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Wir erinnern nur an die Bethätigung derselben in folgenden unangebrachte Hartköpfigkeit — vielleicht gegen die bessere Punkten: Herbeiführung einer Besteck-Konvention, Mitwirkung Überzeugung, trotzdem es bekannt sein musste, dass unsere im Centralausschuss kaufmännischer und industrieller Vereine, Stellungnahme in der Innungsfrage auf absolut Warnung vor Aenderung des Stempelgesetzes, Versiche- neutralem Standpunkt sich hielt. rung gegen Einbruchsdiebstahl, Petition an den Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir annehmen, Reichstag, das Hausieren mit Juwelen betreffend, die Frage dass die Schuld daran, dass es zu einem gemeinsamen betr. den Einkauf von altem Gold, das Leihhauswesen, Wirken nicht kam, auf Seiten des seitherigen Vorstandes Schwarze Liste, Weltausstellung 1900, Kaufmännische Aus- lag; denn die Gelegenheit war gegeben, durch die Freie bildung der Gehilfen, Schmuck und Mode, Warenhausfrage. Vereinigung wie auch durch uns, und ein Beweis von

Auf der anderen Seite erinnern wir an die Vorträge Lebensklugheit wäre es gewesen, dem bekannten Erfahrungsvon Dr. Jessen: Ueber Gold; weitere Vorträge über Legiti- satz „gleiches Missgeschick macht Freunde“ seine Berechmation, — Was ist unter Goldwert angekauft? – Muster- tigung zu lassen, also daran zu denken, dass man sich bei schutz-Gesetz, — Verhalten der Röntgenstrahlen zu den allen Zerwürfnissen im Leben durch eine gemeinsame Arbeit Edelsteinen; ferner die fachlichen Vorträge von Schaper, am besten wieder zusammenfinden kann, und diejenigen, die Hertel etc.

als Bundesgenossen im Kampfe der letzten Jahre gerade da Unter den aufgeführten sind besonders drei als Glanz- eingriffen, wo es am nötigsten that, nicht als Gegner zu bethemata herauszugreifen: Versicherung gegen Einbruchsdieb- trachten. stahl, welche auf die Initiative der Freien Vereinigung ins Wir möchten aber durchaus bezweifeln, dass es böse Leben trat, - kaufmännische Ausbildung der Gehilfen, Absicht des Vorstandes war, und dass er vorhatte, sich erst welche so notwendige zeitgemässe Massnahme von der Freien dann der Arbeit annehmen zu wollen, wenn erst die Innung Vereinigung für die Branche ergriffen wurde und die Mit- das Heft in der Hand hielt. Formell ist ihr nunmehr das begründung der Centralstelle „Schmuck und Mode".

gelungen, obgleich uns der Sieg nicht gerade ehrenvoll dünkt, Das Verdienst einer so segensreichen Schaffensthätigkeit weil wir annehmen müssen, - wie wir es in einem Falle kommt nun in erster Linie dem 1. Vorsitzenden der Fr. V. hörten, -- dass die einzelnen Stimmen geradezu herbeigezu, der mit selbstloser Hingabe und grossem Eifer - ohne schleppt wurden und die Agitation es an Beeinflussung selbst die geringste persönliche Ursache dazu zu haben — sich der auf dreimaligem Bittgange bei den Einzelnen nicht hat fehlen nicht geringen Arbeit unterzogen hat. Diese gemeinnützige lassen. Die formelle Herrschaft bedeutet aber unseres ErThätigkeit Hugo Schapers ist der gesamten Branche zu achtens nur dann auch eine faktische, besonders bei gute gekommen und die Gesamtheit, besonders aber die Innungen, wenn sie es verstehen, die Herzen zu gewinnen; Berliner Goldschmiede schulden ihm Dank dafür.

– denn auch goldene Fesseln drücken. Mit kurzen Worten gesagt, es geht ein frischer thaten- Dem bisherigen Vorstande der Innung ist diese Aufgabe froher Zug durch die Freie Vereinigung, der die bedeutend- nicht gelungen, hoffen wir von der Zukunft besseres! Möge sten Vertreter der Branche als Mitglieder angehören, und das die Zwangsinnung aus der Haltung der feindlichen Brüder Konto im Hauptbuche der Interessenvertretung des Faches heraustreten und nicht persönliche und private Interessen schliesst mit einem bedeutenden Guthaben der Fr. V. ab, sich zur Richtschnur dienen lassen, sondern, das Gemeinwohl dass im letzten Jahre durch die Centralstelle Schmuck und im Auge behaltend, auf das hohe Ziel zumarschieren. Mode noch um ein erhebliches erhöht wurde.

Bei dem gegenwärtigen Status rückt die Thätigkeit der Das Gros der Goldschmiede hat diese letzterwähnte Freien Vereinigung in ein noch schärferes Licht und nimmt Thätigkeit auch als die wichtigste für das Erwerbsleben der an Wichtigkeit um ein Bedeutendes zu. Auch jetzt hat sie Branche anerkannt. Trotz ihrer Wichtigkeit wäre die schon die geistige Führung der Branche noch in der Hand, es ist früher von anderer Seite und seit zwei Jahren von unserer auch angesichts der allzu energischen Stimmensammlung und Redaktion aufgenommene Thätigkeit wohl kaum auf den des Umstandes, dass trotzdem kaum eine grosse Mehrheit erStandpunkt gekommen, auf dem sie heute steht, wenn nicht zielt wurde, die Frage, ob die Zwangsinnung Bestand haben die Fr. V. in so thatkräftiger Weise die Aufgabe erfasst und wird. Nur ein Missgriff des · Vorstandes, – und sie kann unsere Thätigkeit unterstützt hätte. Wer nicht direkt in leicht auseinander gehen. Mehr als je ist deshalb die Freie der Bewegung steht, vermag sich in der That keinen Begriff Vereinigung am Platze, besonders auch schon mit Rücksicht von der Arbeit zu machen, die hier geleistet worden ist und darauf, dass es der durch die Behörden bevormundeten hätte die Fr. V. kein anderes Ruhmesblatt auf ihrer Folie „Zwangsinnung“ nimmermehr möglich sein wird, die zu verzeichnen, das eine allein genügt, um ihr als mass- Interessen des Faches in einer so unbeschränkten Weise gebendem Faktor in der Branche Geltung zu erhalten. wahrzunehmen und zu vertreten, wie es der an keine Rück

Wir haben so das Gefühl, als ob die Innung seit der sichten gebundenen Freien Vereinigung möglich sein wird. flotten Entwickelung der Freien Vereinigung schmollend bei Die Innung aber hat sich eine nicht leichte Aufgabe seite gestanden hätte – auch uns gegenüber ist dies der gestellt, wir hoffen aber, dass diejenigen Männer, die die Fall —; denn der Vorstand hat uns augenscheinlich ge Einsicht hatten auf dem falschen Wege Kehrt zu machen, flissentlich ignoriert und zwar wahrscheinlich deshalb, weil auch Selbstbeherrschung genug haben werden, wo es not wir bereits mit der Freien Vereinigung hantierten. Die thut, ihre eigene Ansicht einer anderen unterzuordnen, und Versuche einer Annäherung, die wir bereits vor Jahresfrist dann sind wir überzeugt, dass der Zusammenarbeit der demmachten, zur Mitwirkung für „Schmuck und Mode“ einzu- selben Ziele zusteuernden beiden Korporationen die besten laden, sind von Seiten des Vorstandes unbeachtet gelassen Erfolge beschieden sein werden. worden. Wenn wir recht unterrichtet sind, hat es von Die Zukunft wird dann zu zeigen haben, welcher der Seiten der Freien Vereinigung auch an persönlichen Be- beiden Korporationen die Führung zukommen wird. mühungen ihrerseits nicht gefehlt, aber man zeigte eine

Kontoost mit den Jahren

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Die Bijouterie im Orient.

Der Monatsbericht

der französi

schen Handelskammer in Konstantinopel enthält über den Schmuck im Orient folgenden interessanten Bericht, der auch für die deutsche Industrie lehrreich ist und unseren Lesern willkommen sein wird.

Die Levantiner*) und besonders die

Christen unter ihnen lieben den Luxus; die grösste Sorge der besser

gestellten Leute im Moderne Gürtelschnalle.

Orient besteht da

rin, gut gekleidet zu sein bei den Spaziergängen und gut eingerichtete Salons zum Empfang der Bekannten zu haben. Um zu scheinen, um zu verblüffen, opfert man ohne Bedenken jede Bequemlichkeit des Lebens, und die elegante Dame, die man auf der Strasse in seidenem Kleide, mit einem Hut zu 80 Franken und Brillantohrringen sieht, kocht das magere

Essen nur einen Tag um den anderen und kauft nur Sonntags Fleisch für den Mittagstisch.

Der Schmuck spielt also eine grosse Rolle in den Bedürfnissen des Landes. Die Männer tragen je nach der Gesellschaftsklasse, der sie angehören, dicke Uhrketten in Gold oder Silber, Kravattennadeln mit mehr oder weniger echten Steinen, Manchettenknöpfe und mehrere Ringe, zum Teil mit Edelsteinen, zum Teil von kolossalen Dimen sionen. Nach unseren Begriffen ist der mit Schmuck

überladene Mann der Inbegriff des überladenen Protzentums: bei uns soll sein einziger Schmuck die Waffe des Soldaten sein.

Die levantinischen Frauen schwärmen alle für Brillanten: schöne Brillanten in den Ohren und ein dicker Brillant auf dem Fingerring sind unerlässlich. Dann folgen Armbänder, Halsketten, Broschen, Diademe, andere Ringe u. s. w. Diese Damen legen mehr Wert auf das Ansehen des Schmuckes, als auf seine künstlerische Ausführung. Sobald sie in den Besitz eines Schmuckgegenstandes gelangen, lassen sie ihn sofort taxieren und ihre Freude ist gross, wenn der Juwelier ihnen bestätigt, dass derselbe einen hohen Wert repräsentiert. Die zarten, geschmackvollen Schmucksachen, deren Wert

hauptsächlich in der künstlerischen Arbeit beruht, haben also wenig Aussichten im Orient.

Beim Durchsehen der Statistik der türkischen Zollämter muss man sich nur wundern, welch geringer Betrag für Bijouterie eingeht. Die Tabellen des Jahres 1310 (13. März 1894 bis 12. März 1895) weisen nur einen Import in die ganze Türkei nach von:

407 Schmuckstücken im Werte von 1 033 097 Piastern oder 227281 Franken.

Es müssen dies also sehr umfangreiche Stücke sein:

Alle Edelsteine und fast alle Schmucksachen werden geschmuggelt; der türkische Fiskus hat dadurch den grössten Nachteil, denn wenn er statt der tarifmässigen

8% nur 1/2 % des Wertes erhöbe, würde er eine hübsche Einnahme haben, während er jetzt garnichts erhält, denn um den Zoll von 8% zu um. gelien, greifen die Händler zum Schmuggel.

Was nun das Bijouterie-Geschäft speziell in Konstantivopel betrifft, so liegt es fast ganz in den Händen der Armenier, schon seit den Zeiten der Eroberung von Byzanz durch die Türken; einige Griechen und Juden beschäftigen sich ausserdem damit. Die weitaus grösste Zahl der Juweliere findet sich im Grossen Bazar von Stambul, wo sie ein Quartier von 7-8 Gassen inne haben. Ihre Läden haben jeweils einen Umfang von etwa einem Quadratmeter und die bedeutendsten bringen es nicht über vier Quadratmeter. Viele reiche und kapitalkräftige Juweliere mit grossem Warenlager hausen ihre ganze Lebenszeit in diesen winzigen Gelassen, wie schon Generationen ihrer Vorfahren. Ausserdem giebt es noch Juweliere in den „besestins“ von Galata und Pera. Elegante Läden sind sehr selten, darunter etwa 4 in

Besoooooooodle

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*) Levantiner nennt man die balb europäischen, balb orienta. lischen Familien des Orients, die meist Abkömmlinge westeuropäischer Einwanderer sind und sich den orientalischen Sitten angepasst haben.

Pera und 2 oder 3 in Galata, meist von Franzosen oder Deutschen gehalten.

Im Ganzen zählt die Konstantinopeler GoldschmiedeInnung 7–800 Mitglieder, wovon etwa 200 Prinzipale und 5-600 Gehilfen; letztere wohnen in der Nachbarschaft des Bazars, um stets zur Hand zu sein, falls eine Arbeit zu machen ist.

Die Innung hat einen Kehaya oder Obermeister an ihrer Spitze; derselbe wird von der Regierung auf Vorschlag der stältischen Behörden ernannt, er hat die Aufgabe, die Interessen der Innung bei den Behörden zu wahren, die Beiträge zu erheben unil den Vorsitz im „Londja“ zu führen.

Dieser „Londja“ ist eine Art Vorstand der Innung und

besteht aus 10–12 der hervorragendsten Juweliere, die von ihren Genossen dazu gewählt werden; sie üben das Schiedsrichteramt bei Streitigkeiten zwischen den Einzelnen aus, ihre Entscheidungen sind auch massgebend, wenn die Parteien an die Gerichte appellieren würden.

Die Mitglieder des „Londja" wählen aus ihrer Mitte einen „Muhammin“. Dieser ist ein vereideter Sachverständiger, welcher die vom Publikum gekauften Gegenstände taxiert und die von Behörden vorgenommenen Verkäufe von Schmucksachen leitet, wie sie bei verfallenen Pfändern aus dem Leihhause oder bei Zwangsvollstreckungen vorkommen können.

(Fortsetzung folgt.)

Schmuck und Mode.

Den nachstehenden Artikel haben wir, unserm Programm gemäss, wiederum an eine Reihe von Tageszeitungen zum Abdruck gesandt. Mitglieder der Centralstelle resp. Abonnenten unserer Zeitung, welche denselben nicht in einem ihnen erwiinschten Blatt finden, bitten wir um Mitteilung resp. Vorschläge, damit wir eine nochmalige Übersendung an die Redaktion bewirken können.

Centralstelle Schmuck und Mode.

derman in den Salonodegöttin wechsej

Wie schmücken wir uns?
Von Anna Behnisch.

Nachdruck verboten! Die Launen der Modegöttin wechseln, und immer wieder hört man in den Salons, den Frauenzeitungen, den Ateliers der Modistinnen die Frage aufwerfen, ob es „chic“ und geschmackvoll sei, bei diesen oder jenen Gelegenheiten und überhaupt viel oder wenig Schmuck zu tragen, ob diese oder jene Steine zu wählen, ob die eine oder die andere Fassung zu bevorzugen ist. Und die Sorge ist verständlich: ein Kleid, ein Hut werden in mehr oder minder kurzer Frist vertragen, - ein Schmuckstück ist ein Gegenstand von bleibendem Wert, und seine einmalige Anschaffung erfordert einen tieferen Griff in die Börse, als es ein schnell vergänglicher Putzartikel thut.

Auf keinem anderen Gebiete der Toilette wird von den Franen, auch von den eleganten Frauen, soviel gesündigt als beim Anlegen des Schmuckes. Und warum? Weil sie immer wieder die Bedeutung des Begriffs „Schmuck" vergessen. Schmuck soll schmücken. Nicht selten aber sieht das Gold an Hals und Armen eines jungen Mädchens aus, als sollte es nur den Prozentsatz der zukünftigen Mitgift repräsentieren, und die Brillanten an der Brust einer Frau erscheinen oft wie ein Aushängeschild für das Einkommen ihres Mannes. Aller Schmuck muss diskret verwendet werden. Ein einzelnes Schmuckstück kann nie zu kostbar sein, aber es darf sich nicht aufdrängen. Derselbe Schmuckgegenstand, der sich der einen Erscheinung harmonisch anpasst, kann bei der andern gleichsam aus dem Rahmen fallen. In dem Erkennen dieser Unterschiede besteht das ganze Geheimnis, wie man sich wirklich „schmückt".

Eine feinsinnige Frau wird wie ihr ganzes Wesen so auch ihre Umgebung und nicht zuletzt ihre Gewandung durchgeistigen. Die Blumen, die sie trägt und pflegt, die Farben, die ihre Toilette und ihre Wohnung beherrschen, werden sie in ihrer Art charakterisieren. Auch die Wahl von Elelsteinen und Edelmetallen charakterisiert und symbolisiert. Die Sprache der Formen und der Farben in dem kleinen Kunstwerk, wie es ein Kleinod doch ist, sollte die Frau nicht überhören; sie besitzt ja als Naturanlage ein

feines Ohr für die leisen Stimmen, mit denen die Dinge zum Menschen reden.

Wenn die Frau dieses ihr vorzüglich eigene Talent mehr entwickelte und, was sie den Dingen ablauscht an Stimmungen und Schwingungen, verbände mit einem künstlerisch ausgebildeten persönlichen Geschmack, so könnte durch sie der Goldschmiedekunst manche originelle und zaite Anregung gegeben werden. Denn die Industrie schafft, was das Publikum verlangt. Wenn jede Frau, die die Mittel besitzt, ihre Toilette zu wählen, nur tragen wollte, was harmonisch zu ihrem Wesen stimmt, statt desjenigen, was just „modern“ ist, — kuz gesagt: wenn jede Frau nur trüge, was sie kleidet, so würden auf dem Industriemarkt schnell die engen Schranken durchbrochen sein, die die Mode zieht, und eine bunte und erfreuliche Abwechselung an Motiven, Formen und Farben würde Raum gewinnen.

Ein leuchtend Farb- und Glanzgestein erhöht

Die Schönheit wie die Majestät, sagt Mephistopheles im zweiten Teil des Faust, und der Geist, der stets verneint, aber unter seiner teuflischen Ironie gewöhnlich den Nagel auf den Kopf trifft, giebt in diesen zwei Zeilen den Extrakt einer ganzen Reihe von Regeln über die Kunst des Schmückens. Man übersehe dabei nicht das Wörtchen „erhöht“. Es heisst nicht, ein leuchtendes Gestein verleiht Schönheit oder Majestät, wie leider nur zu oft angenommen wird. Es erhöht, es krönt sie nur. Es giebt eben königliche Steine, die nur von vollendeten, von Hoheitsvollen Gestalten getragen werden dürfen, wie es Blumen gielt, die nur ein jugendliches Haupt kränzen sollten, und wer das nicht beachtet, thut leicht den bekannten einen Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen. Wer, wenn nicht die Majestät, so doch die Vornehmheit mit seiner ganzen Lebensführung zu vereinigen nicht versteht, soll lieber, auch wenn er's ,,dazu hat“, das Tragen von Diamanten unterlassen weil er sich dadurch mit seinem eigenen Wesen in Widerspruch setzen und so unrettbar dem Fluch der Lächerlichkeit verfallen würile. Eine Frau, die fürchten muss, durch den Glanz ihrer Rubinen oder Saphire den Schein ihrer Augen und die Farbe ihres Antlitzes zu verdunkeln, sollblasse Steine, Perlen oder nur kunstvoll gestalteten Goldschmuck

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tragen; denn leuchtendes Gestein erhöht die Schönheit. wohl einräumen müssen. Auch junge Mädchen, denen Wo aber keine vorhanden ist, lässt es die -- Hässlichheit der gute Ton vielen oder sehr kostbaren Schmuck zu tragen durch den Kontrast seines eigenen Reichtums nur deutlicher verbietet, vermögen durch den Reichtum notwendiger Toilettenhervortreten. Frauen pflegen sich selten über ihre eigene gegenstände das Bedürfnis, sich zu schmücken, befriedigen, Schönheit oder Hässlichkeit zu tänschen, eben weil sie eitel ohne prahlen zu müssen. Jugendlich und doch höchst wertsind und schön sein wollen; nur dass ein Schönheitsmangel voll kann der Anzug sein, wenn beim Tanzfest den Hals an ihnen von anderen konstatiert wird, vertragen sie nicht auch nur ein farbiges Sammetbändchen umwindet, mit einer Doch jede Frau, die sich als hässlich erkennt und sich dar- hübschen Reglette, einem anhängenden Medaillon und das nach zu kleiden weiss, wird schöner erscheinen als sie ist. Haar ein Tuff frischer Blumen krönt — sobald etwa zwischen

Auch mit dem Temperament ist die Wahl des Schmuckes dem Gazeüberzug der Taille, halb versteckt, nur hin und in Einklang zu bringen. Für bewegliche Gestalten mit wieder aufblitzend, vereinzelt hier und dort ein Edelstein pikanten Zigeunerinnengesichtchen und feurigem Blut passt an goldener Nadel angebracht ist, als unentbehrlich zum ein blitzender, funkelnder, sprühender Rahmen, ein Durch- Raffen der Garnierung – sobald der Fächer an einer Schnur einander von roten, grünen, regenbogenfarbenen Juwelen, aus feingemaschtem Golde hångt und zwischen dem Blumendaraus es Blitze schiesst. Für Frauen, deren ganzes Wesen strauss ein buntes Käferchen glüht, dessen Flügeldecken aus harmonisches Ebenmass und Ruhe ist, ist es angemessen, Rubinen oder Smaragden bestehen. nur eine Gattung von Steinen in ihrem jeweiligen Schmuck Käfer, Schmetterlinge, Blüten - die unerschöpfliche zu tragen, grosse Steine in schlichter, gediegenster Fassung. Natur bietet eine Fülle von Motiven für den künstlichen Perlen auf weissem Halse, deren Schmelz sich durch die Schmuck der Menschen, die man nicht übersehen sollte; denn Hautwärme erhöht, sind die anmutigste Zier für ins Leben alles Menschen werk, so selbständig und eigenartig es ertretende Mädchenblüten, die noch nicht prunken dürfen mit scheinen mag, kann doch immer wieder nur vorhandene den Reichtümern ihres Kleinodienschränkchens. Perlen, durch Formen benutzen, ausbauen, neu beleben. Allerdings nehme schwarze Locken geflochten, geben biegsamen, schlanken Er- man sich bei der Nachahmung der Natur vor Geschmacksscheinungen und bleichen Gesichtern etwas Nixenhaftes. Der verirrungen in acht, wie sie sich in der Herstellung von blasse Amethyst verhilft, obgleich er nicht zu den kostbaren Spinnen, Ratten und ähnlichen unangenehmen Tieren kennSteinen gerechnet wird, einer mattfarbigen Toilette besonders zeichnen. Die moderne Kunst, die auf allen Gebieten bei blonden oder grauen Haaren, zu einem vornehmen, aparten oft bis zur Unverständlichkeit – vom Symbolismus beherrscht Reiz; doch haftet ihm nichts Festliches, Sonniges an wie zu werden beginnt, darf die Symbolik am wenigsten da veretwa dem gleichfalls matten und doch so warmen, vergiss- gessen, wo es sich um den Schmuck des Menschen selbst handelt. meinnichtblauen Türkis, der jungen, goldhaarigen Menschen. Die grösste Vorsicht ist geboten bei Gegenständen, deren kindern ein unaufdringlicher, unvergleichlich kleidsamer Anlegen an sich schon das Symbol einer Handlung ist, — Schmuck ist. Der Amethyst stimmt zu ernsten Gesichtern also zuförderst bei Ringen. Neuerdings taucht von vielen und verschleierten Blicken. Es ist erfreulich, dass man den Seiten das Bestreben auf, dem glatten goldenen Ehering zu einst so beliebten Korallen jetzt auch wieder mehr Aufmerk einer reicheren Form zu verhelfen; man hat verschlungene samkeit zuwendet. Eine schöne lichtrosa Korallenschnur Hände, zwei sich küssende Engelsköpfchen und manches kann an den Schimmer der derselben Heimat entstammenden andere zu seiner Krönung verarbeitet, manche sinnige Idee Perle erinnern, und eine erdbeerrote Korallenkette auf dunkelin ist dabei zur Geltung gekommen. Und dennoch ist das Sammetkleide oder in schwarzen Locken ist für ein gesundes, Sinnigste, das Edelste an diesem Ringe eben - seine rosiges Gesicht von dankbarster Wirkung. Damen von krank Schmucklosigkeit. Sie birgt eine tiefe Symbolik in sich. hafter Blässe oder zu frischen Farben sollten jedoch Korallen Das Wahrzeichen des geheiligten Liebesbundes soll ein glatter vermeiden.

Reif von lauterem Golde sein, das in Feuersglut gestählt Natürlich gilt es den Schmuck auch den Gelegenheiten wird. Auch die Liebe soll im Feuer des Lebens erprobt anzupassen, zu denen man ihn anlegt. Es ist eine Geschmack und rein und lauter sein wie echtes Gold, soll treu sein wie losigkeit, sich bei kirchlichen Feiern mit prunkenden Juwelen Gold, das sich nimmer verändert. Ein glatter Reif ohne zu überladen, und es kann als eine Beleidigung aufgefasst Perlen und Steine – zum Zeichen, dass die Liebe sich werden, wenn eine besitzende Frau ungeschmückt in ein selbst genug ist und nichts von den bunten Freuden der weniger reiches oder weniger vornehmes Haus zur Gesell- Welt zu ihrem Glück nötig hat. Ein glatter Reif, den auch schaft geht, – man könnte annehmen, sie halte es nicht für kein Zierat, keine kunstvolle Ausarbeitung unterbricht, ein der Mühe wert, sich zu schmücken. Man wird zu Besuchen runder Ring, ein Kreis – das Symbol der Ewigkeit, die nicht nur weniger, sondern auch einfacheren Schmuck an- oline Anfang, ohne Ende ist, gleich wie die Liebe, deren Gelegen als zu Festlichkeiten, und wenn man in Häuser geht, heimnis niemand erforscht, die getreu ist bis in den Tod. in denen Krankheit oder Sorge herrscht, nicht durch bunte, Nur die Innenseite zweier Eheringe trägt die Namen ibrer funkelnde Zierde verletzen.

Besitzer und das Datum des Tages, der sie verbunden hat -Ebenso vornehm als die reichste Seidenrobe, die nicht zu wieder eine Symbolik, dass die tiefsten Offenbarungen der übersehende Perlenreihen oder Brillantensterne bedecken, kann Menschenseele, zu denen die Liebe rechnet, nicht vor die ein schlichtes Tuchkleid wirken, dessen Spitzengewirr am laute Welt gehören, sondern in die Stille, wie man in die Halse – ganz zufällig — von einer kunstvoll ausgeführten Kirche geht zum Beten und nicht auf den Markt. Ein glatter Nadel gehalten scheint, dessen Gürtel von einer silbernen oder Reif umschliesst den Finger am engsten, dass sich nichts goldenen Schnalle geschlossen und hinten am Rock mit einer Fremdes dazwischendrängen kann, wie denn auch Herz und feinen, kleinen, edelsteinbesetzten Agraffe befestigt ist. Und Herz sich in Lust und Leid so fest aneinanderschliessen sollen, wenn solch ein Kostüm durch ein Hütchen vervollständigt dass nichts sie zu trennen vermag. Und nur ein glatter, schlichter, wird, dessen Nadel einen zierlichen Brillantenkopf oder eine ernster Reif, den kein zerbrechlicher Zierrat schmückt, kann schimmernde, birnenförmige Perle aufweist, so werden beide Tag um Tag, jabraus, jahrein, bei der niedrigsten Arbeit wie Toiletten einander nichts nachgeben an Gediegenheit; aber in den höchsten Feierstunden unversehrt getragen werden. der weniger auffallenden wird man den Vorzug ja Das aber soll der Ehering, wenn er ein rechtes Symbol ist.

Obi Ringen. Nemools einer Handinden, deren

barster Wirken ist für eine dunke

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wieder eisele, zu denendern in die Stihl Markt. Ein glathers

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