Page images
PDF
EPUB

Nr. 50 – IX. Jahrgang LEIPZIG

15. Dezember 1906

[blocks in formation]

Bezugspreis pro Quartal M. 2.- (Ausland pro Jahr M. 10.-); Kleine Ausg. pro Quartal M. 1- (Ausland pro Jahr M. 5.—).

Die Beschäftigungs- und Lohnverhältnisse der Arbeitnehmer

in der Hanauer Edelmetall- und Edelstein-Industrie.

1.

D

gie Edelmetallindustrie Hanaus ist alten

Datums. Ende des 16. Jahrhunderts nahm Graf Philipp Ludwig wallonische und vlamländische Emigranten in Hanau auf, durch welche die dortige

Edelmetallindustrie begründet wurde. Von Jahr zu Jahr ist dieselbe emporgeblüht und hat Hanaus Kunstfertigkeit überall in den Ländern der Erde berühmt gemacht. Im Jahre 1812 betrug die Zahl der Edelmetallarbeiter 400, 1852 schon 600, 1864 etwa 1600— 1700 und 1905 zählte sie 2200 Personen, wozu noch ungefähr 230 Edelsteinschleifer kommen. An sie wurden 1905 zusammen über 2,3 Millionen Mark an Arbeitslohn bezahlt. Bei der hohen Wirtschaftlichen Bedeutung dieser Industrie war es ein Bedürfnis, einmal eine authentische Darstellung über die Beschäftigungs- und Lohnverhältnisse der Hanauer Arbeitnehmer zu erhalten. Der Syndikus der Hanauer Handelskammer, Herr Dr. Ludolf Gram- bow, hat diese Darstellung in seiner interessanten Schrift:

„Die Beschäftigungs- und Lohnverhältnisse der Arbeitnehmer in den Hanauer Edelmetall- und Edelsteinindustrien im Jahre 1905" (Hanau, Verlag von Claub & Feddersen) in einer so trefflichen Weise gegeben, daß man das Werk, bei dem man es ja naturgemäß mit einem etwas „trockenen“ Stoff zu tun hat, mit wachsendem Interesse verfolgt. Wer gern auf die wirtschaftliche Entwicklung der Edelmetallindustrie in Deutschland sein Augenmerk richtet, der wird in dem Werke reichhaltiges Material vorfinden, das geeignet ist, auch manche falschen Auffassungen und Schlußfolgerungen, die namentlich in der Arbeitnehmerpresse aufgetaucht sind, zu

zerstreuen. Hat doch die Statistik des deutschen Metallarbeiterverbandes mit ihrer schon seinerzeit von uns hervorgehobenen Lückenhaftigkeit ein schiefes Bild von den Hanauer Verhältnissen zutage gefördert. Dr. Grambow geht zunächst auf die Beschäftigungsverhältnisse in der Gold warenindustrie ein, wo der Schwerpunkt in den mittleren Betrieben zu suchen ist, während große Betriebe nur etwa sechs in Frage kommen. Es waren beschäftigt:

19 Personen in 7 Betrieben mit bis je 5 Personen, 47

6

„ je 6— 10 220 15

11- 20 208 8

21— 30 310 9

31— 40
243
5

41– 50
177
3

51— 75
362
4

76—100
113
1

101—125
134
1

126—150 Die Lehrlingsverhältnisse sind nach der Darstellung Dr. Grambows keine ungünstigen und das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Lehrlingen, männlichen und weiblichen Geschlechts, kann als ein gesundes bezeichnet werden. Sehr richtig ist es, wenn der Autor ausführt, daß den Lehrlingen auch in den kleinen Betrieben eine gute Ausbildung zu Teil werden kann. „So wird“, sagt Dr. Grambow, „wenn z. B. ein Betriebsunternehmer nur vier Arbeiter beschäftigt, welche vier verschiedene sich ergänzende Arbeitsfunktionen ausführen, ihm kaum zu verwehren sein, daß er zu jedem dieser vier Arbeiter

2

einen Lehrling an den Werktisch setzt, um von diesem die nötigen 1360 Mk., Juwelenarbeitern 1600 Mk, Goldarbeitern 1260 Mk., Hilfsverrichtungen vornehmen zu lassen und für sein Geschäft, wie Kettenmachern 1200 Mk., Fassern 1660 Mk., Graveuren und für die ganze Branche, den erforderlichen Nachwuchs mit heran Ziseleuren 1460 Mk., Mechanikern 1370 Mk., Hilfsarbeitern zubilden. Daß auf solche Weise gerade in kleineren Betrieben erster Klasse 1260 Mk., zweiter Klasse 1060, Auslaufer 900 Mk., cine gute Ausbildung vielfach beobachtet werden kann, bedarf Tagelöhnern 870 Mk., Lehrlingen 225 Mk., Polisseusen 700 Mk., keiner besonderen Hervorhebung." Was die Beschäftigungs Kettenmacherinnen 645 Mk., Hilfsarbeiterinnen 480 Mk. und dauer anlangt, so ergeben die statistischen Tabellen, daß die Lehrmädchen 235 Mk. Die Lohnverhältnisse sind also recht Stündigkeitsverhältnisse in der beteiligten Arbeiterschaft eben wohl als günstige zu bezeichnen, wenn wir bedenken, daß nach falls als günstig bezeichnet werden können. Es sind im Jahre diesen Ergebnissen auf den Kabinettmeister durchschnittlich 1905 mindestens % das ganze Jahr hindurch bei demselben pro Tag 7,28 Mk., auf Zeichner und Maler 6,89 Mk., auf Unternehmer verblieben. An Lohn verdienten pro Jahr: Bijoutiers 4,56 Mk., auf Juwelenarbeiter 4,65 Mk., auf Gold

50 Arbeitnehmer oder 4,3% mehr als 2000 Mk. arbeiter 4,51 Mk., auf Kettenmacher 4,06 Mk., auf Fasser 5,22 Mk., 97 8,4% von 1650–2000

auf Graveure und Ziseleure 4,48 Mk., auf Mechaniker 4,46 Mk., 259

22,5%
1300-1650

auf Hilfsarbeiter erster Klasse 4,24 Mk., zweiter Klasse 3,43 Mk., 325 28,2% 1000-1300

auf Auslaufer 2,72 Mk., auf Tagelöhner 2,86 Mk., auf Lehr120

„ 10,4%
850-1000

linge 0,71 Mk., auf Polisseusen 2,28 Mk., auf Kettenmacherinnen 106 9,2% 600— 850

2,08 Mk., auf Hilfsarbeiterinnen 1,83 Mk. und auf Lehrmädchen 195 17% weniger als 600

0,72 Mk. entfallen. Im zweiten Teil beschäftigt sich der VerVon den Kabinettmeistern verdienten 88,7% mehr als fasser in gleicher Weise mit den Verhältnissen der Arbeit2150 Mk. Es ist dies der Durchschnittsverdienst, während der nehmer der Silberwarenindustrie, worauf wir in nächster selbe im übrigen betrug bei Zeichnern 2050 Mk., Bijoutiers Nummer zu sprechen kommen.

[ocr errors]
[ocr errors]

Aus den Uranfängen des Handwerks.

Die

ie Menschen von heute wachsen in einer so hoch entwickel

ten Periode der Technik auf, daß sie die kompliziertesten Resultate des Forschergeistes und der Geschicklichkeit ihrer Vorfahren als selbstverständlich gebrauchen. Da wird es ihnen schwer, sich in die Uranfänge der Kultur zu versetzen, in jene Kindheitstage des Menschengeschlechts, in denen langsam und allmählich die ersten Versuche gemacht wurden, aus den sich die reiche Blüte der Gegenwart entwickelt hat. In solche früheste Zeiten menschlicher Technik führt ein Aufsatz des amerikanischen Archäologen Professor Edgar James Banks, der in Zentral-Babylonien Ausgrabungen veranstaltet und dadurch einen Einblick in die ältesten Epochen beginnender Zivilisation erhalten hat. Er hat in Bismya, der Ruine der ältesten bis jetzt aufgefundenen babylonischen Stadt, und damit wohl der ältesten Stadt der Welt, in den tiefsten Schichten der Trümmerstätte eine Anzahl höchst interessanter Gegenstände gefunden, die sich als die ersten Vorläufer unseres modernen Hausrates erkennen lassen. Muschelschalen wurden ans Licht gezogen, von denen ein Teil abgeschnitten war, so daß sie eine Schüssel bildeten. Ein solche Muschelschale war die Lampe eines primitiven Menschen; in ihr haben die Babylonier vor mehr als 6000 Jahren ihr Rinderfett oder Olivenöl angezündet, indem sie das Ende eines roh gedrehten Dochtes aus Fasern hineinsteckten, es durch die Öffnung am Rande der Muschel zogen und es dann brennen ließen. Wie viele Generationen darüber vergangen sind, bis man zu dieser Form der Beleuchtung kam, das wissen wir nicht, aber diese Muschel ist jedenfalls der früheste bekannte Vorgänger aller Lampen. In einer etwas höheren Schicht desselben Trümmerhaufens wurden Stücke von Alabaster und Marmor entdeckt, die in einer der Muschel ganz ähnlichen Form zugehauen waren.

Als die alten Babylonier keine Seemuscheln mehr finden konnten, ahmten sie sie in Stein nach, und noch später begannen sie, das Innere der Steinlampe mit Ornamenten zu verzieren, versahen sie mit einem Loch in der Ecke für den Docht und gaben ihr noch später eine runde Form. Als dann die Kunst des Brennens von Ton bekannt wurde, da nahm die Lampe die Gestalt an, die noch lange nachher von den Griechen und Römern aufgenommen wurde und in vielen Exemplaren aus dieser Zeit auf uns gekommen ist. Auch das Bauen mit Ziegel

steinen, das wir heute als eine selbstverständliche Vorbedingung der Kultur ansehen, wurde von den Babyloniern erst allmählich ersonnen und erlernt. In einer tausendjährigen langsamen Entwicklung kamen diese frühen Völker zu unseren Ziegeln. Das erste und wichtigste Moment dabei ereignete sich, als irgend ein unbekannter Wilder aus fernen Vorzeiten, der die Asche des Lagerfeuers nach noch nicht verloschenen Funken umwühlte, die Entdeckung machte, daß der nasse Lehm da, wo das Feuer gebrannt hatte, trocken und hart wie Stein war. Seine Nachkommen lernten dann langsam, nachdem ihnen diese Erfahrung alltäglich geworden war, den Nutzen daraus ziehen und den Ton brennen. Die ersten Ziegel, die gemacht wurden, waren auf der einen Seite flach und hatten auf der anderen Seite eine rund sich heraushebende stielartige Erhöhung; das kam daher, daß auf der Fläche, auf der der weiche Lehm zum Trocknen hingelegt wurde, der Ton glatt war, während auf der oberen Fläche die Masse von der Mitte nach den Seiten herablief und dadurch der Ziegel in der Mitte höher wurde. In Bismya und anderen babylonischen Ruinen sind solche frühe Ziegel aus der Zeit von etwa 4500 v. Chr. in den tiefsten Schichten gefunden worden.

Die Töpferscheibe war doch, wenngleich sie auch eine uralte Vergangenheit hat, in diesen frühen Zeiten noch nicht bekannt oder wenigstens etwas ganz Neues. Es sind in Bismya Fragmente von Töpfergegenständen gefunden worden, die gemacht waren, bevor die Scheibe in Anwendung kam, und andere Stücke wurden entdeckt aus Zeiten, da die Menschen gerade anfingen, ihre Töpfe und Gefäße nicht mehr mit den Fingern aus dem Ton zu formen. Die erste Töpferscheibe war nur ein flacher Stein, auf welchen der Ton gelegt wurde. Der Ton wurde hauptsächlich noch mit den Fingern geformt, aber gelegentlich wurde der Stein gedreht, um ihm eine bessere Gestalt zu geben. Der nächste Schritt war dann, daß mit dem Stein ein Drehzapfen verbunden wurde, aber erst lange nachher wurde der Töpferscheibe die endgültige Form gegeben. Die Entwicklung der Drehbank muß ähnlich vor sich gegangen sein; aber wir haben zu geringe Spuren von ihren frühesten Formen, um uns eine genaue Vorstellung davon machen zu können. Jedenfalls war die Drehbank in Babylon schon 6500 Jahre vor unserer Zeit bekannt, wie zahllose der aufgefundenen Zylinder und gedrehten

Steingefäße beweisen. Die vollkommene Symmetrie der Formen zeigt an, daß damals die Drehbank bereits in einer hochentwickelten Form gehandhabt wurde, ja, selbst so harte Steine wie Lapislazuli und Jaspis konnten verarbeitet werden. Zweifellos war die alte Drehbank eine Vorrichtung, ganz ähnlich der, wie sie auch noch im modernen Orient gebraucht wird. Der Gegenstand, der gedreht werden soll, wird in der Maschine festgehalten; die Hand ist die bewegende Kraft, während ein Meißel oder ein anderes schneidendes Instrument gegen den Gegenstand gedrückt wird. Auch die Kugeln unserer Schießwaffen sind nichts Modernes; schon die alten Babylonier haben sie als Wurfgeschosse gegen Feinde und großes Wild viele tausend Jahre früher gebraucht, als das Pulver erfunden wurde. In den tiefsten Schichten der Trümmer von Bismya sind solche verschieden geformte Wurfgeschosse gefunden worden, die aus Stein und aus Ton gebildet waren und Kunde gaben von längst vergessenen Schlachten, die vor Jahrtausenden hier stattgefunden hatten. Sehr verschieden

in der Größe waren sie bald wie eine Nuß, bald wie ein großer Apfel; sie waren rund oder viereckig, eiförmig oder ganz unregelmäßig. Diese frühesten Wurfgeschosse wurden mit Schlingen gegen den Feind geschleudert, aber von diesen Schlingen hat sich keine Spur erhalten. Noch einen anderen ganz modern erscheinenden Gegenstand hatten bereits die Babylonier: den Briefumschlag. Jedoch bestand ihre Umhüllung nicht aus Papier, sondern, wie der Brief selbst, aus Ton. Um die mit Keilschrift bedeckte Tontafel zu schützen oder vor dem Blick Neugieriger zu bewahren, wurde sie mit einer dünnen Umhüllung von Ton umgeben und mit dem Siegel des Schreibers verschlossen. Der Ton wurde dann gebrannt und der Brief mit einem Boten abgeschickt. Der Empfänger brach mit einem scharfen Instrument die Hülle entzwei, so vie wir heute einen Briefumschlag aufreißen. Bei den Ausgrabungen sind zahlreiche solche uneröffneten Briefe gefunden worden, deren Schrift, als die Umschläge entzwei gebrochen wurden, völlig unversehrt war.

Ein französischer Verbandstag.

m 15., 16. und 17. Oktober ds. Js. fand im Hause des Ingenieurverbandes in Paris der erste Verbandstag der Detaillisten, Uhrmacher, Gold- und Silberschmiede Frankreichs statt. Den Vorsitz

führte Herr Mesnard aus Bordeaux mit den Herren Courtecuisse und Dumont als Stellvertretern, Herr Pernin als Schatzmeister und den Herren Leforestier und Eté als Schriftführern. Zu Beginn der Verhandlungen wurden noch einige Syndikate in den Verband aufgenommen, und dann entspann sich eine längere Aussprache darüber, ob man zwei oder drei Tage auf den Verbandstag verwenden wolle. Da zwei der Versammlung zu wenig erschienen, so einigte man sich auf deren drei, welche heilige Zahl auch künftig beibehalten werden soll.

Auf den Antrag des Herrn Boulanger wird beschlossen, daß der Vorstand des Verbandes die geeigneten Schritte tun solle, damit der Gebrauch des Wortes „Feingehalt“ beim Anpreisen von mindergehaltigen und Doublewaren untersagt werde.

Die wichtige Frage des Detaillierens der Grossisten wurde durch Herrn Dumont eingehend erörtert, der auch auf die Sünden der Fabrikanten zu sprechen kam, die ebenfalls dem Publikum direkt ihre Ware angeboten hätten, ohne Rücksicht auf den Detailleur, der durch seine Tätigkeit das Publikum zur Würdigung guten Schmuckes erziehe. Dem Detaillieren der Grossisten hätten die Ladeninhaber selbst Vorschub geleistet, indem sie in Fällen, wo sie selbst bestimmte Sachen nicht am Lager hatten, das Privatpublikum zu den Grossisten schickten und dadurch daran gewöhnten, zu den Grossisten zu gehen. Der Redner bittet den Verbandsvorstand ganz energisch gegen diese Art unlauteren Wettbewerbes vorzugehen.

Ein Delegierter aus Versailles führte aus, daß der Detailleur nicht für alle Ewigkeit die Milchkuh der Grossisten sein dürfe und bei aller Höflichkeit gegen die Grossisten möchte er es doch erreichen, daß die Grossisten nicht mehr direkt an das Publikum verkaufen. Sie hätten noch Bezugsquellen genug, um diesen ihre Kundschaft zuzuwenden. Herr Allion verlangt von den dem Verbande angehörigen Fabrikanten die bündige Erklärung, daß sie unter keinen Umständen direkt an das Publikum verkaufen.

Er schlug ferner vor, daß, sobald irgend eine Gesellschaft bei einem Fabrikanten einkaufen ginge, dieser den Verdienst dem Zweigverein seines Bezirkes überweisen müsse und weiter, daß ein Nachschlagebuch vom Verbande herausgegeben werden solle, aus dem die Adressen der Mitglieder ersichtlich wären, so daß jeder Fabrikant einem Privatkunden gleich den Juwelier namhaft machen könne, der in seiner Nähe wohnt. Zuwiderhandelnde sollten 40% vom Werte des verkauften Gegenstandes als Buße an den Verband zahlen oder aus der Liste der empfehlenswerten Lieferanten gestrichen werden. Die Diskussion über alle diese Anträge war sehr heftig, und es kamen die verschiedenartigsten Abänderungsvorschläge zum Vorschein u. a., daß alle Fabrikanten an ihre Tür ein Plakat: „Nur für Grossisten,“ anbringen sollten. Herr Courtecuisse, der es liebt, seiner Meinung sehr ungeschminkten Ausdruck zu geben, schlug dann zum Schluß vor, daß alle Fabrikanten, die sich verpflichteten, nicht an das Privatpublikum zu verkaufen, einen Diplom erhalten sollten, und dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit angenommen.

Der zweite Tag brachte die Verhandlung über Uhren, die unter bestimmten Namen in den Handel gebracht werden, und die infolge der Reklame der Fabrikanten für dieselben andere weniger bekannte aber ebenso gute Uhren im Absatz schädigten. Der Uhrmacher wolle auch nicht nur der Verkäufer für den Fabrikanten sein, sondern die Uhren führen, die ihm und seiner Kundschaft am besten gefielen. Außerdem verkauften die Warenhäuser die bekannten Marken zu Fabrikpreisen infolge ihrer großen Bezüge. Der Verbandsvorstand soll die geeigneten Schritte tun.

Am dritten Tage stellte das Pariser Syndikat den Antrag, daß der Verband eine Einbruchsversicherung einrichten möge; es erhielt auch der Vertreter einer Versicherungsgesellschaft Zutritt und erstattete einen Bericht. Alsdann wurde angeregt, daß ein Gesetz gegen die Ausverkäufe angeregt werden möge und daß die städtischen Behörden gegen das Verkaufen von Uhren und Goldwaren auf Märkten und offener Straße vorgehen sollten. Gegen die fälschliche Bezeichnung unechter Steine als Diamanten soll ebenfalls vorgegangen werden.

Kleine Mitteilungen.

Zur Leihhausfrage. Der Ausschuß des Deutschen Han Vorsicht. Im Juli wurde bei Kiew (Südrußland) ein Schatz delstags beschäftigte sich am 4. Dezember mit den Vorschlägen entdeckt, welcher sehr wertvolle Altertümer aus dem 11. oder seiner Kleinhandelskommission (vergl. Nr. 38 der Deutschen 12. Jahrhundert enthielt, hierunter zwei goldene Halsbänder, jedes Goldschmiede-Zeitung“ vom 22. September ds. Js., Seite 357 a) aus zwanzig Goldmedaillons mit Emailfiguren von Vögeln und über gesetzliche Maßregeln zur Beseitigung der Mißstände im Pflanzen bestehend; drei Paar große, einem Türschloß ähnlich Pfandleihwesen und faßte hierzu folgende Beschlüsse:

sehende goldene emaillierte Ohrringe; mehrere Medaillons in 1. Art. 94, Abs. 2, des Einführungsgesetzes zum Bürger- oxydiertem Email; ein silbernes, geschlungenes Armband; zwei lichen Gesetzbuch, der landesgesetzliche Vorschriften zuläßt, goldene Ohrringe; ungefähr zwanzig silberne, teilweise vergoldete wonach öffentlichen Pfandleihanstalten das Recht zusteht, die Fingerringe; ein kleines rundes, silbernes Heiligenbild; ein ihnen verpfändeten Sachen (auch gestohlene) dem Berech steinernes Kreuzchen in goldener Einfassung; ein halbes Pfund tigten nur gegen Bezahlung des auf die Sache gewährten silberner Gegenstände in Gestalt kleiner Leistchen (der Länge Darlehns herauszugeben, ist aufzuheben.

nach durchschnittene Halbzylinder); zwei silberne Münzklumpen; 2. Die Pfandleihanstalten dürfen keine neue Handelsware ungefähr fünfzig Glasperlen und Anhängsel, diese größtenteils in Posten beleihen.

aus Silber, und drei Goldmünzen von byzantinischem Typus. 3. Die Pfandleihanstalten dürfen in Läden, in denen die Diese Gegenstände wurden heimlich an den Kunsthändler bei ihnen versetzten Pfänder verkauft werden, keine anderen Moses Zolotnitzki in Kiew verkauft, der sie über die Waren verkaufen.

Grenze schmuggelte und ungeachtet des gegen ihn eingeleiteten Bedauerlicherweise gelang es in der Diskussion dem Vertreter Strafverfahrens weiter veräußerte. Mitte November betrieb er der Handelskammer in Hanau nicht, zu Punkt 2 die ursprüngliche dieses Geschäft in Frankfurt a. M. Vor Erwerb der Altertümer Fassung des Kommissionsbeschlusses zu retten, wonach die wird gewarnt. Mitteilungen über den Verbleib sind an die Pfandleihanstalten neue Handelsware weder Stückweise noch in Königl. Polizeidirektion München zu richten. Posten beleihen dürfen. Es bleibt abzuwarten, ob nicht der obige Beschluß des Ausschusses völlig wirkungslos sich erweisen

Preiserhöhung der Exporteure in Gablonz. Nachdem die Erund geradezu den Fingerzeig zur Umgehung der beschlossenen

zeuger der Gablonzer Bijouterie infolge der hohen Metallpreise Bestimmung selbst geben wird. Im übrigen ist ja in dieser

eine Verteuerung beschlossen, nahmen die Exporteure ebenfalls Angelegenheit das letzte Wort voraussichtlich noch lange nicht

Stellung. Das Gremium der Exporteure lehnte die Forderung der gesprochen, und wir zweifeln nicht, daß die Hanauer Handels

Gürtler, es möge das fünfprozentige Warenskonto abgeschafft kammer alles aufbieten wird, um den Punkt 2 noch wirkungsvoller

werden, ab, erklärte sich aber bereit, je nach der Beschaffenheit auszugestalten. Im übrigen wird man den Beschlüssen, des Aus

des Artikel 5% bis zu 20% höhere Preise zu zahlen. schusses voll zustimmen können und seiner Befriedigung darüber Gold- und Silberschmiede-Ausstellung im Österreichischen Museum. Ausdruck geben, daß eine Körperschaft wie der Deutsche Handels Die Direktion des Österreichischen Museums veranstaltet, wie tag sich so nachdrücklich der Leihhausfrage angenommen hat. bereits in Nr. 41 (Seite 391 a) gemeldet, in den Monaten Februar In der amerikanischen Juwelenbranche geht das Geschäft so

bis Mai 1907 eine Ausstellung von altösterreichischen und von gut wie noch niemals. Die Vorräte von Juwelen und Schmuck

außerösterreichischen (deutschen, englischen, französischen, sachen sind vollständig aufgeräumt, und es herrscht auf dem

italienischen) Gold- und Silberschmiedearbeiten (profanes Schmucksachenmarkte eine unerhörte Knappheit. Das kommt

und kirchliches Gerät aller Art bis auf 1850). Ein wissenauch schon dadurch zum Ausdruck, daß Arbeiter aus dieser

schaftlicher Katalog wird das Material der Ausstellung genau Branche sehr gesucht sind und daß man ihnen die höchsten

registrieren. Es wird um Einsendung der zur Ausgabe ge

langten Anmeldungsformulare an die Direktion des ÖsterLöhne zahlt, kurz Löhne von einer Höhe, wie sie selbst in

reichischen Museums (1, Stubenring 5) ersucht; Programme Amerika selten sind und wie man sie noch vor kurzer Zeit

und Formulare sind in der Museumskanzlei erhältlich. nicht für möglich gehalten hätte. Es dürften demnach in naher Zukunft größere Bestellungen aus Amerika nach Europa und Ausstellung. Der Württembergische Kunstgewerbespeziell auch nach Deutschland gelangen, oder es bestehen Verein veranstaltet gegenwärtig im Königl. Landesgewerbemindestens die besten Aussichten für ein erfolgreiches Auf Museum zu Stuttgart eine Ausstellung von Keramiken, Ledersuchen des amerikanischen Marktes, der jetzt so gut disponiert arbeiten, Schmucksachen, Metallwaren aus der Sammlung des ist, wie er noch niemals war und vielleicht auch nicht sobald Herrn Henry Van de Velde-Weimar. wieder sein wird, denn es wird nicht fehlen, daß angesichts der gegenwärtigen günstigen Verhältnisse neue Schmucksachen

Bruno Paul, Miteigentümer und Mitarbeiter des ,,Simplicissimus“, fabriken trotz des Arbeitermangels gegründet werden.

wurde zum Direktor des Berliner Kunstgewerbe-Museums

ernannt. Für Süddeutschland hat die Übersiedelung Pauls einen Mit dem zunehmenden Bedarf von Semiemailleschmuck zu Weih schmerzlichen Beigeschmack; das Berliner Kunstgewerbe gewinnt nachten, tritt auch wieder die Konkurrenz auf den Plan, welche zu eine allererste Kraft mit modernem Kunstempfinden. allen Preisen liefert. So offeriert ein „Kunstatelier Hansa“ in Berlin jedem Leser einer diesbezüglichen Annonce ein

In einer Versammlung zu Stuttgart begrüßte es Herr Oberlebensgroßes Portrait oder eine mit eleganter" Fassung

bürgermeister v. Gaul sehr, daß eine Vereinigung der Stuttversehene Brosche, Krawattennadel, Anhänger, Man

garter Kunstbildungsanstalten in Aussicht stehe; von ihr erhoffe schettenknöpfe usw. bei Einsendung von 1.50 Mk. Mehr

er sich den so dringend nötigen Zusammenhang zwischen Kunst kann man für sein Geld nicht verlangen.

und Kunstgewerbe. Nicht zum Leidwesen unserer Münchener Kollegen ist die Bera

Personalien und Geschäftsnachrichten. Compagnie Argentinia, Blumenthal & Caplan in München gezwungen, wegen Umbau des Hauses ihren Laden aufzugeben. Auszeichnung. Dem Juwelier Herrn Johannes Heinrich Sie verkauft jetzt ihre Schmuckstücke zu 1 Mk. pr. Stück. Mau in Dresden wurde von Sr. Majestät dem König von

Sachsen der Titel Hofjuwelier verliehen. Einer Bekanntmachung der Württ. Regierung, betr. Titel- und

Jubiläum. Das 25 jährige Werkstatt - Jubiläum beging vor Rangordnung, zufolge, werden in die VII. Rangstufe die Haupt

kurzem der in der Goldwarenfabrik von Gustav Schröter in lehrer der Kunstgewerbeschulen und der kunstgewerbl. Lehr- und Zittau tätige Goldschmied Herr Ernst Lange. Versuchswerkstätten mit dem Titel „Professor" eingereiht. In Firmen - Änderung. Die Firma der Anstalt für Vereinsdie VI. Rangstufe werden die Vorstände der Kunstgewerbeschulen abzeichen von W. Boerger in Berlin So., Adalbertstr. 42, und der kunstgewerbl. Lehr- und Versuchswerkstätten eingereiht. ist in W. Boerger & Co. geändert worden.

Wochentlicher Arbeits-Nachweis

Beilagenvermerk.

Schluß der Inseraten-Annahme für Nr. 51:

Was ein Stelleangebot enthalten muß:

:

Deutsche Goldschmiede-Zeitung.

Einem großen Teil der vorliegenden Nummer inscrer Deutschen

Cioldschmiede-Zeitung hat die rühmlichst bekannte Firma Carl Begründet und herausgegeben von Wilhelm Diebener, Leipzig 28,

Schleicher & Schüll in Düren einal Prospekt beigelügt, Dresdener Straße 2.

auf dem dieselbe ihr g. rantiert chlor- und säurefreies SilberVerantwortliche Redakteure:

Seidenpapier und ihre erstklassigen Packpapiere erneut empfiehlt. Für den kunstgewerblichen Teil: Professor Rudolf Rücklin, Pforzheim.

Wir machen unsere Leser auf diesen Prospekt noch besonders Für den volkswirtschaftlichen Teil: Syndikus Hermann Pilz, Leipzig.

aufmerksam. Für den fachtechnischen Teil: Goldschmied Paul Axthelm, Leipzig. Amtliches Organ des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Organ des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs, der Freien Vereinigung des Gold- und SilberwarenGewerbes für Berlin und den Reg.-Bezirk Potsdam, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Großherzogtums Baden, der Kölner Juwelier-Vereinigung, der Freien Vereinigung der Juweliere, Gold- und

Mittwoch, den 19. Dezember 1906, Silberschmiede des Reg.-Bezirks Stettin, der Goldschmiede-Innung Schwerin i. M., der Freien Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz,

bei unserer Filiale in Pforzheim, Leopold Str. 12: des 'Kunstgewerbe-Vereins Hanau, des Gewerbemuseums Gmünd, der

Dienstag, den 18. Dezember, abends.
Zentralstelle Schmuck und Mode.
Bezugs-Preis:

Deutsche Goldschmiede - Zeitung mit kunstgewerbl.
Teil: Pro Jahr M. 8.—, Ausland M. 10.—.

ob der Betreffende gesucht wird als Geschäftsführer, Verkäufer, Monteur und Zentral-Offerten-Blatt der Deutschen Goldschmiede Fasser, Modelleur, Ziseleur, Emailleur, Gravear, für Neuarbeiten, Reparatur etc.

Die Gegenleistungen sind anzugeben. Höhe des Gehalts. Arbeitszeit.
Zeitung: Pro Jahr M. 3.-

Zur Beachtung für Stellesuchende!
Anzeige - Gebühren: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile

Für die schnelle Beendigung von Unterhandlungen ist es wichtig, wenn bei M. –30, die ganze Seite M. 120. —; bei Wiederholungen wird Rabatt gegeben. Anzeigen im Wöchentlichen Arbeits - Nachweis die vier

Offertbriefen Alter und ev. Militärverhältnis. ferner die innegehabten Stellen, gespaltene Petit - Zeile M. -.30 (M. -20 für Stellengesuche). Bei

anf welche Arbeiten besonders geübt und wohlerfahren, angegeben und Zeugnis

Abschriften beigefügt werden. °Originalzeugnisse gebe man nie aus der Hand. lagen nach Uebereinkunft, bei Anfragen wolle man stets Muster beifügen.

Das Beilegen von Freimarken ist unartig. Name und Adresse sind deutlich

zu schreiben. Bohluß der Anzeigen -Annahme in Leipzig : für den Wöchent

Sucht ein Gehilfe Stellung, so muß er im Inserat sein Alter, evtl. Militär

verhältnis und seine Fåbigkeiten angeben. lichen Arbeits-Nachweis Mittwoch Abend, für große Anzeigen

Sofern andere Abmachungen nicht getroffen sind, gilt für Goldschmiede. Dienstag früh 8 Uhr; bei unserer Filiale in Pforzheim,

Gehilfen eine 14 tågige Kündigung, die an jedem beliebigen Tage erfolgen kann. Leopold Straße 12 je einen Tag früher.

Kaufmännisches Personal kündigt 6 Wochen vor Quartalsschluß, falls nicht andere Abmachungen getroffen wurden, nicht aber unter einem Monat.

Wohnungsveränderungen, insbesondere solche unserer Gehilfen. Abonnenten, bitten wir uns immer umgehend mitzuteilen, stets unter Angabe der bisher innegehabten Wohnung.

Zur gefl. Beachtung!
Die Insertionsgebühren sind dem Auftrage möglichst beizufügen. Der

Preis läßt sich ja nach den nachstehenden Inseraten leicht berechnen.
Konkurse und Insolvenzen.

Die einzelne Zeile oder deren Raum kostet für Stellesuchende 20 Pf. Frankfurt a 0. Nachlaß des am 26./7. 06 in Frankfurt a!0. verstorbenen Uhrmarbers Franz Biedermann. Eröffn. 30. 11. 06. Verwalter: Kaufmann A. II. Teschachmann, Oderstraße 47. An Angebote von Zeitungs - Expeditionen meldefrist 15. 12. 06. Prüfungstermin 24. 12. 06. Kassel. Uhrmacher Ernst Kurz, Hohenzollernstr. 33. Er

werden von der Vermittlung ausgeschlossen. öffnung 4.12. 06. Verwalter: Kaufmann Heinrich Zimmer, Weißenburgstraße 8. Anmeldefrist 22. 12. 06. Prüfungstermin 8. 1. 07.

Amtliche Bekanntmachungen.

Aufgehobene Konkursverfahren.
Altötting. Goldarbeiter Ilermann Haug, Neuötting. 28.11.06.

Berlin. Uhrmacher und Goldwarenhändler Georg Ahrendts,
Chausseestraße 75. 13. 11. 06.

Fürstenau i. Hannover. Nachlaß des verstorbenen Gold. arbeiters Johann Heinrich Biden harn. 19. 11. 06.

DEKT Offene Stellen

Dauernde Stellung

[blocks in formation]
[blocks in formation]

Santiago de Chile Goldarbeiter und Juwelier,

London:

31/16

324/8

16

Der Konventionspreis des (1,800 feinen Silbers beträgt für Auf-
träge vom 11. Dezbr. 1904 an bis auf weiteres 82 Mark per Kilo.
Verband der Silberwaren-Fabrikanten Deutseblands

E. V.
Der Konventionspreis des 0.800 feinen Silbers für silberne Ketten

beträgt 85 Mark per Kilo.
Vereinigte Silberketten-Fabrikanten Deutschlands.

der auch im Fassen perfekt sein muß u. eine Werkstelle für Reparaturen und Neuarbeiten mit 4 bis 6 Gehilfen selbständig zu leiten imstande ist. Bewerber, die bereits in ähnlichen Stellen in feinen Detailgeschälten iätig waren, erhaltru den Vorzug. Santiago hat ca. 300000 Einwohner, ein sehr an. genebmes, gesundes und fieberfreies Klima. Offert., die von dem zurzeit in Europa weilenden Prokuristen der Firma erledigt werden, zu richten unter S. C. 5843 an Rudolf Mosse, Stuttgart.

Beziehen Sie sich bel Antragen und Bestellungen

« PreviousContinue »