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Vertreter herauszufinden und sich nach seinem Empfinden zurechtzulegen und zu verwerten.

Und in glücklicher, geschickter Verschmelzung des „Modernen“ mit dem ,,Alten“, hat er sich einen eigenen Stil zurechtgelegt, der vom Alten die Basis, das Skelett beibehielt, vom „Modernen“ Schwung und Phantasie sich lieh und so ein glückliches Ganzes geschaffen, das vom Neuen anderer Nationen bedeutend abweicht, aber seine Vorzüge voll und ganz aufweist und dies ist der „neudeutsche" Stil.

Und die Erzeugnisse desselben hat Deutschland – wir sagen ausdrücklich Deutschland, nicht Pforzheim allein, um dadurch auszudrücken, dass wir anerkennen, dass auch andere als Pforzheimer Firmen Grosses geleistet und denselben Ruhmesanspruch haben, dem Publikum vorgeführt.

Und hierin liegt der bedeutsame Wert der Pforzheimer Ausstellung, die zwar nicht als die erste, aber als die umfangreichste und gewichtigste, die ausschlaggebende, auch für die bereits früher von Berliner etc. Firmen und Künstlern veranstalteten anzusehen ist.

Und als solche hat sie auch vom ersten Augenblick der Eröffnung ab bis jetzt gegolten, das beweist das Interesse, das ihr die Kunst wie das grosse Publikum entgegenbringt und deren hohe Bedeutung für Deutschland die Presse in ausgiebigster Weise anerkennt.

Nicht allein vom künstlerischen Standpunkte aus wird jedoch diese Ausstellung von segensreichem Einfluss auf Industrie sowohl als Publikum sein, viel, ja fast mehr noch wird es die wirtschaftliche Seite der Sache beeinflussen.

Der Besuch der Jubiläumsausstellung des Kunstgewerbemuseums ist ein äusserstreger. Von da und dort kommen Besucher, sie nehmen den guten Eindruck, den ihnen die Pforzheimer Kunstwerke hinter

lassen, mit hinaus in ihre Heimatsbezirke und sie werden so, selbst da, wo noch keine Stimmung für das Moderne ist, solche dafür machen.

Die Nachfrage nach modernen Gegenständen wird also unwillkürlich eine höhere werden und die Produktion steigern und zwar nicht allein für den Fabri

kanten, nein, auch der sog. „kleine Mann“, der Goldschmied mit kleinem Geschäfte, wird Nutzen daraus ziehen.

Ist er intelligent, so wird er mit Freuden den neuen Stil aufgreifen, der mehr für Handarbeit als für den Maschinenund Grossbetrieb eingerichtet ist. Er wird gar bald sein Gewerbe, das als der Vernichtung nahe bezeichnete Kleingewerbe autblühen und infolgedessen gute Früchte tragen sehen.

Pforzheim aber hat sich mit seiner Ausstellung ein doppeltes Verdienst erworben, es hat dem kaufenden Publikum gezeigt, was die deutsche Kunstindustrie zu leisten vermag und dessen Kauflust angeregt, es hat auf der andern Seite dem Kleingewerbetreibenden ein Vorbild gegeben, was er produzieren muss, um Absatz zu finden und das deutsche Kunstgewerbe wird für die Zukunft dem Auslande zeigen, dass die Bahnen, auf denen es, geradezu unabhängig für sich, wandelt, gute sind, dass es, wenn auch nicht die Priorität der Einführung eines neuen

Stils in der Edelschmiedekunst, doch die Klärung und Stabilität herbeigeführt und auf diese Weise so die Lebensfähigkeit der modernen Richtung sichergestellt hat.

Dass dieses Verdienst anerkannt wird, das beweist der rege Besuch und das allgemeine Interesse, das die Pforzheimer Ausstellung im Grassi-Museum gefunden, und der Beifall, mit dem Publikum, Kunstkenner und Presse wahrlich nicht geizen.

Das Gravieren von Monogrammen und Dekorationen.

Der Auftrag auf eine Monogramm-Gravierung gehört für Gegenstand ein schönes Monogramm angebracht wissen

den Uhrmacher und Gold- und das mit Recht, denn das Monogramm bildet neben
schmied oftmals zu den seiner Eigenschaft als Erkennungszeichen eine Zierde,
umständlichsten geschäft-
lichen Dingen. Hat man
ein gutes Stück, beispiels-
weise eine goldene Uhr, ein
komplettes Besteck oder gar
einen Tafelaufsatz verkauft,
so folgt als Anhängsel die
Bestellung auf die Gravier-
ung eines Monogramms oder
einer Widmung und damit
beginnen oftmals mit recht
viel Zeitverlust verbundene
Weiterungen. Jeder will
natürlich auf dem gekauften

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ausmawo nun zwungen vielleich

ana) Louis XV. resp. Englische und der sava

Sieman gezwein derartigelung bringemierung auch sein

welche die Formenschönheit des Gegenstandes ganz ent- darunter vertreten. Ganz abgesehen davon, dass man selten schieden erhöhen kann, wie andererseits eine nicht das richtige darunter findet, da jeder ja sein eigenes Monopassende Stilart, noch mehr aber eine schlechte Ausführung gramm sehen möchte und möglichst in verschiedenen Stilarten, seitens des Graveurs, die Schönheit des Gegenstandes in werden diese Blätter mit der Zeit so abgegriffen, dass man hohem Masse beinträchtigt. Es sind uns Fälle aus der sie einem feineren Kunden kaum noch vorlegen kann. Praxis bekannt geworden, in denen die Ausführung eine Wir sind oft Beobachter solcher ,,Monogramm-Abschlüsse derartige war, dass sich der Ersatz des Uhrdeckels notwendig gewesen, die umständliche Art der Abwickelung brachte uns machte, ja sogar ganze Stücke eines Bestecks etc. ersetzt auf den Gedanken, ein Werk herauszugeben, das diesen Misswerden mussten.

ständen begegnen zu können imstande wäre. Aus diesem Wir besitzen nun zwar eine Reihe vorzüglicher Werke Grunde ist das Werk entstanden, dessen erste Lieferung wir über Monogramme; das von Demengeot steht wohl oben an; hiermit auflegen.*) dann folgen die Publikationen von Gerlach, Renoir, Fougadoir, Unsere „Monogramme und Dekorationen“ sollen also für Girault, Lang etc., die man dem Publikum vorlegen könnte, den Uhrmacher und Goldschmied ein Handbuch bilden, das um darnach die Wahl der Stilart bestimmen zu lassen, aber er dem Publikum zur Wahl vorlegt und nach welchem er in wie wenig Geschäften ist eins dieser Werke zu finden! dem Graveur den Auftrag erteilt. Die Preise für dieselben sind allerdings auch so hohe, dass Jene Fachleute, denen wir unseren Plan vorlegten, bezeichmancher vor der Anschaffung zurückschreckt; ausserdem liegt neten die Herausgabe des Werkes als eine Notwendigkeit. Eine ihr Erscheinen etwa 20—30 Jahre zurück, das neueste ist Schwierigkeit war allerdings zu überwinden. Das Werk darin also nicht berücksichtigt und wiederum andere Werke sollte reichhaltig sein, um allen Wünschen zu genügen, dasind für Maler und Zeichner ganz ausgezeichnete Vorlagen, neben aber auch billig, um eine allgemeine Einführung zu dagegen nicht für Uhren- und Edelmetall-Gravierungen, weil ermöglichen. sie das richtige Bild, wie sich die Gravierung auch wirklich Unser Werk enthält ca. 15 verschiedene Monogrammausmacht, nicht zur Darstellung bringen.

Arten, worin die gebräuchlichste Renaissance, Louis XIV. Wo nun ein derartiges Vorlagenwerk nicht vorhanden, (sog. Moderne), Louis XV. resp. Englische und der sich mehr ist man gezwungen, vom Graveur einen Entwurf an- und mehr Bahn brechende „neudeutsche" Stil im ganzen fertigen zu lassen. Vielleicht findet ja gleich der erste An- Alphabet durchgearbeitet wurden, sodass jedes Monogramm klang, in wieviel Fällen trifft dies aber nicht zu? Eine mit Ausnahme der seltenen Buchstaben (Q X Y) darin verzweite und dritte Skizze wird beordert, und wenn das Pech treten ist. Daneben sind die seltener vorkommenden gross ist, sagt auch von diesen keine zu. Welch kostbare Stilarten, wie Louis XIII., gothische, Band- und EmailleZeit ist aber damit verloren gegangen? Der Käufer in seinem monogramme, ausserdem Wappen, Kronen, Embleme etc. etc. Eifer hat vielleicht schon Nachfrage gehalten, bevor überhaupt je in 1—2 Tafeln vertreten. der erste Entwurf zur Stelle war und nachdem bat er Neben diesen Vorzügen der Reichhaltigkeit in den Entnoch dreimal kommen müssen! Die für den Käufer würfen haben wir auch eine grosse Mannigfaltigkeit in der Dardamit verlorene Zeit wollen wir garnicht in die Wagschale stellungsweise obwalten lassen. Die Grössen von 13, 16, 19, 24 werfen, wohl aber ist der Geschäftsmann von der Arbeit Linien neben der Besteckgrösse und jener für grössere Gegenabgehalten worden und Zeit ist Geld.

stände, wurden berücksichtigt. Aber auch der Graveur ist zu berücksichtigen: Wer Die Mitarbeit mehrerer Graveure und Zeichner bringt zahlt die Entwürfe? Der Graveur muss sich dafür schadlos den Vorzug verschiedener individueller Auffassung. Die halten, denn er muss erst recht seine Zeit in Geld umsetzen. Variationen gehen durch alle Stile, auch wird bei verschieVielfach und mit Unrecht sträubt man sich gegen das denen Monogrammen Ueberdruck von Uhren, Bestecken etc. Honorieren der Entwürfe und hierin liegt ein wunder Punkt verwandt, um den Eindruck darzustellen, wie sich ein Monoim Verkehr mit dem Graveur, der schon manches Ärgernis gramm auf einem Gegenstand ausnimmt. Der Besitz des bei beiden Teilen verursacht hat und deshalb lehnen gute Werkes hebt dadurch aber alle bisherigen Umständlichkeiten Graveure von vornherein die Gratislieferung des Entwurfes auf; man kann die Ansicht des Publikums klären und das ab. Nun sagt man sich ja, der Graveur möge den Entwurf Gewünschte beim Graveur bestellen: Ich wünsche Monomit in die Gravierung rechnen, selbst wenn das der Fall ist, gramm AD nach Nr. 20 des Monogramm-Buches der Handelshat doch der Uhrmacher oder Goldschmied die Zeche zu Zeitung etc. etc. zahlen und das kann vorteilhaft vermieden werden.

Was nun den „neudeutschen“ Stil betrifft, so hat sich dieser Andererseits ist nicht zu verkennen, dass der Detaillist in vielen Gewerben überraschend schnell eingeführt, in gleichem durch die Konkurrenz vielfach gezwungen ist, von einer Be- Masse in der Bijouterie- und Silberwaren-Branche. Dieser rechnung des Monogramms abzusehen. Das ist aber eine Umstand bedingt auch das moderne Monogramm. Wenn man Unsitte, der nicht genug entgegengetreten werden kann. Hat bei Uhren-Gravierungen dieser Neuerung mit Misstrauen gegenman seine Ware normal kalkuliert, so hat man auch Anrecht übersteht, so liegt das vielfach an dem starken Festhalten am auf den vollen Handelsnutzen und nicht nötig, das Monogramm Hergebrachten seitens unserer Graveure — vielleicht auch noch zuzugeben. Denn aus dem Zugeben erfolgt die Herab- seitens des Publikums. Der neue Stil wirft die alten Grunddrückung des Monogramm-Wertes, man sucht alsdann bei sätze der Symmetrie der Buchstaben und der Ausfüllung eines diesem zu sparen und der Graveur macht die gedrückten Kreises etwas über den Haufen, ein Umstand, mit dem sich Preise durch minimale Ausführung wett. Dem Kunden, unsere Graveure gar nicht befreunden können. Das ist auch der Verständnis für die Sache hat, kann damit nicht ge- der Grund, weshalb Uhren-Gravierungenen eine genügend dient sein, er wird sich sogar die schlechte Gravierung geläuterte Durcharbeitung noch nicht erfahren haben. Wir nicht bieten lassen und der Streit ist fertig.

haben deshalb mit dem Entwurfe selbst einen Künstler beEinige Geschäfte helfen sich damit, dass sie die mit traut und die Ueberarbeitung einem Graveur (also einem der Zeit angesammelten Entwürfe als Vorlage benutzen. Man Fachmann) übertragen. verwahrt sie in einem Schrein oder Couvert, alle möglichen Papier-Formate, auch vom dünnsten bis zum Karton, sind *) Man vergl. gefl. das Inserat in der vorliegenden Nummer.

winter haben wir walten lassen

Stänien neben derwalten lassen 09Mannigfaltigkeit in den EntDas Licht im Dienste der Plastik.

Ob unser Monogramm-Werk auch für den Graveur von Wert ist, muss nach zwei Seiten beantwortet werden. Einmal wird er dasselbe nötig haben, weil Uhrmacher und Goldschmiede praktischer Weise die Bestellungen darnach aufgeben, zum anderen stammen unsere Monogramme aus der Hand mehrerer bewährter Fachleute, deren individuelle Auffassung er zu seinem eigenen Vorteil kennen lernen müsste.

Gessner, Glashütte, Ewald Menzel, Berlin, Georg Wastian, Dresden, R. Langner, Leipzig, Paul Weber, Radebeul etc. etc. sind unsere Mitarbeiter. Herr Graveur F. Voigt, Leipzig hat uns seine reichen Erfahrungen bei der Einrichtung des Werkes zur Verfügung gestellt. Die Firma Dürrstein & Co. in Dresden, die sich bekanntlich um die Förderung der UhrenDekorationen grosse Verdienste erworben hat, stand uns ebenfalls mit Rat zur Seite und stellte uns ihre reichhaltigen Vorlagen zur Verfügung.

Es erübrigt uns nur noch, allen jenen Herren, die uns bei der Herausgabe des Werkes mit Rat und That unterstützten, an dieser Stelle zu danken. Die Herren Gustav

Handelszeitung für die Gold- und Silberwaren-Industrie

Wilhelm Diebener.

hat auch sogak taie Naturkräfte sich

meisteneam von wenigen" genau demse,

Die Natur hat uns eine Menge geheimnisvoller Kräfte gegeben, die im Kampfe ums Dasein mit uns als Bundes genossen kämpfen, die für und mit uns arbeiten und unsere in gewissem Sinne begrenzte Leistungsfähigkeit vervielfältigen, oft vertausendfachen.

Das Wasser ist dem Menschen seit undenklichen Zeiten dienstbar als treibende Kraft, ebenso der Wind als bewegende. Die Neuzeit hat sich aber nicht mehr damit begnügt, die direkten Naturkräfte sich dienstbar zu machen, es hat auch sogar die Naturerscheinungen auszunützen verstanden.

Der zuckende Blitz ist im Telegraphendraht „gebändigt“, auf des Photographen Platte zaubert das Sonnenlicht die herrlichsten Gebilde.

Dass aber das Licht modelliert, plastische Gebilde schafft, das ist die neueste Errungenschaft unserer nimmer rastenden Zeit, das Produkt nimmermüden Strebens des menschlichen Geistes in die Geheimnisse der Natur einzudringen.

Das Licht, das schon so lange für uns zeichnet, abbildet und abschreibt, tritt also neuestens als modellierende Kraft in Erscheinung. Wenn Goethe den Mephisto sagen lässt, dass das Licht „verhaftet an den Körpern klebt,“ so lehren uns die neuesten Erfindungen, dass es die Körper an sich heftet, indem es sie plastisch getreu nachbildet. Dabei, schreiben d. B. N. N., tritt die Duplizität der Fälle, die auf zwei grundverschiedenen Gebieten auf dem der verhängnisvollen Katastrophen und dem der Erfindungen und Entdeckungen – so oft beobachtet worden ist, wieder einmal merkwürdig hervor. Vor kurzem wurde über die Erfolge der Photoskulptur, die ein Erfinder Selke in seiner Berliner Werkstatt in so überraschender Weise vorführt, in den Zeitungen berichtet. Sein Verfahren beruht darauf, dass er durch die Schnellphotographie die Lichtschnitte auffängt die in raschem Wechsel entstehen, wenn ein Lichtapparat an einer ruhenden Person vorbeigeführt wird; das Objekt wird da gleichsam durch das Licht in feine Schichten zerlegt, aus denen das ganze noch einmal aufgebaut wird.

Wenn dieser Erfindung auch vielleicht eine hohe wissenschaftliche Bedeutung beizumessen ist, für das praktische Leben hatte sie soviel wie keinen oder doch nur geringen Wert. Nun erfährt man aber aus Wien, dass der Photograph Karl Pietzner ein ganz anderes Verfahren er

funden hat, um Reliefphotographien herzustellen. Dieses Verfahren, das der Erfinder „Plastographie" benennt, beruht auf der Beobachtung, dass mit Chromsalzen zersetzte Gelatine an jenen Stellen, wo sie vom Lichte getroffen wird, die Quellfähigkeit (die Fähigkeit, aufzuquellen) einbüsst. Das Quellen der Chromgelatine wurde im photographischen Druckverfahren schon lange ausgenutzt, konnte aber für Reliefs nicht verwendet werden, weil die Platte nicht hoch genug quoll und die Halbtöne nicht präzis genug mit dem Quellungsvermögen korrespondierten. Durch Experimente, insbesondere durch die Beimengung von AgarAgar zur Leimmasse, fand endlich Herr Pietzner eine geeignete Quellmasse, die mit der grössten Treue die feinsten Zwischentöne eines photographischen Negativs wiedergiebt. Die Masse schwillt in genau demselben Verhältnis an, in dem sie von weniger Licht getroffen worden ist, also am meisten an den dunkelsten Stellen, am wenigsten wo mehr, oder gar nicht, wo das hellste Licht auf sie eingewirkt hat. Der Operateur erhält so eine Gussform, oder eine Stanze, die der feinfühligste Bildhauer nicht wahrer und zarter in den kleinsten Details herstellen könnte, und das in unglaublich kurzer Zeit.

Das wäre nun, falls sich die darüber gemachten Meldungen als zutreffend erweisen, eine Erfindung, die angethan wäre, auf dem Gebiete der Industrie eine Umwälzung herbeizuführen. Dass hierbei gerade unser Fach ganz bedeutend berührt würde, steht ausser Zweifel und erhellt aus Mitteilungen des N. W. Tgbl. über diese Erfindung, in der es von prächtigen Ergebnissen dieser Plastographie, die Pietzner einem Kreise geladener Gäste dieser Tage vorwies, erzählt. Eine graziöse Komposition ,,die Welle“ des unglücklichen Pariser Medailleurs Dupuis - von dem dieser Tage berichtet wurde, dass seine Frau ihn in einem Wahnsinnsanfall erschossen hat war als Relief in einer Muschel und auf einer Porzellanvase zu sehen, wo sie in weisser Glasur auf grüngoldenem Grunde ausgeführt war. Der Model war für die Gussform der Vase benutzt worden. Ein Reliefporträt des Papstes, ungemein charakteristisch und anscheinend in erlesener Medailleurtechnik ausgeführt, war ein Galvano nach einem vergilbten Photogramm; ein bekanntes Tierbild, ein prächtiges Löwenpaar darstellend, war als Reliefplatte reproduziert.

Welche Perspektive eröffnet sich da für den Goldschmied, hauptsächlich den Kunstgiesser und Kleinplastiker! – Doch

forma sering birindung, die angethan

wäre, auf dem Gebiete de

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Das wichtigste im Ladengeschäft ist wohl das Schaufenster. Wir können es mit einem Spiegel vergleichen, worin das Geschäft sich in seiner Grösse, in seiner Eigenart widerspiegelt. Dementsprechend muss es also auch eingerichtet werden; denn das Publikum unterzieht in der Regel die Auslage einer gründlichen Prüfung, bevor es in den Laden eintritt, um seine Einkäufe zu machen.

Nach seiner Grösse, nach der Beschaffenheit der in ihm ausgestellten Waren, nach den evtl. angegebenen Preisen und nicht minder nach der im Schaufenster herrschenden Reinlichkeit und Ordnung beurteilt ein jeder die Grösse des Geschäftes, dessen Umsatz, Leitung und Leistungsfähigkeit. — Ein geschmackvoll arrangiertes, sauberes Schaufenster ist also in gewissem Sinne die Grundlage für jedes, auch das kleinste Geschäft. Man kann durch ein vorteilhaftes Schaufenster das Publikum in seiner Meinung beeinflussen und so es veranlassen, zu kaufen, wo es sonst fern geblieben wäre.

Das Publikum ist anspruchsvoll, es will viel sehen, um eine Wahl treffen zu können. Es hat aber auch seine schwachen

Seiten. Und bei diesen wollen wir versuchen, es zu packen. Den Goldarbeitern und Juwelieren ist dies durch den von ihnen geführten Artikel in hohem Masse möglich. Es giebt eitle Herren und Damen, Neugierige beiderlei Geschlechts. Nehmen wir uns die Eitelkeit zu Hilfe, so haben wir uns einen guten Bundesgenossen erworben; denn unser erstes Trachten muss sein, Aufmerksamkeit zu erregen.

Lassen wir nun z. B. die Seitenwände unseres Schaufensters mit Spiegeln belegen, So werden wir die angenehme Beobachtung machen können, dass die Vorübergehenden, wenn auch das Fenster noch so klein sei, einen Blick darein werfen, ja sogar davor stehen bleiben, um, wenn es eine Dame ist, zu sehen, ob der Hut gut sitzt, das Haar in Ordnung ist, oder wenn es ein Herr ist, davor zu warten, um eine Schöne an sich vorübergehen zu lassen. Die Eitelkeit erregt nun die Neugierde und das Interesse: die Dame besinnt sich, dass sie sich einer Ring oder sonst was kaufen wollte, der Herr bleibt stehen, um nicht aufzufallen, und um sich Contenance zu geben, studiert er, wenn auch oberflächlich, das

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was ihm geboten wird. Bei beiden bleibt aber sicher ein räume stets hell erleuchtet, machen wir die Passanten glaubEindruck haften. Der Spiegel hat so seine Schuldigkeit ge- haft, dass der Besuch in denselben ein reger ist. Dies wären than. Wir müssen nun dafür sorgen, dass der Eindruck ein so ziemlich die Hauptpunkte der Ausstattung des Schauguter bleibt.

fensters. Haben wir nun alle diese Winke befolgt, so Diejenigen, die Schaufenster in Augenschein nehmen, wollen wir uns überlegen, ob es ratsam ist, die Preise der um sie wirklich durchzusehen, und auch die auf die oben einzelnen Gegenstände sichtbar zu machen, denn dies hat erwähnte Weise Angezogenen, müssen Interesse gewinnen, seine Vor- und seine Nachteile. sie müssen das Fenster von A bis Z einer Prüfung unter Letztere bestehen darin, dass die Konkurrenz die Fenster ziehen; sind mehrere Personen zusammen, so muss eine auch studiert, durch das unsinnige Arbeiten mancher Grossisten wahre Debatte entstehen, ist es nur eine einzige, so muss und Fabrikanten dieselben Stücke führt und sie dann billiger Zufriedenheit und Freude auf ihren Zügen zu lesen sein. auszeichnen zu können in der Lage ist.

Um nun aber das Wohlgefallen des Betreffenden zu Andererseits geht das Interesse des Publikums, wenn erregen, müssen in

es keine Preise sieht, erster Linie Reinlich

verloren; da müssen keit und Sauberkeit

wir wieder hier den vorherrschen und für

goldenen Mittelweg eine gute Beleuchtung

einschlagen und eine Sorge getragen sein.

Preisangabe machen, Daher müssen wir die

die nicht bindend ist. Glasscheiben recht rein

Das wäre folgende : halten und das Fenster

Stecken wir die Ringe, mindestens alle 14 WOULULUI

die Broschen halbTage ausräumen und

dutzend- oder dutzendneu einrichten. Dazu

weise auf Klötze, die wollen wir uns einen

Ketten, Medaillons etc. stillen Tag aussuchen

auf Ständer, und verund es so einrichten,

sehen wir sie mit dass wir in einem

kleinen Zetteln mit Vormittag fertig wer

folgenden Angaben: den. Wir müssen

Silberne Doublé - Broauch andere Stücke

schen von Mk. 3-8. ausstellen, oder reicht

Goldene Broschen von dazu das Lager nicht,

10—20 Mk. Scharnier die alten frisch poliert

Herrenketten von Mk. und geputzt in einer

18—40 etc. anderen Anordnung

Wenn wir den und Reihenfolge zur

Boden des Fensters Schau bringen.

und die Glasplatten Zur Sauberkeit

mit einem Tuch (rot gehört im Winter die

ist gegenwärtig moVentilation, um ein

dern überlegen, so freies Fenster zu er

erreichen wir ein zielen. Wir lassen

besseres Aussehen und uns oben Klappen an

grössere Sauberkeit. bringen und diese

Bilden wir den Hinterhalten wir am Tage

grund des Fensters und am Abend, wenn

aus einem dunklen das Licht brennt, offen,

Vorhang aus plüschdamit am Tage die

ähnlichem Stoff, SO Wärme aus dem Laden,

haben wir noch einen abends die Wärme von

Vorteil mehr erreicht, der Beleuchtung aus

das Innere des Ladens strömen kann. Für

bleibt den profanen genügend Licht müs

Augen der Neugierigen sen wir, wie schon

verschlossen und das angedeutet, noch be

kaufende Publikum ist sonders sorgen. Schon

ungesehen, ungenierter bei eintretender Dun

und kauft mit mehr kelheit müssen wir

Ruhe. das Fenster beleuchten

Für den Spazierund im Laden lieber

gänger sowohl, wie ein Licht mehr als zu

den Fremden ist das wenig brennen lassen.

Schaufenster ein Licht zieht an, und

Hauptmoment. Es sind unsere VerkaufsDer Silberfund von Bernay. Abbildung 11.

bietet ihm Zeitver

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