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Tatsache, daß die Händler zu den Jahrmärkten doch immer wiederkehren; sie würden sich aber hüten, das zu tun, wenn sie sich bewußt wären, Unrechtes getan zu haben.

Und nun ein Gesichtspunkt, der die in der Petition und auch von der Redaktion der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ verlangte Maßnahme zu einem scharfen zweischneidigen Schwert machen würde.

Würde die Maßnahme durchgeführt, dann würden ganz sicher nur die Warenhäuser dadurch gewinnen. Es sei daran erinnert, daß der Beginn der Blütezeit für die Warenhäuser in die Zeit fiel, in der viele Kirmessen aufgehoben wurden. Was das Publikum auf dem Jahrmarkt nicht mehr kaufen könnte, würde es sicher im Warenhause beziehen, dieses aber würde sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Kundschaft der

Jahrmarkthändler an sich zu ziehen. Darüber wird niemand im Zweifel sein, wenn er bedenkt, wie billig die Warenhäuser einkaufen können; mit ihnen können die Juweliere nicht konkurrieren. Für die ortsansässigen Händler wäre auch noch zu befürchten, daß sich die event. vom Jahrmarkt ausgeschlossenen Händler nun am Orte dauernd niederließen und so den ersteren eine ständige Konkurrenz bereiten würden, neben den Warenhäusern.

Übrigens bringen die Jahrmarkthändler den Gemeinden doch auch einen schönen Batzen Geld ein, ob das aber auch der Fall sein würde, wenn sie die Anzahl der nicht gerade mit Überschüssen gesegneten Händler am Ort vermehren würde?

Nun, der Wunsch der Petenten wird ja noch nicht gleich Gesetz werden, und auch im Bundesrat und in den Parlamenten weiß man zu prüfen.

F.

Kleine Mitteilungen.

Radium und Edelsteine. In der letzten Sitzung der französischen Akademie der Wissenschaften berichtete Professor Berthelot über Forschungen bezüglich der Färbung der Edelsteine. Es ist ihm gelungen, durch hohe Hitzegrade gewisse Edelsteine zu entfärben und ihnen dann mit Hilfe des Radiums ihre ursprüngliche Farbe wiederzugeben. Diese eigenartige Erscheinung erklärt der berühmte Gelehrte auf die einfachste Weise. Er hat nämlich seine Versuche mit Amethystquarz, Orientamethyst und ähnlichen Edelsteinen angestellt und dabei erkannt, daß deren Färbung auf eine sehr kleine Masse von Mangan zurückzuführen ist. Indem man die Steine auf 300° erhitzt, entoxydiert man das Mangan, das sich entfärbt; unterwirft man sie darauf der Wir-kung des Radiums, so oxydiert man sie wieder langsam und sie nehmen darauf ihre Farbe wieder allmählich an. Diese Behandlung mit dem Radium muß wochenlang fortgesetzt werden, um seine völlige Wirkung zu erzielen. Eine ähnliche Erscheinung ist von Professor Berthelot bei einfachem Glas festgestellt worden, das unter dem ebenfalls lange fortgesetzten Einflusse des Radiums eine stark violette Färbung einnimmt und sich dann wieder entfärbt, wenn man es erhitzt. Die bekannte Erscheinung der Färbung des Glases, das lange Jahre der Sonne ausgesetzt bleibt, kann somit durch ein Phänomen der Radio-Aktivität erklärt werden. Man weiß ja ferner, daß Glas sich sehr schnell unter der Wirkung der Röntgenstrahlen färbt; alle kathodischen Röhren nehmen schnell eine violette Färbung an. Die erwähnten Versuche wurden im Dunkeln vorgenommen, was den Schluß gestattet, daß die gleichen Erscheinungen der Radio-Aktivität im Innern der Erdmassen vor sich gehen konnten. Eine Ausnahme, die aber nur die obige Tatsache bestätigt, hat der Gelehrte bei dem grünen Fluorin festgestellt. Die Entfärbung ging bei diesem durch Erhitzung zwar gleichfalls prompt von statten, aber das Radium vermochte ihm seine ursprüngliche Farbe nicht wiederzugeben. Die Erklärung liegt darin, daß der Farbstoff dieses Edelsteines ein organischer ist, der durch die Hitze völlig aufgelöst wird. Das Gleiche gilt von den Smaragden. Einige Edelsteine zeigten sich übrigens auch der Erhitzung gegenüber unempfindlich und behielten ihre Farbe, beispielsweise der Korund.

Dieser Sitzung der Akademie wohnte auch der Direktor der Berliner Sternwarte Professor Förster bei, dem von den französischen Gelehrten ein sehr sympathischer Empfang bereitet wurde.

Die Amtskette des Oberbürgermeisters von Frankfurt a. M. Vor einigen Jahren wurde dem Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., Herrn Dr. Adickes, von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser bei seiner Anwesenheit daselbst die Bürgermeisterkette verliehen. Damit ist nun aber nicht gesagt, daß Seine Majestät eine solche Kette in natura verleiht, sondern erteilt nur die Genehmigung zum Tragen einer solchen, und ist die Kette selbst von der betreffenden Stadt aus eigenen Mitteln zu beschaffen. Durch reichliche Spenden und Stiftungen seitens der Frankfurter Haut-Finance wurden sehr schnell diese Mittel aufgebracht, und ging es auch sofort an die Ausführung. Zunächst

wurde Herr Professor Ferdinand Luthmer, Direktor der Kunstgewerbeschule zu Frankfurt a. M., mit der Aufgabe betraut, einen Entwurf für diese Bürgermeisterkette anzufertigen, welcher Aufgabe sich Herr Professor Luthmer in großartiger Weise entledigte. Herrn Hofjuwelier Adolph Schürmann, ebenfalls in Frankfurt a. M., aus dessen Atelier schon so manches schöne Kunstwerk unserer Branche hervorgegangen ist, wurde die Ausführung übertragen, und hat auch Herr Schürmann, wie ja nicht anders zu erwarten war, wiederum Großartiges geleistet. Die Amtskette besteht aus 16 Teilen, respektive Gliedern und einem Mittelstück mit Anhänger, und zwar bildet die Mitte das Porträt Seiner Majestät des Deutschen Kaisers in etwa Fünfmarkstück-Größe, ganz in massivem Golde geschnitten und in zartem, matten Tone gehalten. Dasselbe ist von gedrehten Stäben mit schönem, freistehendem Blattwerk eingerahmt. Unter diesem Porträt hängt an drei Ketten, welche mit Rubinen und Diamanten abwechselnd besetzt sind, die deutsche Kaiserkrone, ebenfalls mit Diamanten gefaßt. Dicht unter dieser Krone hängt wieder ein Wappenschild, welches in farbigem Email den Preußischen Adler trägt. Dieses Wappenschild wird wiederum von der Kette des Schwarzen Adlerordens in genauer Nachbildung umrahmt.

Dieses ganze Gehänge, also Kaiserkrone mit Wappenschild, ist in einer Größe von etwa 8 cm gehalten. Zu den beiden Seiten des KaiserPortäts reihen sich die Glieder der Kette an, und zwar auf jeder Seite acht Stück. Zuerst ein gotischer Adler in feinster Modellierung, ebenfalls umrahmt von gedrehten Stäben, mit feinem Blattwerk dazwischen. Dieses Glied ist lang viereckig gehalten in Größe von ca. 8 cm Länge respektive Breite und 4 cm Höhe. Das nächste Glied zeigt die Attribute des Handels; nämlich den Merkurstab und die Wage, wiederum von gedrehten Stäben mit Blattwerk eingefaßt. Dieses Glied hat eine Größe von ca. 4X4 cm. Das dritte Glied weist die Krönungs-Insignien auf, und zwar die des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, als die Kaiserkrone, den Reichsapfel, das Szepter und das Reichsschwert, und sind diese Insignien auch wieder mit den gleichen gedrehten Stäben und Blattwerk wie bei den anderen Gliedern umgeben; die Größe dieses Gliedes ist wie das vorhergehende. Nun kommen wieder die Glieder in derselben Reihenfolge, und ist die andere Seite ebenso angeordnet. Das Schloß besteht aus einem langen schmalen, viereckiggeschliffenen Rubin, von gotischem Blattwerk eingefaßt. Die ganze Kette ist aus massivem Golde und in einer feinen matten Tönung gehalten, repräsentiert einen Wert von 30 000 Mk. und ist in einer Palisanderholzkassette aufbewahrt; ein Kleinod von seltener Schönheit

Preiserhöhungen. Infolge der außerordentlichen Preiserhöhung aller Metalle, Ruhmaterialien und Fabrikations-Unkosten haben die Vereinigten Manschetten-, Hemd- und KragenknopfFabrikanten Österreichs und Deutschlands beschlossen, vom 3. November ab die Preise ihrer Erzeugnisse je nach Qualität um mindnstens 10–15% zu erhöhen.

G.

Von Ausstellungen. Die Ausstellung von GoldschmiedeArbeiten in Breslau, die bis zum 19. November d. J. dauert, weist über tausend Stücke im Gesamtwerte von mehr als drei Millionen Mark auf. Neben dem Bestande des Schlesischen Museums haben namentlich die Kirchen, Innungen und Gesellschaften, sowie besonders die alten Familien Schlesiens beigesteuert. Die Ausstellung selbst zerfällt in vier, geschichtlich gegen einander abgegrenzte Teile und reicht vom Funde von Sacrau, den in einer Sandgrube gefundenen Kleinodien einer germanischen Fürstenfamilie, bis zu dem originellen Silberpokal, den Tillmann Schmitz in Breslau nach dem Entwurfe von Ignatius Taschner für das Herrenstübel des Schweidnitzer Kellers geschaffen hat. Auch diese Ausstellung zeigt wieder, welche Fülle kunsthandwerklichen Könnens von jeher in Schlesien bestanden hat und noch besteht.

Vom Diamanten - Markt. Die Diamantenproduktion hat eine weitere bedeutende Steigerung erfahren. Unter anderem haben Waschungen der New-Vaal-River-Gesellschaft Ergebnisse geliefert, die in bezug auf Güte und Menge der Steine alles bisher in Südafrika Dagewesene übertreffen sollen. Trotzdem scheint der Preis der Diamanten nicht niedriger zu werden, sondern es sind Anzeichen vorhanden, daß er noch weiter in die Höhe gehen wird.

Eine bedeutende Entwicklung hat die Edelstein-Produktion in Brasilien erfahren. Im Staate Minas Geraes wurden im Jahren 1904 von roten (Rubinen), blau-grünen und grünen Edelsteinen große Mengen gefunden, die geschnitten wurden und Absatz fanden. In demselben Staate entdeckte man ferner BeryllEdelsteine, und zwar blaue und grüne Aquamarine.

Kunstauktion. In München gelangt am 10. Dezember d. J. eine außergewöhnlich umfangreiche Kunstsammlung aus dem Nachlaß der Frau Berta te Kock in Dessau zur Versteigerung. In der zweiten Abteilung befinden sich kostbare Elfenbein- und Zinnsachen.

Preiserhöhungen im Bijouteriegewerbe. Die neueste Erhöhung der Preise bringen die Lieferanten der Bürsten, Schleifartikel usw., welche zur Herstellung der Bijouterie dienen. Teilweise 10%, 15%, ja auch 20% beträgt der Aufschlag der Pforzheimer Hilfsgeschäfte. Angesichts dieser und bereits früher bekannt gegebener Erhöhungen ist es nicht ausgeschlossen, daß die Bijouterie-Fabrikanten mit einem weiteren Aufschlag an die Grossisten und diese wieder an die Detailleure herantreten.

Zur Konkurrenz unserer Karlsruher Kollegen. Die vorausgesagte Reklame der Firma Strieder in Karlsruhe hat eingesetzt. In seinen seitenlangen Annoncen gibt Herr Strieder sogar an, daß er das Konkurslager der Firma Carl Flügge, Berlin, übernommen habe. Wir ergänzen nun diese Mitteilung. Der Kreditoren-Verein Pforzheim hat sämtliche Bestände der Firma Flügge an einen Herrn Weber aus Schwäb. Gmünd für 30 000 Mk. veräu Bert. Dieser Käufer hat nun während eines vierwöchentlichen Aufenthaltes im Hotel International zu Pforzheim diese Waren an jedermann verramscht (sogar der Hausdiener erhielt davon), ein Teil ging auch überseeisch. W. soll aus dieser Partie Waren 50 000 Mk. gelöst haben. Somit ergibt sich ein Verdienst von 20000 Mk., gewiß ein schöner Verdienst für vier Wochen. Alles hat Herr Strieder nicht erworben, und enthält also die Annonce Unrichtigkeiten.

Entflohen aus dem Gefängnis in Odessa ist der seinerzeit unter Mitnahme von Juwelen im Werte von 400 000 Mk. aus Hamburg geflüchtete Kaufmann Elkan.

Zum Erdbeben in Chile. Bei dem großen Unglück, das die Republik Chile betroffen hat, haben auch manche Bijouteriebezw. Juweliergeschäfte Not gelitten und großen Schaden gehabt. So ist das Geschäftshaus eines in Pforzheim sehr bekannten Käufers einfach verschwunden, das heißt ins Meer gestürzt. Andere hatten wieder Glück im Unglück. So schreibt ein Teilhaber der Firma Kohn, Schwager & Cie., Herr Carl Schwager, daß in ihrem Geschäft, trotzdem der ganze Laden mit Figuren, Spiegeln, Uhren usw. voll ist, lauter zerbrechlichen Sachen, morgens beim Aufschließen alles noch so gestanden habe, wie abends zuvor. Glücklich der Gefahr entronnen sind auch die Herren Kappler und Krebs aus Pforzheim, letzterer auf einer Geschäftstour für die Bijouterie - Exportfirma Rud. Kollmar in Pforzheim, die am Abend des Unglücks mit den Herren Gebrüder Schwager beim Abendessen im Deutschen Klub zusammen waren und sich rasch flüchten konnten.

Die Produktion der Smaragdminen von Kolumbien stellte sich für die Zeit vom 1. Mai 1904 bis 31. Januar 1905 in Karat wie folgt: Smaragde 1. Klasse 262 548, 2. Klasse 467 690, 3. Klasse 22700 und 4. Klasse 16000. Es wurden also insgesamt 768 938 Karat gewonnen, die nach Bogotá gesandt wurden. Der Wert der Produktion wird auf 153 784 £ geschätzt; rechnet man die Löhne und sonstige Ausgaben in den Minen mit 10784 £ ab, so ergibt sich ein Nettoverdienst von 143000 £.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnungen. Dem ehemaligen Botenmeister der Firma Wilh. Müller, Großhandlung in Goldwaren, Silberwaren und Edelsteinen, Berlin C. 19, Gertraudtenstraße 10/12, Herrn Paul Hoffmann, Glogauerstr. 17, welcher 40 Jahre dem genannten Hause mit unermüdlichem Fleiße treu gedient hat, ist von Sr. Majestät dem König das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Die Ueberreichung der Dekoration fand vor versammeltem Personal der Firma und in Gegenwart des Chefs derselben durch Herrn Polizei-Hauptmann Stephan in feierlicher Weise statt. Herr Hoffmann hat im Feldzuge 1870/71 für das Vaterland geblutet und trotz der störenden Folgen der erlittenen Verwundung seinen verantwortungsreichen Posten in oben genanntem Hause mit seltener Pflichttreue und unermüdlichem Eifer ausgefüllt. Möge dem allseitig geachteten und beliebten Manne in seinem wohlverdienten Ruhestande ein langer Lebensabend beschieden sein!

Jubiläen. Das 50 jährige Bestehen ihres Geschäfts feierte die altrenommierte Juwelierfirma R. Höer in Görlitz. – Anläßlich des 35 jährigen Geschäfts - Jubiläums der Bijouterie - Fabrik Hischmann & Koch in Pforzheim gab dieselbe ihrem gesamten Geschäfts - Personale ein Festessen, das in sehr gemütlicher Weise verlief. In verschiedenen Reden wurde hierbei der Wunsch ausgesprochen, daß auch fernerhin ein angenehmes Einvernehmen zwischen den Geschäfts - Inhabern und dem Arbeiter-Personal bestehen möge. – Der frühere Goldschmiedemeister, jetziger Rentier, Herr Karl Sohr in Danzig feierte sein 50 jähriges Meisterjubiläum. Am 26. Oktober gab die Goldschmiede-Innung zu Ehren des Jubilars ein Festessen, und am 29. Oktober überreichte eine Deputation der Innung dem Jubilar in einer kostbaren Mappe den Ehrenmeisterbrief.

Fabrik - Neubau. Herr Fabrikant Jäckle von Schwenningen errichtete in St. Georgen eine Metallwaren - Fabrik.

Firmen-Änderungen. Die Firma Paul Stotz, kunstgewerbliche Werkstatte, G. m. b. H., in Stuttgart wurde geändert in „Kunstgewerbliche Werkstätten und Erzgießereien von Paul Stotz und Otto Schlee, G. m. b. H.“ Zweck des Unternehmens ist die Herstellung und der Verkauf von Gegenständen aller Art, in Bronze und anderen Metallen oder Metallverbindungen. Das Stammkapital wurde um 417000 Mk. auf 700 000 Mk. erhöht.

Firmen - Eintragungen. Die Firma Karl Butt (Inhaber: Karl Emil Johann Butt, Goldschmied) in Flensburg wurde in das Handelsregister eingetragen. Zu der Firma J. Güntzburger in Idar wurde in das Handelsregister eingetragen: Mit dem 9. Septbr. 1906 ist der Kaufmann Petzall aus dem Handelsgeschäft ausgetreten, und wird dasselbe von dem bisherigen Mitinhaber Güntzberger unter der bisherigen Firma allein fortgeführt.

Geschäfts - Eröffnungen. In Linz a. d. D., Landstr. 85, eröffnete Herr Juwelier Moritz Rujder ein Juwelen-, Gold- und Silberwaren-Geschäft verbunden mit Uhren und optischen Waren. Die Bijouterie - Fabrik Stockert & Cie. (Pforzheim) hat in Meinsheim (Württ.) eine Filiale errichtet und hofft ihr Geschäft daselbst weiter ausdehnen zu können. Herr S. Issermann eröffnete in Leipzig, Wintergartenstr. 15, ein Juwelen-, Gold- und Silberwaren-Geschäft. Mitte November eröffnete Herr Otto Daum in Graudenz, Grabenstr. 31/32, ein Juwelen-, Gold- und Silberwaren - Geschäft.

Geschäfts - Übernahmen. Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr A. Kühn, Juwelier und Goldschmied in Freiburg (Breisgau) das altrenomierte Gold- und Silberwaren-Geschäft L. Herrmann, Hof-Goldschmied, ebendaselbst am 1. November übernommen und wird dasselbe unter L. Herrmann, Hof-Goldschmied, Nachf. A. Kühn, weiterführen. Herr Kühn wird sein eigenes, bereits seit

16 Jahren bestehendes Geschäft, Salzstr. 45, als Zweiggeschäft aus für die tatkräftige Förderung der Bestrebungen des Vereins. weiterführen. In Rudolstadt (Thür.) übernahm am 1. d. M. Aus den Wahlen gingen hervor: als Vorstand Herr Fabrikant Herr Ernst Klapper, Juwelier aus Eisenach, das Gold- und

Wöhler, Stellvertreter Herr Holbein, als Ausschußmitglieder die Silberwaren-Geschäft der Frau Hedwig verw. Böttger und lautet

bisherigen, mit Ausnahme des freiwillig ausscheidenden Herrn die Firma nunmehr 0. Böttger Nachf., Inhaber Ernst Klapper.

Bauer, für den Herr Weingand gewählt wurde. Als Kassierer Geschäfts-Veränderungen. In die Firma H. H. Knies, Gravier

wurde Herr Reger gewählt, da Herr Bauer um Enthebung von und Präge-Anstalt in Iserlohn wurde Herr W. Knies jr.,

diesem Posten bat, als Schriftführer Herr Keck. Kaufmann und Bruder des derzeitigen Alleininhabers, als Teilhaber aufgenommen. Das Geschäft wird unter der Firma F. W.

Verein der Juweliere, Gold. und Silberschmiede Württembergs Knies Söhne weiterbestehen. – Herr Georg Schielin ist durch Ableben aus der Firma Schielin & Georgii, Exporthandel mit

(E. V.). In der letzten Ausschussitzung des Vereins wurde bePorzellan-, Glas- und unechten Bijouteriewaren in Wien IX.,

schlossen, die Mitglieder in ordentliche und außerordentTürkenstr. 25, Hauptniederlassung mit der in Smyrna bestehen liche einzuteilen. Ordentliche Mitglieder sind diejenigen, welche den Zweigniederlassung, ausgeschieden.

das Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Gewerbe selbständig Geschäfts-Verlegung. Die Firma F. C. Anselm Nachfolger

als Laden- oder Arbeits-Geschäft betreiben. Außerordentliche (Inhaber: Fabrikant Gottlieb Wünsch in Nürnberg), Gold- und Mitglieder sind die Fabrikanten und Grossisten. Stimmberechtigt Silbermanufaktur-Geschäft, hat ihre Niederlassung von Offen und wahlfähig in den Ausschuß sind nur die ordentlichen Mitbach a. M. nach Weißenburg i. B. verlegt.

glieder. Die Beiträge bleiben für alle Mitglieder dieselben wie Todesfälle. In München verschied nach langen, schwerem bisher. Die erforderliche Satzungsänderung soll in einer außerLeiden Herr Goldarbeiter Theodor Zeller. Unerwartet rasch ordentlichen Mitgliederversammlung im Monat Januar vorgean einem Hirnschlag starb Herr Albert Gengenbach in nommen werden. Es ist dringend zu wünschen, daß nun Pforzheim, langjähriger Geschäftsführer und später Inhaber vollends alle Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württemder Ringfabrik Steinbrenner.

bergs dem Verein beitreten, wenn etwas wirklich Erspriebliches Verschiedenes. In Raschau bei Schwarzenberg (Sachsen) geleistet werden soll. Nähere Auskunft erteilt der Vorsitzende beabsichtigt die Firma Gottschalk aus Leipzig eine Fabrik des Vereins gerne. für Tischlerei mit Maschinenbetrieb neben der bereits im Gange befindlichen Etuisfabrikation zu errichten. Die Herren Gebr. Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes zu Berlin. Maltheur, Doubléketten- Fabrikanten in Pforzheim, kauften

(Protokoll der Sitzung vom 6. Novbr. 1906.) Die Sitzung wird das Anwesen Kaiser Friedrichstr. 18 für 61 000 Mk.

Die von

von Herrn Schmidt um 9 Uhr 25 Min. eröffnet. Das Protokoll Herrn Goldketten-Fabrikant Hch. Witzenmann sen. gegründete

der Generalversammlung vom 2. Mai wird verlesen und geMetallschlauch-Fabrik in Pforzheim, deren Erzeugnisse auch vielfach bei Herstellung von Bijouterie benutzt werden, hat mit

nehmigt. Als neue Mitglieder werden aufgenommen die Herren zwei anderen Firmen der Branche ein. Syndikat gebildet mit M. Böhm (Firma Reinh. Wankel), N., Brunnenstr. 163, einem Stammkapital von 40 000 Mk. Der Sitz des Syndikats ist C. Siegele, NW., Friedrichstr. 99, Pforzheim. - Wegen Geschäftsaufgabe hält Herr Juwelier Carl Scheffer, SW., Friedrichstr. 16, Otto Gindorfer in Augsburg einen Ausverkauf seines

Bruno Grunwald, W., Friedrichstr. 135 a. Juwelen-, Gold- und Silberwarenlagers ab. – In letzter Nummer teilten wir mit, daß Herr Kunstgewerbelehrer Hardt in die

In der letzten Vorstandssitzung sind 300 Mk. für die Fachschule Firma Emil Hettler, Bijouterie - Fabrik in Pforzheim, als der Innung bewilligt worden, was die Versammlung genehmigt. tätiger Teilhaber eingetreten ist. Hierzu wäre noch zu ergänzen, Herr Winter gibt eine kurze Übersicht über die Verhanddaß Herr Hardt selbstverständlich das Amt eines Kunstgewerbe lungen in Eisenach, welche in den Fachblättern ausführlich lehrers nun nicht mehr inne hat.

behandelt waren. Nachdem der Wortlaut der Arbeitsordnung in Eisenach genehmigt wurde, ist dieselbe in zwei Ausführungen

A und B (mit und ohne Kündigung) gedruckt worden und sind Aus Innungen und Vereinen.

die Exemplare von Herrn Fischer zu beziehen. Die Generalversammlung des Kunstgewerblichen Vereins Vorwärts

Ebenso berichtet Herr Winter über die Lohnbewegung, Schwäb. Gmünd am 30. Oktober vereinigte etwa 30 Mitglieder im

die in Berlin sehr schnell zum Abschluß gekommen ist. Die Vereinslokal; Vorstand Herr Fabrikant Wöhler gedachte nach

beiden Kommissionen (5 Meister und 5 Gehilfen) haben sich auf Eröffnung der Versammlung der im abgelaufenen Berichtsjahre

einen Tarif geeinigt. (Vgl. unseren Artikel: „Sozialpolitisches dahingeschiedenen Mitglieder Herren H. Ritter und Fabrikant C. aus ursrer Branche“.) Derselbe trat Montag, den 29. Oktober L. Köhler, in welchen der Verein zwei eifrige und um die Sache

in Kraft, bei monatlichem Lohn am 1. November. Herr Menzel des Vereins verdiente Anhänger verlor, besonders was Herrn

berichtet darauf, daß in Sachen des metrischen Karates ZuKöhler anbelangt. Die Anwesenden erhoben sich ihnen zu Ehren stimmungen bereits aus Frankreich, Italien eingegangen seien von ihren Sitzen. Anschließend hieran verlas Schriftführer Herr und daß Hoffnung vorhanden ist, innerhalb dreier Jahre das Reger das Protokoll über die Veranstaltungen des abgelaufenen

metrische Karat international zu haben. Zwei Erfolge Karat Jahres, beginnend mit der am 6. November v. J. stattgehabten

Arbeitsordnung – der Freien Vereinigung. Generalversammlung. Aus der reichen Vereinschronik seien kurz

Ferner berichtet Herr Menzel über die bereits veröffentdie wichtigsten Vorträge erwähnt, in denen wurden behandelt: lichte Gründung einer Einbruchskasse, die notwendig ist, da die am 4. Dezember 1905 „Renaissance und Louis XVI.- Periode in Versicherungsgesellschaften neue Juwelengeschäfte nicht anParallele zur Neuzeit“ von Herrn Direktor Klein; „Die Baukunst“ nehmen und die alten Verträge kündigen (eine Gesellschaft, von Herrn Kies im Vereinsabend vom 11. Dezember; „Die welche die Juwelier - Einbrüche extra behandelt, hat in einem Dresdener Ausstellung“ von Herrn Keck am 12. Februar; „Die Jahre 100000 Mk. zugesetzt), und verteilt Geschäftsordnung und Emailmalerei“ von Herrn Schmidt am 11. April; „Die hl. Kreuz

Aufnahmescheine. kirche“ von Herrn Kaplan Weser am 7. August. Am 9. Sep Von den Uhrenfabrikanten in der Schweiz ist eine Eingabe tember wurde die Strafanstalt Gotteszell und am 23. September an das Ministerium gemacht, das deutsche Stempelgesetz in der die ausgestellten Konkurrenzarbeiten im Stadtgarten besichtigt. Art zu ändern, daß auch 333!, kar. Geräte (Ohrgehäuse) geDie Mitgliederzahl des Vereins ist 170. Dem von Herrn J. Bauer stempelt werden dürfen, um die Fabrikation der Schleuderware verlesenen Kassenbericht ist zu entnehmen, daß einer Einnahme (4 kar., 6 kar., 7 kar. Gold), die alle als minderkarätige Uhren vervon 1519,78 Mk. Ausgaben in Höhe von 1083,82 Mk. gegenüber kauft werden, möglichst zu verhindern. Erhebungen sind darüber stehen, wonach ein Kassenbestand von 435,96 Mk. verbleibt, und in der Handelskammer angestellt, über welche Sitzung Herr zwar sind 118,67 Mk. in bar vorhanden und 317,29 Mk. auf der Müller berichtete. Auf Eingaben wegen unrichtiger AbOberamtssparkasse angelegt. Dem Kassierer wurde Entlastung schätzungen der Waren durch den gerichtlichen Sachverständigen erteilt und ihm ebenso wie dem Schriftführer – namens der hat der Landgerichtspräsident geantwortet, daß er jede EinVersammlung vom Vorstand der Dank für die pünktliche Ge mischung seinerseits ablehnt, da die Schätzungen als Privatschäftsführung ausgesprochen. Dem Vorstand, Herrn Fabrikant geschäft gemacht sind und er nur bei gerichtlichen Schätzungen Wöhler, brachte Herr Holbein den Dank der Versammlung einschreiten kann.

1000

Zum letzten Punkt, der der vorgerückten Zeit wegen vertagt wird, wurde nur mitgeteilt, daß im Jahr 1910 (das zehnjährige Jubiläum) der Verbandstag wahrscheinlich in Berlin abgehalten wird, und bei diesem Anlasse eine Fachausstellung, die nur von Mitgliedern des Verbandes beschickt werden darf, geplant ist.

Ferner wird die Neuauflage der schwarzen Liste genehmigt und alle Interessenten werden gebeten, bis 1. Dezember ihre trüben Erfahrungen Herrn Oscar Müller mitzuteilen.

M. Winter, Schriftführer.

Von Kunstgewerbeschulen. Der Vorsitzende des Ausstellungs-Direktoriums der Dresdener Kunstgewerbe-Ausstellung, Herr Architekt Lossow, ist Direktor der Kunstgewerbeschule in Dresden geworden.

Rumänien (Gold- und Silberwaren). Gold waren, die einen geringeren Feingehalt besitzen als 14 Karat absolut, werden in allen, also auch solchen Fällen, in welchen der Lieferant die Zurückziehung der Ware verlangt, bedingungslos (als Ware) vernichtet. (Julibericht des K. u. K. österr. Konsulates in Bukarest.)

Zollbehandlung der von Handlungsreisenden eingeführten Muster in Bulgarien. Zufolge von Beschwerden hat der bulgarische Finanzminister durch Erlaß vom 6./19. Juli d. J., Nr. 16841, die Zollämter angewiesen, von Handlungsreisenden eingeführte Muster von geringem Werte, die auf Kartons angebracht werden können, durch eine Schnur oder auf andere Weise an den Kartons zu befestigen und letztere auf der Rückseite mit dem Stempel des Zollamtes zu versehen. Über andere Muster soll, sofern dies nicht zu umständlich ist, ein von den Zollbeamten zu bescheinigendes Verzeichnis aufgenommen werden, das der provisorischen Einfuhranmeldung oder dem Zollabfertigungspapier anzuheften und dem Handlungsreisenden zu übergeben ist. Dieses Verzeichnis nebst der Einfuhranmeldung oder der Quittung ist von dem Handlungsreisenden bei der Wiederausfuhr der Muster vorzulegen und wird der Ausfuhranmeldung beigefügt. Überhaupt soll die Plombierung der Muster von geringem Werte unterbleiben und auf solche von größerem Werte beschränkt werden.

Vom Kunsthandwerk. Ein Prunkstück für den Silberschatz des Senats in Hamburg hat Frau Laura Beit, die Mutter des unlängst verstorbenen Alfred Beit, daselbst, über denen wir in Nr. 30 eine Lebens- und Charakterbeschreibung brachten, geschenkt. Es besteht in einem Fruchtbehälter, dessen Untergestell aus reich ornamentiertem getriebenen Silber hergestellt ist; darauf liegt eine Kristallschale. Zum ersten Mal soll der Tafelaufsatz, der ein altes Familienstück der Familie Beit war, beim Festmahl zur Feier der Eröffnung des Hauptbahnhofes am 5. Dezember zur Verwendung kommen.

Für Export und Import. Die Frankfurter Handelskammer hat eine Zollauskunftsstelle eingerichtet.

Zolltarif - Entscheidungen in Deutschland. Zigarettendosen. Zollsatz 13 Mk. für ein Dz. Die Ware besteht nach vorgelegten Mustern aus zwei flach gewölbten, etwa 10 cm hohen und 8 cm breiten rechteckigen Schalen aus oxydiertem Stahl, die an den vier Ecken abgerundet und an der einen Längsseite durch ein Scharnier miteinander verbunden sind. An der zweiten Längsseite ist ein kleiner Drücker zum Öffnen und Schließen der Dose angebracht. Auf der oberen, die Schauseite bildende Schale sind schmale, bandartige Verzierungen und Linien angebracht, die in den Stahl eingraviert und mit Silberbronze gefärbt sind. Außerdem sind mehrere himmelblaue Glassteinchen von etwa 2 mm Durchmesser eingelassen. Die Steinchen sollen Nachahmungen von Türkisen darstellen. Innen ist an jeder Schale ein Querbändchen aus einem schmalen Gummiband angebracht. Die Ware ist als anderweit nicht genannte, nicht fein bearbeitete Eisenware im Eigengewichte des Stückes von weniger als 3 kg zu verzollen. Herstellungsland: Österreich-Ungarn. - Neusilberne Formstücke. Zollsatz 12 Mk. für ein Dz. Gewalzte und gestanzte, nicht weiter bearbeitete Formstücke aus Neusilber, die im Umriß die Gestalt von Teelöffeln zeigen und zur Herstellung von Tafelbestecken verwendet werden sollen. Herstellungsland: Vereinigte Staaten von Amerika. Teller aus verniertem Messingblech. Zollsatz 60 Mk. für ein Dz. Die vorgelegten Warenmuster stellen sich als kreisrunde kleine Teller von 11,5 cm Durchmesser und 3, cm Tiefe dar. Sie sind in einem Stück aus Messingblech durch Pressen und durch Umbörteln des Randes geformt, auf der Innen-(Schau-)seite durch Prägen mit Verzierungen und Schriftzügen versehen und mit einem durchsichtigen, gefärbten Lacke überzogen, der ihnen eine goldähnliche Färbung verleiht, während die eingeprägte Schrift mit undurchsichtiger (schwarzer, blauer und roter) Lackfarbe kenntlich gemacht ist. Die Teller sind wegen des ihnen durch das Überziehen mit gefärbtem, durchsichtigen Lack verliehenen goldähnlichen Aussehens als verzierte Messingware zu verzollen. Sie dienen teils als Aschenbecher, teils als Untersätze für (Mineralwasser- usw.) Gläser und werden von den Lieferanten in der Regel unentgeltlich an ihre Kunden abgegeben. Herstellungsland Engl and. Rosenkränze. Zollsatz 125 Mk. für ein Dz. Die Perlen der Rosenkränze bestehen aus nachgeahmten roten Korallen aus Knochen, die Zubehörteile (Kreuzketten) aus versilberten unedlen Metall. Herstellungsland: Holland.

Rechtsrat, Rechtsschutz für Goldschmiede.

Wichtige gerichtliche Entscheidungen.' Wie weit haftet die Ehefrau für Geschäftsschulden ihres Mannes ? · Es kommt nur allzuhäufig vor, daß Eheleute, die ein Geschäft betreiben, die Rollen in der Weise unter sich verteilen, daß der mittellose Mann sich auf dem Ladenschilde und der Gewerbepolizei gegenüber als Inhaber bezeichnet, während die bemittelte Frau das Geschäft mit führt, vielleicht zum größten Teile allein führt, die Geschäftsgläubiger aber an ihren Mann verweist, da sie nicht Inhaberin sei. Das ist aber glücklicherweise auch juristisch verkehrt, und mehrere oberinstanzliche Entscheidungen haben sich in jüngster Zeit auf den Standpunkt gestellt, daß die Ehefrau jedenfalls dann für die Geschäftsschulden in voller Höhe haftet, wenn sie sich dem Gläubiger gegenüber bei Warenbestellungen wie eine Inhaberin benommen hat. In einem der den erwähnten Entscheidungen zugrunde liegenden Falle hatte der Gläubiger erfahren, daß die Ehefrau in den Besitz von Mitteln gelangt war und sie auf Zahlung der Geschäftsschuld verklagt. Die Beklagte brachte den üblichen Einwand, daß ihr Mann Inhaber sei, wie das Ladenschild und die Anmeldung beim Gewerbeamte auswiesen. Sie wurde aber dennoch verurteilt, und auch ihre Berufung wurde zurückgewiesen. Das Berufungsurteil führte aus, sie sei als Gesellschafterin ihres Mannes anzusehen. Denn die Frau habe sich im Geschäft nach innen wie nach außen als Gesellschafterin betätigt. Sie habe in der Hauptsache den Verkauf ans Publikum in der Hand gehabt. Bei Bestellungen an Lieferanten habe sie mitgewirkt, so daß die Rechnungen bald auf ihren, bald auf den Namen ihres Mannes, bald auf beider Namen ausgestellt worden seien. Da der Geschäftsbetrieb sich als der eines Minderkaufmanns darstelle, so liege zwar keine offene Handelsgesellschaft, wohl aber eine Gesellschaft im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches vor. Eine solche könne durch stillschweigenden Vertrag entstehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch bestimme ausdrücklich, daß jeder Gesellschafter, der nach der – hier stillschweigenden – Vereinbarung die Befugnis zur Geschäftsführung habe, auch den anderen Gesellschafter Dritten gegenüber vertreten könne. Habe also auch der Mann die Geschäfte abgeschlossen, die mit der Klage geltend gemacht würden, so befreie dieser Umstand die Frau nicht, da sie durch ihren Mann vertreten worden sei. Denn sie hafte mit ihrem Manne als Gesamtschuldnerin nach § 427 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Verpflichten sich mehrere durch Vertrag gemeinschaftlich zu einer teilbaren Leistung, so haften sie im Zweifel als Gesamtschuldner." Bei dieser tatsächlichen Sachlage sei es völlig gleichgültig, ob das Ladenschild nur den Ehemann als Inhaber des Geschäfts bezeichne, und ob der Ehemann den Gewerbebetrieb nur für sich zur gewerbepolizeilichen Anmeldung gebracht habe.

Dr. -e

Patente und Gebrauchsmuster.

Frage 793. Kann mir einer der Herren Kollegen mitteilen,

welches das einfachste Verfahren ist, um galvanische und Gebrauchsmuster - Eintragungen. 44 a. 283 286. Manschetten Feuervergoldung von Metallgegenständen (Silber und unecht) schließer, bestehend aus einem Stäbchen mit zwei Oesen und wieder zu entgolden? Gibt es ein gutes Verfahren, um dieses zwei Ringen mit Riegelverschluß. Louis Schumann, Leipzig Gold wieder zu gewinnen? Mit Dank im voraus. R. H. in K. Sellerhausen, Brandiserstr. 15. 18. 6. 06. Sch. 23 438.

Frage 794. Gibt es ein Mittel, um den sogenannten Wasser44 a. 283398. Schmuckkörper für Anhänger, Broschen u. dgl., oder Kesselstein aus Nickelgeschirr so zu entfernen, daß dieses mit auf der Oberfläche erhaben angebrachten, mittels Umgren nicht beschädigt wird?

A. D. zungsstäbe eingefaßten, flach emaillierten Figuren. Fa. Viktor

Frage 796. Ich bitte höflichst, mir mitzuteilen, wie ich als Mayer, Pforzheim. 7. 6. 06. M. 22028.

14 kt. Gelbgold ein gutes 8 kt. Lot herstellen kann, das nicht zu 44 a. 283588. Nadellager mit Nadel für Broschen u. dgl. blaß ist, sowie aus demselben Gold ein Reparaturlot, vielleicht Gegenstände, mit hinten oben angeordnetem Anschlag und 4 kt. Feingehalt? Im voraus besten Dank. H. S. in M. innerem Lagerzapfen, um welch letzteren eine mit Anschlägen versehene, sowie die Lagerzapfenöffnung tragende Lagerplatte mit

Frage 799. Wer könnte mich auf cinen neuen gangbaren Nadel gelagert ist. Fa. Heinr. Vogt, Pforzheim. 28.5. 06. V.5185.

Artikel, der noch nirgends vertreten ist, für einen großen Badeplatz aufmerksam machen ?

S. in S. Patent-Bericht,

Frage 801. Wer fabriziert Bestecke „Albalvia“ ? X. X. mitgeteilt vom Patentanwalt Dr. Fritz Fuchs, diplomierter Chemiker, und Ingenieur Alfred Hamburger, Wien VII, Siebensterngasse 1.

Frage 803. Welche Firma führt das neben-
stehende Warenzeichen ?

A. H. in L.
Oesterreich:
Ausgelegt am 1. November 1906, Einspruchsfrist bis 1. Januar 1907.

Frage 806. Ich möchte meinen Stubenken

richt (Krätz) selbst verbrennen und einschmelzen. Kl. 40 a. Adolf Savelsberg, Hüttendirektor in Aachen. Kann mir einer der Herren Kollegen vielleicht Verfahren zum Entschwefeln der rohen Blei-, Silber- und Gold

mitteilen, welches die einfachste und schnellste erze in der Birne. Die rohen Erze werden unter Zuschlag von Art ist, dieses zu handhaben? Ich bin im Besitz Kalkstein unmittelbar durch Verblasen verschlackt.

eines Koksofens, wo ich einen ziemlich großen
Tiegel einstellen kann!

D. P. in G.
Neue Exportverbindungen.

Frage 807. Wer ist der Fabrikant von unechten und ver

goldeten Filigran-Haarspangen? Muster zur Verfügung. C.K. in L. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die nachstehend abgedruckten Fragen wirklich an uns gestellt sind. Dafür übernehmen wir volle Garantie.

Frage 808. Wo bekommt man den friesischen BauernFiligran -Schmuck am billigsten hergestellt?

E. K. 23. Fragen:

Frage 809. Wer liefert Zeichnungen für einfache, gangbare Frankreich. Frage 4. Welcher Fabrikant von Zinnwaren Brillantringe und -Broschen ?

K. H. in D. führt das Merkzeichen „Minerva“?

Frage 810. Welche Firma liefert Doubleblech und -Draht (Silberdoublé) ?

P. H. in B. Frage- und Antwortkasten.

Frage 811. Fabrikant in Aluminium-Ketten gesucht. C. F.

Frage 812. Wer fertigt Bürsten- und Toiletten - Garnituren Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. mit Beschlägen aus Aluminium ?

F. in C. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Inter. esse höflichst aufgefordert, von der allezelt kostenfreien Benutzung dieser Abteilung

Frage 813. Gibt es in Deutschland oder Österreich eine den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns

Schule für Lackschmelzer ?

A. L. in W. einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme Frage 814. Wer ist der Fabrikant einer patentierten Traueiner Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrück ring-Etalage mit Gehwerk, bestehend aus einem Plüschsockel, lichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur

auf welchem zwei bronzene Zwerge, von denen der eine einen gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Trauring poliert, der andere am Ambose einen Trauring hämmert, Fragen:

und darüber ein aus Metallstäben bestehendes Herz, durch Frage 723. Wer ist der Fabrikant von Silber

welches zwei Reihen Trauringe ziehen ? Bitte auch um genaue bestecken, die nebenstehendes Warenzeichen tragen? Preisangabe, da evt. größere Ordres erfolgen können. X. X.

Antworten: Frage 743. Bitte mir gefl. mitteilen zu wollen, wie man Aluminium rot und matt vergolden Zu Frage 758. Unechte oder imitierte Steine fabriziert und kann?

X. X. liefert billigt: May & Palma, Turnau (Böhmen). Frage 760. Wer liefert verschiedene Kellenpressungen ? L.

Zu Frage 783. Gegenstände aus gelieferten Zinn fertigt:

Richard Scherrüble, Metalldrücker, Heubach (Württ.). Frage 762. Welches ist die geeignetste Gaslampe zur Zu Frage 792. Rekonstituierte Rubine, Saphire und Smaragde hellen Beleuchtung eines Juwelierladens, und von wem ist liefert: May & Palma, Turnau (Böhmen). dieselbe zu beziehen?

N.

Zu Frage 795. Kleine elektrische Straßenbahnwagen nach Frage 770. Wer kann mir ein rationelles Verfahren zur Muster, Zeichnung oder näherer Angabe liefern: F. W. Knies Herstellung von Kupferniederschlägen auf kleinen Aluminium Söhne, Iserlohn. Massenartikeln nennen ?

N.

Zu Frage 797. Fragliche Weißmetallplättchen mit emailliertem Frage 772 Ich bitte freundlichst, mir das Rezept eines

Hamburger Wappen liefern: Joh. Schimpf, Pforzheim. leicht fließenden Silberlotes für schwache Hohlwaren bekannt zu

Ernst Bohatsch-Prawda, Olmütz, Verlorene Gasse. geben ?

H. M. in T.

Zu Frage 798. Herzmedaillons (Double) in allen Größen

liefert: Gottfried Rupp jr., Pforzheim. Frage 774. Wer ist der Fabrikant der versilberten Bestecke,

Zu Frage 800. Unechte Schlangenarmbänder (sog. Alpakadessen Fabrikate das Wort „Silveira“ tragen? N. & R. in H.

metall) fabrizieren: Kirchgäßner & Kraft, Pforzheim. Frage 780. Wie kann man Silbergegenstände (Ketten usw.) Zu Frage 802. Die Bezugsquellen für Steine usw., wie gemit vielen kleinen Flächen, die poliert werden sollen, bei denen wünscht, sind am Pforzheimer Platz die Steinschleifereien jedoch das Polieren mit Stahl zu lange aufhält und ein Scheuern Karl Maurer, Robert Schütt, Alb. Frey. – Glassteine in ausgeschlossen ist, rationell mit Hochglanz versehen? Ich allen Arten liefert: Gottfried Rupp jr., Pforzheim. meine Gegenstände, welche bereits gesotten sind und zum Ver

Zu Frage 804. Weißmetall-Bestecke (nicht versilbert) liefert: sandt fertig gestellt werden sollen.

H. M. in T.

Gebr. Köberlin, Silberwaren-Fabrik, Döbeln (Sachsen). Frage 784. Welche Firma liefert kleine metallene Kästchen, Zu Frage 805. Die Kittfabrik Schmidt, Pforzheim, Lammunecht und vergoldet mit Steinen besetzt (Türkische Arbeit)? Die straße, geht Ihnen gerne mit einem Vorschlag an die Hand Größe derselben ist ca. 16 cm lang und 10 cm breit. H. B. in Z. und fertigt auch den betr. Kitt. Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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