Page images
PDF
EPUB

Über Goldgewinnung.

. Von Dr. Karl Braun.

Die Edelmetalle Gold, Platin, Silber finden sich hauptsächlich in allen jenen Gebirgsformationen, welche von den Geologen schlechthin mit Urgebirge bezeichnet werden. Dieses System tritt in fast allen Ländern zu Tage, in Europa sind es vor allem die Alpen, das Erzgebirge, die Vogesen. In Amerika begegnet es uns besonders in Kanada, Brasilien und bei den Anden, ferner in Asien (China, Japan), Afrika und Australien.

Das Wort ,,Gold“ stammt vom gothischen „Gulth“, welches sich wahrscheinlich aus dem Sanskrit von joalitaglänzen ableitet.

Als Wiege der Goldgewinnung ist Egypten anzusehen. Herodot hat uns überliefert, dass am Senegal Bergwerke in Betrieb gewesen sind. In Asien wurde zu jenen Zeiten, also etwa 1500 v. Chr., besonders an den nördlichen Abhängen des Altaigebirges Gold gewaschen. Die Sagen von den unermesslichen Schätzen des Königs von Lydien, Krösus, ist auf den Goldreichtum Kleipasiens zurückzuführen, ebenso wie die Sagen des Nibelungenschatzes auf den nicht unerheblichen Gehalt dieses edlen Metalles im Sande des Rheines.

Die bei weitem grösste Menge Gold aber wird nach dem Plattnerschen Chlorprozess oder nach dem Cyankaliumprozess gewonnen. Der Chlorprozess wird bei schwefel- und arsenreichen Erzen angewendet. Das Gestein wird geröstet, mit Wasser befeuchtet (corpora non agunt nisi fluida) und durch einen durchlöchei ten Boden Chlorgas eingeleitet. Das sich bildende Goldchlorid geht durch Wasser in Lösung und wird ausgelaucht. Nun filtriert man durch eine sehr dicke Schicht Holzkohle. Die Holzkohle besitzt die Eigenschaft Gold aufzunehmen und nach dem Verbrennen der Kohle bleibt metallisches Gold im Rückstande. Nach dem Cyanidprozesse digeriert man die goldhaltigen Erze mit Cyan kaliumlösung und scheidet hieraus das Gold metallisch durch Zinkspähne wieder aus. Silberfrei wird Gold erhalten dadurch, dass man Rohgold in Salpetersalzsäure löst, eindampft, um letztere wieder zu verjagen und den Rückstand mit Wasser verdünnt. Aus dieser Lösung wird das Gold durch Eisenvitriol metallisch reduziert. Auch durch Auskochen mit concentrierter Schwefelsäure (Affination) kann man silberfreies Gold gewinnen. Silbersulfat geht in Lösung, während so

[graphic]

genanntes Scheidegold zurückbleibt. Da bei dieser Methode Gold höchstens bis zu 25%). in dem Rohmaterial enthalten sein darf, führt dieses Verfahren den Namen Quartation. Ist mehr Gold vorhanden, so muss Silber zugesetzt werden.

Um das nach der einen oder anderen Methode gewonnene Gold auch von den letzten Spuren fremder Metalle, wie Platin, Rhodium, Palladium, zu befreien, löst man das Rohgold in Königswasser. Aus der Lösung wird das Gold durch

Die Art der Goldgewinnung richtet sich nach der Gangart, je nachdem es aus goldhaltigem Sand oder aus verwittertem goldführenden Quarz gewonnen werden kann. Nur zum geringen Teil wird auch aus Schwefelerzen, wie Arsenkies, Zinkblende, Schwefelkies u. a. Gold gewonnen. Von dem Waschprozess allein, wie er früher üblich war, ist man wegen zu geringer Ausbeute völlig abgekommen und die rein chemischen Methoden gewinnen eine mehr und mehr steigende Bedeutung. Nach dem Amalgamationsverfahren werden die Erze gepocht, gemahlen und an der Luft geröstet. Das Rösten hat vor allem den Zweck, den Schwefel, das Arsen und Antimon

ht, cemahlen und and her fauft geröste zu oxydieren und zu verjagen. Das Röstprodukt wird mit Quecksilber amalgamiert und um das überflüssige Quecksilber zu trennen, das Goldamalgam durch Leinwandsäcke gepresst. Erze, welche leicht amalgamierbare Bestandteile, wie Blei, Bismut enthalten, sind von diesem Verfahren ausgeschlossen. Zur Abscheidung des Quecksilbers glüht man das Amalgam aus und fängt das flüchtige Quecksilber zur ferneren Benutzung wieder auf. Diesen Prozess nimmt man in sogenannten Glockenapparaten vor. Eine stärkere Erhitzung ist bei dem Amalgamationsverfahren zweckmässig zu vermeiden. In Kalifornien werden durch kräftige Wasserstrahlen gegen das betreffende Gestein die goldführenden Schichten losgewaschen und gesammelt.

[graphic][merged small]

Schmuck und Mode,

haben dürfen; einen solchen trägt man allein. Eine naturgrosse Abbildung der Brosche geben wir gleichfalls auf Seite 184.

Das duftige Gesellschaftskleid aus schwarzer Seide, das wir heute unsern Lesern vor Augen führen, ist so recht angethan, durch ausgesuchten Schmuck erst geradezu wundervoll zu wirken. Es ist in Prinzessform mit Halbschleppe geschnitten und hat den Leibchenschluss durch Haken im Rücken. Eine wundervolle schwarzseidene Klöppelspitze bedeckt vollständig das Leibchen und lässt den Unterstoff durchschimmern, um dann als Tunika mit spitzen Zipfeln vorn auf den Rock niederzufallen, der am unteren Rande 6 plissierte Volants aus feinem schwarzen Seidenkrepp trägt, welche wiederum je eine schwarze Chiffonrüsche berandet. Eine schwarze Chiffonrüsche, die den Rückenschluss deckt, giebt dem hohen glatten spitzenbedeckten Kragen seinen Abschluss am Halse. Eine gefaltete schwarze Tüllschärpe fällt aus einer bauschigen Schleife von der rechten Schulter, in geschmackvoller Windung bis herunter auf den zweiten Volant. Zwischen den Spitzen der Tunika springen vorn noch 3 Volants aus, die aber nicht rund um den Rock gehen. Die glattanliegenden Ärmel aus dem Grundstoffe des Kleides sind durchaus von in kleine Puffen gezogenem Krepp bedeckt und enden in bauschige Rüschen. Anstatt der modernen Kappe auf dem Oberarmel reicht der Spitzenüberhang glatt über die Schultern hinweg. An einer goldenen Halskette hängt über der Brust ein hochmodernes „Amulett“ (Talisman) genanntes Sckmuckstück aus Mattgold mit Perlen besetzt. In Russland haben diese Amuletts, die sich jetzt auch bei uns einbürgern, je nach ihrer Form etc. und der Gelegenheit, zu welcher die Trägerin es als Geschenk erhalten hat, besondere Bedeutung. Eine Agraffe aus Mattgold – Blüte mit Blatt darstellend (siehe Abbildung S. 184) – hält die Tüllschärpe auf der Schulter, eine zweite etwa in Gürtelhöhe und eine dritte die unterste Raffung. Zu letzterem Zweck ist ein goldenes Kettenarmband verwendet. Eine lange Uhr- resp. Fächerkette - chaine esclavage – ist diesmal um die Taille geschlungen und dient zum Anhängen eines zur Zeit so beliebten, mit Perlen besetzten Trilhy-Herzens aus Mattgold. Dem Haarschmuck aus Brillanten entsprechen die Ohrringe. Von den eleganten, modernen schmalen Goldreifen um den Arm kann man mehrere anlegen; ebenso Ringe, welche dann aber nicht den modernen Schild, der Länge des Fingers folgend,

[graphic][merged small]

Firmen, Personal. Vereine. Versammlungen,

Rodi & Wienenberger, A.-G., in Pforzheim. Das Geschäft gebt ab 1. Mai d. J. für Rechnung der Gesellschaft. Den Vorstand bilden die seitherigen Inhaber, die Herren Eugen Rodi und Stadtrat Wilhelm Wienenberger. In den Aufsichtsrat wurden gewählt die Herren: Rentner Herm. Becker, Fabrikant Joh. Burkhardt. Stadtrat Rob. Hiller und Fabrikant Wilh. Kreiss in Pforz. heim, sowie Bankier M. A. Straus, in Firma Straus & Co. in Karlsruhe.

Geschäftsnachrichten. Aus der Firma Eisenberger Etuis fabrik Max Retsch in Eisenberg i. Th. ist Herr K. Sager ausgeschieden. · Die Firma wird durch Herrn Wilhelm Schneider für alleinige Rechnung in unveränderter Weise fortgeführt. Zum Prokuristen der Bijouteriefabrik Emerich Schlesinger in Pforzheim ist Herr Kaufmann Leopold Freund bestellt worden.

- Die Ringfabrik von Franz Blumbergebendaselbst ging auf Herrn Juwelier Ludwig Ballin über; – aus der Firma Ed. Mutschelkna 188, Chatons- und Galerionfabrik ebendort, ist des Herrn Fabrikant Eduard Mutschelknauss Witwe, Pauline, geb. Raith, ausgetreten und Techniker Eduard Mutschelknauss junior

als vertretungsberechtigter Gesellschafter in die Gesellschaft ein. getreten.

Neue Gesellschaft m. b. H. Mit einem Stammkapital von 30 000 Mk. ist in Bramsche bei Malgarten die Metallwarenfabrik Bramsche, Gesellschaft mit beschränkter Haf. tung, etabliert worden, welche die Fabrikation von Metallwaren, Uhren u. 8. w. betreiben will.

Personalnotiz. Eine uns einerseits sehr betrübende, andrerseits bocherfreuliche, und unsere Leser sicher sehr interessierende Nachricht geht uns aus Pforzheim zu. Herr Dr. Käsemacher, Sekretär der dortigen Handelskammer hat einen ehrenvollen Ruf nach Berlin erhalten, wo er die Leitung eines dortigen industriellen Unternehmens übernehmen wird. Wir verlieren damit in Pforzheim einen unserer thätigsten und eifrigsten Mitarbeiter, der unserer Handels-Zeitung von Anfang an seine Sympathien zugewandt und dieselben fortwährend bethätigt hat. Doch hegen wir keinen Zweifel darüber, dass Herr Dr. K. auch von der Reichshauptstadt aus schriftstellerisch befruchtend auf unsere Zeitschrift einwirken und uns nach wie vor ein treuer unermüdlicher Mitarbeiter sein wird.

Hofjuwelier N. Trübner in Heidelberg erhielt von der Direktion der Grossherzogl. Kunstgewerbeschule im Auftrage des Grossherzogs die Ausfübrung eines in Silber getriebenen Pokals übertragen, der auf der Weltausstellung in Paris zur Ausstellung gelangt und später zu einem Wettrennen - Preis Verwendung finden soll.

Geschäfts-Jubiläum. Herr Juwelier V. H, Baumhard in Mühlhausen i. Th. beging am 1. ds. Mts. das Fest des 25jährigen Bestehens seiner Firma. - Wir gratulieren!

Goldarbeiter Christian Meeh, seit 25 Jahren ununterbrochen in dem Estamperie- und Goldwarengeschäft von Eduard Fues in Hannover thätig, wurde vor kurzer Zeit am Tage der 25 jährigen Wiederkehr seines Eintrittes in das Geschäft und auch von anderer Seite durch Kundgebungen geehrt und von dem Prinzipal sowohl als auch von seinen Mitarbeitern reichlich beschenkt.

Handel und Verkehr. Bezüglich der Herstellung von Denkmiinzeu und Medaillen enthalten zwischen der Reichsverwaltung und den Bundesregierungen getroffene grundsätzliche Vereinbarungen die Bestimmungen über das Aussehen derselben hinsichtlich ihrer Grösse und Prägung. Das Bildnis des deutschen Kaisers oder eines Bundesfürsten, die Reichs- oder Landeswappen, sowie sonstige Hoheits- oder Münzzeichen dürfen in Nachbildung eines bestehenden oder auch ausser Gebrauch gesetzten, aber allgemein bekannten Münzbildnisses etc. auf Denkmünzen nicht angebracht werden. Ausgenommen ist die Nachbildung ausser Kurs gesetzter, nicht mehr umlaufsfähiger Münzen alten Gepräges, deren Ungiltigkeit allgemein bekannt ist. Denkmünzen und Medaillen dürfen weder mit einer Rundriffelung noch mit einer Rundschrift versehen werden. Diese Bestimmungen gelter jedoch nur für Denkmünzen und Medaillen, deren Durchmesser unter 48 mm liegt.

Russische Zölle. Nach dem neuen Tarif zahlen Golderzeug. nisse und Goldschmiedearbeiten obne Steine oder mit echten Steinen, Perlen n. s. w. per Pfund 66 Rubel, Silber und Silberlegierungen, die über 2%. Silber enthalten, per Pfund 3 Rubel, Silberwaren aller Art mit oder ohne Steine etc. 9 Rubel per Pfund Zollgebühren.

Über den internationalen Edelmetallverkehr in den letzten 10 Jahren giebt der letzte Jahresbericht des amerikanischen Münzdirektors Preston bemerkenswerte Aufschlüsse. Danach hat sich das im internationalen Austausch umgesetzte Gold- und Silberquantum stark verdoppelt. Die Ein- und Ausfuhr Deutschlands ist auf mehr als das Dreifache gestiegen. Grossbritannien hat seine Einfuhr verdoppelt, Österreich-Ungarn hat im letzten Jahrzebnt etwa 4 mal soviel Gold ein- und 5 mal soviel ausgeführt als 1879–88. Während Russland etwa das Zebnfache an Gold einfühite, ist seine Ausfuhr um fast 75%, zurückgegangen. Belgien hat seine Einfuhr fast verdoppelt. Frankreich und die Schweiz weisen ebenfalls eine starke Steigerung ihrer Einfuhr auf, dagegen mussten Italien und Portugal Gold abgeben. Während Japan gesteigerte Einfuhr aufweist, exportieren die Vereinigten Staaten sehr viel. Indien weist eine Steigerung der Ein- und Ausfuhr auf. Auch Egypten importiert mehr als früher. Nicht so lebhaft ist die Handelsbewegung beim Silber: Österreich-Ungarn hat weniger aus- und eingeführt, die Niederlande, die Schweiz und auch Portugal weisen etwas höhere Silberbestände auf. Russland hat etwa das Sechsfache, Japan und die Vereinigten Staaten das Doppelte, Grossbritannien etwas weniger eingeführt, während hauptsächlich die Vereinigten Staaten, Japan und Indien verstärkte Ausfuhr aufweisen. Sämtliche europäischen Grossmächte, Italien ausgenommen, haben sich die Mehrung ihrer Goldbestände angelegen sein lassen. Dem Werte der Produktion nach hat Gold das Silber weit überholt.

Gold in Bayern! Zeitungsberichten zufolge sollen neuerdings in Gain (Gem. Lalling in Bayern) Grabungen auf Gold stattfinden. Grössere Quantitäten goldhaltiger Erde sollen bereits nach Berlin zur Prüfung gesandt sein.

Vom Goldbergbau. Im Sommer 1897 war im EisenbahnEinschnitt bei Liebenthal ein Golderzgang aufgefunden, der in weiten Bergbaukreisen wegen seines hohen Goldgehaltes Aufsehen erregte. Ausser anderen Interessenten entsandte auch eine englische Goldminen - Gesellschaft ihren Sachverständigen, den Berg-Ingenieur Moeller, zur Begutachtung der Goldfunde und Untersuchung der Gegend überhaupt auf den Gehalt an Edelmetallen. Versuche ergaben nun Resultate von zwischen 8 und 32 g Gold pro Tonne Goldquarz.

Perlenfabrikation in Antwerpen. Die Gesellschaft, die als Société Anonyme belge des Vereries Coloniales“ in Merxem bei Antwerpen im Monate Juli 1898 mit einem Kapital von 280000 Frcs. zum Zwecke der Herstellung von Perlen, insbesondere der Imitierung der Venediger Perlen für den Export nach Afrika, gegründet wurde, hat kürzlich mit der Fabrikation begonnen.

Neue Perlenfischerei-Gesellschaft. Die in Mailand gegründete Perlenfischerei-Gesellschaft wird demnächst an die Ausführung ihrer Pläne in der Erythräa schreiten. Sie hat für ihre Arbeiten das Monopol erhalten und man hofft, dass sie günstige Erfolge erzielen wird.

Das Goldbergwerk am Heinzenberg bei Zell a. Z., das seit 1506 bestanden und vor einigen Jahrzehnten wieder aufgelassen wurde, wird durch eine Gesellschaft aus Berlin neuerlich ausgebeutet und in Betrieb gesetzt.

Ein neues Warenhaus. In welcher oft sonderbaren Form die Wa renhäuser ihr Glück beim kaufenden Publikum suchen, zeigt ein derartiges Institut in München. Seit einiger Zeit bestand dort ein Warenhaus „Hydra", das seinen Namen nach dem vielköpfigen mythologischen Ungetüm führte, dem die Eigenschaft innewohnte, dass, so man ihm einen Kopf abschlag, an dessen Stelle sofort zwei neue nachwachsen. Dies Warenhaus arbeitete nach dem „Gella". oder Schneeballen“-System. In diesen nach englischem Muster jetzt auch bei uns auftauchenden Geschäften erhält der Käufer für sein Geld keine Ware, sondern eine Anzahl, z. B. 6 Coupons, die er erst seinerseits sämtlich an seine Bekannten verkaufen muss, ehe er im Geschäft den anfangs gewünschten Gegenstand bekommt. Die Käufer der Coupons erstehen wiederum nur das Recht, im Geschäft 6 neue Coupons entnebmen zu können, die sie nun ihrerseits loswerden müssen. So geht das Spiel ins Unendliche weiter, bis kein Mensch mehr einen Coupon kauft. Publikum und Presse haben gegen dieses schwindelhafte, auf Täuschung, besonders der Landbevölkerung, berechnete Verfahren energisch protestiert. Der „Schutzverein“ gegen unlauteren Wettbewerb“, der eine Eingabe an die Polizei richtete, hat nun die Antwort erhalten, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Inhaber des Warenhauses, Louis Grand, bereits eingeschritten sei. Grand hat übrigens den Polizeibeschluss auf Schliessung seines Geschäftes nicht erst abgewartet, sondern den Betrieb selbst eingestellt. Die Inhaber von Coupons erhalten den auf sie fallenden Betrag gegen Rückgabe der Scheine ausbezahlt. Die Geschäftsbücher und Papiere des Grand sind beschlagnahmt worden.

In Berlin existiert gleichfalls ein solches Warenhaus ,,Hydra“. Die dortige Presse teilt darüber u. a. folgendes mit: Der Handel mit Hydracoupons ist, wie zu erwarten war, schnell auf dem toten Punkte angekommen. Selbst die verlockendste Anpreisung verfängt nicht mehr. Deshalb ist das Warenhaus „Hydra“ jetzt auf den Gedanken gekommen, die mit 6 Coupons

Ayara" jetz versehene Urkunde einfach durch die Post an solche Personen zu senden, die in der ersten Zeit angebissen haben. Das gleichlautende Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Inliegenden Schein finden wir unter unerledigten Sachen, voraussichtlich haben Sie denselben vergessen. Ergebenst für Warenhaus ,Hydra“ Blum.“ Hoffentlich ereilt auch das Berliner Haus“ dasselbe Schicksal wie das Münchener!

Ueber die Geschäftsmanipulation dieser ,Hydra“ schreibt die „Allg. Handw.-Ztg.“ u. a. wie folgt: n..... Bleiben einige Coupons uneingelöst, so ist der bezahlte Betrag verfallen, sofern ihn der Käufer nicht selbst berappt“ und damit im Ganzen schon so viel bezahlt, dass er den gewünschten Artikel auch anderwärts aber ohne Mühe und Aerger erhält. Gelingt es einem wirklich, sechs Bezugsscheinabnehmer zu pressen, so hat er allerdings einen Gegenstand fast geschenkt erhalten, dafür aber mindestens zwei oder drei Menschen auf dem Gewissen, denen das Manöver, die Kosten auf andere abzuwälzen, nicht gelingt. Sollte es aber drei Personen vou diesen wirklich gelingen, so kommen das nächste Mal schon 18 in Frage und 80 potenziert sich die Sache weiter, wie in der bekannten Erzählung über den Erfinder des Schachspiels. Dass die Unternehmer dabei nicht zu kurz kommen, lehrt ein einfaches Rechenexempel. In jedem planmässig durchgeführten Fall lösen sie:

10 Pfg. für einen Abschnitt,

60 für den Bezugsschein und 3 Mk. 60 für die erforderlichen sechs nachzu

lösenden Bezugsscheine anderer, in Sa. sohin 4 Mk. 30 Pfg. für einen Artikel, der nach dem Spielplan 10 Pfg. kosten soll. Da bei dem lebhaften Zwischenhandel im Lokal selbst zu vermuten ist, dass die ersten Lock-Coupons

3

an die Wiederverkäufer gratis abgegeben werden, so bleiben 4.20 Mk. als Preis, womit jeder Artikel doppelt bezahlt, mithin ein Reingewinn von 100% sich ergiebt, ungerechnet der verfallenden Beträge. Da die Preise in gleichem Schema auch für die übrigen Systemansätze sich stellen, so löst der Unternehmer bei 25 Pfg.-Artikeln Mk. 10,75 (z. B. für 1 Vogelkäfig) 50 , 21,50 (z. B. für 1 Nickel

Kaffeemaschine), 1 Mk..

43,– (z. B. für 1 Regulator

mit Schlagwerk), , 2 ,

, 86,- (Damen-Remontoiruhr),

129,- (Herren-Remontoirubr), alles Sachen, die um den halben Preis in reellen Geschäften erhältlich sind. ....."

Die Pariser Goldarbeiter streiken. Eine von 2000 Personen besuchte Versammlung von Goldarbeitern, die in den Ausstand getreten sind, beschloss am Mittwoch, so lange weiter zu streiken, bis alle Forderungen bewilligt sind.

Aus Pforzheim. Wie schon im letzten Bericht bezüglich des Juli erwähnt, 80 ist auch im laufenden Monat der Geschäftsgang im allgemeinen befriedigend. Die Arbeiter, welche in den letzten Wochen nach Saisonbrauch weniger stark beschäftigt gewesen, haben nun schon seit einiger Zeit vollauf zu thun. Unsre Arbeiterinnen hatten dieses Jahr überhaupt keine eigentliche Ruhepause, und angesichts der gesteigerten Aufnahme weiblicher Hilfskräfte in der Doublékettenbranche wird es für diejenigen Geschäfte, welche im Apfang des Sommers die eine oder die andere Arbeiterin ziehen liessen, schwer halten, sich Ersatz zu schaffen. Nach einer kurzen Pause im Frübjabr, wäbrend welcher es schien, als ob der Markt mit Doubléketten genugsam versehen wäre, ist die Fabrikation in diesem Artikel wieder stärker als je geworden, und unsre Lokalpresse enthält ungezählte Gesuche nach Kettenmachern und Kettenmacherinnen, denen dauernde Beschäftigung und höchste Lohnzahlung zugesichert wird. Daneben sucht diese Branche sich noch auswärts billige Arkeitskräfte heranzuziehen. In Nagold ist eine Filialfabrik von Fr. Speidel vor 1 Jahr eingerichtet worden, in welcher ausschliesslich Lehrlinge herangebildet werden sollen, um später einen billigen Arbeiterstamm daselbst zu haben. Den paar Dutzend Lehrlingen stehen zwei Arbeiter als Lehrmeister zur Seite. In Mühlacker (13 Kilometer von hier) hat dieser Tage die Firma J. Emrich eine Fabrik eröffnet, und gleichzeitig erfährt man, dass Kollmar & Jourdan, A.-G. hier, in Mühlhausen a. d. Würm ein Anwesen erstanden hat, um daselbst eine Fabrik einzurichten. Wie lange noch wird dieser Aufschwung dauern? Wird er Bestand haben? Oder ist eine Reaktion mit all’ den bittern Folgen einer solchen in Bälde zu fürchten? – Angesichts der fortdauernden Ausdehnung dieser Branche werden auch diese Fragen, sowohl den fernstehenden Beobachter, als den interessierten Fabrikanten und Arbeiter beschäftigen müssen, ohne dass indessen eine exakte Antwort darauf möglich wäre. Unser deutscher Markt, wie auch der übrige europäische Kontinent, hat sich für die Doublé-Artikel samt und sonders iu ungeahnter Weise aufnabmsfähig erwiesen. Es wird aber auch noch fernerhin in hohem Masse geschehen müssen, wenn die derzeitige Produktion keine Einschränkung erfahren soll. Dass in den letzten Wochen der südamerikanische Markt wieder etwas stärker als Käufer aufgetreten, ist erfreulich. Aber die Hoffnung von Fabrikanten der alten Schule, dass dieses Südamerika wie vor 12–15 Jahren und noch früber wieder ein Abnehmer von ausschlaggebender Bedeutung für die hiesige Fabrikation werden könne, wird man kaum teilen dürfen. Auch die Ausfuhr nach Italien wird die früheren höchsten Ziffern nicht mehr erreichen. Vor einigen Wochen starb einer der hervorragendsten Käufer in Neapel, der Chef der Firma L. Mugnier & Cie., Herr Louis Mugnier, ein unter den hiesigen Fabrikanten überaus populärer Mann, der seit etlichen 30 Jahren in Pforzheim einkaufte und dessen Bestellungen das Jahr hindurch früher wohl die höchste Chiffre ausmachten, die von einem einzelnen Besteller je einkamen. Vor einigen Jahren noch hätte die Todesnachricht hier bedeutende Sensation erregt und manch einen Fabri. kanten vor die bange Frage gestellt, ob hierdurch nichts in der Ausdehnung dieses grossen Engros - Geschäftes geändert werde. Heute wird wohl kaum ein Fabrikant mehr so ausschliesslich für Italien und speziell Neapel beschäftigt sein, dass eine solche Trauerbotschaft sein Geschäft ernstlich alterieren könnte. Von der Spezialisierung der Fabrikate nach dem Absatzgebiete sind wir immer weiter zur Spezialisierung derselben nach Art und Gattung übergegangen und die Unterschiede bezüglich des in jedem Lande bevorzugten Genrés haben sich immer mehr vermischt. Der Unterschied zwischen dem, was man in Deutschland und dem, was man überseeisch trägt, ist, obwohl noch immer bedeutend, doch nicht

mehr so gross wie vor 25 Jahren. Das ist im Fall einer partiellen Absatzstockung ein grosses Glück für unsere Fabrikation und mit ein Grund, vor einer Krisis nicht mehr die Furcht haben zu brauchen, wie vor 25 Jahren, wo der Wiener Krach mit seinen Folgen die hiesige Edelmetallindustrie an den Rand des Abgrunds brachte, - Ein weiteres Moment, das uns vor ähnlichen Schreck. nissen bewahren dürfte, ist die Einführung von Branchen der Edelmetallindustrie in unsere Stadt, die 8. Zt. noch nicht existiert hatten. Hier sind es neben den Doublékettenfabriken vor allem die Silbergerätfabriken, von denen wir 4 bis 5 auf Grossstücke, und eine ganze Anzahl auf Kleingeräte jetzt hier haben. Dieselben sind, wie schon früher ausgeführt, fast durchweg gut beschäftigt. Als Spezialitäten sind weiter zu nennen die Fingerhutfabrikation von W. Lotthammer, die zu den bedeutendsten ihrer Art gehört, und die Fabrikation optischer Gold waren. Während früher hier nur die Fassung für die optischen Artikel angefertigt wurde, ist jetzt eine Fabrik, die optische Industrie- Anstalt von Ernst Würtz, auch dazu übergegangen, die optische Glasschleiferei damit zu verbinden. Die Fabrik, die im Malerschen Fabrikneubau, Zerrennerstr, 30, Unterkunft gefunden und mit elektrischer Kraft und Beleuchtung ein. gerichtet ist, beschäftigt etwa 50 Personen und ist sehr gut beschäftigt. Es ist alle Aussicht vorhanden, dass auch dieser Industriezweig hier rasch heimisch werden wird. - Wie sehr hier alle Kreise der Bevölkerung an allem, was mit der Bijouterie zusammenhängt, Anteil nehmen, zeigte sich u. a. an dem Konzert, das ein biesiger Gesangverein zusammen mit der Stadtkapelle zu Gunsten der Unterstützungskasse arbeitsunfähiger Goldarbeiter am 31. Juli im Stadtgarten, hier, gegeben. Obwohl der Eintrittspreis nur 40 bezw, 50 Pf. betrag, ist doch nach allen Ausgaben ein Reinergebnis von 1043 Mk. verblieben, das nun in 2 Halbjahrsraten unter die Invaliden als Extragabe verteilt werden soll. Infolge der Einrichtung der staatlichen Alters- und Invaliditätsversicherung erhielt die früher segensreiche Kasse keinen Nachwuchs mehr, sodass die Bezugsberechtigten auf die Zinsen des Reservekapitals angewiesen sind und die Unterstützungsquoten reduziert werden mussten. Die musikalische Veranstaltung sollte den Zuschuss dazu erbringen und hat diese Aufgabe glänzend gelöst.

Ein neuer Gewinnbeteiligungsversuch. Über dies Thema schreibt die „B. H.-Ztg.“: Die Goldwaren-Grosshandlung von K. A. Schmitz in Elberfeld führte im Februar 1894 die Gewinnbeteiligung mit einem Grundstock von 3000 Mk. ein, den sie stiftete. Alle Gewinnanteile werden gutgeschrieben, angesammelt und mit 5% verzinst. Nur die kaufmännischen Angestellten sind beteiligt; die gewerblichen Arbeiter unterstehen nämlich nicht der Firma, sondern dem als Sub- Unternehmer fungierenden Werkmeister. Bis Mitte Juni 1898 betrug das Gesamtguthaben aller Anteilberechtigten - deren Zahl nicht gross ist – über 17000 Mk. wovon, da die Verteilung sich nach Dienstzeit und Leistungen richtet, auf einzelne bis zu 3500 Mk. entfiel. Um anteilbefugt zu werden, muss man mindestens zwei ununterbrochene Dienstjahre hinter sich haben. Die Auszahlung des Einzelguthabens erfolgt beim Austritt aus dem Geschäft oder bei Auflösung des letzteren; im Todesfall erhalten die Erben das Guthaben, wenn der Betreffende mindestens 20 Jahre lang im Hause war. Die Firma behält sich vor, nach freiem Ermessen eine Auszahlung auch schon früher vorzunehmen“, lesen wir in den Satzungen. Minderjährige erhalten ibr Guthaben nicht bar, sondern ein Einlagebuch der Elberfelder Sparkasse, das bis zum 21. Jahr gesperrt ist. In nachgewiesenen Notfällen kann jedoch der Betrag ganz oder zum Teil mit Einwilligung der Firma auch früher behoben werden. Dass das Personal sebr sesshaft ist, schreibt die Firma der Gewinnbeteiligung zu. Auch hat die neue Einrichtung den Sparsinn der Leute lebhaft angeregt. Seit 1. Juli 1896 erhalten überdies alle Anteilberechtigten eine besondere Zulage von 10% des Gehalts, um ihre und ihrer Angehörigen Zukunft durch eine Lebensversicherung sowie durch Einkauf in Kranken- und Altersversorgungskassen gegen alle Wechselfälle zu sichern.“

Unglücksfälle. Verbrechen. Verurteilungen.

Ein Prozess wegen Beleidigung durch die Presse, der besonders Juweliere und Goldarbeiter interessieren wird, wurde vor dem Leipziger Schöffengericht verbandelt. Der hier wohnhafte Juwelier W. hatte gegen den Redakteur des in Pforzheim erscheinenden Blattes „Der Goldarbeiter“ Friedrich Wilhelm Frebe in Pforzheim und den Goldarbeitergehilfen Carl August Wilhelm Waaterstraat hier die Beleidigungsklage angestrengt. In der Nummer 2 der genannten Zeitung war am 2. Januar dieses Jahres ein nach der Behauptung des Klägers von Waaterstraat ver. fasster Artikel erschienen mit der Spitzmarke ,Leipziger Allerlei“, in dem dem Herrn W. der Vorwurf gemacht wurde, dass in seiner Werkstätte künstliche Sterbethaler gemacht würden. Die künstlichen Tbaler sollten nun auf die Art gemacht sein, dass die letzte Ziffer der Jabreszahl, die Null, vorsichtig und sauber ab. getragen und an ihre Stelle eine silberne Eins gelötet wurde, worauf man die Münze dem Galvaniseur übergab, der den frischen Eindruck, den der Thaler erhalten hatte, wieder wegbrachte. Herr Juwelier W. giebt die Thatsache zu, dass bei ihm ein gewöhnlicher Thaler von 1860 in oben beschriebener Weise in einen Sterbethaler umgewandelt worden sei. Das sei aber geschehen auf ausdrücklichen Wunsch des Besitzers, der einen Sterbethaler in seiner Sammlung haben wollte und die Verwandlung schon selbst versucht hatte, ohne damit zu Stande zu kommen. Er habe 60 Pfg. berechnet und dem Sammler gesagt, dass er jegliche Verantwortung ablehne. Das Gericht hält den Beweis, dass Waaterstraat der Verfasser des Artikels über den Sterbethaler sei, für nicht erbracht und spricht diesen Beklagten kostenlos frei. Dagegen wird der Redakteur Frebe, der für das Blatt „Der Goldarbeiter“ verantwortlich zeichnet, wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 25 Mark verurteilt. Auch wird dem Be. leidigten die Publikationsbefugnis zuerkannt. In der Urteilsbegründung hiess es, dass die Fassung des Artikels unter allen Umständen beleidigend sei, wenn auch die behaupteten Thatsachen der Wahrheit entsprächen. Wie wir nebenbei noch erfahren, liegt der der Anklage zu Grunde liegende Vorgang schon 1'], Jahr zurück. Ein Arbeiter, der seinerzeit wegen Diebstahls von der Firma W. zur Anzeige gebracht wurde, aber unter Hinterlassung seiner Familie nach London durchbranute, soll aus Rache die Verdächtigung ausgesprengt haben. Von London aus schrieb er übrigens noch eine Postkarte an die Firma W. des Inhaltes : ,,Nischt für ungut. Ihr Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen!"

Der Buchhalter und Provisionsreisende Karl Krautzmann aus Keuschberg, welcher bei der Firma Rau & Cie. in Pforzheim als Buchhalter angestellt war, hatte als solcher die Presserei unter sich und deshalb Zutritt in das Gewölbe, in welchem in grossen Quantitäten Edelmetalle aufbewahrt werden. Krautzmann entwendete nun von Anfang April bis Ende Mai d. J. Silberblanchen, Silber- und Doublépressungen, Charniere, Kapseln, Goldund Silberabfälle im Gesamtwerte von 336 Mk. 39 Pfg. Nachdem Krautzmann aus dem Geschäfte entlassen worden war, wurden die Diebstähle entdeckt, zur Anzeige gebracht und der ungetreue Buchhalter dieser Tage von der Straf kammer zu Karlsruhe mit 4 Monaten Gefängnis bestraft.

Das Nest einer weitverzweigten Gaunerbande ist in St. Ludwig im Elsass kürzlich ausgehoben worden. Bei der Haussuchung wurden Geld und Schmucksachen im Werte von etwa 30000 Mk. beschlagnahmt. Die Diebe selbst sind grösstenteils entkommen, nur eine Frau, deren Mann, ein Italiener, sich unter den Geflüchteten befindet, ist verhaftet worden. Diese hat gestanden, dass die Leute einer weitverzweigten Diebesbande angehören, die in Strassburg, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg i. Br., Basel, Zürich, Luzern, Genf u. s. w. arbeitet.

Das goldene Buch der französischen Buchdruckerkunst. Ein Buch in hervorragender Ausstattung und bester künstlerischer Ausführung betitelt: Livre d'ore de l'imprimerie en France“ soll auf der Pariser Weltausstellung ausgestellt werden. Besonders grossartig soll der hierfür bestimmte Einband, sehr wertvolles Leder mit ciselierten Silberbeschlägen, ausgeführt werden.

Eine grosse silberne Medaille hat der Kaiser als nachträgliche Auszeichnung dem Sängerchor des Turnvereins zu Offenbach überreichen lassen. Dieser Verein ist durch ein ungünstiges Geschick bei dem ersten deutschen Männergesang-Wettstreit zu Kassel um einen ihm sicher in Aussicht gestandenen Ehrenpreis gekommen. Da die Leistungen des Chors aber den vollep Beifall des Kaisers fanden, so hat dieser ihn jetzt durch Verleihung dieser Medaille mit dem Bildnis des Kaisers und einer entsprechenden Widmung geehrt.

Ringe mit dem eigenen Portråt. Der Geschmack wird allmählich individueller und eine jede Dame will einen eigenen für sie geschaffenen Schmuck haben. Diesem Wunsche wird bereits Rechnung getragen, da es Künstler giebt, die das Gesicht der Schönen anf Bronze fixieren und einen Abzug davon auf Gold machen. Diese Medaille wird auf einem Ring befestigt und von Perlen oder Diamanten umkränzt. Mit künstlerischer Meisterschaft wird die Arbeit ausgeführt und derartige Ringe dürfen sich eines Riesenerfolges rühmen, denn auch die Männer bekunden Interesse für diese Ringe. Sie ziehen ihre Krawatte durch und befestigen den Schifferknoten damit.

Die neuesten, sehr zierlichen Broschen haben die Form von kleinen Körben aus Brillanten, die an ihrem oberen Rande mit vielen bunten Steinen in den verschiedensten Farben als heraushängende Blumen verziert sind. Ebenso sind gleichartige Blumenvasen beliebt. Die kleinen Väschen werden aus Email hergestellt und oben mit Rubinen und Smaragden geschmückt.

Frage- und Antwortkasten. Frage 75. Wer fabriziert und liefert chemisch reines Seiden. papier und Cartonpapier (Hartglanz) für Goldwaren?

C. K. in P. Ausfuhrhandel. Einfuhrzoll nach Spanien. Nachdem das Zugeständnis der Meistbegünstigung zwischen Deutschland und Spanien am 1. Juli d. J. in Kraft getreten ist, gestalten sich die Einfuhrzölle für deutsche Fabrikate der Uhren-, Musikinstrumenten-, Werkzeugmaschinen sowie der Gold- und SilberwarenIndustrie nach Spanien folgendermassen: Taschenuhren, goldene, Stück 1 Peseta, früher 7,50 Pesetas; Taschenuhren aus Silber und anderen Metallen Stück 0,50 Peseta, früher 2 Pesetas; Gewichtuhren, ordinäre und Weckeruhren Stück 1,20 Peseta, früher 1,20 Peseta; Gehwerke, Bestandteile, ferner die Fabrikate der Werkzeugmaschinen-, Musikinstrumenten-, Gold- und Silberwaren-Industrie zablen dieselben Eingangszölle wie früher.

Norwegen. Ges. betr. die Besteuerung der auslän. dischen Handlungsreisenden. Abs. 2 dieses Gesetzes lautet vom 1. Juli d. J. ab folgendermassen: Der Handelspass wird nur für einen oder mehrere Zeitabschnitte von je 30 Tagen, von dem Tage einen oder mebrere Zeitabschnitte von Jov

i ne im vorans der Ausstellung des Passes an gerechnet, gegen eine im voraus an die Staatskasse zu entrichtende Abgabe von 100 Kronen für 30 Tage ausgefertigt.

Russland. Behandlung von Briefeinlagen in zoll. amtlich abgefertigten Postsendungen. Der in einer Postsendung vorgefundene geschlossene Brief ist derselben zu entnehmen und nebst dem Protokoll derjenigen Post- oder Post- und Telegraphenanstalt zu übermitteln, von der die Sendung dem Zoll. amte zur Abfertigung vorgeführt worden war. Die Postsendung, in der die Einlage eines geschlossenen Briefes festgestellt wird, ist zu besichtigen und sodann auf Grund allgemeiner Bestimmungen an den Adressaten weiter zu befördern. Der Brief aber ist gesondert von dem Pakete zu befördern und wird dem Adressaten nach Meldeschein nur dann ausgehändigt, wenn der Empfänger die dafür festgesetzte Strafe in Höhe von 1 Rubel pro Lot bezahlt; falls er den Strafbetrag nicht entrichtet, wird der Brief nicht ausgehändigt, vielmehr nebst dem Protokoll der Hauptverwaltung der Posten überwiesen.

Korea. Vom 1. Mai d. J. an sind die koreanischen Häfen: Songcbiopo, Kunsanpo, Mas a npo, Pingyang, dem fremden Verkehr eröffnet worden.

Vermischtes. Der neueste Schmuck der eleganten Pariserinnen ist ein winziges Ei von Gold und farbigem Schmelz. Die abergläubischen Schönen tragen diese zierlichen „glückbringenden" Amuletts an feiner, goldner Kette um den Hals, und zwar meistenteils diskret unter dem Kleide versteckt. Das auf der glatten, goldnen Unterlage des Eies ausgeführte Emaildessin wählt man mit Vorliebe in Grün, Rot oder Blau. Diese modernen Glückseier können selbstverständlich auch reich mit Perlen, Diamanten, Smaragden und anderen kostbaren Steinen inkrustiert werden. Der gefällige Juwelier richtet sich dabei ganz nach dem Geschmack und der Geldbörse der Auftraggeberin. Ein sehr hübscher Talisman dieser Art ist ein mit mattblauem Schmelz bekleidetes Ei, aus dessen offenem breiten Ende das überaus winzige Köpfchen eines jungen Hühn. chens von Perlmutter hervorschaut. Viele dieser eiförmigen Bijous sind hobl und lassen sich wie ein Medaillon öffnen, um zur Aufbewahrung einer kleinen Locke von dem Haupte des Geliebten zu dienen. Ihre Entstehung verdanken diese Eier-Talismans einer hübschen Tänzerin der „Folies Bergeres“ in Paris, die eines Abends als einziges Schmuckstück ein mit Smaragden besetztes goldenes Ei an dreimal um den Hals geschlungener Kette trag.

« PreviousContinue »