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Frau Theresia Rauscher zurückblicken. Aus diesem Anlasse fabrikanten und des Ministeriums. Letzteres hat unterm 7. Juli wurde die Jubilarin von den Inhabern der Firma durch ein nam telegraphisch angeordnet, dass bei Einfuhr von ausländischen haftes Geldgeschenk geehrt.

Silberwaren anstatt wie bisher 6 Rubel, 9 Rubel per Pfund erTodesfall. In Pforzheim verstarb im Alter von 56 Jahren

hoben werden sollen. Herr Hermann Kammerer, Inhaber der gleichnamigen Bijou

Dem Jahresbericht der Handelskammer Plauen für 1898 entteriefabrik.

nehmen wir, dass das Adorfer Perlmutterwarengeschäft von Die jährliche Generalversammlung des Pforzheimer Kunst

Januar - Juli 1898 sehr belebt war, dass dann aber ein Rückschlag gewerbevereins fand am 24. Juli abends statt. An Stelle des er eintrat. Während der Export für Amerika ein kaum nennenskrankten I, Vorsitzenden, Herrn Direktor Waag, leitete dieselbe werter war, mehrten sich für England und Indien die Aufträge. der Stellvertreter Herr Fabrikant W. Stöffler, der auch den Jahres Frankreich bleibe nach wie vor der grösste Konkurrent, auch Russbericht erstattete. Aus demselben geht hervor, dass der Verein

land scheine sich mehr und mehr zu heben; es beziehe, um den nach wie vor günstige Erfolge zu erzielen vermag. Seinen Be

hohen Einfuhrzoll zu sparen, meistenteils nur Gegenstände zum strebungen ist es gelungen, 19 Fabrikanten der Gold- und Silber Zusammensetzen. Dagegen sei die Kauflust in Deutschland für warenfabrikation und 5 der Doublébranche zur Beteiligung an der die Perlmutter- und Muschelwaren gestiegen, wenn auch bessere Pariser Ausstellung zu gewinnen. Eingehenderen Bericht uns vorbe Sachen weniger begehrt wurden. Die heimische Perlepfischerei, haltend, teilen wir das Ergebnis der nötig gewordenen Erneuerungs die nach einer Verfügung des Finanzministeriums bis 1900 ruben und Ergänzungswahl des Vorstandes mit, aus der als gewählt soll, beschränkte sich darauf, die durch Ausschwemmen, Fabrikhervorgingen die Herren W. Fabner, H. Gesell, H. Stein sen.,

und Mühlenbauten gefährdeten und im Sommer trocken liegenden W. Fleiner, E. Binder und A. Speck, welche schon bisher dem Muscheln durch die Perlenfischer in das Flussbett zurücklegen Vorstand angehörten, und Franz Wagner, Karl Saif und Fritz zu lassen. Falk, welche neu in den Vorstand gewählt worden sind.

Ueber „Juwelen, Gold- und Silberwaren" entnehmen wir Die Goldschmiede-Innung zu Dresden hielt am 12. Juli im dem Jahresbericht des Vereins Berliner Kaufleute und InduRestaurant Kneist ihre Hauptversammlung ab. Es wurden vom strieller die erfreuliche Belehrung, dass die allgemeine wirtschaftVorsitzenden, Herrn Obermeister Hermann Eckbardt 10 Lehrlinge liche Lage im Berichtsjahre so günstig war, dass dem Bedürfnis in die Innung aufgenommen und ein Lehrling zum Gehilfen ge und dem Begehr nach Luxusgegegenständen vollauf genügt werden sprochen. Das Gehilfenstück des letzteren bestand aus einer konnte, dass ferner die Vorliebe für besseren Schmuck sichtlich in goldenen Brosche mit 3 Brillanten. Zum Abgeordneten des die Erscheinung trat. Bei der Erzeugung von Schmuckwaren und sächsischen Innungsverbandstages in Chemnitz wurde der Ober Apeziell von Juwelenfassungen tritt in Berlin immer mehr das meister gewählt.

Bestreben bervor, „selbst Neues zu schaffen, die eigene Gestaltungs

und Erfindungskraft zur Geltung zu bringen,“ im Gegensatz zu Den Wettbewerb um den K. A. Schmitz-Jubelpreis haben,

der Uebung früherer Jabre, in denen man seinen Bedarf an Neuwie uns aus Pforzheim mitgeteilt wird, verhältnismässig wenige

heiten aus Süddeutschland oder aus dem Auslande bezog. „NamentZeichner und Techniker der Goldwaren-Industrie mitgemacht. So

lich verspricht die Anwendung der gemässigten Formen des viel sich aus den ausgestellten Entwürfen annehmen lässt, hat

„Jugendstiles“ ein gänzliches Freimachen von den gern aus dem die Teilnahme sich fast ausschliesslich auf Pforzheim beschränkt.

Auslande bezogenen Geschmacksrichtungen.“ Der DiamantDie erste Aufgabe, welche ein Blatt Entwürfe mit Schmuck,

Handel war recht lebhaft und versprach auch für die Folge ein Armband, Brosche, Ring, Ohrringe, ferner je drei Anhänger,

flottes Geschäft. Bis Ende Dezember vorigen Jabres hatten sich Nadeln und Ringe verlangte, wurde nach dem Urteil des Preis

die Preise für geschliffene Ware um etwa 20% gehoben Für gerichtes am besten von Herrn Jul. Gilon dort gelöst, dessen

Smaragde werden bei feiner Qualität Phantasie"-Preise beZeichnungen in der That sich recht gefällig präsentieren und

zahlt, d. h. feste Marktpreise sind nicht zu verzeichnen. keine grosse Schwierigkeit in der Ausführung bieten. Die weiter

Saphire finden guten Absatz, Rubine sind teuer und gesucht, zur Aufgabe eingelaufenen Entwürfe entsprechen den Bedingungen

während Opale, die in grosser Menge aus Australien kommen, des Preisausschreibens bedeutend weniger. Die zweite Aufgabe,

billig im Preise stehen. Türkise, denen sich die Mode zuzuderzufolge Entwürfe für silberne Ziergeräte, getriebene Arbeit

wenden scheint, sind in feiner Ware tener, in geringeren Qualimit Emailleverzierung zu liefern waren, hat keinen Bearbeiter

täten ohne Absatz. Perlen sind im Handel andauernd begehrt. gefunden, der besonders weit die nach ihm kommenden Entwerfer

Die Preise stiegen um 25 bis 30%, grosse Perlen feinster Qualität überragt. Das Preisgericht war vielmehr der Meinung, dass der

sind sogar um 50% teurer geworden, und eine weitere Steigerung Preis unter die beiden Bewerber Otto Speidel und Wilh. Clauss

der Preise wird in Aussicht gestellt. Auch die im Berliner zu verteilen sei. Im allgemeinen hätte von den Konkurrenten

Grosshandel mit vertretene süddeutsche Fabrikation, die für etwas mehr Sorgfalt und Erfindungsgabe aufgewendet werden

den Bedarf der Gold- und Silberwaren-Verkaufsgeschäfte arbeitet, können. Bei einigen Einreichern ist mitunter die Form der ge

fand lobnende Beschäftigung. Im allgemeinen aber werden bessere wünschten Ziergeräte, Lorgnette, Zigarrenetuis, Feuerzeug, Riech

Qualitäten bevorzugt, so dass Ramschwaren den guten Gang des fläschchen und Messer und Gabel doch gar zu primitiv.

Geschäfts nicht zu beeinflussen vermögen. Der flotte Absatz der besseren Waren darf als ein dentliches Zeichen des wachsenden Wohlstandes gelten. Das Geschäft in Silberwaren war im all

gemeinen ebenfalls zufriedenstellend. Der Import von englischen Handel und Verkehr.

Silberwaren lässt immer mehr nach, woran hauptsächlich der Mangel

an Neuheiten seitens der englischen Produzenten schuld ist. Auch Ueber einen ausserordentlichen Silberfund in St. Andreas

die Einfuhr aus Frankreich war gering. Eine erfreuliche Steigerung berg a. H. brachten in letzter Zeit einige Zeitungen, in ibrer

wies der Absatz nach Russland wie nach Belgien auf; auch Frank. letzten Nummer besonders auch das „Journal der Goldschmiede

reich bestellte rrehr in den von hier gewöhnlich bezogenen billigen kunst“, eine Mitteilung, deren Richtigkeit wir anzweifelten Wir

Artikeln. Das Geschäft nach Oesterreich war geringer bei gewandten uns also um Auskuuft an das Kgl. Hüttenamt in St. An drückten Preisen, während es nach Schweden-Norwegen und Dänedreasberg und können auf Grund uns von dort gewordener Infor

mark zufriedenstellte. Die Verhältnisse in der Türkei sowie in mation die Nachricht folgendermassen richtig stellen: Abgeliefert

Griechenland und Rumänien sind solider geworden; bei etwa wurden an das Kgl. Hüttenamt Lantenthal 21 Centner sog. Wasch

gleichem Umsatze, wie bisher, sind fast keine Verluste zu beklagen. erz mit günstigen Falis 45-50% Silber, also rund mit vielleicht Bei Geschäften nach Italien mussten vielfach Preiskonzessionen 470-500 kg Silber, welches nach Abzug der Hüttenkosten einen gemacht werden, um der französischen Konkurrenz zu begegnen. Wert von 40000 Mk. haben dürfte. Es ist dies zwar die erste, In Spanien belebte sich das Geschäft nach dem Abschluss des leider aber auch vor der Hand die letzte Anlieferung, da die vor Friedens, während es, so lange der Krieg dauerte, naturgemäss gefundene Reicherzlinse längst durchörtert und schon seit ca. dort, wie in den Kolonien, ganz ruhte. Der Absatz nach Mittel2 Monaten kein nennenswertes Quantum Reicherz mehr gebrochen

und Südamerika war schwach, doch scheint eine Wendung zum ist. Die Grösse des Silberfundes ist also thatsächlich recht be

Besseren speziell in den La Plata-Staaten eingetreten zu sein. scheiden ausgefallen gegenüber der Notlage der Grube, die alljährlich recht empfindliche Zuschüsse verlangt hat und auch vor

Der 9 Uhr-Ladenschluss hat nach langen Kämpfen für und aussichtlich in diesem Jahre verlangen wird.

wider seinen Einzug in Oldenburg gehalten. Sämtliche Ge

schäfte der Manufaktur-, Leinen- uud Aussteuer-, Wäsche- und Die Einfuhr von Silberwaren, hauptsächlich grösseren Gegen- Weisswaren-, Besatz- und Kurzwarenbranche, sowie Handschuhständen, hat sich seit einiger Zeit in Russland ganz bedeutendmacher, Optiker, einige Gold warenbändler und Herrengarderobegehoben. Dies ist nicht im Sinne der russischen Silberwaren- magazine schliessen ihre Läden von 9 Uhr an.

Verjährung von ForderungenMit Einführung des neuen bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 sind alle Forderungen des Jahres 1897 verjährt, wenn dieselben nicht gerichtlich festgestellt sind.

Eine höchst beachtenswerte Neuerung besteht in amerikani. schen Fabrikbetrieben. Es wird darüber dem Neuen Wiener Journal folgendes berichtet: In einigen Etablissements werden Preise für von den Arbeitern gemachte Vorschläge zur Verbesserung des Betriebs ausgesetzt. Hat ein Arbeiter eine Idee, von der er glaubt, dass sie gut sei, so bringt er sie zu Papier und wirft dieses in einen zu diesem Behufe aufgestellten Sammelkasten. Allmonatlich werden die gesammelten Vorschläge einem Komitee unterbreitet, welches, unter Hinzuziehung der Abteilungsvorstände, über die Durchführbarkeit und die Prämiierung beschliesst. Das Ergebnis wird hierauf öffentlich den Arbeitern bekanntgegeben. Die Preise werden nach Ermessen des Komitees festgesetzt. In welchem Masse diese Neuerung sowohl bei den Arbeitgebern wie bei den Arbeitern Anklang gefunden hat, ist am besten daraus ersichtlich, dass in einer der Fabriken, der National Cash Register Comp., im Laufe des verflossenen Jahres nicht weniger als 1225 von den Arbeitern gemachte Vorschläge zur Ausführung gelangt sind. Bei einer anderen Fabrik, der Kodak & Co. in Rochester, wurden in nean Monaten 579 Vorschläge gemacht, von denen sich 372 als ausführbar erwiesen. Das ist ein Erfolg, der der Arbeiterschaft zur höchsten Ehre gereicht. Vielleicht ist hier ein Weg gefunden, 80 mancher Begabung eine Bahn zu brechen, die ihr bisher durch materielle Hindernisse versperrt war!

dem Festlande begeben zu haben, um hier einen neuen grossen Streich auszuführen, aber dieser Streich ist missglückt, und so macht Mr. Turner jetzt auch die Bekarntschaft deutscher Straf. anstalten, und zwar auf 3 Jahre, da seine im Auslande erlittenen Strafen für das Strafmass nicht in Betracht gezogen werden dürfen.

Aus Dawson City (Klondyke) wird vor Kurzem berichtet: In Folge von Nachrichten von wunderbarem Goldreichtum in Kap Nome fand ein eiliger Massenauszug dorthin statt. Ein Goldgräber soll in einer Woche für 6000 Dollars Gold gegraben haben in Stücken von 30 bis 143 Unzen.

Bei dem Versuche, gestohlene Perlen an einen Juwelier zu verkaufen, ist der steckbrieflich vom Polizeipräsidium in Berlin verfolgte Hausdiener Ernst Wunderlich von Herzberg (Preussen) festgenommen worden. Die Perlen stammen von einem wertvollen Armband, das Wunderlichs Geliebte, das Dienstmädchen Daudersky, ihrer Herrschaft entwendet hatte.

Der Kommis August Schneider aus Barmen, der vor einiger Zeit bei dem Brennereibesitzer Breukelgen in Herzkamp bei Schwelm einen schweren Gold- und Silberdiebstahl und in Hagen einen Fahrraddiebstahl verübte, wurde dem dortigen Gerichte eingeliefert.

Ein überaus verwegener Einbruchsdiebstahl ist unlängst nachts bei den Juwelieren Ourlhiac und Perier am Boulevard Rochechonat in Paris verübt worden. Zahlreiche Ringe, Armbänder, Uhren, Diamanten u. . w., die einen Gesamtwert von 100,000 Francs darstellen, sind von den Einbrechern geraubt worden.

Unglücksfälle. Verbrechen. Verurteilungen.

Einer der frechsten Juwelendiebstähle, von denen London seit langer Zeit gehört, wurde im nördlichen Stadtteil bei Kings-Cross auf volkreicher, gut beleuchteter Strasse verübt. Zwei junge Burschen zerschmetterten mit seltener Unverfrorenheit das Schaufenster eines Juwelierladens, rafften einige Hände voll Uhren und Ketten aus der Auslage heraus und waren um die nächste Ecke verschwunden, ehe die verblüfften vorübergehenden Zuschauer und Ladengehilfen sich von ihrem Staunen erholt hatten.

Im Laden des Goldarbeiters J, N. Müller in Konstanz wurde ein Radfahrer erwischt, als er Schmuckgegenstände stahl. Er giebt an, Miri zu heissen und Gemeindesekretär in Brugg (Schweiz) zu sein. Gefunden wurden drei Damenuhren bei ihm, über deren Erwerb er sich nicht ausweisen kann.

Ein Diamantenhåndler in Paris erhielt einen Brief, der ihn zu einem Herrn Leon d'Unieux in einem Hotel mit einer Auswahl von Diamanten bestellte. Herr d'Unieux musterte die Steine, da er ausserordentlich kurzsichtig war, mit fast auf den Tisch gebeugtem Haupte, fand sie aber nicht schön genug und bestellte den Händler mit besseren wieder. Als derselbe seine Ware wieder einpackte, fehlte ein Diamant. Kurz entschlossen griff er dem eleganten Auftraggeber in den Mund und war so glücklich, den Stein unter dessen Zunge hervor ans Tageslicht zu befördern. Die Polizei nahm den vornehmen Schwindler fest.

Ein bedeutender Einbruchsdiebstahl, bei welchem Waren im Werte von 20000 Mk. gestohlen worden sind, ist in der Uhrenund Goldwarenhandlung von Grau & Co. in Leipzig zur Ausfübrung gekommen. Die Einbrecher liessen sich entweder in das Grundstück einschliessen oder öffneten die Hausthür mittelst Nachschlüssels. In die Geschäftsräume verschafften sie sich durch Anbohren und Herausschneiden eines Thürfeldes Eingang.

Verurteilung. In der Nacht zum 23. Januar d. J. wurde in dem Uhren- und Goldwarengeschäft von Paul Müller, Ecke Albrechts- und Altbüsserstrasse in Breslau ein Einbruch verübt, bei welchem für etwa 6. bis 7000 Mark Uhren und Pretiosen entwendet wurden. Als Urheber dieses Diebstahls, sowie unter der Anklage zweier kleinerer Diebstähle, hatte sich der zwanzigjährige Buchdrucker Oswald Lache vor der Strafkammer zu verantworten. Der Gerichtshof sprach ihn des auf der Albrechtsstrasse verübten schweren Diebstahls schuldig und verurteilte ihn zu vier Jabren und einem Monat Zuchthaus.

James Turner (James Hunt), jener englische Hochstapler, dessen Ergreifung in einem ersten Juweliergeschäfte Frankfurts seinerzeit gemeldet wurde, stand jüngst vor der Strafkammer des dortigen Landgerichts. Er ist 70 Jahre alt und in London wegen Diebstahls schon zu 10 und 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Kurz nach Verbüssung seiner letzten Strafe scheint er sich nach

Unterhaltendes und Belehrendes. Die Rose von Schottland, welche zu besitzen sich einige Jahrhunderte durch eine englische Adelsfamilie erfreute, ist von dem letzten Sprossen dieses Geschlechts dem British Museum testamentarisch vermacht worden und kann nun diese Antiquität von Jedermann bewundert werden. Diese Rose, welche der Königin Elisabeth von England durch Maria Stuart in Ehrfurcht“ zu. gesandt wurde, ist ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst und zahlreich mit Diamanten besetzt. Betrachtet man die Rose von oben, so erkennt man zwischen ihren Blättern den Namenszug beider Königionen, und da die Königin Elisabeth es nicht vertragen konnte, die Königin von Schottland neben sich zu sehen, so hatte sie auch keine Freude an diesem Kunstwerk und schenkte es dem damals lebenden Mitglied der jetzt ausgestorbenen englischen Adelsfamilie. Der Wert dieser Rose wird von Sachverständigen auf 10000 Pfd. Sterling angegeben.

Der schönste Diamant der Welt ist, soweit bekannt, im Besitz der Frau Kornelius Vanderbilt. Es ist ein kleiner Stein, der nur einen Karat wiegt, der aber trotzdem 20000 Mk. gekostet hat, wonach man sich einen Begriff von seiner Reinheit und seinem Fener machen kann. Würde dieser Vanderbiltsche Brillant so gross sein wie der Koh-i-noor, so würde er ungefähr 15 Millionen Mark wert sein. Natürlich stammt dieser kleine, aber wertvolle Stein aus Jndien, dessen Diamanten an Schönheit und Feuer bisher von keinem Produkt eines anderen Landes erreicht worden ist.

Über fossiles Elfenbein entnehmen wir der Zeitschrift „Prometheus“ nachfolgende interessante Angaben. Da sich in nicht ferner Zeit der Bedarf an Elfenbein weder aus den Stosszähnen lebender Elefanten noch aus Kunstprodukten decken lassen wird, scheint es geraten, der Elfenbeinindustrie womöglich neue Quellen für ihr Rohmaterial zu erschliessen. Eine ergiebige Quelle hofft man in den Stosszähnen eines längst ausgestorbenen Vorfahren unseres Elefanten, des Mammuths, zu finden. In den arktischen Gebieten der Erde finden sich stellenweise grosse Lager dieser Zähne. So sind namentlich in Sibirien und auf den sibirischen Inseln grosse Mengen Stosszähne im gefrorenen Erdreich gefunden worden, welche ein Elfenbein liefern, das sich in nichts von dem des afrikanischen Elefanten unterscheiden soll. Seit Jahrhunderten bildet auch die nächste Umgebung von Stuttgart eine Hauptfundstätte für „gegrabenes Helffenbein“. Dort kommt im Durchschnitt auf jede Quadratrute Boden ein Mammuthfund. Übrigens soll bereits im 9. und 10. Jahrhundert fossiles Elfenbein zu Kunstwerken verwendet worden sein.

Das Grab des Kaisers Vespasian. Die „Aurore“ berichtet: Ein Altertumsforscher, Dr. Lionel Radiguet, hatte es als notwendig bezeichnet, in der Schweiz Ausgrabungen zu veranstalten, und zwar in einer Gegend des Kantons Bern, wo die Römer zwei Stationen eingerichtet hatten, die eine in Aventicum, die andere auf dem Mons terribilis. Auf Grund der von Herrn Radiguet gelieferten Angaben hat inan nun in der That am Fuss der Mauer der dortigen Pfarrkirche drei Steinsärge entdeckt, von denen einer, wie man glaubt, die Leiche des Kaisers Vespasian enthalten hat, der in Aventicum gestorben ist. Die Inschriften auf den Deckeln der Särge scheinen diese Annahme zu bestätigen. Der Sarg, welchen man als den des Kaisers ansieht, enthielt eine prächtige Rüstung aus massivem Gold von merkwürdiger Arbeit. - Das Grab des Königs Leonidas, der mit seinen dreihundert Spartanern die Thermopylen gegen die Übermacht der Perser verteidigt hat, soll, wie Athener Blätter melden, entdeckt worden sein. Schon während des griechisch-türkischen Krieges hatten griechische Soldaten, als sie in den Thermopylen Schanzen bauten, ein Grab blossgelegt, in dem sich menschliche Knochen, altertümliche Waffen und Schmucksachen vorfanden. Der Sache wurde damals keine Aufmerksamkeit geschenkt. Erst jetzt hat der Direktor des Museums in Lamia das Grab genau untersucht und glaubt nun, das Grab sei jenes des Leonidas.

Aus dem Tempel Salomonis. In der Junisitzung der philologisch-historischen Klasse der bayerischen Akademie der Wissenschaften machte Prof. Ad. Furtwängler Mitteilungen über ein auf Cypern gefundenes Bronzegerät, welches nach seiner Ansicht von gleicher Art und Zeit ist, wie die zwei von Hiram für den Salomonischen Tempel gearbeiteten Gefässe auf Rädern, und welches geeignet ist, zur Erklärung des Textes I. Buch der Könige 7,27–37 beizutragen. Die Mitteilung wird mit Zeichnung im Druck erscheinen.

Einen Silberschatz, der auf dem Gebiete des alten Hermopolis am westlichen Nilufer bei der heutigen Bahnstation Roda vor

Vor kurzer Zeit gefunden worden ist, hat das Antiquitäten-Museum zu Berlin jüngst erworben. Die beiden Hauptstücke dieses Schatzes sind zwei Silberschalen, die kunstgeschichtlich von hoher Bedeutung sind.

sein mus8. Kurz und verständlich sind die einzelnen Stilarten. 22 an der Zahl, besprochen, in 240 Illustrationen der Text des Weiteren erläutert. Wir können Interessenten die Anschaffung bestens empfehlen.

Wickenhagen, Dr. Ernst, Kurzgefasste Geschichte der Kunst. (Stuttgart, Paul Neff.) Ein prächtiges Werk von 306 Seiten mit 1 Heliogravüre und 287 Abbildungen im Text, das jedem, der sich mit Kunst befasst, hochwillkommen sein muss. Der Text ist trotz seiner verhältnismässigen Kürze umfassend, die Illustrationen vorzüglich und die sonstige Ausstattung des Werkes hochelegant. Das Buch ist eine Zierde jeder Bibliothek.

Der öffentliche Redner. (Leipzig, Georg Hille.) Eine praktische Anleitung zum öffentlichen Sprechen und zu Toasten mit zahlreichen Beispielen und zur Leitung einer Versammlung sowie einem Auszuge aus dem Vereins- und Versammlungswesen. Interessenten zur Anschaffung bestens empfohlen.

Der angebliche Ruin des Kleinhandels durch den Ladenschluss. Flugschrift No. 5 der Berufsgenossenschaft Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband (Hamburg 1899, Hansatische Druck- und Verlagsanstalt, e. G. m. b. H.) Preis 20 Pfg. Dürfte allen denen willkommen sein, die sich mit dieser aktuellen Frage des Eingehenden beschäftigen.

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Vermischtes. Alles auf Abzahlung! Seit die „Times“, die als Vorbild englischer Woblanständigkeit gilt, schreibt die Frankfurter Ztg., für den Neu-Druck der „Encyclopaedia Britannica“ und anderer grosser Verlagswerke das Abzahlungssystem eingeführt und es dadurch salonfähig gemacht hat, wird neuerdings von einer grossen Londoner Juwelierfirma das Prinzip der Abzahlungen auch ins Palais des Westend eingeführt. Die Firma annonciert, dass Brillantschmuck für Lst. 50 bis Lst. 1000 solchen Damen, die sparen möchten, um ihn zu erwerben, schon heute in die Hand gegeben würde, so dass sie nicht zu warten brauchten, bis sie das Geld beisammen hätten. Auf Deutsch oder Englisch heisst das natürlich, dass viele Damen, die nach den Brillanten im Scbaufenster sehnsüchtigen Herzens geschielt haben, nunmehr hinein gehen und den ersehnten Schmuck sich kaufen werden. Wie es mit den späteren Abzahlungen gehen wird, ist Sache des Juweliers.

Eine eigenartige Tafeldekoration. Bei einem kürzlich im „Weissen Hause“ zu Washington stattgehabten Gala-Diner erregte die eigenartig pompöse Tafeldekoration das Erstaunen und die Bewunderung aller Gäste. Die Mitte der für sechzig Personen Platz bietenden Tafel war mit einem riesigen ovalen Spiegel bedeckt, den eine Auswahl der herrlichsten Blumen umgab. Zwischen den farbigen Blüten und dem rankenden Grün schimmerte hier und da der schwer goldene Rahmen des krystallenen Miniaturteiches hervor. An jedem Ende des langen Tisches befand sich ein goldener Kandelaber, dessen zahlreiche Kerzen sich mit dem Blumenflor um die Wette in dem wie silberklares Wasser leuchtenden Mittelstück spiegelten. Die Bestecke sind aus purem Golde mit kunstvoll ciselierten Griffen. Alle übrigen Geräte und Gebrauchsgegenstände sind gröstenteils wahre Prachtstücke der Juwelierkunst. Dass die von der Gesellschaft getragene Pracht an Schmuckgegenständen eine entsprechend pompöse ist, ist selbstverständlich.

Fr. Hoebelmann. Uhrm. Aachen Aachen

Verw. R.-A. Vossen
Adolf Völkel. Uhrm. Berlin, Berlin I
"
Verw.Kfm. Rosenbach Adalbertstr.

Linienstr. 131. 44
Robert Mantel, Uhrm. Konstadt Konstadt 12.7 16,8 25.8 25.8

Verw.Kfm.Alb.Chutsch
Andreas Kopp, Goldarb. Schwen- Rottweil 19.7 16.8

Verw. Amtsnot. Schulerningen
Oscar Scheidling, Uhrm. Freiberg Freiberg (19.7 24.8

Verw. R.-A. Jeschky i. S. i. S.
Frau Lina Amalie Glass, Brunn- Klingen- 21.7 (18.8

Accordeonfabrik döbra thali. s.
i. Fa.: L. A. Glass,
Verw. Friedensrichter
Wilhelm Riedel i. Br.

Theodor Oslender,Uhrm. Aachen-Burtscheid: Aufhebung durch

Zwangsvergleichstermin.
Karl Ihm, Bij.-Fabrik Hanau: Einstellg. wegen Mangels an Masse.
Frau verw. Goldarb. Frz. Altonau, Gr. Gärtnerstr. 49 II:
Wilh. Alb. Schade, Wild Aufhebung durch Schlusstermin.
helmine Auguste Emilie,
geb. Mencke
Vinzent Hajok, Ubrm. Zaborze: Aufhebung durch Schlusstermin.
Frau Margar. Wendel, St. Avold: Aufhebung durch Schlusstermin.

Uhrenhdlg.
Carl Emil Paatzsch, Leipzig, Salzgässchen 7:

Juwel. . Uhrm. Aufhebung durch Schlusstermin.
Paul Sappelt, Uhrm. Görlitz: Aufhebung durch Schlusstermin.

Büchertisch. Kunst-Stil-Unterscheidung von H. S. Schmid. Unter diesem Titel erschien bei Herm. Lokaschik (G. Franz'sche Hofbuchh.), München, in 3. Auflage ein Werkchen, das dem Laien, dem Kunstfreunde und dem Gewerbetreibenden ein willkommener Ratgeber

Silberkurs. Der Durchschnittswert des feinen Silbers war an der Hamburger Börse Mk. 82,24 per Kilo.

Darnach berechnen die vereinigten Silberwarenfabriken für 0,800 Silber Mk. 72,- per Kilo, gültig vom 21.-31. Juli 1899.

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Inhalt: Ein halbes Jahrhundert deutschen Gold. und Silberwarengewerbes I. - Eine moderno Pendule. – Kunstgowerbe-Verein Pforzheim. - Venetianische Gläser I. - Ueber Goldgewinnung. - Schmuck und Mode. - Firmen. Personal. Vereine. Versammlungen. - Handel und Verkehr, Unglücksfälle. Verbrechen. Verurteilungen, - Vermischtes. --Büchertisch. Frage- und Antwortkasten. -Patente. - Ausfuhrhandel. - Konkurso und Insolvenzen. - Silberkurs.

Arbeitsmarkt. Inserate.

Ein halbes Jahrhundert deutschen Gold- und Silberwaren-Gewerbes.

1. er heute vor 50 Jahren den damaligen Gold Unleugbar hatte jene Zeit auch ihr Gutes; der schmieden erzählt hätte, dass einmal eine Zeit Goldschmied war noch Goldschmied und hatte Halt kommen würde, wo sie mit Hilfe eines sinnreichen und Stütze an den damals noch zeitgemässen Innungen,

Apparates, genannt Telephon, durch ganz Deutsch- er hatte ein verhältnismässig ruhiges Leben, dem land mit ihren Kunden, Grossisten und Fabrikanten für heutigen Hasten und Jagen gegenüber, die Konkurrenz ein billiges mündlich verkehren könnten, dass sie in war noch nicht so drückend und die Preise noch nicht dem entferntesten Winkel des Vaterlandes die so oder so gedrückt wie heute. Eine Goldwaren-Industrie betelegraphisch, ja selbst nur brieflich verlangte Ware am stand wohl, befand sich aber noch in den Kinderschuhen nächsten Morgen in reicher Auswahl im Hause haben und arbeitete noch nicht so mit maschinellem und könnten, dass sie einmal viele, viele Sachen in allen kapitalistischem Hochdruck, auch die bösen Grossisten Arten in einem neuen, Gold auf Silber plattierten Metall waren damals noch nicht so bedeutend wie heute. Es (doublé) führen würden, dass sie die anderen Waren, ging alles „immer langsam voran", niemand wurde unin Gold und Silber, gestempelt am Lager führen geduldig, wenn mal ein Termin nicht pünktlich inne müssten, dass sie nicht mehr auf Reisende zu warten gehalten wurde. brauchten, sondern täglich deren mehrere anzunehmen Wenn wir es heute unternehmen, den Entwickelungsoder abzuweisen haben würden, dass es einmal ein gang des deutschen Gold- und Silberwaren - Gewerbes deutsches Reich mit einer einzigen (bezw. nur drei) in den letzten fünfzig Jahren an unserem geistigen Auge Postverwaltung mit 10 Pfg. Porto von Memel bis Strass- vorüberziehen zu lassen, eine Entwickelung, die noch burg mit Postkarten u. s. w., eine einzige Geldwährung sehr viele unter uns Lebende von Anfang an bis jetzt durch das ganze Land geben würde, dass einmal ein mit- und durchgemacht haben, so sind wir uns der neuer, ganz auf Naturformen begründeter Stil Mode Schwierigkeit der Aufgabe wohl bewusst, weil es nicht werden würde, dass man ihnen die Waren mit einem möglich sein wird, das Thema nach allen Richtungen Dreirad ins Haus brächte – der würde wohl von den erschöpfend genug zu behandeln; wir haben mit unserer meisten bedenklich von der Seite angesehen und für Arbeit nur den Zweck im Auge, den einzelnen zum eine Heilanstalt reif erachtet worden sein. Möchten Vergleich von sonst und jetzt anzuregen; wir können sich doch alle Schwärmer für die gute alte Zeit einmal den Zeiger der Geschichte nicht zurückdrehen, wir recht lebendig den Unterschied zwischen damals und können nicht gewaltsam die neue Zeit um fünfzig Jahre jetzt vor Augen halten und dann, Hand aufs Herz, be- zurückschrauben, wohl aber können wir aus der Verkennen, ob sie wirklich im Ernst die heutige, fort. gangenheit für die Zukunft lernen. Gerade in der jetzigen geschrittene Zeit mit ihren kolossalen, wirtschaftlichen Zeit, wo es auch in unserem Gewerbe auf allen Seiten und Verkehrs-Erleichterungen gegen das damalige pri- gährt und sich neue Zeiten vorbereiten, dürfte ein Rückmitive Geschäftsleben vertauschen möchten.

und Ueberblick über das Vergangene zeitgemäss sein.

unsere Warang der Stempeleute wiec

Der Goldschmied von damals stellte noch einen deckt, sogar nach Übersee, namentlich den Vereinigten grossen Teil der von ihm geführten Waren selbst her, Staaten von Nordamerika entwickelte sich ein ganz teils für sein Lager, teils auf Bestellung seiner Kunden. bedeutender Absatz. Allerdings waren nach 1848 viele Sein Geschäftslokal war einfach eingerichtet, im Schau- Goldschmiede nach dorthin ausgewandert und hatten fenster lagen nur wenige Stücke, Gas gab es zwar mit Hilfe dortiger Unternehmer im Lande selbst Faschon, aber nur von sehr geringer Leuchtkraft, glitzernde briken errichtet, die mit den Jahren auch ihrerseits Kristallkronen mit Auerlicht waren unbekannt, wie die leistungsfähiger wurden und nach und nach die Einfuhr elektrischen Lämpchen, die heute die Auslagen, auch in von Europa entbehrlich machten; immerhin war der kleineren Städten, feenhaft beleuchten. Das Warenlager deutsche Export nach Nordamerika bis in die siebziger war wenig umfangreich im Gegensatz zu heute, die und achtziger Jahre hinein stets noch ein recht nennensAuswahl in Mustern ebenfalls unbedeutend, das Publi- werter. Auch die romanischen Länder Europas: kum war noch nicht verwöhnt und fand selbst bei Spanien und Italien besonders, begannen in Deutschkleiner Auswahl noch etwas Passendes. Die Kund- land zu kaufen, ebenso ihre südamerikanischen Ableger, schaft lief nicht erst in verschiedene Läden, um beim und es ist manche Kiste mit Bijouterie zu jener Zeit billigsten Mann zu kaufen, sondern blieb dem einmal dorthin abgegangen, meist in gangbaren Mittelsachen, erwählten Lieferanten treu bis ins dritte und vierte da für bessere und beste Ware bis 1870 Paris der ausGlied. Kam einmal ein Reisender, so wurde ihm der schliessliche und hinsichtlich Ausführung und Geschmack Bedarf auf längere Zeit abgekauft, denn die Verhält- unübertroffene Lieferant blieb. Freilich wurde damals in nisse waren stetiger, und meistens gleich bar bezahlt, der Fabrikation fürs Inland wie fürs Ausland mancherwenn auch in allen möglichen und unmöglichen Geld- lei gesündigt. Eine Kontrolle staatlicherseits bezw. sorten, die damals in den 30 deutschen Vaterländern eine Verpflichtung zur Stempelung bestand noch nicht in Kurs waren. Von Kunst und Kunstgewerbe wusste und jeder Fabrikant durfte selbst bestimmen, welches man damals noch nichts; wol war in der Baukunst und Remedium er sich erlauben wollte, wenn ihm Ware anderen Gewerben der klassische Stil vom Anfang des eines bestimmten Karates bestellt wurde. Manche beJahrhunderts durch einen gotisierenden abgelöst worden trachteten es als eine Sünde gegen das eigene Fleisch, und es mögen zu jener Zeit auch manche Gold- und edles Metall auch dort anzuwenden, wo man es garSilberwaren in jenem Stil gefertigt worden sein, im nicht sah, und wo Blei mit ähnlichem spezifischen allgemeinen aber wurde die Schmuck- und Silberwaren Gewicht dieselben Dienste that, wie z. B. bei Ketten Erzeugung durch kein Verlangen nach Stilgerechtigkeit und anderen auf Gewicht gehandelten Artikeln. In beunruhigt, man machte jahraus, jahrein dieselben gang- dieser Hinsicht sind wir heute wieder besser daran: baren Muster, selbst in besseren Sachen, und was die seit Einführung der Stempelung durch Reichsgesetz ist kurante Bijouterie betraf, so hatte hier der Stahlgraveur unsere Ware jedenfalls weitaus solider und vertrauensdas Wort, der die Stempel für alle jene gepressten und werter geworden, als sie zu jener Zeit war. 1857 kam mit Kitt gefüllten Waren schuf, die das Schmuck- eine schwere Krisis von Amerika und übte auch auf bedürfnis des mittleren und geringeren Publikums be- das deutsche Geschäft einen schädlichen Einfluss aus, friedigten. An besseren Stücken wurden noch viel immer aber noch nicht in so fühlbarem Umfange, wie Aquamarine, Berylle, Chrysoprase u. a. verwendet, die später der grosse, grosse Krach von 1874. Die erste heute dem Durchschnittsmenschen und -Goldschmied Weltausstellung in London 1851 und die Pariser von kaum dem Namen nach bekannt sind, daneben Ame- 1855 gaben auch der deutschen Industrie vielfache thyste und Topase in allen möglichen Schattierungen Anregung und es machte sich bald in den Mustern und Formen, wie z. B. der langen Pendeloques, die eine neuere Richtung geltend, die aber nur sehr langdamals Mode waren. Ciselierung auf Ringen und Pet- sam zum Durchbruch kam. schaften war sehr beliebt, oft in mille-fleurs Mustern Die sechziger Jahre bildeten für die deutsche Goldund diese in vielfarbigem Golde. Damals überwog auch und Silberwaren-Industrie eine Periode des Niedergangs, bei den feinsten Goldsachen noch die Goldarbeit die namentlich in besseren Sachen. Der Bürgerkrieg in Steinfassungen, während es heutigen Tages umgekehrt Nordamerika mit seinen Folgeerscheinungen, der Erder Fall ist; Brillanten wie Farbsteine waren damals höhung der Zölle und der Entwertung des Papiergeldes, noch selten und nur den Allerreichsten zugänglich. brachte die ohnehin schon verminderte Thätigkeit für

Bei allen diesen Verhältnissen und nach den Un- diesen bedeutenden Markt gänzlich ins Stocken; auch ruhen von 1848 blühte in den fünfziger Jahren über- in Europa wurde der Verbrauch von Luxuswaren inall das Geschäft; das sich entwickelnde Eisenbahnnetz folge der schwankenden politischen Zustände der einbrachte grösseren Verkehr und so fallen in jene Zeit zelnen Länder auf ein geringstes Mass vermindert. bezw. wenige Jahre vorher, die Begründungsjahre Dann kam der Krieg von 1864, der aber immer noch mehrerer noch jetzt blühenden Engros-Häuser in Nord- keine bedeutende Störung verursachte und der deutsche und Süddeutschland, deren erste Inhaber rechtzeitig er- Bruderkrieg von 1866, der unseren Erwerbszweig längere kannten, dass eine neue Zeit anbrach, die ausgenutzt Zeit ziemlich stark lähmte; umfangreiche Arbeiterwerden konnte und musste. Die Revolutionsjahre hatten entlassungen fanden statt und es war sogar eine grössere so manche Schranke niedergerissen, es wurde auf der Anzahl von Betrieben genötigt, ganz zu schliessen. 1866 ganzen Linie lebendig und wir wissen, dass in jener war das schlechteste Jahr seit langer Zeit und auch die Zeit auch die Industrie in Pforzheim, Hanau und Gmünd folgenden Jahre standen unter dem Zeichen der Nacheinen ganz bedeutenden Aufschwung zu verzeichnen wehen dieses Krieges, da die politischen Unruhen forthatte, der Ende der fünfziger Jahre seinen damaligen dauerten; das Goldschmiedehandwerk bot damals die Höhepunkt erreichte. Die mechanischen Hilfsmittel schlechtesten Aussichten und es wandten sich ihm nur wurden vervollkommnet und überall herrschte ein reger wenige junge Leute zu. Erst Ende der sechziger Jahre, Unternehmungsgeist, neue Absatzgebiete wurden ent- besonders 1868 und 1869 belebte sich das Geschäft

wenigen Jetzt blühenderste Inhaber die ausgen

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