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Patente und Gebrauchsmuster. Patent - Anmeldungen. 48 b. L. 21 766. Masse zur Anreibeversilberung und -verzinnung und zum Putzen von Weißmetall, in der zwecks Kontaktwirkung mehrere Metalle enthalten sind. Fritz Langer, Duisburg - Meiderich. 14. 11. 05.

44 a. H. 37691 Dehnbares Gliederarmband ohne Schloß. Gustav Hahnle, Pforzheim, Deimlingstr. 26. 21. 4. 06.

Gebrauchsmuster - Eintragungen. 31 c. 287997. Schmelzofen für Metalle, dessen Feuerbrücke dem Herd je nach Bedarf vorgewärmte Luft zuführen kann. Theodor Hagemann, Biebrich a. Rh. 31. 7. 06. H. 30 706.

44b. 288 908. Zigarrentasche mit aufgelöteten militärischen Abzeichen. Rob. Ihmle, Heidenheim a. Brenz. 23. 8. 06. 1. 6587.

Patent-Bericht, mitgeteilt vom Patentanwalt Dr. Fritz Fuchs, diplomierter Chemiker,

und Ingenieur Alfred Hamburger, Wien VII, Siebensterngasse 1. Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes unentgeltlich crteilt. Auszüge aus den Patentbeschreibungen werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet.

Oesterreich: Ausgelegt am 1. Dezember 1906, Einspruchsfrist bis 1. Februar 1907.

Kl. 44 a. Adolf Zwillinger und Alexander Schwarz, Werkmeister, beide in Budapest. Ohrgehänge mit gelenklosen, vorne offenen Einhängebügel und beweglichem, als Verschlußglied dienendem Zierstück, dadurch gekennzeichnet, daß dieses in einer Ebene senkrecht zur Bügelebene um einen am unteren Bügelende angeordneten Zapfen verschwenkt werden kann.

Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Vorstandssitzung des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede am Montag den 3. Dezember 1906, abends 6 Uhr, in der

Geschäftsstelle, Oranienstraße 143. Anwesend waren die Herren, Müller, Telge, Schmidt und Fischer. Herr Schmidt, i. Fa. Bündert & Lettré, infolge besonderer Einladung. Herr Walter fehlt durch Krankheit entschuldigt.

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung um 6 Uhr mit der sehr erfreulichen Mitteilung, daß bis jetzt bei einer unbedeutenden Agitation sich Herren der Einbruchskasse als Mitglieder angemeldet haben. Er könne sagen, daß da, wo er Gelegenheit hatte, persönlich für die Sache einzutreten, diese den vollen Beifall gefunden hat. Das geht auch aus der Höhe der Einzahlung hervor. 71 Herren zahlen am 1. Januar 1493 Mk. ein. Halten sich die übrigen Beitrittserklärungen in derselben Höhe, So würden wir bei 142 Mitgliedern den Betrag von 2986 Mk., bei der doppelten Zahl, 284, 5972 Mk. und bei 568 Mitgliedern 11 944 Mk. erzielen.

Wenn aber die Idee von den Vereinen und allen Mitgliedern richtig erfaßt wird, so kommen wir bei einer Mitgliederzahl von 1000, die im nächsten Jahre erreicht werden müßte, auf eine Einnahme von 22000 Mk. Das Eintrittsgeld von diesen würde 5000 Mk. betragen. Es würde sich aber wohl empfehlen, diesen Betrag dem Reservefonds von vornherein zuzuführen.

Berücksichtigt man den Umstand, daß große Schäden nicht alle Jahre in der Gesamtbranche vorkommen, so würde, wenn die Sache günstig läuft, der Fall eintreten, daß vielleicht alle 3-4 Jahre einmal ein großer Einbruchsschaden, allerdings eine Reihe von kleinen, vorkommen wird, und könnte mit den verfügbaren Mitteln immerhin eine erhebliche Beihilfe geleistet werden.

Der Wunsch ist ausgesprochen, eine Agitation im großen Stile vorzunehmen, und einigt sich der Vorstand dahin, zunächst einmal allen Vereinen und Innungsvorständen offiziell die Geschäftsordnung und den Anmeldeschein zuzusenden und die Frage an die Vorstände zu richten, ob sie an ihre Mitglieder die Aufforderung ergehen lassen wollen, und daß Ihnen dann die nötigen Materialien zugeschickt werden können.

Die Formulare werden einer Prüfung unterzogen und mit einigen Änderungen genehmigt.

Folgende Herren haben sich bereits zum Beitritt gemeldet und sind vom Vorstand aufgenommen worden:

Wilhelm Fischer, Berlin; Ludwig Schmieth, Schwerin; Georg Schlund, Frankfurt a. M; R. Schmidt, i. Fa. Bündert & Lettré, Berlin; Oscar Müller, i. Fa. Wilh. Müller, Berlin; Peter Betz, Hannover; Max Kirsch, Dresden; Wilh. Kiesel, Ludwigsburg; Arthur Schmidt, i. Fa. C. Schwartz, Berlin; Rudolf Menzel, Berlin; Hofgoldschmied Paul Telge, Berlin; Frau Clara Meinecke, Guben; Robert Müller, C. R. Beysen Nfl., Frankfurt a. 0.; Fr. Buchholz, Züllichau; Achilles Korn, Frankfurt a. 0.; R. Wilke, i. Fa. F. Homuth, Guben; Hugo Klose, Frankfurt a. 0.; A. Benzinger, Berlin; Max Brünnig, Berlin; Hagenmeyer & Kirchner, Berlin; Alb. Kowalewski, Berlin; Hofgoldschmied Hugo Schaper, Berlin;

Brill & Cassel, Berlin; Kommerzienrat Faber, Schw. Gmünd; W. Michaelsen, Potsdam; H. Henschke & Sohn, Potsdam: Edmund Koblassa, Potsdam; Walther Müller, Potsdam; Dedo Gadebusch, Potsdam; Max Bärtges, Potsdam; Arnold Brader, Chemnitz; Reinhold Pohl, Landeshut i. Schles.; Carl Pielert, Eichwalde; Wilhelm Dönges, Berlin; Rob. Martin, Berlin; Franz Eisolt, Berlin; Mertens & Gebhardt, Berlin; Paul Lucas, Berlin; Johannes Huber, Berlin; Emil Hempel, Berlin; A. Meyerricks G. m. b. H. P. Klaussner, Berlin; Adolf Raatz, Berlin; E. Deppe, Berlin; A. Truxa, Berlin; Carl Lützow, Berlin; A. Meyerricks & Co., Berlin; Paul Gießel, Berlin; Paul Guhl, Berlin; Max Winter, Berlin; Paul Train, Berlin; Rich. Pornitz, Posen; Georg Hornig, Altwasser i. Schles.; Max Bendix, Quedlinburg; Therese Kloepfer, geb. Görs, Berlin; C. Siegele, Berlin; R. Ratfisch, Schwerin; Otto Köppen, Berlin; Paul Flamm, Berlin; Emil Schroth, Berlin; Karl Waterstraat, Borna; August Schulze, Berlin; Max Domke, Berlin; Gustav Strenitz, Berlin; Karl Hahn, Berlin; Carl Fischer, Hannover; H. Sewig, Hannover; A. Puttkammer, Hannover; Herm. Reger, Hannover; K. Gschmeidler, Hannover; Wilh. Nagel, Hannover; S. Steinwehr, Hannover;

Dem Kreditoren-Verein, dem Verein der Grossisten und dem Verband der Silberwarenfabrikanten wird vom Geschehenen Mitteilung gemacht.

Es kommen zwei Schreiben des Herrn Kommerzienrat Wilkens und des Herrn Ernst Bruckmann zur Verlesung, woraus hervorgeht, daß sich der Vorstand des Verbandes der Silberwarenfabrikanten in der letzten Sitzung damit beschäftigt habe, ob es mit dem Amt der Vorstandsmitglieder vereinbar, dem Ausschuß des Verbandes Deutscher Juweliere usw. anzugehören. Ein infolgedessen gefaßter Beschluß veranlaßte die Herren, ihr Amt als Ausschußmitglied unseres Verbandes niederzulegen; doch hoffen sie, noch recht oft, wenn auch nicht als Mitglieder unseres Ausschusses, mit dem Vorstand die gemeinsamen Interessen unserer Branche verfolgen zu können.

Der Vorstand nimmt mit lebhaftem Bedauern von diesem Beschlusse Kenntnis.

Von Leipzig ist eine Beschwerde darüber eingegangen, daß eine Firma in Dresden an respektable Leute in Leipzig Schreiben richtet, worin angefragt wird, ob sie bei Gelegenheit einer Geschäftsreise nach dort eine ausgesuchte Auswahl aparter Juwelen, Goldwaren und feiner Perlen-Kolliers vorlegen darf. Ein Antwortschreiben-Formular wird beigefügt, um somit die gesetzlichen Bestimmungen für Hausieren zu umgehen.

Der Vorstand beschließt, die Angelegenheit der Dresdener Innung zu übergeben.

Vom „Journal der Goldschmiedekunst“ ist ein Schreiben unterm 1. November eingegangen, welchem eine Abschrift eines Schreibens der Firma Keller & Edelmann in Pforzheim beigefügt ist nebst einem Inserat. Der Vorstand wird ersucht, zu der Frage Stellung zu nehmen, ob man es billigen könne, dieses Inserat aufzunehmen, welches auch in Zeitungen für das Privatpublikum erscheint. Das Journal hat das Inserat abgelehnt, und wird diese Stellungnahme von sämtlichen Vorstandsmitgliedern gutgeheißen.

Ein heftiger Streit ist in Weißenfels entbrannt wegen eines Der Vorstand ist anderer Ansicht! Herrn, der Gürtler gelernt hat und sich nun Goldarbeiter Zur Verlesung kommt ein Schreiben, welches die Firma K. nennt. Die Kollegen in Weißenfels wollen gemeinsam den in D. an einen Herrn in Weißenfels gerichtet hat, und worüber Klageweg beschreiten, und schlägt Herr Fischer vor, daß / Beschwerde geführt wird. Der Vorstand ist der Ansicht, daß der Gerichtskosten für die erste Instanz der Verband trägt, die an dieser Offerte der Firma nichts Tadelnswertes zu finden ist. andern beiden Drittel die Herren dort sich teilen. Der Vorstand

Ferner ist eine Beschwerde eingegangen über die Württembeschließt in diesem Sinne.

berger Metallwarenfabrik in Geislingen und zwar deshalb, weil Ferner teilt Herr Fischer mit, daß er wegen des Gold ein Juwelier in Berlin, der seit einer Reihe von Jahren ein arbeiters J. H. in Z. Informationen bei dem Magistrat daselbst größerer Abnehmer von der Metallwarenfabrik ist, infolge Ereingezogen, daß H. einer Beihilfe bedürftig und auch durchaus suchens, den neuesten Katalog einzusenden, am 29. Oktober ein würdig sei. Auch vonseiten des Magistrats sei die Fürsorge Schreiben erhalten hat mit folgendem Wortlaut: „Wir besitzen empfohlen, weil H. infolge eines Schlaganfalles vollständig gelähmt

Ihre w. Postkarte vom 26. crt, bedauern jedoch, aus Rücksicht sei und er sich nur kümmerlich fortbewegen kann.

auf unsere eigenen Niederlagen dort, Ihnen mit weiteren KataDer Vorstand beschließt nunmehr, den bewilligten Betrag logen und Warenlieferungen nicht mehr dienen zu können“. von 50 Mk. zum Weihnachtsfest einzusenden.

Dieser Brief steht im krassen Widerspruch zu den Inseraten Zur Besprechung kommt ein Gutachten, welches jetzt die der Firma; es heißt da z. B. in der Nr. 47 vom 24. November 06 Gewerbekammer in Dresden wegen der Frage, ob Uhrmacher, der Deutschen Goldschmiede-Zeitung: „Die Fabrik liefert nicht die wohl in der Lage sind, Reparaturen an Goldarbeiten auszu

an Private, sondern nur durch Juweliere und Alfenidewarenführen, berechtigt sein sollen, sich Goldarbeiter zu benennen.

handlungen. Illustrierte Preislisten stehen gerne zu Diensten“, Dieses Gutachten sticht wesentlich von dem der Berliner

und in der Nr. 49 vom 1. Dezember des Journals der GoldHandwerkskammer ab, weil es in jeder Beziehung klar und

schmiedekunst: „Lieferung nicht an Private, sondern nur durch deutlich zu erkennen gibt, worauf es ankommt. Vor allen Dingen Juweliere und Alfenidewarenhandlungen. Illustrierte Preislisten ist eine gründliche Untersuchung der Frage vorgenommen, was über versilberte und vergoldete Metallwaren kostenlos.“ man unter der

Bezeichnung „Goldarbeiter“ versteht, und da ist Danach scheint das Bestreben der Firma zu sein, wo man zu dem Ergebnis gekommen, daß unter der Bezeichnung

Filialen nicht bestehen, den Absatz durch die Juweliere zu er„Goldarbeiter“ zu verste en ist, daß der Betreffende eine

streben, nachdem sie den Umfang des Gebrauchs festgestellt; ordnungsmäßige Lehrzeit als Goldarbeiter durchgemacht hat.

da aber, ohne Rücksicht auf die bestehenden früheren Abnehmer, Das Gutachten soll für die Klage gegen den Uhrmacher in

z. B. wie in Kiel und Berlin, wo der Umsatz lohnend, macht sie Fürstenwalde, der sich Goldschmiedemeister nennt, verwendet

selbst Filialen auf und besorgt das Geschäft selbst. werden.

Eine derartige Geschäftspraxis übersteigt doch alles, was Herr Fischer teilt mit, daß er eine Eingabe an das Reichs

bisher dagewesen ist und muß entschieden verurteilt werden. amt des Innern am 15. Oktober 1906 eingereicht habe, durch

Von dem Verband der Silberwarenfabrikanten Deutschlands welche beantragt wird, für die internationale gesetzliche Einführung des metrischen Karates eintreten zu wollen.

liegt ein Schreiben vom 24. November vor, wonach Beschwerde

geführt wird, daß ein Teil der Kundschaft noch immer nicht auf Zu der Frage „können Perlen sterben?“ ist aus Frankfurt a. M.

die Wünsche des Verbandes eingeht. Die Wünsche sind in eine Erwiderung, welche die dortigen Juweliere veranlaßt,

einem Schreiben vom 25. April 06 an etwa 200 der bedeutendsten die Zeitung hineinlanciert, die die Konfusionen, die der Artikel

Juweliere abgesandt. seiner Zeit angerichtet hat, richtig stellt.

Der Vorstand gibt hiervon den Herren Kollegen Kenntnis. Neuerdings ist wiederum ein ähnlicher unsinniger Artikel

Schließlich teilt der Vorsitzende noch mit, daß Herr Juwelier über das Perlenhalsband der Kaiserin von Oesterreich erschienen.

Sorge aus Fürstenwalde die Satzungen für den Sterbebund Danach lasse der Kaiser von Oesterreich heimlich den Meeres

(Verein auf Gegenseitigkeit) des Vereins der Zahnkünstler im grund bei Korfu durchforschen, um ein prächtiges Perlenhalsband

Deutschen Reiche eingesandt habe; doch dürfte es sich empseiner verstorbenen Gattin wieder zu erlangen, das vor vielen

fehlen, die Angelegenheit einstweilen noch ruhen zu lassen. Jahren in das Meer versenkt sein sollte, um den Glanz zu er

Es kommen noch einige Schriftstücke des Kreditoren-Verhalten usw.

eins zur Besprechung. Es scheint demnach eine Fabrik zu bestehen, zur Anfertigung derartiger sensationeller Artikel.

Von Herrn Hermann Walter-Halle ist ein Katalog der Firma An die Königl. Staatsanwaltschaft zu Berlin ist unterm 13. No

Gebrüder S. in Porzheim eingegangen. Da nirgends von „Fabrik“ vember ein Strafantrag auf Veranlassung des Vereins Wiesbaden

die Rede ist, so scheint nur ein Detaillager zu bestehen und gegen die Firma C. R. in Berlin gestellt, weil derselbe in einer

dürfte nichts gegen diesen Katalog unternommen werden können. in Wiesbaden erscheinenden Zeitung, und zwar im „Rheinischen

Zur weiteren Information wird beschlossen, den Katalog nach

Porzheim an unsern Vertrauensmann einzuschicken.
Courier“, Damenuhrketten, um den Hals zu tragen, mit
Schieber und funkelnden Steinen, garantiert 18 karätige

Schluß der Sitzung 8 Uhr 45 Minuten.
Goldauflage für 2,25 Mk. anbietet.

Berlin, den 3. Dezember 1906.

Oscar Müller. Bei der Polizeilichen Vernehmung behauptet der Beklagte, daß seine Zeitungsannoncen auf Wahrheit beruhen. Er beziehe die genannten Artikel von der Firma Anton Bretzel und fügt hinzu:

Bekanntmachung. „Wenn die Artikel nicht eine 18 karätige Goldauflage hätten, so Mit Bezug auf den Beschluß des Vorstandes und Auswürde man doch meines Erachtens nach, der Firma Bretzel, schussus vom 28. Oktober, in der Angelegenheit Zugehörigkeit welche schon lange Jahre besteht, das Handwerk gelegt haben.“ der Juweliere zur Lagerei-Berufsgenossenschaft, eine Eingabe Er behauptet ferner, daß auf jedem Karton, wo sich die Uhr an den Bundesrat zu richten, habe ich mit dem Rechtsbeistand ketten drin befinden, mit Goldschrift eingepreßt steht „18 karätige die Grundzüge für die Eingabe besprochen. Darnach ist notGoldauflage."

wendig, daß einige Fälle angeführt werden können, wonach Herr Fischer wird ersucht, mit dem Rechtsanwalt Herrn Juweliere zur Lagerei-Berufsgenossenschaft herangezogen sind. Glatzel, Rücksprache über weitere Maßnahmen zu nehmen.

Wir richten daher an unsere Mitglieder das höfliche ErFerner wird mitgeteilt, daß bezüglich eines Gesetzentwurfes suchen, uns mitzuteilen, welche Firmen an die Lagerei-Berufszur Regelung des Ausverkaufswesens eine Zuschrift von genossenschaft angeschlossen sind. der Handelskammer Bromberg eingegangen ist, die insofern von Berlin, den 6. Dezember 1906. Interesse, als zum Ausdruck kommt, daß dem Antrag keine Folge

Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu geben ist, da das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wett

Berlin S., Oranien-Straße 143. bewerbes im allgemeinen ausreicht. Glückliches Bromberg!

Fischer. Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

Fachtechnischer und wirtschaftlicher Teil

Redaktion: Kunstgewerblicher Teil: Professor Rudolf Rücklin, Leiter der Goldrahmiede-Schule, Pforzheim o Fashtechnischer Teil: Goldschmied Paul Axthelm, Leipzig » Wirtschaftlicher Teil: Syndikus Herm. Pilz, Leipzig

Die „soziale Mission“ der Pfandleihgeschäfte.

W

Jährend sich der deutsche Handelstag in seiner Aus

schußsitzung am 4. Dezember damit einverstanden erklärt hat, daß das Vorrecht der öffentlichen Pfandleihanstalten, die ihnen verpfändeten Sachen, auch

die gestohlenen, nur gegen Bezahlung des auf die Sache gewährten Darlehns herauszugeben, aufgehoben werden soll, daß Pfandleihanstalten keine neuen Waren in ganzen Posten beleihen dürfen und daß sie in Läden, wo die versetzten Pfänder verkauft werden, keine anderen Waren feilzubieten berechtigt sind, während man also von dieser Seite teilweise die Bestrebungen um Aufhebung der Mißstände im Leihauswesen anerkannt und gefordert hat, haben natürlich auch die bedrohten Pfandleiher einen Vorstoß unternommen und den seinerzeit bahnbrechenden Broschüren des Dr. Rocke und Dr. Grambow eine Schrift entgegengesetzt, welche die Darlegungen der genannten Handelskammersyndici zu widerlegen versucht, Die Broschüre ist im Auftrage des Vereins Breslauer Pfandleiher von dessen Ehrenvorsitzenden E. v. Splitgerber herausgegeben worden, der sich ja von vornherein durch seine Gegenpropaganda der angeblich schwer bedrohten Pfandleiher angenommen hat. Leider hat sich Herr v. Splitgerber diesmal nicht sachlich gehalten, sondern die Schrift gleich mit gehässigen persönlichen Bemerkungen und faden Verdächtigungen eingeleitet. Daß die Schriften Rockes und Grambows aus den Verhandlungen der beiden großen Interessentengruppen der Uhrmacher und Goldschmiede heraus erwachsen sind, gereicht diesen Schriften nur zum Vorteil, denn man darf ihnen infolgedessen praktische Bedeutung beimessen. Die vom „Verein Breslauer Pfandleiher“ aber bei Herrn v. Splitgerber „bestellte Arbeit“ erweckt von vornherein Mißtrauen, weil sie gleich mit vergifteten Pfeilen den Kampf beginnen will. Einen Kampf gegen Windmühlenflügel führt v. Splitgerber, wenn er die Pfandleiher gegen den Vorwurf der Unreellität in Schutz nimmt. Es ist gar keinem Menschen eingefallen, diesen Vorwurf gegen den Stand als solchen zu erheben und es ist nach unserm Dafürhalten ein kindliches Vergnügen, ein Kartenhaus aufzubauen, um es dann mit einigem Eklat umzublasen. Aber Herr v. Splitgerber zeigt auch, daß ihm die Uhren- und Edelmetallwarenlabrikation eine terra incognita ist. Wenn es auch richtig ist, daß der Uhrmacher, wie auch der Goldschmied vorwiegend heute die Waren vom Grossisten beziehen, so erfordert doch die Tätigkeit des Uhrmachers und Goldschmiedes in den Reparaturwerkstätten ein ebenso „hohes Maß technischen Könnens und Wissens an sich“, wie das des Uhrenproduzenten selbst. Um das zu begreifen, muß man freilich über die vier Wände eines Pfandleihgeschäfts hinausgeblickt haben! Im weiteren sucht nun Herr v. Splitgerber sein Mütchen an der Statistik der Rockeschen Broschüre zu kühlen. Da keine amtlichen Erhebungen in Frage kommen, ist es natürlich nicht zu verlangen, daß diese Statistik nun lückenlos und fehlerfrei ist. Es handelte sich ja zumeist nur darum, an

einzelnen Beispielen zu zeigen, welche soziale Schäden die Leihhäuser für die betreffenden Gewerbezweige mit sich bringen. Daß die eingeholten Auskünfte da nicht immer bis auf das 1-Pünktchen richtig waren, kann nur den wundernehmen, der noch nie in der wenig beneidenswerten Lage gewesen ist, privatim Material zu beschaffen. Der Verfasser dieser Zeilen hat an der Beschaffung des Materials für die Enquête in Sachen der Privatbeamtenversicherung mitgearbeitet, und kann ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, die nötigen Auskünfte herbeizuziehen. Vollkommen neben die Scheibe schießt Herr v. Splitgerber, wenn er bei einer Reihe von Mißständen (Uhren- Nepperei, Schwindelauktionen usw.) emphatisch die Pfandleiher in Schutz nehmen will. Bekämpit werden Mißsiände im „Pfandleihgewerbe“ und wenn bei einzelnen dieser Mißstände der Verfasser bemerkt, daß die Pfandleiher sich selbst freuen würden, wenn sie beseitigt würden, nun, so kann man ja nur ein Triumvirat Rocke-GrambowSplitgerber konstatieren! Man versteht aber nicht, warum sich trotzdem bei dem letzten der Triumviren die Haare sträuben. Eine Überraschung hat jedenfalls die Auskunft der Berliner Lombard-Anstalt vom 22. September 1905 gebracht, wonach bei ihr die Inhaber von Uhren-Engrosgeschäften nicht als Verkäufer, wie Dr. Rocke angenommen hatte, sondern als Käufer aus- und eingehen, was wir vorläufig noch immer in Zweifel ziehen, solange keine Beweise angegeben werden. In den Ausführungen über den Versatz neuer Waren stellt Herr v. Splitgerber einfach Behauptung gegen Behauptung und es erübrigt sich daher, hierauf näher einzugehen. Wenn Dr. Rocke es als ein Mangel im Schätzungswesen bezeichnet, daß Uhren nicht von Uhrmachern taxiert werden, so ist das mit Rücksicht auf die vielen Mißtaxationen geschehen, und der Einwand Splitgerbers, daß dies unnötig sei, weil die Uhrmacher ja nicht mehr wirkliche Uhrmacher seien, ist schon oben in seiner Haltlosigkeit zurückgewiesen worden. Über die Daseinsberechtigung der Leihhäuser ist Verfasser dieses nicht derselben Meinung wie Dr. Rocke. Wir halten die Leihhäuser für eine wirtschaftliche Einrichtung, die oft Existenzen erhält, denen ohne sie der Lebensnerv durchschnitten würde. Doch hätten wir erwartet, daß in dieser Hinsicht die Schrift v. Splitgerbers nach ihrem pompösen Titel eingehender gehalten sein würde. Über die „soziale Mission“ der Pfandleihgeschäfte bekommen wir recht wenig zu hören. Es schwimmen nur ein paar Fettaugen auf der ganzen Suppe! Im zweiten Teil wendet sich v. Splitgerber gegen die Broschüre Dr. Grambows. Hier ist es hauptsächlich die Forderung, daß neue Waren nicht beliehen werden dürfen, welche v. Splitgerber bekämpft, indem er hervorhebt, daß durch diese Beleihung oft ein bedrängter Goldschmied vor dem Ruin bewahrt bleibe. Auch würde nach seiner Ansicht das Verbot nichts nützen, da es ,,Partiekäufer“ genug gibt, in deren Hände dann die Waren wandern und für den Grossisten unwiderbring

lich verloren sein würden. Auch die Ausführungen Dr. Grambows über die Nachteile, welche Pfänderauktionen bringen, wenn der Inhaber der Pfandleihanstalt zugleich mit Waren gleicher Art handelt, bestreitet der Verfasser. Vollständig verfehlt ist die Abwehr auf den Vorwurf, daß in Pfandleihgeschäften Hehlerei und Wucher ihren Sitz haben. Die Gerichtsverhandlungen im Reiche haben uns gelehrt, daß sich leider sehr, sehr viele Pfandleiher leicht vom Pfade der Tugend ablenken lassen, wenn ihnen ein vorteilhaftes Geschäft winkt. Dieses ist gerichtsnotorisch und darüber ist nicht zu disputieren. Gegen den Vorschlag Dr. v. Grambows, die Beleihung von Waren der Edelmetallbranchen dem Bankier vorzubehalten, wendet der Verfasser ein, daß dadurch eine Besserung der Lage nicht einträte, da auch der Bankier bei seinen Informationen nicht weiter gehen werde als der Pfandleiher, der es in seiner Stellung gewissenhaft versucht. Auch bestreitet er die Notwendigkelt einer Verschärfung der Vorschriften über die Legitimation der Versetzenden. Aber

dies geschieht nur, um den Pfandleiher gegen Unbequemlichkeiten zu schützen, die er aber in seiner Stellung mit in Kauf nehmen muß. Werden keine Kautelen gegen die Mißstände im Pfandleihwesen geschaffen, so kann man allerdings so weit kommen, wie der Vorschlag, der im Handelstag auftauchte: Völliges Verbot der privaten Leihhäuser zu gunsten kommunaler Anstalten! Das heißt aber vorläufig das Kind mit dem Bade ausschütten! Eigenartig berührt es, daß die Entgegnung auf die Rocke-Grabowschen Vorschläge gerade aus Breslau kommt, der Stadt, in welcher der neueste Leihhaus-Skandal von sich reden macht, der allerdings das dortige Stadtleihamt betrifft. Man brachte dort ein Paar Knöpfe mit Perlen, die der Taxator auf 16 Mk. schätzte und auf die 12 Mk. gegeben wurden. In der Auktion gingen sie zum Taxwert weg, obwohl sie 600 Mk. wert waren. Der Taxator ist natürlich entlassen worden. Zeigt das aber nicht, wie berechtigt es ist, wenn man Sachverständige für die Taxationen fordert!

Die Beschäftigungs- und Lohnverhältnisse der Arbeitnehmer

in der Hanauer Edelmetall- und Edelstein-Industrie.

II. (Schluß.)

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44

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der Silberwarenindustrie hat sich Dr. Grambows Unter

suchung auf 670 Personen erstreckt, die sich auf 19 Betriebe verteilten. Es waren beschäftigt:

Person in Betrieben mit bis je 5 Personen
47 Personen 5

je 6- 10
51
3

11- 20
47
2

21- 30
65
2

31-40
1

41 50
319
5

51-75
97
1

76-100 Man sieht aus diesen Zahlen, daß sich auch in der Silberwarenfabrikation heraus kein Bestreben zur Bildung von Großbetrieben oder zur Konzentration geltend macht. Auch die Lehrlingsverhältnisse sind nach Dr. Grambows Ausführungen in den Silberwarenfabriken günstige. Wenn die Lehrlingszahl eine besonders hohe ist, so hat dies darin seinen Grund, daß es sich in der Silberwarenfabrikation um eine größere Anzahl verschiedenartiger Arbeitsfunktionen handelt, als in der Goldbranche. Man muß Heimarbeiter, Monteure, Ziseleure, Silberarbeiter, Former, Drucker, Polierer und Schleifer unterscheiden, während unter den Goldarbeitern nur Bijoutiers, Goldschmiede, Fasser, Kettenmacher und Graveure mit Spezialbeschäftigungen in Frage kommen. Die Dauer der Beschäftigung bei ein und demselben Unternehmer war auch hier eine erfreuliche und sprach für die Herausbildung eines festen Arbeiterstammes, wenn auch das Verhältnis nicht so günstig war wie in der Goldwarenbranche.

Was die Lohnverhältnisse anbelangt, so verdienten von den Arbeitern

39 oder 7,5% mehr als 1500 Mk.
216 41,6% von 1000—1500
103 19,8% 650-1000

161 31,1% weniger als 650 Der Durchschnittsverdienst war für Kabinettmeister 2450 MK., Silberschmiede 1200 Mk., Ziseleure 1240 Mk., Silberarbeiter 1150 Mk., Former 1290 Mk., Schleifer 1045 Mk., Drucker 1590 Mk., Hilfsarbeiter I 1170 Mk., Hilfsarbeiter II 890 Mk., Ausläufer 900 Mk., Lehrlinge 220 Mk., Polisseusen 780 Mk. Wenn man

nun weiter sieht, daß die Höchstverdienste bei den Kabinettmeistern sich auf 3300 Mk., bei Ziseleuren auf 2680 Mk., bei Silberschmieden auf 1993 Mk., bei Silberarbeitern auf 1806 Mk., bei Formern auf 1768 Mk., bei Polisseusen auf 947 Mk. usw. belaufen (die Pfennige haben wir weggelassen), so wird man zugeben müssen, daß auch hier die Lohnverhältnisse angemessene sind. Kommt ein Kabinettmeister doch durchschnittlich auf 8,14 Mk. pro Tag, ein Silberschmied auf 3,91 Mk., ein Ziseleur auf 3,94 Mk. usw.

Die dritte Abteilung des Werkes faßt die Verhältnisse der Arbeitnehmer in der Edelsteinschleiferei ins Auge. Hier erstrecken sich die Erhebungen auf 257 Arbeitnehmer. Es herrscht durchweg die Form der Kleinbetriebe vor, und nur ein Betrieb erhebt sich mit 56 Personen über die untere Grenze des Mittelbetriebes. Die Zahl der Lehrlinge findet Dr. Grambow in dieser Branche niedrig. Es herrscht ein ausgesprochener Mangel an Lehrkräften in der Diamantenschleiferei, der im Interesse dieses Industriezweiges sehr zu beklagen ist. „Um einen dauernd ausreichenden Nachwuchs zu sichern,“ sagt Dr. Grambow, „muß jedenfalls eine weitere Vermehrung der Lehrlingszahl als wünschenswert bezeichnet werden, zumal bei der starken Beschäftigung dieser Branche ein Unterbieten der Löhne dann nicht zu erwarten sein dürfte. Auch die Stündigkeitsverhältnisse sind in der Schleiferei nicht so vorteilhafte wie in der Gold- und Silberwarenbranche. Von den Schleifern verdienten

12 mehr als 2050 Mk.
53 von 1500-2000
53 1200-1500
28 900-1200

62 weniger als 900 Durchschnittlich wurden bezahlt für Leiter 3000 Mk., Schleifer 1540 Mk., Steingraveure 1850 Mk., Ausläufer 900 Mk., Lehrlinge 220 Mk und Arbeiterinnen 750 Mk. Als höchste Verdienste kommen in Frage bei Leitern 3600 Mk., Schleifern 2377 Mk., Steingraveuren 2313 Mk., Ausläufer 1049 Mk., Lehrlinge 294 Mk. und Arbeiterinnen 890 Mk. Es verdienten durchschnittlich pro Tag Leiter 9,62 Mk., Schleifer 5,06 Mk., Steingraveure 6,01 Mk., Ausläufer 2,96 Mk., Lehrlinge 0,57 Mk., Schleiferinnen 3,76 Mk. und Lehrmädchen 0,99 Mk.

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nur

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Im vierten Teil setzt sich Dr. Grambow mit der vom deutschen Metallarbeiterverband publizierten Statistik auseinander. Wenn wir die Objektivität dieser Darstellung seinerzeit in Zweifel gezogen haben, weil ausdrücklich hervorgehoben wird, daß sie zu Agitationszwecken verfaßt sei, so steht auch Dr. Grambow auf diesem Standpunkte. Er hebt hervor, daß das Material, welches dem Verband zur Verfügung gestanden hat, ein unzureichendes gewesen ist. Wenn man die Erhebungen Dr. Grambows mit jenen vergleicht, so tritt allerdings die Lückenhaftigkeit der Untersuchungen des Arbeitnehmerverbandes klar zutage, denn während er 493 Arbeitnehmer berücksichtigen konnte, sind es bei Dr. Grambow 2503. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Dadurch wird auch die Berechnung des Arbeitsverdienstes eine ganz andere. So führt z. B. bei den Bijoutiers die Arbeiterstatistik an, daß im Jahre nur zwei bis 1600 Mk., vier bis 1700 Mk., sechs bis 1800 Mk., vier bis 1900 Mk. und zwei über 1900 Mk. verdient haben. Das ergibt die lückenhafte Statistik. Nach Dr. Grambow stellt sich das Verhältnis weit günstiger insofern, als 34 bis 1600 Mk., 30 bis 1700 Mk., 10 bis 1800 Mk., 11 bis 1900 Mk. und 17 über 1900 Mk. verdienten. Und so ist es auch bei allen übrigen Stellungen der Branche. Die seinerzeit um ihrer Kritik willen vielgeschmähte

Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ hat also mit der
Äußerung ihrer Bedenken wieder einmal Recht gehabt. In
einem Nachwort geht Dr. Grambow dann noch auf die letzte
Lohnbewegung in Hanau und ihre Ergebnisse ein, durch welche
sich die Lohnstatistik noch besser gestalten wird. Wir haben
darüber in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ schon aus-
führlich berichtet. Die Erhöhung des Jahresarbeitsverdienstes
wird sich folgendermaßen gestalten. Es stiegen Verdienste
von bis 885,- Mk. auf nunmehr 973.50 Mk.
1180,

1298,-
1327,50

1460,50 1475,

1622,50 1622,50

1785,1770,

1947,2065,

2271,50 2360,

2596, 2655,

2920,50 2950,

3245,Die Verhältnisse der Arbeitnehmer haben sich also wieder wesentlich verbessert. Jedenfalls war es an der Zeit, daß einmal eine objektive Darstellung der Hanauer Lohn- und Beschäftigungsverhältnisse gegeben wurde, die nichts mit Agitationszwecken zu tun hat!

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Praktische Anleitung zur Ausführung der Glasätzung

in ihren verschiedenen Arten.

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III. Die Herstellung matter und gekörnter Åtzungen auf blankem Glase. ür den Glasätzer sind die beiden, in der Über Die kräftige Mattsäure ist nämlich bei längerer Einwirkung

schrift genannten Ätzungsmethoden von beson imstande, das Glas an den Rändern der Asphaltdeckung, d. h. derer Wichtigkeit, da sie beide vielfach zur An also unter die schützende Asphaltschicht hinein, anzugreifen wendung kommen; die erstere mehr für sich und dadurch entstehen dann unsaubere Ränder an der Äizung,

allein, die zweite namentlich in Verbindung mit die nicht wegzubringen sind und die ganze Wirkung der Arbeit der ebenfalls häufig vom Schriftenmaler geübten Technik der verderben. Dann hat ferner die Asphaltdeckung den weiteren Vergoldung hinter Glas. Matte Schriften, auch Ornamente, Nachteil, daß bei Ätzungen, wo das Ornament oder die Schrift Linien usw. in einfarbigmatter Ätzung sind auf dem blanken matt in blankem Glase stehen soll, der Hintergrund gedeckt transparenten Glasgrunde stets von guter Wirkung und zugleich werden muß, die Schrift, oder was es eben ist, also ausgespart von unbegrenzter Haltbarkeit. Solange eben das Glas selbst werden muß. Das aber ist eine äußerst heikle Arbeit, die hält, solange hält auch die Ätzung.

nicht nur größte Aufmerksamkeit und sauberstes Arbeiten erDer Vorgang des eigentlichen Ätzens ist nun hierbei fordert, wenn alle Ecken und Linien scharf und exakt sein durchaus nicht verschieden von dem schon im vorhergehenden sollen, sondern auch sehr viel Zeit beansprucht. Artikel Nr. 49 angegebenen Verfahren, es kommen auch keine Man wendet deshalb bei Arbeiten dieser Art ein mehr anderen Materialien als die dort angegebenen zur Verwendung. Sicherheit versprechendes Verfahren an, das ist das Abdecken Von Wichtigkeit aber sind die Mittel, die angewendet werden, der nicht matt zu ätzenden Teile durch Asphalt und Stanniolum die Wirkung der ätzenden Säuremischung nur auf die belag. Hierbei wird zuerst die ganze Glasfläche mit AsphaltStellen zu beschränken, die eben matt gewünscht werden, die lack überstrichen, und auf diesen Anstrich sodann, wenn Schrift also entweder ein Ornament oder was es nun sein mag. soweit trocken ist, daß er beim leichten Antupfen den Finger

Es sind zu diesem Zwecke zwei verschiedene Methoden nicht mehr beschmutzt, aber doch noch stark klebt, mit starkem im Gebrauch. Bei der einen, der einfacheren, werden die Stanniol oder auch mit Bleifolien belegt. Das Stanniol muß Teile des Glases, die blank bleiben sollen, mit Asphaltlack überall fest auf dem Asphaltgrund aufliegen, es dürfen nirgends zugedeckt (Asphalt wird, wie schon mehrmals erwähnt, von Blasen oder lose Stellen vorhanden sein, und man tut deshalb der Flußsäure nicht angegriffen) und, wenn dieser gut trocken gut, es gleich nach dem Auflegen mit einer kleinen Holzwalze, ist, der Ätzprozeß in der üblichen Weise durchgeführt. Diese die mit Tuch oder Gummi überzogen ist, fest anzudrücken. Methode wäre, wie gesagt, die einfachste; sie hat aber, soweit Ist die abzudeckende Glasfläche so groß, daß ein Stannioles sich um Anwendung kräftiger Säurepräparate zur Erzielung bogen nicht ausreicht, so müssen die einzelnen Bogen an den eines scharfen, opaken Matt handelt, ihre Nachteile und findet Zusammenstößen etwa 2-1 cm breit übereinander gelegt deshalb weniger hier, als bei der Ätzung in mehreren Tönen werden. Damit ein festes Haften an diesen Kanten möglich Anwendung, wo das schon vorhandene kräftige Matt nur ge ist, streicht man die zuerst aufgelegten Bogen etwa 1 cm breit mildert werden soll und wo zu diesem Zwecke nicht die ringsum mit Asphalt vor. Ist alles mit Stanniol belegt, so läßt eigentliche Mattsäure, sondern die schwächere Vorsäure zum man noch eine Zeitlang trocknen und geht dann daran, die Ätzen benutzt wird.

Schrift oder das Ornament aufzupausen. Ist es eine Schrift,

er

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