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einen Becher in der Hand hält. Charakteristisch waren bei dem alten Pokal, was natürlich auch beibehalten wurde, die 8 getriebenen Hörner, an welchen Goldmünzen angehängt werden können, und in der Mitte des Innern ein hoch heraufgehender Stachel, welcher an vorsichtiges Trinken gemahnt. Bei dem neu von Herrn Marpé entworfenen und ausgeführten Untersatz erblickt man rundum gruppiert 8 Münzen von fürstlichen Persönlichkeiten, darunter König Albert,

Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friedrich und Kaiser Wilhelm II. Es sei noch erwähnt ein Thaler von 1542, dem Gründungsjahr der Innung, mit den Köpfen des Herzogs Moritz von Sachsen und des Kurfürsten Johann Friedrich. Hebt man den geschickt befestigten Pokal ab, sieht man eine den Mittelpunkt des Untersatzes bildende Münze mit dem Kopfe Albrecht Dürers vom Jahre 1528. Die Höhe des Pokales mit Untersatz beträgt 40 cm.

G. H.

reto

Dem Andenken eines alten Goldschmieds gewidmet.

Von Jeannette Bramer.

gar abgesehenst. „Die ästheti sittel erlauben, tein

yer Duft einer getrockneten Blume vermag plötzw lich tief schlummernde Erinnerungen in des 10 Menschen Seele zu erwecken; Bilder von greif

barer Deutlichkeit steigen vor dem geistigen Auge auf, das unwiderstehliche Verlangen, sie festzuhalten, bemächtigt sich des Menschen

Gleichen Zauberstab führt oft ein Name und pocht damit an schlafende Erinnerungen, auf dass sie wach werden und von Vergangenem reden! Die Überschrift ,,Hanau“ zunächst, und dann die ausserordentlich interessante Behandlung des Themas in der Handelszeitung für Gold- und SilberIndustrie, liessen das Andenken an einen alten Hanauer Juwelier und Goldschmied wach werden, der es wohl verdient, in diesen Blättern einmal genannt zu werden.

Burkhardt Linck, nur von wenigen seiner Zeit richtig erkannt, darf seiner Eigenart nach zu denen gerechnet werden, von welchen man sagt: „Sie lebten zu früh“. Wie ganz andern Erfolg würde des Mannes Streben, seinen Beruf nur künstlerisch aufzufassen, seine Ideen an den Werken grosser Meister zu messen, heute erreichen, wenn seine Jugend in die gegenwärtige Blütezeit der Goldschmiedekunst gefallen wäre!

Ja, das scheidende Jahrhundert kann mit Stolz auf die Siege eines Kunstgebietes schauen, das lange Jahre hindurch unter mancherlei Schäden litt, nun aber auch immer reichere und schönere Blüten treibt.

Als um das Jahr 1810 Burkhardt Linck aus seiner Vaterstadt Offenbach auswanderte, um in der berühmten Goldarbeiterstadt Hanau seinen Beruf auszuüben, stand Hanau unter dem Zeichen Karls von Dalberg, den Napoleons Gnade an die Spitze des über Nacht geschaffenen Grossherzogtums Frankfurt berufen hatte. Hanau war dem neuen Staate einverleibt.

Reflexionen über die traurige Zeit der Zerrissenheit unseres Vaterlandes, in welchem ein fremder Eroberer Throne vernichtete und aufrichtete, sollen hier nicht angestellt werden, nur sei die kurze Regierung Grossherzog Karl's insofern erwähnt, als dieser kunstliebende Herr Hanaus Goldindustrie so fördend entgegenkam, wie es nur irgend die stürmische Zeit erlaubte. Manch ein schönes, mustergültiges Schmuck oder Tafelstück des fürstlichen Hofes zu Frankfurt kam damals dem jungen Goldschmied Linck zu Gesicht und gab ihm künstlerische Anregung, die er aber leider in seiner abhängigen Stellung mit genau vorgeschriebener Arbeit nicht in Anwendung bringen konnte. Die äusseren Verhältnisse versagten Burkhardt Linck von Anfang an genügende Aus

bildung seiner künstlerischen Veranlagung, ebenso stellten sie sich auch seinem Wissensdurste nach allgemeiner Bildung hemmend entgegen. Hierdurch bemächtigte sich seiner allmählich eine Verbitterung, die nur wich, wenn er seinen Ideen nachhing und ihm Gelegenheit wurde, diese durch das eine oder andere Werk seiner Hände in die Erscheinung treten zu lassen.

Mit grosser Konsequenz suchte Linck während seiner Mussestunden sich Geschichtskenntnisse zu erwerben und sich über das Leben und Wirken berühmter Berufsgenossen zu unterrichten, deren Namen als Sterne am Himmel grosser Kunstperioden strahlten. Wie gerne hätte der strebsame Mann nur einmal kurze Zeit in Paris geweilt, um so manchen Kunstschatz des Louvre, der für den Juwelier von Interesse ist, kennen zu lernen. Dort webten ja auch noch Erinnerungen an den grossen Cellini, an dessen Aufenthalt in Paris, ihre Fäden. - Unerfüllte Wünsche!

Dem stillen, sinnenden Mann lag insbesondere eine Verbesserung, Veredelung des Frauenschmuckes am Herzen. Ganz und gar abgesehen von Geschäfts - Interessen war ihm unechter Schmuck verhasst. „Die ästhetisch gebildete Frau,“ sagte er öfter, „muss, so weit es ihre Mittel erlauben, fein gearbeiteten Schmuck von edlem Metalle tragen!“

Die in den 30er Jahren aufgekommenen oder „wiederholten“ Schmucksachen von Tombak erregten ihm ein seelisches Missbehagen! — Einst hatte die 5 jährige Enkelin, das war aber anno 50 vielleicht, in arger Verkennung ihrer Eigenschaft als Goldschmiedstochter-Töchterlein, sich einen kleinen Messingreif an den Finger geschoben, der später, trotz eifrigen Hin- und Herdrehens, seinen Platz nicht mehr verlassen wollte. Das Fingerlein schwoll ein wenig an, als der Grossvater zum Glück nach Hause kam und mit seiner Feile, die er zwischen den Ring und Finger schob, die lästige Fessel sprengte. „Nun sieh Dir einmal die Stelle an, wo der Quälgeist sass,“ mahnte der Goldschmied die Enkelin, „ein hässlicher grüner Streifen drückt sich dort ab — edles Metall hinterlässt solche Spuren nicht!“

Eine besondere Vorliebe wandte Burkhardt Linck dem Gemmenschmuck zu. Um einen solchen, aus seinen Händen hervorgegangenen zu beschreiben, mag eine Brosche zum Vorbild dienen, die er aus einer Athene-Gemme schuf! – Er gab der Göttin Helm, Speer und Schild aufs feinste in Silber ausgearbeitet; den Helm mit Goldverzierung, den ornamentierten Schild schmückte eine goldene Eule, die Spitze der Lanze, eingedenk ihres weithinprangenden Ur

bildes auf der Akropolis, leuchtet in Gold, der Panzer PallasAthenes in blauer Emaille von wunderschöner Ausführung der winzigsten Details. Der Rahmen des Schmuckstückes war seiner Füllung würdig. Die kleinen Gemmenköpfchen der Boutons zur Brosche erhielten über dem griechischen Haarknoten unendlich zierliche Spangen von Gold. Der An

fang einer Gewandung, von der Schulter bis zum Abschluss der Gemmen, war gleichfalls in blauer Emaille ausgeführt.

Die Beschreibung kann unmöglich wiedergeben, wie belebt und anmutig dieser Schmuck erschien! Er schmückte sich selbst, die Trägerin - und erregte den Wunsch der Bewundernden nach ähnlichem Besitz. (Fortsetzung folgt.)

Eingesandt.

an einer der letzten Nummern der „Handels So lange nicht durch Unreellität die Käufer benach

Zeitung“ (No. 8 vom 15. April) begegnen wir teiligt werden, wird der geschädigte Ladenbesitzer vergeblich
einer Notiz über die „Versandgeschäfte", sich bemühen, Stimmung gegen seine Konkurrenz zu machen
bei welcher das beste die Aufforderung der oder gar einschränkende Massnahmen zu seinen Gunsten
Redaktion ist: es möchte ein Meinungsaustausch herbeizuführen.
sich darüber entspinnen. Sie hat damit in zarter Gerade im Schmuckwarengeschäft sind solide Versand-

Weise angedeutet, wie wenig sie selbst das ein- geschäfte eine recht wohlangebrachte Einrichtung für Tausende seitige Urteil des Einsenders sich anzueignen geneigt ist. von Angestellten, Lehrer, Geistliche, Guts- und Fabrikbesitzer,

Es ist gewiss wenig angenehm für den Ladenbesitzer, welche, fernab von einer grösseren Stadt wohnend, beim Eindie Wahrnehmung zu machen, wie sehr das Absatzgebiet kauf von Schmuck auch sich bequem und gut bedienen nach und nach umstritten wird und wie sehr viel weniger wollen. der Konsument gegen früher an irgend welche Bezugsart Eine Dame, die täglich Gelegenheit hat, die verlockenden oder Kundschaft sich gebunden fühlt.

Auslagen der Juwelierladen in den grösseren Städten zu Aber ist diese Erscheinung nicht ganz dieselbe Sache, sehen, wird schwerlich, statt der grossartigen Auswahl im wie sie tausendfach auf dem wirtschaftlichen Gebiet im Zeit- Laden, sich eines Kataloges bedienen und damit sich der alter des Verkebrs, des Dampfes und der Elektricität sich Gefahr aussetzen, schliesslich ein Schmuckstück zu erhalten, fort während vollzieht? Das moderne Erwerbsleben ist, ob- das sie sich nach der Abbildung anders vorgestellt hatte. gleich ausserordentlich verwickelt und schwierig, doch in Mit ganz verschwindenden Ausnahmen finden die Versandvielen Stücken rationell und konzentrisch geworden. ,,Ein- geschäfte ihre Abnehmer auf dem platten Lande und, was kaufs“ und „Verkaufsgenossenschaften", Wanderlager, Aus- sehr hervorgehoben zu werden verdient, mehr und melir in verkäufe, Ringbildungen und Warenhäuser, mit Filialen über unseren überseeischen Schutzgebieten. Mit der Ausdas ganze Land verzweigt, haben sich längst als zu Recht sendung der Kataloge nach diesen Ländern sichern wir uns bestehende Formen des modernen Verkehrs und Geschäfts- einen Absatz, der ohne ein solches Vorgehen unbestritten lebens eingebürgert. Auch die Versandgeschäfte in allen den Engländern und Amerikanern zufiel, welche schon viel möglichen Artikeln. Warum soll es da allein keine Versand- länger und viel intensiver als wir mittels Kataloge in die häuser für Schmuckwaren geben dürfen? Jede neuzeitliche Be- Ferne zu arbeiten verstehen. triebsart hat, sofern sie reell betrieben wird, ihre Berechtigung.

Vermischtes.

Das Preisausschreiben zur Gewinnung von Entwürfen für eine Tauf-Medaille oder -Plakette vom September v. J. hat eine lebhafte Beteiligung der Künstler hervorgerufen. Es sind 100 Entwürfe eingegangen. Den für die beste Lösung ausgesetzten Preis von 2000 Mk. erhielt Rudolf Bosselt, Bildhauer in Frank furt a. M.; zwei Preise von je 800 Mk. Georges Morin, Bildhauer in Berlin, und Adolf Amberg, Bildhauer in Charlottenburg; drei Preise von je 500 Mk. Meinhard Jacoby in Kolonie Grunewald bei Berlin, E. Gomanski in Berlin und Emil Torff, Bildhauer in Berlin.

verflossenen Jahre die Schüler den ihnen gestellten Aufgaben in schönster Weise gerecht geworden seien und manchen Arbeiten eine Ausführung zu teil geworden wäre, wie man sie besser nicht leisten könne, eröffnet. Bezüglich der Konkurrenzarbeiten um die verschiedenen Preise gab er unter Besprechung der einzelnen Arbeiten nach Seite der technischen Ausarbeitung hin einen Ueberblick über die Gesichtspunkte, die massgebend waren. Hierauf gelangten die Preise zur Verteilung: I. Staatspreise: 2 Staatsstipendien à 500 Mk. Philipp Türk und Karl Berghof. Geldpreise; a) Für den Entwurf eines Tischbestecks: Albert Glock 60 Mk., Hugo Thaut 35 Mk., Joseph Lock 30 Mk., Adolf Daumüller 25 Mk. b) Für den Entwurf eines Gürtels mit Schnalle: Friedrich Hilmar 60 Mk., Hans Brassler 20 Mk., Wilh. Metzler 20 Mk. II. Den 120 Mark-Preis der Weishauptschen Stiftung: Adolf Daumüller,

Königl. Zeichen-Akademie in Hanau. Die diesjährige Schulfeier der Königl. Zeichen - Akademie wurde am 20. Mai durch den Direktor, Herrn Prof. Wiese, mit dem kurzen Hinweis, dass im

Folge haben wird, da es unwahrscheinlich ist, dass er in der am zwei Stunden verkürzten Arbeitszeit dasselbe Quantum wie bisher zu liefern im Stande ist. Beachtenswert ist weiter der Beschluss der Gründung einer Genossenschaftsbäckerei, deren Ueberschüsse in natura, d. h. in Brod, den arbeitslosen Mitgliedern im Verhält. nis zur Grösse ihrer Familien zu gute kommen sollen. Beschlossen wurde ferner die Errichtung eines eigenen ärztlichen Dienstes einer Gewerkschafts-Krankenkasse, die ebenso wie die Genossenschaftsbäckerei als besonderer Verband ins Leben gerufen wird, ohne Beitrittsverpflichtung. Die anzustellenden Aerzte sind aus. schliesslich Bundesärzte; Privatpraxis wird ihnen nicht gestattet, wäbrend man mit Spezialisten besondere Verträge abschliessen will. Gleichzeitig ist die Schaffung einer Apotheke geplant. Die Teilnahme an diesen beiden Einrichtungen, der GewerkschaftsKrankenkasse und der Genossenschaftsbäckerei, steht neben den Gliedern des Bundes auch deren in einem andern Gewerbe thätigen Familienangebörigen offen. Dadurch ist die Möglichkeit zur Entstehung eines grossen genossenschaftlichen Zentrums mit dem Bund als Mittelpunkt gegeben, dessen propagandistische Wirkung für Genossenschafts- und Gewerkschaftswesen nicht gering anzu. schlagen ist. Der Frage eines Pensionsfonds will man näher treten. Befremden erregen kann der Beschluss, wonach die Mitglieder des Bundes künftighin in zwei Klassen zerfallen; jedes neue Mitglied wird auf Grund einer ärztlichen Untersuchung einer dieser Klassen zugeteilt und hat als Angehöriger der zweiten bei allerdings niedrigeren Beiträgen kein Recht auf Unterstützung im Falle von Krankheit und Invalidität, sondern uur bei Unglücksfällen. Man kann ein solches Vorgehen bedauerlich finden; es findet aber seine Erklärung in dem Bestreben des Gewerkvereins, von der einmal erreichten Höhe nicht wieder herabzusteigen.

Ausstand. In einer Antwerpener Diamantschleiferei sind die Arbeiter in den Ausstand getreten, weil ein Arbeiter aufgenommen wurde, der ihrer Organisation nicht angehörte. Bis jetzt feiern 150 Mann, doch fürchtet man, dass der Ausstand sich auch auf die übrigen Schleifereien ausdehnen könnte.

Belobungen: Adolf Daumüller, A. Glock, Ph. Hamburger, Jos. Lock, P. Oberländer. III, Den 100 Mark-Preis des KunstgewerbeVereins: Karl Brauburger.

Seinen 80. Geburtstag feierte am 18. v. Mts. Herr Bijouteriefabrikant Eduard Bichler in Pforzheim, ein im öffentlichen Leben Pforzheims und Badens vielseitig thätiger und hochverdienter Mann, dem aus Anlass des erfreulichen Ereignisses selbstverständJich mancherlei Ehrungen zu Teil wurden. Möge dem zwar greisen, aber noch sehr rüstigen Geburtstagskind noch manches Jahr ungestörter Gesundheit und geistiger Frische beschieden sein.

Die Württembergische Metallwarenfabrik Geislingen hat im vorigen Jahre wieder so gute Geschäfte gemacht, dass sie 20 Prozent Dividende verteilen kann. Der Reingewinn betrug im vorigen Jahre nach Abzug der Tantièmen 952 716 Mark. Im Jabre 1897 waren es 936 929 Mark.

Die Deutsche Gold- und Silberscheide-Anstalt in Frankfurt a. M. verteilt für das letzte, nur 9 Monate umfassende Geschäftsjahr 10 Prozent, für das Vorjahr, welches 12 Monate umfasste, wurden 12. Prozent Dividende verteilt. Die Gesellschaft erhöht ihr Aktienkapital um 1 Million Mark. Am 5. d. Mts. findet die 27. ordentliche Generalversammlung statt.

Goldschmiede - Innung zu Dresden. Unlängst hielt die Goldschmiede-Innung (Zwangsinnung) im Restaurant Kneist ibr Oster-Quartal ab. Der Vorsitzende, Herr Obermeister Eckhardt, begrüsste die zu dieser Versammlung zahlreich erschienenen Mitglieder. Ausgestellt war der silberne Innungspokal mit dem neuen, mit 9 Münzen versehenen Untersatz. Entwurf und Ausführung stammen vom Altmeister Marpé. Allgemeine Bewunderung erregte die glückliche, künstlich formvollendete Lösung der gestellten Aufgabe. Die Innung ist jetzt im Besitz eines herrlichen, von uns in einem Artikel beutiger Nummer gewürdigten Prunkstückes, wie es wenige Innungen aufzuweisen haben. Herr Marpé, der bereits Ehren-Obermeister der alten Innung war, wurde auch von der neuen Innung einstimmig zum Ehren-Obermeister ernaput. Geringe Zeit nahm die Beratung und Beschlussfassung über das Lebrlingswesen, die Schulordnung, das Herbergswesen und den Arbeitsnachweisin- Anspruch, sodass nicht die ganze Tagesordnung erledigt werden konnte. Zwei Lehrlinge waren Anfang dieses Monats in erweiterter Vorstands - Sitzung freigesprochen worden. Die angefertigten Gehilfenstücke, ein goldenes Armband und eine goldene Brosche, erhielten die Zensuren Recht gut".

Todesfall. In Pforzheim verstarb am 14. Mai Bijouteriefabrikant Louis Friesinger, Inhaber der gleichnamigen Firma, nach kurzem schweren Leiden.

Die Anfertigung der achtzehn neuen Amtsketten für ebenso viele neu eintretende Stadtverordnete in Berlin (vergl. vor. No.) jst der Firma Sy & Wagner daselbst übertragen worden, zu 80 Mk. pro Stück. Die Ketten, welche runde Schaken haben, wäbrend die des Magistrats eckig sind, sind aus Silber, zur Vergoldung müssen je zwei Dukaten verwendet werden.

Vom Diamantarbeiter-Bund. Dieser Tage bielt in Amsterdam der Allgemeine Niederländische Diamantarbeiter - Bund seine Jahresversammlung ab. Der A. N. D. B. marschiert mit seinen 18000 Mitgliedern, seinem eigenen Haus mit Druckerei und Wochenblatt und einem Barvermögen von über 100000 Gulden an der Spitze der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung Hollands; er umfasst den grössten Teil der organisierten Diamantarbeiter von Amsterdam, wo bekanntlich diese Industrie konzentriert ist, und giebt auf wirtschaftlichem Gebiete auch für die aus politischen und religiösen Gründen noch neben ihm bestehenden Fachvereine den Ton an. Die Vorsitzenden dieser letzteren waren bei den diesjährigen Verhandlungen zugegen und sprachen die Erwartung aus, dass man in 1900 die Jahresversammlung der kombinierten Diamantarbeitervereinigungen werde feiern können. Der Bund trägt, wiewohl sein Vorsitzender, Herr H. Polak, und auch die meisten Mitglieder Sozialisten sind, doch keineswegs sozialistischen Charakter; seine Statuten schliessen vielmehr die Verfolgung politischer Ziele aus. Die Versammlung beschloss, alsbald ohne Zögeru und selbständig, d. h. obne vorher erst mit den Berufsgenossen in Hanau, Antwerpen und New York eine Verständigung herbeigeführt zu haben, in den Kampf zur Erlangung des Achtstundentages einzutreten. Um die Bewegung für die Verkürzung der Arbeitszeit aussichtsvoller zu gestalten, soll davon abgesehen werden, gleichzeitig die Forderung einer Lohnsteigerung zu er. heben, sodass der Achtstundentag eventuell eine Lohnminderung für den durchgängig in Akkord arbeitenden Diamantarbeiter zur

Neu entdeckte Saphirminen. Hierzu schreibt uns Herr Eugen Kett, Edelsteinbändler aus Pforzheim: „Heute möchte ich Ihnen eine Mitteilung machen, die für Sie und Ibre Leser nicht ohne Interesse sein dürfte, nämlich die, dass in den Vereinigten Staaten neue Saphirminen entdeckt wurden, die einen sehr feurigen, meist ganz reinen Stein von eigenartig stahlblauer Farbe liefern. Die Steine haben sich ihrer schönen, ganz aparten Farbe und ihres schönen Glanzes wegen in den Vereinigten Staaten sehr schnell eingeführt und sind dort sehr gesucht, weshalb erst ganz wenige Partien nach Europa gelangt sind. Ich bin überzeugt, dass dieser schöne Stein, der sich seiner eigentümlichen Farbe wegen besonders für den neuen sezessionistischen Stil eignen dürfte, sich auch bei uns rasch einführen dürfte, vorläufig ist nur wenig am Londoner Markt zu haben. Die Steine heissen im Handel New Mine Sapphires“ zum Unterschied von den bis jetzt im Handel befin llichen Birma, Ceylon und Cashemire sapphires."

3000 Mark Belohnung sind nach einer Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidiums ausgesetzt worden auf die Wiederherbeischaffung der Schmucksachen, welche am 19. März d. J. der Tochter des deutschen Botschafters Grafen Münster in Paris, Frau v. Brenkendorff-Hindenburg, in einem Hotel zu Pisa gestohlen worden sind. Die Pretiosen repräsentieren einen Wert von 200 OCO Mk., wovon der grösste Teil auf einen schwarzen Opal entfällt, der in gleicher Grösse und Pracht nur noch in der russischen Kaiserkrone zu finden ist. Als mutmasslicher Dieb gilt ein in dem betreffenden Hotel bedienstet gewesener Kellner Namens Alfonso Melani, aus Bagni di Lucca gebürtig, welcher nach dem Steckbrief eine auffallend gelbe Gesichtsfarbe, dunkle Augen, schwarzes Haar und schwarzen Schnurrbart hat. Auf die Festnahme dieses Kellners allein, der sofort nach dem Verschwinden der Wertsachen flüchtig wurde, ist eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. Photographie des Flüchtigen, sowie die Abbildung der gestohlenen Schmucksachen befinden sich im Besitz des Berliner Polizeipräsidiums, das von dem Raube und der ausgesetzten Belohnung sämtlichen Polizei- und Hafenbehörden des Reiches Nachricht gegeben hat.

Einbruchsdiebstähle. Ein Einbruchsdiebstahl ist letzthin im Laden des Uhrmachers Joseph in Thorn verübt worden. Dem Einbrecher sind 83 goldene Uhren, 120 goldene Ringe und eine Anzahl anderer Wertsachen im Gesamtwerte von 4000 mk, in die Hände gefallen. - Vom Keller aus wurde Ende April beim Uhrmacher Georg Mertig in Löbtau i. S. ein Einbruchsdiebstahl unter. nommen. Die Diebe erbeuteten 55 goldene Herren- und DamenUhren, Wanduhren, goldene Ringe und Ketten im Werte von ca. 1800 Mk. - Beim Uhrmacher Garmshausen in Halle a. S. wurde der Schaukasten zertrümmert und Wertsachen im Betrage von 180 Mk. gestohlen. - Ein verwegener Einbruchsdiebstahl wurde nachts in Hamm ausgefübrt. Aus dem Ubren- und Goldwarengeschäft von Alfons Nett entwendeten die Diebe Uhren, Ketten, Ringe etc. im Werte von 4000 Mark; ausserdem fielen ihnen noch die Preise des Gesangvereins „Sängerbund“, welcbe für den Gesang-Wettstreit bestimmt und in dem Geschäfte aus. gestellt waren, zur Beute. Von den Dieben fehlt jede Spur. In Marmelshagen bei Bochum wurden in derselben Nacht ebenfalls mehrere Diebstähle ausgeführt. – Diebe brachen in der Nacht vom 3. Mai in den Laden des Uhrmachers Mershemke in Rotthausen ein und stablen Uhren und Schmuckgegenstände im Werte von etwa 5000 Mark. Die Einbrecher hoben die Rolladen in die Höhe und zertrümmerten die Spiegelscheibe und die Scbeibe des Glaskastens, in welchem die Wertgegenstände aufbewahrt waren, Der Ladeninhaber erwachte infolge des Geräusches und gab mehrere Schüsse ab, worauf die Diebe mit ihrer Beute die Flucht ergriffen. Sie konnten bisher nicht ermittelt werden. - In der Nacht vom 12. zum 13. Mai wurde in Mettmann beim Uhrmacher Niederhagen durch Hinaufschieben des Rolladens und Zertrümmern des Schaufensters ein Einbruch bewerkstelligt; den Dieben fielen hierbei 132 goldene und silberne Taschenuhren, sowie Gold. und Silbersachen in die Hände, im Gesamtwert von ca. 4000 Mk. Vorher hatten die Diebe versucht, beim Uhrmacher Kortenhaus dort einzubrechen. - Den Pfingstausflug der Ladeninhaber Goldarbeiter Gust. G. und Heinr. W. in Gelsenkirchen benutzten Einbrecher, um dem Geschäft einen Besuch abzustatten, der sich für sie gut rentierte. Sie fanden gegen 600 Mk. bar, Gold- und Silberwaren im Werte von 2548 Mk. und für 500 Mk. Steine. Von den Thätein fehlt jede Spur, doch sind die Bestohlenen durch Versicherung gedeckt. - Zu gleicher Zeit machte ein anderer Gauner dem Uhren- und Goldwarengeschäft von Fr. Korn in Borbeck einen Nachtbesuch. Er hatte den Rolladen schon teilweise hochgehoben, als er von der in der Nähe des Ladens schlafenden Fran Korn, die durch das Geräusch erwacht war, verscheucht wurde. — Mehr Erfolg hatte ein anderer Spitzbube, der in der Nacht zum 1. Pfingste feiertag beim Juwelier E. Moes, Neue Junkerstr. in Breslau, durch Aufheben des Rolladens und Zertrümmern der Scheibe an die Waren gelangte. Er erbeutete 9 goldene Ringe mit Steinen, 12 Trauringe, 6 13/, karätige goldene Broschen, 8 Gold-DoubléBroschen, 6 silberne Broschen, 4 Gold-Doublé-Medaillons, 4 Paar Gold-Double-Manschettenknöpfé, Chemisettenknöpfe mit Perlen und eine Anzahl Ohrringe. – Ein Einbruchsdiebstahl ist letzthin im Laden des Ubrmachers Joseph in Thorn verübt worden. Dem Einbrecher sind 83 goldene Uhren, 120 goldene Ringe und eine Anzahl anderer Wertsachen im Gesamtwert von 4000 Mk. in die Hände gefallen. Auch 30 Mk. Geld wurden aus der Ladenkasse entwendet.

Verhaftungen. In einer gegen ihn anhängigen Untersuchungssache wegen Unterschlagung wurde der Juwelenhändler F. E. in Hana u kürzlich verhaftet. - In Antwerpen wurde ein Indivi. duum Max S. verhaftet unter dem Verdachte, der Urheber des vor einigen Jahren beim Grafen von Flandern vorgekommenen Juwelendiebstahls gewesen zu sein. Der Diebstahl machte seinerzeit grosses Aufsehen, da es sich um Millionenwerte handelte.

Eine Falschmiinzerbande wurde kürzlich in Elbing verhaftet, die sich mit Inkurssetzung falscher 5. und 2 Mark-Stücke befasste. Als Hersteller entpuppten sich 1 Goldschmiedegehilfe und 3 Goldschmiedelehrlinge, sowie 3 Konditor-Gehilfen. Erstere, vier Bürschchen, waren beim Goldarbeiter W. daselbst in Stellung, dessen Werkstätte sie auch zu ihren lichtscheuen Thaten benutzten. Alle fünf, 17-20 Jahre alt, sind Söhne ehrenwerter Eltern.

Verurteilungen. Ein internationaler Diamantendieb, der angeblicbe Student der Rechte Karl Weissenfels, der in Buffalo geboren sein will, hatte sich wegen versuchten Diebstahls und Führung falschen Namens vor dem Landgericht in Hamburg zu verantworten. Der Angeklagte soll schon in Buffalo als Einschleicher bestraft und in Washington wegen Diamantendiebstahls verhaftet worden sein. Am 25. Januar d. Js, fand sich Weissenfels bei dem Juwelier K. in Hamburg ein und verlangte Brillanten zu kaufen. Das Benehmen des W. erregte bei K. Verdacht, und als dann W. Meló-Diamanten verlangte, sagte ihm K., er habe diese auf der Bank und bestellte W. zum nächsten Morgen wieder, da man Diamanten doch nur bei Tageslicht kaufen könne. W. stellte sich aber erst am nächsten Nachmittag um 4 Uhr wieder bei K. ein.

Da W. aber, als ihm die Diamanten vorgelegt wurden, sehr ver. dächtig mit einer kleinen Zange zwischen den Diamanten mani. pulierte, erklärte K., auf das Geschäft zu verzichten, da es ihm unzweifelhaft war, dass W. nur stehlen wollte. Als dann W. am 28. Januar bei dem Juwelier B. angeblich für 25 000 Mk. Brillanten kaufen wollte, liess B. ihn wegen Verdachts des Diebstahlsversuches durch zwei in geschickter Weise hinzugezogene Polizeibeamte verhaften, denen gegenüber er sich für William Rook, Sohn eines Goldschmiedes in Buffalo, ausgab. Sein ganzes Baarvermögen bestand aus 33 Mk. und 2 Pfd. Sterling. W. bestritt in der Verhandlung, im Ausland bestraft zu sein, und behauptete, er sei mit 5000 Pfd. Sterl. nach Hamburg gekommen, die er aber in leichtsinniger Damengesellschaft losgeworden sei. Sein richtiger Name sei Rook, der Name seines Stiefvaters sei Weissenfels; er will nicht die Absicht gehabt haben zu stehlen. Der Staatsanwalt beantragte 18 Monate Gefängnis. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten dem Antrag des Staatsanwalts gemäss. – Herm. Gantert aus Geisslingen bei St. Georgen, batte sich in Zürich in einem Hotel einige Zimmer gemietet, liess sich falsche Visitenkarten drucken und bestellte bei einem Juwelier mit Brillanten besetzte Uhren, besonders Damenuhren, mit Ketten und sonstige Juwelen und liess sich dieselben nach dem Hotel bringen. Dort ging er mit denselben in das Nebenzimmer, um die Uhren seiner Mutter“ zu zeigen und verschwand mit den Juwelen im Wert von 5000 Mk. Einige Zeit später wurden dem Leibhaus in Freiburg einige solcher Uhren in Versatz geboten und infolgedessen G. verhaftet. Die Uhren und Brillanten wurden gefunden, schliesslich gestand der raffinierte Bursche die That auch ein. Gantert verübte schon früher einen grösseren Diebstahl. Über eine in Mülhausen verübte That schwebt noch die Untersuchung. Am 2. Mai stand G. vor der Strafkammer in Freiburg. Mit ihm war sein Bruder Albert wegen Hehlerei angeklagt, dem auch während der Verhandlung ein Diebstahl in der Hettichschen Uhrenfabrik in Freiburg zur Last gelegt wurde. Beide wurden für schuldig befunden. H, G. erhielt wegen des Betrugs 4 Jahre 3 Monate Gefängnis und A. G. 6 Monate Gefängnis. - Ein früheres Mitglied des Stadt-Theaters in Glogau, ein unter dem Namen Kroneck auftretender Schauspieler aus Breslau, stand unter der Anklage des wiederholten Diebstahls vor der Glogauer Strafkammer. Es wurde ihm zur Last gelegt, in dem Glogauer Juweliergeschäft von A. L. Harmsen am Markt eine Menge Gold- und Silbersachen im Gesamtwert von ca. 1760 Mark gestohlen zu haben. Der Angeklagte stammt aus guter und wohlhabender Familie und war der Diebstähle geständig. Er erklärte, er habe sich mit den entwendeten Schmucksachen durchaus nicht bereichern wollen, da er mit seinem Monatsgehalt von 120 Mark seine Bedürfnisse hinlänglich bestreiten konnte, sondern die Diebstähle nur „aus Verzweiflung über seinen Zustand“ verübt. Auf eingehendes Befragen bezeichnete der Angeklagte diesen Zustand als einen perversen Sinnestrieb. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis.

Heitere Ecke. Der verwandelte Edelstein. Das erstaunliche Ereignis, das man im Folgenden erfahren wird, ist durch ein französisches Provinzblatt, die in Auch erscheinende

Fraternité“, der Welt enthüllt worden. Zugetragen hat es sich in Vic-Fézensac, in der Gascogne. Die Gascogne, das Land der Aufschneidereien und des blauen Dunstes, ist offenbar nur durch Zufall an der Sache beteiligt. Die Fraternité" berichtet also: „Letzten Sonntag liess Madame P..... eines ihrer Obrgehänge in der Nähe eines jungen Hundes zur Erde fallen. Der Hund verschlang das Schmuckstück. Das Tier wurde sofort unter Beobachtung gestellt. Vier Tage später gab es den verschluckten Gegenstand auf normalem Wege wieder. Das Ohrgehänge, das mit einem Rubin geziert war, als es in die Schnauze des Hundes gelangte, kam auf der auderen Seite mit einem Topas heraus. Man beabsichtigt, das zweite Ohrgebänge jetzt über denselben Weg zu senden, den das erste genommen hat, damit beide die gleiche Farbe bekommen.“

Patente. Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44. 114 602. Verschluss für metallische Zigarren- und Zigarettenetnis, bei welchem der an einer Etuiseitenkante gelagerte federnde Zuhaltestift beim Zuklappen zurückgezogen und in einer Hülse der Gegenklappe gehalten wird. E. G. Funk, Pforzheim. 7. 4. 99. - F. 5671.

44. 114 603. Verschluss für metallische Zigarren- und Zigarettenetuis, bei welchem der an einer Etuiseitenkante gelagerte federnde Zuhaltungsstift beim Zuklappen mit seiner Keil. nase in eine am Etui feste Verschlusshülse einschnappt. E. G. Funk, Pforzheim. 7. 4. 99. – F. 5672.

44. 114 635. „Chatelaines“ (sog. Fob-Chains oder Fobs mit verschiedenfarbigem Gold), auf deren Beschlägen (Anbänger, Schieber und Kapseln) Fassungen angebracht sind. Burkhardt & Cie., Pforzheim. 17. 4. 99. – B. 12 576.

44. 114 588. Taschen-Uhrensicherung, bestehend aus einem in der Westentasche zu befestigenden Klemmbügel. E. Latham, Cambridge; Vertr.; A. Gerson u. G, Sachse, Berlin, Friedrichstr. 10. 21. 3. 99. – L, 6175.

44. 114 601. Metallisches Etui für Zündmaterial, mit federnder Zuhaltung und Sicherung gegen ein zu weites Eröffnen. E. G. Funk, Pforzheim. 7. 4. 99. — F. 5670.

44. 115 002. Klammer zum Halten von Manschetten, Kravatten, Gürteln, Albumdeckeln u. dgl. nach Art einer Nürnberger Schere, mit federnden Gliedern und gegen einander gerichteten Greifern. Gebr. Ratz, Pforzheim. 8. 4. 99. - R. 6708.

44. 115 050. Uhrkette, welche die Initialen, das Monogramm oder den Namen der Person trägt, für welche dieselbe bestimmt ist. C. W. Engels, Foche b. Solingen. 22. 4. 99. – E. 3236.

44. 115 305. Uhrkette mit Gliedern, welche aus in Metall gefassten und Figuren tragenden Steinen bestehen. Gebrüder Becker, Oberstein a. d. N. 25. 4. 99. – B. 12628.

44. 115 057. Eine Drehkappe bildender Nadelverschluss für Broschen, Agraffen u. dgl. Schmucksachen. Louis Bub, Hamburg, Gänsemarkt 44 a. 16. 4. 98. – B. 10 338.

Schleswig. Goldarbeiter Friedrich Christoph Zwanzig. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Zwangsvergleich

Tarnowitz. Uhrenhändler Otto Kirchner. Konkurseröffnung 8. Mai. Verw. Kaufm. Otto Grüne. Anzeigefrist 10. Juni. Anmeldefrist 1. Juli. Gläubiger-Versammlung 6. Juni, vorm. 9 Uhr. Prüfungtstermin 13. Juli, vorm. 9 Uhr.

Trittau. Uhrmacher Friedrich Frost. Schlusstermin 6. Jani, vorm. 10 Uhr.

Wilhelmshaven. Uhrmacher Wilhelm Heinrich Weyers. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

B. Österreich-Ungarn. Friesach. Richard Buchta, Uhren- und Goldwarenhandlung. Konkurseröffnung 30. April. Verw. Dr. Thomas Brandstätter. Anmeldefrist 26. Juni.

Graz, Herrengasse 19. Karl Kaplan, Uhrmacher. Konkurg. eröffnung 9. Mai. Verw. Dr. Aug. Layer. Anmeldefrist 15. Juni.

Wien IX., Porzellangasse 25. Jacob Zwecher, Uhrmacher. Konkurseröffnung 12. Mai. Verw. Dr. Hugo Friedenau, I., Bauernmarkt 14. Anmeldefrist 12. Juni.

C. Schweiz. Chaux-de-Fonds. Uhrenbändler Paul Schaeffer. Aufhebung des Konkursverfahrens am 22. Mai.

Colombier Uhrenfabrikant Georges Vuille-Durig. Kon. kurseröffnung 8. Mai. Gläubigerversammlung 23. Mai, nachmittag 2 Uhr. Anmeldefrist 13. Juni.

D. Bulgarien. Sofia. Galanterie- und Bijouteriegeschäft Mladen S. Ekimen. Konkurseröffnung 18. Mai. Passiva: 103 000 Frcs., Aktiva: 173 000 Frcs.

Konkurse.
Mitgeteilt durch den Kreditoren-Verein Pforzheim.

A. Deutsches Reich.
Altkirch i. E. Uhrmacher Moses Loeb. Aufhebung des
Konkursverfahrens durch Zwangsvergleich.

Breslau. Uhrmacher Julius Köhler. Aufhebung des Konkursverfahrens infolge Schlusstermins; – Kurze Gasse 6 bezw. Schubbrücke 7. Uhrmacher Arthur Schubert. Konkurseröffnung 23. Mai. Verw. Kaufm. Carl Beyer, Palmstr. 25. Anmeldefrist 1. Juli. Gläubigerversammlung 21. Juni, vorm. 11 Uhr. Prüfungstermin 14. Juli, vorm. 10^/, Uhr. Anzeigefrist 15. Juni.

Dresden, Struvestr. 3. Goldschmied Wilhelm Heinrich Hans Garten, Konkurseröffnung 19. Mai. Verw. Rechtsauktio. nator Pechfelder, Drehgasse 1. Anmelde- u. Anzeigefrist 12 Juni. Wahl- und Prüfungstermin 21. Juni, vorm. 10'/4 Uhr.

Frankfurt a. M. Uhrmacher und Optiker Franz Wachter. Aufbebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

Hamburg. Jawelier Carl Wilhelm August Schaefflein. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Zwangsvergleich.

Herten, A.-G. Reckling hausen. Uhrmacher Josef Jacobs. Konkurseröffnung 15. Mai. Verw. R.-A. Wiesmann in Recklinghausen. Anmeldefrist 8. Juni. Wahl- u. Prüfungstermin 10. Juni, vorm. 104/Ubr. Anzeigefrist 2. Juni.

Jels, A.-G. Rödding. Kaufmann und Uhrmacher Andreas Petersen. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

Lehe. Uhrmacher Eduard Saul. Einstellung des Konkursverfahrens wegen Mangel an Masse.

Leipzig, Nikolaistr. 4 bezw. Oststr. 30. Juwelier August Friedrich Puch, Inhaber der Gold- und Silberwarenhandlung Fritz Puch. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Zwangsvergleich.

Magdeburg, Stephansbrücke 29. Ehefrau des Goldschmieds Otto Albrecht, Frau Clara geb. Goericke. Auf hebung des Konkursverfahrens durch Schlusstermin.

Meerane. Uhrmacher Franz Theodor Paessler. Schlusstermin 15. Juni, vorm. 10 Ubr.

Mülhausen i. E., Metzgerstrasse 8. Uhrmacher Gutmann. Aufhebung des Konkursverfahrens infolge Zwangsvergleich

Neustadt a. S. Goldarbeiter Anton Springer. Aufhebung des Konkursverfahrens durch Zwangsvergleich.

Nordenburg. Ubrmacher August Oelsner. Konkurseröff. nung 15. Mai. Verw. Kaufm. Paul Fuchs. Anmeldefrist 20. Juni. Wahltermin 8. Juni, vorm. 10 Uhr. Prüfungstermin 30. Juni, vorm. 10 Ubr. Anzeigefrist 10. Juni.

Posen, Wasserstr. 27. Uhrmacher Peter Bochynski. Konkurseröffnung 9. Mai. Verw. Kaufm. Ludwig Manheimer. Anzeige- und Anmeldefrist 1. Juni. Gläubiger-Versamınlung 6. Juni, vorm. 11 Uhr. Prüfungstermin 14. Juni, vorm. 11 Uhr. St. Martinstr. 19. Uhrmacher Josef Suppert. Konkurseröffnung 10. Mai. Anzeige- und Anmeldefrist 3. Juni. Gläubiger-Versammlung_6. Juni, vorm. 101/2 Uhr. Prüfungstermin 17. Juni, vorm. 10 Uhr.

Konkurse und Insolvenzen.

Vereinter Kraft gar oft gelingt,

was einer nie zu Stande bringt. So lautet ein altes gutes Sprichwort, das sich jüngst bei einem Konkurse in Leipzig so recht bewahrheitet hat. Ein Juwelier stellte seine Zahlungen ein, 43 Gläubiger meldeten hierauf ihre Forderungen an. In der nun stattfindenden Gläubigerversammlung wurden 50%, später noch weitere 10% geboten. Die angestellten Ermittelungen führten zu dem Resultat, dass bei Nichtannahme des Zwangsvergleiches nur 41% zur Ausschüttung gelangen würden. Nicht viel hätte aber gefehlt, so wäre durch den Widerstand eines Hauptgläubigers der Zwangsvergleich nicht zu stande gekommen, Nun trat der Kreditoren-Verein für seine Mitglieder ein und siehe da, was anfänglich unmöglich schien, wurde zur Thatsache. Den unermüdlichen Bemühungen des Vereins bezw, dessen Mitarbeiters Herrn Popitz, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Uhrengrossisten, gelang es, 38 Gläubiger zu vereinigen, die mit knapper Majorität (ca. Mk. 100.--) den Vergleich herbeiführten. Bei der Entscheidung gab der Konkursverwalter die Erklärung ab, es sei ihm ein solcher Fall von einmütigem Vorgehen und festem Zusammenhalt noch nicht vorgekommen und der erzielte Erfolg sei lediglich der Vertrauenswürdigkeit des Kreditoren-Vereins und der Rührigkeit seines Vertreters zu verdanken.

Mit Genugthuung kann der Verein die Akten über diesen Fall schliessen; stolz kann der Verein aber auch sein, dass er solche Männer wie Herr Popitz als Mitglieder besitzt, der in so uneigennütziger Weise seine Kräfte in den Dienst der Sache stellte. Keine Mühe und Arbeit hat Herr Popitz gescheut, um, wie der vorliegende Fall beweist, für den Verein resp. die Gläubiger mindestens 20% zu retten.

Silberkurs. Der Durchschnittswert des feinen Silbers war an der Hamburger Börse Mk. 83,30 per Kilo.

Darnach berechnen die vereinigten Silberwarenfabriken für 0,800 Silber Mk. 73,– per Kilo, gültig vom 21.–31. Mai 1899.

Die Firma W. J. Schmitz in Iserlohn bringt ein neues Putzpulver in den Handel, welches sich von allen Putzmitteln besonders dadurch unterscheidet, dass es sowohl Holz, wie sämtliche Metalle reinigt und poliert. Schwarzgewordene, silberne oder versilberte Gegenstände erhalten mit Putzpulver ,,Ideal“ geputzt einen Hochglanz, welcher dem der neuen Geschirre in nichts nachsteht. Im übrigen verweisen wir auf die heutige Beilage.

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