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Fachtechnischer und wirtschaftlicher Teil

Redaktion: Kunstgewerblicher Teil: Professor Rudolf Rücklin, Leiter der
Golarshmiede-Schule, Pforzheim - Fashtechnischer Teil: Goldrchmied Paul
Axthelm, Leipzig , Wirtschaftlicher Teil: Syndikus Herm. Pilz, Leipzig

Die Bestimmungen über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren

in Rumänien.

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Gegenstände, die den Feingehalt haben, sind in Geschäften, Fabriken oder Werkstätten mit der Bezeichnung „Gold“ oder ,,Silber" auszustellen, andere haben die Bezeichnung „Nachahmungen“ zu führen. Welche Vorschriften bestehen hinsichtlich der Lötung?

Die Gegenstände aus Gold oder Silber, deren Teile durch Lötung verbunden sind, dürfen weder in ihrer Gesamtheit, noch in ihren einzelnen Teilen einen geringeren Feingehalt haben, als er durch die Marke angegeben ist. Der zum Löten verwendete Stoff muß mindestens zur Hälfte aus demselben Edelmetall bestehen. Die zum Löten nötige Menge darf nicht überschritten werden.

Was ist für Legierung bestimmt? Als Legierung darf für Gold nur Silber oder Kupfer, oder Silber und Kupfer zusammen verwendet werden.

Wer übt die Kontrolle aus? Ein bei der General-Zolldirektion in Bukarest eingerichtetes Prüfungsamt, dem auch in anderen Städten Prüfungsstellen zur Seite gestellt werden können. Vorläufig ist dies in Jassy und Craiova geschehen. Dahin sind alle Packstücke und zwar an die dortigen Zollämter zu richten, die sie dem Prüfungsamt uneröffnet übergeben. Der Adressat hat nun an Amtsstelle mit seinen Einlieferungsbüchern zu erscheinen. In seiner Gegenwart werden die Pakete geöffnet, und die Gegenstände zur Stempelung hinterlegt. Die gestempelten Sachen gelangen wieder an das Zollamt, woselbst sie gegen Zahlung der Zollund Stempelgebühren in Empfang genommen werden können.

Zu beachten ist, daß in den Paketen Gold- und Silberwaren und die oben genannten „Nachahmungen“ nicht zusammen verpackt sein dürfen. Mit welchem Zeichen werden die Gegenstände

versehen?

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Bi isher haben Feingehaltsgesetze in Rumänien gefehlt. Aber

ein Kulturstaat, wie das Königreich Rumänien, daß sich unter der Regierung König Karols alle Kulturerrungenschaften zu eigen zu machen suchte, konnte auch nicht länger auf ein solches Gesetz verzichten, das nun beinahe in allen Kulturstaaten besteht.

So ist denn am 26. Februar 1906 ein Gesetz in Kraft getreten, welches die Einführung einer Kontrolle des Feingehaltes von Gegenständen aus Edelmetallen regelt. Danach sind alle Gegenstände aus Gold oder Silber, die in Rumänien hergestellt oder vom Auslande dorthin eingeführt werden, hinsichtlich ihres Feingehaltes der staatlichen Kontrolle unterworfen. Wir heben aus dem Gesetz hier das Wissenswerteste hervor.

Welche Feingehalte sind zulässig? Für Gegenstände aus Gold: 1. Feingehalt 2. 850/100 3.

%1000, 4.
83/1000, 5.

600/100

Der fünfte Feingehalt ist aber nur für Heiligenbilder, Teile von Schirmen oder Stöcken und Ziselierarbeiten im Gewichte von wenigstens '/ kg zulässig.

Für Gegenstände aus Silber: 1. Feingehalt 2.

3. 5%1000: Silberne Gegenstände, die vergoldet oder mit Gold plattiert sind, werden als Gegenstände aus Silber behandelt.

Gegenstände mit einem anderen als dem obigen Feingehalt, der aber nicht unter die gesetzlich festgelegte Mindestgrenze herabgehen darf, werden mit dem unmittelbar niedrigeren gesetzlichen Feingehalt bezeichnet.

Welche Fehlergrenze ist gezogen? Bei Goldwaren ist eine Fehlergrenze von */1000, bei Silber eine solche von 8/1000 zulässig. Handelt es sich jedoch um kleinere Gegenstände, welche nur mittels Prüfstein bestimmbar sind, so wird für Gold eine Fehlergrenze von und für Silber eine solche von 20/1000 zugelassen. Welche Vorschriften sind zur Sicherheit des

Geschäftsverkehrs getroffen? Der rumänische Gesetzgeber hat sein Augenmerk auch darauf gerichtet, daß im Handelsverkehr eine glatte Scheidung zwischen Waren, die dem gesetzlichen Feingehalt entsprechen und anderen Waren stattfindet.

Danach dürfen alle Gegenstände, welche einen geringeren Feingehalt als den gesetzlichen haben, desgleichen nur vergoldete, versilberte oder solche Gegenstände, die dergestalt mit Gold oder Silber verbunden sind, daß das Edelmetall nicht wenigstens des Gesamtgewichts des Gegenstandes bildet, bei Strafe überhaupt nicht als Gold- oder Silberwaren angeboten oder verkauft werden.

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Mit dem Zeichen des Fabrikanten, mit dem Zeichen für die Angabe des Feingehaltes und mit der Marke der Kontrollstelle. Wer Gold- und Silberwaren nur verkauft, braucht das Zeichen des Fabrikanten nicht an den verkauften Gegenständen zu haben. Die Zeichen sind so anzubringen, daß sie das Ansehen des Gegenstandes nicht beeinträchtigen.

Welche Prüfungsgebühren sind zu entrichten?

Für Goldwaren 15 Lei und für Silberwaren 1,50 Leï für je 100 g. Für goldene Uhren ist die Gebühr auf 4 Leï und für silberne auf 1 Leï für das Stück festgesetzt. Außer diesen Gebühren ist eine Stempelgebühr von 10 Bani für jedes Stück zu entrichten.

Was geschieht mit Gegenständen, welche den

Mindest-Feingehalt nicht haben? Gegenstände, welche selbst den gesetzlichen Mindestgehalt nicht haben, werden zerschlagen und dem Eigentümer so zurückgegeben. Die vom Ausland eingeführten Waren, welche zerschlagen werden müssen, können auch auf Antrag ihres Eigentümers auf dessen Kosten in das Ausland zurückgesandt werden. In solchem Falle werden die Zollgebühren erstattet. Dies geschieht jedoch in der Regel nicht, wie wir schon in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ Nr. 46 (Seite 445 a) meldeten.

Neben diesen Vorschriften bestehen weitere Sicherheitsmaßregeln, die aber eine große Belästigung des Handels bedeuten. So muß jeder Verkäufer, wenn die Ware im Wert 30 Leï übersteigt, eine

Rechnung ausstellen

a) den Namen des Verkäufers und die genaue Bezeichnung

des Geschäfts, b) die Beschreibung des Gegenstandes und die Angabe, ob

derselbe aus Gold oder aus Silber besteht, c) das Bruttogewicht des Goldes und Silbers, d) den Feingehalt an Gold und Silber, e) den Ort und die Zeit der Ausstellung, f) die Unterschrift der Person, welche den Verkauf be

wirkt hat.

Welche Vorschriften existieren für den Handel auf

Jahrmärkten, Märkten und für Hausierer?

Die Händler müssen überall, wo sie Geschäfte machen wollen, vor Beginn derselben sich bei der Bezirks - Präfektur einfinden und die Gegenstände, welche sie verkaufen wollen, vorlegen und nachweisen, daß sie den Anforderungen dieses Gesetzes genügt haben. Die Präfektur stellt einen Erlaubnisschein für den Verkauf aus.

Pz.

die folgende Angaben enthalten muß:

Wirksame Reklame!

Von Dr. phil. Ernst Jaffe, Charlottenburg.

Über

Tber den Wert einer verständig angewandten Reklame ist sich so wird man, da Autotypien hier nicht brauchbar sind, Holz

heutzutage jeder Kaufmann, der mit der Zeit voran will, stöcke verwenden müssen. einig. Wer etwas Gutes hat, der muß das auch der Welt immer Die Frage ist nun die, wo man die gewünschten Klischees und immer wieder sagen. Das ist eine unbestrittene Wahrheit, herbekommt. In jeder größeren Stadt gibt es Anstalten, die die Frage kann nur sein, wie man seine Mitteilung am wirkungs solche Platten herstellen, aber es ist natürlich sehr teuer und vollsten gestaltet. Ob man aber zur Zeitungsannonce greift umständlich, wenn man für seine Zwecke eigens eine Zeichnung oder zur direkten Propaganda, in jedem Falle werden sich und nach dieser ein Klischee anfertigen lassen muß. Man wird Abbildungen zur Belebung des Textes als sehr wirksam sich daher besser an eine Klischeehandlung wenden, deren es erweisen. Denn in unserer schnellebigen Zeit hát man nicht die in Berlin, Leipzig usw. mehrere gibt, und sich von ihr MusterRuhe, eine längere Zeitungsnotiz, in der weder vom kommenden bogen der fertigen Klischees schicken lassen. Will man nur Kriege noch vom letzten Raubmord die Rede ist, genauer durch Bilder allgemeinen Inhalts, um seine Reklame lebendiger zu zulesen, und man wird daher die Reklame übersehen, wenn sie gestalten, dann wird man hier auch immer etwas Passendes nicht durch Abbildungen besonders auffällt.

finden und zwar zu einem weit billigeren Preise, als wenn man Abbildungen, die diesen Zweck erreichen sollen, müssen die Klischees direkt anfertigen lassen würde. Die mechanische freilich auch durch das, was sie darstellen, interessant und Vervielfältigung der Platten ist nämlich eine so billige, daß ein dabei technisch vollendet ausgeführt sein. Interessant können derartiges „Galvano“ kaum den zehnten Teil des Originals sowohl Abbildungen sein, die nur im Allgemeinen die Aufmerk kostet. Man lasse sich aber von der betreffenden Handlung, samkeit auf die Anzeige hinlenken sollen, wie auch solche, die wenn man bei ihr Klischees bestellt, die Garantie geben, daß ihren Inhalt illustrieren. Im ersteren Falle wird man darauf sehen sie dieselben Nummern an keine andere Firma, welcher Branche müssen, daß die als Randleisten oder im Satzspiegel zu ver es auch immer sei, am selben Ort noch einmal verkauft. wendenden Figuren flott gezeichnet sind, und wenn irgend Weit schwieriger ist es natürlich, Klischees von Neuheiten möglich, eine humoristische Note haben. Will man durch die im Handel aufzutreiben, ja eigentlich kaum möglich. Hier müßten Abbildungen den Text erläutern, dann müssen sie klar und nach unserer Ansicht die Fabrikanten einspringen, denen ja viel scharf sein, damit die beabstichtigte Wirkung erzielt wird. daran liegen muß, daß ihre neuesten Muster beim Kaufenden

Bevor man an die Auswahl der Klischees geht, muß man Publikum bekannt werden. Einige Fabrikanten stellen ja schon sich darüber klar sein, wo man sie verwenden will, ob in einem heute ihren Kunden derartige Klischees billig zur Verfügung. Zeitungsinserat, das auf rauhem schlechten Papier in der Schnell Das ist ihnen auch leicht möglich, da sie doch für ihre Kataloge presse gedruckt ist, oder in einem Avis, für das man das beste Originale herstellen lassen und die hiervon abgenommenen Papier und den sorgfältigsten Druck wählen kann. Für das Galvanos, wie oben ausgeführt, sehr billig sind. Es läßt sich Zeitungsinserat kann man nur grobe Strichätzungen oder Holz annehmen, daß die Fabrikanten in dieser Beziehung ihren Kunden schnitte benutzen, für das Avis dagegen die feinste Autotypie, noch weit mehr, als heute der Fall ist, entgegen kommen werden, die nach einer photographischen Aufnahme hergestellt ist. Für wenn es von ihren Abnehmern nur immer wieder verlangt wird. diese Reproduktionsarten sind die Herstellungspreise sehr ver Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß man bei der schieden. Eine gute Autotypie schlechte sollte man nie Auswahl von Abbildungen allgemeinen Charakters sehr vorsichtig verwenden kostet mehr als doppelt so viel, wie die beste sein muß, um den Charakter seines eigenen Geschäftes zu wahren Strichätzung und ein sorgfältig gearbeiteter Holzstock, dessen und um nicht durch einen Scherz einen Teil seiner Kundschaft Preis sehr variiert, ist auch nicht billiger. Es kommt also auch vor den Kopf zu stoßen. Hat man einmal mit der Verwendung auf das Objekt an. Will man im Zeitungsinserat nur figürliche von Klischees begonnen, dann bekommt man bald eine Sammlung Motive verwenden, so wird man zur zweckentsprechenden billigen von Platten. Man lasse sie nach der Benutzung reinigen und Strichätzung greifen, hat man dagegen Muster zu reproduzieren, wickle sie in weiches Papier, das man mit dem Abdruck des

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Klischees beklebt, so daß man sofort sieht, was für eine Platte in dem Päckchen liegt. Dann ordne man die Pakete mit der Bildseite nach oben in flache Kisten, oder, wenn man viele Klischees hat, in einem Regal mit schrägen Böden. Man wird nach einiger Zeit die einmal gebrauchten Klischees wieder verwenden können, und wenn man genug angesammelt hat, mit ihnen sogar ein kleines Preisbuch, eines der besten Propagandamittel die es gibt, zusammenstellen können.

Um diesen Artikel ebenfalls etwas zu illustrieren, haben wir von den uns befreundeten Klischeehandlungen je ein Galvano zur Veröffentlichung erbeten, die wir nachstehend unseren Lesern im Bilde vorführen. Die Firmen der betr. Klischee-Anstalten haben wir bei jedem Bilde vermerkt, und würde es uns freuen, wenn die Empfänger der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ bei Bedarf sich an jene graphischen Institute wenden möchten.

Eine individuelle Reklame, wie solche zumeist von den Geschäftsleuten in Amerika geübt wird, ist natürlich in den

meisten Fällen vorzuziehen, allein die damit verbundenen Unkosten schrecken leider zumeist die Inserenten von einer solchen ab. Wir wollen aber nicht verfehlen, unseren Lesern durch die beiden ganzseitigen Abbildungen, die wir einem amerikanischen Konkurrenzblatt entnahmen, den Beweis dafür zu erbringen, in welch vornehmer und geschickter Weise die Amerikaner für ihre Erzeugnisse Reklame zu machen verstehen. Es ist doch klar, daß einem derartig schönem Bilde die Aufmerksamkeit der Leser eher zu teil wird, als einer einfachen Anzeige ohne Bild, und möchten wir deshalb unseren Lesern empfehlen, bei passender Gelegenheit auch einmal ein größeres finanzielles Opfer im Interesse ihres Geschäftes nicht zu scheuen. Einzelne einsichtige Firmen haben auch schon mit dieser künstlerischen Reklame in unserer „Deutschen Goldschmiede-Ztg.“ den Anfang gemacht; nur wäre es zu wünschen, daß dies noch mehr als bisher geschehen würde, und daß unsere Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen möchten!

Praktische Anleitung zur Ausführung der Glasätzung

in ihren verschiedenen Arten.

1. Die Åtzmittel.

m Glasflächen mit Verzierungen irgend welcher Art, wichtigsten Bestandteile des Glases sind Kieselsäure, Kalk (oder

Schriften, Linien, Ornamenten, Musterungen usw. an dessen Stelle Blei) und Kali- oder Natronverbindungen, also zu versehen, stehen uns mechanische und chemi Alkalien. Man unterscheidet Natronkalkglas und Kalikalkglas, sche Mittel zur Verfügung. Zu den mechanischen ferner Alkali-Kalkglas und Alkali-Bleiglas; endlich gibt es auch

Mitteln gehört das Gravieren von Glas mittels noch Glasarten mit Gehalt an Eisen, besonders auch Tonerde besonderer Instrumente eine nur selten mehr geübte Kunst (sog. Aluminiumglas) usw. Für bestimmte Zwecke, z. B. optische

das Einschleifen der Verzierungen mittels Schmirgelpulver und astronomische Instrumente, Kochgläser usw. werden wieder oder auch scharfem Sand und eigens dafür konstruierter Werk ganz bestimmte Zusätze anderer Substanzen gemacht, doch ist zeuge, Rädchen usw., und die Bearbeitung des Glases durch das für unser Thema ohne Belang. das Sandstrahlgebläse. Für den Graveur oder Ätzer haben alle Nicht unwichtig aber ist für den Glasätzer die Tatsache, diese Techniken wenig mehr als historisches Interesse; die ersten daß ein Alkali-Kalkglas zwar von Wasser, Ammoniak usw. leichter beiden, das Gravieren und Schleifen, weil ihre Anwendung zu angegriffen wird als ein bleihaltiges Glas, daß aber bleihaltige umständlich und zeitraubend ist, der Sandstrahl, weil er, obwohl Glassorten gegen Säure empfindlicher sind als jene, und daß sehr leistungsfähig, doch nur da rentabel ist, wo stets Arbeit diese Empfindlichkeit des Glases mit dem Grade des Bleigehalts für die dazu nötigen Apparate vorhanden ist. Das aber ist bei steigt und fällt. dem Handwerker, der naturgemäß die Dekoration des Glases Die Einwirkung des Ammoniaks, wie auch des Wassers benur als gelegentliche Nebenbeschäftigung mitnimmt, nicht der schränkt sich selbst im höchsten Stadium darauf, daß das Glas Fall. Für ihn ist deshalb die Anwendung der chemischen Mittel, blind, mattschimmernd und schmutzig oder auch besonders der Ätzmittel vorteilhafter, da diese weniger besondere Appa bei Ammoniak, in Stallungen z. B. – irisierend, in bunten Farben rate erfordern und außerdem auch deshalb, weil sich die ganze schillernd wird. Ein einziges chemisches Element nur ist imArbeitsweise mehr an die eigentliche Technik des Dekorations stande, das Glas stärker anzugreifen und, wenn die Einwirkung malers anschließt als die anderen Methoden.

lange genug dauert und das Präparat kräftig genug ist, selbst Das Glas ist, im ganzen betrachtet, sehr widerstandsfähig aufzulösen, das ist das Fluor in seinen verschiedenen Verbindungen, gegen äußere Einflüsse, gegen die Atmosphärilien, gegen Wasser von denen das Fluorwasserstoffgas und die Fluorwasserstoffsäure und besonders auch gegen die verschiedenen Säuren. Ganz für die Technik besonders wichtig sind, weil sie die Ausgangsunempfindlich ist es allerdings nicht, so z. B. vermag reines punkte, die Grundlagen für die zum Glasätzen erforderlichen Wasser das Glas anzugreifen und, wenn auch langsam, zu zer Präparate bilden. setzen, besonders bei hoher Temperatur und unter gleichzeitiger Das Fluor selbst findet sich in der Natur nirgends in reinem Anwendung starken Druckes. Bekannt ist ja die Erscheinung, Zustande, ebensowenig die Fluorwasserstoffsäure. Dagegen daß Fensterglas und auch Gefäße aus Glas, die dauernd in sehr findet sich ein Mineral, das zur Herstellung dieser Säure benützt feuchtem Zimmer sich befinden, blind werden, eine Wirkung des wird, der Flußspat oder das Fluorkalzium, auch Fluorit genannt, Wassergehalts der Luft. Weniger bekannt dürfte es sein, daß ziemlich häufig in der Natur, mitunter in schönen, oft ziemlich gepulvertes Glas sich beim Kochen mit Wasser zersetzt, sogar großen Kristallen von verschiedener Färbung, durchsichtig, oft schon von kaltem Wasser zum Teil gelöst wird.

aber auch dicht und in erdiger Form. Besonders schöne Kristalle Es ist nun keineswegs alles was Glas heißt, gleichmäßig werden heute noch zu Schmucksachen verarbeitet, im Altertum widerstandsfähig, denn das Glas ist kein Grundstoff, keine ein fand der Flußspat hierzu vielfach Verwendung. Die sog. Murriheitliche Substanz, sondern es besteht aus verschiedenen Be nischen Vasen der Römer waren z. B. aus Flußspat gearbeitet. standteilen, und je nach der Art und der Zusammensetzung dieser Übergießt man diesen Flußspat, einerlei in welcher Form, Teile ist eine Glassorte leichter zersetzbar als die andere. Die in einem Gefäße aus Platin oder Blei mit konzentrierter Schwefel

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