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Klischees beklebt, so daß man sofort sieht, was für eine Platte in dem Päckchen liegt. Dann ordne man die Pakete mit der Bildseite nach oben in flache Kisten, oder, wenn man viele Klischees hat, in einem Regal mit schrägen Böden. Man wird nach einiger Zeit die einmal gebrauchten Klischees wieder verwenden können, und wenn man genug angesammelt hat, mit ihnen sogar ein kleines Preisbuch, eines der besten Propagandamittel die es gibt, zusammenstellen können. Um diesen Artikel ebenfalls etwas zu illustrieren, haben wir von den uns befreundeten Klischeehandlungen je ein Galvano zur Veröffentlichung erbeten, die wir nachstehend unseren Lesern im Bilde vorführen. Die Firmen der betr. Klischee-Anstalten haben wir bei jedem Bilde vermerkt, und würde es uns freuen, wenn die Empfänger der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ bei Bedarf sich an jene graphischen Institute wenden möchten. Eine individuelle Reklame, wie solche zumeist von den Geschäftsleuten in Amerika geübt wird, ist natürlich in den

meisten Fällen vorzuziehen, allein die damit verbundenen Unkosten schrecken leider zumeist die Inserenten von einer solchen ab. Wir wollen aber nicht verfehlen, unseren Lesern durch die beiden ganzseitigen Abbildungen, die wir einem amerikanischen Konkurrenzblatt entnahmen, den Beweis dafür zu erbringen, in welch vornehmer und geschickter Weise die Amerikaner für ihre Erzeugnisse Reklame zu machen verstehen. Es ist doch klar, daß einem derartig schönem Bilde die Aufmerksamkeit der Leser eher zu teil wird, als einer einfachen Anzeige ohne Bild, und möchten wir deshalb unseren Lesern empfehlen, bei passender Gelegenheit auch einmal ein größeres finanzielles Opfer im Interesse ihres Geschäftes nicht zu scheuen. Einzelne einsichtige Firmen haben auch schon mit dieser künstlerischen Reklame in unserer „Deutschen Goldschmiede-Ztg.“ den Anfang gemacht; nur wäre es zu wünschen, daß dies noch mehr als bisher geschehen würde, und daß unsere Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen möchten!

Praktische Anleitung zur Ausführung der Glasätzung

in ihren verschiedenen Arten.

1. Die Ätzmittel.

m Glasflächen mit Verzierungen irgend welcher Art, Schriften, Linien, Ornamenten, Musterungen usw. zu versehen, stehen uns mechanische und chemische Mittel zur Verfügung. Zu den mechanischen =- Mitteln gehört das Gravieren von Glas mittels besonderer Instrumente – eine nur selten mehr geübte Kunst – das Einschleifen der Verzierungen mittels Schmirgelpulver oder auch scharfem Sand und eigens dafür konstruierter Werkzeuge, Rädchen usw., und die Bearbeitung des Glases durch das Sandstrahlgebläse. Für den Graveur oder Ätzer haben alle diese Techniken wenig mehr als historisches Interesse; die ersten beiden, das Gravieren und Schleifen, weil ihre Anwendung zu umständlich und zeitraubend ist, der Sandstrahl, weil er, obwohl sehr leistungsfähig, doch nur da rentabel ist, wo stets Arbeit für die dazu nötigen Apparate vorhanden ist. Das aber ist bei dem Handwerker, der naturgemäß die Dekoration des Glases nur als gelegentliche Nebenbeschäftigung mitnimmt, nicht der Fall. Für ihn ist deshalb die Anwendung der chemischen Mittel, der Ätzmittel vorteilhafter, da diese weniger besondere Apparate erfordern und außerdem auch deshalb, weil sich die ganze Arbeitsweise mehr an die eigentliche Technik des Dekorationsmalers anschließt als die anderen Methoden. Das Glas ist, im ganzen betrachtet, sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse, gegen die Atmosphärilien, gegen Wasser und besonders auch gegen die verschiedenen Säuren. Ganz unempfindlich ist es allerdings nicht, so z. B. vermag reines Wasser das Glas anzugreifen und, wenn auch langsam, zu zersetzen, besonders bei hoher Temperatur und unter gleichzeitiger Anwendung starken Druckes. Bekannt ist ja die Erscheinung, daß Fensterglas und auch Gefäße aus Glas, die dauernd in sehr feuchtem Zimmer sich befinden, blind werden, eine Wirkung des Wassergehalts der Luft. Weniger bekannt dürfte es sein, daß gepulvertes Glas sich beim Kochen mit Wasser zersetzt, sogar schon von kaltem Wasser zum Teil gelöst wird. Es ist nun keineswegs alles was Glas heißt, gleichmäßig widerstandsfähig, denn das Glas ist kein Grundstoff, keine einheitliche Substanz, sondern es besteht aus verschiedenen Bestandteilen, und je nach der Art und der Zusammensetzung dieser Teile ist eine Glassorte leichter zersetzbar als die andere. Die

wichtigsten Bestandteile des Glases sind Kieselsäure, Kalk (oder an dessen Stelle Blei) und Kali- oder Natronverbindungen, also Alkalien. Man unterscheidet Natronkalkglas und Kalikalkglas, ferner Alkali-Kalkglas und Alkali-Bleiglas; endlich gibt es auch noch Glasarten mit Gehalt an Eisen, besonders auch Tonerde (sog. Aluminiumglas) usw. Für bestimmte Zwecke, z. B. optische und astronomische Instrumente, Kochgläser usw. werden wieder ganz bestimmte Zusätze anderer Substanzen gemacht, doch ist das für unser Thema ohne Belang. Nicht unwichtig aber ist für den Glasätzer die Tatsache, daß ein Alkali-Kalkglas zwar von Wasser, Ammoniak usw. leichter angegriffen wird als ein bleihaltiges Glas, daß aber bleihaltige Glassorten gegen Säure empfindlicher sind als jene, und daß diese Empfindlichkeit des Glases mit dem Grade des Bleigehalts steigt und fällt. Die Einwirkung des Ammoniaks, wie auch des Wassers beschränkt sich selbst im höchsten Stadium darauf, daß das Glas blind, mattschimmernd und schmutzig oder auch – besonders bei Ammoniak, in Stallungen z. B. – irisierend, in bunten Farben schillernd wird. Ein einziges chemisches Element nur ist imstande, das Glas stärker anzugreifen und, wenn die Einwirkung lange genug dauert und das Präparat kräftig genug ist, selbst aufzulösen, das ist das Fluor in seinen verschiedenen Verbindungen, von denen das Fluorwasserstoffgas und die Fluorwasserstoffsäure für die Technik besonders wichtig sind, weil sie die Ausgangspunkte, die Grundlagen für die zum Glasätzen erforderlichen Präparate bilden. Das Fluor selbst findet sich in der Natur nirgends in reinem Zustande, ebensowenig die Fluorwasserstoffsäure. Dagegen findet sich ein Mineral, das zur Herstellung dieser Säure benützt wird, der Flußspat oder das Fluorkalzium, auch Fluorit genannt, ziemlich häufig in der Natur, mitunter in schönen, oft ziemlich großen Kristallen von verschiedener Färbung, durchsichtig, oft aber auch dicht und in erdiger Form. Besonders schöne Kristalle werden heute noch zu Schmucksachen verarbeitet, im Altertum fand der Flußspat hierzu vielfach Verwendung. Die sog. Murrinischen Vasen der Römer waren z. B. aus Flußspat gearbeitet. Übergießt man diesen Flußspat, einerlei in welcher Form, in einem Gefäße aus Platin oder Blei mit konzentrierter Schwefel

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säure, und erhitzt dieses langsam bis zum Siedepunkt, so bilden sich weiße Nebel von Fluorwasserstoffgas; dieses Gas wird in ein mit Wasser versehenes, ebenfalls aus Blei oder Platin hergestelltes zweites Gefäß geleitet; das Wasser nimmt das Gas in sich auf und verbindet sich damit zu der Fluorwasserstoffsäure, auch Flußsäure und Flußspatsäure genannt. Wie aus dieser kurzen Angabe ersichtlich, ist die Selbstherstellung der Säure keineswegs so einfach, daß sie jeder Laie ohne weiteres ausführen könnte; es gehören besondere Apparate dazu und auch Kenntnisse in der Chemie; es ist jedenfalls mehr zu empfehlen, die fertige Säure zu beziehen, und es kann deshalb hier von einer genaueren Beschreibung der Herstellungsmethode abgesehen werden. Eines aber sei hier von vornherein bemerkt, daß nämlich die Säure, sowie alle ihre Verbindungen mit anderen Substanzen und namentlich auch die Dämpfe der Säure auf den menschlichen Organismus eminent schädlich einwirken. Eingeatmet ruft sie schwere Erkrankungen der Lunge und des Halses hervor, kann unter Umständen selbst den Tod herbeiführen. Auf der Haut erzeugt die Säure schwer heilende und sehr schmerzhafte Brandwunden; es ist also bei allen Hantierungen mit der Säure und ihren Präparaten große Vorsicht geboten. Wenn trotzdem äußerliche Verletzungen entstehen, so wasche man die Wunde sofort mit viel frischem Wasser ab und wende dann als Mittel, um die trotz des Waschens noch etwa zurückbleibenden Spuren von Säure zu neutralisieren, eine Lösung von doppelkohlensaurem Natron in Wasser an. Bei Blasenbildung wird empfohlen, essigsaures Ammonium unter die Blase einzuspritzen; es dürfte aber geraten sein, dies nicht selbst zu tun, sondern es einem Arzt zu überlassen. Daß bei inneren Verletzungen infolge Einatmens der Säuredämpfe sofort ein Arzt zu Rate zu ziehen ist, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. Die Hände kann man übrigens gegen die Wirkung der Säure dadurch schützen, daß man Handschuhe oder doch wenigstens Fingerlinge aus Guttapercha (Kautschuk) benützt. Die Fluorwasserstoffsäure greift aber nicht nur den menschlichen Körper in zerstörender Weise an, sie ist auch imstande, fast alle Metalle zu zerstören; nur Gold und Platin werden von der Säure gar nicht angegriffen, Blei wird zwar angegriffen davon, es bildet sich aber hierbei sofort eine Schicht von unlöslichem Fluor blei, die das Metall vor der weiteren Einwirkung der Säure schützt. Auch Kautschuk, sowie einzelne andere Substanzen organischer Herkunft, wie Asphalt, Paraffin, Wachs usw. werden von der Säure nicht angegriffen und bieten dadurch Hilfsmittel in der Anwendung der Säure. Die Zubereitung der Säure kann aus diesem Grunde nur in Blei- oder Platingefäßen erfolgen, ebenso kann sie nur in solchen Gefäßen oder Guttaperchaflaschen aufbewahrt und versandt werden. Glasflaschen kann man für die Aufbewahrung der Säure präparieren, indem man das Innere der Flaschen mehrmals mit warmem Asphaltlack ausgießt; so lange die Asphaltschicht unversehrt bleibt, ist dabei nichts zu befürchten, sobald aber die Asphaltdecke eine Lücke erhält, durch die die Säure an das Glas gelangen kann, ist es um die Flasche geschehen, denn die Säure zerstört an der freien Stelle das Glas und zwar um so leichter, als die meisten Flaschen aus stark bleihaltigem Glase angefertigt werden, welches, wie schon gesagt, von Säuren stärker angegriffen wird als die anderen Glassorten. Man muß also, wenn man solche mit Asphaltlack ausgegossene Flaschen verwenden will, stets darauf sehen, daß der schützende Überzug unversehrt ist, und wenn man etwa Zweifel hat, lieber gleich noch einmal von neuem ausgießen, als so lange damit warten, bis es zu spät ist. Die Fluorwasserstoffsäure bildet, wie eingangs erwähnt, den Ausgangspunkt für alle zum Glasätzen dienenden Präparate, wie sie auch bei allen das allein wirksame Prinzip ist. Ihre Wirk

samkeit beruht darauf, daß sie die Kieselsäure des Glases angreift und damit unlösliche Kieselfluorverbindungen eingeht; dieses und die Einlagerung dieser unlöslichen Verbindung in die aufgeätzten Flächen hat die Aufhebung der Transparenz des Glases zur Folge: das Glas wird matt. Beim Ätzen von Glas kann man nur in verschiedener Weise verfahren. Man kann das Glas den sich beim Übergießen von Flußspat mit Schwefelsäure bildenden Dämpfen aussetzen, man kann sodann die reine, nur mit Wasser entsprechend verdünnte Säure auf das Glas wirken lassen, und man kann endlich die Säure mit einem, an sich auf das Glas nicht wirkenden, daher gewissermaßen als Füll- oder Streckmaterial der Säure dienenden Mittel vermischen und in dieser Form anwenden. Letzteres Verfahren ist am meisten zu empfehlen und auch allgemein üblich, einmal weil die Säure allein zu teuer ist, dann weil durch die beigemischten Substanzen die enorme Schärfe und Schädlichkeit der Säure gemildert wird und weil endlich auch das Arbeiten damit einfacher und doch sicherer ist als mit reiner Säure. Da dieses Vermischen der Flußspatsäure mit dem Zusatzmittel nichts anderes als eben nur eine einfache Mischung ist, so kann man es ganz gut selbst vornehmen; man bezieht also die Säure fertig von einer chemischen Fabrik und zwar am besten möglichst konzentriert, bewahrt sie in reinem Zustande und unter gutem Verschluß auf und bereitet sich das zum Ätzen dienende Präparat von Fall zu Fall frisch. Hat man Guttaperchaflaschen zum Aufbewahren, so ist es gut, sie an einen kühlen Ort, am besten in einen Keller zu stellen, da in warmen Räumen die Flaschen weich und biegsam werden, es ist dann schlecht damit zu hantieren. Als Zusatzmittel zu der Säure kommen verschiedene Substanzen in Betracht; um einen ziemlich vollständigen Überblick zu geben, seien hier die gebräuchlichsten Mischungen angeführt; voraus bemerkt sei noch, daß zum Mischen kleinere Mengen, zum Schreiben z. B., ein ausgehöhltes Stück Paraffin benützt wird, für größere Mengen nimmt man bleierne oder hölzerne Gefäße, Eimer usw., die man auf der Innenseite zweckmäßig mit geschmolzenem Paraffin oder Ceresin ausgießt. Vornehmlich sind es mehrere Kohlensäure-Verbindungen kohlensaure Salze, die als Zusatz zur Flußsäure geeignet sind und zugleich mit dieser eigene Verbindungen eingehen, das kohlensaure Kalium, das kohlensaure Natrium und das kohlensaure Ammonium. Setzt man der Flußsäure kohlensaures Kali, im gewöhnlichen Leben als Pottasche bekannt, zu und zwar so viel, daß die Säure davon gesättigt ist, so bildet sich hierdurch Kaliumfluorid, auch Fluorkalium genannt. Ob die Säure gesättigt ist, erkennt man daran, daß kein Aufbrausen mehr stattfindet und ferner daran, daß Lackmuspapier davon nicht mehr in der bekannten Weise verfärbt wird. Wenn man diese Kaliumfluoridlösung eindampft, so bilden sich würfelartige Kristalle, die in trockenem Zustande aufbewahrt werden können und in Wasser leicht löslich sind. Nimmt man anstatt der Pottasche kohlensaures Natrium (Soda) oder doppelkohlensaures Natron, so erhält man die Natriumverbindung des Fluors, Fluornatrium oder Natriumflorid genannt; nimmt man kohlensaures Ammonium, unter dem Namen Hirschhornsalz bekannt, so entsteht Fluorammonium. Beide Produkte können ebenso wie das Fluorkalium durch Abdampfen zum Kristallisieren gebracht und dann trocken aufbewahrt werden. Das Fluorammonium ist von besonderer Wichtigkeit, weil es Eigenschaften aufweist, die es für die sog. Trockenätzung besonders geeignet machen; hiervon wird später noch zu reden sein. Setzt man einer gesättigten (konzentrierten) Lösung von einem dieser Fluorsalze ein gleiches Quantum reiner, ebenfalls konzentrierter Fluorwasserstoffsäure zu, so erhält man sehr wirksame Mischungen, das Fluorwasserstoff-Fluorkalium, Fluorwasserstoff-Fluornatrium, Fluorwasserstoff-Fluorammonium. Je

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C. R. Winterhager Nachf., August Krämer, Stuttgart. Elberfeld - Hahnerberg. Birkner & von der Becke, Leipzig.

Zu dem Artikel: Wirksame Reklame!

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