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Arbeitgeber-Verband für Pforzheim und Umgebung.

Neuwahl des Vorstandes.

Nachde achdem am 30. v. M. der gesamte Vorstand des Arbeit

geberverbands sein Amt in die Hände seiner Wähler wieder zurückgelegt hatte, sind am 13. d. Mts. in einer zu diesem Zweck einberufenen Mitgliederversammlung die Vorstandsneuwahlen erfolgt. Aus diesen gingen hervor als Vorstandsmitglieder (Beisitzer) die Herren BroB (i. Fa. Louis Fiessler & Co., Glebe), Fr. Kammerer, Wilh. Kreiß, Emil Suedes, Carl Schall, Friedrich Weiß (i. Fa. Lutz & Weiß, G. m. b. H.), Wilhelm Wienenberger (i. Fa. Rodi & Wienenberger, A.-G.); als Stellvertreter die Herren Carl Braun (i. Fa. Gebr. Kuttroff), Gustav Habermehl (i. Fa. Habermehl & Dietrich), Albert Kuppenheim (i. Fa. Louis Kuppenheim), Georg Lerch (i. Fa. F. Zerrenner), Otto Lutz (i. Fa. Friedrich Lutz), C. W. Müller, Heinrich Schmidt (i. Fa. Ed. Mutschelknauß) und Emil Ziegler.

Neu eingezogen sind also in den Vorstand im ganzen neun Herren, und zwar als Beisitzer vier, als deren Stellvertreter fünf. Damit ist indessen nicht im mindesten gesagt, daß, wie namentlich die organisierte Arbeiterschaft befürchtet, nun ein neuer Kurs, etwa schärferer Art, eingeschlagen werden wird. Grund genug wäre zwar dazu vorhanden, denn dieses ewige Nörgeln und Kritisieren an allem und jedem, was die Unternehmerschaft

tut, dieses widerwärtige Argwöhnen, daß jede Maßnahme, sei sie auch noch so sachlicher Art, eine besondere Spitze gegen die Arbeiterschaft kehre; diese manchmal geradezu lächerliche Eifersucht darauf, daß auch ja die heilige Organisation zu allem und jedem „Ja“ und „Amen“ sage und schließlich dies ewige Preßgezeter in der Leibpresse, die bekanntlich nur auf eine nicht sehr liebliche und vor allem jeder sachlichen, kühlen Erörterung durchaus abgeneigte Tonart gestimmt ist. Das alles könnte dazu beitragen, daß diesen neuen Männern die Galle doch endlich übergeht. Aber die gewählten Herren geben zu dieser Vermutung auch nicht den geringsten Anlaß. Gespannt wird man freilich sein dürfen, wer von den Beisitzern als Vorsitzender und sein Stellvertreter gekürt werden wird. Indessen auch ein Wechsel in der Person des Vorsitzenden, den wir übrigens sehr bedauern würden, ohne damit dem noch ungewählten „neuen Herrn“ zu nahe zu treten, würde nur einen Wechsel der Form, nicht des Systems bedeuten. Denn der „alte“ Vorstand hat seine Sache doch ganz gut gemacht, wenn's auch natürlich eine Unmenge kluger Leute gibt, die es 1000 mal besser gemacht haben würden! Wir schließen darum mit dem im alten Frankreich beim Regierungswechsel üblichen Ruf: „Le roi est mort. Vive le roi !"

Kleine Mitteilungen.

Von Ausstellungen. In Frankfurt a. M. findet im kommenden Jahre eine Industrie- und Gewerbeausstellung statt. Gegenwärtig wird die Frage wegen der Eröffnung erörtert. Anläßlich des XVI. Kongresses des Zentralverbandes deutscher Händler soll im Januar kommenden Jahres eine große Fachausstellung in Düsseldorf von Waren aller Art stattfinden, worauf wir die Herren Fabrikanten sog. billiger (Gablonzer) Waren aufmerksam machen.

Die für das Jahr 1908 geplant gewesene „allslavische“ Ausstellung in Prag unterbleibt, da die Idee in Österreich nicht das gewünschte Interesse gefunden hat.

Sitzung des Korporations-Ausschussos für das mittlere und Kleingewerbe in Berlin. Am 13. November wurde die Kommission für das mittlere und Kleingewerbe, welche die Ältesten der Kaufmannschaft eingesetzt haben, zu einer Sitzung im KonferenzSaale der Börse eingeladen. Als der Neun-Uhr-Ladenschluß zum Gesetz erhoben wurde, wurde bestimmt, daß der Polizeipräsident das Recht haben solle, bis zu 40 Tagen im Jahre zu gestatten, daß die Läden bis 10 Uhr geöffnet bleiben dürften. Doch sollten die Ausnahmetage nach Möglichkeit reduziert werden. Dieses ist geschehen und sind jetzt nur noch folgende Ausnahmetage vorgesehen: Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Bußtag, neun Tage bis Weihnachten und der Tag vor Sylvester, zusammen 15 Tage. Nun ist von dem Deutsch-Nationalen Handlungsgehilfenverbande eine Petition an den PolizeiPräsidenten gelangt, welche die Ausnahmetage ganz beseitigen will. Die ältesten wollten nicht selbständig entscheiden und hatten deshalb die Kommission zusammenberufen. Es wurde natürlich beschlossen, dem Präsidenten zu antworten, daß es eine Schädigung der Geschäfte wäre, wenn die Tage reduziert würden und wird ersucht, es beim alten zu lassen.

Herr Bijouteriefabrikant Georg Lerch in Pforzheim, Vorsitzender des Lokalausschusses beim letzten Grossistentag in Pforzheim, übermittelte den Überschuß von den Beiträgen zum GrossistenVerbandstag zur je hälftigen Verwendung zur Ferienkolonie und dem städtischen Hilfsverein die Summe von 595,77 Mk.

Aus Anlaß des 100 jährigen Jubiläums des Infanterieregiments Nr. 122, das seine Garnison in der württembergischen Oberamtsstadt Heilbronn hat, wurden prächtige Ehrengaben in Edelmetall gestiftet. Die Reserveoffiziere des Regiments überreichten einen prachtvollen silbernen Aufsatz, Siegfried im Kampfe mit dem Drachen darstellend, nach einem Modell von Bildhauer Kiemlen in der Silberwarenfabrik Bruckmann angefertigt; die aktiven Regimentsangehörigen spendeten einen Silberschrank mit reichem Silberschatz, die Stadtgemeinde stiftete einen silbervergoldeten Prunkpokal. Erwähnt sei noch, daß beim Empfange des Königs Frl. Bruckmann, Töchterlein des Herrn Hofrats Bruckmann, den Ehrentrunk kredenzte.

Ein kluger Geschäftsmann war ein in der Admiralitätsstraße in Hamburg wohnender Uhrmacher. Es wurde ihm telephoniert, ein in der Eimsbütteler Straße wohnender Herr wünsche einige Uhren zur Auswahl, die er durch einen Boten holen lassen wolle. Bald erschien auch ein Schulknabe bei ihm, der im Auftrage des Bestellers kam. Unbemerkt packte er in eine Zigarrenkiste Sand und drei Steine statt der Uhren und händigte sie dem Knaben ein, dem er unauffällig durch die Straßen folgte. Es dauerte nicht lange, da trat ein Fremder an den Knaben heran und nahm ihm die Kiste ab, die er im Gehen zu öffnen begann. Plötzlich sah der Unbekannte den Uhrmacher, den er wohl persönlich kennen mußte, und schnell warf er die Kiste von sich und lief davon, hinter ihm drein aber der Uhrmacher. Dieser stellte den Schwindler auf dem Neuen Steinweg und ließ ihn festnehmen.

Elektrische Schmucknadeln. Eine sehr aparte Neuheit auf dem Gebiete der Damentoilette ist angeblich in Amerika aufgetaucht, Haar- und Hutnadeln mit kleinen elektrischen Glühlampen. Die Lämpchen sind von durchbrochenen Metallhüllen umgeben, in deren Oeffnungen geschliffene Steine von verschiedener Farbe eingesetzt sind. Die feinen Leitungsdrähte sind in der Nadel untergebracht. Die Schmuckstücke werden auch als Doppelnadel in den Verkehr gebracht. Die dazugehörige Batterie wiegt kaum 200 Gramm.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Preiserhöhung der Pforzheimer Hilfsgeschäfte. Der GewerbeVerein Pforzheim (Enz- und Pfinzgauverband des Landesverbandes badischer Gewerbe- und Handwerker- Vereinigungen) teilt den Pforzheimer Fabrikanten mit, daß die Erhöhung der Löhne und sonstiger Produktionskosten infolge der letzten Lohnbewegung die Inhaber folgender Hilfsgeschäfte: Juweliere, Graveure, Emailmaler, Emailleure, Vergolder, Oxydeure, Feingießer, Nielleure, Guillocheure, Einkitter, Metallschleifer und Metalldrücker zwinge in ihren seitherigen Konditionen folgende Änderungen eintreten zu lassen und wie folgt festzusetzen: 1. monatliche Barzahlung; 2. Wegfall des Skontos; 3. eine allgemeine Preiserhöhung; 4. Bezahlung der Reparaturen, besonders bei Emailmalern und Emailleuren. – Die Preiserhöhung wird bei Berechnung der einzelnen Arbeiten zum Ausdruck kommen und sich auf das notwendigste Maß beschränken.

Preiserhöhungen. Einen Zuschlag von 10% auf alle Erzeugnisse der Luxusbronze, Galanterie-, Intarsia- und Spielwarenbranche, ebenso auf alle vergoldeten, versilberten, verkupferten und vernickelten Artikel hat die Firma Erhard & Söhne in Schwäb. Gmünd zu berechnen beschlossen. Auf rohgebrannte und messingpolierte Ware kommt ein Aufschlag von 15%. Die Gürtlergenossenschaften der Umgebung von Gablonz beschlossen mit Rücksicht auf die große Verteuerung der Metalle einen Preisaufschlag von 10% auf Glas- und Bijouteriewaren. Die Genossenschaft der Gürtler von Gablonz selbst nahm zur Frage der Verteuerung ihrer Erzeugnisse Stellung.

Preiserhöhungen für böhmische und französische Bijouterien Die Fngros - Firma R. Engländer in Alto na hat den Aufschlag auf ihre Artikel von 5% auf 10% erhöht infolge enormer Metallsteigerung.

Preiserhöhung. Sämtliche Turnauer Edelsteinschleifereien und Edelsteinhändler haben infolge der Preissteigerung aller Materialien und des Schleiferlohnes beschlossen, die Preise ihrer Artikel vom 15. November 1906 entsprechend zu erhöhen.

Die Preiserhöhung des Silbers. Mit der Wiederaufnahme der Silberankäufe (wöchentlich hunderttausend Unzen) seitens des Schatzamtes der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat die Herabsetzung des Silberwertes ein Ende gefunden. Man kann beobachten, daß seit dem 15. August d. J., an welchem Tage der Beschluß des amerikanischen Schatzamtes bekannt wurde, der Silberkurs fortwährend steigt, und insbesondere in der letzten Woche hat sich die Aufwärtsbewegung in verstärktem Maße entwickelt. Der tiefste Kurs des Silbers war per Standard Unze 28%, Sh., am 15. August d. J. notierte in London Silber 29?', Sh. und am 16. Oktober erreichte der Silberkurs 321, eine Kursavance, die in der Tat eine bemerkenswerte Erscheinung ist, und zu welcher auch der gesteigerte indische Silberbedarf viel beigetragen haben dürfte.

Auszeichnung. Die Firma Keller & Edelmann in Pforzheim erhielt auf der Exposition Internationale des Arts et Industries du Feu, Paris 1906, für hervorragende Leistungen die silberne Medaille. Dieser Erfolg ist ein ehrendes Zeugnis für die Firma K. & E., und um so höher zu schätzen, als der Wettbewerb auf dem Gebiete der Semi-Emaille-Industrie ein äußerst scharfer ist. (Siehe Inserate auf Seite 00 und Seite 00.) Wir beglückwünschen die aufstrebende Firma zu dieser hervorragenden Auszeichnung!

Jubiläen. Am Anfange dieses Monats begingen Herr Juwelier Peter Betz und dessen Frau Gemahlin geb. Geier in Hannover das Fest der silbernen Hochzeit.

Firmen-Eintragungen. Die Bijouterie- und Metallwarenfabrik Adolf Kiedaisch in Pforzheim hat den Artikel AnsichtsBijouterien neu aufgenommen. Die Ketten- und Bijouteriehandlung Friedrich Wenz in Pforzheim wurde handelsgerichtlich eingetragen. In das Handelsregister wurde die Bijouteriefabrik Larquette & Hahn in Pforzheim eingetragen. Persönlich haftende Gesellschafter: Techniker Ernst Larquette und Kaufmann Theodor Hahn. Offene Handelsgesellschaft seit 1. Oktober 1906. Die Firma Ludwig Neresheimer & Co., Silberwarenfabrik in Hanau wurde eingetragen. Der Gesellschafter Fabrikant Jean Schlingloff in Hanau ist ausgeschieden und damit die offene Handelsgesellschaft aufgelöst. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma von dem seitherigen Gesellschafter, Fabrikanten Ludwig Neresheimer, fortgeführt.

Firmen-Änderung. In die Bijouterie-(Kleinsilberwaren-)Fabrik Larquette in Pforzheim ist Kaufmann Theodor Hahn als Teilhaber eingetreten. Die Firma lautet nunmehr Larquette & Hahn.

Firmen-Löschungen. Die Vernicklungs-Anstalt MünchenUnterbaching, A.-G., München II wurde im Handelsregister gelöscht. - Die Firma Emil Schönfeld, Goldarbeitergewerbe, Wien I, Petersplatz 9, ist infolge Geschäftsauflösung erloschen.

Geschäfts-Eröffnungen. Unter der Firma „Vertriebsgesellschaft moderner Bijouteriewaren, G. m. b. H.“ wurde in Berlin ein Geschäft eröffnet und handelsgerichtlich eingetragen. Das Stammkapital beträgt 20000 Mk. Geschäftsführer sind Jos. Herrmann und H. Lauterbach. In Pforzheim hat Herr Emil Klotz, Goethestraße, eine Fabrik für Bijouterie eröffnet. – Die Herren Nickler & Neubert haben in Hamburg, Hopfenmarkt 2, ein Export- und Importgeschäft eröffnet. Die Firma will in der Hauptsache Luxus- und feine Lederwaren nach Zentral- und Mittelamerika exportieren.

Geschäfts-Verlegung. Das Emaillegeschäft Heinr. Gilbert in Pforzheim befindet sich jetzt Gewerbeschulstraße.

Todesfall. In Pforzheim starb Herr Heinrich Kölle, Teilhaber der Bijouterie - Fabrik gleichen Namens.

Verschiedenes. Die Firma Haap & Schefold, Fabrik feiner Goldwaren in Pforzheim löst sich demnächst auf. Jeder der beiden Teilhaber wird gesondert eine Fabrik eröffnen. Laut Eintrag im Handelsregister zu München hat die Firma Anton Chr. Dießl, heraldische Anstalt (A.-G.) in München, ihren Betrieb auf Herstellung studentischer Luxus- und Bedarfsartikel ausgedehnt. In München, Rindermarkt 8, kommt ein großes Lager echter Bronze- und Zinngußwaren zum Ausverkauf. Eine große Anzahl Bronzen und alte Silbergegenstände aus den Kunstsammlungen Sr. Exz. des Grafen Gaston Pottickh von Pettenegg kam im Versteigerungsamt zu Wien am 19. d. Mts. zur Versteigerung. Herr Oscar Dassel in Barmen, Altermarkt 14, hält wegen Aufgabe des Geschäfts Ausverkauf seines Gold- und Silberwaren-Geschäfts. Der Bericht, der soeben in der letzten Nummer der Festzeitung über das stattgehabte 15. deutsche Bundesschießen in München erscheint, weist nach, daß die Münchener Festleitung außer vielen Ehrengaben noch 20 Konkurrenzbecher, 416 Feldbecher, 576 Standbecher, 105 Goldmünzen, 20 Konkurrenzmünzen, 369 Jubiläumsmünzen und 11059 silberne Festmünzen verteilte. Die der Deutschen Goldund Silberscheide-Anstalt Frankfurt a. M. angegliederte Chemische Fabrik Schlempe, G. m. b. H. übernimmt die Hälfte der 1020 000 Mk. betragenden Stammanteile der zu gründenden Chemischen Fabrik Rositz, G. m. b. H.

Berichtigung. Wir teilten in voriger Nr. (46) mit, daß die Bijouterie - Fabrik Stockert & Co. in Pforzheim eine Filiale eröffnet habe. Bei der Nennung des Ortsnamens soll es nicht Meinsheim sondern Mönsheim heißen.

Quittung. An Unterstützungen für den Goldschmied Josef Hönschel in Ziegenhals gingen uns weitere Beträge ein: Übertrag

118.25 Mk. Für Herrn Hönschel, ein Gruß aus Krefeld: Kurt Fuchs, Krefeld

3.A. B. in Ch.

3.Von einem belgischen Geschäftsreisenden J. H. 4.

Zu Gunsten des Herrn H. in Z. Wilhelm Müller, Berlin C., Gertraudtenstr.

30.Anbei 2 Mk. für den Kollegen H. in Z. J. Pyro, Juwelier, Düsseldorf. .

2.

160.25 Mk. Mit der Bitte um Zusendung weiterer Beiträge für unsern Kollegen, Herrn Josef Hönschel in Ziegenhals, quittiert herzlichst dankend

Die Schriftleitung der Deutschen Goldschmiede - Zeitung.

Paul Axthelm.

438 a

zu

Aus Innungen und Vereinen.

V. Lohnerhöhung von 50. eventl. Festsetzung eines be

stimmten Lohnsatzes. Ohne Aufmunterung keine Kunst. Auf den beliebten

Längere Auseinandersetzungen bekunden, daß die Bitten in einsamen Inseln in einem stillen Ozean wären ein Mozart, ein Raphael Landbauern geblieben.

Schumann.

wohlwollende Erwägung zu ziehen sind, daß es aber jedem

einzelnen überlassen bleiben muß, sich mit seinem Personal des Akademische Verbindung „Cellini“, Hanau. Es ist eine hübsche

Näheren darüber zu verständigen. Die Prüfung der ReparaGepflogenheit, die sich auf der Hanauer Akademie unter deren

turenliste, die bald nach Begründung unserer Vereinigung Schülern eingebürgert hat, daß sich die zumeist von auswärts

aufgestellt, gab Gelegenheit zu mancherlei Abänderungen. Einkommenden jungen Kunstgewerbler unter der Fahne obiger Ver heitliche Verkaufspreise goldener Trauringe zu erzielen einigung zusammenfinden, um darin einen gegenseitigen geistigen

war von jeher lebhafter Wunsch des Vorstandes, ohne auch Rückhalt zu haben, der sie zu ernstem Streben ermuntern soll.

diesmal zu einem endgültigen Resultat zu gelangen. Die Exempel In diesem Sinne ist die Verbindung ,Cellini“ im Jahre 1892 ge

der Ladengoldschmiede stimmen eben nicht überein mit dem gründet und bisher auch diesen Prinzipien treu geblieben. Eine hier mitsprechendem Faktor. Wegen sehr vorgerückter Stunde, Menge früherer Mitglieder, die alle in Hanau die edle Kunst

die infolge des anregenden Meinungsaustausches allzu schnell studierten, sind nun in der Welt zerstreut, der eine hier, der

erreicht, mußten verschiedene, ebenfalls wichtige interne Angeandere dort. Aber sie bleiben dem Vereine, dem sie angehörten,

legenheiten späterer Zeit vorbehalten bleiben. Nächste Sitzung treu und halten noch immer Fühlung mit ihm, so daß sich seine

am 9. Januar 1907. Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr erhöht. Diese Verbindung hielt nun am Sonnabend, den 4. November, im Restaurant „Karlsberg“ ihre Semesterantrittskneipe ab, zu welcher außer den Alten Herren Mitteilungen aus dem Geschäftsverkehr. auch zahlreiche Ehrengäste, unter anderem einige der Herren Lehrer von der Akademie erschienen waren. In einer kurzen

(Außer Verantwortlichkeit der Redaktion.) Ansprache wies Herr Akademielehrer Reisner auf die guten Be Das Schlangenarmband. Wenn unsere Leser den Frage- und ziehungen zwischen Lehrer und Schüler hin und ermahnte die Antwortkasten unserer „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ eifrig Jüngeren, sich der Verbindung anzuschließen, damit der Baum studieren, so werden sie finden, daß besonders in letzter Zeit des Kunstgewerbes weiter wachse, blühe und gedeihe! – Von eine große Nachfrage nach Schlangenarmbändern stattfand. Das Frankfurt waren mit ihrem Vorsitzenden etwa zehn Mitglieder ist gewiß ein Zeichen dafür, daß unserer Bijouteriefabrikation des „Schnörkel“-Vereins jetziger und ehemaliger Studierender ein neuer Artikel blüht: Das Schlangenarmband! Wem der Kunstgewerbeschule Frankfurt anwesend; außerdem eine sollte es auch nicht gefallen, dieses Band, das sich um den Arm Deputation des Technischen Vereins „Chattia“. Das geräumige eines anmutigen Mädchens in sanften Windungen schmiegt? Lokal faßte die Menge der Teilnehmer kaum. Die Kneipe nahm Es wäre daher sehr einen sehr angenehmen Verlauf. Reden und Toaste wechselten wünschen, daß ab mit vertrauten Burschenliedern. Der neugewählte Vorsitzende dieses neue Schmuck(Herr Heinz A. Dintelmann-Hanau) verlas einige eingetroffene stück recht in AufBegrüßungstelegramme, welche allseitigen Beifall fanden, da die nahme käme. – Nun selben von alten Freunden Grüße brachten. Ferner dokumentierte haben sich auch beder Vorsitzende die ernsten Bestrebungen der Verbindung, in

reits verschiedene dem er den Wunsch aussprach, daß das neue Semester in bezug Firmen bemüht, dieauf künstlerische Regsamkeit sich früheren Jahrgängen würdig sem neuen Schmuckanschließt, wie sie auch in burschenschaftlich froher Weise die stück mehr ihre Aufalte Devise: „Treue dem Freunde, Liebe zur Kunst!“ hochhalten merksamkeit zuzuwenden und davon neue Muster gebracht. solle! Es sei noch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß Die Firma Kirchgässner & Kraft, Alpakkawarenfabrik in der Verein am Montag, den 3. Dezember, sein 13 jähr. Stiftungs Pforzheim, erzeugt das Armband in Alpakka (garantiert weiße fest begeht.

A. Unterlage) zu billigsten Preisen (einrcihig, zweireihig, dreireihig

und vierreihig, siehe Inserat Seite 5), so daß es wohl ein leicht Der Bayerische Kunstgewerbe-Verein in München eröffnete am verkäuflicher Artikel werden wird, während die Firma Ott & Cie., 6. November die Wintersaison. Nach einigen einleitenden Bijouteriefabrik in Hanau a. M. (siehe Inserat Seite 35), die Worten des 1. Vorsitzenden, Prof. Pfeifer, wurde für den ver Armbänder in besserem Genre in Gold und Silber auf den Markt storbenen Hofjuwelier Merk eine einfache Bronzetafel zur Er

bringt. Wir verweisen unsere Leser bei Bedarf auf diese beiden innerung an das verdienstvolle Wirken des Verstorbenen um

Firmen. Der Artikel wird gewiß für die Weihnachtszeit ein den Verein enthüllt. Der Verein beschloß an den Feierlichkeiten

äußerst gangbarer werden. zur Grundsteinlegung des Deutschen Museums teilzunehmen. Kunstmaler Otto Lohr entwarf die Embleme der kunstgewerb

Preisausschreiben: lichen Gruppen, die von Lehrlingen in ihrer Arbeitskleidung getragen wurden.

Der Verein für religiöse Kunst in der evangelischen Kirche E. V.

in Berlin wünscht geeignete Entwürfe für Altargeräte Kelch, Freie Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz. Abendmalskanne, Patene zu erlangen. Die Entwürfe sind in Vor Eintritt in die Tagesordnung der Sitzung am 7. Novbr. d. Js. natürlicher Größe zu halten. Es wird mehr Wert auf eine gedenkt der Vorsitzende, Kollege Finster, in ehrenden Worten schlicht materialgemäße und sachliche Form als auf Ornamentdes am vorhergegangenen Tage stattgefundenen 50 jährigen Ge schmuck gelegt. Ein bestimmter Stilcharakter wird nicht vorschäftsjubiläums der Firma R. Höer, Herzoglicher Hofjuwelier. geschrieben; dagegen ist anzugeben, in welchem Material die Den Inhabern der Firma, Herren Gustav und Oskar Höer, sind Ausführung gedacht ist und zu welchem Preise etwa die Aushierzu die herzlichsten Glückwünsche als Zeichen freundschaft führung erfolgen soll. Die Zeichnungen sind bis zum 15. Januar licher Kollegialität seitens des Vorstandes am 6. Novbr. in wür 1907 mit Motto an den Schatzmeister des Vereins, Herrn Verdiger Wei se übermittelt worden. Die gemeinsame Weihnachts lagsbuchhändler W. E Ernst, Berlin W., Wilhelmstr. 90, Annonce wird, wie in früheren Jahren, in den hiesigen Tages mit der Bezeichnung „Preisausschreiben“ einzusenden. I. Preis blättern erscheinen. Der Ortsverein der Goldarbeitergehilfen (H. 125 Mk., II. Preis 100 Mk., III. Preis 75 Mk. Weitere Ankäufe D.) bittet durch seinen Vorstand, nachdem bereits in den beiden für den Preis von 30 Mk. sowie Ausstellung und Veröffentlichung größten hiesigen Betrieben guter Erfolg zu verzeichnen war, um der Arbeiten behält sich der Verein vor. Die preisgekrönten 1. eine einheitliche Arbeitszeit,

Zeichnungen werden Eigentum des Vereins. Das Ausführungsrecht II. Sonnabend Abends um 6 Uhr Schluß in allen Geschäften, verbleibt dem Künstler. Preisrichter sind die Herren GeneralIII. Mittagspause von 14, Stunde durchweg,

superintendent D. Koehler, Geheimer Baurat R. Schultze, Maler IV. Aufschlag von mindestens 25°', für Überstunden,

M. Kutschmann, Otto Proll, Goldschmied, Schulz, Konsistorialrat.

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Wenn nach den Zahlen der Hamburger Statistik über den Export nach Chile gerechnet werden kann, so ist die Befürchtung, daß das stattgefundene Erdbeben eine längere Unterbrechung der Beziehungen zwischen Pforzheim und dem südamerikanischen im Gefolge haben könnte hinfällig. Der Export über Hamburg belief sich im Monat Oktober auf 6277 566 Mk. gegen 3683 936 Mk. im gleichen Monat des Vorjahres.

Von Kunstgewerbeschulen. Dem Professor an der Kunstgewerbeschule in München, Karl Wahler, wurde vom Prinzregenten Luitpold von Bayern die k. Ludwigsmedaille, Abteilung für Wissenschaft und Kunst, verliehen. der Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern wurde dem Zeichenlehramts-Kandidaten Aug. Wehrle am Großh. Gymnasium in Karlsruhe die etatmäßige Amtsstelle eines Gewerbelehrers an der Gewerbeschule (Goldschmiedeschule) in Pforzheim übertragen.

Für Export und Import. Deutschland: Zollwesen. Mitteilungen über unrichtige Warenbezeichnungen. Messing - Metallwaren Tarifnr. 884/5. Bei einem Steueramt werden häufig Postsendungen einer Firma in Wien mit der Inhaltsangabe „Messing“ zur Abfertigung gestellt. Die Sendungen enthalten aber Zigarettentäschchen aus versilbertem Messing Tarifnr. 885, Zollsatz 120 Mk. für 1 Doppelzentner – und Uhrketten aus vergoldetem Messing in Verbindung mit baumwollenem Gewebe Tarifnr. 884, Zollsatz 175 Mk. für 1 Doppelzentner. Die mangelhafte Inhaltsangabe wird offenbar gewählt, um die Zollbeamten irre zu führen.

Deutsches Reich: Zolltarifentscheidungen. Schmucknadeln. Zu Tarifnr. 762. Die als „Hutnadeln“ bezeichneten Warenproben stellen sich als ungefähr 20 cm lange eiserne Hutnadeln dar. Am oberen Ende der Proben 1–4 sind auf ringförmigen Metallansätzen kugel- oder birnenförmige, im Durchmesser ungefähr 2 cm große, durchsichtige Glassteine mit facettenartig gepreßter Oberfläche angebracht. Die Glassteine erscheinen bei Probe 1 wasserhell, bei den Proben 2–4 sind sie edelsteinähnlich (amethystlila, tiefblau und lichtgrün) gefärbt. Bei Probe 5 befindet sich am oberen Ende ebenfalls auf einem Messingansatz eine undurchsichtige, metallisch glänzende Glaskugel, auf der in einer Vertiefung ein weißer durchsichtiger nach Art der Similidiamanten geschliffener Glasfluß von 6 mm Durchmesser befestigt ist. Die Nadeln erhalten durch die Glassteine (Proben 1 bis 4) und durch den unechten Edelstein (Probe 5) den Charakter als Schmucknadeln. Sie sind daher wie feine Waren aus den zur Herstellung verwendeten Stoffen zu tarifieren. Da der Kopf den Nadeln den Charakter als Schmucknadeln verleiht, sind sie als feine Waren aus Glassteinen oder Glasflüssen in Verbindung mit unedlen Metallen zu 60 Mk. für 1 D.-Z. zu verzollen. (Herstellungsland: Österreich-Ungarn.)

Bolivien: Zolltarif. Nach dem neuen durch Gesetz vom 31. Dezember 1905 festgesetzten Zolltarif zahlen alle aus dem Auslande kommenden Natur- oder Erwerbserzeugnisse bei der Einfuhr nach Bolivien einen Zoll von 30% vom Wert mit Ausnahme bestimmter aufgeführter Gegenstände, von denen wir als unsere Branche besonders interessierend hervorheben: 40% vom Wert zahlen: Stöcke mit Griffen aus Silber oder feinen Steinen, Saugröhren („bombillas“) aus Gold. – 35% vom Wert: Toiletten necessaires. 25% vom Wert: Nicht besonders angegebene Gegenstände aus Stahl, Eisen, Bronze oder Kupferdraht, Silber, nicht besonders benannte Bronzewaren, Halsschmuck aus Glas, Bestecke aus unedlem Metall, große und kleine Löffel, Fingerhüte vernickelt, versilbert oder aus Doublé, plattierter unechter Schmuck, Bleistift- und Federhalter aus gewöhnlichem Metall, Posamentierwaren aus unedlem Metall oder Silber, Neusilber oder Nickel, nachgeahmte Edelsteine, unechtes Blattgold und Blattsilber in Heften, Taschenuhren. 10% vom Wert zahlen: Nicht näher bezeichnete Gegenstände aus Gold, Schmelztiegel für Untersuchungen (Kapellen), nicht besonders bezeichnete Geschmeide, Bleistift- und Schreibfederhalter aus Gold und Silber, gewalztes Gold für Zahnärzte. 30% vom Wert zahlen: Perlen, Edelsteine. Beachtenswert ist Artikel 16 des Gesetzes, nach dem der Schätzung unterworfene oder nicht besonders im Tarif aufgeführte Waren nach dem für sie am Platz herrschenden Großhandelspreise abgeschätzt werden. Als Grundlage für die Berechnung dient die betreffende Konsulatsfaktura mit einem Aufschlag von 20% für Fracht und Unkosten vom Ursprungsorte ab, sofern die genannten Kosten nicht schon in der Faktura inbegriffen sind. Wird die Konsulatsfaktura nicht vorgelegt oder deuten Anzeichen darauf, daß die vorgelegte Faktura nicht den Tatsachen entspricht, so ist der Berechnung der Großhandelspreis der Ware am Platz mit 30% Ermäßigung zugrunde zu legen. Wenn der in der Konsulatsfaktura angegebene Wert offenbar geringer ist als der wirkliche Wert der Ware, so knnn der Fiskus die Ware auf seine Rechnung für den angegebenen Preis gegen sofortige Bezahlung des Betrages erwerben. Die Ware ist zu versteigern. Unter „unedlem Metall“ sind im Tarif alle Metalle außer Gold, Silber und Platina zu verstehen!

Vom Kunsthandwerk. Im Kunstgewerbe - Museum zu Frankfurt a. M. ist zurzeit in einer Sonderausstellung eine Ringsammlung aus Privatbesitz ausgestellt, welche außergewöhnlich wertvoll und reichhaltig ist; weist dieselbe doch zirka 1200 Stücke in 33 Kassetten verteilt auf und muß man diese Sammlung wohl als einzig dastehend bezeichnen. Von den Zeiten der alten Ägypter bis zum 19. Jahrhundert sind Ringe vertreten und ist es interessant, den Schmuckring in seiner Charakteristik durch diese Zeit zu verfolgen. Da findet man in Kassette Nr. 1 altägyptische Ringe aus Bronze, Ton und Glas, Siegelringe, symbolische Ringe und Mumienringe. In Kassette Nr. 2 prähistorische Ringe, ägyptische, etruskische und griechisch-italische Ringe in Gold. In Nr. 3—5 griechische Goldringe. Nr. 6 weist griechische und römische Ringe auf; in Bronze und Silber. Nr. 7 birgt römische Goldringe. In Kassette Nr. 8 sieht man römische und gallisch-römische Ringe in Gold. In Nr. 9 wieder römische Ringe; in dieser Kassette fallen dem Beschauer besonders ein Schauspielerring auf, welcher eine in Stein geschnittene Maske zeigt und drei Bogenspannringe aus Stein und Elfenbein. Nr. 10 zeigt wieder römische und gallisch-römische Bronze- und Silberringe, Nr. 11 römische Ringe, Kassette Nr. 12 merovingische, fränkische und gotische Goldringe und sind hier wieder die Maltheserringe besonders hervorzuheben. In Nr. 13 finden wir Zeremonienringe, Bischofsringe, welche durch Ihre Eigenart und Größe auffallen; darunter der goldene Fischerring Papst Pius IX. Nr. 14 zeigt uns das Mittelalter, Bronze- und Silberringe. In Nr. 15 sieht man jüdische Trauringe des 15.–18. Jahrhunderts, welche wieder durch ihre Eigenart auffallen. Belötungen und Filigran spielen bei diesen Ringen eine große Rolle. In Kassette Nr. 16 ist das 16. Jahrhundert vertreten, und zwar in Eisen-, Niello- und Goldringen. Nr. 17 und 18 weisen Gold-Emailringe der Renaissancezeit auf. Nr. 19 Gold-Emailringe und ist unter diesen besonders ein einfacher, schlichter Ring in Form unserer jetzigen Trauringe, welcher innen und außen mit reizenden Figuren in Email auf weißem Grunde bemalt ist. In Nr. 20 sind Verlobungs- und symbolische Ringe derselben beiden Jahrhunderte, in Kasten Nr. 21 Girardinetti aus dem 17. Jahrhundert. In Nr. 22 ist das 16. und 17. Jahrhundert und in Nr. 23 und 24 das 17. und 18. Jahrhundert vertreten. Symbolische Eisen-, Bronze- und Silberringe aus der Zeit des 16.–18. Jahrhunderts sieht man in Kassette Nr. 25. Nr. 26 zeigt uns französische und italienische Arbeiten aus dem 18. Jahrhundert, während in Nr. 27 deutsche und französische Arbeiten ausgestellt sind. Kasten Nr. 28 Ringe aus derselben Zeit. Miniaturenringe findet man in Kassette Nr. 29 und sind da wirklich reizende Sachen zu sehen. Ringe mit antiken Genmen und Intaglien, meist aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, sind in Nr. 30 untergebracht. Kasten Nr. 31 Bauernringe. Darunter mehrere mit gefaßten Hirschgranen. Nr. 32 orientalische Ringe und zum Schluß in Kassette Nr. 33 Ringe aus der Zeit der Revolution, der Befreiungskriege und aus dem Kriegsjahre 1870—1871. Unter den ersteren auch ein Napoleonsring.

1

Fig.2.

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Der 11. November war für die Deutschen in Buenos Rechtsrat, Rechtsschutz für Goldschmiede. Aires (Argentinien) ein Volksfesttag, da an diesem Tage der Ruder-Klub „Teutonia“ sein Ruderfest abhielt. Der diesjährige

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. Festtag war noch bedeutend dadurch verschönert, daß der Singen und Pfeifen in der Werkstatt trotz mehrmaligen Verdeutsche Kaiser einen prächtigen, silbervergoldeten Pokal in bots wurde vom Gewerbegericht Berlin als Grund zur sofortigen Höhe von 45 cm stiftete, der in der letzten Nummer der „La Entlassung des Gewerbegehilfen angesehen. In den EntscheiPlata Zeitung“ abgebildet ist und einen äußerst vornehmen dungsgründen führte das Gericht aus, daß der Arbeitgeber, sofern Eindruck macht. Zur Besichtigung ausgestellt war der Pokal er in dem Singen und Pfeifen während der Arbeitszeit und in im Laden des Herrn Juwelier Wüst (eines geborenen Pforz dem Arbeitsraume eine Störung erblicke, berechtigt sei, dem heimers) in Buenos Aires, der mit noch vier Brüdern seinem Arbeiter dieses Verhalten zu untersagen. Die Befolgung dieses Vaterland und seiner Goldschmiedekunst alle Ehre macht. Verbotes gehöre deshalb zu den den Arbeitern nach dem Arbeits

vertrage obliegenden Verpflichtungen und eine beharrliche Patente und Gebrauchsmuster für die Werkstatt. Weigerung, dem Verbote nachzukommen, wäre ein gesetzlicher

Grund, das Arbeitsverhältnis sofort aufzulösen. Das Gericht 44 a. 172627. J. H. Nobis & Thissen G. m. b. H. in

brachte bei dieser Gelegenheit ferner die Auffassung zur Geltung, Aachen. Sicherheitsnadel mit zwei gegeneinander

wie es für den Tatbestand der beharrlichen Weigerung die versetzten Eintrittsöffnungen. Patentiert im Deutschen

Dienstpflichten zu erfüllen, nicht unbedingt darauf ankomme, daß Reiche vom 6. Septbr. 1904 ab. Sicherheitsnadeln mit zwei gegen

zwischen den einzelnen Aufforderungen zu einer Handlung oder einander versetzten Eintrittsöffnungen, von denen die eine durch

Unterlassung ein größerer Zeitraum liege, daß aber andererseits Abbiegen einer die andere Öffnung verdeckenden Zunge aus nicht ohne weiteres die Nichtbeachtung eines wiederholten Beder Wand der Schutzkappe gebildet ist, sind bereits bekannt.

fehls in jedem Falle eine „beharrliche" Weigerung sei. Das Sie besitzen aber den Übelstand, daß die Abwicklung der Schutz Wesen der beharrlichen Weigerung sei vielmehr in einer gekappe Formen aufweist, die verhältnismäßig viel Materialabfall

wissen Nachhaltigkeit des Willens zu finden, den aus dem verursachen und deshalb einen großen Materialaufwand bedingen.

Arbeitsvertrage sich ergebenden Verpflichtungen nicht nachzuDes weiteren ist die Befestigung der Kappe an der Nadel und

kommen. Welchen Grad die Nachhaltigkeit des Willens erreicht das Abbiegen der Zunge eine umständliche und teuere Arbeit, haben müsse, um zum sofortigen Entlassungsgrund zu werden, weil sie das jedesmalige Einführen eines Dornes in die Kappe hänge von der Beurteilung des einzelnen Falles ab. erforderlich macht. Zudem ist das Öffnen und Schließen dieser

Nadeln, sofern die Seitenflächen
Fig!
Figs. ihrer Kappen eben sind, infolge

Büchertisch.
der geringen Federung der

Der Hauptmann von Köpenick hat nunmehr auch die verdiente Zungen, mehr oder weniger mit

künstlerische Verherrlichung gefunden. Der bekannte Berliner Fig.4. Schwierigkeiten verknüpft. Die

Romanschriftsteller Hans Hyan und sein nicht minder bekannter den Gegenstand der vorliegen

Kollege von der Griffelkunst, der Malerhumorist Paul Haase den Erfindung bildende, auf der

haben sich zusammengetan und unter dem Titel „Der HauptZeichnung dargestellte Sicher

mann von Köpenick, eine schaurig-traurige Geschichte vom beheitsnadel beseitigt die gekenn

schränkten Untertanenverstand“, ein reizend ausgestattetes, mit Fig. 5. zeichneten Mängel dadurch, daß

zahlreichen mehrfarbigen Bildern geschmücktes Versbuch über die Schutzkappe mit zwei seit

den berühmten Räuberhauptmann erscheinen lassen, dessen lich gegeneinander verschobe

schmuckes Titelbild wohl in den nächsten Tagen sich allseitig nen Eintrittsöffnungen a und b

in den Schaufenstern präsentieren dürfte. Wer etwas Packendes versehen ist, die am oberen Teil

und Witziges über den vielbesprochenen Fall lesen und sich an der Kappe in den sich in der

einer ganzen Anzahl prachtvoller humoristischer Bilder und Mitte dieser diametral gegen

Karikaturen erfreuen will, dem sei die Anschaffung des Buches, überliegenden Aussparungen f

das im Verlage von Hermann Seemann Nachfolger, Berlin NW 87, Fig. 6. endigen, sowie ferner dadurch,

zum Preise von 1 Mk. erschienen ist, wärmstens empfohlen. daß die Zungen parallel zu den d Seitenwandungen und federnd angeordnet sind. Die Abwick

Neue Exportverbindungen. lung der Schutzkappe erhält hierbei eine einfache Form Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die nachstehend abgedruckten

Fragen wirklich an uns gestellt sind. Dafür übernehmen wir volle Garantie. (Fig. 1), welche sich gegen

Porto zur Welterbeförderung der Antwort bitten wir mit beizufügen. über den Kappen der bekannten Nadeln durch geringeren Materialabfall und demnach durch ge

Fragen: i ngeren Materialverbrauch auszeichnet. Durch die in Fig. 6 Frankreich. Frage 4. Welcher Fabrikant von Zinnwaren dargestellte Befestigungsweise der Schutzkappe an der Nadel führt das Merkzeichen „Minerva“? und durch das damit gleichzeitig erfolgende Abbiegen der Zunge c und die gleichzeitige Bildung der Einführungsöffnung a fällt das jedesmalige Einführen eines Dornes in die Schutzhülse weg, weil

Frage- und Antwortkasten. die Abbiegung der Zunge aus der Seitenwand mittels eines

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Stempels d erfolgt, welcher die Zunge unmittelbar gegen den

Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Inter. Drahtschaft e und parallel zu den Seitenwandungen bis zur Mitte

esse höflichst aufgefordert, von der allezelt kostenfreien Benutzung dieser Abteilung der Schutzkappe preßt, ohne daß die übrigen Teile der Kappe

den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns verdrückt werden.

Auch können die Seitenwandungen der einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme Kappe, weil die umgebogene Nadel durch die abgebogene

einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrück

lichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur Zunge seitlich sowohl wie nach unten hin genügend festgehalten

gegenseitigen Belehrung beizutragen. wird, möglichst dünn gehalten werden. Infolge der geringen

Fragen: Dicke der Zunge sowie des Umstandes, daß diese vollständig freiliegend und parallel zu den Seitenwandungen angeordnet ist

Frage 723. Wer ist der Fabrikant von Silberund von den in der Mitte der Kappe durchgehenden runden

bestecken, die nebenstehendes Warenzeichen tragen? Aussparungen f beeinflußt wird, ist die erforderliche Federung

Frage 743. Bitte mir gefl. mitteilen zu wollen, der Zunge und hiermit ein leichtes Ein- und Austreten der Nadel

wie man Aluminium rot und matt vergolden spitze durch die Eintrittsöffnungen gewährleistet.

kann?

X. X.

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