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das ist ein sehr schöner und von ihrem Standpunkt aus auch gerechtfertigter Wunsch; wir fürchten nur, dass er ein frommer bleiben wird; denn selbst die Zwangsinnung kann die Etablierung von Kaufleuten in unserer Branche nicht unterdrücken. Und ist nicht der Ladeninhaber selbst schon in gewissem Sinne zum Kaufmann geworden, da er doch zum grössten Teil mit Waren handelt, die er nicht selbst angefertigt hat? Ist es zu unserer Zeit überhaupt noch denkbar, dass ein Goldschmied als Ladeninhaber nur eigene Erzeugnisse zum Verkauf stellt? Ganz gewiss nicht. Ausser eigenen Erzeugnissen, und wir wünschen im Interesse der Goldschmiedekunst von ganzem Herzen, dass dies recht viele sein möchten, wird der Ladeninhaber noch mancherlei Artikel führen müssen, die er nicht selbst herstellen kann, und wer bringt ihm diese ins Haus? – Der Kaufmann!

Ja, sagen viele Goldschmiede, das ist es ja eben, was unsere Branche so geschädigt hat, der Kaufmann als Grossist, der, um Absatz für seine Waren zu haben, immer neue Existenzen uns als Konkurrenten auf den Hals hetzt und uns dadurch das Leben erschwert. Gemach, ihr Herren, so schroff darf man das nicht hinstellen, der Grossist ist Kaufmann und als solcher wird er nur Leute etablieren helfen, die etwas gelernt haben und auch sonst durch ihre Mittel Garantien bieten. Diejenigen, die auf schwachen Füssen stehen, verschwinden von selbst wieder von der Bildfläche, mögen sie nun lediglich Kaufleute oder lediglich Goldschmiede sein, und es bleiben nur solche übrig, die das Wissen des einen mit dem Können des andern verbinden, und da hat der mit kaufmännischen Kenntnissen ausgerüstete Goldschmied bedeutend mehr Aussichten zum Vorwärtskommen wie der Kaufmann.

Deswegen wird der Kaufmann als solcher aber doch immer ein notwendiges, nicht zu entbehrendes Glied in der Reihe der Geschäftsleute unserer Branche bilden, möge er nun Ladeninhaber, Grossist oder Fabrikant sein. Und warum und wie die Goldschmiede die an die Kaufleute verloren gegangenen Absatzgebiete wiedererlangen sollen, ist uns und auch den Gegnern der Kaufleute wohl nicht recht klar. In den Ladengeschäften bilden die Kaufleute die Minderheit, wenn auch eine ins Gewicht fallende; aber haben nicht gerade die Kaufleute in vielen Fällen die Anregung zu neuen

Artikeln und neuen Moden gegeben, haben sie nicht oft Künstler zur Belebung des Schmuckes heranzuziehen gesucht und dadurch auch den eigentlichen Goldschmieden vielfache Anregung gegeben? Wohl mag es einzelne Kaufleute geben und gegeben haben, die als Konkurrenten für Ladengeschäfte unbequem waren, aber es hat auch Goldschmiede gegeben und giebt es gewiss noch, die den Wettbewerb auch nicht gerade in der lautersten Weise ausüben. Den Kaufmann als Grossisten wird wohl im Ernst auch niemand entbehren wollen, denn es giebt zu vielerlei Gegenstände, die der Goldschmied selbst nicht so vorteilhaft machen kann, wie sie in der Fabrik hergestellt werden und die er nur durch den Grossisten erhalten kann, der ihm stets eine reichhaltige Auswahl in den verschiedensten Artikeln zur Verfügung hält. Und der Kaufmann als Fabrikant ist gleichfalls existenzberechtigt, denn er bringt die Erzeugnisse der von ihm beschäftigten Goldschmiede in den heimischen und in den Weltverkehr.

So wie die Sachen heutzutage liegen, wo der Geist der Zeit alle Verhältnisse beherrscht, hat neben dem Goldschmied auch der Kaufmann seinen Platz im Gold- und Silberwarengewerbe auszufüllen und es ist nicht gut gethan, beide Elemente in einen Gegensatz zu einander künstlich hineinzutreiben. Beide sind berufen, Hand in Hand zum Besten des Ganzen zu arbeiten, jeder an seinem Platze, und gemeinsam die sich zeigenden Auswüchse und Schäden abzustellen. Der Goldschmied mit kaufmännischen Kenntnissen und der Kaufmann mit eingehendem Fachwissen haben doch wirklich besseres zu thun, als sich gegenseitig zu befehden und den Rang streitig zu machen, sie können beide vereint unser schönes Gewerbe wohl einer besseren Zukunft entgegenführen; ob einmal der Goldwarenhandel staatlich konzessioniert wird oder nicht, vorwärtskommen wird immer nur der, der keinen einseitigen Standpunkt einnimmt, und wenn die Goldschmiede, mehr wie bisher, wieder selbst anfangen, eigenartige Schmuckstücke für ihre Kundschaft anzufertigen, dann werden sie dem einfachen Kaufmann in ihren geschäftlichen Erfolgen immer weit voraus sein, wie dies allgemein bekannte Beispiele beweisen!

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Der Hildesheimer Silberfund.

(Fortsetzung)

Und doch ist der Mischkessel trotz des Köstlichen Reizes seiner sinnvollen Dekoration noch nicht die höchste Leistung unter den Kunstwerken des Schatzes. An vornehmer Wirkung und künstlerischer Ausführung überbietet ihn noch die grosse Athenaschale, deren gegenwärtigen Zustand die Abbildung 2 darstellt. In der Mitte der mit einem Fuss versehenen, 25 cm im Durchmesser betragenden Schale sitzt auf einem Felsen Athena, eine hoheitsvolle königliche Gestalt, in voller Treibarbeit aus dem Grunde herausgearbeitet. Sie ruht aus von dem Siege, den sie soeben erfochten, der Siegeskranz, den sie davongetragen, hängt über dem Felsenvorsprung neben ihr, die Eule, ihr Lieblingstier, sitzt wie eine Schildwache darüber. Den Kopf wendet sie mit stolzer Gebärde zur Seite, die linke Achsel stützt sich auf den Schild, die Hand des ausgestreckten rechten Armes ruht auf einem krummstabförmigen, noch nicht mit Sicherheit gedeuteten

Gegenstand. Auf dem Haupte trägt sie einen Helm mit drei Büschen, die von einer Sphinx und zwei Greifen getragen werden. Über ihrer linken Brust liegt die Ägis, jenes schuppige, mit dem Gorgonenhaupt geschmückte, Schrecken und Grauen verbreitende Panzerhemd. Das doppelte Gewand, das ihren Körper umhüllt, lässt den prachtvollen Bau der Glieder deutlich hervortreten und entwickelt zugleich ein anmutiges Spiel von Falten und Fältchen. Um das Mittelbild schliesst sich zunächst ein schmaler Rahmen, von einer Perlreihe und stilisierten Blättern gebildet, während die anfsteigende Höhlung des Randes von einem köstlichen Kranz von Palmetten und Akanthusblumen von zierlichster, feinster Treibarbeit geziert ist. Indem Helm und Fuss der Göttin über die umrahmenden Ornamentstreifen hinüberragen, sind durch ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel Rahmen und Bild zu einer harmonischen Einheit verbunden. Die Rück

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die Palmblätter auf der Rückseite abwechselnd golden und silbern gehalten. Leider wird die herrliche Komposition der Schale, bei der alle Teile, Bildwerk und Ornament, sich einbellig zu wundervoller Wirkung vereinigen, ein wenig beeinträchtigt durch die derben Griffe, welche, wenn auch antik, doch ursprünglich nicht dazu gehörten. Man sieht das schon daran, dass dieselben nicht genau an den Schalenrand anschliessen. Höchstwahrscheinlich hat die Schale frei geschwungene Henkel gehabt, etwa ähnlich der oberen Hälfte der Henkel des Mischkessels. Die jetzigen Griffe stammen

schmückte fusslose Schalen, von denen die schönste in Fig. 3 abgebildet ist. Die Rückseite dieser Schale, deren Durchmesser 18 cm beträgt, ist glatt und ornamentlos, als innere Randborte ist ein aus Pflanzenwerk und Tieren gebildeter, vergoldeter Ornamentstreifen eingraviert. Die Mitte nimmt die Büste des jugendlichen Herkules ein, der mit beiden Fäusten zwei Schlangen erwürgt, welche Juno, so erzählt die Sage, die den Helden sein ganzes Leben hindurch hasste und verfolgte, zu seinem Lager entsandt hatte, um ihn zu töten. Die Freude und der Stolz über seine Heldenthat hat ein behagliches und zufriedenes Lächeln in dem pausbäckigen Köpfchen hervorgerufen. Die kräftige Bildung des Knaben weist schon auf die zukünftige Stärke des Mannes hin. Auch hier ist das Verhältnis der Grösse und Höhe des Reliefs zu der Breitenausdehnung und Tiefe der Schale glücklich getroffen.

Besonders reich sind auch die Becher, die wir doch wohl als die eigentlichen Trinkgefässe ansehen dürfen, mit Bildwerk ausgestattet. Gerade mit diesen wurde nämlich ein besonderer Luxus getrieben. War doch das Trinkgelage eigentlich bei den Geselligkeiten der Alten der Hauptteil des Festes und wurde unter bestimmten Formen, die an unseren studentischen Trinkcomment erinnern, abgehalten. Schon durch die ihn zierenden Embleme wird das durch die Abbildung 4 wiedergegebene Gefäss als Weinbecher gekennzeichnet. Den unteren, von der oberen Hälfte des Bechers scharf absetzenden Teil schmücken ein Löwen- und Pantherfell, die beliebte Kleidung des Bacchus und seiner Begleiter. Die Felle sind wie über einen Sitz ausgebreitet. Die obere

Hälfte des Bechers zieren bärtige Masken, den Weingott und seine Genossen darstellend, dazwischen kreuzweis gestellte Epheu- und Weinzweige, sowie damit abwechselnd Thyrsosstäbe, von denen allerlei Musik-Instrumente herabhängen, durch Bänder mit einander verbunden, alles Abzeichen und Symbole des Bacchus und seiner ausgelassenen Trinkgenossen. Bislang war der Becher noch mit zwei elegant geschwungenen, aus Epheuzweigen gebildeten Henkeln versehen, die von dem oberen Rande des Bechers sich in Bogen nach oben bewegten, dann sich seitlich bis zu dem unteren mit Fellen bedeckten Absatz hinabzogen. Sie haben sich aber bei der Restauration noch unlängst als nicht dazugehörig herausgestellt. Auch bei diesem Stück ist die geschickte Wahl und Verwendung der Ziermotive, sowie ihre dekorative Anordnung geradezu meisterhaft. Indem die plastischen Ornamente des 12 cm hohen Bechers sich golden vom Silbergrunde abheben, ist ebenfalls eine gute koloristische Wirkung erzielt worden.

(Schluss folgt.)

Juwelenfunde in peruanischen Gräbern. *)

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s ist eine der merkwürdigsten Fügungen, dass, wie in den Grabkammern Egyptens, so auch in den Grabstätten Perus im trockenen Dünensande am Meeresufer und vereinzelt in den Gebirgen, in Felsenhöhlen, die sprechenden Reste einer längst vergangenen Kultur uns so

wohl erhalten überliefert worden sind, dass wir aus ihnen ein recht genaues Bild von diesem Leben, das „einmal war in allem Glanz und Schein" rekonstruieren können. Es gehörte wahrscheinlich zu den Vorstellungen der alten Peruaner von einem Fortleben nach dem Tode, dass sie ihren einbalsamierten Toten, die meist in hockender Stellung, seltener ausgestreckt, eingehüllt wurden, ihr ganzes bewegliches Hab und Gut, vielleicht auch nur die Gegenstände ihres täglichen Gebrauchs mit ins Grab gaben. Möglicherweise galt es als sündhaft, davon irgend etwas zurückzubehalten. Nur so erklärt es sich, dass in den Mumien, richtiger Mumiepsäcken, denen äusserlich die ungefähre Form einer menschlichen Gestalt gegeben ist, erst im innersten Kern der Tote sich findet, in mehrfachen äusseren Hüllen aber eine solche Mannigfaltigkeit von Grabbeigaben, dass manche Sammlung (z. B. die mehrere tausend Gegenstände umfassende altperuanische Dr. Baesslers) sich allein aus solchen Grabbeigaben zusammensetzen konnte. Welche Fülle von Dingen da zu Tage kamen, geht unter anderem daraus hervor, dass die Sammlung allein 2371 thönerne Töpfe oder Trinkgefässe, von denen keins dem andern gleicht, und etwa 2400 wohlerhaltene Gewandstücke verschiedener Grösse enthält. Jene obengenannten thönernen Gefässe - Hnacos – sind allein ein Studium wert; denn sie sind zu einem grossen Teil mit Reliefs verziert und bemalt, stellen Götter-, Menschen- oder Tierköpfe vor, auch ganze Menschen- oder Tiergestalten, selbst Kranke und Blinde. Zuweilen grenzt die Ausführung ans Künstlerische,

und höchst interessant sind die Gesichtstypen unter der Annahme, dass sie die Züge des Besitzers des Trinkgefässes wiedergeben sollen. Deutlich ist eine Abstufung in der Kostbarkeit nicht nur dieser Gefässe, sondern aller Grabbeilagen je nach dem Besitz des Toten erkennbar. Silberne Becher, Schalen, Götterbilder, Stirnbänder, Armspangen, goldene Becher von sehr massiver, wenn auch schlichter Herstellung, goldene Ketten aus grossen, aneinandergereihten, glatten Kugeln gebildet, schöner Schmuck, namentlich Halsketten, wobei Muscheln, Schildpatt, Korallen eine Rolle spielen, sind häufig Beigaben der sich meist schon äusserlich als die Reste von Wohlhabenden charakterisierenden Mumiensäcke. Unter den Gewandstücken – Ponchos oder Trapos — sind kostbare Stücke von Federmosaik mit ausgezeichneter Erhaltung der Farben, ferner Baumwollengewebe von beachtenswert geschmackvoller Musterung, selbst feinste Spitzentücher. Sehr merkwürdig sind die Grabbeigaben der Angehörigen verschiedener Berufe: Häufig sind Wagen, selbst mit silbernen Gewichten; dem Arzt ist sein Besteck mit silbernen und kupfernen Lanzetten beigegeben, dem Weber seine Webutensilien, Spindeln, Webvorrichtung, dem Färber oder Maler sogar seine Farben in kleinen Beuteln, sodass deren chemische Untersuchung möglich ist. Zahlreich sind Beinschienen und Armschienen aus verschiedenem Flechtmaterial; selbst Nahrungsmittel – Bohnen, Schoten, Mais – finden sich als Grabbeigabe. Zu den kostbarsten Stücken gehört ein Scepter mit Goldbeschlag und Schildpattverzierung, eine aus Nachbildungen von Menschenköpfen zusammengesetzte Kette, eine solche aus kleinen Röhren von Gold und Silber bestehend und einige Trinkgefässe aus Gräbern in der Nähe der Hauptstadt Cuzko, welche sich durch edle Form und feine Ornamentierung auszeichnen. Zu den besonders reich ausgestatteten Mumien gehört die eines Puma, dem wahrscheinlich göttliche Ehren erwiesen worden sind; denn das Skelett des Thieres ist in ein köstliches Gewand von Federn eingehüllt und mit wertvollen Ketten behängt. Häufig sind auch Pfeifen, Tuben und

*) Der Artikel ist der Hauptsache nach einem Sitzungsbericht der Berliner Gesellschaft für Anthropologie entnommen.

Flöten vertreten, letztere von gebogenen Vogelknochen, sowie sitte war u. s. f. Diese Bestattungsart fanden die Spanier Spielereien verschiedener Art. Dagegen fehlt alles, was noch in Uebung. Aeussere Kennzeichen der Gräber kommen als Schriftzeichen oder Hieroglyphen gedeutet werden könnte; nicht vor, vermutlich sind sie durch den Dünensand vernur die weissen und braunen Wollschnüre, die in ver- weht. Die Mumien wurden etwa in derselben Tiefe beschiedener Art und auf verschiedene Längen geknotet sind, erdigt, wie wir es mit unsern Toten zu thun pflegen; zufinden sich vielfach. Ihre Bedeutung ist bekanntlich noch weilen finden sich Spuren gemauerter Grüfte. Beim Suchen rätselhaft. Hat man es hier mit einer eigentümlichen, aus- nach Mumiengräbern bedient man sich langer, starker Drähte, drucksfähigen Zeichensprache zu thun oder, wie Dr. Baessler womit man in den Sand sticht. Begegnet man bei dem

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sachen, der bevorzugte Gebrauch von Silber und Gold, zu deuten, nicht minder mancherlei sich vorfindende humoristische Zuthaten. Dem Glanz der tropischen Sonne entsprach die Anwendung grellbunter und buntschillernder Federmäntel, sowie glitzernden Geschmeides. Bei ihren

Festen musste diese Bevölkerung einen farbenprächtigen Anblick gewähren. Zu solcher Anschauung von einer Kultur, für die es keinerlei Anknüpfung an die unsere gab, verhelfen uns ausschliesslich die in den Gräbern des versunkenen Volksstammes gemachten Funde!

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Achatwaren-Industrie, Steinschleiferei und Perlenschneiderei im

Oberstein-Idarer Bezirk.

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Der bereits im Vorjahr gemeldete Aufschwung in der Oberstein-Idarer Kunstindustrie hat, wie der Vorsitzende des Gewerberats des dortigen Fabrikwesens berichtet, während des Jahres 1898 standgehalten, so dass die Geschäftslage der meisten Zweige als eine ziemlich gute bezeichnet werden kann. Die weltpolitischen Ereignisse des Jahres haben keine nennenswerten nachteiligen Spuren im Oberstein-Idarer Bezirk hinterlassen, wenn es auch eine Zeitlang schien, als ob der Ausbruch des spanisch-amerikanischen Krieges eine grössere Störung im Geschäftsgange hervorrufen werde. Infolge des raschen Ausganges und der Erfolge der Amerikaner blieb es bei einer kurzen Verstimmung, was besonders im Interesse der Steinindustrie des Bezirks sehr zu wünschen war.

In dieser Branche geht die Fabrikation der eigentlichen Achatwaren unaufhaltsam zurück und feine Steine treten mehr und mehr an deren Stelle. Der schon in den Vorjahren erwähnte Opalartikel hat sich auf seiner Höhe gehalten und wird fortwährend in grösseren Mengen geschliffen und gern von der Bijouterie aufgenommen. Die Zahl der damit beschäftigten Arbeiter vermehrt sich zusehends bei gutem Verdienst und dürfte zur Zeit mindestens die Hälfte der sämtlichen Schleifer ausmachen. Während der Artikel früher fast ausschliesslich nach Amerika verschleisst wurde, hat er im letzten Jahre auch Aufnahme in anderen Ländern gefunden und wird auch jetzt in Deutschland in grösseren Mengen verfasst, vornehmlich von der Pforzheimer Industrie.

Neben Opal findet auch die Verarbeitung von anderen Edelsteinen immer weitere Verbreitung, so dass sich in

einigen Jahren ein vollständiger Umschwung in der ObersteinIdarer Fabrikation herausgebildet haben wird. Mehrere Handelshäuser haben diesem Umstande schon jetzt Rechnung getragen und sind zur Gründung von eigenen Schleifereien übergegangen, um so auf rationelle Weise der Verarbeitung von wertvollen Steinen sich hingeben zu können. Ausser Opal ist Amethyst immer noch derjenige Stein, welcher von den Halbedelsteinen am meisten verlangt wird, obgleich infolge eines Umschlages in der Mode die bessere Ware während des letzten Jahres sehr stark im Preise gefallen ist. Feine Rohsteine, die vor Jahresfrist bis zu 400 Mark für das Pfund bei den Auktionen erzielt haben, werden heute nur noch mit 125–135 Mark bezahlt.

Der Perlenartikel, welcher während einer Reihe von Jahren in hoher Blüte gestanden und dessen Rückzug schon im letzten Berichte erwähnt war, hat sich nicht erholen können. Die Zahl der mit dem Schneiden der Perlen beschäftigten Arbeiter ist zur Zeit eine geringe. Ausser einer sehr guten Imitation, die seit zwei Jahren auf den Markt gebracht wird, hat auch der Opal dem Artikel ziemlich geschadet, da von den Bijouteriefabrikanten heute zu Extouragezwecken mit Vorliebe Opal an Stelle der Perlen benutzt wird.

Im Diamantengeschäft blickt man mit Befriedigung auf das Jahr 1898 zurück. Eine zweite Schleiferei ist in Idar während des letzten Berichtsjahres ins Leben gerufen worden, und wie man hört, trägt sich ein drittes Haus mit der Absicht der Erbauung einer solchen.

Die Kunst des Verkaufs.

W3 us Fordern und Bieten entsteht ein Geschäft,

sagte einst Fürst Bismarck. Ganz so einfach ist die Sache jetzt nicht mehr, wo der stetige Kampf mit der Konkurrenz zu bestehen ist. Einige Winke im Verkehr mit dem kaufenden Publikum seien hier gegeben. Ein Geschäftsmann denke

stets daran, dass der wirklich gut bediente Kunde der Vorläufer vieler neuer ist, der schlecht abgefertigte hingegen vielen anderen den Eintritt wehrt. Es ist dies eine erprobte Wahrheit, die für alle Branchen mehr oder weniger gilt. Man lasse sich nie dazu verleiten, auf jeden Fall etwas loszuschlagen, sondern sei in erster Linie darauf bedacht, dass der Käufer eine seinen Wünschen entsprechende Wahl

treffe. Ganz besonders ist dieser Rat in der Gold-, Silberwaren-, Juwelen- und Uhrenbranche zu beherzigen! Eine Taschenuhr oder ein echtes Schmuckstück kauft man nicht im Vorübergehen, wie etwa ein paar Blumen oder dergl. Man erkundigt sich vorher genau nach dem renommiertesten Geschäfte am Platze, ob dasselbe solide und preiswerte Sachen führt, ob der betreffende Verkäufer Geschmack und Reellität genug besitzt, damit man sich auf seine Vorschläge verlassen kann u. S. W. Da kommt es nun sehr viel auf das Urteil der Kunden an; sind sie zu ihrer Zufriedenheit bedient worden, so werden sie bestimmt das betreffende Geschäft empfehlen, oft genug sogar mit einer wahren Begeisterung. Das ist dann lebende Reklame für eine Firma! Der Käufer

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