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VM fin unsere Fragesteller! 1

Zu Frage 716. Wenn Sie 5861000

Gold schmelzen und dazu unsere deutschen 20 Mark-Stücke nehmen, müssen Sie neue

Stücke verwenden; auf keinen Fall solche aus den Jahrgängen Fragekasten der ,, Deutschen Goldschmiede-Zeitung" 71, 72, 73, in diesen befindet sich ein Zusatz, welcher das Gold in Winspruch nehmen, doch den Inseratenteil derselben und

spröde macht und diese vor dem Einschmelzen schützen soll.

Hauptbedingung ist, daß Sie vollständig chem.-reines Nürnuch die vorhergehenden Fragen und sintworten recht genau berger Legierkupfer verwenden, welches Sie am besten durch zu beachten. Es kommt oft vor, daß sich viele Fragen Dr. Th. Wieland in Pforzheim beziehen, indem Sie ihm angeben, wiederholen und ebenso, daß sich viele Fragen aus dem

ob für dicken Draht oder Blechausgüsse (hierfür hat er verInseratenteil von selbst beantworten lassen.

schiedene Sorten). Auch an dem Feinsilber kann der Mißstand liegen, welches oftmals in körneriertem Zustand noch Säure enthält. Dieses schmelzen Sie am besten um und walzen es

zu dünnem Blech. Vor dem Ausgießen setzen Sie eine MesserFrage- und Antwortkasten.

spitze (auf 100 g Gold) Kupferchlorid von Dr. Wieland und rasch Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

hinterher Kohlenstaub zu, decken den Tiegel noch einen Augen

blick zu, bevor Sie denselben schütteln und ausgießen. Vorher Fragen:

(vor dem Kupferchlorid) setzen Sie in üblicher Weise Borax zu, Frage 715. Welcher Kollege würde die Güte haben und

ganz wie Sie sonst schmelzen. Kupferchlorid reinigt und Sie mitteilen, wie der Flächeninhalt von Filigran ausgerechnet wird,

werden somit kein Malheur haben, vorausgesetzt, daß Sie dem oder, wie viel Gold wird mit 4 Volt Spg. in der Stunde auf ein

Tiegel genügend Hitze geben und nicht zu lange kochen lassen,

wodurch das Gold auch trocken wird. Oft helfen sich GoldOdcm Filigran niedergeschlagen? Im voraus besten Dank. V. W.

schmiede, indem sie etwas Wachs, Oel oder Zucker vor dem Frage 720. Wer ist der Fabrikant von Bestecken, Ausgießen zusetzen, auch Seife; doch ist meine Art, nach meinen die nebenstehendes Warenzeichen, vermutlich einen persönlichen Erfahrungen immer die beste gewesen. Adler- oder Hahnenkopf, tragen?

H. in L.

Zu Frage 721. Blankes Messing zu mattieren. In einem Frage 722. Kann mir einer der Herren Kollegen

irdenen Gefäße mischt man zu 1 Pfund konzentrierter Schwefelsagen, wer Sammler für antike Battersea-Emaille - Ğe säure vorsichtig und allmählich unter beständigem Umrühren genstände ist?

X. mit einem Glasstabe 2 Pfund Salpetersäure, schüttet dann 6 g

Kochsalz und 20 g Zinkvitriol hinzu. Das sich stark erhitzende Frage 723. Wer ist der Fabrikant von Silber Gemisch läßt man erkalten und bringt die zu mattierenden bestecken, die nebenstehendes Warenzeichen tragen? Stücke an Aluminiumdraht befestigt hinein, läßt sie fünf Minuten Frage 728. Ich bitte um freundliche Auskunft,

darin und spült sie ab. ob die Glasscheiben eines fest verschlossenen Zu Frage 724. Kleinere Edelsteine in Silber gefaßt liefert:

Schaukastens anlaufen, wenn in demselben elek Gottfried Rupp jr., Pforzheim. trische Lampen zur Beleuchtung angebracht sind? Wie muß

Zu Frage 734. Gichtringe fabriziert als Spezialität: Carl ich den Luftdurchzug regeln?

A. 100.

Moosmann, Oberstein. – Krampf- bzw. Gichtringe liefert: WS

Frage 735. Welcher Fabrikant von Silberwaren (Stock Schuhmann & Vahl, Weißenfels (Thür.). griffe usw.) führt nebenstehendes Warenzeichen? S. in B. Zu Frage 736. Fabrikant der Emailkuchen, die als Waren

zeichen ein Schiff tragen, ist F. A. Schütt (vormals ChemieFrage 741. Gibt es in der Stadt Ulm eine Metallwaren

Trust, Basel), Pforzheim, Dillsteinerstr. 6. Fabrik, die silberne und unechte Waren fabriziert? Ich bitte um deren Adresse.

A. W.

Zu Frage 737. Ein geeignetes ,,Hartlötemittel“ für alle

Metalle fabriziert P. Klampke, Juwelier und Graveur, Glogau. Frage 743. Bitte mir gefl. mitteilen zu wollen, wie man Das damit ausgetragene Lot fließt sehr leicht und glatt, bindet Aluminium rot und matt vergolden kann?

X. X. sehr gut, ohne daß die Lötstellen gereinigt zu werden brauchen, Frage 745. Kann mir einer der Herren Kollegen eine Firma

da es selbst reinigend und oxydlösend wirkt. Preis für ein namhaft machen, welche ganz billige Goldboxes, sog. Export

Liter 2 Mk., Proben 60 Pig. ware (etwa 45–60 Mk. p. Groß), fabriziert? P. A. Th.

Zu Frage 739. Diesen Artikel können Sie von Schuhmann

& Vahl, Weißenfels (Thür.) beziehen. Zu angefragtem Preis Frage 747. Welche Firma liefert zu Hutnadeln die dazu

werden Sie gerade nicht Broschen mit vielen Steinen erhalten. gehörigen Stahlnadeln, ungefähr 1,2 mm stark und 20 cm lang?

Am Pforzheimer Platz werden ein-, zwei-, und dreisteinige K. J. B. in M.

Similibroschen, in solider Ausführung (Schwalben usw.), teilweise Frage 749. Wer ist oder war Fabrikant von mit Emaille in der Preislage erzeugt. Wir nennen Ihnen die Alfenide - Bestecken, die nebenstehendes Waren Firmen: Jung & Grimm, Fr. Kunzmann (Verl. Gerberstraße), zeichen tragen? Die so gestempelten Löffel wurden Max König (Dillsteinerstr.). - Andere Similiwaren, sog. Gabs. 2. in München gekauft.

E. N. in C. lonzer Ware, beziehen Sie vorteilhaft von Brüder Freund in

Gablonz und Rich. Wagner in Schlag bei Gablonz. Frage 750. Wer liefert Leder für Leder-Chatlaines ? X. Y.

Zu Frage 740. Handwerker-Ketten in Nickel für Maurer, Frage 751. Wer liefert Hutnadelstiele (dutzendweise) gelb Zimmerleute, Fleischer usw. liefern: Schuhmann & Vahl, und blau ?

X. X.

Weißenfels (Thür.). – Joh. Schimpf, Pforzheim. Frage 752. Ich habe eine Hochzeits-Gedenkmünze mit der Zu Frage 742. Einsender dieses ratet Ihnen die Stahluhren Aufschrift „Sei getreu bis in den Tod“ und Signum „H. Dürrich

bzw. Gehäuse nach Pforzheim in ein Spezialgeschäft zu senden. Fec. 98“ nachzuliefern und weiß nicht, woher ich dieselbe be Emil Jabulowsky, Oxidierungs-Anstalt; Herm. Falk, Holz ziehen kann. Ich bitte mir mitzuteilen, wer der Erzeuger der gartenstr. 10; Wilhelm Drais, Bleichstr., sind auf diese Artikel selben ist?

C. E.

sehr gut eingerichtet. Es dürfte für Sie zu zeitraubend, umständ

lich und kostspielig sein, die Oxidierung vorzunehmen. Frage 753. Welcher Fabrikant liefert Herren- und Damenringe in gutem Silberdoublé ?

J. R. in L.

Zu Frage 744. Intarsia- Artikel erzeugen: Adolf Henning,

Berlin C. 14, Niederwall-Str. Intarsia-Co., G. m. b. H., Frage 754. Wer liefert kleine „Ansichten“ von Metall für Stuttgart. Erhard & Söhne, Schwäb. Gmünd. Zigaretten-Etuis, Notizblocks, sowie ausziehbare Bleistifte mit

Zu Frage 746. Echte Schnurperlen wäscht man in reinem Metallfassung?

X. X.

warmen Seifenwasser und trocknet dieselben in Kleie auf. Frage 755. Ich bitte um baldige Aufgabe von Adressen Zu Frage 747. Zum Bezug von Hutnadeln bzw. Stahleiniger leistungsfähiger Firmen in Norwegen, welche die nadeln ist die Firma Jakob Barth in Pforzheim,

Weihernorwegischen Emaillöffel fabrizieren ?

X. Y. straße 33, zu empfehlen.

Zu Frage 748. Silberketten zu Anhängern, nach eigenen Antworten:

Mustern, fertigen: Burg & Leonhard, Hanau. Fr. Henne, Zu Frage 710. Kleine Stückchen Blei, die in den Krayons Pforzheim, Zerrennerstraße. Carl Härdtner, Pforzheim. verwendet werden, liefert: A. W. Faber, Nürnberg.

Lutz & Weiß, G. m. b. H., Pforzheim. Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

1787

Fachtechnischer und wirtschaftlicher Teil

Redaktion: Kunstgewerblicher Teil: Professor Rudolf Rücklin, Leiter der Goldschmiede-Smule, Pforzheim o Fachtechnischer Teil: Goldrahmied Paul Axthelm, Leipzig - Wirtschaftlicher Teil: Syndikus Herm. Pilz, Leipzig

Die Lohnbewegung in Hanau.

Über

ber die Lohnbewegung in Hanau haben wir bisher kurze

Notizen zu bringen uns beschränkt, weil ihr Ausgang bis vor kurzem noch ganz ungewiß war, und wir es für verkehrt hielten, verfrühte Berichte zu bringen, die das Urteil leicht irregeführt und den weiteren Gang der Verhandlungen eventuell eher erschwert als gefördert haben würden. Heute darf die Lohnbewegung als erledigt betrachtet werden, und wir geben daher nunmehr einen ausführlichen Bericht über ihren Verlauf.

Bereits seit längerer Zeit konnte man hier und da mit größerer oder geringerer Bestimmtheit die Nachricht auftreten hören, daß im Herbst dieses Jahres die Gold- und Silberarbeiter in eine Lohnbewegung eintreten würden, und die vom Metallarbeiterverband veröffentlichte Broschüre „Die Gold- und Silberarbeiter, ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse“, sowie die rege Werbetätigkeit, welche dieser Verband allerorten in der Edelmetallindustrie entfaltete, deuteten offensichtlich darauf hin, daß unter einheitlicher Leitung der Organisation eine allgemeine Bewegung von langer Hand vorbereitet wurde mit dem Zweck, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse einer Revision zugunsten der Arbeiter zu unterziehen, aber auch zugunsten des Metallarbeiterverbandes diese Bewegung zu fruktifizieren; denn offenbar konnte es für ihn keine bessere Gelegenheit zur Stärkung seiner Organisation geben, als unter Benutzung der günstigen Geschäftslage und zugleich der steigenden Lebensmittelteuerung der Arbeiterschaft eine Probe seiner Leistungsfähigkeit vor Augen zu führen, die den Arbeitern Vorteile und ihm selbst die Arbeiter bringen würde. Daß letzterer Zweck in namhafter Weise erreicht ist, das zeigen die großen Massen der Arbeiter, welche anläßlich der jüngsten Bewegung in allen beteiligten Städten dem Metallarbeiterverband beigetreten sind, und der Anreiz hierzu ist noch durch die Erfahrung desto eindringlicher gewesen, daß die Forderungen der Arbeiterschaft nur da, wo sie gemäß entsprechend langer Mitgliedschaft zum Verband statutenmäßig Anspruch auf pekuniäre Unterstützung im Ernstfall hatte, in der vollen erwünschten Höhe und mit starkem Nachdruck gestellt werden konnten, wie z. B. in Hanau, während anderswo diese Voraussetzung einer Unterstützung noch nicht zutraf, und daher der Verband die Forderungen der Arbeiter bescheidener bemessen und vorsichtiger vertreten mußte, wie in Pforzheim zum Beispiel.

Nachdem am 13. September eine Versammlung der Hanauer Gold- und Silberarbeiter stattgefunden hatte, wurden am nächsten Morgen schon die folgenden Forderungen gedruckt allen Fabrikanten vorgelegt:

1. Festsetzung eines Mindestlohnes von 21 Mk. pro Woche für ausgelernte Arbeiter. Ein Jahr nach beendeter Lehrzeit darf kein gelernter Arbeiter der Gold- und Silberbranche weniger als 24 Mk. pro Woche erhalten.

2. Einführung der neunstündigen Arbeitszeit inklusive der bisher üblichen Frühstücks- und Vesperpausen.

Diese Verkürzung der Arbeitszeit darf keine Kürzung des bisherigen Wochenverdienstes zur Folge haben. -- Die Mittagspause ist strengstens einzuhalten, so daß nicht einzelne oder mehrere Arbeiter während derselben weiter arbeiten.

3. Eine allgemeine Lohnerhöhung auf die bisherigen Wochenverdienste um 15%; insoweit durch diese für einzelne Arbeiter der Mindestlohn nicht erreicht wird, muß Letzterer bezahlt werden.

4. Eine Besserbezahlung der Überstunden, und zwar wie folgt: Für die ersten zwei Stunden nach der üblichen Arbeitszeit 25%, für jede darüber hinausgehende Stunde und für Sonntagsarbeit 50%. Alle außer die reguläre Arbeitszeit fallende Tätigkeit, auch die Einholung etwaiger Versäumnisse, wird als Überzeitarbeit gerechnet.

5. Abschaffung der Akkordarbeit.
6. Abschaffung der Heimarbeit.

7. Bezahlung aller Feiertage, welche auf einen Wochentag fallen.

8. Bezahlung aller unverschuldeter Versäumnisse, wie: Stellung zur Kontrollversammlung, Ausübung von Ehrenämtern für Staat und Gemeinde, kurze militärische Dienstleistungen oder sonstige durch den Arbeiter unverschuldete Unterbrechungen der Arbeit.

9. Allgemeine Einführung einer achttägigen Ferienzeit im Jahre unter Fortbezahlung des Wochenlohnes.

10. Regelung des Lehrlingswesens in der Weise, daß auf je vier Arbeiter nicht mehr wie ein Lehrling beschäftigt werden darf.

Von diesen Forderungen erschienen einzelne auf den ersten Blick schon unerfüllbar, so insbesondere die zu Punkt 1., 7. und 9. Die Festsetzung eines Mindestlohnes kann weder technisch noch kalkulatorisch in eine Industrie hineinpassen, welche in so hohem Grade, wie die Edelmetallbranche, mit den spezifischen Leistungen des einzelnen Arbeiters zu rechnen hat und, gemäß der individuellen atur und Schätzung der einzelnen Arbeit, auch nur eine individuell abgemessene Entlohnung derselben vornehmen und zugestehen kann. Wie einzelne andere, so führen wir auch diese Forderung eines Mindestlohnes mit darauf zurück, daß der Metallarbeiterverband dabei, seiner bunten Zusammensetzung entsprechend, auf die Besonderheiten der Edelmetallindustrien keine Rücksicht genommen hat. Diese Gleichbehandlung unserer Arbeiterschaft mit anderen, teilweise ganz heterogenen Elementen, welche durch die Hereinziehung in den Metallarbeiterverband verursacht worden ist, erweist sich somit, wie diese Forderung zeigt, nicht nur vom idealen Standpunkte aus, sondern auch in ihren praktischen Konsequenzen als ein erhebliches Bedenken, das um so bedauerlichere Folgen haben kann, wenn die in der Organisation ruhenden Nivellierungstendenzen vielleicht eine Richtung nach abwärts einschlagen sollten, von welcher sich unsere Arbeiter,

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gehalten durch Kassen, Beitragspflicht und Verträge, später Lohnbewegung der Metallarbeiter einer der Beschwerdepunkte dann nicht mehr zu emanzipieren vermögen.

der, daß keine Arbeit im Akkord vergeben sei in dem beDie Bezahlung aller Feiertage, welche auf einen Wochen treffenden Betriebe. tag fallen, hat nicht nur in Fabrikantenkreisen, sondern auch im Von den noch übrigen fünf Forderungen der Arbeiter wurde weiteren Publikum kein Verständnis gefunden. Die im Laufe die letzte, betreffend Regelung des Lehrlingswesens, zuder Verhandlungen gegebene Erklärung, man habe dabei die nächst aus den Verhandlungen ausgeschieden und einer späteAbsicht verfolgt, den Stundenlohn allmählich durch den Wochen ren Spezialberatung vorbehalten. Über die anderen Punkte lohn zu ersetzen, kann ebenfalls als eine stichhaltige Be ist auf dem Wege beiderseitigen Entgegenkommens eine Einigründung nicht angesehen werden; denn mag eine derartige gung erzielt worden. Hierzu waren allerdings sehr langwierige Regelung auch ein für die Arbeiterschaft erstreberwertes Ziel Verhandlungen erforderlich, die viel Zeit und Mühe gekostet darstellen, so erscheint, wie die tatsächlichen Verhältnisse haben, und mehr als einmal schien der Versuch einer gütlichen liegen, vorderhand doch eine solche Forderung durchaus ver Einigung zu scheitern, und der drohende Streik Wirklichkeit früht und muß an dem Grundsatz scheitern, daß der Arbeiter werden zu wollen. Die Verhandlungen werden aber anderernur für die effektive Arbeitszeit Lohn zu beanspruchen hat. seits den Vorteil gezeitigt haben, daß man sich beiderseits von

Punkt 9., die allgemeine Einführung der achttägigen der Absicht sachlicher und ruhiger Behandlung der gestellten Ferien pro Jahr unter Fortzahlung des Lohnes, welche in ein Forderungen überzeugen konnte, und daß in diesen Verhandzelnen Fabriken namentlich der Juwelenbranche im vorigen Jahre lungen ein lehrreiches Bild dafür gewonnen ist, wie künftig bewilligt sind, war ebenfalls von vornherein unannehmbar. Wo etwa auftretende Zweifel oder Differenzen sich werden erledigen sie bewilligt waren, war dies aus besonderem Wohlwollen ge lassen. Dabei konnte man lebhaft den Eindruck gewinnen, daß schehen und nur in solchen Betrieben, wo es sich als tech sich beiderseits ein gutes Vertrauen zu der Ersprießlichkeit solcher nisch und rechnerisch möglich erwies. Sobald diese Forderung Verhandlungen von Organisation zu Organisation herausgebildet aber als allgemeine für alle Branchen und Betriebe erhoben hat, und wir wollen nicht verschweigen, daß hierzu das Aufund als ein Recht beansprucht wurde, mußte sie auch einer treten des Frankfurter Bezirksleiters des Metallarbeiterverbandes, ebenso allgemeinen Ablehnung begegnen. Hierbei möchten wir Herrn Fritz Ehrler, wesentlich beigetragen hat. auf eine weitere Gefahr der Organisation unserer Arbeiterschaft Dieser war, nachdem eine sehr stark besuchte Arbeiterverhinweisen, welche darin liegt, daß der Raum für freiwillige Zu sammlung am 28. v. Mts. die mündlich getroffenen Vereinwendungen an die Arbeiter des einzelnen Betriebes um so barungen im ganzen genehmigt hatte, von der Arbeiterschaft mehr eingeengt wird, je weiter die Organisation in ihren allge zum Abschluß eines Vertrages bevollmächtigt worden, welcher meinen Forderungen geht, und daß die Neigung zu besonderer sodann gemeinsam formuliert und am 3. ds. Mts. von der GeFürsorge für die Arbeiter in demselben Maße abgeschwächtneralversammlung des Arbeitgeberverbandes der Hanauer Edelwird, als die Arbeiter sich mehr und mehr auf den reinen metallindustrie angenommen worden ist. Rechtsstandpunkt stellen, und damit das persönliche Einver Der Vertrag ist mit Dauer bis zum 1. Juli 1908 geschlossen nehmen des einzelnen Fabrikanten mit jedem seiner Arbeiter unter Festsetzung einer dreimonatigen Kündigungsfrist und entmehr und mehr ersetzen durch die starre Abgrenzung von hält in seinen Hauptteilen folgende Bestimmungen: Rechten und Pflichten im Wege des individuellen oder kollek Die Arbeitszeit beträgt pro Tag 9 Stunden. Die Vertiven Arbeitsvertrages.

kürzung der Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden pro Tag darf Die Abschaffung der Heimarbeit, Punkt 6. konnte allge keine Kürzung der bisherigen Wochenverdienste zur Folge mein ebenfalls nicht zugestanden werden, namentlich in Anbe

haben. Die regelmäßige Mittagspause ist nach Möglichkeit tracht der besonderen Anforderungen, welche in der Edelmetall strenge innezuhalten, und ein Zurückbehalten einzelner Arindustrie als Saisonindustrie nun einmal zu gewissen Zeiten beiter soll tunlichst vermieden, in jedem Fall aber rechtzeitig auftreten. Sodann war man sich aber auch sofort darüber klar, angesagt werden. Die neunstündige Arbeitszeit ist als effektive daß man die Hand nicht dazu bieten dürfe, durch ein allge zu betrachten, und ihre Durchführung soll in der Weise gemeines Verbot es jedem, auch dem bedürftigsten und fleißig

schehen, daß ein möglichst pünktliches Anfangen morgens und sten Arbeiter unmöglich zu machen, daß er sich außerhalb und mittags seitens der Arbeiter stattfindet. seiner Arbeitszeit in der Fabrik durch häuslichen Fleiß noch Mit Beginn der auf den Vertragsschluß folgenden Lohnwoche etwas dazu verdiene. Dieses humane Bedenken lag übrigens tritt eine allgemeine Lohnerhöhung um 10% auf die am auch gegen die Festsetzung eines Mindestlohnes vor, indem sie 1. Juli 1906 gezahlten Wochenverdienste in Kraft, Diese Erhöhung zur Folge gehabt haben würde, daß alle weniger verdienenden erstreckt sich auf alle Lohnarten (Akkord- und Heimarbeit). Arbeiter, neben den jungen also insbesondere auch die wegen Überstunden werden mit folgenden Zuschlägen bezahlt: Alters nicht mehr voll leistungsfähigen, aus ihrer Beschäftigung Für die ersten zwei die übliche Arbeitszeit übersteigenden Stunund eventuell aus der ganzen Branche hätten ausscheiden den 20%, für jede weitere Stunde 50% und für Sonntagsarbeit müssen und dann entweder eine langjährige Lehrzeit verloren 100% des vereinbarten Stundenlohnsatzes. Die gemäß § 105c oder überhaupt keine Arbeit mehr gefunden hätten. Auch eine der Gewerbeordnung am Sonntag zulässigen, im Interesse der AufGefahr der Organisation, daß sie bei der Verfolgung der rechterhaltung des Betriebs liegenden Reparatur- und InstandGesamtinteressen mitleidslos über die Geschicke des einzelnen haltungsarbeiten werden mit 50% Zuschlag entlohnt. Als ÜberArbeiters zur Tagesordnung überzugehen genötigt ist.

stunden werden diejenigen Arbeitsstunden täglich gerechnet, Auch die Forderung der allgemeinen Abschaffung der welche über die neunstündige Arbeitszeit hinausgehen. Die Akkordarbeit, Punkt 5., läßt sich nicht rechtfertigen, da die Überstunden werden auch dann höher bezahlt, wenn während zu ihrer Begründung angeführten Gefahren einer Überanstrengung der normalen Arbeitszeit eine unfreiwillige Versäumnis vorgedes betreffenden Arbeiters hier nicht vorliegen, und andererse legen hat, z. B. durch persönliche Erkrankung des Arbeiters, manche Betriebe für bestimmte Funktionen auf die Akkordarbeit Krankheitsfall in seiner Familie, Wohnungswechsel u. dgl. In nicht verzichten können. Interessant ist übrigens der folgende Abzug gebracht werden bei Feststellung der Überstunden für Gegensatz der Anschauungen zu konstatieren: während in Hanau den betreffenden Tag dagegen Versäumnisse, welche freiwillig die Abschaffung verlangt und in der Debatte mit dem aus der oder ohne zwingenden Grund herbeigeführt sind, z. B. durch schweren Industrie stammenden Spruch „Akkordarbeit ist Mord Zuspätkommen, durch Ausflüge, durch Unterbrechen oder Verarbeit“ operiert wurde, ist in Offenbach bei der gleichzeitigen säumen der Arbeitszeit ohne rechtzeitige Mitteilung.

Die Akkordpreise werden dem Arbeiter vor Übernahme übrigen. Wir möchten nur wegen der Gewährung einer allder Arbeit schriftlich mitgeteilt. Bei Akkorden, welche zum gemeinen Lohnerhöhung um 10% noch bemerken, daß diese erstenmal vereinbart werden und, soweit ein etwaiger Minder vom Arbeitgeberverband begründet worden ist ausschließlich mit verdienst nicht auf ein Verschulden des Arbeiters selbst zurück der steigenden Verteuerung der Lebenshaltung der Arbeiter. Aus zuführen ist, wird der Stundenlohn garantiert, der mit jedem diesem Grunde hat man von den, gegen eine solche allgemeine Akkordarbeiter zu vereinbaren ist.

Erhöhung unverkennbar sprechenden prinzipiellen und techBei unverschuldeten Versäumnissen wird (gemäß § 616 nischen Bedenken abgesehen und ebenfalls aus diesem Grunde B. G. B.) für Kontrollversammlungen, kurze militärische Übungen es für richtig gehalten, die Arbeiter sofort vom Beginn der und für die Ausübung von Ämtern, deren Übernahme staats nächsten Lohnperiode ab in den Genuß der Höherbezahlung zu bürgerliche Pflicht ist, der Lohn weiter bezahlt. Die Bezahlung setzen, und nicht erst eine Frist abzuwarten, welche die Ervon Versäumnissen infolge Ausübung anderer staatlicher und ledigung der noch unter den alten Lohn- und Beschäftigungskommunaler Ehrenämter wird in das Ermessen jedes einzelnen bedingungen abgeschlossenen Aufträge ermöglicht hätte. Arbeitgebers gestellt. Sonstige kurze Unterbrechungen (bei Zu der direkten 10 prozentigen Lohnerhöhung kommt natürlich Inventuraufnahme, Reparaturen in den Betriebsräumen u. dgl.) noch diejenige hinzu, welche in der Verkürzung der Arbeitszeit sollen ohne Aufschub nachgearbeitet und vergütet werden. auf 9 Stunden liegt und auch noch ungefähr 10% ausmacht.

Zur Schlichtung von Streitfällen wird ein Schiedsgericht Es liegt auf der Hand, daß auf diese Weise mit der Neuregeeingesetzt, das je zur Hälfte aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern jung der Arbeits- und Lohnverhältnisse in der hiesigen Industrie besteht.

eine erhebliche Mehrbelastung der Fabrikation verbunden Die Vorstände beider eingangs genannten Organisationen ist, welche nur dadurch getragen werden kann, daß auch die verpflichten sich, für die Durchführung und strenge Innehaltung Verkaufspreise der fertigen Ware eine angemessene Erhöhung der vorstehenden Vereinbarungen seitens ihrer Mitglieder Sorge erfahren. Man darf zur Einsicht der Abnehmer ohne weiteres zu tragen.

das Vertrauen haben, daß auch sie sich dieser Erkenntnis nicht Auf die Einzelheiten noch einzugehen wird sich hier er verschließen werden.

Die Hammerarbeiten der Krefelder Kunstgewerbeschule

auf der III. Deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung zu Dresden.

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ps sind noch nicht zwei Jahre her, seit die Fortbil

dungsschule in Krefeld zu einer Kunstgewerbeschule
erhoben wurde. Die Schule steht unter der un-
mittelbaren Aufsicht des Staates und wird zum Teil

aus staatlichen und zum Teil aus städtischen Mitteln
unterhalten. Auf Grund eines Erlasses des Herrn Ministers
für Handel und Gewerbe wurde eine Beteiligung der Schule
an der Dresdener Ausstellung in Aussicht genommen, die auch
durch staatliche und städtische Beihilfe verwirklicht wurde.
Sämtliche Entwürfe und deren Ausführungen, einschließlich
der Ausstellungsschränke, sind in der Schule, unter der
Leitung des trefflichen Direktors, Herrn Carl Wolbrandt,
und des Lehrerkollegiums von den Schülern der Anstalt
hergestellt worden. Daher erklärt sich auch die einheitliche
Wirkung des Ausstellungsraumes. Die Schule bildet die Schüler
nicht nur theoretisch aus, sondern sie läßt diese auch in
eigenen Werkstätten praktisch arbeiten. Sie will dadurch
ihre Zöglinge dazu anleiten, daß sie einen künstlerischen Ge.
danken von Anfang bis zu Ende selbst durchführen können
Sie werden dazu erzogen, unter möglichster Selbständigkeit
ihre erschauten und erdachten Formen im Material ihres Hand-
werks auszuführen. Man betrachtet den gesamten Unterricht
von dem Standpunkt: „Die Formen sollen sich dem Ma-
terial entsprechend zweckmäßig entwickeln“. So wer-
den z. B. für Edelmetalle zarte Formen, für die unedlen Metalle
dagegen derbe Linienführungen angewandt.

Die Goldschmiedeklasse und -Werkstatt (Lehrer Goldschmied Julius Svensson) hat obigen Prinzipien folgend recht schöne Erfolge gehabt. (Siehe Abbildungen im Kunstteil dieser Nummer, Seite 200.) Besonders sind es die trefflichen Gefäße, welche beachtet sein wollen. Auch Goldarbeiten, kleine Sachen, wie Broschen und Anhänger sind vertreten, jedoch läßt hier die Technik noch zu wünschen übrig. Bei allen Arbeiten, großen und kleinen hat der Hammer und sein Gehilfe, der

Punzen, das Vorrecht gehabt. Wenn auch heutzutage die Maschinenarbeit nicht mehr umgangen werden kann, so wäre es doch sehr zu wünschen, daß der viel edleren Hammerund Ziselierarbeit mehr Beachtung, als wie bisher geschenkt würde, in der Schule sowohl, als in der Praxis.

In den einfachen, schönen Schränken der Krefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule sieht man eine Menge hübscher Sachen, die in der Werkstatt des Goldschmiedes Svensson hergestellt wurden. Da ist eine reizende Teekanne in Kupfer, mit dem Hammer aufgezogen. Bei dieser Kanne ist in erster Linie die Zweckmäßigkeit und die Möglichkeit der Reinhaltung derselben berücksichtigt. Als Gegenstück sieht man eine Kanne in Silber gehämmert und mit einigen Korallen ausgeschmückt. Die Kanne ist vergoldet, und die Vergoldung auf den Höhen abgeschliffen, so daß eine schöne dekorative Wirkung entsteht. Ähnlich der Teekanne ist eine gehämmerte Aluminiumvase, ebenfalls mit roten, gefaßten Steinchen verziert. (Diese letztere Ausschmückung von Gefäßen ist übrigens sehr zu empfehlen, sie gibt dem Gegenstand ein freundliches Aussehen.) Ferner sieht man eine Plakette aus dickem Messing gemeißelt. Das Motiv hierzu bilden drei Flamingos. — Besonders hervorzuheben ist ein Lineal aus Aluminiumbronze mit einem sehr handlichen auf der oberen Seite desselben befindlichen Griff, ebenfalls gemeißelt. Dem folgen eine Reihe von kleineren Goldschmiedearbeiten, gehämmert, montiert, ziseliert und emailliert. Es sind dies Versuche zu einer neuen, zielbewußten Technik. Man sieht in einem Glaskasten vier Gürtelschließen und zwei Broschen, deren Formen dem Tierund Pflanzenreiche entnommen sind. Die Technik des Emaillierens ist sehr glücklich dabei angewandt, müßte aber noch besser und prächtiger in seiner Wirkung werden. Hierbei ist wieder einmal bewiesen, welch schöner Schmuck für die Goldschmiedearbeiten die Schmelzarbeit ist, vielleicht die schönste von allen Techniken. Es wäre sehr zu wünschen, daß diese

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Kunst wieder so in Aufnahme käme, wie es in der Zeit der deutschen Renaissance der Fall war, und es ist anzuerkennen, daß in der Goldschmiedewerkstatt der Krefelder Schule diese Kunst gepflegt wird. Man bemerkt dann noch unter anderen schönen Sachen eine in Kupfer getriebene Milchkanne; eine dreihenkelige Schale, ebenfalls in Kupfer gehämmert und versilbert. Ferner eine getriebene, versilberte Bierkanne, auf deren Korpus feine ziselierte Gerstenmotive angebracht sind. Ferner wäre noch eine gehämmerte Vase zu nennen, die ebenfalls schön ziseliert und schließlich patiniert ist. Zum Schlusse sei noch einer zweiten originellen Vase gedacht, über deren Wassergefäß ein ziselierter Kranz von Heckenrosen angebracht ist, der den Blumenstrauß zusammenhält.

Zu bemerken wären noch die Arbeiten der Schlosserund Kunstschmiede-Werkstätte, die unter der Leitung des Kunstschmieds Mörl, dieselben oben erwähnten Ziele verfolgt, und in deren Klasse ebenfalls sehr anzuerkennende Leistungen zu verzeichnen sind. Die Arbeiten dieser Abteilung sind dem Material, Eisen, entsprechend: „geschweißt, genietet, gehämmert und gemeißelt“ und zeigen, was man mit dem rauhen Eisen alles machen kann. Man sieht hier einige schöne Türklopfer, eine Lampe; dort verschiedene Leuchter, Türangeln usw. So gibt die Ausstellung dieser Schule für „Handwerker“ ein erfreuliches Bild ehrlichen Strebens. Möge sie ihr schönes Ziel erreichen!

Goldschmied Paul Axthelm.

Die neue Königskette des Paderborner Bürger-Schützen-Vereins.

(Zu der Abbildung im Kunstteil dieser Nummer, Seite 199.)

m dem langgefühlten Bedürfnis, das alte kunstlose tragen wird das Kleinod an einer Kette, deren Glieder in Königskreuz durch ein Kleinod in künstlerischer Medaillonform und Rautenform, teils mit vergoldeter PerldrahtAusführung zu ersetzen, Genüge zu leisten, hat fassung, teils mit Kordeldrahtfassung, abwechseln. Jedes zweite bekanntlich der Vorstand des Schützenvereins be Glied der Kette zeigt in Silber ziseliertes Eichenlaub auf polierter

schlossen, aus Anlaß der in diesem Jahre statt Goldunterlage. In den dazwischen liegenden Gliedern herrscht findenden 75 jährigen Jubelfeier eine neue Königskette in Silber ein größerer Wechsel. Viermal wiederholt sich das der Paderdurch einen heimischen Meister anfertigen zu lassen. Im Wett borner Kunst entlehnte Motiv der „drei Hasen“ in durchbrochener bewerb fand der Entwurf unseres Mitbürgers, des Goldschmiedes vergoldeter Arbeit auf blauer Emailleunterlage. Zwei Medaillons Joseph Fuchs, den meisten Beifall und wurde ihm die An zeigen Emaillebilder Karls des Großen und Heinrichs des fertigung übertragen. Die jetzt vor uns liegende fertige Arbeit Heiligen, deren vergoldete Standbilder die Chortreppe unseres ist ein Meisterstück der Goldschmiedekunst.

Domes zieren. Das Bruststück oder die Fürspange der eigentlichen Kette Die beiden Schulterstücke bestehen aus dem Wappen der bildet eine silberne Nachbildung der Front unseres alten Rat Provinz Westfalen mit dem springenden weißen Roß und dem hauses, als Wahrzeichen und Mittelpunkt des bürgerlichen Wappen des alten Hochstifts Paderborn, dem goldenen Kreuze, Gemeinwesens der Paderstadt, ein zierliches Produkt der beides auf rotem Emaillegrund. Treibkunst, welches die Formen des Rathauses mit seinen Sechs weitere Glieder bestehen aus Silberplatten, welche charakteristischen Renaissance-Giebeln mit subtiler Genauigkeit in fein gravierten Nachbildungen die Gestalt der alten, längst wiedergibt. Darunterher zieht sich ein kräftiges vergoldetes verschwundenen Stadttore, des Western-, des Neuhäuser-, des Schriftband mit der in schwarzen Emaillebuchstaben ausgeführ- Spirings- und des Heierstores mit der Hirtenkapelle, ferner ten Inschrift: Paderborner Bürger - Schützen - Verein. Mitten des früheren Tiggehauses, der Bauerngerichtsstätte auf dem darauf prangt in Emaillefarben das Paderborner Stadtwappen, Ükern und des ehemals so romantischen Paderausflusses wiederoben das goldene Kreuz, unten die goldenen Stäbe, beides im geben. Das Schlußstück der Kette ist eine reizende, in Silber roten Felde. Um dieses Mittelstück, die einzelnen Teile ver gestochene Reproduktion des seit dem Jahre 1231 bis etwa bindend, legt sich reiches silbernes Blattwerk, Eichenlaub, mit 1700 gebrauchten Paderborner Stadtsiegels mit der Darstellung dem sich der Schütze zu schmücken pflegt, mit vergoldeten der alten Marktkirche in romanischer Form, umgeben von Eicheln, in feiner durchbrochener und sorgfältig ziselierter und einer von Wasser umflossenen Mauerzinne mit der Umschrift: verschnittener Arbeit.

Sigillum Paderbornensis civitatis. Den Abschluß des Bruststückes bildet das an silberver Die vornehme Konzeption des ganzen Entwurfes, die ziergoldeter Kette darunter hängende Kreuz in Malteserform, welches liche Formengebung der einzelnen Teile und ihre glückliche in vergoldeter Kordeldrahtfassung transluzide Emailleplatten Verbindung untereinander, die musterhafte, auch in den kleinzeigt, deren leuchtendes Schützengrün ein in den silbernen sten Details saubere Ausführung, lassen die ganze Arbeit, wie Grund graviertes Ornament durchscheinen läßt. Die wage schon eingangs gesagt, als ein prächtiges Meisterstück heimirechten Seitenarme des Kreuzes zeigen in roter Emailleschrift scher Goldschmiedekunst erscheinen. Wir beglückwünschen das Wiedergeburtsjahr 1831 und das Jubiläumsjahr 1906. den Meister zu dieser Arbeit, welche ein ehrendes Zeugnis ablegt, Zwischen die einzelnen Arme ist wieder zierliches Eichenlaub nicht nur von seiner Erfindungsgabe, sondern auch von seiner ornament eingespannt. Von einem massiv silbernen, exakt überaus geschickten Hand. Wir beglückwünschen aber auch gestochenen Lorbeerkranz eingerahmt, prangt in der Mitte des den Paderborner Bürger-Schützen-Verein zu dem Besitze eines Kreuzes auf elfenbeinfarbigem Grunde der Reichsadler, unter solchen Kleinods, welches ferneren Generationen Zeugnis abdessen schützenden Fittichen das deutsche Bürgertum die legen möge von der Kunstfertigkeit des heimischen Meisters Segnungen und die Freuden des Friedens genießt.

so auch von der bürgerlichen Eintracht und Kunstfreudigkeit, Nach oben hin ist der Anschluß des Kreuzes mit dem welche zu der Schaffung dieses Schmuckstückes die Anregung Bruststück durch eine vergoldete Mauerkrone vermittelt. Ge gegeben haben.

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