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um den rückwärtigen Halsteil gelegt zu werden. Origineller grünlichen Gelb bis zum rötlichen Gold – hervorgebracht noch sind goldene Halsketten, die in Abständen von 8 cm wurden. Das Muster der viereckigen Spange stellte eine von kleinen Perlen unterbrochen nur einmal den Hals um- hochgearbeitete, schön schattierte Blume dar, welche eine schlingen und vorn

Seite der Spange eindurch einen erbsen

nahm, während der grossen Brillant zu

Stil und einige lange, sammengehalten, zu

schmale Blätter die beiden Seiten noch

drei anderen Seiten in 5 cm lange Kett

bildeten. Unter dem chen ausgehen, die

Blätterwerk verdurch eine eigen

schwanden auch die tümliche, ihnen an

Spangenzähne. Die gehängte phantasti

zweite Spange hatte sche Figur ausein

eine länglichschmale andergehalten wer

Form. Die obere, den. Es ist dies z.

schmale Seite bildete B. eine Charakter

ein grün emalliertes maske in Gold mit

Blätterbündel; die zwei breiten, aus

nach oben gerichteten einem durchsichtigen

Stiele waren von eiMaterial hergestell

nem grösseren in ten Flügeln, deren

Gold gefassten dunRänder und Adern

keln Stein zusammenmit kleinen Brillanten

gefasst. Von den besetzt sind. Die

Blättern gingen hell beiden Flügel sind

emaillierte Glockenunten wieder mit

blumen aus, zwei kleinen Kett

welche die beiden chen verbunden, und

Längsseiten herunteran dem Punkte, wo

hingen, während sich diese zusammen

auf der unteren kommen, hängt an

schmäleren Seite das einem grösseren Bril

obere Muster in kleilant eine birnenför

nerem Masstabe mige Perle. Bei einer

wiederholte. Interanderen Kette dieses

essante Neuheiten Genres waren es zwei

sind unter den VerHähne aus Gold mit

zierungen der SchildBrillanten, die mit

pattkämme zu erden Schnäbeln an

wähnen. Sie sind einem zwischen ihnen

nicht nur um den befindlichen lång

Rand dicht mit winlichen Brillanten

zigen Perlen besetzt, hacken. Einfach und

sondern haben auch geschmackvoll nahm

auf der Mittelfläche sich ein Collier aus

des Aufsatzes mit erbsengrossen weis

Brillanten ausgesen Perlen aus, die

führte Muster. Es unmittelbar aneinan

sind dies Arabesken der gereiht den Hals

oder buchstabenähnumschlangen. Vorn

liche Windungen, in kreuzte sich die

denen durch grössere Perlepreihe, von einer

und kleinere, abgekleinen Brillant

stufte Brillanten agraffe zusammen

gleichsam Haar- und gehalten, und setzte

Schattenstriche hersich noch in zwei

vorgebracht werden. ungleich langen

Ein hoher EinsteckSchnüren fort, die

kamm aus blondem mit je einer dunkel

Schildpatt hatte ein grauen birnenförmiTeller aus dem Hildesheimer Silberfund. (Fig. 7.)

besonders auffallengen Perle endigten.

des Muster. Das Sehr eigenartig waren zwei goldene Gürtelspangen. Die eine Schildpatt war in der Mitte ausgeschnitten und in den freien fiel dadurch auf, dass hier die Farben- und Schattierungs- Raum ein Pfau in erhabener und emaillierter Goldarbeit effekte durch mehrere Abtönungen des Goldes selbst – vom eingesetzt. Der zusammengefaltete Schwanz des Vogels reichte bis zum Kammansatz herab; mit den Füssen stützte er sich auf einen goldenen Zweig, an dem zu beiden Seiten des Pfaues kleine violett emaillierte Blumen zu sehen waren. Die der Mitte zugekehrten Ränder des ausgeschnittenen Schildpatts waren mit kleinen Brillantenreihen besetzt, ebenso wie der äussere Rand des Kammaufsatzes, und in den vier Ecken desselben waren noch auf dem Schildpatt kleine EckArabesken mit Brillanten ausgefübrt.

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Die grösste Anzahl von originellen Neuheiten findet man aber allezeit unter den für Bracelets oder Ketten gebräuch lichen Anhängseln. Um nur einiges darunter hervorzuheben, erwähne ich z. B. allerle kleine Tierfiguren, wie Kröten, Schweinchen, Eidechsen, die aus seledin-grünem Achat hergestellt und mit einem Halsband aus winzigen Brillanten ver

sehen sind. Ein Jux-Gegenstand ist ein würfelförmiges Goldkistchen – nur 1/2 cm gross und auf der Aussenseite mit Brillanten oder Rubinen besetzt, das sich mittels eines Knopfes öffnet, worauf ein kleiner Teufel hervorspringt. Sinnvoller schon ist ein 2 cm langes und 112 cm breies Anhängsel in Buchform, an den vier Ecken mit Brillanten besetzt und aus vier sich auseinanderfaltenden Schichten bestehend. Zwei bilden den Buchdeckel; beim Öffnen stellen sich die anderen zwei Teile auf einer Seite des Buchdeckels auf, in dem einen ist, gleich wie in einem Goldrahmen eine Miniaturphotographie eingesetzt, in dem andern gegenüber angebrachten ein rundes Vergrösserungsglas, durch das man hindurchschauend die Photographie vergrössert sieht.

Die Bekämpfung der Warenhäuser,

Von Dr. Rocke. Eine neue Warenhausdebatte gab es am Freitag den in vielen Fällen eine sehr linksliberale, und die jm Libera16. Juni im preussischen Abgeordnetenhause. Die Abgeord- lismus herrschende Richtung will von der Warenhaussteuer neten Röhren und Dr. Hitze hatten folgende Inter- nichts wissen. Man kann es zur Not auch einer einzelnen pellation eingebracht: „Weshalb hat die Königliche Staats- Stadt nicht verdenken, wenn sie gerade gegen die Warenregierung den in der Thronrede am 16. Januar angekündigten häuser vorgehen soll, während dies benachbarte andere Gesetzentwurf, betreffend die Besteuerung der Warenhäuser, Stäälte nicht thun. Die vernünftigen Grundsätze der Finanzdem Landtage noch nicht vorgelegt und für wann ist die politik sowohl als auch die Gerechtigkeit gegenüber den Vorlegung zu erwarten?" Die zu dieser Interpellation durch die Steuer Betroffenen verlangen, dass die Steuer nicht sprechenden Redner der verschiedenen Parteien, so ziem- von jeder Kommune nach verschiedenem Masstabe und in lich dieselben wie bei den früheren Debatten über diesen verschiedener Höhe nach Belieben bemessen, sondern dass Gegenstand, brachten Neues nicht vor und wiederholten sie gleichheitlich für das ganze Land festgesetzt wird. ihre früheren Ausführungen. Von Interesse war nur die Haben doch einzelne Handelskammern sogar darauf hinRede des Finanzministers von Miquel, welche als Antwort gewiesen, dass die Warenhaussteuer überhaupt eine Reichsder Staatsregierung auf die Interpellation anzusehen ist. stener sein müsse, weil auch eine blosse Landessteuer ihre Herr von Miquel widersprach zunächst der Behauptung, grossen Gefahren habe und die Warenhäuser in die benachdass in der Thronrede versprochen sei, es solle der Gesetz- barten steuerfreien Länder dränge. Man muss sich verentwurf über die Besteuerung der Warenhäuser noch in dieser gegenwärtigen wenn beispielsweise in Altona eine WarenSession vorgelegt werden. Demgegenüber verwies der Minister haussteuer erhoben wird und in Hamburg nicht, dass dann darauf, die Thronrede habe nur gesagt, es werde hoffent- die Hamburger Warenhäuser für den Altonaer Handel noch lich gelingen, noch in dieser Session einen Gesetzentwurf, gefährlicher werden können wie vorher. betreffend die Besteuerung der Warenhäuser, dem hohen Hause Es ist dem Minister darin Recht zu geben, dass die vorzulegen. Der Redner gab dann weiter zu, dass diese Frage eine ausserordentlich schwierige ist. Wenn man mit Hoffnung leider nicht erfüllbar gewesen sei und sich auch Vorliebe auf das Beispiel von Bayern verweist, so lässt für die Zukunft dieser Session nicht werde ermöglichen sich dieses auf Preussen und vielleicht auch auf die meisten lassen können. Diese Thatsache beruhe lediglich auf der übrigen deutschen Bundesstaaten nicht übertragen. Das ausserordentlichen Schwierigkeit dieser Gesetzgebung.

ganze bayerische Steuersystem, namentlich die Gewerbesteuer, Aus der Rede des Ministers geht weiter hervor, dass ist eine grundsätzlich verschiedene von der jetzigen preussidie Regierung noch immer eine kommunale Besteuerung schen Gewerbesteuer. Die bayerische Bestimmung wegen für die Warenhäuser erstrebt und von den Kommunen er- der Warenhaussteuer lautet dabin, dass mit einer Umsatzwartet, dass sie auf Grund des Kommunal-Abgaben- oder steuer zu belegen sind Betriebe von aussergewöhnlich grossem Gewerbesteuer-Gesetzes gegen die Warenhäuser vorgeht. Wir Umfange und solche, die eine ungewöhnliche Art des Gewünschen mit dem gesamten kaufmännischen und gewerb- schäftsbetriebes haben. Vielleicht weiss man in dem Mittellichen Mittelstande, dass die Regierung sich endlich von dem Staate Bayern von vornherein, welche Geschäfte unter diesen Glauben frei macht, als wäre von den Kommunalverwaltungen Begriff fallen; in Preussen, in welchem die Verhältnisse im in dieser Hinsicht etwas zu erwarten. Bei der Besprechung, Osten und Westen, in der Weltstadt Berlin, in den Grosswelche im vorigen Jahre über die Frage der Besteuerung städten und den Kleinstädten ganz verschiedene sind, kann der Warenhäuser im Finanzministerium stattgefunden hat man mit einer so allgemein gefassten Bestimmung nicht auswaren gerade verschiedene Oberbürgermeister grosser Kom kommen, ohne dass sich eine Unmenge Streitfragen daraus munen die Hauptverteidiger der Warenhäuser, in welchen entwickeln würde. In Bayern entscheidet über das Vorsie einen technischen und wirtschaftlichen Fortschritt gegen- handensein der Merkmale der Minister. In Preussen wird über dem Mittel- und Kleinhandel sahen. Die Mehrzahl man kaum geneigt sein, diesem die Entscheidung allein zu unserer Stadtverwaltungen ist einmal eine liberale und zwar überlassen, dazu sind die preussischen Finanzminister

Verkaufsräumet enster im Parterre undschaft braucht ein oder

steuerungen der anderemalnämeer, welche

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und besonders der jetzige - zu tüchtige Finanz-Leute! ihre Konkurrenzfähigkeit kaum ins Gewicht fallen. Ob jeMan braucht aber überhaupt nicht zu kritisieren, denn das mand zehn, zwanzig oder dreissig Mark Steuerzahlt oder bayerische Gesetz hat sich in der Praxis noch nicht be- nicht, kann vom geschäftlichen Standpunkte aus ziemlich währt, es steht vorläufig noch auf dem Papier.

gleichgültig sein. Wenn ein Geschäft nicht soviel abwirft, Überhaupt ist man sich immer noch nicht klar, welche ist es besser, dass es überhaupt sobald als möglich von der Steuerform man zur Ersch werung des Wettbewerbs der Waren- Bildfläche verschwindet. – Sollte man die Steuer als Perhäuser anwenden soll. Die Umsatzsteuer findet mehr und sonal-Kopfsteuer von den Angestellten in den Warenhäusern mehr auch bei den kleinen Händlern, die ein Einschreiten erheben, so erscheint es uns viel richtiger, dass der so gegen die Warenhäuser wünschen, Widerspruch, denn eine aufgebrachte Steuerbetrag in entsprechender Weise, etwa Umsatzsteuer trifft nicht nur die Warenhäuser, sondern wird durch Bildung eines besonderen Fonds bei den Alters- und überhaupt von jedem Kaufmann je nach seinem Umsatz Invaliditäts-Kassen, dazu verwandt wird, um als Pensionserhoben, und wenn sie auch so gestaffelt wird, dass sie und Reliktenversorgung für kaufmännische Angestellte zu einerseits bei kleinen Umsätzen nicht schädlich wirkt und dienen. Denn ein Hauptschaden der grossen Warenhäuser andererseits auch nicht bei Umsätzen, denen ein angemessener ist gerade, dass sie vielen Detaillisten und Gewerbetreibenden Nutzen entspricht, sondern nur solche Geschäfte drückt, die die Möglichkeit nehmen, sich selbständig zu machen und einen Schleuderumsatz erzielen, so sträubt sich doch der sich so für ihr Alter eine halbwegs gesicherte Existenz zu Kaufmanns- und Gewerbestand mit Recht gegen jede neue schaffen. Steuer, da man weiss, dass der Fiskus, wenn er einmal ein Der Hauptvorteil, welchen die grossen Warenhäuser Plätzchen gefunden hat, wo er die Steuerschraube überhaupt gegenüber den Spezialgeschäften der Kaufleute und Gewerbeansetzen kann, diese bald immer fester anzieht. Dazu kommt, treibenden haben, liegt in der Lokalfrage. Die Geschäftsräumdass eine Umsatzsteuer sich nur erheben lässt, wenn eine lichkeiten der Warenhäuser werden von ihnen unverhältnisSelbstdeklaration des Umsatzes des einzelnen Kaufmannes måssig billiger ermietet und erkauft, als die Läden der und Gewerbetreibenden erfolgt. Eine solche Deklaration des sonstigen Geschäfte. Das liegt daran, dass die Warenhäuser Umsatzes ist viel gefährlicher und gewährt viel mehr einen in der Lage sind, die Räumlichkeiten viel ökonomischer ausEinblick in die Geschäftsverhältnisse und Geschäftsgeheim- zunutzen. Ein gewöhnliches Handelsgeschäft braucht ein oder nisse, als die Deklaration des Einkommens und Verdienstes. mehrere Schaufenster im Parterre und hat seine sämtlichen Die Denkschrift zu dem preussischen Gesetzentwurf betr. Be Verkaufsräume meistens im Parterre, ausnahmsweise noch steuerung der Warenhäuser, welcher vor etwa einem halben in der ersten Etage. Die Warenhäuser dagegen bestehen, Jahre den Handelskammern zur Begutachtung unterbreitet soweit sie in den letzten Jahren erbaut sind, eigentlich nur worden ist, zählt ganz zutreffend die Momente auf, welche noch aus Glas, welches Halt. und Fundament durch Cement gegen eine Umsatzsteuer sprechen.

und dünne Eisenträger erhält. Selbst durch das Dach fällt Ein anderes Kennzeichen, nach welchem man die den das Oberlicht ungehindert in das Gebäude und beleuchtet Warenhäusern aufzuerlegende Sondersteuer bemessen will, alle Waren. Eine solche Einrichtung kann sich ein gekönnte die Zahl der Personen bilden, die in dem betreffenden wöhnliches Geschäft nicht leisten. Es giebt nun zwar Leute, Geschäft angestellt sind und die in der Mehrzahl als ab- die bewundernd diese grossen Paläste betrachten und auch hängige Diener an die Stelle selbständiger Geschäftsleute treten. hier einen technischen und ökonomischen Fortschritt erblicken, Man hat sich auch gegen eine solche personale Kopf-Steuer, aber wie berechtigt die Warnungen derjenigen sind, welche soweit sich übersehen lässt, ziemlich einmütig ausgesprochen in diesen Bauwerken eine grosse Gefahr für Leben und Geund zwar von der Erwägung ausgehend, dass infolgedessen sundheit der Menschen erblicken, hat sich erst kürzlich die Zahl der beschäftigten Personen nach Möglichkeit einge- wieder in drastischer Weise bei dem Brande des Karstedtschränkt werden würde und die wirklich beschäftigten An- schen Warenhauses in Braunschweig gezeigt, bei welchem eine gestellten stärker zur Arbeit herangezogen würden als bisher. Anzahl junger blühender Menschenleben zu Grunde gegangen Wir glauben, dass diese Erwägung doch nicht ganz zutreffend ist. Es ist eben ein Unding, die zweite, dritte und selbst sein wird. Mit dem Halten von kaufmännischem Personal vierte Etage eines so absonderlich gebauten Hauses für Verwird auch jetzt kein Luxus getrieben; vielmehr werden auch kaufszwecke zu benutzen und darin hunderte und selbst jetzt jedenfalls immer gerade nur soviel Leute angestellt, wie tausende von Menschen verkehren zu lassen. Für Verkaufswirklich in dem Geschäft gebraucht werden. Deshalb würde zwecke sind die Parterre-Lokalitäten ihrer Natur nach präwohl nach Inkrafttreten der Personalsteuer eine stärkere Heran- destiniert und die oberen Etagen der Häuser können nur für ziehung in nennenswertem Masse nicht erfolgen, zumal ja Arbeitszwecke — aber dann auch nicht für eigentliche Fabrikauch die Maximal-Arbeitszeit durch die neue Gewerbeordnungs- betriebe -- und in der Hauptsache für Wohnungen verwandt Novelle festgesetzt ist und wir wahrscheinlich bald auch eine werden. Bei Ausbruch einer Katastrophe können einige wenige obligatorische Ladenschlusstunde bekommen werden, anderer Menschen aus den höheren Etagen sich immer noch retten, seits auch kaum zu befürchten ist, dass ein Warenhausbesitzer Viele aber nicht. Deshalb sollte eine Bestimmung getroffen plötzlich eine Anzahl Leute entlässt, weil er für jeden fünf werden, dass alle Läden und Verkaufsräume nur im Parterre bis zehn Mark Sondersteuer bezahlen muss.

belegen sein dürfen, unter gewissen Voraussetzungen höchsNach dem Entwurfe des preussischen Staatsministeriums tens noch eine Treppe hoch. Eine solche Bestimmung lässt sollte die Warenhaussteuer nicht dem Staate zu gute kommen, sich rechtfertigen durch die Feuersgefahr und ähnliche Misssondern sie sollte dazu verwandt werden, um die von der stände, welche in baupolizeilicher Hinsicht entstehen können, Gewerbesteuerpflichtigen der Klasse III und IV aufzubringende z. B. Unglücksfälle bei Personen- und Warenaufzügen u. dergl. Steuer zu ermässigen. Ein besonderer Vorteil dürfte damit Würde eine solche Bestimmung erlassen werden, so würde für diese Gewerbetreibenden kaum verknüpft sein; denn selbst dadurch den Warenhäusern und Bazaren das Leben schon wenn, was kaum anzunehmen ist, die Gewerbesteuerklasse IV recht schwer gemacht und ihre weitere Ausdehnung stark und etwa die unteren Sätze der Klasse III infolgedessen beeinträchtigt werden; dann können sie sich nicht mehr wie ganz wegfielen, die betreffenden Gewerbetreibenden also keine jetzt vertikal ausdehnen, oder, wie ein findiger Amerikaner Gewerbesteuer mehr zu zahlen hätten, so würde das für gesagt hat, in die Luft, „die nichts kostet“, bauen, sondern

sie müssen sich horizontal ausdehnen und für Grunderwerb bedeutende Summen zahlen, somit die Grundrente und die sich daraus ergebenden Profite durch die weniger vorteilhafte Ausnutzung der oberen Etagen herabdrücken lassen. Hierdurch würde also eine Gleichstellung der Warenhäuser mit

den anderen Geschäften herbeigeführt, ohne dass eine Sondersteuer oder eine weitere Durchbrechung des Prinzips der Gewerbefreiheit nötig wäre. Wir möchten den massgebenden Faktoren diesen Vorschlag zur Erwägung unterbreiten.

Schmuck und Mode.

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Ein sehr apartes Kostüm stellt unser heutiges Modebild dar. Der Stoff des Kleides besteht aus feiner hellgrauer Wolle, die schwarzen Streifen, welche das in Form einer losen kurzen Jacke gefertigte Leibchen sowie die Tunika, ihrer Form folgend, in wagerechten Linien zieren, sind schwarze Wollborte. Der glatte Rock, welcher auf der Vorderbahn reichen Besatz aus Sammet- und Seiden-Posamenten zeigt, ist mit einem 30 cm hohen Serpentinvolant berandet, welcher am unteren Saume gleichfalls mit schwarzer Borde besetzt ist. Die engen Ärmel endigen in eine mit schwarzer Seide gefütterte Manschette in Serpentinform, die zurückgeschlagen sowohl als auch über die Hand fallend getragen werden kann. Die Kravatte – eine aus Amerika herübergekommene Neuheit – ein etwa 15 cm breites schweres Band von schwarzer Seide mit eingewebtem Blumenmuster, ist an beiden Enden in Falten gelegt und von den Schliessen gefasst. Das Band wird von vorn nach hinten umgelegt, im Nacken gekreuzt und vorn geschlossen. Für den Herbst wird diese Kravatte sehr beliebt werden. Man hat sowohl die Bänder als auch die Schliessen in vielerlei Farben und Formen, von den einfachsten bis zu den wertvollsten. Der Kravattenschliesse entspricht die Gürtelschnalle. Der Gürtel selbst besteht hier aus schwerem schwarzen Seidenripsband. Man kann jedoch zu dieser Toilette auch einen abstehenden, einen russischen Gürtel z. B. tragen, wie wir sie in prachtvoller Ausführung sehen. Die lange Fächerkette ist durch doppelte Schlingung So weit verkürzt, dass die daran befestigte Uhr in einem kleinen, hinter dem Revers des Jäckchens angebrachten Täschchen untergebracht werden kann. Armbänder und Haarschmuck erhöhen die Eleganz dieses sehr geschmackvollen Anzuges, ein schmaler Goldreif mit blitzendem Stein vervollständigt den reichen modernen Goldschmuck.

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Firmen, Personal. Vereine. Versammlungen.

Die Silberwarenfabriken H. J. Butzon Nachf., Wilhelm Bahner, Anton Bahner und Louis Bahner in Düsseldorf wurden, einer Notiz unseres Korrespondenten zufolge, durch den Düsseldorfer Bankverein in eine Aktien-Gesellschaft unter der Firma Vereinigte Silberwarenfabriken, Aktien-Gesellschaft zu Düsseldorf, mit einem Aktienkapital von 1 000 000 Me umgewandelt.

Die bekannte Doubléwarenfabrik Rodi & Wienenberger in Pforzheim wurde letzten Montag unter Mitwirkung des Bankhauses Struns & Co. in Karlsruhe in eine Aktiengesellschaft mit 500 000 Mk. Kapital umgewandelt. Das Geschäft, welches seit etwa 15 Jahren existiert, ist die älteste Fabrik, welche Glanzdoublé. oder wie sie sonst genannt werden, Amerikanische Doublewaren als Spezialität herstellt, und ist heute eine der grössten Unternehmungen am Platze. Ihr Arbeiterpersonal wird etwa 320-350 Köpfe stark sein. Sie fabriziert alles, was sich in

Glanzdoublé herstellen lässt und besitzt in und ausserhalb Deutschlands einen ausgedehnten Kundenkreis. Sie ist innerhalb eines Jahres die dritte Edelmetallwarenfabrik hier, welche in ein Aktienunternehmen umgewandelt wurde.

Die Stuttgarter Metallwarenfabrik Wilh. Mayer & Fr. Wilhelm in Stuttgart bringt die ersten, soeben von ihr fertiggestellten Hochzeitsmedaillen nach dem Entwurfe von Hermann Dürrich in Kassel (Abbildung siehe Jahrgang 1898, No. 10 d. Ztg.) in den Handel. Das uns vorliegende Probestück der Medaille ist ein Kunstwerk, das den berühmten französischen Erzeugnissen sich getrost an die Seite stellen kann, ein Werk, das sowohl von tiefer geistiger Auffassung seitens des Künstlers, als für eine ganz ausserordertlich gut gelungene technische Durchführung seitens der genannten Firma ein beredtes Zeugnis ablegt.

Jubiläum. Auf eine 25jährige Thätigkeit bei der Firma Haegele & Geyer in Gmünd konnte am 26. d. M. die Arbeiterin

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