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Frage 737. Wer liefert Hartlötmittel in trockenem oder breiähnlichem Zustande, für Gold- und Silberwaren ? N. E. in N.

Frage 739. Welche Firma fabriziert billigst moderne FantasieBroschen mit Similis zum Preise bis zu 1 Mk. das Stück, wie sie für die bayr. Jahrmärkte (Dulten) verwendbar sind? S. R.

Frage 740. Kann mir ein Kollege mitteilen, welche Firma schöne Handwerker-Ketten in Nickel für Maurer, Zimmerleute, Fleischer usw. liefert? L. F. in B. Frage 741. Gibt es in der Stadt Ulm eine MetallwarenFabrik, die silberne und unechte Waren fabriziert? Ich bitte um deren Adresse. A. W. Frage 742. Wer kann mir ein gutes Rezept angeben, um Stahluhren schwarz und blau zu oxydieren ? L. G. B. Frage 743. Bitte mir gefl. mitteilen zu wollen, wie man Aluminium rot und matt vergolden kann ? X. Frage 744. Ich wünsche die Adressen mehrerer Firmen, die Intarsia-Artikel erzeugen, zu wissen. H. K. W. Frage 745. Kann mir einer der Herren Kollegen eine Firma namhaft machen, welche ganz billige Goldbroschen, sog. Exportware (etwa 45–60 Mk. p. Groß), fabriziert? P. A. Th. Frage 746. Bitte um Angabe, wie man am besten echte gebrauchte Schnurperlen reinigt? Frage 747. Welche Firma liefert zu Hutnadeln die dazu gehörigen Stahlnadeln, ungefähr 1,2 mm stark und 20 cm lang? K. J. B. in M. Frage 748. Kann man mir eine Firma nennen, welche Silberketten zu Anhängern, nach meinem eigenen Muster, anfertigt? J. in M. () V F Frage 749. Wer ist oder war Fabrikant von So Alfenide – Bestecken, die nebenstehendes Warenzeichen tragen? Die so gestempelten Löffel wurden 8 s. Z. in München gekauft. E. N. in C. Antworten: Zu Frage 695. „Guld Platerad“ ist dänisches Fabrikat. Wenden Sie sich an Hans Jensen & Co., Aarhus, oder Bernhard Hertz, Kopenhagen. P. H. in H. Zu Frage 724. Kleine Edelsteine in Silber gefaßt, dürfte Ihnen jedes Fassergeschäft liefern. Wenden Sie sich einmal an die Firmen: Friedrich Stößer, Pforzheim, Jahnstr. 11. Eugen Wiesenfahrt, Pforzheim, Bleichstr. 26. Karl Käser, Pforzheim, Weiherstr. 20. Zu Frage 726. Diese Sachen kann Ihnen die Stuttgarter Metallwarenfabrik Wilh. Mayer & Frz. Wilhelm liefern. – Diese kirchlichen Gerätschaften liefern als Spezialität: Rob. Pfeiffer und Wilhelm Fischer, Pforzheim, Weiherstr. 31. – Karl Sopp, Kirchl. Kunstanstalt in Nordheim a. Rhön. – Leonh. Vogt, Kirchl. Kunstanstalt in Memmingen. Zu Frage 727. Die Trauring-Schmiede mit zwei Zwergen, welche sich bewegen und Trauringe schmieden, fertigt: Adolf Köhler, Pforzheim. Zu Frage 729. Uhrketten, Nadeln, Anhänger, Broschen usw., die auf den Bergbau Bezug haben, fertigt (als Spezialität) die Firma Joh. Schimpf, Pforzheim. Zu Frage 731., Füllfederhalter (ähnliches System) liefert: Adolf Köhler, Pforzheim. Zu Frage 732. Bernsteinwaren erzeugt die Danziger Kunst- und Bernstein-Drechsler-Betriebs-Genossen schaft, E. G. m. b. H. in Oliva (Westpreußen). Auch wird Ihnen die Königl. Bergwerksverwaltung in Palmnicken (Reg. Königsberg) auf Anfrage gerne antworten, wohin sie Bernstein zu Bijouteriezwecken liefert. Ferner könnten Sie auch von den „Kgl. Bernsteinwerken“ Königsberg (Ostpr.) bedient werden. Zu Frage 733. Die Uhrbroschen (Marke „Rex“) fabriziert Aug. F. Richter, Hamburg (Uhlenhorst), Bachstr. 13. Abgabe nur an Grossisten. – Vertreter in Pforzheim sind: Fran Dietrich, Westliche Karl Friedrichstr. 23, und Adolf Köhler in Berlin: H. Ensenhöfer, Waldemarstr. 59. Größere Auswahlen sind auch bei der Engros-Firma W. Hofmann & C0. Leipzig, Löhrstr. 35 I., zu haben. Zu Frage 738. Antwort unter „Für die Werkstatt“.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet

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PRedaktion und Uerlag Leipzig 28 Drg5dener Str. Z

Redaktion: Kunstgewerblicher Teil:
Professor Rudolf Rücklin, Pforzhelm.

UUirtschaftlicher Teil:
Syndikus Hermann Pllz, Leipzig

Fachtechnischer Teil:
Goldschmied Paul Axthelm, Leipzig.

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15 Pf. pro Zeile Bezugspreis pro Quartal (T). 2.– (Ausland pro Jahr (n. 10.–)"Kleine Flusg. pro Quartal (I). 1.– (fusland pro Jahr m. S-)J

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Aus dem Geburtsland der Perlen.

ir haben neulich einen Aufsatz gebracht: „Können Perlen sterben?“ und darin erzählt, wie Perlen bei falscher Behandlung mit der Zeit unansehnlich werden und an Wert verlieren, also gewissermaßen langsam dahinsiechen, ebenso wie ein Mensch durch Vernachlässigung der einfachsten gesundheitlichen Regeln krank werden und schließlich sterben müßte. In diesem Ausdruck „sterben“ waren die Perlen als lebende Wesen angesehen und man kann wohl sagen, daß sie bei ihrem hohen Wert, der sie uns oder unsern Frauen teuer macht, es verdienen als solche betrachtet zu werden; ebenso wie sie es verdienen gut behandelt zu werden, um ihren Glanz und ihre Frische zu bewahren. Wenn Perlen sterben können, so müssen sie auch geboren werden und wie dies in und durch die Perlmuschel geschieht, ist zu allgemein bekannt, als das es hier noch einmal wiederholt werden müßte; bekannt ist ja auch, daß man die Perlmuschel Perlmutter nennt, von dem Perlvater hat man allerdings noch nichts gehört. Es wird unsere Leser sicher interessieren, eine Fahrt in das Geburtsland der Perlen mitzumachen, wie sie von dem Colombo Korrespondenten des London Expreß sehr hübsch beschrieben wird. Er sagte: Die ganze Nacht hindurch hatte der kleine Dampfer Chadra gebraucht, um an der Küste Ceylons entlang von Colombo bis in den Golf von Manar zu gelangen. Als der Morgen graute, befanden wir uns schon mitten in der Perlfischerflotte, deren Taucher die warmen Strahlen der Sonne erwarteten, um ihr Tagewerk zu beginnen. Eine halbe Stunde später erreichen wir die sandige Bucht von Marichikadde und alles um uns macht uns deutlich, daß wir uns in der Nähe der Perlstadt befinden.

Namentlich ein schwerer, betäubender Geruch hängt in der Luft, wird vom Winde in schweren Wolken hin und her getrieben und erscheint geradezu als etwas Greifbares; es ist ein schauderhafter Geruch, den man sonst nirgends auf der Welt zu riechen bekommt, die Essenz von Millionen verfaulender Muscheln und in dieser Atmosphäre kommt die schimmernde Orientperle zur Welt.

Wir steigen von der Bucht zu der Perlstadt hinauf und finden da, wo vor einem Monat nur heißer silberglänzender Sand als Tummelplatz für Schakale und Skorpione sich ausdehnte, eine geschäftige Stadt von 40 000 Einwohnern, pilzartig emporgeschossen in der sechs Wochen lang fieberhaft gearbeitet und Geld verdient wird, und die dann wieder verschwindet, um den Platz wieder den Schakalen frei zu geben.

Jetzt aber ist die Stadt bewohnt von dem Abschaum des Ostens, dem Auswurf der Küsten des Roten Meeres und des Persischen Golfes – von über 35 000 der häßlichsten, aber auch treuesten Jünger Mohammeds, die mit derselben Ruhe ihrem Mitmenschen das Messer in den Leib stoßen wie der Perlmuschel. Und diese, nur von dem Wunsche schnell reich zu werden, zusammengeführte und zusammengewürfelte Menge wird von einer Handvoll Engländer im Zaume gehalten, von sechs Beamten, die die ganze Stadt verwalten und von einer kleinen Zahl von eingeborenen Polizisten, die sie dabei unterstützen. Es gibt ein Polizeigericht, ein Hospital und einen Kirchhof. Die gesundheitlichen Vorkehrungen sind sehr streng, denn die Perlfischer kommen alle aus pest- und choleraverdächtigen Ländern und der Ausbruch einer Epidemie unter ihnen würde die ganze Perlernte in Frage stellen. Es gibt auch eine Bank, ein Post- und Telegraphenamt, einen Auktionator und Exporteure – alles was zum Geschäftsbetriebe in großem Maßstabe gehört. Alle sind sie Spieler in Perlstadt, aber ernste Verbrechen sind selten, weil die Leute zu angestrengt arbeiten müssen, um noch Lust zum Raufen zu haben. Das Leben des Perltauchers ist ein mühevolles. Um 2 Uhr früh schon ertönt ein Kanonenschlag und noch vor Sonnenaufgang eilen die Araber in ihren langen Röcken und mit ihrer Kopfbedeckung von Kamelhaar hinunter an die Bucht. Unter wüstem Geschrei begibt sich dann auf den Weg nach den Perlbänken die Fischerflottille, die aus allen möglichen Sorten von Booten besteht, wie sie zwischen Jeddah und Koweit und von Bahrein bis Karikal in Mode sind. Die aufgehende Sonne beleuchtet mit warmen Strahlen die geschwellten Segel, die sich prächtig von der türkisblauen See abheben. In wenigen Stunden sind die Boote bei der abzufischenden Bank angelegt, welche durch Flaggenbojen bezeichnet ist. Jedes Fahrzeug ist überfüllt mit Männern und wie wir von der Dampfyacht des Oberaufsehers in eins von ihnen hinabsteigen, haben wir ein interessantes Bild vor uns. Das riesige lateinische Segel ist herabgelassen und neben dem Baum verstaut, über welchem die aus den verschiedensten Stoffen und Farben zusammengesetzten Kleidungsstücke der Taucher zum Wärmen in der Sonne hängen; mittschiffs befinden sich große Körbe und Säcke für die Muscheln, über ein besonderes Bollwerk hinweg beobachten die „Manduks“ die Tätigkeit der Taucher; es mögen an die 300 Boote unterwegs sein. Ein schön gebauter Sohn des Propheten macht sich zum Tauchen fertig. Seine Kleidung ist sehr einfach und besteht hauptsächlich aus einer beinernen Nasenklammer, um das Wasser von dieser abzuhalten und aus einem Netz um den Nacken herum für die Muscheln. Er schwingt sich über die Seite des Schiffes, setzt seine Füße auf einen Senkstein, nimmt dessen Tau in die Hand, schöpft mächtig tief Atem und springt dann mit den Füßen voran ins Wasser. Man kann ihn in dem klaren blauen Element 30 Fuß tief beobachten, bis er unten angelangt ist. Er läßt den Senkstein los, behält aber den Strick in der Hand, dessen anderes Ende oben der Manduk festhält; halb kriechend, halb schwimmend, wie ein großer schwarzer Frosch gleitet er über den Meeresboden und sammelt die Perlaustern dabei in sein Netz. Uns Zuschauern erscheint es eine Ewigkeit, bis er wieder heraufkommt. Die Leine wird plötzlich angezogen, der Manduk holt sie ein und ein triefender, angstvoll nach Luft schnappender Kopf schießt aus der Tiefe empor, nach 85 Sekunden harter Arbeit auf dem Grunde des Meeres. Eine kurze Pause zum Luftschnappen und dann geht es wieder hinunter, immer wieder mit wenig Ruhepausen, bis zu Mittag ein Kanonenschuß das Ende der Arbeit für den heutigen Tag ankündigt.

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Der Anker wird gelichtet und es beginnt eine wilde Jagd nach Hause. Der Wind ist stark und günstig, die Masten biegen sich unter dem Drucke der geblähten Segel und die Mannschaften

nutzen jeden Vorteil aus, um zuerst am Lande einzutreffen.

Die Rückkehr der Boote verursacht am Lande eine große Aufregung, sie scheinen wie eine große weiße Wolke von Möven dem Hafen zuzustreben. Nach der Landung eilen die Taucher mit ihrer Beute zu den Regierungsplätzen und ein jeder teilt seine Austern in drei gleiche Teile, zwei davon nimmt die Regierung als ihr Eigentum in Anspruch und den dritten erhält der Taucher. Die Ceylon-Perlfischerei ist uralt; schon zu Salomos Zeiten blühte sie und heutzutage arbeitet man noch in derselben Weise wie damals: es werden Baumstämme ausgehöhlt, in Schuppen untergebracht und mit tausenden von Muscheln gefüllt, die dann der Verwesung überlassen werden. In diesem tropischen Klima dauert das nicht lange, Millionen von Fliegenmaden helfen dabei, bis schließlich nichts mehr übrig ist, als trockene Austermuscheln, Sand und Perlen. Diese werden sorgfältig gewaschen, die Muscheln fortgeharkt und der perlenhaltige Rest von Mädchen genau durchsucht. Während der 48 Tage dauernden Fischerzeit im Jahre 1905 waren 300 Boote unterwegs und die Regierung erhielt Perlen im Werte von über drei Millionen Mark.

Warum ein Perlkollier von 40–60 Perlen ein Vermögen von zuweilen 250 000 Mark und mehr darstellt, warum eine einzige Tropfenperle von ausgesucht schöner Farbe zuweilen ebensoviel wie ein solches Kollier kostet, ist eine interessante Frage für den, der die schwierige Gewinnung dieses von Alters her hochgeschätzten Juwels nicht kennt. Wir wundern uns über den Preis nicht mehr wenn wir wissen, daß unter tausenden von Perlen, welche die Taucher aus der Tiefe hervorbringen, vielleicht eine einzige würdig ist, einem Kollier eingereiht zu werden. Perlen sind die einzigen Edelsteine, welche der Hand des Schleifers nicht bedürfen, um ihre Schönheit zu erhöhen – der angeborene Glanz kann durch keine menschliche Geschicklichkeit erhöht werden. Ebenso ist es unmöglich irgendwie die natürliche Form zu verändern und sie anderen Perlen anzupassen. Um ein Kollier zusammenzustellen, muß man hunderte und tausende von Perlen durchsuchen, um zwei passende zu finden, passend in Größe und Farbe – denn Perlen unterscheidet man nach vier verschiedenen Farben, die in einem Kollier immer miteinander harmonieren müssen. Deswegen ist es für Steinhändler so unendlich schwer, zu einem vorhandenen Kollier auch nur eine gut passende Perle hinzu zu finden; dies und der Umstand, daß die Perlen durch viele Hände gehen, ehe sie in Privatbesitz kommen, erklärt den hohen Preis der dafür bezahlt werden muß.

L. Schröder.

Exzenterpressen mit selbsttätigem Druckregler.

D“ Bauart und Arbeitsweise gewöhnlicher Exzenterpressen gestattet die Ausführung von Hohl- und Massivprägungen nicht. Hierzu mußten stets die viel langsamer arbeitenden Fallwerke und Friktionspressen verwendet werden. Erst die Anwendung des selbsttätigen Druckreglers hat hierin Wandel geschaffen. Ohne die Arbeitsweise der Exzenterpressen irgendwie zu beeinflussen ermöglicht er die volle Ausnützung aller Vorteile, welche diese Pressenart gegenüber Fallwerken und Friktionspressen bietet. Da der selbsttätige Druckregler für die Bijouterie- und Metallwarenfabrikation yon größter Wichtigkeit ist, so möge an Hand der nachstehenden Darstellungen hier eine Beschreibung derselben Platz finden. Fig. 1 stellt eine geradstehende Exzenterpresse

dar, welche mit dem beim Patentamt angemeldeten selbsttätigen Wittlinger-Druckregler ausgestattet ist. Wie aus den Abbildungen ersichtlich ist, erleidet auch das Aussehen der Pressen keinerlei einschneidende Veränderungen. Fig. 2 zeigt die schematische Anordnung des Druckreglers im Stößel einer geradständigen Exzenterpresse, Fig. 3 die Anordnung im Tisch einer von drei Seiten zugänglichen Exzenterpresse. Hierbei ist vor allem noch zu beachten, daß das Durchfallen ausgeschnittener Stücke durch den Tisch ohne Hindernis möglich ist. Der Druckregler besteht aus dem oberen Gelenkteil a, dem unteren Gelenkteil b, der Federstange c und der Feder d. Das Gelenkteil a ist schwenkbar mit der Kugelpfanne e verbunden, während das Gelenkteil b ebenfalls schwenkbar mit der Lagerplatte f verbunden ist. Diese wenigen, nur auf Druck beanspruchten Teile sind aus Stahl hergestellt, so daß die größte Haltbarkeit gewährleistet ist. Die Wirkungsweise ist nun folgende: Die Feder d Werkzeuge, in denen gleichzeitig und nacheinander mehrere Operationen ausgeführt werden. Druckreglerpressen eignen sich nicht nur zu Schneide- und Zieharbeiten, vielmehr können auf denselben alle Massiv- und Hohlprägungen in kaltem und warmem Zustand ausgeführt werden, wobei auch Pfaffen aus Preßmetall auf der Presse selbst hergestellt, zur Verwendung kommen können. Weiter kann auch auf denselben eingesenkt, d. h. harte Stahlpfaffen in weiche Stahlmatrizen zwecks Herstellung des Prägewerkzeugs eingedrückt werden. Sie bieten also die größten Vorteile für Metallwarenfabriken aller Art, Bijouterie-, Ring- und Besteckfabriken, Pressereien, Präge- und Gravieranstalten, für Massenartikel, Münzwerke usw. Für letztere ist noch von Bedeutung, daß die Pressen mit einer Vorrichtung versehen werden können, welche verhindert, daß die Prägestempel unter Druck aufeinander treffen, falls keine Münzplatte eingelegt ist. Ferner eignen sich Druckreglerpressen auch für Leder, Pappe und andere Stoffe, welche durch Pressen geformt werden. Die Bedienung der Presse ist genau dieselbe, wie die einer gewöhnlichen Exzenterpresse. Dasselbe gilt vom Ein- und Ausspannen der Werkzeuge. Die Inbetriebsetzung geschieht mittels Hand oder Fuß. Besondere Beachtung verdient noch die Drehkeilkuppelung, System Wittlinger, welche sich in der Praxis ganz hervorragend bewährt hat. Sie zeichnet sich vor allem durch größte Dauerhaftigkeit, sicheres und zuverlässiges Arbeiten und nahezu geräuschlosen Gang, selbst bei hoher Umdrehungszahl aus. Fig. 5 bis 9 veranschaulichen dieselbe. Beim Leerlauf dreht sich das Schwungrad nicht direkt auf der Welle, sondern auf den beiden Büchsen a und b, während die mittlere Büchse c, die aus Stahl gefertigt ist, die Nuten für den Drehkeil trägt (siehe Fig. 6).

Fig. 1. wird auf eine der maximalen Druckwirkung der Presse entsprechende Spannung gebracht. Der Stößel erhält seine auf- und abgehende Bewegung vom Exzenterzapfen k. Solange die maximale Druckleistung der Presse nicht überschritten wird, kommt der Druckregler nicht zur Wirkung, tritt aber durch Verwendung von zu hartem oder zu dickem Material eine Drucküberschreitung ein, so biegt sich das Kniegelenk nach vorwärts aus und leitet den schädlichen Überdruck auf die Feder ab, während die Exzenterwelle ungehindert ihre Umdrehung vollendet. Hierdurch wird nun folgender Vorteil gegenüber Exzenterpressen erzielt. Es kann kein soge-– nanntes Aufsitzen eintreten, welches zur Zerstörung von Presse und Werkzeug führt, so daß man Arbeiten auf Exzenterpressen vornehmen kann, die sich früher nur auf Fallwerken und Friktionspressen ausführen ließen. Gegenüber diesen letzteren Maschinengattungen haben Druckreglerpressen folgende Vorteile: Die Werkzeuge

sind bedeutend mehr geschont; erstens tritt der Arbeitsdruck nicht in plötzlicher Weise auf wie bei Maschinen mit Schlagwirkung, weil er ziemlich nahe an der unteren Hubgrenze erfolgt, zweitens kann kein größerer Druck auftreten, als der zur Ausführung der Arbeit benötigte. Entgegen Fallwerken wird der Druck in der Presse selbst aufgefangen. Es sind also selbst bei schweren Maschinen keine besonderen Fundamente notwendig, weshalb die Pressen in oberen Stockwerken aufgestellt werden können. Bei großen Pressen fällt noch der weit geringere Raumbedarf der Exzenterpressen vorteilhaft in die Wagschale. Gegenüber Fallwerken und Hämmern werden sie nicht unter die lästigen Anlagen gerechnet und bedürfen keinerlei Konzessionen zur Aufstellung. Die Leistungsfähigkeit ist eine ganz bedeutend größere, sie ist gleich derjenigen gewöhnlicher Exzenterpressen, die weiter untenbeschriebene Wittlinger-Drehkeilkuppelung gestattet 100 bis 150 Umdrehungen in der Minute. Durch Anwendung eines genügend hohen Hubs, der auch aus anderen Gründen empfehlenswert ist, läßt sich vollständige Zugänglichkeit erzielen. Für Schnitte mit Oberführung kann man zwei oder mehrfachen Hub anwenden. In

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Was ist

E. Staubsammler, gesunde, reine Luft in Fabrikräumen, Läden, Korridoren, Sälen usw. schaffendes Präparat, welches ich namentlich den Herren Juwelieren und Bijouteriefabrikanten recht empfehlen möchte, weil besonders die letzteren einen wesentlichen Vorteil daraus ziehen dürften. Da ihnen bei Anwendung des „Fußtol“ auch kein Atomchen ihres zum Teil sehr wertvollen Bodenkehrichts („Gekrätz“) verloren geht, sondern die Luft der Räume frisch und gesund wird, was bei Anwendung der bisher benutzten nassen Sägespäne gewiß nicht erreicht wurde, im Gegenteil eine ganz rationelle Züchtung gewisser kleiner Springer bezweckt wurde, um deren Habhaftwerdung manche halbe Stunde der betreffenden Besitzer zum Nachteil des Geschäftsinhabers in Anspruch genommen wird. Ferner wird durch die Benutzung des „Fußtol“ das Volumen des aufbewahrten Gekrätzes wesentlich vermindert, da das Auf

Die ganze Kuppelung liegt in der Schwungradnabe eingeschlossen. Hierdurch ist sie vor Verunreinigungen geschützt. Auch treten keine großen schwingenden Teile und Federn heraus. Einzig und allein die kleine Nase g ist sichtbar, so daß das Schwungrad fast direkt am Lager angebracht werden kann. Von größter Bedeutung aber ist die an jeder Kuppelung angebrachte Doppelsicherung gegen unbeabsichtigtes Einrücken während des Werkzeug-Auswechselns und Einstellens und gegen unbeabsichtigten zweiten Stößelniedergang wärend der Bedienung des Werkzeugs. Diese Sicherung, welche den Beifall der Gewerbeinspektion gefunden hat, ist dem Verfasser unter D. R. G. M. Nr. 272741 gesetzlich geschützt. Die erste Sicherung geschieht in einfachster Weise durch Lösen der Schraube d und Rechtsdrehen der Büchse b. Hierbei wird die in der Büchse befindliche Aussparung e unter der Nase f des Drehkeils weggeführt, so daß sich letzterer nicht mehr drehen kann (Fig. 8 und 9). Die zweite Sicherung geschieht sebsttätig ohne Zutun des Arbeiters in folgender Weise. Sobald die Exzenterwelle sich dreht, drückt der gebogene, durch die Nase g des Drehkeils n betätigte Hebel h das Auge i der Zugstange so weit nach links, daß der Ausrückhebel k unter der Einwirkung seiner Feder 1 in die Höhe schnellt und den Drehkeil n nach vollendeter Umdrehung ausrückt. Vor dem nächsten Einrücken muß erst der Fußtritt oder Handhebel freigegeben werden, so daß der Arbeiter stets aufmerksam wird, bevor er wieder einrückt. Soll die Sicherung bei Anwendung eines selbsttätigen Materialvorschub außer Wirkung gesetzt werden, so geschieht dies einfach durch Wagerechtdrehen des Hebels m, worauf der Stößel so lange auf- und niedergeht, als der Fußtritt niedergedrückt wird. Exzenterpressen mit selbsttätigem Druckregler baut die Maschinenfabrik Wittlinger & Cie., Zuffenhausen bei Stuttgart.

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streuen des „Fußtol“ nur geringe Mengen erfordert und zweibis dreimal verwendet werden kann. Infolge dieser ausgiebigen Benutzung und der obenerwähnten Vorteile ist „Fußtol“ wirklich jedem Fabrikanten auf das angelegentlichste zu empfehlen. Als eine noch sehr wertvolle Eigenschaft des „Fußtol“ wäre in der Selbstverbrennung des Fußbodengekrätzes zu suchen, da die Fett enthaltende Masse im Schmelzofen leicht zu Asche verbrannt werden kann. – Ein Versuch mit „Fußtol“ wird jeden der Herren Kollegen befriedigen, was ich aus eigener Erfahrung gern bestätigen kann. Das Präparat Fußtol ist zu haben bei: Herren Mumm & Frerichs, Hamburg, Hopfenmarkt 26. Proben in Hamburg frei ins Haus, 25 Pfd. 3 Mk.; 50 Pfd. 5.50 Mk.; 100 Pfd. 10 Mk.; für auswärts nur in 100 Pfd.-Kisten. – Probe-Postkolli von 10 Pfd. gegen Einsendung von 2 Mk. versendet E. v. Khuon, Hamburg 5.

Kleine Mitteilungen.

Lohnbewegung in der Etuisbranche. Schon seit einigen Wochen sind die Arbeiter und Arbeiterinnen der Etuis- und Etallagenbranche in Unterhandlung mit den Fabrikanten behufs Erhöhung der Löhne, Festsetzung von Mindestlöhnen und Höherbezahlung der Weilarbeit. Der Kardinalpunkt war die seitens der Lohnkommission verlangte Erhöhung von 20% aller Löhne. VerSchiedene Sitzungen auf beiden Seiten und gemeinschaftlich führten zu keinem Resultat. Die vereinigten Etuisfabrikanten,

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