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Jahre noch strer Künstler, Fouquet, der siessem Onyx. G. Engrand ester, ebenso wie die Bron

Aermel zu tragendes breites Glieder-Armband, mit reizenden kleinen Becher, der in einfacher aber anFiguren aus Jet, deren Flügel in grünem und blauem sprechender Weise mit Gänseblümchen verziert ist und durchsichtigen Email ausgeführt sind, die einzelnen einem Tischservice mit hübschen kleinen Figürchen in Teile sind durch einfache, mit Smaragdcabochons ver Muscheln. Victor Prouvé ist durch einen silbernen zierte Kettenglieder zusammengehalten. Ein anderes Rennpreis, einen Becher und mehrere schöne Hochmattgoldenes Armband zeigt das Iris-Motiv, die Blurnen relief-Medaillen vertreten, ebenso Louis Bottée mit einer in natürlichen Farben emailliert; es ist ein etwas aus- ganz nationalen Medaille, „France" betitelt. E. Hangefallenes, aber doch ansprechendes Stück. Einfach, neaux war glücklich in einer Porträtmedaille, weniger wenn auch etwas gross, ist ein Anhänger, ebenfalls im gefallen seine Plaketten mit Symbolen von Musik etc. Mohnblumen-Motiv, mit emaillierten Blumen auf mattem Vital Cornu zeigt grosse Vorliebe für ruhende FrauenGrund und anhängender, schöner grosser Perle. Dann gestalten, deren graziöse Formen er geschickt zu verein anderer Anhänger, eine Waldlandschaft dar wenden weiss, allerdings sehen sie bei einer von ihm stellend, die Bäume etwas erhaben und holzbraun gefertigten Jardinière etwas angeklebt aus; auch an emailliert, der Berg mit Brillanten ausgefasst und der einem Becher hat die den Henkel bildende weibliche Himmel oberhalb und zwischen den Bäumen so zart Figur eine recht gezwungene Stellung. Ein Tintenfass ausgeführt, dass ein sehr feiner Effekt erzielt wird; von Ledru, „Neugierde" bezeichnet, und ein Zinntablett, ein „Devant de Collier" in ciseliertem Gold in ver- mit auf Schaum ruhender Nymphe, sind zwar gut in schiedenen Farben, wodurch das verwendete Rosen- der Zeichnung, aber etwas konventionell französisch in motiv zur schönsten Geltung kommt und ein einfacher ihrem Charakter, ebenso wie die Bronzeschalen von Hornkamm mit einem Medusenhaupt aus weissem Onyx. G. Engrand und ein sauber modellierter Ständer für

Ein anderer Künstler, Fouquet, der sich im letzten eine elektrische Lampe von Moreau, mit recht gewöhnJahre noch streng an die Lalique'schen Vorbilder hielt, lich aussehender Fee. Wenig originell sind auch die dem es aber an sauberer Ausführung gebrach, hat Zuckerschale mit Löffel und Tablett mit Johannisbeerdieses Jahr andere Wege eingeschlagen und zeigt uns Blättern und Beeren von Franz Penreux und etwas beeinige zarte Goldschmiedewerke, besonders mit Korn fremdlich erscheint auch das Tintenzeug von Spicerblumen und Distel-Motiven. Edelsteine verwendet er Simson mit dem Titel: „Das Geheimnis des Lebens.“ sparsam und erreicht seine Farbeneffekte wesentlich Es scheint, dass die Franzosen kein Glück mit Silberdurch verschiedenartige Goldtöne, wie z. B. bei einem waren haben und so sehr sie sich in der Ausschmückung hübschen Distelanhänger mit glanzgold Blume auf mattem des menschlichen Körpers auszeichnen, so wenig wirkGrunde. Bei einem anderen Anhänger ist die Korn- lich künstlerische Arbeiten schaffen sie in Silber für blume über einem schmalen mit Brillanten besetzten den Gebrauch und die Ausschmückung des Hauses. Rahmen gebogen und ein hübscher Effekt durch die perl. Wir können wohl sagen, dass wir in dieser Hinsicht besetzten Staubfäden erzielt. Bei einem dritten Distel- in Deutschland weit voraus sind, wie die neueren, Anhänger ist der Grund mit flachgeschliffenen Opalen modernen Arbeiten unserer besseren und besten Silbergemustert und die Ornamente mit Smaragden verziert. warenfabriken beweisen. Zweifellos hat das Silber den

Eduard Colonna ist ebenfalls ein sehr geschickter selben Anspruch auf künstlerische Bearbeitung wie das Künstler; er stellt mehrere Anhänger im Lalique'schen Gold und der Ladeninhaber kann für beide Metalle in Genre aus und einen Anhänger mit Kette, die jedoch der Erziehung des Publikums zu besserem Geschmack alle nicht die Grazie des Meisters erreichen. Colonna ungeheuer viel thun. Freilich gehört etwas Mut dazu, versteht es jedoch, Perlmutter und Koralle sehr ge- mit neuen Formen in Schmuck und Geräten den Anfang schickt zu verwenden und liefert einfache aber doch zu machen, aber es findet sich für aparte Sachen immer zierliche Muster. René Foy ist mit einigen sehr hübschen ein zahlungsfähiges Publikum, welches sonst sein Geld und wirkungsvollen Gürtelschnallen vertreten, von denen lieber in der Tasche behält, wenn es nicht künstlerisch die eine mit Fuchsien sehr an Lalique erinnert. Die genug ausgeführte, originelle und individuelle Arbeiten in Blätter sind in Zellen-Email ausgeführt, die Blüten Gold und Silber zum Kauf angeboten erhält. Es ist ebenfalls emailliert und die Staubfäden mit Perltropfen die Sache der Goldschmiede mit und ohne Schaufenster, verziert. Sein Hauptwerk ist ein Kopfschmuck, be- nicht nur den Bedürfnissen des Publikums entgegenzustehend aus zwei weissen Blumen, die an beiden Seiten kommen, sondern es auch die Erzeugnisse würdigen des Kopfes befestigt werden, und zwei einfachen Blättern zu lehren, die der Goldschmied als Künstler schafft die den Bogen des Diadems bilden. Die Blätter der und die ihn auf die gleiche künstlerische Stufe mit Blumen sind aus weissem Onyx geschnitten, mit Malern und Bildhauern stellen, deren Ruhm durch ihre goldenen Knospen, die Blätter sind cloisonné-emailliert. Kunst sich über die ganze Welt verbreitet. Die fran

Auch der Goldschmied Nocq wandelt eigene Wege zösischen Goldschmiede haben unter der Führung von und verabscheut hergebrachte Formen, auch er ist ein Lalique das kunstsinnige Publikum gezwungen, den Künstler in Farbenzusammenstellungen. Seine Schöpf- Goldschmied als Künstler anzuerkennen und ihn zu ungen sind ganz eigenartig, wie z. B. der fein modellierte beschäftigen; sie haben bewiesen, dass es für originelle Muschel-Anhänger, an dem die Brillanten zertreut wie Schmucksachen nicht an Käufern fehlt (Lalique hat Auswüchse angebracht sind. Es ist ganz unkonven- alle seine Sachen verkauft), sie haben ihre Individualität tionell, aber von einem bezaubernden, gefälligen Charakter nicht geopfert und nur Werke geschaffen, an deren Unter anderen Schöpfungen Nocqs finden wir einen Erfindung und Ausführung sie selbst Freude hatten Drachenanhänger mit emaillierten Flügeln, ähnlich dem und dem Publikum durch die Anschaffung Freude bevom vorigen Jahr; er ist hübsch, aber wohl nicht sehr reiteten. für Damenschmuck geeignet.

Wir können viel von unseren französischen Kollegen Unter den Ausstellern von Silberwaren und feinen lernen; möchte ihr Beispiel auch bei uns ausgedehnteste Zinngussartikeln sei M. Brateau genannt mit einem Nachahmung finden!

Der Silberfund von Bernay.

Neben dem Hildesheimer Silberfunde und dem Schatze von Boscoreale, deren schönste und wichtigste Stücke wir unseren Lesern in Wort und Bild vorführen konnten, giebt es nur noch einen antiken Silberschatz, der sich mit diesen beiden an Bedeutung und Umfang messen kann. Er befindet sich im Cabinet des médailles et antiques, das im Gebäude der Bibliothèque Nationale zu Paris untergebracht ist. Der Zeit seiner Auffindung nach ist er der älteste von den drei Funden. Die Geschichte seiner Entdeckung erinnert an die des Hildesheimer Schatzes.

Am 21. März 1830 bearbeitete em Landmann namens Prosper Taurin im Kreise Bernay (Eure) ein Feld, welches er erst unlängst erworben, als sein Pflug auf ein Hindernis stiess, das ihn zum Stillstand nötigte. Er holte sich von einem in der Nähe beschäftigten Arbeiter eine Hacke, um das Hindernis aus dem Wege zu räumen und findet zunächst einen grossen römischen Ziegelstein und unter demselben verborgen einen Silberschatz vor 25 kg Gewicht. Glücklicherweise geriet der Fund in die rechten Hände. Ein Verwandter des Taurin, ein Gerichtsdiener zu Bernay, nahm ihn in Verwahrung und schon am 3. Mai gelang es RaoulRochette, dem damaligen Konservator des Cabinet des médailles et antiques, der gleich den Wert und die Bedeutung des Fundes erkannte, ihn für einen verhältnisinässig geringen Preis zu erwerben.

Der Schatz besteht aus 69 Stücken: 2 Statuen Merkurs, einer Büste und mannigfachem Gerät, Bechern, Weinkannen, Schalen, Schöpfkellen, Kasserolen etc. Zahlreiches Trinkgeschirr kommt paarweis vor. Durch vielfach beigefügte Inschriften sind wir über die Bestimmung des Schatzes genau unterrichtet. Er war der Besitz eines Tempels und zwar des Merkurs zu Canetonum, zum grossen Teil durch Stiftung seiner Verehrer zusammengekommen. An der Stelle

des Fundes im Weiler Villeret, Gemeinde Berthonville, liessen sich noch Spuren antiker Gebäulichkeiten konstatieren. Merkur war der Lieblingsgott der römisch gewordenen Gallier, er hatte zahlreiche Heiligtümer. Es ist möglich, dass man mit dem römischen Gott die Vorstellung einer alten einheimischen Gottheit verband. Diese Verschmelzung römischen und gallischen Wesens spricht sich auch in den Inschriften aus. Es kommen neben Namen wie Quintus Domitius Tutus, Cajus Propertius Secundus auch gallische Namen wie Camuloguata, Germanisca, Combaromarus u. a. vor. Römer und Gallier fanden sich in gemeinsamem Kult zusammen.

Die Art der Bergung des Schatzes verrät, dass er in Eile zusammengerafft und versteckt worden ist, nachdem er schon, wie der Zustand mehrerer Stücke zeigte, gewaltsamer Verderbnis ausgesetzt gewesen. Alle Gegenstände sind, mit Ausnahme der Henkel und anderer Zuthaten, getrieben. Die Trinkbecher haben, wie bei den Funden von Hildelsheim und Boscoreale, einen platten herausnehmbaren Einsatz. Durch Teilvergoldung, die sich leider nur spärlich erhalten hat, war die Silberfarbe mannigfach belebt. Da sich in dem Funde neben Stücken von hohem künstlerischen Werte Arbeiten von derber und roher Ausführung befinden, auch starke stilistische Verschiedenheiten sich zwischen den einzelnen Gegenständen zeigen, so nimmt man auch hier für die Bestandteile des Schatzes verschiedene Entstehungszeiten an. Die besseren Stücke werden ins 3.—1. Jahrhundert vor Christi gesetzt, während die Gegenstände von minderwertiger Arbeit der Zeit kurz vor ihrer Eingrabung, dem 3. Jahrhundert nach Christi, zugeschrieben werden.

Vielleicht zu den ältesten Stücken des Schatzes gehören zwei Henkelbecher (Abb. 1), die schönsten und edelsten Arbeiten des Fundes. Die sanfte Schwellung des Reliefs, die in ihrer streng plastischen Form den altgriechischen Reliefstil bewahrt hat, die edle Haltung der dargestellten Personen, die sparsame Verwendung von Schmuckmotiven lassen wenigstens für das Vorbild dieser Becher auf eine frühe Zeit schliessen. Der Inhalt der Reliefs lässt sich nicht mit Bestimmtheit deuten. Auf jeder Becherseite sind in symmetrischer Anordnung zwei Figuren, eine männliche und weibliche, die eine stehend, die andere sitzend, einander gegenübergestellt. Auf der in der Abbildung zugekehrten Seite des einen Bechers sitzt rechts eine Frauengestalt mittleren Alters und liest in einer Buchrolle, das Gewand, in das sie gekleidet, lässt Arme und Oberkörper entblösst, das über die Schultern geworfene Ende flattert in breitem Bausch auseinander. Ihr gegenüber steht in einiger Entfernung ein kahlköpfiger bärtiger Alter, gekrümmt von der Last der Jahre. Er stützt sich mit der Linken auf einen Stab, während die Rechte gestikulierend aus dem ihn umhüllenden Mantel gestreckt ist. Zwischen beiden steht eine Art Steintisch, hinter demselben ein Pfeiler, der einen Becher trägt. Die andere Seite zeigt dagegen eine stehende Frau und einen sitzenden jungen Mann. Von den Figuren des zweiten Bechers sind auf der Abbildung nur die stehenden sichtbar rechts eine stehende Frauengestalt mit entblösster rechter Schulter, in der linken Hand eine Rolle, mit der andern hält sie einen Lorbeerzweig über ein grosses Gefäss. Der auf der andern Seite stehende bärtige Mann hält in gesenkter Hand einen Stab. Man glaubt auf den zwischen den Paaren regelmässig gestellten Pfeilern eine Spiegelung einer der Figuren zu erkennen. Jedenfalls haben wir es hier mit Darstellungen symbolischer Natur, vielleicht Scenen aus den antiken Mysterien (Geheimgottesdiensten) zu thun. Die schön geschwungenen Henkel schmiegen sich breit dem oberen Rande an und laufen hier in die Köpfe von Schnabeltieren aus, ein für die ganze Gattung der spät griechischen und römischen Silbergefässe charakteristisches Merkmal, das sich auch bei zahlreichen Stücken des Hildes

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heimer und Boscorealefundes findet. Die Höhe der Becher beträgt 12 cm, die Breite ohne Henkel ebenfalls 12 cm.

In direktem Gegensatz zu dem besprochenen Becherpaar stellen sich die in den beiden folgenden Abbildungen gegebenen napfförmigen Becher sowohl dem Inhalte wie der Form nach dar. Der herbe Ernst ist ausgelassener sprühender Lebenslust gewichen, statt der streng plastischen Reliefform erscheint jetzt eine freie malerische Reliefbildung. Während dort die Relieferhebungen nur mässig aus der Fläche treten und sich streng innerhalb der Silhouette des Gefässes halten, hat hier die Freude an der Leistungsfähigkeit der Treibarbeit die Form des Gefässes gewissermassen gesprengt und die weitherausgehämmerten Glieder der den Körper des Gefässes schmückenden Figuren ragen so stark aus der Fläche heraus, dass die äussersten Teile durch besondere aus dem Gefässe herausquellende Stützen getragen werden müssen. Eine reiche Fülle von Bildwerk zieht sich in malerischer Komposition, in mehreren Plänen hintereinander geordnet, um die Rundung der Becher hin. Die Relieferhebung ist mannigfach abgestuft, von der vollen körperlichen Rundung bis zur zartesten Schwellung. Auch hier haben wir auf beiden Stücken symmetrische Darstellungen, aber trotz der strengen Entsprechung im einzelnen mannigfaltig abgewandelt. Die Komposition der vier Bildflächen wird beherrscht durch je einen die Mitte einnehmenden männlichen und weiblichen Centaur, umspielt von Amoretten und umgeben von allerlei Beiwerk. Mag man auch in diesen Bildern einen allgemein menschlichen Inhalt suchen: „Liebeslust und Leid", der selbst die wilden Rossmenschen unterworfen sind – das volle Verständnis der reichen Darstellung entzieht sich uns. Die zahlreichen Attribute, die ringsum verstreut sind, sind Symbole des bacchischen Gottesdienstes. Am Hofe der Ptolomäer in Alexandrien, wo vielleicht die Entstehung dieser schönen Stücke zu suchen ist, blühte der orgiastische Bacchuskult mit allen seinen Ausschweifungen.

griechischabeltieren alande an enen Henkiengottesdien

Die Bijouterie im Orient.

(Fortsetzung und Schluss.)

V

Bazar ays get hintereinander, um einen möglichtet, einen

Sconto für Barzahlungen

erartige Verkäufe vollziehen sich in der Weise, dass Perlen verkaufen sich nach einem Gewicht Namens

ein Courtier den betreffenden Gegenstand im ganzen „Miskal", welches gleich 24 Karat ist; nach Konstantinopel Bazar ausruft - eine Art fliegender Auktion - oft kommen die Perlen meist aus Snakim und Bassorah. Ge

mehrere Tage hintereinander, um einen möglichst hohen wöhnlich kauft man die Edelsteine auf Ziel und erhält keinen Preis herauszuschlagen; diese Courtiers sind verpflichtet, einen Sconto für Barzahlung, doch wird in letzterem Falle der Bart zu tragen.

Preis etwas ermässigt. Der oben erwähnte „Besestin“ im Bazar der Bijouterie Die eingeborenen Goldschmiede sind geschickt und zu ist ein grosses, steinernes, gewölbtes Gebäude, wie eine be besseren Arbeiten fähig, indessen verlangt die meist türkische festigte Schanze und 4--500 Jahre alt. In seinen düsteren Kundschaft sehr billige Fassungen und demgemäss fallen diese Räumen werden alte Waffen, Teppiche, altes Porzellan, Uhren, auch nicht sehr geschmackvoll aus. Früher nahm man zu Antiquitäten und Schmucksachen verkauft; fast alle Verkäufer den Arbeiten 16- bis 18-karätiges Gold, nach und nach ist sind Muselmanen und ist es sehr schwer, einen Verkaufs- jedoch durch Preisdrückerei der Gehalt immer geringer gestand im Besestin zu erhalten, wenn man nicht sehr gute worden und schwankt jetzt zwischen 4 und 15 Karat. Die Empfehlungen hat. Ausserdem darf das Publikum diese für Pera und Galata bestimmten, meist in Frankreich oder Stätte nur während 6 Stunden im Sommer und 4 im Winter Deutschland bestellten Waren haben gewöhnlich 14 Karat; besuchen; es sind deshalb

indessen macht man, des dort auch Diebstähle sehr

billigen Preises wegen, auch selten, seit der Erbauung soll

oft die Gegenstände aussen nur ein einziger vorgekommen

14 und innen 4 bis 5 Karat, sein.

auch nimmt man nicht selten Jeden Abend legen die

gutes Doublé. Die Steine Juweliere des Bazars ihre

werden meist hier an Ort und Waren in einen ziemlich

Stelle durch eingeborene Arschlecht verschlossenen Holz

beiter in die Sachen gefasst. kasten und tragen diesen in

Die Käufer der besseren den Besestin, wo ihnen gegen

Artikel sind die Europäer und geringe Miete ein Aufbewahr

die eingeborene bessere Geungsort zur Verfügung steht,

sellschaft, die nicht so sehr und am nächsten Morgen holen

auf einen beim Wiederverkauf sie ihre Waren wieder ab.

sich ergebenden Verlust zu Früher – vor 1870 —

sehen braucht, während der betrug der Umsatz in Bijou

Türke beim Einkauf der terie in Konstantinopel etwa

Schmucksachen stets die Mög20 bis 25 Millionen Franken

lichkeit des Wiederverkaufs jährlich, jetzt ist er durch

mit nur ganz geringem Verdie Verarmung der Bevölker- Plaquette zur Erinnerung an die Friedenskonferenz im Haag, lust im Auge behält und ung und den Preisrückgang ausgef. von der Kgl. Silberwarenfabrik C. J. Begeer in Utrecht. seine bessere Hälfte, die er der Edelsteine und des Silbers

mit Schmuck ausstattet, mehr auf etwa 7 Millionen Franken gesunken, darunter für etwa als Geldschrank ansieht, dem er notwendiges Kapital zu 4 Millionen Franken Brillanten, die am meisten gekauft wer- jeder Zeit wieder entnehmen kann. den, und etwa 1'), Millionen eigentlicher Schmuck und Der beste Kunde des Bijouterie-Bazars ist der türkische Silberwaren.

Staat selbst, dessen Einkäufe jährlich 1 Million Franken beAls im Jahre 1870 die billigen Kapdiamanten auf dem tragen sollen; diese bestehen meist aus Ordensdekorationen, Weltmarkt erschienen, haben auch in Konstantinopel die die mit Edelsteinen besetzt sind, Ehrensäbel, Tabaksdosen älteren Lagerbestände eine bedeutende Preisherabsetzung er- u. S. w., ausserdem in Brillantschmuck für die Damen des fahren, trotzdem verkaufen sich letztere noch immer besser Harems, und in Geschenken für in Konstantinopel jeweils und werden mehr geschätzt.

anwesende Fürstlichkeiten. Der Niedergang der grossen Vermögen in Konstantinopel, Wie eingangs erwähnt, beträgt die Einfuhr von Silberder seit 1877/78 sich bemerkbar macht, hat die Ausfuhr schmuck jährlich etwa 11/2 Millionen Franken und besteht vieler wertvoller Steine nach dem Westen Europas zur Folge aus allen möglichen Artikeln, darunter viele schwere Uhrgehabt. Alte, schöne Diamanten und Brillanten, alte Rubine, ketten. Früher und auch heute noch fabriziert man im Smaragde und Saphire sind auf dem Westeuropäischen und Lande selbst in Silber viele Scheiden und Montierungen für amerikanischen Markt erschienen und dagegen sind billigere Dolche, Säbel, Yatagans, Pistolen u. S. w. teilweise mit Steine eingetauscht worden, Brillanten und Rosen zu 100 Gold inkrustiert; manche von diesen werden an unwissende bis 230 Franken das Karat, Rubine und Smaragde von 25 Fremde als Antiquitäten zu hohen Preisen verkauft. Das bis 150 Franken und Saphire von 15 bis 40 Franken das Silber wird in Konstantinopel nach „Dirhems“ gerechnet Karat. Zwischen dem türkischen und dem bei uns üblichen (= 3,2 grs) und auf der Münze gestempelt, wofür 5 Paras Karat ist ein Unterschied von 5%, zum Nachteil der ersteren, für den Dirhem Gebühren bezahlt werden müssen; es ist sonst ist dieses ebenso wie unseres in 32-tel bezw. 64-tel ein Remedium von 10 Tausendteilen erlaubt; Silber unter

890/1000 wird nicht gestempelt und mit einer Strafe von

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Harem

ausserdemesine Brillantsch muckosfätandino Daminelis

werd Niedergad sich b

geteilt.

21/2 Paras für den Dirhem belegt. (1 Piaster = 40 Para = 18 Pfennig.)

Im Innern der Türkei tragen die Damen noch viel alte Goldmünzen als Schmuck, an Colliers, Diademen und als Aufputz der Kleider, wie auch an den Enden der Zöpfe; diese Münzen werden teils in Konstantinopel fabriziert, teils kommen sie in geringerer Ware aus Egypten; auch moderne türkische Münzen und österreichische Dukaten werden noch zu genannten Zwecken verwendet.

In den Läden der Juweliere und den Werkstätten der Arbeiter wird sehr selten ausgekehrt; alle zwei Jahre etwa kommt der Oda-Baschi (ein Staatsbeamter), lässt die erwähnten Plätze auskehren, das Kehrets verkaufen und der Erlöss fliesst in die Staatskasse. Diese Operation heisst „Ramaff“, doch bringt sie heutzutage nicht mehr so viel ein wie früher.

Unechte Bijouterie wurde im letzten Jahre für etwa 230 000 Franken in die Türkei eingeführt; sie kommt aus Gablonz, Morgenstern in Böhmen und Pforzheim, und wird fast ausschliesslich von Juden gehandelt, die ausserhalb des Bazars ihre Läden haben und ihre Einkäufe bei den Grossisten Stambuls machen, in manchen Fällen auch direkt in Gablonz oder Pforzheim.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass in der Türkei auch bei den Griechen und Armeniern, viel mehr Schmuck getragen wird, wie bei den Westeuropäern, und dass man lieber weniger isst und sich in anderen Ausgaben einschränkt, als dass man den Schmuck entbehrt. Die Wichtigkeit des Schmuckes im Orient veranschaulicht am besten der Umstand, dass man in besseren Familien bei der Heirat der Kinder nicht sagt: „Sie haben sich verehelicht!" sondern: „Sie haben ihre Steine mit einander ausgetauscht!“

Zum Zwangsladenschluss.

Wenn wir uns mit der vielerörterten Frage des Zwangsladenschlusses beschäftigen, so haben wir die Absicht, das Thema hauptsächlich dahin zu behandeln, ob der Zwangsladenschluss in seiner schärfsten Form, also der ausnahmslosen Schliessung der Geschäfte so nötig ist, wie das der Gesetzentwurf verlangt und ob man dies kann, ohne dadurch die Kleinsten unter den Kleinen schwer zu schädigen. Wir wollen uns auf einzelne Beispiele beschränken und in Betracht ziehen, wie die Verhältnisse in unserer Reichshauptstadt Berlin liegen, im Ganzen und Grossen werden sie im ganzen Reiche, wenigstens in den grossen Städten, die gleichen sein.

Man will die Schwachen gegen die Starken schützen, d. h. man will die Angestellten – also die Unselbständigen vor übermässiger Ausnutzung bewahren, – das kann man nun unseres Erachtens aber, ohne dass dadurch der freie Wille der Selbständigen unterbunden wird. Man schaffe für die Angestellten im Handelsgewerbe einen Maximalarbeitstag mit der Bedingung, dass sie nicht mehr nach 8 resp. 9 Uhr abends beschäftigt werden dürfen, -- dann ist ja erreicht, was man will. Ist es nicht geradezu widersinnig: Auf der einen Seite macht man Propaganda zum Schutze der Arbeitswilligen, und auf einer anderen will man die Arbeitswilligkeit gesetzlich eingeschränkt wissen – durch einen Zwangsladenschluss! Man sollte doch bedenken, dass es in Berlin viele kleine Geschäftsleute giebt, welche den Ausfall, welchen sie eventl. durch den Zwangsladenschluss erleiden, stark empfinden werden. Wir glauben kaum, dass nach reichlichem Nachdenken die kleinen Geschäftsleute, welche ohne Angestellte ihr Geschäft betreiben, für den Neunuhrschluss sein werden.

Die Geschäftsleute, welche ihre Geschäfte mit Angestellten betreiben, können den geringen Verlust, welcher eventl. entstehen dürfte, wohl ertragen, – das kann man voraussetzen; denn erstens arbeiten sie mit einem ganz anderen Nutzen und mit einer anderen Kundschaft als der kleine Geschäftsmann; für sie ist es gewissermassen unnötig, noch spät am Abend offen zu halten, wenn ihre hauptsächliche Kundschaft ja doch keine Einkäufe mehr macht. Anders ist es bei den kleinen Geschäften, deren Kundschaft sich aus dem Mittelstande und den geringeren Leuten rekrutiert. Es giebt so viele Damen, welche des Abends beim Nachhause

gehen Reparaturen zum Goldschmied und zu andern bringen, ebenso auch mancher Arbeiter sucht nach neun Uhr kleine Geschäftsleute auf; hauptsächlich sind es aber Dienstmädchen, welche am Tage keine Zeit haben und des Abends nach 9 Uhr, wenn Abendbrot etc. vorüber ist, sich fortzustehlen suchen, um schnell noch ihre Einkäufe zu besorgen.

Wenn wir nun den Verlust, den die sogenannten Kleinsten durch den Zwangsladenschluss erleiden — Sonn- und Feiertage abgerechnet — im Durchschnitt auf täglich eine Mark berechnen, so würde sich praeter propter der Verlust auf 300 Mk. jährlich stellen. Können nun solche Geschäftsleute, welche nur mit ihren beiden Händen arbeiten, solchen Ausfall vertragen?

Man wird wohl behaupten, dass die in Frage kommenden Kunden zur anderen Tageszeit sich einfinden werden, das ist aber nicht der Fall, denn da sie meist in den HauptStrassen ihre Beschäftigung haben und bis zu dem letzten Augenblick beschäftigt werden, so würden sie gezwungen sein, die ihnen bequem gelegenen Geschäfte aufzusuchen, und die Kleinen in den Nebenstrassen haben das Nachsehen; der Vorteil fliesst also schliesslich dahin, wo er nicht so dringend nötig ist.

Es würde also besser sein, wenn der Ladenschluss durch freie Vereinbarung zustande käme; - wer den Ausfall entbehren kann, – der schliesse, und wer ihn nicht entbehren kann – der halte offen! Diejenigen, welche nicht schliessen werden, sind unseres Erachtens meist kleine, ältere Geschäfte, welche doch nach und nach mit der Zeit verschwinden, und so wird sich der Ladenschluss zu einer festgesetzten Zeit dann ganz von selbst vollziehen.

Es giebt nicht nur allein unter den Goldschmieden, sondern in jedem Beruf kleine Geschäfte, welche ihre Besitzer so gerade ernähren; weshalb will man sie der Armut preisgeben und sie zurückdrängen in das Proletariat, denn als Aequivalent bietet man ihnen doch nichts! Meistens sind die betroffenen Leute in vorgerücktem Alter, fünfzig, Sechzig Jahre und noch darüber alt. Wer will aber solche in Arbeit nehmen!?

Da nun aber jedenfalls „eine äussere Heilighaltung dieser gedachten Freistunden nicht verlangt werden kann, so dürften doch viele kleinere Ladeninhaber nach Schluss des Geschäftes trotzdem noch ihre Schaufenster erleuchtet halten, um so dem noch promenierenden Publikum zur Besichtigung der ausgelegten Waren Gelegenheit zu geben; - und wie

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