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PreslURLehrghell
für moderne Gesecke.

Die Deutsche Goldschmiede – Zeitung erläßt im Auftrage der Bremer Silberwarenfabrik Aktiengesellschaft in Sebaldsbrück bei Bremen nachfolgendes Preisausschreiben:

Aufgabe.

Verlangt werden Entwürfe zu zwei Bestecken (Messer,
Gabel, Löffel), deren eines im modernen Stil gehalten sein
Soll, während die Formen des anderen den Charakter des
Louis XVI. oder Empire-Stiles tragen sollen. Für jedes
Besteck muß für einen Heftgriff (Messer) und einen Stiel
(Gabel) ein plastisches Modell beigefügt werden. Beson-
derer Wert wird auf praktische Gestaltung der Besteckteile
und wirkungsvolle, aber einfache Dekoration gelegt werden.

Preise:

Es werden an Preisen ausgesetzt:

Ein I. Preis von M. 350.–
Ein II. Preis von M. 22O.–
Ein III. Preis von M. 13O.

außerdem sind Ankäufe nach Vereinbarung vorgesehen.

Preisrichter.

Als Preisrichter haben folgende Herren zugesagt:

Maler W. Lucas von Cranach, Berlin.
Juwelier C. E. Keyser, Leipzig.
Professor A. Offterdinger, Leiter der Königlichen
Zeichen-Akademie zu Hanau, I. V.
Prof. R. Rücklin, Vorstand der Goldschmiedeschule
in Pforzheim und Redakteur der Deutschen Gold-
schmiede-Zeitung.
Juweliere Th. Strube & Sohn, Leipzig.

Weitere Bestimmungen.

Die Herren Künstler, Zeichner und Modelleure der Gold- und Silberwaren – Branche, welche sich an dem Preisausschreiben beteiligen wollen, sind gebeten, ihre Arbeiten bis spätestens

- März 190G

an die „Redaktion der Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ in Leipzig 28, Dresdener Straße 2 einzusenden. Die Arbeit darf nur durch ein Zeichen oder Motto kenntlich gemacht werden. Die Adresse des Absenders ist in einem verschlossenen Briefumschlag, welcher das entsprechende Zeichen oder Motto trägt, beizufügen.

Die Arbeiten des Preisgerichts, sowie die Auszahlung der Preise und Honorare müssen innerhalb des Monats März erledigt sein. Die Auszahlung der Geldbeträge erfolgt durch die Bremer Silberwarenfabrik Aktiengesellschaft in Sebaldsbrück, und zwar gelangt die ausgesetzte Gesamtsumme (M. 700.–) unter allen Umständen zur Verteilung. Jedoch hat das Preisrichter-Kollegium die Befugnis einer anderweitigen Verteilung. Die preisgekrönten und angekauften Arbeiten gehen mit allen Rechten in das Eigentum der Bremer Silberwarenfabrik Aktiengesellschaft in Sebaldsbrück über. Die „Deutsche GoldschmiedeZeitung“ hat das Recht und die Verpflichtung, die preisgekrönten, bezw. angekauften Arbeiten zu veröffentlichen. Der Name des Urhebers, sowie der ausschreibenden Firma müssen dabei genannt sein.

Sebaldsbrück b. Bremen und Leipzig, den 2. Januar 1906.

Bremer Silberwarenfabrik gesellsca Sebaldsbrück g rolle
Deutsche Goldschmiede-Zeitung, Wilhelm Diebener, Leipzig.

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verantwortlich für die Redaktion des volkswirtschaft. Teiles: syndikus Hermann Pilz, Leipzig: für den kunstgewerbl. Teil: Professor R. B" Pforzheim. Druck: Spamersche Buchdruckerei in Leipzig.

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ie Redaktion der Deutschen Goldschmiede-Zeitung eröffnet hiermit eine D Konkurrenz für Lehrlingsarbeiten, die sich alljährlich zu Ostern wieder

holen soll. Wie bekannt, ist die Abnahme der Lehrlingsprüfung den Handwerkskammern und den Innungen vorbehalten. Diese Prüfung soll durch unsere Prämiierung in keiner Weise etwa überflüssig gemacht oder paralysiert werden, sondern im Gegenteil, wir streben eine Unterstützung der nunmehr zum Gesetze gewordenen Prüfung durch die Innungen und Handwerkskammern an, insofern, als wir die Lehrlinge aneifern wollen, ihre Lehrzeit auszunutzen und ihnen Gelegenheit geben möchten, sich in ihrem praktischen Können zu versuchen. Wir haben uns übrigens bei einer Handwerkskammer vergewissert, daß derartige Prämiierungen eine wohlwollende Aufnahme seitens derselben finden und so gehen wir mit dem Wunsch an das Werk, daß die neue Einrichtung der Deutschen Goldschmiede-Zeitung dem ganzen Fach zum Segen gereichen möge.

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Eigene Anfertigung eines Chatons- oder CarmoisierungsRinges nach freier Wahl, Montieren einer Brosche, eines Colliers, Anhängers, Armbandes, Medaillons, Ohrschrauben resp. Ohrringe; Einfassungen von Semi-Emaille-Bildern oder Münzen, einzelne Montierungsstücke, Studien in Metall nach der Natur (Pflanzen etc.) Die Arbeiten brauchen nicht nach eigenen Entwürfen ausgeführt zu sein, vielmehr können fremde Zeichnungen benutzt werden, diese sind jedoch der eingesandten Arbeit beizufügen. Die Ausführung kann in Kupfer oder Messing, Gold und Silber, am besten aber in Silber erfolgen. Es werden nicht nur Arbeiten aus dem letzten Lehrjahr angenommen, sondern jedes Lehrjahr wird berücksichtigt. Es ist jedoch zu bemerken, in welchem Lehrjahr der Lehrling steht. Erwünscht ist es, daß als Konkurrenzarbeit von jedem Lehrling möglichst nur ein Stück, dieses aber so gut als möglich gefertigt wird, da es den Preisrichtern nicht auf die Zahl der eingesandten Arbeiten, sondern hauptsächlich auf deren gute Ausführung ankommt. Es ist auch nicht notwendig, daß diese Arbeit verkaufsmäßig hergestellt wird, vielmehr ist es richtiger und auch erwünschter, das Stück unpoliert oder auch ungefaßt, aber sauber verfeilt und geschabt einzuliefern, weil in diesem letztem Zustande die Goldschmiedearbeit am besten zu beurteilen ist. Es wird auch viel Gewicht darauf gelegt, daß die Stücke gut gelötet sind. Bei Arbeiten für Weißjuwelen sind die „à jours“ für die Steine gut zu fräsen und auf der Rückseite recht schön in Bogen auszufeilen. Bei Broschen ist der Nadelstiel einzustiften. Bei Medaillons sind die dazu gehörenden Glasränder mit Gläsern einzuliefern. Ferner wollen die Lehrherren darauf achten, daß ihre Lehrlinge eine Arbeit wählen, welche auch dem Lehrjahre angemessen

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ist, bezw. dem Können des Lehrlings entspricht, damit nicht der
eine zu schwierige, der andere zu leichte Arbeiten in Angriff
nimmt. - - - - - -
Einsendung der Arbeit
und Bescheinigung des Lehrherrn.

Der Arbeit wird ein verschlossenes Kuwert beigelegt, das mit einem Kennwort zu versehen ist. Die Arbeit, sowie die Einlage des Kuwerts hat das Kennwort ebenfalls zu tragen und die Bescheinigung des Meisters mit folgendem Wortlaut: Der unterzeichnete Lehrmeister bescheinigt hiermit, daß der Lehrling ...................................... geb. in....... die eingesandte Konkurrenzarbeit mit dem Motto: im Jahre seiner Lehre ohne fremde Beihilfe hergestellt hat. Ort: - Datum: Unterschrift des Lehrmeisters: Unterschrift des Lehrlings:

Prämien und Diplome.

Wir setzen für die besten Arbeiten Prämien aus und zwar als 1. Preis 3o M., als 2. Preis 2o M., als 3. Preis 1 o M. Alle anderen Arbeiten erhalten Zensuren und jene, die mindestens das Prädikat „Gut“ verdienen, auch Diplome.

Die Preise werden nicht in bar ausgezahlt, sondern der betreffende Lehrling erhält einen Bon, den er an Zahlungsstatt für zu kaufende Werkzeuge, Bücher etc. an den Lieferanten der Werkzeuge etc. einsenden kann.

Schluß für die Annahme der Arbeiten 30. April 1906.

Die richtige und sachgemäße Ausbildung der Lehrlinge und die bessere Ausbildung der Gehilfen zu fördern, ist ja das vorzüglichste Mittel, um unser Fach zu heben und wir wollen unser Möglichstes hierzu beitragen.

Wir ersuchen deshalb alle Meister, welche Lehrlinge beschäftigen, dieselben zur Beteiligung an unserer Prüfung anzuhalten und sehen recht zahlreichen Einsendungen entgegen.

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für den kunstgewerbl. Teil: Professor Rud. Rücklin, Leiter der Goldschmiedeschule Pforzheim

für den fachtechn. Teil: Goldschmied Paul Axthelm

für den Verlag: Wilhelm Diebener.

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Patente und Gebrauchsmuster.

Patent-Anmeldungen. 44a. N. 7450. Sicherheitsnadel mit zwei gegeneinander versetzten Eintrittsöffnungen. J. H. Rob is & Thissen, G. m. b. H., Aachen. 5. 9. 04. 44a. St. 9728. Aufhängeklammer in Form einer Sicherheitsnadel. Gustav Styller von Loewen werth, Wien; Vertr.: Dr. L. Gottscho, Pat.-Anw., Berlin W. 8. 21. 8. 05. 44a. T. 10532. Sicherheitsnadel, welche aus einem einzigen Drahtstück besteht und zwei Nadelspitzen mit Sicherheitsauflagen besitzt. John Cuthbert Trai11, Malvern, Victoria, Austr; Vertr.: E. W. Hopkins und K. Osius, Pat-Anw., Berlin SW. 11 10. 7. 05. 48d. S. 20 156. Verfahren zum Härten von reinem Tantalmetall. Siemens & Halske, Akt.–Ges., Berlin. 13. 10. 04.

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Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes unentgeltlich erteilt. Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zweier Monate Einspruch erhoben werden. Auszüge aus den Patentbeschreibungen werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau angefertigt. Oesterreich. Einspruchsfrist bis 1. April 1906.

Kl. 48b. Eduard Lokesch & Sohn, Prag- Holleschowitz. Verfahren zur Herstellung von Email-Imitationen auf Metallflächen durch Erzeugung und Ausfüllung von Vertiefungen in den Metallflächen mit Farbe, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen nach dem Trocknen der Farbe wieder in die Ebene der zwischen den Vertiefungen vorstehenden Rippen und des Randes zurückgedrängt werden.

Ungarn:
Patent-Anmeldungen:

D. 1125. Paul D um es ni1, Ingenieur in Paris. Vorrichtung zum Löten von Metallen mittels Oxygen und Azetylen.

L. 1816. Josef Lechner, Juwelier in Wien. für Manschetten u. dgl.

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Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gest

Frage- und Antwortkasten.

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen
Fragen:
Frage 516. Welche Besteckfabrik führt Krone und Pferdekopf im
Warenzeichen? Wir erbitten die Abbildung desselben. C. R. in L.

Frage 517. Wer liefert Teemaschinen in Reinnickel?
W. Sch. in R.

Frage 518. Auf welche Weise kann man Blasen im gewalzten Gold- und Silberblech, die durch Glühen entstehen, vermeiden? Ph. B. in W.

Frage 519 Wer liefert Almandinsteine mit altem Schliff, oben

flach und Facetten gebrochen, rund und birnförmig, in verschiedenen Größen ? G. G. in Sch. H.

Frage 520. Wer von den Herren Kollegen kann mir eine Firma nennen, welche Stahlkugeln zum Hochglanzpolieren für Ketten in Silber und Doublé liefert, und auf welche Weise das Polieren mit denselben am vorteilhaftesten gehandhabt wird? J. F. in M. M.

Frage 521. Wie wird Platina beim Fassen mit Hochglanz geschnitten? Wird der Faden nach dem Verschneiden g" G D. P. in G.

Frage 522. Ich habe einen silbernen Leuchterfuß im Feuer zu vergolden, an demselben sind aber Ornamente, die nicht mit vergoldet werden sollen. Welcher von den Herren Kollegen kann mir mitteilen, wie ich das Aussparen am besten mache? R. H. in K

Frage 523. Kann mir jemand die Prägeanstalt nennen, die Schützenabzeichen in Gestalt von Vorstecknadeln fabriziert? Dieselben sind in Doublé oder vergoldet und stellen zwei gekreuzte Gewehre mit daraufliegender Scheibe, deren Ringe schwarz emailliert sind, vor. B. in N. Frage 524. Wie oxydiert man am besten Stahlgegenstände? E. F. in H. Frage 525. Wer ist der Fabrikant von Nickelketten mit dem Fabrikzeichen eines „Gemsenkopfes“? Und welcher Fabrikant von Nickelketten führt den Hund- oder Rehkopf als Warenzeichen? A. P. in R Antworten:

Zu Frage 490. Die Ä Brunschwig in Pforzheim liefert Markasite im Rosenschliff. Zu Frage 491. Ringe in allen Karaten und Gewichten liefert als Spezialität: Gustav Lachmann, Gera R. Zu Frage 499. Zur Anfertigung von Reparaturen aller Art empfehlen sich: Gustav Lachmann, Gera R. – Heinr. Raetz, Goldschmied, Nürnberg. – Arthur Srowig, Goldschmied, Rix dorf, Kaiser-Friedrichstr. 51. – H. Fuchy, Pforzheim, Kreuzstr. 15 Zu Frage 506. Ich fabriziere Knöpfe als Spezialität, jedoch nur echt, und die verschiedensten Neuheiten in Manschetten- und Hemdenknöpfen: Theodor Bär, Hanau a. M. – Knöpfe und Mechaniken empfiehlt: Paul Hübner, Berlin O., Markusstr. 5 Zu Frage 509. Die Firma Josef Schmid, Schwäb. Gmünd, fabriziert Stock- und Schirmgriffe als Spezialität.

Zu Frage 518. Blasen in Gold- und Silberblech entstehen als verschiedenen Gründen. Entweder gießen Sie das Metall schlech und blasig aus, indem Sie den Eingüß zu sehr ölen entstehen Gase welche beim Eingießen des flüssigen Metalls Löcher in die Seite wände treiben; diese Löcher überschmieden resp. überwalzen sich, bleiben aber im Metall drin, und es ergeben sich doppelte Stel" Oder Sie strengen das Metall beim Schmieden oder Walzen" sehr an, schmieden es vielleicht nicht richtig, d. h. unregelm. und das Ergebnis sind doppelte Stellen im Blech, die durch Glühen aufgetrieben werden und Blasen bilden, da ja bekanntlich die darin enthaltende Luft bei Wärme sich ausdehnt ünd so das Blech * einandertreibt. Das Schmieden des Stückes muß daher recht S9. sam geschehen; besonders wenn Sie keinen modernen Bleche Ä besitzen und das Stück schmal ist, muß dasselbe in die Breite gefinnt werden; beim Finnen müssen aber die Hammerschläge genau in der Mitte desselben treffen; dann gut bahnen, sauch und schließlich glühen. Zu frühes Glühen würde Feuerrisse," Blech verursachen. - A

Zu Frage 522. Das Gebiet der „Feuer-Ziervergoldung“ St els äußerst schwieriges Tadellose Resultate sind nicht zu erho da besonders zarte Stellen, schmale Bänder, schlanke Spitze Ä nicht ausgespart werden können. Die Behandlung mit KÄ wasser gibt, lls die weißen Stellen nicht poliert werden, fe. welche immer das Aussehen der Unsauberkeit hervorrufen Decken gibt es ferner keinen feuerbeständigen Lack. . Do Hilfe ist: die Stellen, welche weiß bleiben sollen, nach dem #

golden recht kräftig zu versilbern. –-“

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Wir wiesen unlängst darauf hin, daß in der Reichshauptstadt eine Versammlung der Gold- und Silberarbeiter Berlins und Umgegend tagte, die sich mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage beschäftigte. Der durchschnittliche Verdienst der Goldschmiedegehilfen wurde darin auf rund 1150 Mk. pro Jahr angegeben, für Arbeiterinnen auf 740 Mk. Wir selbst haben zu den in der Versammlung vorgelegten statistischen Angaben keine Stellung genommen. Umsomehr freut es uns, aus Anlaß jener Notiz, über

die Lohnbewegung in Berlin

von einem bekannten und hochgeschätzten Vertreter unseres Faches eine Zuschrift zu erhalten, die denn doch die Angaben in jener Versammlung in einem anderen Lichte erscheinen läßt. Der betreffende Berliner Goldschmied schreibt uns:

„In Nr. 6 Ihrer Zeitung brachten Sie eine Mitteilung mit der Überschrift „Zur Lohnbewegung in Berlin“. Die darin angegebenen statistischen Erhebungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse stehen so sehr in Widerspruch mit den von mir gezahlten Löhnen, daß ich mich veranlaßt gesehen, eine Statistik der von mir gezahlten Löhne und Arbeitsverhältnisse aufzustellen.

Es hat sich hierbei ergeben, das 30 Gehilfen einen JahresVerdienst von Mk. 61 287.50 erzielten. Durch Überstunden wurde dieser Verdienst auf Mk. 65 007.30 erhöht. Das würde ein Durchschnittsgehalt von Mk. 2042.91 resp. 2 166.90 ergeben, während der durchschnittliche Verdienst für Arbeiter in Ihrer Mitteilung auf rund Mk. 1150.– angegeben wurde, welcher sich durch Überstunden auf Mk. 1900.– erhöht.

5 weibliche Arbeiterinnen erzielten bei mir einen Jahresverdienst von Mk. 575006, welcher sich durch Überstunden auf Mk. 5807.12 erhöhte. Das würde ein Durchschnittsgehalt von Mk. 1 150.– resp. 1161.40 ergeben, während wiederum in Ihrer Mitteilung nur ein durchschnittlicher Verdienst von Mk. 740.– angegeben wurde.

Die Zahlen stehen, wie Sie wohl zugeben müssen, in so großem Widerspruch, daß ich nur annehmen kann, es liegt wieder eine Hetzerei vor, die darauf hinzielt, die Löhne noch mehr wie bisher in die Höhe zu schrauben. Ich halte es für uns Inhaber von Werkstätten für sehr wichtig, daß wahrheitsgemäße Zahlen in die Öffentlichkeit kommen, und bitte Sie, meine Mitteilung in entsprechender Form in einer der nächsten Nummern zu veröffentlichen.“

Wir begrüßen diese Kundgebung mit großer Freude. Haben wir doch selbst früher es schon einmal unternommen, eine Statistik auf Grund der Angaben der Arbeitgeber aufzustellen, da die Zahlen, mit welchen die Arbeitnehmer zu Agitationszwecken agitieren, wie sich auch im vorliegenden Fall wieder zeigt, in Maske aufmarschieren. Aber es hat sich herausgestellt, daß die Arbeitgeber leider auch in unserer Branche nicht so willig und eifrig einen ihnen von der Fachpresse vorgelegten Fragebogen ausfüllen, wie die Arbeitnehmer, die sofort alle Mann auf Deck sind. Wir sind gern bereit, an dieser Stelle weitere uns zugehende Mitteilungen über Lohnverhältnisse zu bringen, da natürlich eine einzelne Kundgebung noch nicht ausreicht, das von der Gehilfenschaft produzierte Material zu entkräften.

Welchen Anteil unsere „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ an dem glücklichen Ausgang hat, den

der Sarita-Prozeß in Magdeburg

genommen hat, darüber geht unserer Redaktion ein Schreiben des Herrn A. daselbst zu, aus dem wir uns nicht versagen können, Einzelnes an dieser Stelle wiederzugeben. Der betreffende GoldSchmied schreibt: „Die Anregungen, die ich von Ihnen zu unserem Sarita-Prozeß erhalten habe, sind sämtlich von Erfolg gewesen und können Sie tatsächlich einen großen Teil des Erfolges mit auf Ihr Konto setzen. Interessant waren die Ausführungen des Staatsanwaltes, der unter anderem sagte: Ich unterscheide nur zweierlei: Auf der einen Seite stehen die ehrlichen biederen Gewerbetreibenden, die bestrebt sind, ihren Lebensunterhalt auf alte, solide Weise sich zu verschaffen, auf der andern Seite jene Händler, welche, um einen schnellen Verdienst zu erlangen, die krummen Wege nicht scheuen. Soeben kommt mir noch ein Artikel der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ zur Hand, den ich vorlesen will. Der Staatsanwalt verlas hierauf den betreffenden Passus aus unserm Artikel, in dem wir bedauerten, daß sich Juristen finden, die danach suchten, wie diese unlauteren Manöver straflos erscheinen könnten, und daß überhaupt die Staatsanwälte so selten zum Schutze der Gewerbtreibenden einschritten. Der Staatsanwalt schloß dann mit den Worten: „Ich aber glaube nicht, daß das wracke Schiff des Betruges durch die Brandung der Strafgesetzgebung zum sicheren Hafen der Freisprechung gelangen, sondern an dem gesunden Sinn der Magdeburger Strafkammer zerschellen wird“. Und so war es auch, denn Schiltsky, der Geschäftsführer der Sarita-Kompagnie, wurde, wie wir schon berichteten, zu 500 Mk. Geldstrafe wegen Beihilfe zum unlauteren Wettbewerb verurteilt. Der Ehrenvorsitzende des Vereins der Berliner Pfandleiher, Herr E. von Splitgerber, hat in einer Zuschrift an die „Berliner Morgenzeitung“ wieder Stellung zu der in unserem Verlag erschienenen Broschüre Dr. Grambows über die

Mißstände im Pfandleihwesen

genommen. Die Ausführungen desselben gipfeln darin: Nicht die Pfandleihinstitute sind an dem Unwesen schuld, sondern die Fabrikanten, die Überproduktion! Das ist allerdings eine etwas seltsame Logik. Herr von Splitgreber sagt: „Die Fabrikanten sind meist selbst schuld daran, wenn sie ab und zu Verluste erleiden, da sie nicht die nötige Vorsicht walten lassen, ehe sie den Bestellern Waren auf Kredit gewähren. Die Reisenden werden oft nebst Spesen auf Provision engagiert, machen sie keine Geschäfte, verdienen sie nichts. Was ist also sehr naheliegend? Der Reisende sucht den Goldwarenhändler zu beschwatzen, daß er möglichst viel bestellt und freudestrahlend, mit dem Bestellschein in der Tasche, verläßt er dann sein Opferlamm. Ob der Besteller zahlungsfähig ist oder nicht, ob er guten Ruf hat oder nicht, was kümmerts diesen Reisenden. Gar mancher ehrbare Geschäftsmann wird durch derartige Bearbeitung der Reisenden erst in Verpflichtungen verwickelt, aus denen er sich schwer oder auch manchmal gar nicht mehr frei zu machen vermag. Wehe dem

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