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Jubiläen.

Ein goldenes Jubiläum im Geschäftsleben feiern zu können, das ist ein schönes Zeichen dafür, daß ernste Arbeit ihres Amtes gewaltet, daß ein solider, von Treue und Glauben in Handel und Wandel zeugender Geist geherrscht hat, und die Goldschmiedekunst allezeit hochgehalten wurde. Eine solche Jubilarin ist die Firma Karl Recke (Inhaber Ernst Recke) in Eisleben, die am 1. April d. J. auf ein halbes Jahrhundert zurückblicken kann. Der Gründer der Firma Karl Recke, heute im 75. Lebensjahre stehend, erfreut sich glücklicherweise heute noch voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit, und wenn er auch seit 1898 aus der Firma ausgeschieden ist, so ruht doch deshalb seine allzeit fleißige Hand nicht. Besonders widmet er sich der Herstellung neuer Stahlgesenke. Welcher Treue im Dienste sich die Firma, was auch ihr selbst zur Ehre gereicht, zu erfreuen hat, beweist, daß die Gold- und Silberarbeiter Friedrich Stegmann seit 46 Jahren, Friedrich Nette seit 33 Jahren, Paul Müller seit 32 Jahren und Ernst T hierbach seit 26 Jahren in ihr tätig sind. Das sind wackere Mitarbeiter! Für Herrn Karl Recke ist der 1. April noch insofern ein besonderer Festtag, als er an diesem Tag auch sein 60jähriges Berufsjubiläum feiert. Im Inund Auslande stehen die Erzeugnisse der Firma in Ehren. Eine besondere Spezialität ist die Herstellung billiger echter Bijouterie, silberner Myrten-, Lorbeer- und Eichenkränze, sowie die schönen Nachbildungen von Dr. Martin Luthers bekanntem Trauring. Wir wollen jedoch hier nicht Reklame für die Firma machen. Sie hat keine nötig. Wir wollen ihr nur zu ihrem Ehren- und Freudentage auch die herzlichsten Glückwünsche der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ darbringen.

In Naumburg a. d. Saale feiert ebenfalls am 1. April Herr Carl Reißmann sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. Derselbe hatte das damals bescheidene Geschäft 1881 von seinem Vorgänger und Onkel, Herrn Wilhelm Günther, einem Goldschmied vom alten Schlag, übernommen, und es mit vieler Mühe und Beharrlichkeit zu einem hervorragenden gemacht. Herr Reißmann ist ein Mann von geradem, biederem Sinne, streng und reell. Er hat sich als Goldschmied ein großes Vertrauen und Ansehen unter seinen Kunden und bei seinen Lieferanten errungen. Eine Reihe tüchtiger Goldschmiede, die teils schon selbständig, teils in guten Stellungen sind, sind aus seiner Werkstatt hervorgegangen, er hat sie durch Gerechtigkeit und Strenge zu tüchtigen Menschen gemacht. Der Jubilar steht im 60. Lebensjahre und befindet sich in bester geistiger und körperlicher Frische. Er begeht sein Fest im Kreise seine Familie und wird es ihm an zahlreichen Ovationen sicherlich nicht fehlen. Auch die „Deutsche GoldschmiedeZeitung“ möchte bei den Gratulanten nicht fehlen und wünscht Herrn Carl Reißmann ihr Bestes, damit er noch lange seines Amtes walten möge.

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In der Firma Eduard Foehr, königl. Hofjuwelier in Stuttgart, begehen am 1. April die kaufmännischen Mitarbeiter, Herr Richard Schnaufer und Herr Heinrich Ibach die Feier ihres vor 25 Jahren erfolgten Eintritts, wozu wir ihnen hier unsere Glückwünsche darbringen.

Offener Sprechsaal.

Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände

aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern.

Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Feingehaltsgesetz.

Zu dem Antrage der Juweliervereinigung Magdeburg ist es vielleicht nicht unzweckmäßig, den nachstehenden Auszug aus dem Feingehaltsgesetze zu veröffentlichen, der alles Wissenswerte besagt. Schmucksachen von Gold und Silber dürfen in jedem Feingehalt gestempelt werden und ist in diesem Falle der letztere in Tausendteilen anzugeben. Die Fehlergrenze darf 10 Tausendteile nicht überschreiten, wenn der ganze Gegenstand im ganzen eingeschmolzen wird. Für die Richtigkeit des angegebenen Feingehalts haftet der Verkäufer der Ware. Ist die Stempelung im Inlande erfolgt, so haftet gleich dem Verkäufer der Inhaber des Geschäftes, für welches die Stempelung erfolgt ist. Bei Ermittelung des Feingehaltes bleiben alle von dem zu Stempelnden Metalle verschiedenen, äußerlich als solche erkennbaren Metalle außer Betracht, welche: zur Verzierung der Waren dienen. Mit Geldstrafe bis zu 1000 Mk. oder mit Gefängnis bis zu 6 Monaten wird bestraft: wer Gold- und Silberwaren, welche nach diesem Gesetze

Im Verein für die Geschichte der bildenden Künste in Breslau hielt der Direktorialassistent Dr. Hintze über „Das Goldschmiedehandwerk in Schlesien“ einen Vortrag. Redner gab einen auf gründlichen Quellenstudien beruhenden Ueberblick über die Entwicklungsgeschichte dieses ehedem für Schlesien hochbedeutsamen Handwerks. Er ging dabei zurück bis in die früheste Zeit, in welcher der Betrieb desselben nicht bloß in den Händen von bürgerlichen Meistern, sondern auch von Ordensbrüdern gelegen haben mag, und erwähnte als ersten dem Namen nach bekannten Meister um 1288 den Goldschmied Herrmann, von welchem das Dorf GoldSchmieden seinen Namen hat. In Breslau wohnten die GoldSchmiede im 13. und 14. Jahrhundert besonders auf dem Hinter

mit einer Angabe des Feingehaltes versehen sein dürfen, mit einer anderen als der nach diesem Gesetze zulässigen Feingehaltsangabe versieht; wer gold- oder silberähnliche Waren mit einem durch dieses Gesetz vorgeschriebenen Stempelzeichen oder mit einem Stempelzeichen versieht, welches nach diesem Gesetze als Feingehaltsbezeichnung für Gold- und Silberwaren nicht zulässig ist. wer Waren feilhält, welche mit einer gegen die Bestimmungen dieses Gesetzes verstoßenden Bezeichnung versehen sind. Hiernach kann es keinem Zweifel unterliegen, daß ein Juwelier, der einen 14karät. gestempelten Doubléring verkauft, strafbar ist. Mag er auch immer eine wahrheitsgemäße Erklärung abgegeben haben, so ist mit einem derartigen Gegenstand die Möglichkeit leicht vorhanden, daß durch die kaufende Privatperson ein Betrug versucht oder vollführt wird. Gegen die Stempelung imitierter Weißjuwelen, an denen das Silber leicht erkennbar ist, bei denen also eine Täuschung weder beabsichtigt noch möglich ist, läßt sich nach diesem Gesetze nichts einwenden. K. S.

markt, seit dem 16. Jahrhundert aber vornehmlich an der Nordseite des Ringes, der Riemerzeile. Das Handwerk vererbt sich in der Familie, die verschiedenen Goldschmiedefamilien sind durch Heiraten miteinander eng verwandt. Gelegentlich heiraten tüchtige Gehilfen, aus Augsburg, Nürnberg usw. gebürtig, hinein. So entsteht für die Ausübung des Handwerks eine ununterbrochene Tradition, welche im 16. Jahrhundert die höchste Blüte herbeiführte. Im 14. bis 15. Jahrhundert arbeiteten in Breslau 18 bis 22 Meister, im 16. 25, im 17. 35, im 18. 50 bis 68. Um 1800 betrug die Zahl der Goldschmiede 80. Von da geht es bergab. Schon 1735 erfolgte die Teilung in Gold- und Silberarbeiter. Das Jahr 1811 brachte die Aufhebung des Zunftzwanges. Die alte Innung bestand als Verein weiter, bis sie sich 1893 ganz auflöste. Redner machte die bedeutendsten Goldschmiedefamilien namhaft, darunter auch die der Menzel, auf welche er unsern großen Maler Adolph von Menzel schon jetzt mit Wahrscheinlichkeit zurückführt, die er aber noch durch urkundliche Zeugnisse zur Gewißheit zu erheben hofft. Die Goldschmiedekapelle der Breslauer Magdalenenkirche zeigt, welche hervorragende Rolle die Zunft im 14. bis 15. Jahrhundert spielte Von der Wohlhabenheit einzelner Familien zeugt z. B. das 1515 von Oswald Rothe gestiftete gemalte Epitaph in der Magdalenenkirche. Dasselbe war ausgestellt und wurde im einzelnen eingehend betrachtet. Reichlichen Absatz für ihre Erzeugnisse fanden die schlesischen Goldschmiede vornehmlich auch in Rußland und Polen. Noch jetzt bergen Sammlungen in Moskau und St. Petersburg zahlreiche Stücke schlesischer Herkunft. Auch die Beziehungen zu den Schützengesellschaften boten reichlich Gelegenheit, in der Herstellung von Kleinodien ihre Kunst zu zeigen. Redner machte Mitteilungen über die Meisterstückarbeiten, die nach den Bestimmungen von 1451 in einem Kelch, Ring und Siegel bestanden, sprach von den Merkzeichen der Goldschmiedearbeiten, und wies darauf hin, daß die Verhältnisse in den Provinzialstädten z. B. Liegnitz, Neiße, Görlitz usw. ähnlich wie in Breslau lagen. Der letzte Abschnitt brachte interessante, durch reiches Anschauungsmaterial trefflich illustrierte Ueberblicke über die Entwicklung einiger Hauptformen der schlesischen Goldschmiedekunst. Eine reichhaltige Gruppe zeigte die Entwicklung des Kelches von der romanischen Zeit durch die Gotik zur Renaissance und von da durch das Barok bis zur Zopfzeit und Empire mit antikisierenden Motiven. Ebenso wurde für Monstranzen, Altäre und Weihrauchfässer die Entwicklung angedeutet. Hieran reihte sich eine Folge figürlicher, in Silber getriebener Darstellungen. Weiter wurden die Formen profaner Trinkgeräte, z. B. Becher in Gestalt von Mensch und Tier, ferner die Deckelbecher, die Willkomm - Pokale und die Innungs-Sargschilde betrachtet. Außer Breslauer Arbeiten wurden mit besonderem Nachdruck die Leistungen der Goldschmiede von Neiße, ferner ein Becher vom Jahre 1508 aus Brieg, der leider in Rothschilds Besitz gelangt ist, sowie einige Stücke aus Ohlau und Görlitz hervorgehoben und dabei der wesentlichen Unterschiede gedacht, welche die für katholische oder für evangelische Kirchen bestimmten Arbeiten zeigen. (Schlesische Zeitung)

Ueber einen Erfolg des Frankfurter Kunstgewerbes wird uns aus Berlin berichtet: „Unter den Kunstwerken, die anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares geschaffen wurden, nimmt das Diadem, das der Kaiser seiner Gemahlin schenkte, eine erste Stelle ein. Dieses Diadem, nach den Entwürfen und den Angaben des Kaisers im Atelier Robert Koch – Frankfurt ausgeführt, hat die Form einer geschlossenen Krone und besteht aus vier großen vierblätterigen Kleeblättern, deren Mitte je ein großer Brillant bildet. Zwischen den großen Blättern sitzen etwas tiefer je zwei kleinere, deren Stiele sich mit denen der großen Blätter bogenartig vereinigen und an ihren Kreuzungspunkten von einem großen Brillanten zusammengehalten werden. Das ganze Blätterwerk sitzt auf einem 2 cm hohen bandeauartigem Unterteil, das aus einer Girlande von Eichenzweigen besteht und vom Wappen der Kaiserin in symmetrischer Weise viermal unterbrochen wird. Das ca. 12 cm hohe Schmuckstück wurde durchwegs in Brillanten und auf Wunsch des Kaisers auch in wohlgelungener naturalistischer Weise ausgeführt.“

Verlängerung der Frist zur Nachstempelung der Gold- und Silberwaren in Tunis. Laut Verordnung der tunesischen Regierung vom 22. Februar ds. Js ist die nach § 29 der Verordnung vom 18. Juli v. Js den Fabrikanten und Händlern für die Vorlage der vorrätigen Gold- und Silberwaren zum Nachstempeln gewährte Frist nochmals und zwar bis zum 16. April ds. Js. verlängert.

Der Aufschwung der Edelsteinerzeugung in Brasilien ist in letzter Zeit ein ganz außerordentlicher gewesen. Namentlich die Forschungen in der Provinz Minas Geraes haben zur Entdeckung von Turmalinlagern geführt, die schöne rote, blaue und grüne Edelsteine geliefert haben, außerdem zur Auffindung von Beryllen, unter denen sich prächtig blau und grün gefärbte Steine auszeichnen. Eine große Menge von brasilianischem Amethyst ist aus der großen mandelförmigen Einlagerung gewonnen worden, deren Kern auf der Düsseldorfer Ausstellung vom Jahre 1902 zu sehen gewesen ist.

Wichtig für Lehrmeister bei Einstellung von Lehrlingen. Nach § 126b der Gewerbeordnung ist der Lehrvertrag nicht nur von dem Lehrmeister und dem gesetzlichen Vertreter des Lehrlings (Vater, Mutter, Vormund), sondern auch von dem Lehrling zu unterschreiben. Fehlt die Unterschrift des Lehrlings, dann wird der Lehrvertrag, da er dann den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht, vielmehr an einem gesetzlichen Mangel leidet, so angesehen, als ob er nicht schriftlich abgeschlossen wäre, und es entstehen daraus all die Folgen und Nachteile, welche an einen nicht ordnungsmäßig abgeschlossenen Lehrvertrag geknüpft sind.

Das Fehlen bei der Arbeit ohne Entschuldigung während eines ganzen Arbeitstages ist ein Entlassungsgrund. Ein Arbeiter wurde entlassen, nachdem er am Tage vorher ohne Entschuldigung der Arbeit ferngeblieben war. Seine Klage um Zahlung seines Lohnes für noch folgende 14 Tage wurde zurückgewiesen. Das Gericht erblickte in dem unentschuldigten Ausbleiben von der Arbeit während eines ganzen Tages die beharrliche Verweigerung derselben. Der Kläger vermochte nicht den Beweis zu erbringen, daß er durch Krankheit behindert und zu einer Entschuldigung nicht befähigt gewesen. Das Zeugnis der Mutter war nicht als beweiskräftig erachtet, da es an äußeren Merkmalen einer Krankheit gefehlt hat, es sich auch nicht um eine zu bekundende Tatsache, sondern um ein Sachverständiges Urteil handelte. (Urteil des Obergewerbegerichts in Berlin.)

Der diesjährige Delegiertentag der deutschen Kunstgewerbevereine findet am 13. und 14. Juli in Nürnberg statt. Im Anschluß daran soll am 15. und 16. Juli in Dresden zur dritten deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung ein „Deutscher Kunstgewerbetag“ einberufen werden.

Eine Ausprägung von Jubiläumsmünzen In Rumänien findet zur Jubelfeier des 40 Regierungsjahres König Karls I. statt. Die Münzen tragen auf beiden Seiten das Bild des Königs als König von Rumänien und als Fürst der Moldau und Wallachei. Die Geldstücke werden in der Münze in Brüssel hergestellt.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Die Handelskammer in Genf hat der Firma Rütish aus er & Sohn, Goldschmied und Juwelier in Genf das Diplom und die silberne Medaille überreicht, welche genannter Firma durch die internationale Jury in St. Louis für ausgestellte Erzeugnisse in Juwelen und emailliertem Gold zuerteilt wurde.

Geschäfts-Uebernahmen. Herr Albert Stange in Kolberg hat das Gold- und Silberwarengeschäft verbunden mit Optik- und Uhrenhandlung von P. L. Bethke daselbst übernommen. – Das Juwelen-, Gold- und Silberwarengeschäft von Arnold Balzer in Aschersleben, Taubenstr. 13, geht am 1. Juli in den Besitz des Juweliers Franz Müller aus Göttingen über.

Geschäfts-Verlegung. Herr Oswald Riemer ist in die Firma Eduard Riemer, Hofjuwelier, Prag, als öffentlicher Gesellschafter aufgenommen; das Geschäft befindet sich ab Ende März Graben 33. Todesfall. In Pforzheim starb nach langem Leiden der Etuisfabrikant Herr Carl Lorch.

Firmen-Aenderung. Die Firma Paul Bethke, Gold- und Silberwaren in Kolberg ist auf den Goldschmied Albert Stange übergegangen und lautet jetzt folgendermaßen: Paul Bethke Nachfolger Albert Stange, Kolb erg.

Firmen-Eintragungen. Bei der Firma C. Buch, Gold- und Silberwaren in Stendal, ist als neuer Inhaber der Goldarbeiter Ernst Mendau daselbst eingetragen worden. – Die Firma C. Heisler, Juwelier in Mannheim. Die Gesellschaft ist mit Wirkung vom 1. Januar 1906 aufgelöst und das Geschäft mit Aktiven und Passiven und samt der Firma auf den Gesellschafter Carl Heisler übergegangen. – Die Firma Gebr. Falk, Bijouteriefabrik in Pforzheim. Der Gesellschafter Friedrich Falk ist am 30. November v. Js. gestorben; die Gesellschaft ist aufgelöst. Das Geschäft ging mit der Firma auf den bisherigen Gesellschafter Heinrich Falk über. Kaufmann Karl Lang daselbst ist als Prokurist bestellt.

Verschiedenes. Herr Ad. Günther, Juwelen-, Gold- und Silberwaren-Lager in Magdeburg, Alte Uhrichstr. 11 hält Ausverkauf wegen Geschäftsaufgabe. – Auf der vom Gewerbeverein in Querfurt arrangierten Gewerbe – Ausstellung, die vom 16–20. ds. Mts. stattfand, war unsere Industrie durch Goldarbeiter H. Pfeiffer daselbst würdig vertreten. – Die Emailfabrik Gi0. vacine Piena in Turin wurde in eine Aktien-Gesellschaft mit einem Kapitale von 550000 Lire, das auf 2 Millionen Lire erhöht werden kann, umgewandelt.

Aus Innungen und Vereinen.

„Dinglinger!“ So nennt sich der junge, aufstrebende Verein von Goldschmieden in Dresden, welcher im vorigen Jahre gegründet wurde. Der Verein hat es sich zum Prinzip gemacht, Geselligkeit und echte Freundschaft in seinem Kreise zu pflege. Als Ziel gilt ihm aber vor allen Dingen die Pflege der Goldschmiedekunst, in der sich die Mitglieder gegenseitig belehren Gewiß ein schönes Zeichen der Kollegialität! Der Verein hielt am 21. März in „Meinholds Festsälen“ sein erstes Stiftungsfest ab Die Feier war eine würdige und schöne, Dank den Bemühungen der Herren Vorstände F. Scharf und R. Girbig. Anwesend waren verschiedene Meister als Ehrengäste. Leider war es dem Aelteste" der Familie Dinglinger infolge Krankheit nicht möglich zu erscheinen. Das Programm bestand aus Konzert, Gesangs-Vorträgen und einem flott gespielten Theaterstück. Zum Eingang sang Herr Scharf zwei Lieder für Bariton, welche allgemeinen Beifall fanden. Fräulein Wahle verherrlichte in einem Prolog den Namen und „Dinglinger“, zu dessen Abschluß mehrere Mitglieder des Vereins ein lebendes Bild gestellt hatten. Dieses Bild war eine Idealisierung des großen Meisters. Der Büste Dinglinges von Draperien und Gewinden umgeben, wird von den Goldschmieden die Palme dargereicht. Diese Büste ist ein Werk zweier Mitglieder, der Herren Aug. Rohrmüller und Wilh. Zeiger, und bewies das Geschick und Talent beider Künstler, umsomehr als sie zur Modellierung derselben nur eine Illustration als Vorbild hatten. Sodann begrüßte Herr Scharf, als Vorstand des Vereins, in schneidiger Rede die zahlreich erschienenen Gäste, insonderheit die Damen, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich das Stiftungsfest noch recht oft wiederholen möge! Schließlich ließ er seine Rede in ein dreifaches „Gut Borax“ ausklingen. Ein Original-Schuhplattler in echt bayrischer Art, getanzt von Herrn Schmidt sowie dessen Fräulein Braut, und ein einaktiger Schwank, der vorzüglich gespielt wurde, schloß die Darbietungen, auf welcher ein Tanzvergnügen folgte.

Geschäftliche Mitteilungen.

Monogramme als Manschettenknöpfe und Broschen. Mit dieser Spezialität empfiehlt sich die SilberwarenFabrik Georg Gaßner in Mindelheim (Bayern). Da ja Monogramme für Broschen sowohl, als auch für Nadeln, Knöpfe usw. sehr beliebte Schmuck- und Dekorationsstücke sind, so sei hiermit nochmals auf obige Firma (siehe Inserat Seite 24) hingewiesen. Dieselbe empfiehlt sich auch zur Herstellung der in letzter Zeit viel begehrten Filigranarbeiten.

Nach vielen Versuchen ist es Herrn Alois Hilber, Juwelier in Straßburg gelungen, eine Farbe her zu stellen, um die mit Stoff überzogenen Schaufenster-Einrichtungen, welche verschossen, alt und schmutzig geworden sind, aufzufrischen oder ihnen eine andere Farbe zu geben. Jeder Juwelier wird schon die Erfahrung gemacht haben, daß, wenn die mit Samt, Plüsch oder Tuch usw. überzogenen Warenständer im Schaufenster verschossen oder schmutzig geworden, weiter nichts übrig blieb, als sie neu überziehen zu lassen, was immer mit großen Kosten verbunden war. Diesem Uebelstande ist nun durch das gefundene Verfahren abgeholfen. Die Handhabung ist die denkbar einfachste, indem die Farbe in heißem Wasser aufgelöst und mit einer Bürste auf die zu färbenden Gegenstände aufgetragen wird. Die Farbe ist frei von Säure und Chlor, was für sämtliche Gold- und Silberwaren von großer Wichtigkeit ist. Bis jetzt sind die Farben rot, grün, blau und schwarz in verschiedenen Nüancen zu haben, und zwar pro Paket (ausreichend für eine mittelgroße Schaufenster-Einrichtung) zum Preise von 150 Mk. Diese Neuerung wird sicher bei jedem Juwelier und Uhrmacher den größten Anklang finden; ein Versuch wird von der Verzüglichkeit dieses Verfahrens überzeugen. Zu beziehen von A. Hilber, Straßburg. (Siehe Inserat auf Seite 32).

Patente und Gebrauchsmuster für die Werkstatt.
Mitgeteilt von Patentanwalt Karl Wessel, .
Berlin SW. 61, Gitschiner Straße 94a.

44a. 165663. Otto Baumgartner in Wien: Sicherung für die umgelegten Flügel von Klappknöpfen mit einem oder zwei Flügeln. Die Erfindung betrifft eine Sicherung für Klappknöpfe, welche das Selbstöffnen durch Aufgehen der niedergedrückten Flügel verhindert. Es gibt bereits Sicherungen dieser Art, bei welchen ein federnder Haken, der an einem der beiden Knopfhebel drehbar angeordnet ist, beim Befestigen des Knopfes Von Hand aus umgeklappt wird und dann in einen Querstift des zweiten Knopfhebels eingreift und dadurch den Knopf feststellt. Beim Oeffnen muß der Haken mit dem Fingernagel etwas zusammengedrückt und aus dem Querstift ausgehakt werden, worauf sich die beiden Klappfüße aufwärts bewegen lassen. Außerdem Sind Sicherungen bekannt, bei denen in dem einen Flügel ein verschiebbarer Stift angeordnet ist, welcher beim Befestigen des Knopfes von Hand aus oder mittels Federdrucks selbsttätig durch den Knopfhals hindurch in eine Oeffnung des zweiten Flügels eindringt und das Oeffnen des Knopfes verhindert, bis der Feststellstift wieder von Hand aus herausgeschoben wird. Eine wesentlich einfachere und sichere Befestigung der beiden Knopfflügel wird durch den Gegenstand der Erfindung erreicht. Die Einrichtung desselben ist auf der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigen: Fig. 1, 2, 3 und 4 die neue Sicherung für einflügelige Klappknöpfe. Der Knopf ist mit einem an dem Knopfhals A in bekannter Weise drehbar

gelagerten Flügel oder Hebel H versehen, welcher über die Drehachse hinaus einen Fortsatz V besitzt. Wird der Hebel nach abwärts gedrückt, so schnappt dieser Fortsatz V in eine Ausnehmung X der Feder F ein. Durch diese wird der Hebel H an der Aufwärtsbewegung gehindert. Beim Oetfnen des Knopfes wird die Feder F nach außen gedrückt, wodurch der Hebel H bezw. dessen Fortsatz V freigegeben wird, so daß der Hebel H nach aufwärts gedreht werden kann. Die Aufwärtsbewegung kann nach dem Abdrücken der Feder F auch von selbst durch eine Feder G bewirkt werden. In Fig. 5–14 ist die neue Sicherung für zweiflügelige Knöpfe dargestellt. Bei dieser Ausführung besorgt gleichzeitig der zweite Hebel K., der in bekannter Weise im Knopfhals A gelagert ist, das Abdrücken der Feder F und damit die Auslösung des anderen Flügels H. Zu diesem Zwecke besitzt der Flügel K nach innen zu zwei Zapfen Z, welche so weit gegen die Mitte zu reichen, daß ihre Enden noch weit genug voneinander entfernt sind, um die Drehung des Fortsatzes V innerhalb derselben zu ermöglichen. Die

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beiden Zapfen Z sind exzentrisch (Fig. 9, 10 und 11) oder mit exzentrischen Ausnehmungen U versehen (Fig. 12, 13 und 14), derart, daß die Feder F, welche gegen die beiden Zapfen drückt, in der Hochlage des Hebels K weiter vom Knopfhals abgedrückt ist als in der Tieflage desselben. Bei der Feststellung des Knopfes wird nun zuerst der Hebel K nach abwärts bewegt, wodurch sich die Feder F dem Knopfhals A nähert. Wird nun der Flügel H ebenfalls nach abwärts bewegt, so legt sich der Fortsatz V auf die Feder F, wodurch eine Selbstlösung verhindert wird. Das Oefnen des Knopfes geschieht, indem man zuerst den Hebel K nach aufwärts dreht, wodurch die Feder F vom Knopfhals abgedrückt wird. Der Fortsatz V wird dadurch freigegeben, und der Hebel H kann nun in bekannter Weise von Hand aus oder mittels einer Feder G nach aufwärts bewegt werden. – Patent- Ansprüche: 1. Sicherung für die umgelegten Flügel von Klappknöpfen mit einer oder zwei Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß bei einflügeligen Klappknöpfen der Flügel (H) über seine Drehachse hinaus mit einem Fortsatz (V) versehen ist, welcher beim Niederbewegen des Flügels (H) in eine Ausnehmung (X) einer Feder (F) einfällt, die durch Abdrücken nach außen den Flügel wieder freigibt, der dann in bekannter Weise von Hand aus oder durch eine geeignet angeordnete Feder von selbst in seine Hochlage gebracht wird. 2. Ausführung der Sicherung nach Anspruch 1 für zweiflügelige Klappknöpfe, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Flügel (H) über seine Drehachse hinaus einen Fortsatz (V), der andere (K) nach innen zu zwei kurze exzentrische oder mit exzentrischen Ausnehmungen (U) versehene Zapfen (Z) besitzt, welche die Feder (F) in der Hochlage des zweiten Flügels vom Knopfhals abdrücken, während sich diese Feder in der Tieflage dieses Hebels um die Exzentrizität der Zapfen bezw. deren Ausnehmungen gegen den Knopfhals nähert, so daß der Fortsatz des ersten Flügels (H) bei dessen Tieflage auf die Feder aufsitzt und ein Aufgehen des Knopfes verhindert, bis durch die Aufwärtsdrehung des zweiten Flügels (K) die Feder wieder nach außen zu abgedrückt und so der erste Flügel (H) freigegeben wird, welcher dann in bekannter Weise von Hand aus oder durch eine geeignet angeordnete Feder von selbst in seine Hochlage gebracht wird.

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schützt Eure Läden vor Einbruchsdiebstahl!

Brillantendiebstähle. Am 13. März zeigte der Juwelier Ignaz Gerstmann in Wien, Kleeblattgasse 11, an, daß ihm eine Brillantbrosche im Wert von 1000 K gestohlen wurde. Der Verdacht fiel auf den 20jährigen Goldschmiedgehilfen Viktor Stund1, Auerspergstr. 13 wohnhaft, weil auch dem Juwelier Heinrich Hertzka, Siebensterngasse 46, als Stundl dort arbeitete, Brillanten im Werte von 400 K abhanden kamen. Stundl wurde verhaftet und gestand die beiden Fälle, sowie den Diebstahl von Goldabfällen im Werte von 100 K ein. Seine Beute hatte der Gehilfe bei einem ihm bekannten Bildhauer in der Höhlung eines Gipspferdekopfes verborgen.

Büchertisch.

Wirklich groß, dem Titel entsprechend, ist alles, was das Weltmodenblatt „Große Modenwelt“, Verlag John Henry Schwerin, bei billigem Abonnementspreis von 1 Mk. pro Quartal, bietet. Groß ist das Format, Großfolio, in dem das Journal alle 14 Tage mit doppelseitigem Schnittmusterbogen erscheint. Groß ist der Riesenschnittmusterbogen. Groß sind die Handarbeiten-Beilagen mit naturgroßen Vorlagen. Wir finden in dem Blatt Kostüme für jeden Geschmack und für jedes Alter, alles ausgeführt in eleganten Modegenrebildern erster Künstler. Großzügig angelegt ist auch die illustrierte Belletristik, darunter fesselnde Romane. So verdient das Ä mit Recht den Titel: „Große Modenwelt“. Alle Buchhandungen und Postanstalten nehmen Bestellungen auf dieselbe ent

gegen. Gratis-Probenummern verlange man vom Verlage.

Ein Lexikon der Edelsteinschneider. Die Familie des Dichters Hermann Rollett teilt mit, daß ein in seinem Nachlasse vorhanden gewesenes druckfertiges Lexikon der Edelsteinschneider vom Cinquecento bis zur Gegenwart seitens des „Allgemeinen Künstlerlexikons“ in Leipzig erworben wurde. Rollett, der zu den wenigen Spezialisten im Fache der Gemmenkunde gehörte, hat an diesem umfangreichen Werke jahrzehntelang gearbeitet.

Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Protokoll der Vorstandssitzung des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede am Dienstag, den 6. März 1906.

Anwesend die Herren Telge, Müller, Schmidt, Fischer. Entschuldigt fehlt Herr Menzel. Es kommt zunächst zur Kenntnis, daß sich Herr Otto Müller, Frankfurt a. O., Regierungsstr. 7, als Einzelmitglied zum Verband gemeldet hat. Ein Unterstützungsantrag von einem Mitgliede des Verbandes liegt vor und wird nach Lage der Sache der Höchstbetrag, welchen der Vorstand bewilligen kann, und zwar 100 Mk., zu gewähren beschlossen. Der Vorsitzende teilt mit, daß in Berlin eine KunstgewerbeAusstellung im nächsten Jahre stattfindet; er sei für das Gold- und Silberwarengewerbe in den Ausschuß gewählt. Ferner wird mitgeteilt, daß am 9. März von dem Fachverband für die wirtschaftlichen Interessen des Kunstgewerbes eine Versammlung stattfindet, in welcher die vielfachen Schäden und Mißstände, unter denen das deutsche Kunstgewerbe leidet, besprochen und über Mittel und Wege zur Abhilfe beraten werden soll. Er sei für unser Gewerbe zum Referenten ernannt. In Angelegenheit Besteck-Preis-Konvention teilt Herr Fischer noch mit, daß am Montag nach der letzten Vorstands- und Ausschußsitzung die beschlossene Besprechung stattgefunden hat, und zwar in der Geschäftsstelle des Verbandes. Zugegen war Herr Hofjuwelier Becker, Herr Ernst Bruckmann, Herr Mosgau und Herr Fischer. Infolge dieser Besprechung sind dem Verband der Silberwarenfabrikanten Deutschlands drei, in den Bezirken Rheinpfalz, Halle und Kassel abgeschlossene Konventionen übersandt, damit die Verträge mit den Silberwarenfabrikanten abgeschlossen werden. Von Herrn Schmieth-Schwerin ist ein Vorschlag gemacht zur Gründung einer Unterstützungskasse gegen Einbruch. Nachdem nun die Schwierigkeiten einer solchen Gründung sich aus der Diskussion ergeben haben, schlägt Herr Müller vor, die Sache dem Ausschuß zu unterbreiten. Herr Schmidt beantragt, sämtlichen Vereinen von dieser Idee Mitteilung zu machen, damit sie sich bis zur nächsten Ausschußsitzung äußern und Stellung dazu nehmen. Zur Beratung kommt der Vertrag mit Rheinland. Eine Zustimmung ist erfolgt von Herrn Betz-Hannover. Einwendungen sind gemacht von Herrn Stumpf-Danzig. Nach nochmaliger eingehender Beratung wird beschlossen, den Vertrag abzuschließen. Zur Vertrauensmännerwahl liest Herr Fischer ein Schreiben aus Stralsund vor, wonach gegen die Bezeichnung „Vertrauensmann“ Bedenken aufsteigen. Herr Telge schlägt vor, die Herren vielleicht als „korrespondierendes Mitglied“ zu bezeichnen. Der Zweck der Vertrauensmänner soll hauptsächlich der sein, neue Mitglieder zu werben und dadurch die Organisation weiter auszudehnen. Es kommt noch ein Brief vom Verein Baden zur Verlesung mit verschiedenen Anfragen, die durch den Vorsitzenden erledigt werden. Betreffs des beschlossenen Prozesses gegen den Uhrmacher K., der sich Goldarbeiter nennt, stellt sich nunmehr heraus, daß dies durch Inserate vor Weihnachten geschehen ist, zur Zeit jedoch nicht. Es muß daher von einem Vorgehen gegen diesen, weil Verjährung eingetreten, Abstand genommen werden. Ein Erkenntnis aus dem Jahre 1901 in Uekermünde stellt schon fest, daß ein Uhrmacher,

der Reparaturen ausführen kann, berechtigt ist, sich Goldarbeiter zu nennen. Das Gericht setzte damals das Objekt auf 450–650 Mk. fest, so daß eine Berufung an das Reichsgericht ausgeschlossen war. Es ist dabei unerheblich, ob die Arbeiten gut ausgeführt werden. Der Prozeß in Jena ist bis zum Oberlandgericht durchgeführt worden. Der Beklagte war nicht imstande, Reparaturen auszuführen und wurde demnach verurteilt, die Bezeichnung Goldarbeiter fallen zu lassen. Um dem Beschluß des Verbandstages gerecht zu werden, soll gegen M. R. vorgegangen werden, und zwar auf Grund der Tatsache, daß R. bei seinem Vater gelernt hat, der Uhrmacher und nicht, wie er der Behörde angegeben, Optiker und Goldarbeiter ist Ferner teilt der Vorsitzende mit, daß nunmehr auch aus Gera von der dortigen Handwerkskammer ein Gutachten eingegangen ist, welches in sehr gründlicher Weise die Frage behandelt, ob sich ein Uhrmacher „ Goldarbeiter“ nennen darf. Die Handwerkskammer kommt zu dem Ergebnis, daß bei einem Prozesse Aussicht auf Erfolg nicht vorhanden ist. Zur Beratung kommt der Verbandstag Eisenach und wird beschlossen, den Herren in Eisenach offiziell mitzuteilen, daß der Verbandstag im August dort abgehalten werden soll und ob seitens der Herren die Vorbereitungen übernommen werden. Herr WalterHalle hat sich bereit erklärt, die Herren Kollegen in Eisenach zu unterstützen, wenn es gewünscht wird. Der Vorsitzende bringt drei sehr interessante Fälle zur Besprechung; zwei Streitfälle zwischen Mitgliedern und einen Streifall zwischen einem Mitglied und einem Nichtmitglied. Alle drei Fälle wurden in gütlicher Weise zur Einigung gebracht, so daß den Betreffenden keinerlei Prozeßkosten entstanden sind. – Diese drei gütlichen Beilegungen von Streitigkeiten zeigen ein bisher noch nicht betretenes dankbares Gebiet für die Tätigkeit des Verbandes vorsitzenden. – Alsdann bringt Herr Fischer einen weiteren interessanten Streitfall zwischen einem Lieferanten und einem Juwelier zur Begutachtung, der geheim gehalten werden soll. Das Gutachten soll zur Feststellung des rein juristischen Standpunktes unserm Rechtsbeistand zur Rückäußerung übergeben werden. Ueber den Verkauf eines Geschäftes in Straßburg (Elsaß) kommt ein Gutachten zur Verlesung, wonach dem betrogenen Käufer geraten wurde, den Verkäufer bei der Staatsanwaltschaft zu denunzieren, um dann den zu viel bezahlten Betrag zivilrechtlich einzuklagen, wenn nicht Rückgängigmachen des Kaufes oder ein Nachlaß bis zum berechtigten Preis vom Käufer vorgezogen wird. Schließlich erklärt sich der Vorstand bereit, den ersten Schritt zu einer Einigung zu unternehmen. Bezüglieh Detaillierens der Firma L. teilt der Vorsitzende mit daß der Verband der Silberwaren-Fabrikanten abgelehnt habe, sich mit der Angelegenheit zu befassen, weil ihm keine Befugnis zusteht, auf die Geschäftsführung seiner Mitglieder einen Einfluß auszuüben. Den Herren Kollegen in Bremen wird von dem Verlauf der Sache Kenntnis gegeben. Diese Angelegenheit wird im Geschäftsbericht auf dem Verbandstage zur Sprache gebracht werden. Dem Herrn Schatzmeister werden verschiedene Rechnungen übergeben. Schluß der Sitzung 92 Uhr. Berlin, den 6. März 1906.

Fischer. Oscar Müller, 1. Schriftf.

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44a. 270455. Bieruhr, gekennzeichnet durch einen über einem Zifferblatt nur in einer Richtung beweglichen Zeiger und Federklemme zum Festhalten am Glase. Carl Werner, Saalfeld a. S. 22. 1. 06. W. 19653. 44a., 270462. Zustecknadel zum zeitweiligen Zusammenhalten von Stoffen. Emil Peiffer, Sötern b. Birkenfeld. 24. 1. 06. P. 10818. 44a. 270554. Armband, dessen Endglieder mit den beweglichen Lappenteilen eines stark federnden Klappenmedaillons verAng! sind. J. Emrich, Pforzheim. 27. 12. 05. E. 8662. 44a. 270583. Zierkette für Schmuckgegenstände. J. Weber, Hamburg, Beethovenstr. 45. 19. 1. 06 W. 19641. 44a. 270587. Schutzkappe für Hutnadeln. Würzburg, Kerngasse 24. 20. 1. 06. G. 15052. 87a. 270698. Am Tisch zu befestigender Parallelschraubstock mit Holzspannbacken und hölzerner Platte zur Befestigung des Werkstücks am Tisch. Oskar Eith, Untertürkheim 4. 1. 05. E. 8686. 87a. 270699. Zange mit Sperrschloß zum Selbstfassen und Selbstlösen von Gegenständen. Heinrich Uder, Mondlingen b. Hagendingen. 5. 1. 06. U. 2091. 44a. 270839. Einsteckknopf, dessen Stift mit schraubenförmigen Einkerbungen für den Eingriff der Feder versehen ist. Gebr. Lange, Lüdenscheid. 18. 1. 06. L. 15411. 44a. 270885. Unlösbar über einem Dorn zu befestigender Knopf. H. Hauptner, Berlin. 18. 3. 05. H. 26523.

Hermann Buchholz, Han

Carl Goedtler,

Frage- und Antwortkasten.

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

Fragen: W so Frage 503. Welche Besteckfabrik führt nebenStehendes Warenzeichen ? M. K. in L. Frage 505. Welche Metallwarenfabrik führt das Warenzeichen K. M. F. ? M. iT1 P.

Frage 516. Welche Besteckfabrik führt Krone und Pferdekopf im Warenzeichen? Wir erbitten die Abbildung desselben. C. R. in L.

Frage 528. Wer liefert Uhrschlüsselanhänger (unecht, vergoldet und Weißmetall) in Form eines Gewehres (5 cm lang)? A. B. in C.

Frage 530. In Nr. 40 (1904, Seite 287a) brachte die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ einen kleinen Aufsatz „Für die Werkstatt“

über Vergolden nach Gewicht. Ich möchte nun hiermit bei den Herren Kollegen anfragen, ob einer derselben gute Erfahrungen damit gemacht hat, und ob dasselbe auch für Rot- und FeingoldVergoldung anzuwenden ist? H. E.

Frage 534. Welche Silberwarenfabrik führt in ihren Bestecken einen Eber oder eine Wildsau als Stempel? F. K. in A. B.

Frage 537. Wer ist der Fabrikant des Ohrlochstechers „ Schmerz los“? K. & W. in P.

Frage 541. Welcher Fabrikant liefert Imitationen von FiligranNippes? E. P. in H.

Frage 542. Wer von den Herren fabriziert Ostfriesischen Schmuck in Gold und Silber? P. in H.

Frage 544. Wer liefert billige vernickelte Anhänger zum Öffnen, als Totenkopf, Nuß, Eichel und Glücksschwein? G. M. in O.

Frage 546. Kann mir einer der Herren Kollegen sagen, wer der Fabrikant von Silberwaren ist, die als Warenzeichen drei in einem Oval (oder Kreis) befindliche Kugeln tragen? F. A. in E.

Frage 547. Wer von den Herren Fabrikanten kauft Hirschgrandeln? Z in H.

Frage 548. Wie soll rotes Email behandelt werden, damit dasselbe beim Brennen nicht schwarz wird? L. in L.

Frage 549. Wie reinigt man mattgoldene Bijouterie, die sehr stark rot angelaufen ist? S. H. in D.

Frage 550. Wer von den Herren Kollegen kann mir eine Firma nennen, die Maschinen und Stanzen zur Herstellung der SemiEmaille-Prägungen herstellt resp. liefert? V. in Paris.

Frage 551. Welche Firma liefert die Email-Aufsätze für SilberOhrringe? E. B. in O.

Frage 552. Welche Firma erzeugt Maschinen zur Anfertigung von Brissuren für Ohrgehänge? E. B. in O.

Frage 553. Wer hat ein 14kar. goldenes Kollier im altfriesischen Stil am Lager, oder wer ist Fabrikant eines solchen? St. in B

- Antworten:

Zu Frage 497. Dichroskope fabrizieren: Dr. Steeg & Reuter, Homburg v. d. Höhe.

Zu Frage 508. Seine Dienste anzubieten erlaubt sich: Paul Rähmisch, Elfenbeinschnitzer, Breslau, Schweidnitzerstr. 1.

Zu Frage 520. Stahlkugeln fabriziert die Firma Fischer in Schweinfurt. Maschinen zum Polieren von Ketten, bei welchen Stahlkugeln verwendet werden, liefert: Wilh. Feiler, Pforzheim.

Zu Frage 529. Norwegischen Filigranschmuck fabriziert: Wilh. Rudolph Nachf., A. Kunz, Schwäb. Gmünd. Zu Frage 531 und 539. Silber-Bijouterie moderner und antiker Styl, gefaßt und emailliert, Trauerschmuck in Stahl und Onix-Imitation, Taschen und Börsen in Silber und Stahl, Ring- und Schuppengeflecht, Pompadours, liefert: Theod. Friedr. Werner, Pforzheim. Zu Frage 532. Zur Lieferung billiger Beschläge empfiehlt sich: Robert Hasenmayer, Prägeanstalt, Pforzheim. Zu Frage 535. Wir liefern in Fächerketten und Rosenkränzen stets das Neueste und Billigste: Philipp Trunk, Bijouterie- und Kettenfabrik, Pforzheim. Zu Frage 543. Ketten aus Aluminiumfabrizieren: Schwemmle & Co., Pforzheim. Zu Frage 548. Das rote Email ist eine äußerst exquisite Farbe und wird gut, sofern die rote Emaille selbst recht gut ist;

zu beziehen am besten bei Schauer & Co., Wien III/2, Rasu

mofskygasse 29, oder bei Millenet, Genf. Auch benötigt rote Emaille (ich nehme an, daß Sie transparente Farben meinen) möglichst gutes Metall, 18kar. Gold oder "ooo Silber. Tomback muß mehr goldgelb aussehen als kupferrot. Beim Verarbeiten darf das Rot nicht zu dünn angemacht werden. Weiteres läßt sich darüber nicht sagen; alles andere muß selbst ausprobiert werden. Das Anmachen der Farben geschieht am besten mit „ Essence de La van de grasse“, dickes Lavendelöl, Dicköl oder Sandelöl mit etwas Nelkenöl verdünnt. Die so verdünnte Farbe läßt sich famos verarbeiten. Oele von Millenet, Genf. Fast alle Farben müssen wiederholt aufgetragen werden, teils stehen, teils verlieren dieselben im Feuer mit oder ohne Fondant. Deswegen sind die guten, echten Emaillen sehr teuer und schwer herzustellen. Die billigen, kuranten Farben, welche zum Teil Porzellanfarben sind, werden zumeist nur ein- oder zweimal aufgetragen. Otto Ulbrich, Hanau. Zu Frage 549. Sie bestreichen den angelaufenen Gegenstand zuerst mit Salzsäure (chemisch reine), dieselbe wird den roten Hauch wegätzen; hilft dies nichts, so kratzen Sie denselben vorsichtig mit der Glaskratzbürste. A.

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