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erster Firmen in ecoln er und unechter Bijouterie für Berlin und evtl. Provinz gesucht, evtl. mit Musterlager. Gefl. Offert unter „Selbstständig“ Berlin, Postamt 16.

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Deutsche Goldschmiede-Zeitung“, Leipzig 28.

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sich also, die Wage auf jeden Fall aichen zu lassen. SMFE=E=–

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auf Rep. und kleine Neuarbeiten sofort gesucht. Angenehme und dauernde Stellung. [1122

Emil Weiss. Juwelier, Dessau.

Ein tüchtiger

Besteckarbeiter

gesucht. A. Kretzschmar, Hannover, Semmernstraße 35. [1124

Ein junger

Goldschmied

sucht auf Reparaturen, kleine Neuarbeiten und etwas Fassen bald Stellung. Off. an Geor: Koschig. Frankfurt a. M., Bergstraße 108, III bei Vogt. [1126

Reisender

in Gold-, Silber- und LuxuswarenBranche Deutschl. und Osterreich bereist, sucht wegen Veränderung anderweite Reisestellung. Evtl. spätere Beteiligung möglich. Off. erbeten unter Z. A. 1127 an die Deutsche Goldschmiede-Zeitung in Leipzig 27.

Nach Schluss der Redaktion eingegangen:

Reisender

der Gold- und Silberwaren-Branche, mit der deutschen Kundschaft durch langj. Tätigkeit bekannt, wünscht sich zu verändern. Off erbeten unter Z. C. 1129 an die Deutsche Goldschmiede - Zeitung in Leipzig 28.

Reisender

d. kunstgewerbl. u. Metallwaren Branche, Deutschl, Osterr. und Schweiz eingeführt, sucht sich verändern. Öff. erb.unt. Z.B.1128 an die Deutsche Goldschm.-Zig. in Leipzig 28.

Zu vermieten!

Ein Laden mit Einrichtung für Goldschmiede-Geschäft nebs Werkstatt und Wohnung, wo seit 10 Jahren ein solches Geschäft betrieben wurde, ist wegen Tode fall des bisherigen Inhabers baldigst zu vermieten. [1125 Elise Haack Lauenburg (Elbe)

verantwortlich für die Redaktion des volkswirtschaftl. Teiles: Syndikus Hermann Pilz, Leipzig; für den kunstgewerbl. Teil: Professor R. Rü* Pforzheim. Druck: Spamersche Buchdruckerei in Leipzig.

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In der letzten Zeit sind wieder viele Anfragen an uns gelangt, in denen Goldschmiede Auskunft darüber verlangten, was sie für eine Schätzungsgebühr erheben könnten, wenn man ihnen Gold- und Silberwaren zum Taxieren bringt. Wir wollen deshalb hier der Frage:

Welche Schätzungsgebühr darf der Goldschmied beim Taxieren von Gold- und Silberwaren erheben?

noch einmal näher treten. Bekanntlich ist durch unseren Verlag eine Schätzungs-Tabelle zu beziehen, welche der Goldschmied im Laden aufhängen kann. Welche Preise sind aber in die Tabelle einzutragen? Auf verschiedene Anfragen erhielten wir auch die verschiedensten Antworten. Wir wandten uns deshalb an den Verband, der uns auf das Protokoll des zweiten Verbandstages in Dresden verwies. Dort kam ein Vorschlag des unvergeßlichen Hofjuweliers Merk-München zur Beratung, der folgendes vorschlug: für Gegenstände im Werte bis zu 10 Mk.: 30 Pf. yy y» yy „ von 10 Mk. bis 50 Mk.: 50 Pfg. 11 yy yy yy yy 50 yy. y» 100 yy 75 yy 17 %) y» „ über 100 Mk. 1 Mk. Grundtaxe und für jedes 100 noch 2 Proz. mehr. Danach würde bei einem Gegenstand von 500 Mk. im Werte also eine Gebühr von 1 Mk. 25 Pfg. zu erheben sein. Diese Gebühren-Skala erscheint gerecht. Wem die Berechnung der Zuschläge zu kompliziert ist, der kann vielleicht auch statt dessen folgende Skala, die der Merkschen Berechnung ungefähr entspricht, festsetzen: für Gegenstände im Werte von 100–300 Mk.: 1 Mk. 25 Pfg. 300–500 „ 1 „ 75 „ yy zy yy yy yy 500–750 yy 2 yy 25 yy yy zy yy yy yy 750–1000 yy 2 yy 75 yy Es ist schon ganz angebracht, daß die Gebühren verhältnismäßig mit dem Werte des Schmuckstückes oder Gebrauchsgegenstandes steigen. Wir hatten seiner Zeit über ein seltsames Urteil des Schöffengerichts Moabit berichtet, an welches sich in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ eine Debatte knüpfte. Es handelte sich um die Freisprechung eines Berliner Juweliers, der einen Trauring, 985 gestempelt, verkaufte, welcher nur 950 Feingehalt aufwies. Die Freisprechung erfolgte, weil angeblich der Bildungsgrad des Juweliers nicht so groß sei, daß er die Legierung berechnen konnte, also die Absicht bei der Zuwiderhandlung fehlte. Wir können heute mitteilen, daß in der zweiten Instanz dieses Urteil, gegen welches, wie zu erwarten war, die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte, umgestoßen worden ist.

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Der Juwelier wurde wegen Vergehen gegen das Feingehaltsgesetz zu 200 Mk. Strafe verurteilt.

Nach der belastenden Aussage des Münzwardeins hat er bei einem Jahresumsatze von 25000 Mk. für Trauringe an jedem Trauring 1 Mk. extra verdient.

Unsere Hilfe wurde weiter in einer ganz eigenartigen Sache begehrt, in der sich leider wohl wenig wird machen lassen. Es handelt sich um einen

Juwelier und Bierfahrer

in Bad Sachsa. Der dortige Flaschenbierhändler Georg B., der sein Bier selbst ausfährt, hat an seiner Wohnung das Schild „Juwelier“ stehen und annonciert auch in den Zeitungen als „Juwelier“ Es ist uns nun gemeldet worden, daß derselbe als Goldschmied und Juwelier nicht wie üblich ausgebildet worden sei. Das mag sein. Wenn er aber imstande ist, Arbeiten eines Goldschmieds und Juweliers zu verrichten, so ist ihm nicht beizukommen. Ob er nebenbei Bier fährt, Pöklinge oder Hosenträger verkauft, ist nach den gesetzlichen Vorschriften vollständig gleichgültig. Es müßte aber erst erörtert werden, ob er auch wirklich Juwelierarbeiten zu leisten imstande ist, wenn er vom Kutscherbock herabgestiegen ist. Daß jemand

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Wir haben seinerzeit in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ schon davon Kenntnis gegeben, daß die Firma Sarita of New York in Hannover (Inhaber Ignatz Blumenthal in Berlin) gegen den Juwelier Hermann Reger in Hannover eine einstweilige Verfügung wegen Unterlassung unlauteren Wettbewerbes erwirkt hatte. Reger hatte, wie wir berichteten, einen Ausschnitt aus der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ und der „Magdeburger Zeitung“ in seinem Schaufenster ausgehängt, durch welchen das Publikum vor den Sarita-Diamanten gewarnt werden sollte. Das Gericht verbot nun den Aushang dieser Artikel, indem es ausführte, daß zwar ein unlauterer Wettbewerb nicht in Frage kommef daß aber das Vorgehen Regers den guten Sitten widerstreite und „dem Anstandsgefühl billig und gerecht denkender Kaufleute nicht entspreche.“ Wir wiesen seinerzeit diese Unterstellung in der „Deutschen GoldschmiedeZeitung“ scharf zurück. Herr Reger erbat sich nun für die der einstweiligen Verfügung folgende Klage weitere Verhaltungsmaßregeln von uns und haben wir ihm auch gern mitgeteilt, welchen Standpunkt wir in der Sache einnehmen. Heute können wir mitteilen, daß die von uns vertretene Anschauung die volle Billigung des Gerichts gefunden hat und die Kundgebungen unserer „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“, die dem Gerichtshof vorlagen, in der Urteilsbegründung wiederkehren. Dabei hat der Gerichtshof in dem Urteil „goldene Worte“ ausgesprochen, die nicht ungehört verhallen sollen.

In dem Ausschnitt aus der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ wurde gegen den Diamantenschwindel, wie er in Leipzig, Berlin, Frankfurt a. M., Nürnberg und München vorgekommen ist, vorgegangen. Es wurde behauptet, das Publikum sei in den von Zeit zu Zeit auftauchenden Geschäffen der Bera-Compagnie, TaitsCompagnie, Lucios-Compagnie usw. schmählich betrogen worden und augenblicklich tauchte das Zeug in Nürnberg als „Sarita-Diamanten“ auf und die Sarita of New York treibe denselben unlauteren Wettbewerb wie die Lucios-Gesellschaft. Es sei bedauerlich, daß die Staatsanwaltschaft so selten gegen dieses Treiben einschreite. Im zweiten Ausschnitt war ein Bericht über eine Magdeburger Gerichtsverhandlung gegen den Geschäftsführer des Magdeburger Sarita-Diamanten-Geschäftes wegen unlauteren Wettbewerbes und Betruges enthalten. Der Angeklagte wurde nach dem Bericht nur wegen unlauteren Wettbewerbes zu 500 Mk. Geldstrafe verurteilt. Gegen den Aushang dieser Ausschnitte glaubte das Königl. Amtsgericht Hannover den Inhaber der Sarita – Compagnie schützen zu müssen und brachte die einstweilige Verfügung aus. Das Landgericht Hannover aber hat unter dem 15. Februar die Klage abgewiesen. In dem Urteil heißt es: Es ist der Klägerin darin Recht zu geben, daß die Zeitungsausschnitte Behauptungen tatsächlicher Art über die Waren und die gewerblichen Leistungen der Klägerin enthalten, welche geeignet seien, den Betrieb ihres Geschäftes zu schädigen. Der der „Goldschmiede-Zeitung“ entnommene Artikel kritisiert in abfälliger Weise den Geschäftsbetrieb der Taitsund Bera-Compagnie und bezeichnet die von diesen Firmen gepflogene Bedienung des Publikums als ein schmähliches „ÜberdasOhrhauen.“ Er bezeichnet diesen Handel mit Diamantenimitationen überhaupt als Schwindel, die Waren als Plunder und stellt die

Sarita-Diamanten damit auf gleiche Stufe. Diese Vorwürfe des unSoliden, schwindelhaften Geschäftsbetriebes treffen die sämtlichen Sarita-Diamanten-Geschäfte. Auch der zweite Artikel enthält Angaben tatsächlicher Art. Daß das Aushängen dieser Artikel zum Zwecke des Wettbewerbes geschehen ist, steht ebenfalls außer Frage. Allein es kommt hier die Bestimmung über den Schutz berechtigter Interessen in Frage. Das Geschäftsgebahren der Sarita-Firma ist nicht zu billigen. Es widerspricht schlechterdings jedem reellen Geschäftsbetrieb, den Preis für eben dieselben Waren um das zwölffache herabzu setzen, noch dazu in der kurzen Frist von einigen Monaten. Ein solches Verfahren läßt sich auch dadurch nicht im mindesten rechtfertigen, daß es als „amerikanisches System“ hingestellt wird. Es kann ernstlich nicht der geringste Zweifel darüber bestehen, daß die, welche die angepriesenen DiamantenImitationen für 12 oder 10 Mk. gekauft haben, in unlaut erster Weise übervorteilt sind! (Bravo! Die Red.) Es ist davon auszugehen, daß der Beklagte in gutem Glauben gewesen ist, als er die Ausschnitte anschlagen ließ, da sie in einer Fachzeitung und angesehenen Tageszeitung erschienen waren. Das Wettbewerbsgesetz will außerdem den vollen Handel schützen und es darf nicht in der Weise angewandt werden, daß der reelle Gewerbtreibende gehindert wird, sich seinerseits gegen eine mit Mitteln, welche einem reellen Kaufmann nicht anstehen, betriebene Konkurrenz zu schützen. Wenn sich der Gewerbtreibende gegen eine solche Konkurrenz durch Mitteilungen tatsächlicher Art schützt, so verteidigt er allerdings berechtigte Interessen, sowohl des eigenen Geschäftes, wie die seiner Standesgenossen und selbst die des Handels des ganzen Staates! Denn es liegt allerdings ein allgemeines Interesse vor, daß die Reklame gewisse Grenzen nicht überschreite! Daher muß in solchen Fällen bewiesen werden, daß die Abwehr in unangemessener, beschimpfender oder schmähender Weise erfolgt und im letzteren Falle, daß sich der Beklagte auch der Uberschreitung bewußt war. Das ist hier nicht anzunehmen, da es sich um die Artikel angesehener Zeitungen handelte und der Beklagte sich auf diese verlassen durfte. Aus denselbsn Erwägungen konnten auch die §§ 823, 824, 826 des bürgerlichen Gesetzbuches nicht angewandt werden. Eine vorsätzliche, gegen die guten Sitten verstoßende Schadenszufügung gewährt allerdings unter allen Umständen einen Anspruch auf Schadenersatz und damit auf Unterlassung. Allein im vorliegenden Falle steht das Gericht auf dem Standpunkte, daß die Handlungsweise des Beklagten nicht gegen die guten Sitten verstoße, daß es vielmehr durchaus „dem Anstandsgefühl billig und gerecht denkender Kaufleute entspreche“, wenn Beklagter in der von ihm gepflogenen Weise gegen den Geschäftsbetrieb der Klägerin vorging. Das sind in der Tat goldene Worte! Der Gerichtshof hat die wahre Sachlage erfaßt und Treue und Glauben zum Siege gelangen lassen. Daß unserer „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ dabei ein Kompliment gemacht worden ist, freut uns um so mehr, weil es gerade von einem Gerichtshof geschieht, der mit dem Gewerbestande und seinen Leiden offenbar vertraut ist!

Selbstgemachtes Werkzeug.

Einige Ratschläge für Goldschmiede-Lehrlinge und Gehilfen.

Altes Werkzeug, besonders aber alte Feilen, wenn man sie lange genug zur praktischen Arbeit gebraucht und sie schließlich noch zum Eisen und Stahl feilen vollständig ausgenützt hat, taugen nach der Meinung vieler Lehrlinge und Gehilfen zu weiter nichts mehr, als daß man sie in den großen Kasten wirft, wo schon so manches alte Werkzeug liegt, und wo unter dem Namen „Alt Eisen“ alles das gesammelt wird, was fälschlicherweise zu nichts mehr taugen soll, als daß es für 2 Pfennig das Pfund an den herumziehenden „Alt Eisen-Mann“ verkauft wird.

Und doch ist's eine Sünde, so alte liebe Bekannte, nachdem sie eine

zange genügend Raum zu geben. Nachdem die zwei Hälften gut vernietet waren, feilte ich die Konturen straff und sauber, den rauhen Hieb der Feile ließ ich, da dies zum Anfassen und Halten nur praktisch und angenehm ist. Eine so hergestellte Kornzange (siehe Fig. 1) ist bedeutend praktischer und schöner als eine gekaufte und außerdem dauerhafter und fester als jene. Auch meine Stichel waren einstmals halbrunde Feilen! Dieselben müssen nur, nachdem sie auf die gewünschte Form gefeilt wurden, vorsichtig und gut in Seifenwasser gehärtet und dann gelb oder rot angelassen werden. Dreikantige Feilen

ganze Zeit treu gedient haben, verächtlich und wertlos über Bord zu werfen. Man sollte doch zu Solch einem invaliden Werkzeug viel mehr Pietät haben, da man dasselbe zu vielen anderen praktischen Sachen verwenden kann und es sich

geben gute Schaber (Fig. 2). Man braucht sie nicht einmal auszuglühen, sondern nur auf dem Sandschleifstein spitz zu schleifen und die scharfen Kanten etwas zu brechen; das Rauhe der Feile ist auch hier wieder zum Halten sehr angenehm.

wirklich lohnt, alte Feilen, große und kleine, aufzubewahren und neue brauchbare Werkzeuge davon zu machen.

Runde Feilen (Fig. 3), sog. Rattenschwänze, kann man zu kleinen Knopfstempeln feilen resp. abdrehen; große flache, halb

Ich fand einmal im „Alten Eisen“ ein paar alte

runde oder dreikantige Feilen, besonders kürzere

Feilen, welche sich vorzüglich zu einer Kornzange eigneten. Dieselben wickelte ich mit Bindedraht zusammen und glühte sie im Kohlenfeuer aus. Nach dem langsamen Erkalten derselben feilte ich sie sauber von der Mitte ab dünn, damit sie recht gut und leicht federten. Jedoch schonte ich das Metall da, wo die Angel der Feile sich befindet, damit genug Stärke für die zwei Nieten vorhanden war. Sodann wurden die zwei Paar Nietlöcher gebohrt, diese dann noch außen gut nachgefräßt, damit die Nietköpfe sich recht gut einschlagen lassen, weil dieselben überfeilt werden müssen. Dazwischen . nietete ich noch 2 mm starkes Blech, um dem Federn der Korn

abgebrochene Stücke davon verwendet man zu Stanzen - für Knöpfe, Herzen usw. Aus dreieckigen Nadelfeilen macht man „Nadelfeilsch aber“, aus runden Nadelfeilen Durchschläger, Perlstempel, Anreißspitzen, kleine Schraubenzieher, Faßwerkzeuge (Korneisen), Reibahlen und vor allen Dingen gute und billige Bohrer. So läßt sich manches Stück Werkzeug mit geringen Mitteln, und nur mit etwas Geschicklichkeit herstellen. Ich hoffe und wünsche, daß meine jungen, strebsamen Kollegen diese Zeilen und Ratschläge zu ihrem Vorteile ausnutzen und versuchen mögen, sich ihr Werkzeug selbst zu machen. P. A.

Das Schmerzenskind der Goldschmiede.

Ist im Gold- und Silberwarengewerbe Vertrauen schon im allgemeinen eine der Hauptgrundbedingungen, so ist dieses ganz besonders bei der Verarbeitung und Ausschmelzen von Gekrätz der Fall. Es giebt einen großen Teil Fachgenossen, welche nicht wissen, wie ihr Gekrätz ausgearbeitet wird, und soll es hiermit in kurzem erklärt werden.

Es wird dem Gekrätz beim Sammeln viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Wertlose Gegenstände gehören durchaus nicht hinein, wie z. B. ganze Metallteile, Kohlen, Holzstücke, Papier usw. Alte Feilen sind mit einer Drahtbürste gut zu reinigen und als alt' Eisen zu betrachten, also nicht in das Gekrätz zu werfen; ebenso müßte aller Bindedraht nach Möglichkeit daraus entfernt werden.

Soll das Gekrätz ausgearbeitet werden, so wird es zunächst in einem Glühofen oder einer Glühpfanne bei öfterem Umrühren gut durchgeglüht. Ist dieses geschehen, so wird dasselbe aus dem Ofen entfernt und letzterer nach dem Glühen gut gesäubert. Dann wird das geglühte Gekrätz in möglichst warmem Zustande – damit es keine Feuchtigkeit anzieht – fein gemahlen. Dies geschieht entweder auf dem Koller oder in einer Kugelmühle oder bei ganz kleinen Quantitäten im Mörser. Nach dem Kollern resp. Mahlen wird es mit der Hand gesiebt, während in der Kugelmühle eine Siebvorrichtung mit eingebaut ist, so daß das Gekrätz fertig gesiebt herauskommt. Beim Mahlen entwickelt sich nun mehr oder weniger Staub je nach der Beschaffenheit des Gekrätzes. Die Kugelmühlen haben nun ein Abzugsrohr, durch welches der

Staub abgesaugt werden kann, wodurch natürlich Verluste entstehen, je nachdem größere oder kleinere Mengen abgesaugt werden. Nach dem Mahlen wird das Gekrätz mit einer Mischmaschine oder durch öfteres Umschaufeln gemischt, eine Stichprobe genommen, von welcher der Feininhalt festgestellt wird (Gekrätzprobe), und danach der Wert berechnet. Das Ausschmelzen der Gekrätze erfolgt in Hüttenwerken. Der nach dem Mahlen verbleibende Rückstand, welcher nicht durch das Sieb geht, wird ausmagnetet und mit Fluß geschmolzen. Der sich hieraus ergebende Regulus (oder König) wird zu einem Barren umgeschmolzen und, nachdem der Feingehalt durch Feuerprobe ermittelt ist, als Scheidegut verwendet. Der in dem Gekrätz befindliche Eisendraht ballt sich beim Mahlen zu größeren Bündchen zusammen und hält somit Edelmetallteile an sich, die dem Gekrätz verloren gehen. Da es nun unmöglich ist, diesen Wust von Draht so zu zerlegen, daß alle andern Teile daraus entfernt werden können, so ist es zweckmäßig, daß größere Messing- und Kupferstücke aus den Rückständen ausgesondert werden. Diese ausgesonderten Metallstücke sowie das durch den Magnet ausgezogene Eisen werden später in größeren Mengen zugunsten der Gekrätzanstalt besonders ausgearbeitet. Demnach ist es also richtiger, wenn dergleichen Metallstücke nicht in das Gekrätz geworfen, sondern als altes Metall betrachtet und dementsprechend verwertet werden. F. S.

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Uberlistet.

Novelle von O. Molinero.

„Was, Steine kaufen? Bei dem Geschäftsgang, und nachdem mir vor 14 Tagen erst ein ganzer Koffer mit Bijouterie gestohlen worden ist? Na, hören Sie, Verehrtester, das ist doch wohl ein bißchen viel verlangt!“ „Aber wieso denn? Sie sind doch jetzt fein raus. So gewissermaßen ein Idealverkauf, – keine Reklamationen, keine Reparaturen, alles glatt vom Lager weggegangen. Na, was wollen Sie denn da noch mehr? Und den Schaden, und das ist ja die Hauptsache, den kriegen Sie glatt bar von der Versicherungsgesellschaft gedeckt; na und dann müssen Sie doch auch Ihr Lager wieder ergänzen“ „Ja, hat sich was mit dem ergänzen. Offen gestanden, ich bin froh, daß mein Lager jetzt wieder etwas kleiner geworden ist. Übrigens mit dem Lager verkleinern auf die Weise ist es doch eine heikle Sache. Die Aufregung und die Schreiberei die ich mit der Geschichte habe, möchte ich doch nicht ein zweites Mal mitmachen.“ „Das glaube ich gern und kann es Ihnen auch lebhaft nachfühlen, wäre es mir doch beinahe auch einmal so gegangen. Allerdings habe ich damals den Gauner absichtlich auf den wertvollen Inhalt meiner Steintasche aufmerksam gemacht.“ Was, Sie? „Ja, kennen Sie die Geschichte nicht, mit dem Exgrafen, der seinerzeit die großen Ladendiebstähle begangen hat und den sie dann so hübsch verknaxt haben? Ich glaube, er sitzt jetzt noch.“ „Dunkel kann ich mich wohl noch erinnern. Aber wieso? Hatten Sie denn auch mit dem sauberen Herrn zu tun?“ „Aber sehr. Ich war sogar so frei ihn verhaften zu lassen.“ Ach nee, das müssen Sie mir mal erzählen.“ „Gerne, wenn ich Sie nicht aufhalte.“ „Aufhalten, mein Bester, bei dem traurigen Geschäftgang? Ich war eben daran in alten Büchern zu blättern. Das war in den Jahren 88 und 89 doch eine andere Chose.“

„Das stimmt, ja, die Zeiten ändern sich. Es bleibt uns aber immer noch die schöne Hoffnung auf bessere Zeiten. Doch halt, ich wollte Ihnen ja die Geschichte erzählen. Also passen Sie auf.“ Mit diesen Worten stellte Herr Helzen seine Steintasche neben sich auf den Boden, nahm meiner Aufforderung folgend, Platz und begann.

„Es mögen schon an die fünf Jahre her sein, ich machte eben meine süddeutsche Tour und war damals gerade in Mainz. Unter anderen besuchte ich dort einen gewissen Kempirs, Max Kempirs, Hofjuwelier. Die Firma ist jetzt zwar eingegangen, aber vielleicht haben Sie seinerzeit mit derselben zu tun gehabt. Nicht? Na, schad’t nichts. Also ich komme in seinen Laden und treffe ihn auch glücklich persönlich an. Er wollte zwar diesmal nichts kaufen, aber wir beide waren gut bekannt miteinander und unterhielten uns noch ein wenig. Mittlerweile kommt ein Kunde in den Laden, ein großgewachsener, eleganter Herr mit blondem Schnurr- und Spitzbart, und verlangt einige teure Damenringe zu sehen. Kempirs legt ihm verschiedenes vor, aber nichts war dem Fremden teuer genug. Endlich wählt er einen wundervollen Marquisring, ganz in Brillanten gefaßt. Da er aber nicht genug bares Geld bei sich hatte, stellte er über den ganzen Betrag einen Check aus, auf die Unionsbank, das erste Bankhaus dort am Platze. Anstandslos händigt Kempirs ihm den Ring ein und begleitet den sich kurz verneigenden Fremden zur Türe. Wir unterhalten uns noch einige Zeit, während Kempirs seine Ringladen in Ordnung bringt. Plötzlich stößt er einen Schreckenslaut aus und wird leichenblaß. Nichts Gutes ahnend, frage ich nach dem Grunde seines Erschreckens und erfahre nun, daß ihm seine beiden teuersten Ringe fehlen, die, wegen der Größe und Reinheit der Brillanten, gewissermaßen die Schaustücke seines Lagers bildeten. Der erste Verdacht fällt auf den Fremden, und sofort wird der Hausdiener mit den nötigen Informationen zur Polizei geschickt. Im Laden beginnt unterdes ein fieberhaftes Suchen. Ich fühlte, daß ich im Wege war und verabschiedete mich mit dem Versprechen, ihm, falls mir etwas zu Ohren kommen sollte, sofort Nachricht zu geben. Vor meiner Abreise wurde ich als Augenzeuge eingehend vernommen, doch förderte meine Aussage nichts wesentliches zutage. Von dem Beamten erfuhr ich denn auch, daß der Scheck, mit dem der Fremde bezahlt hatte, ebenfalls ge

fälscht war, so daß Kempirs also einen Verlust von drei Ringen zu beklagen hatte, die zusammen einen ziemlichen Wert ausmachten. Zwei Tage später stieg ich in Frankfurt in ein Abteil II. Klasse des Schnellzuges Frankfurt-Basel ein. Kaum hatte ich es mir einigermaßen bequem gemacht und meine Tasche über mir verstaut, als eine Dame, tief verschleiert und in Trauer, ebenfalls einstieg und sich mir gegenübersetzte, auf meine Verbeugung mit einem leichten Neigen des Kopfes antwortend. Da verschleierte Damen von jeher ein großes Interesse für mich gehabt haben, begann ich alsbald mein Gegenüber unauffällig zu beobachten. So viel ich taxieren konnte, schien sie zirka 25 Jahre alt zu sein. Eine junge Witwe, kombinierte ich, eine reiche junge Witwe, verbesserte ich mich gleich darauf, als ich zahlreiche Brillantringe an den weißen, wohlgepflegten Händen bemerkte, sowie ein Paar herrliche Perlboutons in den Ohren. Draußen wurden unterdessen die Türen zugeschlagen und der Zugführer gab das Zeichen zur Abfahrt. Im selben Augenblicke hörte ich einige eilige Tritte vor meinem Wagenfenster, und eine männliche Stimme fragte augenscheinlich hastig nach dem „durchgehenden Wagen nach Straßburg“. Gleich darauf wurde die Tür meines Abteils geöffnet und ein kleiner Koffer hereingeschoben, dem im nächsten Augenblicke sein Eigentümer folgte. Schlank, hochgewachsen, mit dunklem Schnurr- und Spitzbart und schwarzgerändertem Zwicker, schwang er sich elegant in das Coupé um nach kurzem Gruße in der Ecke Platz zu nehmen. Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Der Neueingestiegene hatte eine riesige Zeitung entfaltet und schien eifrig in dieselbe vertieft zu sein. Ein inneres Gefühl sagte mir, daß ich ihn irgendwo schon einmal gesehen haben müsse, aber wo, das hätte ich mit dem besten Willen nicht zu sagen vermocht. Außerdem fühlte ich mich zu müde und abgespannt, um irgend etwas zu denken oder zu tun; Ich suchte daher lieber dem Beispiel meiner Nachbarin zu folgen und ein wenig zu schlafen. Im Halbschlummer sah ich plötzlich, wie mein Gegenüber langsam die Zeitung sinken ließ und mich forschend fixierte. Blitzartig durchfuhr mich der Gedanke, das war ja der Kerl, der vor zwei Tagen bei Kempirs in Mainz die Ringe gestohlen hatte, nur trug er damals einen blonden Bart. Ich stellte mich schlafend und wartete ab was er wohl beginnen würde. Zu meinem Entsetzen zog er nach einer Weile einen Revolver aus der Tasche und legte ihn neben sich,

mich dabei fortwährend ansehend. Gleich darauf beugte er sich

zu seiner Nachbarin, der verschleierten Dame, ich hörte ein leises Knacken, – und die Ohrringe blinkten in seiner Hand. Im selben Moment fing der Zug an langsamer zu fahren, wir näherten uns anscheinend einer Station. Mit einem halbunterdrückten Fluche steckte der Schwarzbärtige hastig den Revolver in die Tasche, verbarg die Ohrringe und verschanzte sich wieder hinter seiner Zeitung. Wenn der Zug jetzt hält, und die Dame steigt aus, dann verläßt der Kerl sicher auch das Coupé, und in der Menge zu verschwinden ist dann eine Kleinigkeit, fuhr es mir durch den Sinn. Bis ich dann einen Polizeibeamten aufgetrieben habe, ist der Gauner längst verschwunden. Wenn ich jetzt nur wüßte, wie ich ihn halten könnte? Bleibt er nur bis X. hier im Zug, dann habe ich gewonnenes Spiel. Aber wie das fertig bringen? Vergebens zermarterte ich mir das Hirn nach einem Auswege. Unterdes fuhr der Zug immer langsamer und hielt endlich ganz.

„R . . . . heim!“ schallte draußen die Stimme des Schaffners. Gott sei dank nur eine Zwischenstation, meine beiden Reisegefährten blieben noch sitzen.

Wieder und wieder überdachte ich den Fall, kein Ausweg? Doch ja, jetzt blitzte ein Hoffnungsschimmer in meinem Kopfe auf, – so könnte es eventuell gehen. Ich mußte den Menschen mit der Aussicht auf einen größeren Raub reizen, die Vorsicht etwas außer Acht zu lassen. Doch jetzt galt es zu handeln.

Langsam öffnete ich die Augen und streckte mich gähnend, wie aus tiefem Schlafe erwachend. Der Zug hatte sich mittlerweile wieder in Bewegung gesetzt, jetzt galt es. An die Gegend anknüpfend, begann ich ein gleichgültiges Gespräch mit dem Schwarzbärtigen und kam auch zuletzt auf meinen Beruf zu

sprechen. (Fortsetzung folgt.)

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