer Publikationen zu ziehen, was dem Goldschmied

Aber auch auf der anderen Seite glauben wir einen irgendwie von Wert sein kann. Fortschritt verzeichnen zu können. Die Ausgestaltung Unsere Zeitung tritt heute in einem neuen Gewande unserer Zeitung ist, wie der Augenschein darthut, un und mit anderem Namen vor seine Leser. Aeusserlich unterbrochen vorwärts geschritten, Neuerungen und Ver geändert, bleibt sie im Innern in Tendenz und Haltung besserungen haben teils ihr Aussehen gehoben, teils dieselbe, diese ihre Tendenz wollte sie aber auch äusserihren Inhalt reicher gestaltet. Dass wir mit der Artlich mehr zu Schau tragen, als sie es in ihrem alten und Weise, wie wir dies gethan, das Richtige getroffen, Titel gethan, zur Befriedigung derjenigen, die unter dem sagen uns die vielen bei uns eingehenden Anerkennungs- früheren Mantel ein falsches Herz suchten. schreiben.

Mit den besten Wünschen zu den kommenden Ingleichen sind uns von allen Seiten Anerkennung Feiertagen für alle unsere Leser, Mitarbeiter und für und Beifall bezüglich unserer Agitation in „Schmuck die Gesamtbranche hegen wir für uns den Wunsch, und Mode“ gezollt worden. Wir betrachten diesen unsere Zeitung möge unter dem neuen Titel vollauf und Umstand als einen Ansporn zum unentwegten Vorwärts- ganz das werden, was wir in ihr zu bieten bestrebt gehen auf dem eingeschlagenen Pfade und danken allen sind, eine allgemeine denjenigen, die dem Banner der Centralstelle folgten, für ihre Geleitschaft, bitten aber auch, für die Zukunft

,,Deutsche Goldschmiede-Zeitung!“

Gute Ratschläge.

Cellung von der jeweiligen Lage, anfalligkeit oder aus der Z

uccehen, dass er den sicheren wollen und Verkäufe stets

Zwischen dem strebsamen, thätigen und erfolgreichen Das sicherste Mittel, um im Geschäft vorwärts zu Geschäftsmanne und dem stets mutlosen und nie vorwärts kommen, ist, den Anforderungen und Verpflichtungen des kommenden giebt es ein Hauptunterscheidungsmerkmal und Geschäftes auf das Pünktlichste nachzukommen und so weit das ist die Art und Weise, wie beide ihre Zeit ausnutzen. es für Menschen möglich ist, die bekannten Klippen und GeDer eine ergreift jede günstige Gelegenheit, so wie sie sich fahren zu vermeiden. Jeder Einzelne, der ein Geschäft anbietet, und verdient schon durch sein rasches und entschlossenes fängt, sollte hinreichend Kapital besitzen, um das erstere, Handeln; er ist auf dem qui vive und von rascher Beweg- sei es gross oder klein, ruhig und sicher führen zu können. lichkeit. Der andere hat vielleicht eine ebenso klare Vor- Er sollte durchaus suchen, alle ihm erreichbaren Geschäfte stellung von der jeweiligen Lage, aber er erreicht sein Ziel mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bezw. Waren nie, sei es aus angeborener Schwerfälligkeit oder aus der zu machen, und über seine Kräfte niemals in dem Masse schlechten Angewohnheit des Verschiebens auf Morgen. Das hinausgehen, dass er den sicheren Boden unter den Füssen alte Sprichwort sagt: „Aufschieben stiehlt die Zeit“; und verliert. Er muss über seine Einkäufe und Verkäufe stets ein anderes: „Zeit ist Geld"; mithin stiehlt uns das Auf- so genau Bescheid wissen, dass er Ausgaben und Einnahmen schieben direkt das Geld aus der Tasche. Auf jeden Fall in Einklang zu bringen im Stande ist. Er sollte so operieren, verliert man beim Verschieben auf Morgen die gute Gelegenheit dass er jede Verbindlichkeit bei ihrer Fälligkeit begleichen zum Gelderwerbe und in vielen Fällen überhaupt seinen kann. Sollte er früher zahlen und sich dadurch KassenVerdienst.

Sconto sichern können, um so besser, sollte er dazu aber Wohl kein Geschäftsmann muss so grossen Wert auf aus Mangel an Kapital nicht imstande sein, so muss er Pünktlichkeit in jeder Hinsicht legen, wie der Detailhåndler. jedenfalls sich so einrichten, dass er jede Rechnung genau Die Ansprüche des Publikums sind täglich wachsende. Der an dem Tage bezahlen kann, wo sie fällig wird. Der so Detailhändler muss, um ihnen gerecht zu werden, schnell zu handelnde Geschäftsmann kommt vorwärts, wogegen ein handeln verstehen. Wird ein neuer Artikel verlangt, gleich anderer, der mit seinen Zahlungen nachlässig ist, in der muss er ausfindig gemacht und angeschafft werden, sonst Regel auch seine eigene Ware ohne Ziel und Verstand überflügelt uns die Konkurrenz. Kann man für frühere hinausborgt, dessen Geschäftsgrundsätze mangelhaft sind, dessen Zahlung Vorteile in Gestalt von Sconto erlangen, so vergesse Lager schlecht gehalten und dessen Bankerott nur eine Frage man nicht, die Rimesse pünktlich abgehen zu lassen, um der Zeit ist. Der Mann der früher zahlt und der, der diese Vorteile nicht zu verlieren. Sind ausstehende Forde- pünktlich zahlt, kaufen am billigsten ein; dadurch können rungen einzukassieren – man versäume es nicht, dies mit sie auch vorteilhafter verkaufen und manches Geschäft zu aller erforderlichen Klugheit zu thun, denn sonst sind Ver- Preisen abschliessen, bei denen ein anderer nichts verdienen luste bei schlechten Zahlern unausbleiblich. Das Aufschieben würde. Es ist ein alter Erfahrungssatz, dass man einem des Einkassierens der Forderungen kostet Grossisten sowohl Geschäft, welches viel umsetzt, aber langsam zahlt, keinen wie Detailhändlern jährlich grosse Summen; denn erstens Kredit gewähren soll, da dies immer gefährlich ist. Ueber beraubt es sie der Ausnutzung ihres Kapitals für die Ver- den Bedarf hinaus kaufen, den Umsatz unsinnig steigern und besserung ihres Geschäftes und dann bringt es den bös- nicht zum mindesten übermässiges Kreditgeben sind weitaus willigen Schuldner leicht dahin, dass auf keinem gesetzlichen die grössten Uebel im gegenwärtigen geschäftlichen Leben. Wege Zahlung von ihm zu erlangen ist.

Punzierung in der Schweiz.

Zu unserem Artikel in letzter Nummer unserer Zeitung ging uns von einem Schweizer Bijouteriefabrikanten, der, wie er in seinem Begleitbrief ausdrücklich betont, schon seit 33 Jahren in regelmässigem Verkehr mit einer sehr grossen Anzahl deutscher Firmen steht und eine grosse Zahl Geschäftsinhaber in Pforzheim und Gmünd zu seinen intimen Freunden zählt, folgende Erklärung zu:

In Ihrer Nummer vom 1. Dezember bringen Sie einen Artikel über die Punzierung in der Schweiz, der einer Berichtigung bedarf.

Sie sagen in demselben, in der Versammlung der schweizerischen Goldschmiede in Luzern habe der Đirektor des eidgenössischen Münzwesens, Herr Savoie, einen diesbezüglichen Vortrag gehalten. Nun ist aber Herr Savoie nicht Direktor des Münzwesens, sondern Vorsteher des eidgenössischen Amtes für Kontrollierung der Gold- und Silberwaren. Dies in erster Linie zur Richtigstellung.

Im weiteren führt Ihr Artikel aus, dass die Leiter der Bewegung zu Gunsten eines Gesetzes für die obligatorische

Punzierung die Bestimmung aufgenommen wissen wollen, dass nur 18 kar. als Gold verkauft werden dürfe. Auch diese Behauptung ist eine irrtümliche, da die Eingabe an den Bundesrat in dieser Beziehung keine Beschränkung vorsieht.

Es dürfen alle Feingehalte geführt und verkauft werden, aber zur Stempelung sollen nur 18 kar. Waren zugelassen werden, welche mit der Fabrikmarke des Verfertigers versehen sein müssen, während alle anderen Feingehalte keinen Stempel tragen und somit auch nicht kontrolliert werden sollen.

Es soll damit erreicht werden, dass das kaufende Public kum vor Uebervorteilung geschützt werde, andererseits aber auch, dass wenig gewissenhafte Fabrikanten und Händler nicht geringhaltige Ware als 18 kar. auf den Markt bringen. Damit soll auch das Verbot verbunden sein, geringere Ware als 18 kar., z. B. 8, 12 und 14 kar. als echt anzupreisen, wie dies gegenwärtig von vielen Bazars etc. geschieht, indem das Schweizerische Publikum unter echt Gold eben nur 18 kar. versteht.

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Silberner Handspiegel (Rückseite). sehen. Jetzt schon giebt es eine Anzahl Häuser, welche für es diesen Häusern ermöglicht, nach diesen Ländern zu exdie Schweiz 18 kar. Waren kontrollieren lassen und befinden portieren, da ja dadurch der Käufer die Garantie für den sich dabei sehr wohl, gerade wie die Häuser alle, die jetzt Feingehalt der gelieferten Waren erhält.

anläuft und deren Preise aber sehr oft nicht dem niedrigen Goldgehalte, sondern dem hochtönenden Titel „echt Gold" entsprechen. In der Schweiz ist der altgewohnte Feingehalt für Gold die 18 karätige oder 750 millièmes- Legierung (3/4 Gold und 1/4 Zusatz) und dieser Goldgehalt allein soll und darf mit der Bezeichnung „echt Gold" belegt werden.

Unsere Zeit ist sehr reich an Erzeugnissen aller Art, die das teure Gold ersetzen sollen. Es giebt darunter solche, die empfehlenswert sind und halten, was vernünftigerweise von einem solchen Ersatzmittel verlangt werden kann. Eine

forderungen

Sie sagen überdies, dass die deutsche Ware eine Probe und amtliche Kontrolle nicht zu scheuen habe. Ich will dies zugeben, aber Thatsache ist gleichwohl, dass noch in ganz letzter Zeit eine Anzahl Firmen in Pforzheim und Gmünd grössere Sendungen zurück erhielten, weil solche den Anforderungen unseres Gesetzes, welches jetzt schon fakultative Stempelung vorsieht, nicht entsprochen hatte, indem solche statt 750/000 nur 730 und sogar 720/000 Feingehalt hatten

Dass eine Firma auf eine diesbezügliche Reklamation hin die Antwort erteilte, sie habe gedacht, da in der Schweiz keine amtliche Kontrolle sei, so hätten sie angenommen, es dürfte dieser geringere Feingehalt auch genügen, dürfte Ihnen beweisen, dass es doch noch Fabrikanten giebt, welche eine eigentümliche Auffassung von unserer eidgenössischen Vorschrift haben.

Ich habe die Ueberzeugung, dass durch ein Gesetz, welches die Kontrolle der 18 kar. Ware als obligatorisch erklärt, der Geschäftsverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz nur gewinnen kann, da viele Fabrikanten dadurch veranlasst würden, in Zukunft die Legierung ihres Rohmaterials besser zu überwachen und dadurch noch grösseres Zutrauen zu ihrer Ware erwirken würden.

Wenn die Handelskammern in Pforzheim, Hanau und Gmünd diese Frage gründlich und auch in Würdigung der Gründe ihrer Abnehmer in der Schweiz prüfen, so werden sie gegen die Einführung eines solchen Gesetzes sicher nicht Stellung nehmen.

A. W.

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Unseren Lesern führen wir nachfolgend den in Betracht kommenden Aufruf der Schweizer Goldschmiede vor: Der Verband der schweizerischen Goldschmiede an

das kaufende Publikum. Infolge vielfach vorgekommener Schädigungen des Publikums durch betrügerische Vorspiegelungen beim Verkaufe von Gold- und Silberwaren und infolge der oft unreellen Konkurrenz, die das Ausland unserer einheimischen Industrie macht, beantragt der Bundesrat, der Bundesversammlung in ihrer nächsten Dezembersitzung, die obligatorische Kontrollierung auch auf die Gold- und Silberwaren auszudehnen und zwar beim Gold auf 18 Karat oder 750 millièmes fein, und beim Silber auf 800 millièmes und höhere Gehalte. Die guten Erfahrungen, die man mit der obligatorischen Stempelung der goldenen und silbernen Uhrgehäuse gemacht hat, veranlassten unsere Bundesbehörden, diese Massnahmen zum Schutze des kaufenden Publikums und zur Förderung der heimischen Industrie durchzuführen.

Gleichzeitig schlossen sich die Inhaber von Goldschmiedgeschäften in der Schweiz zu einem Verbande schweizerischer Goldschmiede zusammen, um, wie es meistenteils lange vorher andere Berufsstände schon gethan haben, die Interessen

Silberner Handspiegel (Vorderseite).. ihres Standes zu walıren und gemeinschaftlich mit den Behörden gegen unlauteren Wettbewerb anzukämpfen. Es liegt Grosszahl der anderen aber ist nur auf die Ausbeutung des im Interesse des Publikums, sich nicht durch marktschreierische ahnungslosen Publikums berechnet. Die VollziehungsverordReklame und Anpreisung billiger Preise verleiten zu lassen, nuog, die dem Gesetze über die obligatorische Kontrollierung seinen Bedarf in Gold- und Silberwaren bei Nicht-Fachleuten folgen soll, wird strenge Bestimmungen auf diesem Gebiete und Bazars zu decken, um unter der trügerischen Bezeich- aufstellen. Vor allem aber wird es für die Käufer zu allen nung „echt Gold" Schmucksachen zu erhalten, die diesem Zeiten das Beste sein, sich bei ihren Einkäufen an die beTitel absolut nicht entsprechen, sondern höchstens aus acht- kannten Fachgeschäfte ihrer Orte zu halten, die dem kaukarätigem oder 333 millièmes Gold gefertigt sind, das aus fenden Publikum richtige Gewähr bieten und sich ernstlich nur 1/4 Gold und 3/4 Legierung (meistens Kupfer mit einem bestreben, das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird, kleinen Zusatz Silber) besteht, das beim Tragen bald schwarz auch voll und ganz zu verdienen.

Der Silberfund von Bernay.

(Schluss.) Neben solchen reich figurierten Gefässen enthält der Mercurio Camulognata Coigi filia v. s. l. m., das heisst: Schatz noch eine grössere Anzahl einfacherer Stücke, die Camulognata, die Tochter des Coigius, hat ihr dem Merkur aber wegen ihrer geschmackvollen und praktischen Form auch gethanes Gelübde, wie billig, freudigen Herzens erfüllt. grosses Interesse bieten. Durch ihre eigenartige Ornamentierung und die Schönheit ihrer Silhouette zeichnen sich die beiden auf der Abbildung 12 dargestellten Gefässe aus. Der Körper derselben ist nämlich mit eingehämmerten Vertiefungen be In den drei grossen Funden zu Bernay, Hildesheim deckt, die bei dem kleineren (11 cm hohen) Gefässe das und Boscoreale ist im wesentlichen alles inbegriffen, was uns Aussehen von Bienenzellen haben, während die grössere Vase von antikem Silberzeug erhalten ist. Daneben kommen Funde (15 cm hoch) wie mit einem Netz überspannt zu sein scheint. kleineren Umfanges, wie der im Jahre 1835 in der Cara Am glatten Halse der erstgenannten Vase befindet sich eine dell'Argenteria zu Pompeji entdeckte Schatz von 14 Gefässen, einpunktierte Inschrift: Mercurio Sacrum Carantini Fiusi zu denen die erwähnten Centaurenbecher im Museum zu =filius). Zwischen beiden Gefässen liegt ein einzelner Henkel. Neapel gehören, nur in zweiter Linie in Betracht. Bieten

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Da der gegossene Henkel widerstandsfähiger war als das meist getriebene dünnwandige Gefäss, ar welches er durch Lötung befestigt zu werden pflegte, so haben sich aus dem Altertum noch hunderte solcher einzelner Henkel und Griffe aus Silber oder Bronze erhalten, ohne dass von dem Gefässe selbst noch eine Spur vorhanden ist.

Die letzte Abbildung stellt eine Weinkanne und einen Becher dar, die jedes überflüssigen Schmuckes entbehren. Wir haben es also hier mit einfachem Gebrauchsgeschirr zu thun, dessen glatte Wandungen sich leicht reinigen lassen. Die Höhe der Weinkanne beträgt 171/2, die des Bechers 11 cm. Auf dem Bauche der aus mehreren Stücken zusammengesetzten Kanne befindet sich, auf der Abbildung allerdings nur schwer zu erkennen, die einpunktierte Inschrift:

schon diese spärlichen Reste uns Kunstschätze von hohem Werte, obschon aus einer Zeit stammend, in der die antike Kunst in ihrem Niedergange begriffen war, welche herrliche Schöpfungen müssen nicht jene Zeiten hervorgebracht haben, in denen ein Phidias die Kolossalstatue des olympischen Zeus und der Athene im Parthenon von Gold und Elfenbein geschaffen, oder ein Mys und Mentor lebten, desser Silberarbeiten später von den reichen Römern so leidenschaftlich gesammelt wurden. Wenn man auch vielleicht hoffen darf, dass durch den Spaten des Archäologen oder ein glückliches Ungefähr noch manches gefunden werde, die grosse Masse alles dessen, von dem uns die alten Schriftsteller in beredten Worten erzählen, wird wohl schon längst unwiederbringlich dahin sein.

dahiten erzählen, wird uns die alten Schrif

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