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Praktische Anleitung zur Ausführung der Glasätzung

in ihren verschiedenen Arten.

II. Die gewöhnliche Mattierung.

Die

ie gleichmäßige Mattierung blanken Tafelglases gehört zu

den einfachsten Arbeiten in der Technik des Glasätzens und sie bildet zugleich im Prinzip die Grundlage der sogen. mehrtonigen, reicheren Ätzung, sie sei deshalb hier in erster Linie behandelt.

In den größeren Spezialgeschäften der Branche wird die Herstellung natürlich ganz anders, rationeller betrieben, als es in den Geschäften, wo die Glasätzung nur einen gelegenheitlich ausgeübten Nebenbetrieb bildet, möglich ist. Man kann sich unmöglich die im Großbetriebe gebrauchten Vorrichtungen, z. B. zur gleichzeitigen Ätzung mehrerer Glastafeln usw., zulegen, schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil man sie nur zeitweise benützt und sie deshalb ein unrentierliches Kapital darstellen würden. Man braucht daher eine andere Arbeitsweise, die möglichst wenig Aufwand an Mitteln erfordert und man instand gesetzt wird, alle in der Glasätzung möglichen Wirkungen zu erreichen.

Ein solches einfaches und in der Praxis bewährtes Verfahren ist das in nachstehenden Zeilen beschriebene.

An Gerätschaften braucht man hierzu außer den nötigen Chemikalien und Materialien vor allem einen Arbeitstisch von entsprechender Größe, lieber zu groß als zu klein, der so gestellt sein muß, daß man bei der Arbeit günstiges Licht hat, damit man jederzeit alles genau überschen kann. Er darf daher nicht in irgend einem Winkel stehen, sondern am besten direkt vor einem Fenster. Ferner braucht man mehrere Holzgefäße, zwei kleinere, etwa kleine Eimer, die zur besseren Haltbarkeit innen mit Paraffin oder auch mit Asphalt ausgestrichen sein sollten und zur Aufnahme und Zubereitung der zum Mattieren dienenden Präparate gehören, und ein größeres Gefäß, eine Wanne oder dergl., die mit reinem Wasser etwa zu 3/4 gefüllt wird. Diese Wanne braucht also nicht paraffiniert oder asphaltiert zu sein.

Das zu mattierende Glas wird sodann zuerst ganz peinlich sauber geputzt, am besten, indem man Spiritus mit Kreide zu einem Brei vermischt, diesen auf das Glas aufträgt und dann durch gründliches Reiben wieder beseitigt. Es ist diese Reinigung sehr wichtig, besonders jeder Fettflecken muß entfernt werden, denn Fette werden von der Säure nicht angegriffen und wo deshalb auf dem Glase Fett sitzt, da ist es gegen die Einwirkung der Säure geschützt und als Endresultat erhält man eine ungleiche, fleckige Mattierung. Man hüte sich dann auch, die gereinigte Scheibe an der zu mattierenden Seite mit den Fingern zu berühren, da schon ein Fingerabdruck genügt, solche Flecken hervorzubringen.

Die gereinigte Scheibe legt man dann auf den Tisch; es ist gut, sie nicht auf das blanke Holz zu legen, sondern auf eine weichere Unterlage aus Tuch oder dickem Papier, weil das Glas auf dieser Unterlage sich nicht so leicht verschiebt wie auf dem Holz.

Die erste Arbeit ist nun, die Glasscheibe so zu präparieren, daß die Säure darauf gegossen werden kann; dies geschieht durch Anbringen eines sogen. Dammes rings um die Glastafel. Hat man die Möglichkeit, so schneidet man das Glas 3–4 cm länger und breiter, als es das Maß verlangt. Diesen über das genaue Maß hinausragenden Rand streicht man dann mit Asphaltlack, läst dies trocknen und befestigt nun auf diesem Asphaltrande eine etwa 3 cm hohe Kittwulst.

Den Kitt hierzu muß man sich selbst bereiten, er besteht aus einer Mischung von Wachs, Harz und Talg, also aus Materialien, die ebenso wie der Asphalt gegen die zum Ätzen dienende Säure nicht empfindlich sind. In der Regel rechnet man 3 Teile Wachs, 3 Teile Fichtenharz und 1 Teil Rindertalg: in der kalten Jahreszeit wird man, um den Kitt geschmeidig zu erhalten, etwas reichlich Talg nehmen, statt 1 Teil also 16-11/2 Teil, im Sommer ist es angebracht, etwas weniger zu nehmen, weil durch die Wärme die anderen Materialien, das Wachs besonders, an sich schon geschmeidiger ist und weil es nicht gut ist, wenn der Kitt allzuweich ist.

Die 3 Substanzen schmilzt man in einem eisernen Gefäße zusammen, gibt sie aber nicht auf offenes Feuer, rührt stets um und achte vor allem darauf, das sie nicht überlaufen. Wenn sie anscheinend innig vermischt sind, gießt man die Masse heraus, entweder auf eine große, nabgemachte Holztafel oder besser noch in lauwarmes Wasser. Wenn sie dann soweit erkaltet ist, daß man sie anfassen kann ohne sich zu verbrennen, so knetet man den Kitt tüchtig mit den Händen, bis eine ganz gleichartige Masse ohne harte Klumpen und ohne Hohlräume vorliegt.

Um nun die Glastafel mit einem Schutzdamme gegen das Ausfließen der aufgeschütteten Säure zu versehen, formt man aus dem Kitt lange Stangen von 2-3 cm im Durchmesser, legt diese auf den mit Asphalt gestrichenen Scheibenrand auf und befestigt sie hier durch Andrücken, sodaß ein Wall oder Damm entsteht, an der Basis zirka 2 cm breit ist, nach oben zu schwächer wird und etwa 3 cm, lieber etwas darüber, hoch ist.

Man sehe besonders darauf, daß zwischen dem Kitt und dem Asphalt keine Lücken sind, damit nicht etwa hier Säure eindringen und das Glas auf der Rückseite angreifen könne; man drücke also besonders die Basis des Dammes fest an den. Asphalt an.

Dann ist es noch gut, wenn man an einer Ecke der Glastafel den Kittrand etwas nach außen hin verlängert ohne ihn aber schwächer zu machen, so daß man eine Art Rinne erhält, durch die man, wenn sie abwärts gebogen wird, die auf die Glastafel gegossene Ätzflüssigkeit bequem abgießen kann. Während der Dauer des Ätzens verschließt man natürlich diese Rinne, indem man sie einfach nach aufwärts biegt, sodaß sie mit dem Kittdamme gleichhoch steht.

Erlaubt es das zur Verfügung stehende Glas nicht, daß man die mattierende Tafel größer als das genaue Maß schneidet, so muß man bei der Anbringung des Kittrandes anders verfahren. Man streicht alsdann einen ebenfalls ca. 2 cm breiten Asphaltrand auf der Rückseite der Glastafel, macht dann aus dem Kitt statt walzenförmiger Stangen von 3 cm Durchmesser flache Stangen, etwa 14/2 cm dick und 4–5 cm breit, legt sie mit der flachen Seite auf den trockenen Asphaltrand fest an und biegt dann das an den Seiten überstehende, etwa 3 cm breit, im rechten Winkel zu der zu ätzenden Fläche nach aufwärts. So wird dann auch ein Schutzdamm gebildet, der die ganze Fläche der Glastafel zum Ätzen freiläßt.

Um zu verhindern, daß dieser auf der Rückseite befestigte Kittrand an dem als Unterlage gebrauchten Tuch oder Papier anklebt, empfiehlt es sich, die Glastafel statt auf das Tuch, auf dünne, flache Holzleistchen, die in Zwischenräumen von

je 10 cm liegen, zu legen; man achte aber darauf, daß die Man erhält so eine abgestufte Mattierungsreihe die es leicht Tafel überall gleichmäßig aufliegt.

macht, genau zu bestimmen, wie lange man die Mattsäure auf Sind die Vorbereitungen so weit beendigt, so geht man dem Glase stehen lassen muß, um einen bestimmten Mattierungsan die Bereitung der zum Mattieren nötigen Mischungen. grad zu erhalten.

In einem der erwähnten Holzeimer mischt man i Teil Diese Versuche sind besonders dann unbedingt notwendig, Flußsäure mit 4 Teilen Wasser; zuerst gießt man die Säure, wenn man mit einer Flußsäure arbeitet, deren Konzentration dann das Wasser hinein, nicht umgekehrt. In dem zweiten noch nicht bekannt ist, z. B. bei einer neuen Sendung oder Eimer bereitet man dann die eigentliche Mattsäure, wozu wir wenn die Säure von einer anderen als der gewohnten Bezugsdie Vorschriften in Nr. 47 schon angegeben haben. Hat man quelle stammt. nur kleinere Sachen zu mattieren oder zu ätzen, so kann man Es muß übrigens bei diesen Versuchen noch ein weiterer statt der großen Holzgefäße solche aus Blei, starkem Bleiblech, wichtiger Umstand beobachtet werden, der nämlich, ob die gefertigte verwenden.

erzeugte Mattierung fest an dem Glase haftet oder ob sie Zuerst gießt man nun die erwähnte Mischung aus Fluß sich schalenförmig oder als schneeartiges Pulver abheben oder säure und Wasser, die sogenannte Vorsäure, auf das Glas, etwa

abschaben läßt. Wenn die Säure sehr stark ist und deshalb ener2 cm tief, läst sie ruhig 10 Minuten darauf stehen und schüttet gisch auf das Glas einwirkt, so kann es nämlich vorkommen, sie dann durch die an der einen Ecke befindliche Rinne wieder daß sich diese Erscheinung des Nichthaftens der Mattierung in das Gefäß zurück.

einstellt und wenn dies der Fall ist, was man durch Kratzen In dem mit Wasser gefüllten größeren Gefäß, der Wanne mit einem Stückchen Holz leicht feststellen kann, so muß eben oder was es ist, spült man nun die Glastafel gut ab, legt sie die Mattsäure durch Zusatz von Wasser und dem der Flußwieder auf den Tisch und gießt sodann die Mattsäure auf die Tafel, säure sonst noch zugesetzten Streckmittel die bei der Zuebenfalls 2 bis 3 cm tief, so daß sie bis nahezu an den oberen sammensetzung der Aztmittel angegebenen Alkalisalze, HirschRand des Kittdammes reicht. Diese Mattsäure läßt man aber hornsalze, schwefelsaures Kali oder was eben benützt wurde nicht ruhig stehen, sondern hält sie durch leichtes Umrühren abgeschwächt werden. Näheres über die Zusammensetzung mit einem Pinsel in steter Bewegung; es hat dies den Zweck, der als Mattsäure dienenden Ätzmittel haben wir schon auf die Absetzung der in der Mattsäure im Überschuß enthaltenen Seite 454 a in Nr. 47 angegeben. Salze zu verhindern. Man kann hierzu Pinsel aus gewöhn Wir wollen hier die dort angeführte Reihe noch vervolllichen Schweinsborsten benützen, da diese nicht von der Säure ständigen durch die Angabe einer sehr einfach herzustellenangegriffen werden. Sind die Pinsei jedoch in Blech oder den und als praktisch erprobten Mattsäure; es ist dies eine Eisen gefaßt, wie die Ringpinsel oder die Modler, so muß Mischung aus Flußsäure, doppeltkohlensaurem Natron und Wasser. man diese Metallteile gegen die Einwirkung der Säure schützen; Die Flußsäure gießt man natürlich genau abgemessen am einfachsten geschieht dies dadurch, daß man die Metallteile, in den Holzeimer, setzt unter beständigem Umrühren soviel gründlich und mehrmals mit Asphaltlack überstreicht.

doppelkohlensaures Natron hinzu, daß ein ziemlich steifer Wenn die Mattsäure lange genug gewirkt hat, so gießt Brei entsteht und verdünnt dann mit destilliertem oder Regenman sie auch wieder in das Zubereitungsgefäß zurück; die wasser; auf einen Liter Flußsäure rechnet man 4 bis 6 Liter mattierte Glastafel stellt man dann vorsichtig, ohne die geätzte Wasser, je nachdem die Säure konzentriert ist. Man erhält Seite mit den Händen zu berühren, in den Wasserbehälter, so ein billiges und sehr gutes Mattierungsmittel; zeigt sich bei wäscht mit einem reinen Pinsel alle noch anhaftende Säure ab den Proben, daß die Säure zu scharf ist oder gar wie und läßt sie dann abtrocknen. Waren alle Vorbereitungen richtig vorhin erwähnt die gebildete Mattierung, sich ablöst, so getroffen, die Scheibe gut gereinigt usw., so wird auch die setzt man noch von dem kohlensauren Natron und ebenfalls Mattierung ohne Tadel sein.

Wasser hinzu. Wie lange man die Mattsäure auf das Glas einwirken läßt, Als besonders wichtig ist sodann noch zu erwähnen, daß ist ganz davon abhängig, ob man eine dichte, undurchsichtige das Abwaschen der Glastafel nach dem Abschütten der oder nur eine leichte, mehr oder weniger transparente Mattierung Mattsäure dessen vorhin schon kurz gedacht wurde, möglichst erreichen will. Bei normaler Zusammensetzung der Ätzflüssigkeit schnell und vor allem gleichmäßig und gründlich geschehen erhält man in etwa 5 Minuten ein ziemlich durchsichtiges Matt, muß. Am besten ist es, die Glasscheibe (wenn es die Größe in 15 Minuten ein nahezu weißes, fast opak zu nennendes Matt. erlaubt) ganz unter Wasser zu bringen und dann alsbald mit

Es ist ohne weiteres klar, daß die Konzentration, die einem breiten Modler überall zu bearbeiten. Man vermeidet Stärke der benützten Flußsäure ebenfalls von größtem Einfluß so, daß etwa an einzelnen Stellen die Mattsäure länger auf das auf die Wirkung der Mattierungsflüssigkeit sein wird, und um Glas einwirken kann, wodurch möglicherweise Flecken in der in dieser Beziehung sicher zu sein, d. h. sich also darüber Mattierung entstehen könnten. klar zu sein, wie lange man die Ätzflüssigkeit auf das Glas Ist das Abwaschen beendigt und das Glas trocken geworden, wirken lassen muß, ist es sehr zu empfehlen, durch vorge so nimmt man den Kittrand ab und entfernt etwaige Spuren nommene Proben die Säure auf ihre Kraft zu untersuchen. des Kittes, sowie den Asphaltanstrich durch Abwaschen mit Dies geschieht am einfachsten in folgender Weise.

Terpentinöl. Den gebrauchten Kitt kann man natürlich wieder Man schneidet sich eine Anzahl 5—8, Glasstreifen von verwenden; man ballt ihn zu einem Klumpen zusammmen, etwa 8 cm Breite und 20 cm Länge und behandelt diese ganz knetet ihn etwas durch und bewahrt ihn dann an einem kühlen wie vorhin angegeben, reinigt sie also gut, umgibt sie mit Orte auf. Sollte der Kitt infolge öfteren Gebrauches spröde einem Kittdamm, schüttet Vorsäure auf, wäscht nach 10 Minuten werden, so gibt man ihn in den schon erwähnten eisernen ab und gießt dann Mattsäure auf. Nun zieht man die Uhr zu Tiegel, läßt ihn bei gelinder Wärme zergehen und behandelt Rate und notiert sich genau, wie lange bei jedem Musterstreifen ihn dann weiter in der gleichen Weise, wie es bei der Herdie Einwirkung der Säure gedauert hat. Auf dem ersten Streifen stellung des Kittes angegeben wurde. Wird der Kitt nicht läßt man sie 5 Minuten stehen, gießt sie ab und gibt den Streifen spröde, sondern zu weich, so läßt man ihn ebenfalls zereiner zweiten Person zum Abwaschen, Nr. 2 läßt man 7 Minuten schmelzen und setzt dann ein entsprechendes, aber nicht zu im Ätzbad, Nr. 3 vielleicht 9 oder 10 und so fort in Abständen großes Quantum Harz, sowie etwas Wachs hinzu und knetet ihn von 2 bis 3 Minuten bis zur Höchstdauer von 15 Minuten. dann aufs neue im warmen Wasser tüchtig durch. --chg

Kleine Mitteilungen.

Für Export und Import. Großbritannien: Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz über Stempelung der vom Ausland eingeführten Gold- und Silberwaren. Durch Verordnung vom 11. Mai 1906 sind die Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz über Stempelung der vom Ausland eingeführten Gold- und Silberwaren vom 24. Oktober 1904 aufgehoben und durch neue ersetzt worden. Der Text dieser neuen Ausführungsbestimmungen stimmt mit demjenigen der früheren bis auf einige redaktionelle Änderungen überein. Die der Verordnung beigegebenen Abbildungen der besonderen Prüfungszeichen, welche bei den im vereinigten Königreich bestehenden Prüfungsämtern als Feingehaltsstempel auf fremden Gold- und Silberwaren zur Unterscheidung derselben von einheimischer Ware verwendet werden sollen, weisen jedoch für die Punzierungsämter in London, Sheffield, Glasgow und Dublin neue Stempelbilder auf. Und zwar für: London Zeichen des Sternbildes des Löwen, Sheffield Sternbild

Italien: Zolltarifänderungen. Durch Gesetz vom 15. Juli 1906 Nr. 353 ist in den italienischen Einfuhr-Zolltarif eingeschaltet Position 40: „Gold- und Platinasalze 10 Lire Gold pro Kilogramm“.

Kanada: Stempelung von Gold- und Silberwaren. Durch ein in der „Canada Gazette“ vom 21. Juli ds. Js. veröffentlichtes Gesetz (The Gold and Silver Marking Act. 1906 [Nr. 17 f. 1906]), welches zwölf Monate nach dem Tage der Unterzeichnung durch den Generalgouverneur in Kraft tritt, ist bestimmt, daß Waren, ganz oder teilweise aus Gold oder Silber oder aus Gold- oder Silberlegierungen oder mit Gold oder Silber oder Legierungen daraus plattiert usw., wenn sie in Kanada hergestellt, verkauft oder eingeführt werden, in einer in dem Gesetz näher bezeichneten Art gestempelt sein müssen.

Australischer Bund. Handelsbezeichnung auf Juwelierwaren. Auf Grund des Gesetzes betreffend die Handelsbezeichnung gewisser Artikel - Commerce (Trade Descriptions) Act 1902')

ist entschieden, daß Juwelierwaren, bei denen nach den bisherigen Bestimmungen die Anbringung der Handelsbezeichnung, auf der sie befestigt sind, genügte, nunmehr selbst mit der vorgeschriebenen Handlungsbezeichnung stets dann versehen werden müssen, wenn die Anbringung der Bezeichnung ausführbar ist.

(The Board of Trade Journal.)

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Kunstgewerbliche Mitteilungen. Neuheiten in englischen Schmucksachen aus Metall und anderem Material. Was zunächst Knöpfe anbetrifft, so sind schöne Phantasie-Muster in Metall graviert und in Emaillefarben auf den Markt gekommen. Oxydierte Knöpfe mit vergoldeter Fassung und kuppelförmigen Knöpfen werden ebenso günstig beurteilt, wie Velvet- und Perlknöpfe in Liebhaber - Arrangements verschiedenster Stilarten. Schleifenknöpfe in kleinsten Mustern bis Mittelgröße erfreuen sich ebenfalls der Beachtung. In gewöhnlichen Knöpfen sind alle Spielarten vertreten, wie der PhantasieMetallknopf mit dem Perlen-Mittelstück, perforierte PhantasieMetallknöpfe und alle Sorten farbiger Glasknöpfe. Als sehr hübsche Neuheit wird ein Glasknopf mit Perlenfassung angesehen. In Leinenknöpfen, die in neuer Aufmachung angeboten werden, sollen bedeutende Abschlüsse zustande gekommen sein. So wird unter dem Namen „Ena“ (dem Vornamen der jetzigen Königin von Spanien) eine zierliche Metallbüchse angeboten, die mit gewöhnlichen und Zweiloch-Leinenknöpfen gefüllt ist. Die Büchse ist in Altsilber gefertigt und mit Medaillons in blaugrünen Pfauschattierungen dekoriert. Diese Knöpfe werden natürlich auch in anderen Büchsen mit anziehenden Namen und in verschiedener Ausführung angeboten, außerdem selbstverständlich auch auf Kartons, überall in zierlicher Anordnung. Perlenknöpfe für Hemden werden auf kleinen Karten aufgemacht. Hierbei ist auch die große Anzahl von Neuheiten in Nähkästen zu erwähnen, worunter besonders eine Kofferform, mit Kunstleinen bezogen und mit Riemenimitation versehen, sowie die Form eines Schreibzeuges hervorzuheben sind. Nicht übergangen werden darf bei dieser Gelegenheit eine neue Sicherheitsnadel, die „Oas Safety Pin“, die an beiden Enden geöffnet und geschlossen werden kann und von der man sich großen Erfolg verspricht. Jedenfalls ist das Angebot in Knöpfen so reichhaltig, daß jeder, auch der verwöhnteste wie der einfachste Geschmack befriedigt werden kann. Die reichliche Assortierung ist wahrscheinlich auf Pariser Anregung hin unternommen worden, denn von dort ist die stimulierende Notiz gekommen, daß in Fachkreisen das Gefühl vorhanden sei, der Knopf werde im Putz der kommenden Saisons zu einer allgemeineren Anwendung kommen, als es bisher der Fall gewesen ist. — In Schirmgriffen hat sich der erfinderische Geist so stark betätigt, daß in einer großen Anzahl von Neuheiten wirklich wundervolle Sachen vorhanden sind. Das meiste davon ist in Material und Formgebung, sowie natürlich auch in der Wirkung ganz verschieden von dem, was man noch vor zwölf Monaten gesehen hat. Da ist zunächst

der Wage, Glasgow doppelter Buchstabe F umgekehrt, Dublin Boujet. (Siehe unseren Artikel mit den dazu gehörenden Abbildungen der Stempel in Nr. 25, Seite 201 a, und Nr. 27, Seite 239 a.) Als Beginn dieser Stempelzeichen ist für London und Dublin der 29. Mai, für Sheffield und Glasgow der 1. Juli 1906 festgesetzt. Ferner enthält die Verordnung auch ein neues Formular für die schriftliche Erklärung, welche den Prüfungsämtern bei der Einreichung aller zur Feingehaltsprüfung bestimmten Gold- und Silberwaren vorzulegen ist. Das Formular enthält eine bestimmtere und ausführlichere Fassung als das im Teil II der früheren Verordnung enthaltene, stimmt im übrigen aber mit dem alten Formular überein.

Schmucksachen in der Kapkolonie 1905. Nach einer von „The Cape of Good Hope Government Gazette“ veröffentlichten Statistik über den Außenhandel der Kapkolonie dauerte bei abermaliger Abnahme der Gesamteinfuhr (1904: 21 859 330 Mk.; 1905: 20 000 913 Mk.) die wirtschaftliche Depression weiter an. Demgegenüber ist um so auffallender das Steigen der Einfuhr von Schmuckwaren von 858 260 Mk. im Jahre 1904 auf 1 282 500 Mk. im Jahre 1905. Plattierte Waren wurden eingeführt 1904 für 166 820 Mk., 1905 für 177 344 Mk. Die Ausfuhr der Kapkolonie an Diamanten bezifferte sich 1904 auf 12 844 976 Mk., 1905 auf 13 517 246 Mk.

der in seiner Form lang gestaltete Knopfkopf'c befestigt ist. Das untere Ende dieses Steges g ist als Kurbelzapfen k mit der Kurbel h ausgebildet. Dieser kann sich in einer Aussparung i des Schaftes d frei bewegen und greift mit seinem Zapfen k durch ein im Knopffuß befindliches Schlitzloch 1 an das sich auf einer Seite eine Ausbuchtung m anschließt in den Hohlraum des Knopffuses a hinein. Die Wirkungsweise des Knopfes ist folgende: Im aufgerichteten Zustande des Schaftes d steht der Knopfkopf c parallel zur Längsachse des Knopffuses a und der Kurbelzapfen k des Steges g ragt senkrecht in den Hohlraum des Knopffubes a hinein (Fig. 1-3). Beim Umklappen des Schaftes d (Fig. 4 und 5) wird der Kurbelzapfen k gezwungen,

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der Bronzegriff, dessen fahlgelbe Farbe höchst anziehend durch Filigranarbeit in Gold und Silber gehoben wird. Gold ist übrigens hier besser am Platze als Silber, da Silber zur Bronze nicht kontrastiert, aber doch auch nicht in derselben Nuance liegt, welches letztere beim Gold der Fall ist. Der Bronzeschein wird durch das warme Gold recht wirkungsvoll aufgehellt. Diese Metallkombination ist für mehrere Muster verwendet worden, so zum Beispiel ein Elefantenkopf mit dem zur Schleife gekrümmten Rüssel; ein Schlangenleib, mit dem Hals eine Schleife um den Stock herum bildend, die Schleife durch den auf ihr ruhenden Kopf der Schlange zierlich geschlossen; eine Reitpeitsche, deren Griff in Heuschreckenform (die Heuschrecke im Sprung stehend) oben in den Stock übergeht, während die Spitze der Peitsche sich ungezwungen doppelt umschlingt und so die Griffschleife schließt. Populär scheinen auch große Vogelköpfe in Gold und Silber zu bleiben, während die Ledergriffe natürlich auch nicht fehlen. Hier ist die Leopardenhaut zu erwähnen, die durch aufgesetzte Flecke charakterisiert wird, sowie die Krokodil- und Eidechsenhaut. Ein Krokodilgriff mit Goldfassung nimmt sich besonders gut aus, da durch die Ziselierung der letzteren der Effekt des Schuppenpanzers hervorgerufen ist. Vorzüglich sind auch Horngriffe mit Schnitzwerk am Stock und Metallfassung. Für sehr elegant gilt goldene Relief - Ziselierung auf schwarzem Grunde. Ausgesprochene Neuheiten sind schwarze und grüne Hirschhorngriffe mit Gold, sowie goldziselierte Schwanenköpfe und Schwanenhälse. Ferner ein Kopf in der Form einer silbernen Zwiebel mit durch Federdruck verschließbarem Deckel, zur Aufnahme von sechs Miniaturphotographien. Schildpattgriffe erhalten einen Golddekor in Filigran- oder Ziselierarbeit auf einem Bronzestock. Für praktische Zwecke werden die Krücken so groß gewählt, daß man sie über den Arm hängen kann, und als Holz wird Weinrebe, Eiche, sowie Kirschbaum bevorzugt. Kinderschirme mit hübschen kleinen Enten- oder anderen Vögelköpfen und Zelluloidgriffen und silberner Fassung sind ebenfalls sehr reichlich vertreten. In Hutnadeln herrscht die Bevor- | zugung großer Knöpfe. Manche in Perlen, rein oder mit Steinen angeordnet, aber auch mit vielbewunderten gemalten Porzellanknöpfen in reizender Ausführung. Diese Knöpfe sieht man entweder in Globus-, Birnen- oder anderen Formen, und wegen der Malerei in sehr ansehnlichen Größen, die Malereien je nach Geschmack konventionell oder in moderner Auffassung. Auch in Gürtel- Armaturen ist die Auswahl eine sehr große in neuen Mustern. Ausführung in Gold und Altsilber in hübschen Farbenzusammenstellungen. Als ganz besonders vornehm werden Schnallen in schwarz und Altsilber angesehen. Hutschnallen erscheinen meist rund oder oval, in feinem Stahl oder Nickel, gefärbten Metallen oder in Jet.

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Patente und Gebrauchsmuster für die Werkstatt.

44 a. 175 241. Albert Rothe in Brandis, Bez. Leipzig: Klappfußknopf für Manschetten u. dgl. Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Juni 1905 ab. Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Klappfußknopf für Manschetten u. dgl., dessen Merkmale im wesentlichen darin bestehen, daß beim Umklappen des einen Knopfteiles der andere Knopfteil eine Drehbewegung um etwa 90° ausführt. Durch diese Einrichtung wird eine selbsttätige Lösung einer durch den Knopf hergestellten Verbindung wirksam verhindert. In der Zeichnung ist der Knopf in verschiedenen Lagen dargestellt, und zwar: Fig. 1 eine Vorderansicht desselben, Fig. 2 einen Längsquerschnitt, Fig. 3 eine Draufsicht, Fig. 4 und 5 den Knopf während des Umklappens, in einem Längsquerschnitt und in Ansicht, Fig. 6 und 7 den Knopf nach der Umklappung in Längsquerschnitt und in Vorderansicht, Fig. 8 das Einführen des Knopfes in die Knopflöcher. Der Knopffuß a ist hohl ausgebildet und an zwei sich gegenüberliegenden mit je einem erhabenen Rande b versehen. Zwischen diesen beiden Rändern bb ist der den Knopfkopf c tragende Schaft d drehbar gelagert und wird in bekannter Weise durch eine auf ihn wirkende Feder e in seiner jeweilig eingestellten Lage festgehalten. Der Schaft d ist in seiner senkrechten Mittelachse mit einer durchgehenden Bohrung f versehen, durch welche ein runder Steg g hindurchgeht, an dessen oberem Ende

an dem Rande des Schlitzloches 1 bzw. der Ausbuchtung m entlang zu gleiten und dadurch den Steg g mit dem daraufsitzenden Knopfkopfe c veranlaßt, ein Drehung von 90° auszuführen, so daß schließlich nach erfolgter Umklappung des Knopfschaftes d der Knopfkopf c winkelrecht zur Längenachse des Knopffuses a steht (Fig. 6-8). Denkt man sich in dieser Lage zwei miteinander zu verbindende Teile mit den Knopflöchern über die beiden Knopfteile a und c hinweg, auf den Steg g aufgeschoben und klappt darauf den Knopffuß a (Fig. 8) von unten nach oben um, so wird sich der Knopfkopf c wieder parallel zur Längsachse des Knopffuses a einstellen, und es werden somit beide Teile a und c quer zu den Knopflöchern zu stehen kommen. Eine Lösung der beiden zusammengeknöpften Teile ist auf diese Weise nicht ohne weiteres möglich.

Preisausschreiben: Das Preisausschreiben der „Deutschen Graveur-Zeitung“. Am 2. Nov. fand das Preisausschreiben der „Deutschen GraveurZeitung“ zur Erlangung von Entwürfen für eine geprägte Geschäftskarte durch die Entscheidung des Preisrichter-Kollegiums seine Erledigung. Als Preisrichter fungierten die Herren: Hofgraveur R. Otto, Berlin; Juwelier J. Mühlmann, Berlin; Graveur

Künstler. Die Namen der übrigen Ausführenden sind außer den schon erwähnten: Ehrenböck & Vierthaler, Karl Rothmüller, A. von Mayrhofer, Ziseleur und Goldschmied Leopold Eberth, Hofgoldschmied Theodor Heiden, C. Leyrer, Goldschmied Max Strobl, Schwarz & Köck. Der Anhänger der Goldschmiede ist eine prunkende, mit Steinen besetzte Kaiserkrone und wurde von Hofgoldschmied Theodor Heiden ausgeführt.

R. Tieke, Berlin; Graveur H. Wernstein, Berlin; Graveur A. Nickol, Leipzig; Graveur C. Hepner, Berlin. Es erhielten: Den 1. Preis: Max Rötzsch, Dresden; den 2. Preis: Willy Blecke, Wilmersdorf b. Berlin; den 3. Preis: H. Eisele, Straßburg i/E; den 4. Preis: Fritz Gottschalg. Ebcrwalde b. Berlin; den 5. Preis: Richard Christiansen, Berlin. vffentliche Belobigung: 0. Manicke, Leipzig; Josef Maaß, Krefeld; Willy Blecke, Wilmersdorf b. Berlin; A. Kahlbrandt, Altona; Karl Holle, Leipzig; Otto Hoppe, Solingen; Heinrich Laudahn, Berlin.

Preisausschreiben des Bundes selbständiger Graveure, Ziseleure und verwandter Berufskollegen Deutschlands zur Erlangung von Entwürfen für einen Lehrbrief. Der Bund selbständiger Graveure, Ziseleure und verw. Berufskollegen Deutschlands eröffnet ein Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für einen in Reliefprägung herzustellenden Lehrbrief. Zur Bewerbung sind nur Zeichnungen zugelassen. Der Lehrbrief ist in Hochformat gedacht und darf höchstens eine Größe von 21 X 34 cm haben. Das Format der Entwürfe muß im Verhältnis zu diesem Maße stehen. Die Zeichnung des Lehrbriefes muß auf drei gleiche Teile, die übereinander geklappt werden können, verteilt sein. Gedacht ist eine Randverzierung, deren Schwerpunkt im oberen Teile liegt, in diesem soll der Kopf des Lehrbriefes angebracht werden. An geeigneter Stelle muß ein kreisförmiger von Raum 35 mm Durchmesser für den Handwerkskammerstempel, ferner ein Raum für das Einschreiben einer besonderen Belobigung vorgesehen sein. Figürliche Darstellungen sind erwünscht. Es kommen drei Preise von 50, 30 und 20 Mk. zur Verteilung. Außerdem sind Ankäufe von nicht prämiierten Arbeiten, sowie öffentliche Belobigungen vorgesehen. Der mit dem ersten Preis bedachte Entwurf gelangt zur Ausführung, die Kosten der Platte dürfen 150 Mk. nicht übersteigen. Die preisgekrönten Arbeiten gehen mit allen Rechten in den Besitz des ausschreibenden Bundes über. Das Preisrichterkollegium setzt sich zusammen aus dem Vorstand des ausschreibenden Bundes und der Redaktion der Deutschen Graveur-Zeitung“. Die Entwürfe müssen, durch ein Kennwort gezeichnet, bis spätestens am 15 Januar 1907 an Herrn Oskar Jacob, Rixdorf, Friedelstraße 3, eingesandt sein. Jeder Einsendung ist ein verschlossenes Kuvert, enthaltend Namen und Adresse des Einsenders, beizufügen.

F.

900

000

Für die Werkstatt. Das Entgolden. (Zu Frage 793.) Zum Entgolden von galvanisch oder im Feuer vergoldeten Gegenständen ist eine galvanische Einrichtung mit Batterichetrieb nötig. Als Bad können Sie alte, ausgebrauchte Vergoldungsflüssigkeit verwenden, oder Sie stellen sich eine Cyankalilösung her, wie Sie dieselbe zum Vergolden brauchen. Die Gegenstände werden aber nicht wie sonst üblich, sondern umgekehrt ins Bad gehängt; d. h. die Ware kommt an den positiven Pol, dorthin, wo sonst die Anode hängt. Als Anode verwenden Sie ein Stück Kupferblech, auf welches sich das Gold niederschlägt. Ein 4 Volt starker Strom muß angewendet werden und das Bad mindestens 60 Grad warm sein.

Legieren von Goldlot. (Zu Frage 796.) Im allgemeinen soll Lot nur aus frisch legiertem Gold hergestellt werden. Eine Goldlegierung, deren genaue Zusammensetzung unbekannt ist, kann nicht zur Herstellung eines brauchbaren und leichtfließenden Lotes empfohlen werden. Teilen Sie uns bitte die genaue Zusammensetzung Ihres Gelbgoldes mit und wir werden Ihnen mit genauer Berechnung dienen. Ein Lot von 4 kt. Feingehalt ist kaum empfehlenswert. Diese Legierung ist direkt weiß und infolgedessen auch der Oxydation sehr unterworfen. Ich habe ein Reparaturlot von 7 kt. Feingehalt, welches sehr leicht fließt und auch nicht sehr blaß ist. Ich verwende dazu: 4 g Gold (10 Markstück), 1,2 g Kupfer, 1 g Silber, schmelze dies gut durcheinander und setze dann 6,2 g weiches Silberlot zu, welches ich mir herstelle, indem ich zu 7 g 12 lötigem Silber 3 g Zink zusetze.

F. Das Verbrennen des Stubenkehrichts (zu Frage 806) ist wohl nicht gut möglich, da Schmutz und Staub nicht brennbar sind. Das Krätz muß vielmehr geschlämmt werden und wer eine Ahnung vom Schlämmen hat, läßt die Finger beim Stubenkrätz davon. Zu dieser Arbeit ist eine Holzmulde nötig, in welcher sich mehrere Rillen zur Aufnahme des Metalls befinden. Die Mulde wird halb voll mit Wasser gefüllt und eine nicht zu große Menge Krätz (etwa eine Hand voll) hineingebracht, gehörig umgerührt, kräftig geschüttelt, das Wasser abgegossen und der Rückstand zum Schmelzen bereitgesetzt. So bearbeitet man den ganzen Krätz. Den gewonnenen Rückstand schmilzt man mit gleichen Teilen Weinstein und Salpeter unter Anwendung von großer Hitze. Den König läßt man sich setzen, schlägt ihn aus dem Tiegel und schmilzt mehrmals mit Borax. Eine andere Art ist das Amalgamieren auf der Krätzmühle. Das Krätz wird gut durchweicht und mit dem 4–5fachen Gewicht Quecksilber in die Mühle gebracht; dann gießt man heißes Wasser darauf und hält diese Mischung 3 Stunden lang in Bewegung. Mit Ausnahme des Eisens hat sich dann alles Metall amalgamiert. Das Ganze läßt man nun in einen Beutel von weichem Leder laufen und dreht ihn in seinem oberen Ende zusammen, das überflüssige Quecksilber wird dadurch ausgepreßt, der gewonnene Rückstand wird in einer tönernen Retorte destilliert. Der Hals der Retorte muß unter Wasser gehalten werden, damit das in Dampfform entweichende Quecksilber wieder metallisch wird. Das zurückbleibende Metall wird dann mit Pottasche geschmolzen. Aus diesen kurzen Beschreibungen werden Sie, werter Herr Kollege, ersehen, daß sich das Gewinnen von Gold aus dem Stubenkrätz nicht auf einfache und schnelle Weise bewerkstelligen läßt. Am vorteilhaftesten kommen Sie weg, wenn Sie sich an das „Handelsbureau der Kgl. Hüttenwerke in Freiberg i. S.“ wenden. Die Bedingungen, unter welchen diese Werke Gekrätze kaufen, sind von dort erhältlich.

F.

Vom Kunsthandwerk. Der Münchner Kaiserpokal. Anläßlich des Besuchs des deutschen Kaisers in München zur Grundsteinlegung des Deutschen Museums, wurde demselben ein Pokal überreicht, der durch den erlesenen Geschmack in Kunstkreisen Aufsehen erregen wird. Kunstmaler Otto Lohr hat den Entwurf geliefert und Goldschmied Ed. Steinicken (Firma Steinicken & Lohr) hat die Arbeit ausgeführt. Er reiht sich den besten an, die das Ansehen der Münchner Goldschmiedekunst seit langem begründet hat. Der Pokal ist 75 cm hoch, schlank aufstrebend, einem Kelchglas ähnlich. Reichlich sind Steine verwendet, Bergkristall und Amethyste, Rauchtopase. Den sich nach Art einer Halbkugel wölbenden Deckel des Pokals bekrönt ein aufrecht stehendes Münchner Kindl im stilisierten Mönchsgewand. Der Pokal ist aus reinem Silber gearbeitet und reich vergoldet. Was den Eindruck des Kunstwerks sehr erhöht, das sind die originellen, als Anhänger ausgeführten Wahrzeichen, die von den Gewerbevereinen, Turn-, Sport- und Künstlervereinigungen gespendet sind. Es sind nicht weniger wie 42 Anhänger, wovon allein 23 die Firma Steinicken & Lolir ausgeführt liat. Eine Reihe von Zeichen sind von Kunstmaler Otto Lohr entworfen; eine große Anzahl rühren im Entwurf von Prof. Hengeler her, der überhaupt Schöpfer des Gedankens für den Pokal ist. Ferner waren an den Entwürfen beteiligt: die Professoren A. Bermann, Bernauer, J. Bradl, M. Dasio und H. Waderé; die Bildhauer E. Beyrer, L. Dasio, L. Eberth, R. Gedon, Franz Mayr, Pezold Düll und Wackerle; die Kunstmaler von Baumgarten, Kunz Meyer, sowie Oberingenieur Blößner. Bei einigen Stücken, so den von Ziseleur Johann Spörrer, Franz Götzl und Leopold Eberth gefertigten, stammen Entwurf und Ausführung von einem und demselben

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