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Die Deutsche Goldschmiede - Zeitung erläßt im Auftrage der Bremer Silberwaren-
fabrik Aktiengesellschaft in Sebaldsbrück bei Bremen nachfolgendes Preisausschreiben:

Aufgabe.

Verlangt werden Entwürfe zu zwei Bestecken (Messer, Gabel, Löffel), deren eines im modernen Stil gehalten sein soll, während die Formen des anderen den Charakter des Louis XVI. oder Empire-Stiles tragen sollen. Für jedes Besteck muß für einen Heftgriff (Messer) und einen Stiel (Gabel) ein plastisches Modell beigefügt werden. Besonderer Wert wird auf praktische Gestaltung der Besteckteile und wirkungsvolle, aber einfache Dekoration gelegt werden.

Preise:

Es werden an Preisen ausgesetzt:

Ein I. Preis von M. 350.–
Ein II. Preis von M. 22O.
Ein III. Preis von M. 130.–

außerdem sind Ankäufe nach Vereinbarung vorgesehen.

Preisrichter.

Als Preisrichter haben folgende Herren zugesagt:

Maler W. Lucas von Cranach, Berlin.
Juwelier C. E. Keyser, Leipzig.
Professor A. Offterdinger, Leiter der Königlichen
Zeichen-Akademie zu Hanau, 1. V.
Prof. R. Rücklin, Vorstand der Goldschmiedeschule
in Pforzheim und Redakteur der Deutschen Gold-
schmiede-Zeitung.
Juweliere Th. Strube & Sohn, Leipzig.

Weitere Bestimmungen.

Die Herren Künstler, Zeichner und Modelleure der
Gold- und Silberwaren – Branche, welche sich an dem
Preisausschreiben beteiligen wollen, sind gebeten, ihre
Arbeiten bis spätestens

- März 190G

an die „Redaktion der Deutschen Goldschmiede-Zeitung“
in Leipzig 28, Dresdener Straße 2 einzusenden. Die Arbeit
darf nur durch ein Zeichen oder Motto kenntlich gemacht
werden. Die Adresse des Absenders ist in einem ver-
schlossenen Briefumschlag, welcher das entsprechende
Zeichen oder Motto trägt, beizufügen.

Die Arbeiten des Preisgerichts, sowie die Auszahlung
der Preise und Honorare müssen innerhalb des Monats
März erledigt sein. Die Auszahlung der Geldbeträge er–
folgt durch die Bremer Silberwarenfabrik Aktiengesellschaft
in Sebaldsbrück, und zwar gelangt die ausgesetzte Ge-
samtsumme (M. 700.–) unter allen Umständen zur Ver-
teilung. Jedoch hat das Preisrichter-Kollegium die Be-
fugnis einer anderweitigen Verteilung. Die preisgekrönten
und angekauften Arbeiten gehen mit allen Rechten in das
Eigentum der Bremer Silberwarenfabrik Aktiengesellschaft
in Sebaldsbrück über. Die „Deutsche Goldschmiede-
Zeitung“ hat das Recht und die Verpflichtung, die preis-
gekrönten, bezw. angekauften Arbeiten zu veröffentlichen.
Der Name des Urhebers, sowie der ausschreibenden Firma
müssen dabei genannt sein.

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Sebaldsbrück b. Bremen und Leipzig, den 2. Januar 1906.

Bremer Silberwarenfabrik gesellschäl Sebaldsbrück g reinkl. - Deutsche Goldschmiede-Zeitung, Wilhelm Diebener Leipzig.

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Verantwortlich für die Redaktion des volkswirtschaftl. Teiles: Syndikus Hermann Pilz, Leipzig; für den kunstgewerbl. Teil: Professor R-Rücklin, Pforzheim. Druck: Spamersche Buchdruckerei in Leipzig.

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Genossenschaft der Juweliere, Gold- und Sllberschmiede in Wien, Vereinigung der Goldringerzeuger, unter diesem Namen haben sich die Wiener Fachleute zusammengetan, um einen Verband im gegenseitigen Interesse daselbst zu gründen. Am 30. Januar hat bereits eine diesbezügliche Versammlung stattgefunden, über deren Erfolge wir später berichten werden. Wir sehen dies als ein gutes Zeichen für die Wiener Goldschmiede an und wünschen, daß dieselben zu einem guten Resultat gelangen mögen!

Zur Lohnbewegung in Berlin. Vor kurzem tagte im Dresdener Garten, Dresdener Straße, eine zahlreich besuchte Versammlung der Gold- und Silberarbeiter Berlins und Umgegend, die sich mit der Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage beschäftigte. Statistische Erhebungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse, die zu diesem Zwecke stattgefunden, haben ergeben, daß von den in Berlin in Frage kommenden rund 700 Arbeitern und Arbeiterinnen etwa die Hälfte organisiert ist. Die tägliche Arbeitszeit beträgt bei der Mehrzahl 9 bis 9/2 Stunden. Der durchschnittliche Verdienst stellt sich für Arbeiter auf rund 1150 Mk. das Jahr, für Arbeiterinnen auf 740 Mk. Einzelne Arbeiter erzielen einen JahresVerdienst von rund 1900 Mk. Ueberstunden werden in außerordentlich großer Zahl, namentlich zur Saison gemacht, und dafür erfolgt ein Lohnzuschlag von 25 bis 30 v. H. Wie der Hauptredner ausführte, sind die Lohnverhältnisse im allgemeinen als sehr traurig zu bezeichnen; hier in Berlin solle nunmehr endlich Wandel geschaffen werden. In Süddeutschland seien bereits Lohnbewegungen mit vollem Erfolge durchgeführt worden.

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Von Kunstgewerbeschulen.

Verleihung des Professortitels. Den Lehrern an der kunstgewerblichen Fachschule in Gablonz Ernst Beutel, August Hamm er und Rudolf Zitte und dem Lehrer an der FachSchule für Metallindustrie in Rixdorf Ferdinand Götz wurde der Professortitel verliehen, zu welchem Anlasse die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ bestens gratuliert.

Anläßlich seines Geburtstages hat unser Kaiser bestimmt, daß Lehrern kunstgewerblicher Fachschulen der Charakter als Professor auch ohne Voraussetzung voller akademischer Bildung verliehen werden kann.

Aus Innungen und Vereinen.

Die erste Hauptversammlung ds. Js. der Goldschmiede-Zwangsinnung zu Dresden fand am 25. Januar in Kneists Restaurant statt. Der Vorsitzende, Herr Obermeister Hermann Eckhardt, verpflichtete zunächst ein neues Mitglied. Der Kassenbericht konnte wegen Krankheit des Kassierers nicht entgegengenommen werden. Der Etat für 1906, der eine Einnahme von 1431,50 Mk. und eine Ausgabe von 1420 Mk. aufweist, wurde angenommen. Die Wahlen in den Vorstand ergaben die Wiederwahl der Herren Paul Eckert und Max Kirsch, sowie in den Gehilfenausschuß der Herren Karl Starke und Alfred Hädelt; bei ersterem, Große Brüdergasse 16, befindet sich nunmehr die Stelle für Arbeits-Nachweis, An- und Abmeldung, Gesuche und Unterstützungen von Gehilfen. In den Lehrlingsausschuß wurde Herr Wilh. Scharf wiedergewählt.

Patente und Gebrauchsmuster.

Patent-Erteilungen. 67a. 168104. Schleifmaschine. Peiseler, Charlottenburg, Cauerstraße 28. 1. 3. 05. 33a. 168125. Abnehmbarer Schirmgriff mit in den rohrförmig ausgebildeten Schirmstock einzusteckendem Schaft. Benjamin Rothschild, Baltimore, V. St. A.; Vertr.: H. Neubart, Pat.–Anw., Berlin SW. 61. 2. 11. 04. 48b. 168202. Verfahren zur Herstellung eines schmelzflüssigen, aluminiumhaltigen Zinkbades zur Erzeugung hochglänzender Zinküberzüge; Zus. z. Pat. 195977. Fa. L. Gührs Wwe., Berlin. 2. 8. 03. 49h. 168255. Verfahren zur Herstellung von Panzerketten. Beckh & Turba, Pforzheim. 26. 7. 04. 44a. 168314. Klappbügel für Verschlußsicherungen von Sicherheitsnadeln, Armbändern u. dgl. Hugo Weber, Dresden-Plauen, Nöthnitzerstr. 14. 21. 5. 04. 39b. 168360. Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse aus durch Hitze erweichten, unter Zusatz eines Bindemittels zusammengepreßten Elfenbein- oder Hornspänen. Huldreich Förster, Dresden, Radeberger-Straße 56. 14. 4. 05.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. 30k. 267547. Inhalationsapparat für pulverförmige Stoffe, mit in einem Rohre verschiebbarem und mit einer Bohrung versehenem Kolben. Dr. Willy Redlich, Berlin, Weißenburgerstraße 75. 2. 12. 05. R. 16550. 44 a. 267 727. Aus zwei Verschraubbaren Teilen bestehender Knopf, bei welchem der Stoff zwischen der unebenen Stirnfläche des Kopfes bezw. dessen Hals und einer entsprechend kleinen Kopfschraube festgeklemmt wird. Ignaz Friedinger, Oberthal b. Linz. 18. 2. 03. F. 9593. 44a. 267738. Damenhutschoner, bestehend aus zwei gleichzeitig als Agraffen dienenden Oesen, deren eine mit einem Drahtsieb versehen ist, zum Hindurchstecken und Festhalten der Hutnadel. Hermann Mozer, Heilbronn. 7. 10. 05. M. 20430. 44a. 267739. Doppelknopf-Verbindung, bestehend aus einem nach einer Seite offenen Haken mit Feder. Ochs & Bonn, Hanau. 13. 10. 05. O. 3516. 44a. 267740. Doppelknopf-Verbindung, bestehend aus einem nach zwei Seiten offenen Haken mit Feder. Ochs & Bonn, Hanau. 13. 10. 05. O. 3550. 44a. 267884. Anhänger aus Metall in Gestalt eines Schweizer Berges. Hermann Laux jun., Pforzheim. 4. 9. 05. L. 14745. 44b. 267894. Behälter für Streichhölzer, Zigaretten u. dgl. mit beim Auslösen einer Feder herausspringendem Schubkasten. Herrmann Lagro, Greifswalder-Straße 204, und Friedrich Stol 1, Karlsbad 21, Berlin, 26. 10. 05. L. 14995.

Gottlieb

Patente und Gebrauchsmuster für die Werkstatt.

Mitgeteilt von Patentanwalt Karl Wessel, Berlin SW. 61, Gitschiner Straße 94a. Kl. 44a. 166910. Schnappfe der verschluß für Armbänder: Bohnenberger, Böhmler & Cie., Pforzheim. Die Erfindung betrifft einen Schnappfederverschluß für Armbänder. Das Neue an demselben besteht darin, daß der Verschluß rechtwinklig

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CA *- Schließplatte b von oben Nase o infolge der Feder selbsttätig 3 28 in die Oeffnung m der Schließplatte

einspringt, wodurch der Verschluß <>e-e-e-e-e-* herbeigeführt wird. Da sowohl Schließgehäuse a als auch Schließplatte b senkrecht zur Zugrichtung der Kette angeordnet sind, nehmen die Gleitflächen h und g der Schließkörper a und b beim Tragen des Armbandes den Zug auf und entlasten somit die Feder. Das Oeffnen des Verschlusses erfolgt durch Zurückdrücken des Knopfes i, wodurch die Nase 0 die Federf aus der Oeffnung m wieder herausdrückt. In dieser Stellung können beide Schließkörper durch Verschieben voneinander getrennt werden. – PatentAnspruch: Schnappfederverschluß für Armbänder, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschluß rechtwinklig zur Zugrichtung der Kette angeordnet ist, so daß die Gleitflächen (gh) der Schließkörper (a b) den Zug aufnehmen und dadurch eine Entlastung der Feder (f) bewirken.

Büchertisch.

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148000 Artikel und Verweisungen auf über 18240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illustrationstafeln darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen, sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mk. oder in Prachtband zu je 12 Mk. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Daß Meyers Großes Konversationslexikon auf dem Gebiete der Naturwissenschaften und Technik stets nur Vorzügliches leistet, ist sattsam bekannt. Es wäre deshalb nicht nntwendig, für den soeben erschienenen XII. Band diese Vorzüge wieder hervorzuheben, wenn nicht die prächtigen technischen Tafeln, die gerade diesen Band wieder besonders auszeichnen, einen Hinweis verdienten. Sie sind fast sämtlich durch Aufnahme von einer ganzen Reihe neuer Typenbilder derartig verändert worden, daß sie fast als neue gelten können. Vor allem sind es die Tafeln „Lokomobilen“, „Lokomotiven“, „Leuchttürme“, „Laf

feten“, „Elektrische Läutapparate“, „Luftpumpen“ und „Luftschifffahrt“. Von naturwissenschaftlichen Artikeln sind die meteorologischen über „Luft“, „Luftelektrizität“, „Luftdruck“, „Lufttemperatur“, sowie die über „Licht“, „Lichtelektrische Erscheinungen“, der geologische über „Löß“, die botanischen über „Leitbündel“, , Lärche“, „Linde“, mit schönen Tafeln, sowie die „Landbauzonen“ bemerkenswert. Für den Geologen gibt die Beilage „Landesaufnahme in den wichtigsten Ländern“ eine sehr gut geordnete Uebersicht der veröffentlichten wichtigsten Kartenwerke des topographischen Bureaus; dieser Artikel wird glücklich ergänzt durch die „Landkartendarstellung“, die in Wort und Bild die bei dem Kartenentwurfe maßgebenden Prinzipien erklärt Landwirtschaftliche Betriebe aller Art, Maschinen usw. kommen in den vielen, die Landwirtschaft betreffenden Artikeln zur Besprechung, die beiden Chromos „Landwirtschaftliche Schädlinge“ beweisen in ihrer mustergültigen Sachlichkeit, mit welcher peinlichen Sorgfalt die Herstellung der Tafeln betrieben wird. Von neuen Karten seien noch die von Livland, sowie die neuen Pläne von Leipzig und Lübeck erwähnt. Nicht nur literarhistorisches Interesse haben die vier Porträttafeln von Klassikern der Weltliteratur. Der Band enthält 34 schwarze und 4 Farbentafeln, sowie 14 Karten und Pläne, ein schöner, reicher Schmuck für das so gehaltvolle Werk.

Frage- und Antwortkasten.

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausgiebigsten Gebrauch zu L- Fragen allgemei und technischer Art uns el -4

und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrücklichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaff Zur geg 141 Belehrung beizutragen.

Fragen:

Frage 490. Wer liefert Markasite Schmucksachen ?

Frage 491. Wer fabriziert besonders schwere Siegelringe in 18kar. Gold ? A. in A.

Frage 492. Wer kauft alte Granitschnüre, verschiedene Stärken, nach Gewicht? R. R. in H.

Frage 493. Gibt es einen Fabrikanten für Ringschienen, die mit einer Rinne auf der Mitte versehen, einen schmal getragenen Trauring darin aufnehmen können? F. K. in L.

S Frage 495. Wer ist der Fabrikant von Bestecken mit nebenstehender Schutzmarke? K. S. in O

Frage 496. Welcher Fabrikant liefert die Alfenide-Messer mit verankerter Klinge? R. S. in P.

Frage 497. Woher kann man eine Dichro-Lupe, zum Untersuchen von künstlichen Rubinen, beziehen ?

Frage 498. Wer ist der Fabrikant silberner Obstmesser und Gabeln mit dem Fabrikzeichen L. S. M. ?

Frage 499. Wo bekomme ich bessere Reparaturen, speziell matte Sachen, gut gemacht? C. W. in H

Frage 500. Wer liefert billige Beschläge versilbert zu Trinkhörnern ? M. S. in St.

Frage 501. Wer liefert Chamotte – Gyps für Formen zum Bronze- und Feinmetallguß?

Frage 502. Wer liefert blaue Gläser für Silber-Fassungen?

A. Sch. in A. Frage 503 Welche Besteckfabrik führt nebenstehendes Warenzeichen ? Antworten: Zu Frage 470. Matte Opale werden mit Wienerkalk oder mit feinstem Schmirgelpapier poliert. A. W. in D. Zu Frage 472. Korallseide liefert Werkzeughandlung Carl Bauer in München, Frauenstraße 19. Zu Frage 478. Billige Kompasse fertigt die Kompaßfabrik Vogler in Pforzheim. Zu Frage 482. Die Firma Louis Kuppenheim in PforzI e im dürfte für Sie als Fabrikant von Dosen und Schmucksachen in Gold und Silber in Betracht kommen. Zu Frage 486. Nippsachen in echter und imitierter Bronze fabrizieren die Aktien – Gesellschaft vorm. H. Gladenbeck & Sohn, Bildgießerei, Berlin S., Ritterstraße 24.

Zu Frage 488. Bestecke jeder Art mit Perlmutter- und Elfenbeinheften liefert: A. Mack, Aachen, Roermondstraße 15.

im Rosenschliff für alte A. D. in M.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet

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Die alte Streitfrage:

Ob sich ein Uhrmacher Goldschmied nennen darf?

hat wieder eine ganz interessante Blüte gezeitigt. So lange es nicht allgemein nachgelassen wird, daß sich jedermann den Titel „Goldschmied“ oder „Goldarbeiter“ beilegen darf, so lange die Gerichte vielmehr von dem Uhrmacher verlangen, daß er zum mindesten in der Goldschmiedekunst, wenn er sie auch nicht rite erlernt hat, erfahren ist und Arbeiten selbst verrichten kann, wenn er sich den obigen Namen beilegen will, ist es immer ein Wagnis, die Doppelbezeichnung „Uhrmacher und Goldschmied“ sich zuzulegen. Aber es sind ja auch Stimmen laut geworden, welche noch weiter gehen und nur dem das Prädikat „Goldschmied“ oder „Goldarbeiter“ verdientermaßen zukommen lassen, der wirklich als Goldschmied ausgebildet worden ist. Unter solchen Umständen war es notwendig, ein Zwischending, so eine Art Hermaphroditen zu Schaffen und das ist der

Autodit-Goldarbeiter!

Mancher unserer Leser wird erstaunt fragen, was sind denn dies für Leute, diese „Autodit-Kollegen“? Wie uns ein Goldschmied aus Breslau schreibt, hat dort der Uhrmacher L. R. seine Inserate unterzeichnet: „Uhrmacher und Autodit-Goldarbeiter“. Er will damit andeuten, daß er die Goldschmiedekunst nicht ordnungsgemäß erlernt, sondern sich nur selbst darin ausgebildet hat, also ein Autodidakt in unserem Handwerk ist. Das Publikum aber vermutet hinter diesem Selbstgelehrten dann wunder was für einen Tausendkünstler von Wissen und Können. In Zukunft aber werden wir uns, wenn wir mit Kollegen zusammentreffen, immer erst fragen müssen: Sind Sie wirklicher Goldschmied oder ein „Autodittrich“? Es gibt eben auch in unserem Gewerbe zuviel

Große Schreier.

Wir denken da auch gleich an die Gutscheine, welche Wilhelm Rau in Erfurt in Höhe von 1 Mk. für den Monat Dezember ausgibt. Was auf solch einem Gutschein nicht alles dem Publikum unter die Nase gehalten wird. Ein Uhrenausverkauf mit 25% Rabatt! Die größte Auswahl in Gold- und Silberwaren! Wirklich fachmännische Garantie und ein „Laboratorium zur Untersuchung Von Edelsteinen!“ Wenn Rau gesagt hätte, daß er sich zur Unterschung von Edelsteinen erbietet, so würde dagegen an sich nichts einzuwenden sein, aber nein, es muß gleich ein „Laboratorium“ os Treffen geführt werden. Es muß alles gleich einen großen Namen haben, wie wenn jemand seinen Schnupfen als „Stirnhöhlenkatarrh“ bezeichnet. Die Schreierei ist ja auch die HauptSache bei dem

Handel mit Diamanten-Imitationen,

Ägen den der Kampf unentwegt fortgeführt wird. Jetzt ist der Geschäftsführer Karl Schiltsky von der Sar ita-Kompagnie in Magdeburg einer gerechten Strafe verfallen. Er verkaufte in dem Laden Breiteweg 47 für den Schuhwarenhändler Isaak Blumenthal "Berlin die kostbaren Sarita-Diamanten, die früher 8 Mk kosteten, Ä75 Pf, mit Fassung. Dabei wurde in Plakaten und Annoncen behauptet: „Sarita-Diamanten hätten einen hervorragenden Härte”. Sie trügen sich wie echte. Sie seien so gut wie echte

Sie seien die beste Imitation der Welt usw.“ Wegen dieser frivolen Reklame, wie sie der Staatsanwalt mit Recht bezeichnete, und der verwerflichen Anlockung und Täuschung des Publikums wurde Schiltsky, der natürlich nur der Strohmann der in Paris und London sitzenden Hauptmacher ist, vom Schöffengericht zu 500 Mk. Geldstrafe, eventuell 50 Tagen Gefängnis verurteilt, wobei es auch in der Berufungsinstanz in der Verhandlung vom 7. Februar verblieben ist. Es wurde Beihilfe zum unlauteren Wettbewerb angenommen. Der Staatsanwalt hatte 1500 Mk. Geldstrafe beantragt, was für Schiltsky jedenfalls noch ein besserer Denkzettel gewesen wäre. Wenn die Gerichte doch überall solche Urteile fällten, dann wäre dieser heillose Diamanten-Schwindel schon längst begraben. Ein anderer ebenso interessanter Prozeß betraf die

Anklage gegen die Bera-Diamantenhändler in Breslau

und zwar wegen Beleidigung des Sachverständigen, Herrn Juwelier Klee daselbst, der sich in einem Prozeß gegen den früheren Geschäftsführer der Breslauer Verkaufsstelle, Lipowetzki, wegen unlauteren Wettbewerbes abfällig über die Waren und das Gebaren der Bera-Gesellschaft ausgesprochen hatte. Das Urteil des Sach

verständigen hatte der Bera-Kompagnie Veranlassung gegeben, im

„Breslauer Generalanzeiger“ folgendes Inserat zu erlassen, durch welches sich der Sachverständige getroffen und beleidigt fühlen mußte: „Eifersüchtigen Konkurrenten, welche sich als Sachverständige aufspielen, bieten wir Trotz! Um das Publikum zu überzeugen, wie schwierig es diesen sein wollenden sogenannten Sachverständigen ist, einen Unterschied herauszufinden zwischen unseren Bera-Diamanten und echten Diamanten, plazierten wir in unserem Schaufenster zwischen unseren anderen Waren 30 echte Diamanten usw. Sollten unsere Bera-Diamanten tatsächlich nicht das sein, was wir behaupten, so bietet sich hier eine Gelegenheit für unseren eifersüchtigen sachverständigen Konkurrenten, echte Diamanten zum Preise von 3 Mk. pro Stück zu kaufen.“

Auch an den Plakattafeln wurde dieses frivole Machwerk angeschlagen. Die Staatsanwaltschaft erhob nun Anklage wegen öffentlicher Beleidigung des Sachverständigen gegen den Geschäftsführer Ischner und gegen den Redakteur des Inseratenteils des „Breslauer Generalanzeiger“, Curt Wagler. Der letztere wurde indessen freigesprochen, während Ischner 300 Mk. Geldstrafe bekam. Die Begründung des Urteils hebt hervor, daß es schon eine schwere Beleidigung sei, wenn ein ehrlicher Juwelier als Konkurrent eines Geschäftes, wie das der Bera-Diamanten, bezeichnet werde. Übrigens ist die ganze Mache jetzt sehr durchsichtig. Berou oder Baku Blitstein reist von Ort zu Ort, richtet Läden ein, setzt Geschäftsführer hinein und verduftet dann wieder. Im Handelsregister ist dann zu lesen: „Die Prokura des Berou Blitstein, Leipzig, ist erloschen.“ Die „Kora-Diamanten“ kosten jetzt in Dresden nur noch 50 Pfg. In Straßburg taucht wieder eine neue Sorte, die der sogen. „Parisiana-Brillanten“ auf. Natürlich handelt es sich dabei ganz um denselben plumpen Schwindel. Über den bekannten Prozeß der „Lucios-DiamantenGesellschaft“ in Frankfurt a. M., der sich jetzt in der Revisionsinstanz beim Reichsgericht befindet, schreibt uns Herr Juwelier G. K. daselbst folgendes:

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Auf der Basis marktschreierischer Reklame bewegt sich auch eine andere Firma, welche

„Im November vorigen Jahres wurde die Firma „Lucios of New-York“ in Frankfurt a. M. mit ihren schlechten „Lucios-Diamanten“ wegen unlauteren Wettbewerbs zu 1000 Mk. Geldstrafe von der Königl. Staatsanwaltschaft verurteilt. Die Firma legte Revision beim Reichsgericht ein, und steht bis dato das Resultat noch aus. Da aber vor Spruch des Reichsgerichtes das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, so konnten die Frankfurter Juweliere einstweilen gar nichts weiter gegen die Firma „Lucios“ unternehmen, und der Verkauf nahm ruhig seinen Fortgang. Und da die Dummen ja trotz allem nicht alle werden, so wurden diese schlechten Imitationen eben weiter gekauft. Sehr zu verwundern ist es, daß sich diese Angelegenheit beim Reichsgericht, welches ja in Leipzig ist, so sehr in die Länge zieht, da doch gerade bei der Leipziger Staatsanwaltschaft ein derartiger Prozeß der dortigen Juweliere gegen die daselbst bestehende Firma „de Bera-Kompagnie“ mit Erfolg für die Leipziger Herren Kollegen durchgefochten wurde und die Machinationen dieser Firmen hinlänglich bekannt sind. Wir hoffen, daß auch das Reichsgericht das gefällte Urteil über die Frankfurter Firma „Lucios of NewYork“ zu Recht bestehen lassen wird, um so mehr als ja erwiesen ist, daß sämtliche derartige existierenden Geschäfte, welchen Namen sie auch haben mögen, unter einer Direktion stehen, also Filialen sind. Die „Lucios-Diamanten“ in Frankfurt a. M. wurden von Gerichts wegen von einem vereidigten Handelschemiker auf ihre Zusammensetzung geprüft, welche Untersuchung ergab, daß diese vielgepriesene „beste Imitation der Welt“ die allerschlechteste Nachahmung ist. Trotz diesem und allem anderen beginnt die Firma Lucios wieder mit einer neuen Reklame in den Zeitungen, indem sie den Abdruck einer französischen Analyse über ihre „Diamanten“ bringt. Nun, der Laie versteht ja gar nicht, was dieselbe besagt; ob die „Lucios-Diamanten“ gut oder schlecht sind, das weiß er durch diese Analyse auch nicht, denn dieselbe besagt tatsächlich gar nichts. Weil es nun aber eben eine Analyse ist, so denkt das Publikum, welches noch auf diesen Schwindel hereinfällt, diese „LucioSDiamanten“ seien doch etwas ganz Besonderes, und kauft das schlechte Zeug, und das bezweckt ja auch nur diese Firma. Möge recht bald die Ablehnung der Revision vom Reichsgericht

eintreffen, damit endlich einmal Schluß mit dem unlauteren Ge

schäft hier gemacht werden kann!“

„Prachtvolle“ Schmucksachen für eine Mark

in den Zeitungen anpreist. Es handelt sich um die Firma Richard Jüdith in Berlin. Sie liefert eine „prachtvolle“ goldene HerrenKavalier-Uhrkette dafür, und gibt noch gratis einen „hochfeinen Fingerring mit Steinen“ und eine „prachtvolle“ Krawattennadel mit „feinem Opalstein“ zu. „Prachtvoll“ ist jedenfalls auch der Reinfall, den diejenigen erleben, die sich durch solche Annoncen zu einem Ankauf verleiten lassen.

Zur Frage der Schädigung der Goldschmiede durch die Leihhäuser

hat nunmehr auch die Handelskammer Berlin Stellung genommen. Die Kammer erkennt an, daß sich die Leihhäuser auch in Berlin über ihren eigentlichen Zweck hinaus zu einer Konkurrenz für den reellen Handel in den genannten Waren entwickelt haben, welche zu einer Schädigung des Publikums wie der Gewerbtreibenden führt. Es wird für den Bezirk festgestellt, das neue Uhren, Goldsachen und Juwelen in größerem Umfange von den Gewerbetreibenden selbst in den Pfandhäusern versetzt werden und zwar aus unlauteren Beweggründen, um minderwertige Waren zu teurem Preis an den Mann zu bringen. Es wird deshalb eine Vorschrift befürwortet, dahingehend, daß den Pfandleihern das Beleihen von neuen Goldwaren, Juwelen und Uhren verboten wird, von denen ihnen bekannt ist oder von denen sie nach den Umständen annehmen müssen, daß die Beleihung durch einen Gewerbtreibenden dieser Branche nachgesucht wird. Ein eigentlicher Hausierhandel mit Pfandscheinen soll dagegen in Berlin nicht stattfinden. Immerhin wird eine Vorschrift dahin gutgeheißen, daß der gewerbsmäßige Handel mit Pfandscheinen für ein konzessionspflichtiges Gewerbe erklärt wird. Im weiteren wird eine strenge, auffällige Trennung der dem Pfandleihgewerbe dienenden Räume von solchen eines jeden anderen Gewerbebetriebes des Pfandleihers oder anderer Personen befürwortet. Für den Vorschlag, den öffentlichen Leihhäusern ihr Privilegium zu nehmen, konnte sich dagegen die Kammer nicht erwärmen. Die

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Früh übt sich, wer ein Meister werden will!

Geleitwort zu unserem Lehrlings-Preisausschreiben.

„Früh übt sich, wer ein Meister werden will!“ Das TellWort sollte über dem Arbeitstisch jedes Lehrlings stehen. Wer seine Lehrzeit recht ausgenutzt hat und nicht gleichgültig die Stunden hinarbeitete, sondern mit regstem Fleiß, mit treuer Hingabe und wahrer Begeisterung den Unterweisungen des Meisters folgte, der wird einmal den Segen seiner Lehrjahre noch später spüren, wenn er selbst den Meistergrad erreicht hat. Was wir

hang stehen, als es den Lehrlingen freisteht, die Prüfungsarbeiten (Gehilfenstück) auch zu dem von uns veranstalteten Wettbewerb einzusenden. Aber es sind alle Lehrlinge berufen, nicht nur die welche am Ende ihrer Lehrlings-Etappe stehen, sondern auch die jenigen, die erst im Anfange derselben sich befinden, aber mit ehrlichem Streben vorwärtsschreiten. Unsere Prämiierung von Lehrlingsarbeiten wird keine

bauen im Leben, wird auch feststehen, wenn es auf sicherem Grund gebaut ist, und dieses sichere Fundament müssen die Lehrjahre geben. Aber Jugend will angespornt sein. Und ein solcher Ansporn soll das Preisausschreiben sein, das wir alljährlich für die Goldschmiedelehrlinge veranstalten wollen. Wir hoffen, daß uns die Zustimmung aller Meister dabei werden wird, daß wir die Unterstützung überall da finden, wo man noch energisch für das Wohl des Goldschmiedegewerbes eintritt, und die jungen Lehrlinge zu tüchtigen, brauchbaren Meistern heranbilden will. Es fällt kein Meister vom Himmel! In fortdauernder, zielbewußter Arbeit will die oberste Sprosse der Leiter erklommen sein. Unser Lehrlings-Preisausschreiben soll ganz unabhängig sein von den eigentlichen Lehrlingsprüfungen, die vor den Prüfungsausschüssen der Innungen und Handwerkskammern abgelegt werden. Und doch soll es insofern mit jenen in einem gewissen Zusammen

erstklassigen Kunstwerke krönen. Aber wir dürfen hoffen, daß es sich strebsame Lehrlinge werden mit Eifer angedeihen lassen, ein Schmuckstück zur Konkurrenz zu bringen, das ihnen und dem Meister, in dessen Werkstatt sie arbeiten, zur Ehre gereicht. In unserer heutigen Nummer haben wir eine ausführliche Be kanntmachung über diese Prämiierung von Lehrlingsarbeiten auf genommen, auf welche wir noch besonders hierdurch hinweise" wollen. Wir bitten die Meister, ihre Lehrlinge darauf aufmerksa" zu machen und ihnen bei der Wahl eines geeigneten Stoffes. das Preisausschreiben behilflich zu sein. Der Segen der Bete gung an einer solchen Konkurrenz von Lehrlingsarbeiten wird nicht ausbleiben. Die Lehrlinge werden sich bewußt werden, daß auch bei ihnen schon ehrliches Wollen und Streben Anerkenn" findet. Mögen sie des Schiller-Wortes eingedenk sein: Früh " sich, wer ein Meister werden will!

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