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können. Derselbe müßte einfach den Kaufpreis für dieselbe bezahlen, oder falls sie der Grossist zurücknehmen will, diesem doch den Schaden ersetzen, der ihm durch die Minderwertigkeit der Ware entsteht. Es wurde uns dieser Tage Ware vorgelegt, die ein Goldschmied auf Probe entnommen und zurückgesandt hatte, die aber offenbar sehr unsorgfältig aufbewahrt worden war, sodaß an verschiedenen Stücken Verletzungen sichtbar waren. Wir mußten daher in diesem Streitfall erklären, daß der Grossist zur Rücknahme dieser Waren nicht verpflichtet sei Sieht der Besteller vom Kauf ab, so entsteht nun die Frage, was wird mit der Ware? Muß sie zurückgesandt werden? Wer trägt die Kosten der Rücksendung? Das Gesetz

hat darüber keine Bestimmungen getroffen. Man ist also bei der Beantwortung der Frage auch lediglich auf die bestehenden

Handelsgewohnheiten angewiesen. Und da ist es denn Usance, daß der Empfänger die nicht konvenierenden Waren zurücksendet. Das gilt bei Ansichts- und Auswahlsendungen wie bei Sendungen auf Probe. Wer aber trägt die Kosten? Da ist handelsgebräuchlich, zwischen zwei Fällen zu unterscheiden. Hat der Empfänger sich die Sendung kommen lassen, so ist es üblich, daß er auch die Rücksendungskosten trägt. Sind ihm die Waren dagegen unverlangt zugesandt worden, so muß der Absender auch die Kosten der Rücksendung bestreiten. Wer eine solche unverlangte Sendung macht, der muß von vornherein damit rechnen, daß möglicherweise aus dem ganzen Geschäft nichts wird. Er sendet die Ware auf sein Risiko ab. Er trägt die Kosten, nicht der Empfänger. Will der Lieferant die Kosten der Rücksendung ersparen, so muß er in solchem Fall erst anfragen, ob die Sendung genehm ist und der Empfänger die Kosten der eventuellen Rücksendung tragen will. Auch die Gefahr des Transportes trägt bei Sendungen solcher Art der Lieferant, an den die Waren zurückgehen. Werden dieselben unterwegs ruiniert, so kann sich derselbe nur an die Bahnverwaltung keineswegs aber an den Kunden halten, es sei denn, daß diesen bei der Rücksendung ein Verschulden wegen mangelhafter Verpackung usw. treffen würde, und dadurch der Untergang oder die Beschädigung der Schmuckstücke herbeigeführt wurde. Hat ein Goldschmied von einem Grossisten Waren auf Probe kommen lassen, so wird weiter in Frage kommen, wie lange er nun Zeit hat, sich zu erklären, ob er die Ware behalten will oder nicht, bzw. was er davon auswählen will. Dem Grossisten muß daran liegen, möglichst schnell zu wissen, ob aus dem Geschäft etwas wird, damit er andererseits über seine Lagerbestände verfügen kann. Andererseits will sich aber auch der Goldschmied bei seiner Entschließung nicht überstürzen.

Hilfe für die Weihnachtszeit im Goldwarengeschäft.

rfahrungsgemäß beträgt der Geschäftsumschlag im Weihnachtsmonat in den meisten Geschäften soviel, als in den 4–5 vorhergehenden Monaten zusammen, was ja in der Natur der Sache liegt, denn viele Leute, die das Jahr hindurch nichts kaufen, machen in der Weihnachtszeit Einkäufe. Daß es daher in der Weihnachtszeit an Arbeit nicht fehlt und auch wohl niemand im Laufe des Jahres überflüssiges Personal hält, ist ebenfalls wieder eine Tatsache. Wo nun viele Arbeit ist, müssen auch viele Hände sein! Fachmännisch geschulte Kräfte nur für die Weihnachtszeit zu engagieren, ist nur in den allerseltensten Fällen möglich, wofür besonders der heutige Mangel an Arbeitskräften spricht. Es bleibt daher in der Regel nichts anderes übrig, als in Familien- und Bekanntenkreisen Umschau zu halten, um wenigstens als die allernötigste Hilfe ehrliche und ge

Da sagt nun § 496 des Bürgerlichen Gesetzbuches folgendes: „Die Billigung eines auf Probe oder auf Besicht gekauften Gegenstandes kann nur innerhalb der vereinbarten Frist und in Ermangelung einer solchen nur bis zum Ab1auf der dem Käufer vor dem Verkäufer bestimmten angemessenen Frist erklärt werden. War die Sache dem Käufer zum Zwecke der Probe und der Besichtigung übergeben, so gilt sein Schweigen als Billigung.“ Daraus ersieht man, daß es auf den Verkäufer und nicht auf den Käufer ankommt, wie lange der letztere Zeit zu einer definitiven Erklärung darüber, ob er fest kauft oder nicht, haben soll. Der Grossist hat dem betreffenden Goldschmied zu schreiben: „Die auf Probe verlangte Ware geht Ihnen zu und haben sie sich binnen einer Woche oder auch in noch kürzerer Frist darüber zu erklären, ob Sie die Ware billigen.“ Verstreicht dann die Frist, so gilt die Ware als genehmigt und der Käufer muß Zahlung leisten. Nun kann es aber auch vorkommen, daß überhaupt nicht vereinbart wird, bis wann die Billigung der Ware oder deren Zurückweisung auszusprechen ist. Auch der Verkäufer hat bei der Übersendung der Waren und auch später nichts darüber gesagt, bis wenn er eine Erklärung verlange. Dann ist es die Pflicht des Käufers, wenn er im Besitz der Ware ist, sich in angemessener Frist darüber zu erklären, ob er kaufen will oder nicht. Schweigt er und behält er die Ware längere Zeit bei sich, so soll nach dem Willen des Gesetzgebers ein solches Schweigen als Billigung der Ware angesehen werden. Völlig verschieden von diesen Kauf auf Probe oder Besicht ist natürlich der Kauf nach\Probe, der in § 494 des Bürgerlichen Gesetzbuches behandelt\wird. Bei einem Kaufe nach Probe oder nach Muster sind\ die Eigenschaften der Probe oder des Musters als zugesichert Anzusehen. Der Kauf ist hier also ohne weiteres perfekdÄ und es kommt nur darauf an, ob die Ware, welche geliefert wiXd, dann auch wirklich den gegebenen Proben entspricht. Ist dies der Fall, deckt sich die gelieferte Kollektion Ringe oder Kette in Qualität vollständig mit dem gegebenen Muster, so kann Yler Käufer nicht mehr zurücktreten. Er ist gebunden. Er hat ganz im Gegenteil zum Kauf auf Probe keine freie Hand mehr. Es ist nicht in sein Belieben gestellt, ob er die Ware abnehmen will oder nicht. Diese Käufe nach Probe sind viel häufiger Äs diejenigen auf Probe. Wenn man schließlich auch noch von einem Kauf

gegeben wird, warum gekauft wird. Der Käufer w o die betreffende Ware einmal probieren. Er kauft jedoch den v"d es steht ihm keinerlei Vorbehalt aus diesem KaufgescÄt?"

wissenhafte Menschen im Geschäft und um sich herun" ?" haben. Hier hilft in der Weihnachtszeit die Frau, welche sich im Jahre weniger mit geschäftlichen Angelegenheiten b faßt, da der Haushalt und die Kinder ihre Tätigkeit erfordern. Dort sind herangewachsene Kinder, die nach der Schule Zeit genug habo! sich zur Hilfe im Geschäft zur Verfügung zu stellen. Schwägé. und Schwägerinnen, Onkels, Tanten und wenn erforderlich, rüstig Großväter und Großmütter, sowie Freunde und Bekannte, aus all diesen Kreisen wird je nachdem es erforderlich, Hilfe mobil gemacht. Und wie gern folgen alle dem Ruf, wenn es gilt, einem lieben Angehörigen zu einem guten Weihnachtsgeschäft mit zu verhelfen. Viele erblicken sogar ein Kompliment oder ein Vertrauensvotum darin, in einem Goldwarengeschäft mit helfen zu dürfen und hinter der Theke eine

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neue Bluse oder Weste zur Schau tragen zu können. Der eine oder andere dieser Vertrauensleute und der freiwilligen Verkäuferschar, welcher sonst wenig oder gar nicht mit der Öffentlichkeit zu tun hat und daher das geschäftliche Leben und Treiben nur durch Hörensagen oder durch Lesen theoretisch zu beurteilen imstande ist, nimmt nach erfolgreicher Tätigkeit vielleicht ganz andere Eindrücke des praktischen Lebens in sich auf, die ihm nur zum Vorteil gereichen können. Alle sind

gilt deshalb nicht mehr Hilfspersonen zu nehmen als absolut nötig und diejenigen, die also mithelfen sollen, nach Möglichkeit nutzbringend zu verwenden. Wenn der Geschäftsinhaber seine freundlichen Mitarbeiter auf folgende Punkte aufmerksam macht, so dürfte ihm dadurch im Weihnachtstrubel manche Aufregung und überflüssige Worte erspart bleiben, ebenso bleibt er von vielen Fragen seiner Laientruppe verschont. In erster Linie kämen folgende Punkte in Frage:

Die Nürnberger Münzprägeanstalt L. Chr. Lauer, G. m. b. H., auf der Jubiläums- und Landesausstellung zu Nürnberg.

ausgerüstet mit dem besten Willen und der besten Absicht, tüchtig zu verkaufen und mit zu helfen, wo es nur gilt. Diese Basis muß nun der Geschäftsinhaber zu beurteilen verstehen. Ehrliche, arbeitsfreudige, uneigennützige Menschen stehen ihm also zur Verfügung, welche alle nur dazu beitragen wollen, ein gutes Weihnachtsgeschäft zu sichern. Wenig Menschen können viel helfen, wenn sie entsprechend eingearbeitet und instruiert sind. Dagegen kann eine große Schar, die gerne helfen möchte, aber nicht eingearbeitet und nicht instruiert ist, nur störend wirken – also das Gegenteil von Hilfe sein. Es

1. Jeder muß wissen wo alle Gegenstände ihren Platz haben.

2. Preise und Qualitäten der Waren, was eine offene Auszeichnung und Qualität vermerkt auf dem Etikette ja bei den meisten Geschäften zeigt, erleichtert schon für alle Teile sehr die Arbeit.

3. Gut ist es, wenn jeder der Verkäufer seine Kunden von Anfang bis zu Ende fertig bedienen kann. Ist das Geschäft allerdings ein kompliziertes oder der betreffende Kunde ein langweiliger, so gilt es, daß fachmännische Hilfe eingreift, um den Handel zum Abschluß zu bringen.

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4. Ladentisch frei! soll jeder Verkäufer tüchtig beherzigen und zwar erstens, damit nicht so leicht etwas gestohlen wird und zweitens, daß- jeder Gegenstand bald wieder auf seinen Platz kommt, damit das Lager nach Möglichkeit bleibt. 5. Sind nicht alle Personen gleichzeitig durch Verkaufen in Anspruch genommen, so ist die Aufgabe eines jeden einzelnen, auf alles wachende Blicke zu werfen, damit nichts gestohlen wird. Sogar empfiehlt es sich, daß die eine oder andere Person während des Hauptverkehrstages, sich nur mit der Aufsicht befaßt. Ein wachendes Auge tut oft viel. 6. In der Zwischenzeit und abends nach Ladenschluß findet sich die Gelegenheit zur Erledigung der Korrespondenz, aufgegebene Bestellungen an die Lieferanten weiterzugeben, Auswahlsendungen durchzusehen oder zurückzusenden, Sachen für die Werkstätte, den Graveur vorzubereiten, Sendungen an die Kundschaft zu richten, Schachteln mit Watte zu füllen usw. 7. Eine große Hauptsache ist, daß ja nichts vergessen wird

zu notieren. Mögen es Bestellungen sein, Sachen die am Lager fehlen, nicht bezahlte Gegenstände, Auswahlen die den Lieferanten bestellt werden, sollen Notizen für Gravierungen, Reparaturen usw., alles muß sorgfältig notiert werden. 8. Es empfiehlt sich auch, daß der Mithilfe das Einpacken von Schmucksachen und größeren Gegenständen vorher erklärt wird, sodaß auch in dieser Beziehung eine gewisse Einheitlichkeit herrscht. Gewiß wird jeder Geschäftsinhaber nach einem guten Verlauf des Weihnachtsgeschäfts sich jeder der lieben Mithilfe erkenntlich zeigen. Der erhält ein Geldgeschenk, der ein Schmuckstück, was er sich schon längst wünscht, und so wird jedem eine Freude bereitet. Die Herzen aller Beteiligten Strahlen vor Freude wie die Kerzen eines Christbaumes – denn alle haben sich uneigennützig und gerne gegenseitig geholfen – dabei kam der Lohn, den sie dafür erhielten, von Herzen. Alle werden sich dann auch zu Weihnachten zurufen können: Ende gut, alles gut! – E. L. i. C.

Kleine Mitteilungen.

Zum Fall Strieder In Karlsruhe. Der „Verein zur Wahrung der Interessen des Detailhandels“ in Karlsruhe hat sich der Sache unserer Kollegen in Karlsruhe angenommen und veröffentlicht in der Tagespresse, daß die Angaben des Herrn Strieder objektiv unwahr seien, daß sie weder ein Konkurslager noch Konkurswaren seien. St. habe das Lager von einem Zwischenhändler, dem Herrn Carl Weber jr., Goldwaren-EngrosGeschäft in Schw. Gmünd gekauft, der hohen Gewinn genommen habe. Es seien daher Karlsruher Geschäfte, die mindestens gleiche Preise haben, beim Einkauf zu bevorzugen. Die Firma Strieder hat es nun aber nicht lassen können, gegenüber der Veröffentlichungen des „Vereins zur Wahrung der Interessen des Detailhandels“ eine „Aufklärung“ dem Publikum zu geben. Die Antwort blieb der rührige Verein, dessen Eintreten für unsere Kollegen allen Lob verdient, nicht schuldig. Er erläßt eine Bekanntmachung und stellt den neuerlichen Angaben der Firma Karl Strieder folgendes fest: 1. Der Kreditorenverein Pforzheim teilte schriftlich mit, daß die Fluggeschen Waren kein Konkurslager waren und an einen Grossisten in Schwäb. Gmünd für 30500 Mk. verkauft wurden. 2. Eine angesehene Pforzheimer Firma bestätigt, daß dieser Grossist das Lager an Strieder mit einem Zwischengewinn von zirka 20000 Mk. veräußert hat. 3. Durch Sachverständige wurden bei Strieder Waren verschiedenster Art gekauft, welche nach dem einstimmigen Urteil dieser Fachleute so viel über den normalen Engrospreis kosteten, daß jedes Geschäft in der Lage ist, gleiche Artikel billiger zu verkaufen. 4. Die dabei von jenen Herren gemachte Beobachtung geht dahin: Die Mehrzahl der Waren sind ältere zurückgesetzte Artikel, die bereits 1/2 Jahr beim Kreditorenverein Pforzheim unverkäuflich lagen und in jedem soliden Geschäft zu erheblich reduzierten Preisen verkauft würden. 5. Ein Wertstempel, der verhindert, daß Konsumenten getäuscht werden, existiert überhaupt nicht.

Schädigung der Kollegen. Das mehr und mehr zutage tretende Vorgehen von Konkursverwaltungen, Bestände in Gold- und Silberwaren bis zur Weihnachtszeit aufzubewahren und dann zu versteigern, hat leider auch in München eingerissen. Eine derartige Konkursversteigerung fand am 26. und 27. November bei Licitator Martin Westerman, Marienstraße 10, statt.

Versteigerungen. Vom 3.–7. Dezember ds. Js. gelangen in Köln a. Rh. die nachgelassenen Kunstsammlungen der Herren Gustavo de Mauer aus Bogotá (Kolumbia) und Kunstmaler F. Hermesdorff in München zur Versteigerung. Die Sammlungen enthalten u. a. Arbeiten in Gold, Silber, Bronze, Messing, Zinn, Elfenbein, Perlmutter, Leder usw.

Das Weihnachtsgeschäft unserer Kollegen in Baden-Baden wird wie in Karlsruhe etwas getrübt, wenn auch nicht in demselben Umfange. Der Konkursverwalter der Masse, Jos. Bentner-Kiehl, Magasin Moderne, empfiehlt in der Tagespresse sämtliche Artikel zu um die Hälfte ermäßigten Verkaufspreisen als allergünstigste Gelegenheit für Weihnachtskäufe. Kunst- und LuxusGegenstände, Phantasie-Bijouterien, Stahl- und Silberwaren führt das Verkaufsverzeichnis an.

Hallesches Kunstgewerbe. Die Firma Hermann Walter, Gold- und Silberwarenfabrik, hier, wurde am 1. August 1857 mit drei Arbeitern durch den am 9. September 1902 verstorbenen Seniorchef, den Juwelier Hermann Walter, gegründet; die strenge Reellität und der Kunstsinn dieses Meisters der Edelschmiedekunst verschafften sich bald einen immer größer werdenden Kundenkreis, so daß schon nach wenigen Jahren die Arbeitsräume nach dem eigenen Grundstück Scharrenstraße 7 verlegt werden mußten. Die Arbeiterzahl wuchs von Jahr zu Jahr, so daß am Tage des 25jährigen Bestehens der Meister mit einer Zahl von 78 wohlgeschulten Leuten dieses Jubiläum festlich begehen konnte. Bald reichten auch die bisherigen Räume nicht mehr aus, und die Fabrik wurde nach Weidenplan 3 verlegt, während die Goldschmiede neue große Arbeitsräume im Hause Scharrenstraße 56 bezogen und ein den damaligen Anforderungen genügendes neues Ladengeschäft im Hause errichtet wurde. Am 1. Oktober 1899 ging das Geschäft durch Kauf an die jetzigen Inhaber über; dieselben erweiterten den Fabriksbetrieb, indem sie elektrischen Antrieb für die Maschinen einrichteten und somit den Arbeitern den Dienst erleichterten und die Produktion der Anfrage gemäß steigerten. Jetzt ist es nötig gewesen, einen neuen Verkaufsraum zu schaffen, und es ist den strebsamen Inhabern gelungen, einen mit allem Komfort der Neuzeit eingerichteten Laden im Hause des Hôtels „Stadt Hamburg“ herzustellen wo das Geschäft zu weiterer Blüte gelangen möge.

Vorsicht bei Geschäftsanknüpfungen in Rußland. Von Warschau aus sind in den letzten Tagen eine Reihe von maschinell hergestellten Zirkularen an Pforzheimer Bijouteriefabrikanten geSandt worden, welche die bedeutsamen Worte auf der Titelseite tragen: „Ende des russisch-japanischen Krieges“. Die Firma sucht Vertretungen zu erhalten und schreibt, daß die feinsten Warschauer und ausländischen Referenzen zur Disposition stehen, auch Pforzheimer Referenzen könnten aufgegeben werden. Auf eine Anfrage nach solchen blieb aber die Firma die Antwort schuldig. Man tut also gut, das Zirkular nicht zu beachten, wie es die Firma eigentlich wünscht, denn sie schreibt am Fuße mit Tinte: „Bitte auf Inhalt des Zirkulars gefl. nicht zu beachten. Ich benutzte des Portoersparnisses wegen zur Anknüpfung neuer Verbindungen alte Zirkulare.“

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Aufgehobene Konkursverfahren.

Bromberg. Uhrmacher Alfred Müller, Bahnhofstraße 67. 16. 11. 06.

Wersteigerung eines Juwelier- und Uhren-Geschäftes in Stettin.

Das zur Konkursmasse des Juweliers und Uhrmachers Ricln. Haack hier, Papenstr. 14, gehörige Warenlager, Taxwert ca. M. 8650.–, die Geschäftseinrichtung, sowie eine Anzahl Lombardscheine sollen am MittwocIn, den 12. Dezember 1906, vormittags 11 Uhr, im Geschäftslokal Papenstr. 14 im Ganzen unter Vorbehalt des Zuschlags versteigert werden.

Abschrift der Taxe liefere ich gegen Schreibgebühren.

Besichtigung des Warenlagers usw. am Versteigerungstage von 9 bis 11 Uhr vormittags, evtl. auf vorherige Vereinbarung auch zu anderer Zeit. Bietungskaution 2000 Mark.

Bekanntmachung der Versteigerungsbedingungen erfolgt im Termin.

Stettin, den 23. November 1906.

Der KonkursVerVValter.
Erich Stötzer, Klosterhof 9.

Das Steigen des Silberpreises.

Es ist jetzt etwa zwei Jahre her, daß das weiße Metall langsam aber stetig im Preise aufwärts geht, und wenn es auch noch nicht wieder den Preis erreicht hat, den es vor seiner Absetzung als Währungsmetall hatte, so ist doch anzunehmen, daß es sich diesem Preise nach und nach wieder nähern wird, denn die Nachfrage nach Silber ist in den letzten Jahren ganz erheblich gestiegen. Der hauptsächlichste Grund dieser Nachfrage liegt nicht sowohl in der vermehrten Verwendung des Silbers in der gewöhnlichen und KunstIndustrie, als in der erhöhten Verwendung zu Münzprägungen, wie sie namentlich von den Vereinigten Staaten Nordamerikas und von Großbritannien für die indischen Kolonien haben vorgenommen werden müssen.

Nordamerika hatte eine Zeitlang die Ausprägung von Silberdollars unterlassen; es hatte sich aber neuerdings eine solche Knappheit an Silberscheidemünzen in den Vereinigten Staaten herausgestellt daß an die Neuausprägung der letzteren wieder herangegangen werden mußte, und so hat z. B. neulich die Münze von Denver in Colorado (Ver. St.) 150000 Unzen (1 Unze – 31 Gramm) = 4650 kg. angekauft, und zwar zum Preise von 70,13 cents (2,87 M) die Unze, gegen 62,33 cents (2,55 M.) die Unze im Vorjahre. Von England waren im vorigen Jahre für 72 Millionen Pfund Sterling (153 Mill. Mark) Silbermünzen nach Indien gesandt worden, in diesem Jahre aber 12 Millionen (255 Mill. Mark) und zwar aus dem Grunde, weil die dortige Bevölkerung, von Alters her an Silbermünzen gewöhnt, sich an die Goldmünzen nicht gewöhnen wollte und die eingeführten Sovereigns immer wieder gegen Silberrupien eintauschte. Auch die mexikanische Regierung hat in letzter Zeit größere Silberankäufe vorgenommen, besonders deshalb, weil infolge der Preissteigerung des Silbers die mexikanischen Silberdollars in größeren Beträgen ausgeführt wurden, als der Regierung lieb war.

Im Jahre 1901 war die Gesamtherstellung der Welt an Silber 173 Millionen Unzen (= 5363000 kg), von denen 55 Millionen (= 1705000 kg) in den Vereinigten Staaten gefördert worden sind; im letzten Jahre war die Produktion nur 170 Millionen Unzen (= 5270000 kg), von denen ungefähr die Hälfte für den Münzbedarf Indiens verwendet werden mußte. Der Bedarf der Industrie wird auf 60 Millionen Unzen (= 1860000 kg) jährlich geschätzt und es bleiben also nur noch 25 Millionen Unzen (= 750000 kg) für den Münzbedarf der anderen Länder der Erde übrig, wodurch sich das Steigen des Silberpreises hinreichend erklärt. Die Einwirkung dieser Preissteigerung ist natürlich auch in der Industrie zu merken, deren Bedarf an Silber, wie oben bemerkt, ein recht erheblicher ist. Da nun auch überall Lohnbewegungen stattgefunden haben, so wird wohl bei allen gewerblichen wie kunstgewerblichen silbernen Gegenständen mit Preiserhöhung zu rechnen sein.

Beziehen Sie sich bel Anfragen und Bestellungen gefl. auf die „Deutsche Goldschmiede - Zeitung“.

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