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Die Gewehrdekorationen werden in vielerlei Arten aus dieser Arbeit werden die Figuren in stahlstichartiger Strichgeführt. Gestochene Arbeiten verschiedener Ausführungen, zise manier schattiert und zwar mit dem Handstichel. Die feinsten lierte, eingelegte und geätzte Dekorationen. Die einfachste und Jagdstücke werden wie Stahlstiche behandelt. Zur Erzeugung billigste Art ist das sogenannte „gestochene Laub“ (Fig. 1). der feinen Tönung des Grundes benutzt man besondere Rouletten. Die Art der Ausführung würde man mit Flachstich bezeichnen Bei Laub, kleinen Tannen, Fichten usw. verwendet man Stahlkönnen. Wie aber schon beschrieben, wird die Arbeit mittels punzen. Diese Arbeiten behalten die Färbung, die sie durch das Hammer gestochen, auch die Schattierungen mit einem Faden Einsetzen erhalten, ganz bei und werden danach mit einem durchstichel in derselben Weise. Die Schattierung bei dieser Aus sichtigen Lack überzogen, wie alle besseren Stücke. führung soll möglichst das Blatt bedecken, damit sich dieses Eingelegte Arbeiten: Bei diesen Arbeiten werden die gut von dem glatten Grund abhebt.

Figuren, Tiere, Ornamente, Blätter, Wappen, Monogramme und Bei einer anderen Ausführung tritt das Mattieren des Grundes dergleichen mit Gold oder Silber, oder abwechselnd mit beiden hinzu. Dies geschieht

Metallen ausgelegt. Zu entweder durch Ein

diesem Zwecke bringt schlagen einer Hohl

man zunächst die Konperle oder durch flaches

turen der Zeichnung auf Ausnehmen des Grun

den Gewehrteil und des mit einem feineren

meißelt dieselben an. Fadenstichel. Bei die

Im Gegensatz zu den ser Methode wird das

ziselierten Arbeiten, bei Laub selbstverständlich

welchen man außerhalb sparsamer schattiert,

der Konturen bleibt, damit sich die glatten

arbeitet man bei diesen Blätter gut von dem

eingelegten Stücken inmatten Grunde ab

nerhalb der Konturen. heben.

Fig. 6.

Ist die Figur ausWie aus den bei

gemeißelt, so werden gefügten Abbildungen

alle Konturen nach ersichtlich, ist meist ein

außen hin mit einem mehr oder weniger reich

kleinen Meißel leicht ausgeführtes Akanthus

unterhauen und ergänzt blatt verwendet, oftmals

man diese Arbeit event. aber auch Wein- und

durch Nachstechen mit Eichenlaub. Fig. 2 zeigt

einem Messerstichel. eine Gravierung mit

Es entsteht hierbei ein reichem Akanthusblatt,

feiner Grat, der das welches

mit
einge-

eingelegte Feinmetall stochenen Rippen ver

festhalten soll. Von der

Fig. 7. sehen ist. Diese Art

peinlichen Ausfühsung wird mit „Prager Gra

dieser Arbeit hängt in vierung“ bezeichnet.

erster Linie das gute Blattformen wie bei ge

Gelingen, das gute Ausstochenem Laub wer

sehen und die Dauerden auch zu Gravie

haftigkeit der Einlegerungen,,mit Grund“ zur

arbeit ab. Die Kontur sogenannten „Wetz

muß straff und sauber gravierung“ (Fig. 3)

dastehen. Die auszuverwendet. Die Blätter

nehmende Fläche wird werden hierbei wenig

nun mit dem Fadenschattiert und nach dem

stichel leicht ausge

Fig. 8. später beschriebenen

hoben. Die Tiefe richtet „Einsetzen“, wobei die

sich nach der Größe der Eisenteile eine dunklere Färbung erhalten, mit Holz und Fläche. Hierauf wird der Grund mittels eines Meißels mit sich Schmirgel wieder weiß geschliffen. Das Muster kommt hier kreuzenden Linien versehen. In diesen Linien soll sich das bei in bester Weise zur Geltung.

eingelegte Metall festhalten. Es ist darauf zu achten, daß die Die Figuren- und Jagdstücke werden in derselben Art Linien nicht zu stark aufgehauen werden und der Grat die hergestellt. Sie sind alle Wetzgravierung und füllen den zur Fläche überragt. Zwischen dem eingelegten Gold oder Silber Verfügung stehenden Raum aus oder werden auch mit den würde bei dem Fertigstellen das untere Metall zum Vorschein Laubmustern zusammengebracht. (Fig. 4 und 5.)

kommen und die Zeichnung sehr stören. Eine weitere Sorte, auch Damaszierung genannt, ist die Zum Einlegen verwendet man Feinsilber und bei Gold „englische Gravierung“ (Fig. 8). Auch diese wird mit Jagd mindestens Dukatengold. Das legierte Metall würde zu hart stücken oder Figuren, Monogrammen, Wappen usw. in Ver sein und sich nicht in der gehörigen Weise verarbeiten lassen. bindung gebracht.

Das Feinmetall wird zu Draht gezogen und gut geglüht. In Die „ziselierten Arbeiten“ werden wie bei der Ausführung feinere Linien wird der Draht eingelegt und mit einem ent„mit Grund“ erst angestochen und der Grund alsdann aus sprechend zarten Mattpunzen eingeschlagen. Der weiche Draht gehoben. Hierauf modelliert man die Figuren mit Meißel und wird hierbei in die unterhauenen Konturen getrieben und auf Punzen und mattiert den Grund. Nach der Fertigstellung diese Art befestigt. Breitere Linien, Figuren und dergleichen

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werden durch nebeneinandergelegte Drahtstückchen, die eins nach dem andern leicht eingeschlagen werden, ausgefüllt. Ist die ganze Fläche ausgefüllt, so wird das Ganze mit dem Hammer nochmals festgeklopft. Danach wird das eingelegte Metall mit einer feinen Schlichtfeile abgezogen, so daß sich eine glatte Fläche bildet. Die etwa nötige Schattierung wird zum Schluß mit dem Messerstichel aufgestochen.

Ziselierte Einlegearbeit: Figuren, Jagdstücke, Wappen usw. werden auch zu erhabenen Dekorationen ausgearbeitet. Die ausgenommenen Flächen werden dann mit ziemlich starkem Draht ausgefüllt, der dann nach dem Festklopfen die Fläche etwa überragt. Um die plastische Wirkung noch zu erhöhen, wird der Grund um den betreffenden Teile herum etwas ausgenommen. Die Gold- und Silberteile werden alsdann ebenso wie die Eisenziselierung behandelt.

Das Einsetzen hat den Zweck, die weichen Eisenteile

hart und widerstandsfähiger zu machen und ihnen eine marmorierte, blaugraue Farbe zu geben.

Die fertigen Gewehrteile werden in einem Eisenkasten zwischen Lederkohle verpackt und hierin geglüht. Haben die Teile den nötigen Hitzegrad erreicht, so werden dieselben wie Stahl gehärtet, sie werden in Wasser rasch abgelöscht.

Hierdurch erlangt das Eisen eine so große Härte, daß es nicht mehr zu bearbeiten ist. Gleichzeitig bildet sich aber auch eine schöne von hell bis dunkelblaugraue marmorierte Färbung. Manche Arbeiter wollen durch entsprechendes Legen der Lederkohle die Färbung etwas bestimmen können. Wie schon gesagt, werden nach dieser Prozedur einzelne Teile der Gravur ausgeschliffen, damit sich dieselben von dem dunklen Grund gut abheben. Alle besseren Arbeiten werden mit einem durchsichtigen Lack überzogen.

Der moderne Stil hat sich bei den Gewehrdekorationen noch nicht einzudrängen vermocht.

Von der dritten gemeinschaftlichen Konferenz unserer Fachverbände.

Am 23. September hat in Dresden im Goldenen Engel, wo einst Schiller Wohnung nahm, als er in Dresden ankam, um bei seinem Freunde Körner ein Heim zu suchen, eine Konferenz der Verbände des Edelmetallgewerbes stattgefunden, welche durch den Vorsitzenden des Goldschmiedeverbandes, Herrn Wilhelm Fischer, eröffnet wurde. In Sachen des

Versicherungswesens teilte derselbe mit, daß auf das erlassene Rundschreiben folgende Gesellschaften geantwortet haben: Niederländischer Lloyd, Hamburg-Bremer Feuerversicherungsgesellschaft, Winterthurer Versicherungsgesellschaft, Versicherungsgesellschaften Hamburg und Oldenburg, Globus, Schweizer National-Versicherungsgesellschaft, Oberrheinische Versicherungsgesellschaft, Magdeburger Versicherungsgesellschaft, Vaterländische FeuerversicherungsAktien-Gesellschaft, Feuerassekuranz-Compagnie in Hamburg, Kölnische Unfall-Versicherungsgesellschaft, der Londoner Phönix in Hamburg, die deutsche Transport-Versicherung in Köln, die Niederrheinische Gütertransport - Versicherungsgesellschaft in Wesel und die Thuringia in Erfurt. Die Gesellschaften haben ohne Ausnahme eine ablehnende Haltung eingenommen. An der folgenden eingehenden Debatte nahmen auch die Vertreter der Mannheimer und Frankfurter Versicherungsgesellschaften teil. Es wurde lebhaft bedauert, daß sich zurzeit Vorteile in der erhofften Weise bei den Versicherungsgesellschaften hinsichtlich des Abschlusses einer Feuer-, Einbruchs-, Transport- und Valoren-Versicherung nicht erreichen lassen. Von einem der Versicherungsbeamten wurde hervorgehoben, daß große Juweliere mit ausreichenden Sicherheits-Einrichtungen überall unterkämen und sich

die kleineren Geschäfte handle. Herr Fischer hob im Anschluß daran hervor, daß für die kleineren Geschäfte eine

Unterstützungskasse geschaffen werden solle, aus welcher ihnen bei Einbruchsdieb

stählen eine Hilfe gewährt werden kann. Die Gründung einer solchen Kasse wurde auch von Herrn Baumert namens der Grossisten befürwortet. Es wurden verschiedene Vorschläge über die Aufbringung der Mittel gemacht. Die Angelegenheit wird von den Verbänden weiter bearbeitet werden. Man beschäftigte sich sodann mit der

Preiserhöhung und Zielfrage. Von seiten des Herrn Stöffler wurde auf die veränderte Sachlage im Handel unserer Branche hingewiesen, auf die Überproduktion, welche zu „ziellosen Zielen“ geführt habe, auf die sozialdemokratische Agitation, die in Pforzheim Fuß gefaßt und den Arbeitgeberverband bereits zu Konzessionen bewogen habe, usw. Eine Reform der Zielverhältnisse sei unter diesen Verhält. nissen mehr denn je notwendig. Es müßten dabei alle der Branche Angehörigen mitwirken, besonders auch die Grossisten. Herr Baumert betonte die Notwendigkeit einer Aufbesserung der Preise, meinte aber, daß für die Regelung der Zielfrage jetzt nicht der geeignete Zeitpunkt sei. Sollte jetzt ein Zwang ausgeübt werden, so würde der gesamte Grossistenstand dagegen sein. Nach Herrn Stöfflers Ausführungen soll auf verlustfreie Kasse bei 30 Tagen 4% Skonto, statt jetzt 3%,

90 » 2% od. 3 Mon. 3 Monatsakzept rein Netto gewährt werden. Als Termin sei der 1. Januar 1907 ins Auge gefaßt. Herr Wilhelm Fischer stimmte mit Herrn Baumert darin überein, daß gegenwärtig die Regelung der Zielfrage großen Schwierigkeiten begegnen würde. Dies wurde noch mehrfach betont und schließlich von der Festsetzung des Termins für die Einführung vorläufig noch abgesehen. Die anwesenden Vertreter der Verbände gestanden zwar übereinstimmend zu, daß eine Regelung der Zielfrage nötig sei und daher die Angelegenheit auch in den Verbänden weiter erörtert werden müsse, daß jedoch die Art der Reform und die Festsetzung des Einführungstermines noch späteren Beschlüssen vorbehalten bleiben müsse.

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Kleine Mitteilungen.

Von der Lohnbewegung. Der Arbeitgeberverband in Schwäb. Gmünd beschloß, daß mit Einführung der neunstündigen Arbeitszeit diese von allen Arbeitsgruppen voll einzuhalten sei und daß nur Schleifern, Formern, Schmelzern und Goldpoliseusen gestattet sei, mittags mit der Arbeit fünf Minuten vor 12 Uhr aufzuhören, um notwendige Waschungen vorzunehmen. Bis jetzt war ein vorzeitiges Aufhören von 10—15 Min. auch abends gestattet.

Lohnbewegung in Oberstein. Den Fabrikanten von Oberstein wurde eine Forderung der Metallarbeiter übermittelt, nach der eine Lohnerhöhung von 15% gewünscht wird.

Lohnbewegung. Unter den Arbeitern der Bremer Silberwarenfabrik, Aktiengesellschaft, Sebaldsbrück b. Bremen sind Lohndifferenzen ausgebrochen.

Preiserhöhungen in Oberstein. Die Uhrkettenfabriken in Oberstein sehen sich nunmehr auch veranlaßt, infolge der andauernden Preissteigerung der Rohmaterialien einen Zuschlag von 5% eintreten zu lassen. Dieser Aufschlag tritt für sämtliche vom 9. Oktober d. J. ab einlaufende Aufträge in Kraft. Die 5% werden dem Endbetrag der Faktura aufgerechnet.

Preiserhöhungen der Hilfsgeschäfte in Pforzheim. Die Fabrikanten von Chatons, Galerien, Kugeln usw. haben sich zusammengeschlossen und neue, erhöhte Preise festgelegt. Ziel wird nur vier Wochen gewährt, alle späteren Zahlungen werden mit aufgelaufenen Zinsen, 1% über dem Reichsbanksatz entgegengenommen.

Preiserhöhung in der Metallwarenbranche. Die Metallwarenfabrik Werdau teilt ihrer Kundschaft mit, daß sie den Nettopreis-Aufschlag von 5% auf 10% erhöhen muß.

Ausstellungen. In Olmütz findet im Sommer nächsten Jahres die dritte Gewerbeausstellung statt.

Medaillen und Münzen. Die anläßlich der goldenen Hochzeit des badischen Fürstenpaares hergestellten Jubiläumsmünzen, Fünfund Zweimarkstücke sind als hervorragende Erzeugnisse der Medailleurkunst begrüßt worden. Auf der Rückseite sind sie von den anderen Zwei- und Fünfmarkstücken nicht verschieden, auf der Vorderseite aber zeigen sie in vortrefflicher Komposition das wohlgelungene Doppelbildnis des Großherzogs und der Großherzogin. Der Entwurf dazu stammt von Professor Rudolf Mayer, dem Schöpfer zahlreicher Medaillen und Plaketten.

Wir berichteten bereits über das Jubiläum des Herrn Stadtrat Clemens Veltmann in Pforzheim. In einer Sitzung des Rates sprach Herr Bürgermeister Habermehl herzliche Worte der Anerkennung an den Jubilar, dem er zu seiner silbernen Hochzeit mit der Stadt den Glückwunsch des Kollegiums und der Stadtgemeinde aussprach, und überreichte ihm sodann ein paar prächtige silberne Leuchter als sichtbare Erinnerung an diesen Tag. Herr Veltmann, der von dieser Ehrung sichtlich gerührt war, wies in seiner Antwort auf die große Wandlung hin, die Pforzheim in diesen 25 Jahren und nicht zum wenigsten unter der Führung des Herrn Oberbürgermeister Habermehl erfahren, und erinnerte daran, daß er unter drei Oberbürgermeistern, den Herren Groß, Kraatz und Habermehl, und in drei Rathäusern, dem alten abgebrannten Rathaus, dem provisorischen im Reuchlinschulhaus und seit 11 Jahren im gegenwärtigen Rathaus, in den Dienst der Stadt gestanden hat. Die obenerwähnten Leuchter sind aus der SilberwarenFabrik von Lutz & Weiß in Pforzheim hervorgegangen.

auch die königlichen Prinzen und Prinzessinnen mit zu ihren Kunden zählen zu dürfen. 1890 trat der jetzige Inhaber mit in das Geschäft ein, nachdem er bereits 10 Jahre lang in seines Vaters Geschäft tätig gewesen war.

Unsere Glückwünsche! Firmen- Eintragungen. Im Handelsregister zu München wurde die Gravieranstalt Susanna Bock, Sendlingerstraße 44, eingetragen. - In das Handelsregister, betreffend die Firma Emil Lüdke, vormals Carl Hahn & Sohn (Kunstgewerbliche Gegenstände), G. m. b. H. in Wenigenjena, ist eingetragen worden: Dr. jur. Ernst Mönich in Wenigenjena ist als Geschäftsführer ausgeschieden. – Im Handelsregister ist die Firma Bruno OB wald in Beuthen (O.-S.) und als ihr Inhaber der Juwelier Bruno Obwald daselbst, Poststr. 1, eingetragen worden.

Firmen-Löschung. Die Bijouteriefirma Gustav Sickinger in Pforzheim wurde von Amts wegen gelöscht.

Geschäfts - Eröffnungen. Herr Emil Jabulowsky hat in Pforzheim eine Silber- und Stahlwarenfabrik eröffnet. Herr Karl Kammerer in Pforzheim hat ein Bijouterie - Engrosund Exportgeschäft gegründet.

Geschäfts - Veränderungen. Die Goldwarenfabrik Mößner & Wellendorf in Pforzheim ging infolge Todesfall des Herrn Wellendorf auf Herrn Georg Mößner allein über. Aus der Firma Moritz Armány & Neffe, Edelsteinschleiferei in Wien VII., Kirchengasse 11, ist Herr Gerson Armány ausgetreten. Nunmehriger Alleininhaber ist Moritz Armány.

Geschäfts - Übernahmen. Zu der bereits in Nr. 41 (Seite 392 a) gemeldeten Geschäftsübernahme der Firma J. P. Plücken in Neuß durch Herrn Franz Vell ist noch nachzutragen, daß dieselbe unter der bisherigen Firma weiterbestehen wird. Das Gold-, Silber- und Juwelen-Geschäft von K. Scharrer in Nürnberg ist auf dem Juwelier Mathias Schaller daselbst übergegangen und wird unter unveränderter Firma weitergeführt.

Geschäfts-Vergrößerung. Die Silberwarenfabrik von Hermann Bauer in Schwäb. Gmünd hat die, durch einen Anbau an die Fabrik gewonnenen großen neuen Räume bezogen. Es ist dies der 4. Anbau an die im Jahre 1863 gegründete Fabrik, ein Beweis, auf welch gesunder Basis dieselbe vorwärts schreitet.

Geschäfts - Verlegungen. In Duisburg a. Rh. verlegte Herr Aloys Haal seine Goldwarengroßhandlung ab 10. Oktober nach Sonnenwall 741 und hat derselbe bei dieser Gelegenheit sein Lager bedeutend vergrößert. — Herr Wilhelm Berner, Juwelier und Goldschmied in Lübeck, verlegte sein Geschäft nach Breitestr. 7. – Herr Wilhelm Pfannkuch, Goldschmied und Juwelier in Kiel, verlegte sein Geschäft von Faulstr. 3 nach Holstenstr. 46. Die Fabrik feiner Lederwaren für die Etuisbranche und Bijouterie-Exporteure Hermann Stöhr, Offenbach a. M., hat ihre Pforzheimer Verkaufsstelle bzw. ihr Export-Musterlager nach Leopoldstr. 12 daselbst verlegt. Herr Gottlieb Gulden, Fassergeschäft in Pforzheim, wohnt jetzt Kiehnlestr. 10 daselbst. - Die Edelsteinhandlung S. Berger, Paris-Pforzheim, hat ihr_Pforzheimer Geschäft nach der Zerrennerstr. 5 verlegt. – Das Bijouteriehilfsgeschäft (Samte Engros) Gustav Zenkert in Pforzheim hat Leopoldstr. 12 daselbst neue Lokalitäten bezogen. – Herr Joh. Aug. Ulrich in Pforzheim hat sein Vergoldungsgeschäft nach der Goethestraße verlegt. Herr William Posner, Bijouterie - Engros, Pforzheim, verlegte sein Geschäft nach der Durlacherstr. 67 daselbst. Herr Carl Jock in Karlsruhe hat sein UhrenGold- und Silberwarengeschäft nach der Kaiserstr. 141 daselbst verlegt. Herr Emil Rothschild in Pforzheim, hat seine Ringfabrik nach dem eigenen Neubau, Durlacherstr. 67 verlegt.

Die mechanische Werkstätte des Herrn Friedrich Bauer in Porzheim, befinden sich nunmehr Westl. Karl-Friedrichstr. 157.

Die Silberwarenfabrik W. Frey & Cie. in Pforzheim, bezog bis zur Fertigstellung ihres Neubaues provisorische Räume, Durlacherstr. 1. — Herr Bijouterie-Exporteur Georg Bujard in Pforzheim, verlegte seine Geschäftslokalitäten nach der westlichen Karl-Friedrichstr. 93. Gebr. Brodersen, GoldwarenEngros Hamburg, haben ihre Bureaus vergrößert und nach Mühlenstr. 52 (Stadtteil Mühlenburg) verlegt. – Wir teilten in vor. Nummer S. 402 a irrtümlicherweise mit, daß die Firma Ernst Ve eck ihr Edel- u. Halbedelsteingeschäft nach Hettenrodt bei Idar verlegt habe. Hierzu wäre nun zu berichten, daß die genannte Firma von Hettenrodt nach Idar übergesiedelt ist

Todesfälle. Am 18. Oktober verschied in Schwäb. Gmünd nach langem, schweren Leiden Herr Privatier Julius Kuttler, früherer Teilhaber und Mitbegründer der Firma Gebr. Kuttler, im Alter von 68 Jahren. Der Verstorbene war von einer unermüdlichen Arbeitskraft bis ihn ein schweres Augenleiden, welches völlige Erblindung zur Folge hatte, zwang, sich ins Privatleben

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnungen. Dem Herrn Professor Stier vom Württ. Kunstverein wurde vom König von Württemberg die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Ordens der Württembergischen Krone verliehen. – Dem Oberbürgermeister der Goldstadt Pforzheim, Herrn Ferdinand Habermehl, wurde vom Großherzog von Baden die Friedrich - LuisenMedaille verliehen. Dem Goldschmied Herrn Friedrich Stein in Hanau, der seit 50 Jahren in der Firma A. Grubener daselbst beschäftigt ist, wurde das „Allgemeine Ehrenzeichen“ verliehen. - Wir gratulieren!

Jubiläen. Herr E. Kleucker, Direktor der Geislinger Metallwarenfabrik, Zweigniederlassung Göppingen, konnte am 15. Oktober auf eine 25 jährige Tätigkeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde ihm von den Sängern der Fabrik ein Ständchen dargebracht. Im Laufe des Vormittags begab sich eine Abordnung der Geislinger Fabrikleitung in die Wohnung des Jubilars, um ihm die Glückwünsche des Direktoriums und des Aufsichtsrats zu übermitteln. – Auf ein fünfzigjähriges Bestehen konnte am 21. Oktober die Firma Gustav Jähne, Kgl. Sächs. Hofjuwelier, Gold- und Silberschmied in Dresden zurückblicken. Das Geschäft, das gegenwärtig mit zu den ersten und vornehmsten Dresdens gehört, hat sich aus kleinen Anfängen durch ernstes Streben und Reellität zu seiner Größe und Bedeutung entwickelt. Genießt doch die Firma seit langer Zeit den besonderen Vorzug, sowohl die Königin-Witwe Carola als

zurückzuziehen. Durch sein biederes, liebenswürdiges Wesen, wie durch seinen ausgesprochenen Wohltätigkeitssinn hat sich Herr Kuttler ein dauerndes Andenken gesichert. Möge ihm die Erde leicht werden! Einen weiteren, schweren Verlust hat die Gmünder Edelmetallindustrie und das Kunstgewerbe durch den am 19. Oktober erfolgten Tod des Herrn L. C. Köhler, Inhaber der gleichnamigen Ringfabrik, zu verzeichnen, welcher im 48. Lebensjahre einer schmerzlichen Venen-Entzündung erlag. Als tüchtiger Techniker und umsichtiger Geschäftsmann hat der Verblichene es verstanden, sein Geschäft aus kleinen Anfängen heraus zu seiner jetzigen Blüte und Bedeutung emporzubringen und sich die Achtung und das Vertrauen seiner Mitbürger zu erwerben. Außer verschiedenen Ehrenämtern, welche Herr Köhler inne hatte, war er Mitglied des Gewerbeschulrates und Vorsitzender der Gewerbebank seit einer Reihe von Jahren. Sein allzufrühes Hinscheiden erregt allgemeines Bedauern. Ehre seinem Andenken! — In Villingen starb Herr Handelskammersekretär Dr. Knorz an einem Lungenleiden nach achtjähriger Wirksamkeit im Dienste der Schwarzwälder Handelskammer und damit der Uhren-Industrie. Wir kondolieren!

Verschiedenes. Herr Dr. Kretschan in Dresden, Direktor des Historischen Museums, wurde als Leiter des Kunst- und Gewerbemuseums nach Weimar berufen. In Geislingen St. ist Prof. Ziegler, der schon 15 Jahre lang als Zeichenlehrer an der dortigen Gewerbeschule wirkte, vom Gemeinderat und Gewerbeschulrat zum Vorstand bestellt worden. Die Silberwarenfabrik Franz Mosgau, Berlin, errichtet für die Exportkundschaft am Pforzheimer Platz ein großes Musterlager. Die Firma Theodor Friesinger in Pforzheim, Erbprinzenstr. 12, hat die Vertretungen der Firmen Koch & Bergfeld, Silberwarenfabrik in Bremen, der Mittweidaer Metallwarenfabrik Rudolf Wächter & Lange in Mittweida (Sachsen), und der Lüdenscheider Metallwerke, A.-G., vorm. Jul. Fischer & Basse in Lüdenscheid (Westf.) für den Pforzheimer Platz übernommen.

Die vereinigten Thüringer Metallwarenfabriken, A.-G., in Mehlis wollen dieses Jahr wie im Vorjahre 12% Dividende verteilen. Die A.-G. für Metallindustrie vorm. Gustav Richter in Pforzheim erzielte einen Reingewinn von 83 465 Mk. gegen 48 064 Mk. im Vorjahr, woraus nach 34 046 Mk. (i. V. 20 221 Mk.) Abschreibungen 10% Dividende gegen 8% im Vorjahre verteilt werden. – Herr Stephan Bing ist als Mitglied der Direktion in den Vorstand der Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik vorm. Gebrüder Bing, A.-G., in Nürnberg eingetreten. Herr Hugo Rentzsch, langjähriger Vertreter der Württembergischen Metallwarenfabrik (Zweigniederlassung Göppingen), ist in den Vorstand der Berliner Metallwarenfabrik H. A. Jürst & Co., A.-G. in Adlershof-Berlin eingetreten.

staltung des Raumes. Die neue künstlerische Gesinnung, die sich auf allen Kunstgebieten anmelde, könne auch nicht auf künstlerische Äußerungen allein beschränkt bleiben; eine echte, in der Zeit wurzelnde Kunst müsse in innerer Wechselwirkung zum ganzen Zeitgeist stehen, müsse sich widerspiegeln in unseren Sitten und Gebräuchen. In allen unseren Lebensäußerungen müsse eine Läuterung nach der Seite der Echtheit des Empfindens und der Wahrhaftigkeit des Ausdrucks erfolgen.

Der Fachverband für die wirtschaftlichen Interessen des Kunstgewerbes (Geschäftsstelle Berlin W. Jägerstr. 22) beschäftigte sich in seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien mit den Ergebnissen des Delegiertentages des Verbandes Deutseher Kunstgewerbevereine in Dresden, auf welchem besonders die Frage der Konkurrenz, welche die Lehrwerkstätten und Leiter der staatlichen und staatlich unterstützten Kunstgewerbeschulen dem Kunstgewerbe durch Übernahme von Privataufträgen machen, und über welche von dem Fachverbande unter Angabe des tatsächlichen Materials bei der Regierung Beschwerde geführt ist, Gegenstand der Verhandlungen war. Mit großem Befremden und unter lebhaftem Protest wurde die Behauptung des preußischen Regierungsvertreters auf dem Delegiertentage aufgenommen, daß die von dem Fachverbande erhobenen Beschwerden „in nichts zerflossen“ seien. Es wurde beschlossen, den beteiligten Ministerien diesen Protest zur Kenntnis zu bringen und gleichzeitig weiteres tatsächliches Material aus der neuesten Zeit zur Begründung zu unterbreiten.

Geselligkeitsverein „Dinglinger“, Dresden. Der Verein hielt am Sonntag den 7. d. M. sein erstes diesjähriges Wintervergnügen, durch einen Familienabend im Hotel Herzogin-Garten ab. Trotzdem der befreundete Uhrmachergehilfen-Verein, Chronologie am selben Tage sein Stiftungsfest feierte, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Vergnügungsausschuß hatte es auch an nichts fehlen lassen, den Mitgliedern, deren Damen und Gästen einen recht genußreichen Abend zu bieten. Die Vorträge bei der Abendunterhaltung, welche sämtlich von Mitgliedern ausgeführt wurden, unter gütiger Mitwirkung einer jungen Dame, wechselten in gutgewählter Reihenfolge ab und endeten mit einem flott gespielten Theaterstück. Sämtliche Vorträge fanden den wohlverdienten Beifall der Anwesenden. Der darauf folgende Tanz hielt die große Mehrzahl bis zum Schluß noch in äußerst fideler Stimmung zusammen, und für viele folgte der Schlubtanz noch viel zu früh. Mit Freuden wurde wahrgenommen, daß viele Kollegen als Gäste anwesend waren, und der letzte Vereinsabend hat gezeigt, daß es ihnen im Kreise der fidelen Dinglinger gut gefallen hatte. Es hatten sich fünf Kollegen als neue Mitglieder angemeldet, die größte Anzahl an einem Abend seit dem Bestehen des Vereins, und so wurde zu aller Freude die 50. Aufnahme gefeiert. Daß der kollegiale Sinn immer so bleiben und dem Verein immer mehr Kollegen zuführen möge, daraufhin ein kräftig „Gut Borax" !

G. P.

Aus Innungen und Vereinen. Im Badischen Kunstgewerbeverein in Karlsruhe hielt am 4. Oktober Herr Geh. Regierungs- und Gewerberat Dr. Muthesius von Berlin einen höchst interessanten Vortrag über das Thema: „Die nationale Bedeutung der kunstgewerblichen Bewegung.“ U. a. führte der Redner aus, daß ein offener Protest gegen den französisch-romanischen Kulturkreis um die Mitte des 19. Jahrhunderts zuerst in England entstanden sei, habe sich aber nur langsam Bahn gebrochen und erst in den 90 er Jahren auf Deutschland hinübergegriffen. Rasch sei aber da eine verborgene Energie ausgelöst worden, die sich in den besten deutschen Köpfen als Gegenwirkung gegen die Stil - Imitationen seit Jahren angesammelt hätte. Nach etwa 10jähriger Arbeit könnten wir heute auf eine große einheitliche Entwickelung zurückblicken. Als Verdienst der kunstgewerblichen Bewegung sei hervorzuheben, daß sie mit den Stil-Imitationen völlig aufgeräumt habe. Auf der Dresdner Ausstellung sähen wir, wie alles eine neue, selbständige Sprache rede. In sehr eingehender Weise besprach sodann der Redner die Vorteile und Mängel der neuen Bewegung, den Widerstand der Fabrikanten usw. Noch werde es lange dauern, bis der Stilformalismus völlig überwunden sei, aber gebrochen sei bereits seine Macht. Die kommenden Wege werden und müssen dieselben sein, die das neue Kunstgewerbe eingeschlagen hat. Das letzte Endziel könne nichts anderes sein, als die Architektur, denn im Grunde genommen gebe es kein Kunstgewerbe, sondern nur eine Architektur. Alle die Aufgaben, die jetzt das Kunstgewerbe löse, seien schon Teilaufgaben der Architektur; das Kunstgewerbe sei zur Raumgestaltung geworden, beschäftige sich also mit dem springenden Punkt der Architektur, der Ge

Neues aus Hanau. Gollner-Gedächtnis - Ausstellung. Der Kunstverein beabsichtigt, mit seiner Weihnachts-Ausstellung eine Gedächtnis-Ausstellung von Werken des im April dieses Jahres verstorbenen Emailmalers Hermann Gollner zu vereinigen. Diese Ausstellung soll die Tätigkeit Gollners nicht nur als Emailmaler zeigen, sondern auch aus seinem früheren künstlerischen Wirkungskreis, der Genre- und Landschaftsmalerei, Werke in Ölund Aquarelltechnik enthalten. Aber gerade die Emailmalereien Gollners sind sämtlich in festen Händen, und so würde die Ausstellung ohne Emailarbeiten ein ganz ungenügendes Bild von der Tätigkeit des Künstlers geben, wenn es dem Vorstand nicht gelingt, einige größere und kleinere Stücke in Emailliertechnik leihweise zu erhalten. Der Vorstand des Kunstvereins richtet daher an unsere Mitbürger die Bitte, es möchten diejenigen, welche Emailbilder von Gollner besitzen und diese für etwa vier Wochen zur Verfügung stellen wollen, dem Vorsitzenden, Herrn Stadtbaurat Thyriot, baldgefälligst Mitteilung davon zukommen lassen. Erst bei genügender Zusage ist das Zustandekommen der Ausstellung gesichert.

Quittung. Recht echt sehr haben wir uns gefreut, daß unsere Bitte an die

verehrten Leser der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“, den braven Kollegen Höntschel mit einigen Beiträgen zu unterstützen, nicht vergebens war. Es gingen folgende Unterstützungen ein:

Beifolgend 50 Mk. für Unterstützung an den Goldarbeiter Köntschel in Ziegenhals. 9. 4. Werner, Hof-Juwelier Sr. Maj. des Kaisers und Ihrer Maj. der Kaiserin, Berlin W. 8, Friedrichstr. 2 .

Mk. 50.-
Bitte meinen vollen Namen nicht zu bestätigen.
Fr. Fr. in Br.

5.-
Bitte diesen Betrag dem Kollegen Höntschel in 3.
übermitteln zu wollen. Bernh. Lommatzsch, Juwelier
und Goldschmied, Weißer Virsch bei Dresden

3.Eine Weihnachtsgabe für den alten Golaarbeiter M. in 3. - Gebr. Kwiatkowski, Juweliere in Breslau

5.Beifolgend sende eine Kleinigkeit für Herrn Höntschel; hoffe, daß noch viele Jaler für ihn eingehen. G. Herbold, Neuchâtel

3.4 P. N. in L..

5.Vom Verlag der Deutschen Goldschmiede - ZeitungWilhelm Diebener

20.

Summa: Mk. 91.-
Wir quittieren hiermit verbindlichst dankend obige Beiträge,
und sehen weiteren Einsendungen für unseren Kollegen, Herrn
Höntschel, gern entgegen.

Die Schriftleitung
der Deutschen Goldschmiede-Zeitung.

Paul Axthelm.

praktischen Zwecken dienen, und beim Tragen nicht zur äußeren Erscheinung kommen, so können sie nach der Anmerkung zum Stichwort „Schmuckgegenstände“ auf Seite 629 des Warenverzeichnisses nicht als Schmuckknöpfe angesehen werden. Sie sind vielmehr, da der bewegliche, zungenförmige Teil der Anknöpfvorrichtung nach der vorgenommenen Untersuchung nicht aus verniertem, sondern aus vergoldetem, unedlem Metall (Messing) besteht, nach Ziff. 10 Abs. 2 der Vorbemerkung zum Warenverzeichnis ebenso zu verzollen, wie die ganz aus solchem Stoff hergestellten Waren, d. h. bis gemäß dem Stichworte „Metallwaren“, Ziffer 2a, 1 auf Seite 461 a. a. O., in Verbindung mit der Überschrift zum Stichworte „Knöpfe“ auf Seite 373 a. a. O., des Tarifwertes 884, 175 Mk. für 1 Dtzd., zuzurechnen.

Bearbeitete Schmuckketten aus Eisen. Diese Schmuckketten nebst dazugehörigen Hefteln sind aus naturfarbigem oder braungefärbtem, poliertem, schmiedbarem Stahl hergestellt und dienen zum Schließen von Kleidern, Pelzkragen usw. und daneben zur Zier. Herstellungsland: Frankreich. Zollsatz: 24 Mk. für 1 Dtzd. – Auslegung des § 4 der Taraordnung. Die innersten, zu je 6 von einem größeren, nicht zum Reingewichte gehörigen, umschlossenen kleinen Kartons, in denen je ein einzelnes Stück der sog. Gablonzer Artikel eingeht, gehören im Sinne der vom Bundesrat erlassenen Taraordnung (§ 4) zum Reingewicht und sind daher mit zur Verzollung zu ziehen, weil diese innersten weder für den Versand noch für die Aufbewahrung im Kaufhause erforderlichen Kartons bei dem Einzelwerk auch in der Regel in die Hand des Käufers übergehen.

Für Export und Import.

Praktische Winke für Goldwaren-Geschäfte Zolltarifentscheidungen in Deutschland. Feine Ketten aus Neusilber: Die als echte Maschinenketten bezeichneten Ketten

1) Ein sauber gehaltenes Lager erhält den Wert dessind aus Neusilber hergestellt und sollen zu Uhrketten weiter

selben, und jedes Stück Ware, welches nicht in Ordnung verarbeitet werden. Durch die sorgfältige Formung, die Rein

ist, bildet einen Derlust. heit und eigenartige Zusammenfügung ihrer Glieder, sowie durch den Verwendungszweck kennzeichnen sich die Ketten als

2) Geschmackoolle Dekoration erhöht das Ansehen des Schmuckgegenstände, und sind diese als feine Ketten aus Neu

Geschäfts und wirkt empfehlend. silber zu verzollen. Herstellungsländer: England, Frankreich. Tarif

3) Es empfiehlt sich, Gegenstände gleicher Gattung wert 880, Zollsatz 60 Mk. für 1 Dtzd. Zollbehandlung von

möglichst gruppenweise zusammen zu halten, um dem eisernen Hutnadeln. Hutnadeln von der Beschaffenheit der

Kunden in bequemer Weise eine Auswahl darin Dor= Proben, die aus etwa 20 cm langen polierten eisernen Nadeln

legen zu können. bestehen und mit einem unscheinbaren Knopf aus gepreßtem

4) Jeder Gegenstand offen ausgezeichnet, dabei aber schwarzem Glase versehen sind, können im Sinne der Anmer

einen festen Preis dafür eingehalten, erspart manches überkung zu „Schmuckgegenstände“ auf Seite 629 des Warenver flüssige Wort und erweckt Dertrauen bei dem Publikum. zeichnisses nicht zu den Schmucknadeln gerechnet werden, son

5) Reelle und freundliche Bedienung ist für jedes dern sind nach Ziffer 2a, 3 des Stückwertes „Nadeln“ auf Seite

Geschäft eine sehr gute Reklame. 485 a. a. O. auf Grund des Tarifwertes 841 zum Satz von 50 Mk.

6) Man soll die Fertigstellung von Reparaturen nie für 1 Dtzd. zu verzollen. Unfertige Bestandteile von

zu früh versprechen, da sonst der Kunde leicht der= Uhrgehäusen zu Taschenuhren. Von den vorgelegten Be

gebens kommt. standteilen von Uhrgehäusen zu Taschenuhren ist Probe 1 ein

7) Bei der Annahme eines Geldstückes zum Wechseln zur Aufnahme des Werkes, sowie zur Befestigung des Glas

empfiehlt es sich, stets sofort zu bemerken, in welchem reifens und des Uhrdeckels (Bodens) bestimmter Reif (Rand) Betrag man ein Stück erhalten hat, um einem Irrtum aus Silber; Probe 2 ein zur Aufnahme des Glases bestimmter,

porzubeugen.

E. £. I. C. teilweise vergoldeter aus Silber, Probe 3 ein aus Messingblech ausgestanzter, nicht vernierter usw. Staubdeckel, Probe 4 ein zur Aufnahme des äußeren Deckels bestimmter Reif aus Silber, Probe 5 ein äußerer Deckel (Boden) aus Silber. Sämtliche Bestandteile bedürfen vor ihrer Zusammensetzung noch einer

Mitteilungen aus dem Geschäftsverkehr. wesentlichen Bearbeitung (Anlöten von Scharnieren, Polieren usw.). Sie sind deshalb nach Beschaffenheit des Stoffes zu ver

(Außer Verantwortlichkeit der Redaktion.) zollen. Hiernach unterliegen Waren von Beschaffenheit der Die Firma Theodor Baer in Hanau a. M., die sich ganz beProben 1, 2, 4 und 5 als Silberwaren der Verzollung nach Tarif sonders durch Neuheiten in der Spezialfabrikation feiner Knöpfe wert 776 mit 600 Mk. und Waren vo Beschaffenheit der Probe 3 verdient macht, hat der gen Nummer ein Kunstblatt beials Messingblechwaren der Verzollung nach Tarifwert 878 mit gelegt, das wir unseren Lesern zur allseitigen Beachtung em30 Mk. für 1 Dtzd. Herstellungsland: Schweiz. – Zollbehand- pfehlen. Da die Firma, wie die Beilage zeigt, stets bestrebt ist, lung von Hemdknöpfen aus vergoldetem Messing mit vom Besten das Beste zu geben, und auch, wie schon früher Fuß aus Perlmutter. Die Knöpfe bestehen aus einer kleinen derartige Kunstblätter bewiesen haben, besonderes Gewicht auf runden Perlmutterscheibe, in der eine Vorrichtung zum An eine technische Vervollkommung der Knopf-Mechaniken legt, so knöpfen des Kragens an das Oberhemd eingelassen ist. Da die dürfte es sich gewiß empfehlen, die Muster dieser Firma für Knöpfe nur diese Verwendung finden können, also lediglich die Weihnachtszeit einmal in Bestellung zu nehmen. Nr. 43

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