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Die Pflanze im Kunstgewerbe.

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s ist viel darüber gestritten worden, welchen Beruf

die Pflanze im Kunstgewerbe zu erfüllen habe. Die einen sehen in der naturalistischen Darstellung, die anderen in der Stilisierung das Heil. Im

Grunde stellt jede Wiedergabe der Pflanze durch die Hand des Zeichners oder Modelleurs eine Stilisierung dar. Eine naturalistische Wiedergabe des Originals ist an sich unmöglich; die Stilisierung beginnt schon mit der Aufzeichnung. „Stilisieren heißt eine Pflanze so wiedergeben, wie sie sich für den gegebenen Zweck und zur Wiedergabe in dem betreffenden Material eignet“, sagt Professor Paul Naumann (Dresden). Also nicht auf die Stilisierung selbst, sondern auf den Grad derselben kommt es an. Es gibt hier keine allgemein gültigen Gesetze, keine alleinseligmachende Wahrheit, obwohl gewisse Kunstpäpste sie entdeckt haben wollen.

Man soll dem Künstler nicht das Recht beschränken, aus der lebenden Natur soviel zu schöpfen als er vermag; aber die Natur zieht ihm auch natürliche Grenzen. Sie werden durch das Material, die technischen Mittel und den Verwendungszweck des Gegenstandes bestimmt. Wer diese Grenzen überschreitet, der versündigt sich gegen den gesunden Menschenverstand, nicht nur gegen die Kunst.

Wählen wir zur Erläuterung ein drastisches Beispiel! Ein Bildhauer, der auf die Idee verfiele, eine Rose naturgetreu in Granit darzustellen, der hat entschieden einen Sinn zu viel oder zu wenig. Die große Härte und Sprödigkeit des Materials, die außerordentliche Schwierigkeit, mit den Werkzeugen des Bildhauers derartig zarte Gebilde aus dem harten Gestein herauszuarbeiten, verbieten hier von selbst jede naturalistische Wiedergabe. Ist darum das Pflanzenmotiv für die künstlerische Gestaltung des Granits schon absolut unverwendbar? Durchaus nicht. Er gestattet die Ausführung vertiefter und erhöhter Flächenornamente in schlichter und starrer Form, und es ist nicht einzusehen, warum man für diesen Zweck nicht der Pflanzenwelt entlehnte, aber dem besonderen Zweck angepaßte Motive verwenden sollte, welche gerade die Starrheit und Festigkeit des Materials zum Ausdruck bringen. Doch damit ist die charakteristische Form des Schmuckes nicht hinlänglich bestimmt. Von Einfluß ist noch der Verwendungszweck. Ein Grabdenkmal in Granit hat andere Funktionen als die Granitsäule eines Gebäudes; dort wird der Stein zur ehrenden Erinnerung an einen Toten aufgerichtet, hier haben wir es mit einer belasteten Baukonstruktion zu tun; dort mag der Efeu oder eine andere Friedhofspflanze das schmückende und zugleich symbolische Element bilden, hier hat das Pflanzenornament – falls solches überhaupt angebracht erscheint – die tragende Kraft der Säule zum Ausdruck zu bringen. In beiden Fällen aber wird man sich an die stilisierte Blattform halten müssen; das Material gestattet es nicht anders.

Und nun ein Gegenstück. Eine Papiertapete oder ein Seidenstoff gestatten wohl eine sehr naturwahre Wiedergabe einer Pflanze, und wäre sie noch so vielgestaltig und mit noch so reichen, glühenden Farben geschmückt. Aber hier wird die Darstellung wieder durch die Verwendung des Erzeugnisses beschränkt. Eine mit lauter lebhaften, in den Farben der Natur gehaltenen Rosensträußen bedeckte Tapete würde nicht nur barbarisch wirken, sondern auch nicht den Zweck erfüllen, dem sie zu dienen hat; sie würde sich dem Auge lästig aufdrängen und nicht mehr den Möbeln und Kunstgegenständen zur Folie dienen. Und bei einem Seidenstoffe wird der entwerfende Künstler wieder daran denken müssen, daß er eine Schöne schmücken, sie aber nicht in einen wandernden Blumengarten verwandeln soll.

Und doch ist der Pflanzenschmuck, welcher sich auch im Sinne der Natur weit über die Flächen ranken

kann, ebensosehr geeignet, die Wände unseres Zimmers zu beleben und etwas Licht und Sonne in unsere von steinernen Wänden umschlossene Klause zu tragen, wie die Schönheit einer jungen Frau wirkungsvoll zu umrahmen. Aber hier zeigt gerade der Zweck des Erzeugnisses, wie weit der Künstler sich der Natur nähern darf, wie weit er von ihr entfernt bleiben muß.

Es muß betont werden, daß in diesen Dingen die Führer moderner Richtungen viel dazu beitragen, ihre Schüler zu verwirren. In einer Abhandlung über die Gefahr des Pflanzenstilisierens (Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereins, Stuttgart, Heft 2, 1903/04) sagt Hermann Obrist: „Da, wo das Ornament, losgelöst von fast allen Zwecken, gewissermaßen Selbstzweck wird (und auch solche Aufgabe gibt es), wie zum Beispiel Rokokogitter oder ein gestickter Wandbehang, da mag diese abstrakte Linienmusik sehr wohl am Platze sein.“ Was mag dieser Satz eigentlich bedeuten? Gibt es überhaupt kunstgewerbliche Erzeugnisse, bei denen das Ornament von allen Zwecken losgelöst und Selbstzweck ist? Die von Obrist angeführten Beispiele beweisen das Gegenteil. Ein Ornament, welches Selbstzweck wäre, wäre kein Ornament. Bei einem Rokokogitter und einem Wandbehang hat das Ornament wie überall den Zweck zu erfüllen, den Gegenstand zu schmücken, ihn über den nackten Gebrauchswert zu einem Kunstwerk zu erheben. Wenn sie aber gar keinem Gebrauchszwecke dienen, sondern nur Ornamente sein wollen, sind sie entschieden zu verwerfen. Ein Gitter, welches keine Öffnung, keinen Raum zu verschließen hat, und ein Wandbehang, der nichts zu verhängen hat, sind genau so viel wert wie das berühmte Messer ohne Stiel und ohne Klinge. Die abstrakte „Linienmusik“ wäre also bei diesen kunstgewerblichen Gegenständen ebenso gut oder ebenso schlecht am Platze wie bei allen übrigen.

Hermann Obrist ist ein Gegner des übertriebenen und zwecklosen Pflanzenstilisierens. Ich bin es auch; aber die von ihm aufgestellten Grundsätze sind weit eher geeignet zu verwirren, als einem Künstler den rechten Weg zu weisen. Ich will noch ein Zitat aus seiner Arbeit anführen. Er sagt: „Folgendes Axiom gilt es also festzuhalten: Ein Gefäß ist in erster Linie ein Gefäß, ein reines tektonisches Gebilde des Menschengeistes und kein Naturprodukt; ein Leuchter ist ein Leuchter, ein Schrank ein Schrank. Kannst du diese Gebilde beleben durch diskretes Betonen und Hervorheben betonenswerter Teile vermittelst einzelner Motive aus der organischen Welt, ohne die Aufmerksamkeit des Betrachters von der Hauptsache, eben diesem Zweckgebilde selber, abzulenken, so tue es. Andernfalls wird es zum Unfug, mag deine Pflanzenstudie an sich noch so trefflich sein. Das Ornament ist keine Notwendigkeit, sondern nur überschüssige Kraft, die mit Takt verwendet werden muß, und nicht die Pflanze ist die Hauptsache beim Ornament, sondern eben das Ornament, die zierende Belebung einer Fläche oder eines Gebildes.“

Diese Grundsätze, so bestechend sie auf den ersten Blick erscheinen, fordern zum Widerspruch heraus, weil sie mit großem Aplomb als unumstößliche Wahrheiten hingestellt werden. Doch bildet das Ornament wirklich ein so leicht entbehrliches Element? Keineswegs es bildet nicht den Knochen, den der Künstler zur Bereitung einer schmackhaften Bouillon dem Käufer mit in den Kauf gibt, sondern es wächst als wesentliches Glied des Ganzen mit aus der künstlerischen Idee hervor. Und das geht ganz natürlich zu. Unsere Geräte und Werkzeuge sind zwar keine Naturobjekte, aber sie haben sich schon in frühester Zeit aus Naturobjekten entwickelt oder sind diesen nachgebildet worden. Gewiß, ein Gefäß ist in erster Linie ein Gefäß; aber die ersten Trinkgefäße waren hohle Kürbis-, Kokosnußschalen

und dergleichen, und der Erste, der einen Trinkbecher aus Ton fertigte, mag diese nachgebildet oder sich auch den Kelch einer Blume zum Vorbild gewählt haben. Unter den ältesten Gefäßen der Chinesen, welche ja in der Keramik unsere Lehrmeister gewesen sind, zeigten viele genau die Form des Flaschenkürbis. Warum sollte diese natürliche Entwicklung der Dinge nicht bei der künstlerischen Behandlung derselben zum Ausdruck kommen? Das Ornament ist hier nicht entbehrlich; es ist untrennbar mit der Form selbst verschmolzen. Wir müssen bewegte Menschenwerke geben, nicht steifgemachte Naturgebilde“, sagt Obrist. Unsere Gebrauchsgegenstände sind doch aber an sich nichts anderes als „steifgemachte Naturgebilde". Unser Kelchglas ist der Natur entlehnt; warum soll es dann nicht folgerichtig als ein steifgemachter gläserner Blumenkelch erscheinen? Spiegelt nicht in der Kunst jedes Objekt nur das Leben vor, ohne lebend zu sein? Das gläserne Kelchglas lebt nicht und duftet nicht, aber auch der Bronzelöwe tut niemandem etwas zuleide; das gemalte Stilleben erquickt unser Auge, nicht unseren Magen. Es ist steifgemachtes Naturgebilde. Auch unsere Möbel sind imitierte Naturgebilde. Ein Sessel, ein Stuhl ist nichts weiter, als der durch den Gebrauch umgestaltete Stumpf eines Baumes; eine Frucht, in die man ein Loch bohrt, groß genug, um ein

Licht darin zu befestigen, wird zum Leuchter, und ein hohler Stamm oder eine Erdgrube hat in frühen Zeiten die Rolle des Schrankes vertreten. Erst die Segnungen der Kultur haben dazu geführt, solch einen famosen Schrank mit Brettern und schweren Steinen zu verrammeln, bis schließlich Tischler und Schlosser das Werk vollendeten. Es ist also gar nicht so verkehrt, bei der künstlerischen Gestaltung der Gegenstände an ihre Entwicklungsphasen zu erinnern; das Ornament soll nicht zur Hauptsache, aber auch nicht zur Nebensache werden. Das Ornament ist keine Notwendigkeit? Wo wir es nicht als notwendig empfinden, da gehört es gewiß nicht hin. Sache des Kunstschöpfers ist es aber, uns sein Werk so hinzustellen, daß jedes Element als ein unentbehrlicher Teil des Ganzen erscheint als ein Teil, der nicht losgelöst werden kann, ohne den wohldurchdachten Organismus zu zerstören. Wer dies als zutreffend anerkennt, wird auch zugeben müssen, daß alle dekorativen Elemente von gleichem Werte sind, sofern sie der Künstleridee zum rechten Ausdruck verhelfen, und daß sie alle gleich wertlos sind, sofern sie als bloßes Beiwerk erscheinen. Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, hört die Stilisierung der Pflanze auf, eine Künstlerfrage zu sein; mag sie auch die Kreise der Zeichenlehrer noch so lebhaft beschäftigen.

Fred Hood.

Aufruf!

Wie

Tie aus dem Protokoll der Sitzung am Sonntag, den ständig freiwilliger, ebenso wie die Beihilfe im

28. Oktober, ersichtlich, ist eine Einbruchskasse Falle eines Schadens vollständig in die Hände für die Gesamtbranche begründet worden, und zwar des Vorstandes und Ausschusses der Kasse gelegt wird dieselbe am 1. Januar 1907 in Kraft treten.

wird. -- Die eingehenden Gelder werden sicher Bei den Vorverhandlungen wurde in Erwägung gezogen, angelegt. daß die Versicherungs-Gesellschaften fortgesetzt bestrebt Wenn in der am gen. Sonntag stattgefundenen achtsind, die Versicherungen aufzuheben, oder wenn abge- stündigen Sitzung, in welcher hauptsächlich diese Kassenlaufen, zu kündigen, oder aber solch' schwierige Bedin angelegenheit gründlich beraten wurde, sofort zur Gründung gungen zu stellen, daß ein Eingehen darauf unmöglich ist. geschritten ist, ohne erst in langwierige Verhandlungen

In der Versammlung am 28. Oktober und in den Ver mit den Mitgliedern der Verbände zu treten, so geschah handlungen kam man zu der Überzeugung, daß nun dies, weil die bisherigen Erfahrungen gelehrt haben, daß Selbsthilfe dringend geboten ist; denn der Zu dann so viel Bedenken auftreten würden, daß ein Erfolg stand, vollständig ohne Versicherung oder Hilfskasse zu ausgeschlossen erschien. sein, wäre ein zunächst unübersehbarer Schaden für die

Es soll auch davon abgesehen werden, durch Gesamtbranche.

Zirkulare für die Einbruchskasse Propaganda zu Bemerkt muß werden, daß es sich bei der Begründung machen, weil auch hier die Erfahrung gelehrt hat, daß der Einbruchskasse nicht etwa um eine Versicherungs wohl die Hälfte derartiger Drucksachen überhaupt nicht Gesellschaft handelt, sondern um eine Hilfskasse, gelesen werden. Wir wollen uns lediglich darauf bei welcher im Falle eines Einbruches dem Be

beschränken, in unseren Verbandsorganen darauf treffenden auf Grund seiner geleisteten Ein hinzuweisen. zahlung eine Beihilfe gewährt wird.

Die Geschäftsstelle erklärt sich bereit, allen Es ist nun erwünscht, daß die Mitglieder, die bei

Mitgliedern der Verbände, welche für diese außereiner Gesellschaft nicht zur Versicherung angenommen

ordentlich wichtige Angelegenheit Interesse haben, auf werden, einen erheblichen Beitrag zahlen, der annähernd

Verlangen die Geschäftsordnung, Formulare für derselbe ist, wie bei einer Versicherungs-Gesellschaft;

Beitritt usw. zugehen zu lassen. dann wird der Vorstand der Einbruchskasse in der Lage

Wir richten ganz besonders noch an die Vereinssein, den Anforderungen möglichst genügen zu können.

und Innungs-Vorstände das höfliche Ersuchen, sich der Auch diejenigen Firmen, welche einer Versicherungs

Sache anzunehmen und ihren Mitgliedern den Beitritt Gesellschaft angehören, werden als Mitglieder aufge

zu empfehlen. nommen, und handelt es sich hierbei um die Förderung aus Wohlwollen; aber auch darum, bei einem Einbruch Berlin, den 29. Oktober 1906. die Hilfe der Kasse in Anspruch nehmen zu können, sei

Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede es zur Herbeischaffung des gestohlenen Gutes usw. In beiden Fällen, sei es Versicherter oder

Berlin S., Oranien-Straße. 143. Nichtversicherter, ist der Jahresbeitrag ein voll

Menzel.

Fischer.

Wochentlicher Arbeits-Nachweis

Was ein Stelleangebot enthalten muß:

ob der Betreffende gesucht wird als Geschäftsführer, Verkäufer, Monteur und Fasser, Modelleur, Ziseleur, Emailleur, Graveur, für Neuarbeiten, Reparatur etc. Die Gegenleistungen sind anzugeben.' Höhe des Gehalts. Arbeitszeit.

Zur Beachtung für Stelleluciendel !

Deutsche Goldschmiede-Zeitung. Begründet und herausgegeben von Wilhelm Diebener, Leipzig 28,

Dresdener Straße 2.

Verantwortliche Redakteure:
Für den kunstgewerblichen Teil: Professor Rudolf Rücklin, Pforzheim.
Für den volkswirtschaftlichen Teil: Syndikus Hermann Pilz, Leipzig.

Für den fachtechnischen Teil: Goldschmied Paul Axthelm, Leipzig. Amtliches Organ des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Organ des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs, der Freien Vereinigung des Gold- und SilberwarenGewerbes für Berlin und den Reg.-Bezirk Potsdam, des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Großherzogtums Baden, der Kölner Juwelier-Vereinigung, der Freien Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Reg.-Bezirks Stettin, der Goldschmiede-Innung Schwerin i. M., der Freien Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz, des Kunstgewerbe-Vereins Hanau, des Gewerbemuseums Gmünd, der

Zentralstelle Schmuck und Mode.
Bezugs-Preis: Große Ausgabe mit kunstgewerbl. Teil:

Pro Jahr M. 8.-, Ausland M. 10.—.
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Zeitung:

Pro Jahr M. 2.—, bei Bezug unter Streifband M. 3.-
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M. -30, die ganze Seite M. 120.—; bei Wiederholungen wird Rabatt
gegeben. Anzeigen im Wöchentlichen Arbeits - Nachweis die vier-
gespaltene Petit - Zeile M. – 30 (M. –20 für Stellengesuche). Bei-
lagen nach Uebereinkunft, bei Anfragen wolle man stets Muster

beifügen.
Schluß der Anzeigen - Annahme in Leipzig: für den Wöchent-

lichen Arbeits-Nachweis Mittwoch Abend, für große Anzeigen
Dienstag früh 8 Uhr; bei unserer Filiale in Pforzheim,
Leopold Straße 12 je einen Tag früher.

Für die schnelle Beendigung von Unterhandlungen ist es wichtig, wenn bei Offertbriefen Alter und ev, Militärverhältnis. ferner die innegehabten Stellen, anf welche Arbeiten besonders geübt und wohlerfahren, angegeben und ZeugnisAbschriften beigefügt werden. Originalzengnisse gebe man nie aus der Hand. Das Beilegen von Freimarken ist unartig. Name und Adresse sind deutlich zu schreiben.

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Sofern andere Abmachungen nicht getroffen sind, gilt für Goldschmiede. Gebilfen eine 14 tägige Kündigung, die an jedem beliebigen Tage erfolgen kann. Kaufmännisches Personal kündigt 6 Wochen vor Quartalsschluß, falls nicht andere Abmachungen getroffen wurden, nicht aber unter einem Monat.

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Die Insertionsgebühren sind dem Auftrage möglichst beizufügen. Der
Preis läßt sich ja nach den nachstehenden Inseraten leicht berechnen.
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Dienstag, den 20. November 1906, bei unserer Filiale In Pforzheim, Leopold Str. 12:

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Graphitwerk und Schmelztiegelfabrik „Eckmühle“ der Niederbayerischen

Graphit-Verwertungsgenossenschaft Untergriesbach.

A

Juf der Nürnberger Jubiläums-Ausstellung hatte auch gereinigt und ganz sandfrei gemacht. Dies ist der Fleckengraphit,

die Niederbayerische Graphit-Verwertungsgenossen welcher zum Schmieren gewisser schnellaufender Maschinen schaft Schaibing, eingetragene Genossenschaft mit gebraucht wird. Abfall von der Aufbereitung, welcher geeignete unbeschränkter Haftpflicht, beziehungsweise deren Beschaffenheit hat, gibt noch den sogenannten Gießereigraphit

Graphitwerk und Schmelztiegelfabrik zum Ausschmieren der Gußformen bei Eisen- und Metallguß. Eckmühl bei Untergriesbach i. B. Wald (Werkdirektor Rings um die Pyramide stehen Graphittiegel verschiedener Friedr. Putz) ihre Produkte ausgestellt. Die Genossenschaft ist Größe, auch schr große, deren Fabrikation erst jüngst von dem eine Vereinigung von 22 Graphitbergwerkbesitzern verschiedener Werke Eckmühl begonnen wurde. Bewährt hat sich der hierzu Gemeinden, welche sich vor drei Jahren vereinigt haben, um verwendete Graphit bereits im großen in den bedeutendsten der immer empfindlicher sich geltend machenden Konkurrenz Gießereiwerken, welche die Graphittiegel aus solchem Graphit des eingeführten Ceylon-Graphites zu begegnen. Die Genossen des Werkes Eckmühl selbst machen. Die Genossenschaft hat schaft arbeitet mit dem Patentverfahren von Professor Dr. Lutz also mit Hilfe der neuen Aufbereitungsart ihren sich vorgesetzten in Passau, wodurch der Graphit des Bayerischen Waldes künstlich Zweck erreicht, und ein Absatzgebiet sich erobert, welches noch eine für Schmelztiegel besonders geeignete großschuppige bedeutend erweiterungsfähig ist, so daß der Graphitbergbau des Beschaffenheit erhält, nachdem er auf hohen Prozentgehalt an Bayerischen Waldes, von dem zu befürchten war, er möchte Kohlenstoff gereinigt wurde; Eigenschaften, welche dem Ceylon wegen mangelnden Absatzes in absehbarer Zeit teilweise erGraphit von Natur aus eigentümlich sind, und ihm immer mehr liegen, einen neuen Aufschwung nehmen dürfte, wenn die Graden Vorzug verschafften. Zur Herstellung der kleineren Tiegel phitgrubenbesitzer dazu das Ihrige beitragen. Der Graphit für das Schmelzen von Gold, Silber und Güldisch wird nur das gehört nicht zu den mutbaren Mineralien. Jeder Grundbesitzer beste Material verwendet, so daß die Dauerhaftigkeit derselben ge ist daher Eigentümer des daselbst vorkommenden Graphites. währleistet erscheint. Auf einem Sockel von Rohgraphit-Blöcken Die Gewinnung von Graphit ist uralt im Bayerischen Walde, erhebt sich eine imposante Pyramide, aus Eisen- und Spiegel an eine Erschöpfung trotzdem noch lange nicht zu denken. glasplatten konstruiert. Dieselbe ist entworfen von dem Kgl. Andere Fundstätten in Deutschland gibt es nicht. Der Abbau Professor Röhrl in Passau, deren Eisenkonstruktion von Schlosser der Graphitlager hat sich infolge der eigenartigen Verhältnisse meister Weidmann in Passau ausgeführt worden. In diese auch etwas eigenartig und abweichend von anderen BergwerksPyramide sind die verschiedenen Sorten des gereinigten oder betrieben ausgebildet. Auffallend lange blieb die Aufbereitung Raffinade-Graphites eingeschichtet. Im obersten Teil der Pyramide des Rohgraphites und damit des bayerischen Graphites überbefindet sich der durch Ausscheidung und Reinigung von den haupt Monopol einiger weniger Werke. Ohne Reinigung ist der beigemengten fremden Mineralien isolierte natürliche Graphit in Graphit eben nicht zu gebrauchen und versendbar. Eine Form kleiner und kleinster Schüppchen. Aus diesen werden gesunde Konkurrenz kann der künftigen Entwicklung der Graphitdurch kolossalen Druck endlose papierdünne Blätter geformt, industrie und des Bergbaues im Bayerischen Walde gewiß nur wie in dem untersten Teil der Pyramide enthalten. Davon werden förderlich sein. Die bereits genehmigte Eisenbahn Erlau-Unteralsdann durch Zerteilen beliebig große Blättchen oder Schuppen, griesbach-Wegscheid, welche durch das Graphitgebiet geht und wie für Schmelztiegel besonders geeignet, hergestellt. Auch in 2–3 Jahren voraussichtlich dem Betriebe übergeben werden wird der Graphit nach dem Verfahren von Dr. Putz noch weiter kann, wird hierzu ebenfalls sicher beitragen.

Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Gebrauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

§ 56, Abs. 2, Ziffer 3 der Gewerbeordnung und Jahrmärkte. dem Artikel „Aus der Werkstatt für die Werkstatt“ in I"

aber verbieten zu wollen, wäre ein Beginnen, für das doch eine Nr. 42 (Seite 398 a) der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ vom andere Motivierung erbracht werden müßte, als es in der Petition 20. Oktober d. J. wurde die Petition der vereinigten Verbände des geschehen ist. Allerdings ist anzunehmen, daß die übrigens Edelmetallgewerbes erwähnt, nach welcher das in $ 56, Abs. 2, immer nur einige Tage dauernden Jahrmärkte den am Orte Ziffer 3 der Gewerbeordnung ausgesprochene Verbot des Feil ansässigen Händlern etwas Schaden bringen, aber nicht viel. bietens von Gold- und Silberwaren, Bruchgold und Bruchsilber, Im anderen Falle müßten doch die Jahrmarkthändler so gute sowie Taschenuhren im Umherziehen auch auf den Verkehr auf Geschäfte machen, daß sie bald reiche Leute würden. Solche Jahrmärkten erstreckt werden soll.

Händler gibt es aber doch nicht oder nur in sehr geringer AnDer Einsender dieses ist kein Händler, glaubt aber doch, zahl. Die allermeisten Händler sind zufrieden, wenn sie bei auch eine Gegenstimme zum Worte bringen zu sollen. Die den Jahrmärkten so viel verdienen, daß sie eben leben können. Petition entbehrt seines Erachtens der eigentlichen Grundlage, Ferner ist zu bemerken, daß die betreffenden Jahrmarkthändler da die in Betracht kommenden Jahrmarkthändler wie jeder unmöglich unreelle Waren für gute verkaufen können. Kundige zugeben wird überhaupt nicht Gegenstände von Nach seinen Erfahrungen muß der Einsender die Existenz Wert, sondern nur die allerbilligsten Gold- und Silberwaren, eines solchen unreellen Verkaufes für den allergrößten Teil der und zwar nur in beschränktem Quantum, führen. Selbst dieses Händler unbedingt verneinen. Er stützt sich dabei auch auf die

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