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der Goldschmiede und zur Verhinderung des Einschmelzens der Goldstücke kleine Barren im Gehalt der 20-Markstücke vorrätig zu halten. Den Feingehalt der Goldstücke muß jeder Lehrling kennen, geschweige denn ein Goldschmied, der sein Geschäft seit 30 Jahren mit Erfolg betreibt und ein Sachverständiger, von dessen Gutachten das Urteil des Gerichtshofes abhängt. Am besten unterrichtet war noch der Staatsanwalt, der den Feingehalt des Goldgeldes kannte, der wußte, daß der Angeklagte die Legierung und das Schmelzen stets selbst besorgte und der den Mangel an Bildung des Schuldigen nicht gelten ließ, deshalb auch 200 Mark Geldstrafe und Konfiskation der Trauringe beantragte und sehr verwundert war, als das Schöffengericht den Angeklagten freisprach, weil ihm mangelnde Bildung als Entschuldigung diente und sein guter Glaube nicht angezweifelt wurde, in welchem guten Glauben er an jedem Paar Trauringe rund 1 Mark mehr verdiente, als der Feingehalt zuließ. Das macht im Laufe der Jahre ein ganz nettes Sümmchen. Der Angeklagte brachte auch als Entschuldigung vor, es sei in der Innung über die Legierung der Trauringe gesprochen worden und da sei gesagt worden, wenn man zu gleichen Teilen 20-Markstücke und Feingold nehme, d. h. zu gleichen Gewichtsteilen, so ergebe das den richtigen Gehalt und man könne diese mit 985 stempeln; also 900+ 1000 wäre 1900 und die Hälfte davon 985!! Um ganz sicher zu gehen, setzte der Goldschmied dann nicht etwa noch Feingold, sondern das billigere Kupfer hinzu, so daß seine Ringe nur 938 wurden!!*)

Die Diamanten-Industrie in den Vereinigten Staaten. Nach statistischen Ausweisen des „Department of Commerce and Labor“ hat die erst vor wenigen Jahren begründete nordamerikanische Diamanten – In d ustrie ganz gewaltige Fortschritte gemacht. Diese Tatsache hat ihren Grund darin, daß kein Land der Erde so viel Edelsteine importiert, wie diese reiche Republik, und dabei sind die Aussichten für eine weitere Entwickelung noch die denkbar günstigsten. So belief sich dieser Import im Jahre 1903 auf nicht weniger als 282 Millionen Dollars, eine Zahl, die durch das noch nicht feststehende Endergebnis von 1905 ganz bedeutend geschlagen werden wird und die von Kennern der Verhältnisse auf 36 Millionen abgeschätzt worden ist. In diesem Betrage sind für ca. 30 Millionen Dollars Diamanten enthalten, während andere Edelsteine die restlichen 6 Millionen Dollars ausmachen werden. Es ist dabei besonders interessant, das Verhältnis zu beobachten, in dem die Einfuhr unbearbeiteter Steine stattgefunden hat, denn dieses Verhältnis kennzeichnet ja am besten die wachsende Diamantindustrie der Ver. Staaten. Diese Einfuhr betrug 1896 noch 78815 Dollars, 1897 schon 1 Millionen, 1898 aber 2 Millionen, 1899 aber 42 Millionen, 1901 aber 6 Millionen, um 1903 auf 10 Millionen und 1905 auf 30 Millionen zu steigen. Die Anzahl der in dieser Industrie beschäftigten Arbeiter war 92 im Jahre 1890 und 498 im Jahre 1900. Der größte Teil der Diamanten kommt natürlich aus Südafrika, aber nicht direkt, sondern durch französische, deutsche und holländische Zwischenhändler, soweit es sich um fertig bearbeitete Steine handelt, und von England, soweit unbearbeitete in Frage kommen.

Die Vereinigung französischer Goldschmiede in Paris hat eine Konkurrenz unter französischen Künstlern veranstaltet zum Zwecke der Erlangung höchst künstlerischer Entwürfe für Prunk-Tischgefäße. Die einzureichenden Entwürfe sollen umfassen: eine runde Schüssel, eine ovale Schüssel, eine Gemüseschüssel, eine Saucenschüssel und ein Salzfaß. An Preisen für die besten Entwürfe sind ausgesetzt 1000 Franks und 500 Franks. Die Jury unter dem Vorsitz des Grafen Guy de la Rochefoucauld wird ihr Urteil am 30. Juni d. Js. aussprechen. Man hofft, durch diese Konkurrenz die französische Goldschmiedekunst neu zu beleben, da ihre Geschäfte in den letzten Jahren bedeutend nachgelassen haben, und zwar, wie bemerkt wird, infolge der ausländischen Mitbewerbung auf dem Weltmarkte, die erst bei der französischen Goldschmiedekunst in die Schule gegangen sei.

In der französischen Kolonie Indo-China galt bis jetzt der mexikanische Piaster im Werte von 2,58 Franks als Zahlungsmünze. Seit dem 1. Januar d. Js. ist diese Währung abgeschafft und durch den französischen Piaster als offizielle Münze ersetzt worden. Der französische Piaster hat einen Wert von 5,40 Franks.

Bijouterien in Portugal. Für feine Bijouterien, Luxusartikel usw. eröffnet sich in Portugal ein reiches Absatzgebiet. Nach einem Bericht im Handelsmuseum ist hier der Konsum in feinen Bijouterien ein großer, neue Läden sind entstanden, die stets das modernste bieten.

Ich wünschte, daß in solchem Falle, der sich wiederholen kann, denn es kann jeder einmal ein Versehen machen, die Klage nicht an den Staatsanwalt gerichtet würde, sondern daß sie in kollegialer Weise zur Erledigung innerhalb der Innung gebracht werde. Die Fachleute werden alle in Betracht zu ziehenden Umstände besser zu würdigen verstehen, als der nur juristisch gebildete Richter und die Schöffen, und wenn sie im vorliegenden Falle zu der Überzeugung gelangen, daß der Angeklagte sich, wie es tatsächlich der Fall ist, eines groben Versehens schuldig gemacht hat, so ist es besser, daß die Buße dafür in unsere Unterstützungskasse fließt, als daß der Staat sie einheimst und es wird vor allen Dingen vermieden, daß das große Publikum mißtrauisch gegen die Goldschmiede wird.

Es liegt mir fern, irgendwie persönlich oder gehässig gegen den Goldschmied zu sein. Ich kann nur wünschen, daß der Vorstand der Innung sich noch mit der Angelegenheit beschäftigen, und dem Schuldigen zum Besten unserer Unterstützungskasse die Buße auferlegen möge, die ihm der Staatsanwalt verdientermaßen zudachte, die ihm aber durch die Unkenntnis des Gerichtshofes erlassen wurde. Ich selbst würde auch nicht an die Öffentlichkeit getreten sein, wenn nicht durch Ihren Bericht die Aufmerksamkeit der Kollegen bereits auf die Sache gelenkt worden und einige Unrichtigkeiten eine Richtigstellung erforderten.

*) Wir haben bereits in unserm ersten Bericht erwähnt, daß die Berliner Innung, wie uns deren Vorstand mitteilte, nie über diese Legierungsfrage verhandelt hat.

Die reichste Arbeitervereinigung der Welt dürfte augenblicklich der „Al 1 g em eine Niederländische Diamant arbeiter bund“ in Amsterdam sein. Er besteht aus 8000 Mitgliedern, die durchschnittlich 11 000 holländische Gulden pro Woche in die Vereinskasse einzahlen. Die Schuld von etwa 600000 K., welche der Bund während des Streikjahres 1904 aufgenommen hatte, ist völlig getilgt und die Hypothek auf dem komfortablen Vereinshause abgelöst, zudem verfügt der Verein über ein Barvermögen in der Höhe von 830000 K. Irrtümlicherweise wird im Auslande häufig angenommen, der Bund huldige ausschließlich sozialdemokratischen Grundsätzen. Dem ist nicht so. Nur ein Bruchteil der Arbeiter gehört zur Sozialdemokratie. In der Jahresübersicht werden die Mitglieder auch stets mit „Herr“ und „Dame“ angesprochen, nicht mit „Genosse“ oder „Genossin“. Es gibt Mitglieder unter ihnen die 360 bis 600 K. pro Woche verdienen.

Der Entwurf für Anlagen zum Statistischen Warenverzeichnis sieht u. a. für Edelmetall- und Juwelengegenstände, eine Pflicht zur Deklaration des Wertes bei der Ausfuhr vor. Diesen DeklarationSZWang hat die Handelskammer in Hanau bereits 1901 für undurchführbar erklärt, sie spricht sich auch jetzt gegen einen solchen aus A gesehen von der großen Belästigung und Mehrarbeit, welche die Wertangabe für die beteiligten Firmen mit sich bringt, sei dies " die Verbesserung der Wertstatistik auch völlig nutzlos. Denn es erscheint ausgeschlossen, Strafen für die richtige Durchführung der obligatorischen Wertdeklaration einzuführen. Wenn somit das Ko serliche Statistische Amt ganz auf den guten Willen der in Betrac kommenden Geschäftskreise angewiesen ist, so bleibt zu bedenke daß aus Furcht vor Entwendungsgefahr oder aus anderen Gründen ein großer Teil der betreffenden Firmen gar nicht in der Lage * den Wert in seiner richtigen Höhe anzugeben. Die auf solchen Ä richtigen Angaben fußenden Zusammenstellungen der Ein- und AUSfuhrwerte würden also den tatsächlichen Verhältnissen nicht en sprechen und einer Korrektur bedürfen. Man müßte dann doch wieder auf die seither geübte Methode der Schützung durch Sachverständige zurückgreifen. Dazu kommt noch, daß Edelsteine Ä Perlen zum größten Teile in Einschreibebriefen versandt werden, für welche den Deklarationszwang ebenfalls einzuführen nur Untes übermäßiger Belästigung des Verkehrs möglich sein würde,

In Mailand wurde vor kurzem ein Juwelenhändler nano f lippo Chezzi zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem Ä eS verstanden hatte, verschiedene Firmen der Branche um zusamme 20000 Lire zu bringen. Es gelang ihm dies merkwürÄ trotzdem sein schwächer finanzieller Stand in Mailand sch0 bekannt war. Er erschwindelte sich die Wertgegenstände Ä Vorgeben baldiger Barzahlung, versetzte sie dann aber auf dem haus. Er wurde in Lugano, wohin er geflohen war, verhafte es Mann ist 29 Jahre. Da anzunehmen ist, daß er nach dem Ä seiner Strafe weitere Schwindeleien unternehmen wird Ä wahrscheinlich auch nach Deutschland wendet, sei vor ihm g”

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Wertvolle Steine. In Idar (Birkenfeld) wurden dieser Tage bei einer Steinversteigerung einige Pfund blaue Aquamarine zu 5000 Mk. das Pfund versteigert. Der in Brasilien gefundene Stein hat also den zehnfachen Wert des Goldes. Bei der Versteigerung wurden insgesamt 45 000 Mk. gelöst, wobei der grüne Aquamarin nur einen Preis von 200 bis 400 Mk. erhielt.

Neuer Schmuck. Sog. „Galalith“-Haarschmuck ist etwas neues auf dem Gebiete des Schmuckes, und einzelne Juweliere suchen bereits Gold- und Silberfabriken, die sich mit der Herstellung von Beschlägen und Verzierungen befassen. „Galalith“ ist eine Masse ähnlich wie Zelluloid, im Gegensatz zu diesem jedoch nicht feuergefährlich. Erzeuger von dieser Masse sind Hoff & Cie., Internationale Galalith-Gesellschaft, Harburg a. Elbe.

Erfreuliches für Kettenfabrikanten. Die langen Kavalier- und Doppelketten dürften noch mehr in Mode kommen wie bisher. Der „bestangezogenste“ Mann des britischen Inselreiches, König Eduard, trägt auf seiner schwarzen Weste eine lange, von Tasche zu Tasche quer über den Körper laufende Uhrkette, mit in der Mitte an einem einzelnen kurzen Kettchen herabhängendem Petschaft. Und was König Eduard trägt wird modern!

Durch Kaiserl. Erlaß vom 13. ds. Mts. ist genehmigt worden, daß die Bestimmungen der Kabinettsordre vom 22. April 1864, wonach die für Verdienst vor dem Feinde verliehenen Orden mit Schwertern an einem schwarzen, weiß eingefaßten bzw. gestreiften, von MilitärOberbeamten an einem weißen, schwarz eingefaßten Bande zu tragen sind, fortan auch auf diejenigen Offiziere und Beamten der Kaiserlichen Schutztruppen, der ostasiatischen Besatzungstruppen und sonstiger im Auslandsdienst verwendeten Truppenverbände Anwendung finden, welche anderen deutschen Bundesstaaten angehören. Zugleich ist diesem Erlaß rückwirkende Kraft auf alle vorangegangenen gleichartigen Fälle beigelegt worden, dergestalt, daß die betreffenden Offiziere und Beamten berechtigt sein sollen, das schwarzweiße bzw. weiß-schwarze Band der Ordensauszeichnung sich zu beschaffen und anzulegen. Doch ist der Generalordenskommission in jedem einzelnen Falle hiervon Anzeige zu erstatten.

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Personalien und Geschäftsnachrichten.

Jubiläen. Die Britanniawarenfabrik Fr. Burberg & Cie. in Mettmann konnte dieser Tage ihr 25jähriges Bestehen feiern. – Die Darlehenskasse in Locherhof (Württemberg), eine sich als sehr segensreich erwiesene Gründung des Silberkettenfabrikanten Carl Härdtner in Pforzheim, die vorbildlich für viele andere Kassen dieser Art wurde, feierte dieser Tage ihr 25jähriges Bestehen. Herr Direktor Härdtner, ein Bruder des obigen und Leiter der Filiale Locherhof der Firma Härdtner, erhielt viele Glückwünsche.

Firmen-Aenderung. Bei der Firma Castor Egloff & Cie. in Niederrohrdorf ist folgende Aenderung eingetreten: Der unbeschränkt haftende Gesellschafter Castor Egloff ist infolge Todes ausgeschieden. An dessen Stelle ist Julius Egloff eingetreten. Die Firma lautet nunmehr: Metallwarenfabrik Niederrohrdorf Egloff & Cie.

Firmen-Eintragung. Die Firma Salomon Berger, Edelsteinhandlung in Pforzheim ist eingetragen worden. Inhaber ist Kaufmann Salomon Berger daselbst.

Firmen- Löschung. Die Firma Pfälzer & Cie. in Pforzheim ist erloschen.

Geschäfts-Verlegungen. Herr August Einspinner in Graz hat sein bisher Stempfergasse 6 bestandenes Goldschmiedegeschäft nach Sporgasse 3 verlegt. – Dr. Richter & Cie., Legier- und Scheideanstalt, Pforzheim, verlegten ihre Kontorräume nach dem Haupthause Zerrennerstraße 21.

Todesfälle. In Aegypten, wo er Heilung von seinem Leiden suchte, starb unerwartet rasch Herr J. Koch richt, Teilhaber und Leiter des Bijouterie – Engros-Hauses Maischofer & Kochricht in Pforzheim-Odessa. – In Pforzheim verschied in noch jungen Jahren an den Folgen einer Blinddarmentzündung, der langjährige Mitarbeiter und Prokurist in der Gold- und Silberscheide-Anstalt Schaefer, Herr Gust. Bauer, tiefbetrauert von seinen zahlreichen Freunden. – Im Alter von 46 Jahren starb Herr Friedrich Keller, Inhaber eines Fasser- und Gravier-Geschäfts in Pforzheim. – In Gmünd starb am 19. Januar der Prokurist Ad Büxenstein in Fa. Hugo Böhm & Komp., 40 Jahre alt. – Am 20. Januar starb in Zürich Herr Christ. Mäule aus Stuttgart, Teilh. der Fa. Stauch & Märcklin, Galanterie- und Bijouteriewaren-Engros, Ledergürtelfabrik.

Verschiedenes. Die Gold- und Silberwaren-Exportfirma Alexander Schleicher in Stuttgart wurde durch eine Feuersbrunst heimgesucht. Sämtliche Geschäftsräume der Firma in der Büxenstraße 72 brannten aus. Die Geschäftsbücher und die wertvollen Reiselager wurden gerettet, der entstandene Schaden ist bedeutend. – Die Gabe des Vaters des Bräutigams der Infantin Maria Theresia von Spanien, Prinz Ludwig Ferdinand zur Hochzeitsfeier entstammt der Hofjuwelierfirma Peter Rath in München. Es ist das mit Diamanten, Saphieren und Rubinen reich besetzte goldene Vlies, welches allgemein und viel bewundert wurde. – Die Gesellschaftsfirma Carl Mondon, Doublékettenfabrik in Pforzheim ist infolge Ablebens des Gesellschafters Herm. Mondon wieder als Einzelfirma

eingetragen worden. Kaufmann Peter Gentz wurde als Prokurist

bestellt. – Die Bijouteriefabrik Th. Eisele in Pforzheim, welche vornehmlich dem Export dient, ging auf die Söhne und seitherigen Mitarbeiter, die Herren Techniker Th. Eisele jun. und Moritz Eisele über. – Goldwarenfabrikant Theodor Ungerer in Pforzheim hat sein Geschäft käuflich an die Herren Josef Blattner & Otto Doernte, beides Kaufleute, abgetreten. – Die Bijouteriefabrik Stoll & Barth in Pforzheim ist erloschen. Dagegen wurde unter der Firma Stoll & Heintz ein neues Fabrikationsgeschäft für Bijouterie und Ketten eröffnet. – S. K. Hoheit der Großherzog von Baden hat auf 1. Januar das ordentliche Mitglied des badischen Gewerbeschulrats, den Direktor der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, Prof. Karl Hoffacker unter Enthebung von seiner seitherigen Stellung beim Gewerbeschulrat in gleicher Eigenschaft und Stellung dem Landesgewerbeamt, Abteilung II beigegeben. – Die Agentur der Frankfurter Gold- und Silberscheide-Anstalt am Pforzheimer Platze, das Bankhaus Fuld & Cie., sieht sich genötigt, ihre Räumlichkeiten bedeutend zu vermehren und hat zu diesem Zwecke die zweite Etage ihres Geschäftshauses in Aussicht genommen. – Techniker Arthur Eßig ist aus der Firma Chr. Eßig, Doublékettenfabrik in Pforzheim ausgetreten. Infolgedessen wird das Geschäft als Einzelfirma weitergeführt. Die Prokura des Herrn Julius Läubin bleibt bestehen. – Die erst kurze Zeit bestehende Meterkettenfabrik Gebr. Feßler in Pforzheim hat sich wieder aufgelöst. Die Firma wird von Herrn Max Feßler als Einzelfirma weitergeführt. – Die Bijouteriefabrik Schmidt & Bruckmann in Pforzheim ging infolge Todesfall in den alleinigen Besitz des seitherigen Teilhabers Bruckmann über. Techniker Ludwig Bruckmann wurde als Prokurist bestellt. - Der schmucke Bau der Kettenfabrik Kollmar & Jourdan A.-G. in Pforzheim an der Bleichstraße hat sich bereits als zu klein er– wiesen, so daß an eine Vergrößerung durch Anbau eines Seitenflügels gegangen werden mußte. – Die Metall- und Bronzewarenfabrik Oettinger & Heidecker in Schwarzach ist vollständig niedergebrannt.

Aus Innungen und Vereinen.

Juweliere, Gold- und Silberschmiede-Innung Berlin. Die Sitzung vom 25. Januar wurde um 8/2 Uhr durch Herrn Fischer eröffnet. Derselbe erstattete den Jahresbericht. Als neues freiwilliges Mitglied wurde Herr Schmidt (Bündert & Lettré) aufgenommen. Auf eine Interpellation wegen des „seltsamen Urteils“ wurde allseitig die Entrüstung ausgesprochen, einerseits, daß es überhaupt vorkommt, daß bewußt falsch gestempelt wird, andrerseits, daß, wenn ein solcher Fall zur Anklage kommt, dann das Gesetz nicht im Sinne des Gesetzgebers angewandt wird. Außerdem wurde offiziell konstatiert, daß niemals in einer Innungsversammlung über Legierungen gesprochen oder eine Legierung empfohlen woden ist. Herr Train erstattet darauf die Kassenberichte der einzelnen Kassen, worauf die Entlastung beantragt und angenommen wurde. Hieran schloß sich der Bericht über die Sterbekasse; es sind vier Mitglieder gestorben und vier neu eingetreten. Herr Train empfiehlt wiederholt Beitritt zu der Kasse. Für die statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Train und Hell, wurde Herr Train wiedergewählt, und für Herrn Hell, der eine Wiederwahl nicht annehmen wollte, Herr Gießel. – Für die Amtsdauer des verstorbenen Herrn Grosse wurde Herr Winter als Schriftführer gewählt. Auf Vorschlag des Herrn Fischer wurde ein Zimmer als Innungszimmer gemietet. Dasselbe befindet sich neben dem Verbandszimmer und soll das Mobiliar der Innung sowie die Bibliothek aufnehmen und auch als Versammlungs- und Beratungszimmer dienen. – Ueber die Fachschule wurde berichtet, daß die neuen Räume am Koppenplatz vorzüglich sind und daß die Schule mehr leistet als man erwartet hat. Leider ist noch immer kein Bescheid auf die Anfang vorigen Jahres gemachte Eingabe gekommen, die Schule als Pflichtfortbildungsschule anzuerkennen. – Als Vertrauensmänner für die Unterstützungskasse wurden die Herren Hempel und Lukas wiederguwählt. An Stelle des verstorbenen Herrn Ptasinski wurde Herr Harnisch in den Gehilfenprüfungsausschuß gewählt. Nach dem Berichte der s. Zt. gewählten Kommission zur Prüfung der veröffentlichen Tarife der Versicherungsgesellschaft Prudentia zur Rentenversicherung wurde beschlossen, von einer Empfehlung der Versicherung Abstand zu nehmen. Punkt 11. Ueber die Geschäftsführung des Arbeitsnachweises entspann sich eine zirka eine Stunde währende, teilweise sehr erregte Debatte. Das Ergehnis war schließlich, daß ein Regulativ ausgearbeitet werden soll, nach dem in Zukunft die Geschäfte geleitet werden. Nach einigen Mitteilungen des Vorstandes wurde über die in dem Jahr veranstalteten Vergnügungen berichtet und den Mitgliedern die Teilnahme an dem Wintervergnügen „Ein Kirchweihfest im Zillerthal“ in der „Ressource“, Oranienburgerstraße, am Donnerstag den 22. Februar, empfohlen. Punkt 12 wurde abgesetzt und der Erörterung für die nächste Versammlung vorbehalten. Unter Sonstiges war nichts zu erwähnen und wurde die Sitzung nach Beantwortung einiger Fragen aus dem Fragekasten um 1 Uhr 15 Min. geschlossen.

Schützt Eure Läden vor Einbruchsdiebstahl!

Raffinierter Juwelendiebstahl. Aus London wird berichtet: In dem Geschäfte des Juwelenhändlers und Uhrmachers Gould in der Moorgate-Straße kam ein Diebstahl frechster Art zur Ausführung. Eine Anzahl von Juwelenkästen war ausgeplündert worden. Die Diebe hatten sich dadurch Zutritt zu dem Laden verschafft, daß sie ein Loch in die Decke schnitten. Um zu verhindern, daß die unter dem Loche befindlichen Glaskästen durch fallenden Verputz zerbrochen würden und durch das splitternde Glas die Aufmerksamkeit auf den Laden gelenkt würde, hatten die Einbrecher, nachdem sie ein kleines Loch in die Decke geschnitten hatten, einen Regen – schirm durchgesteckt, den sie sodann unter der Decke aufspannten und in den die bei den weiteren Sägearbeiten abfallenden Bewurfund Holzteile geräuschlos hineinfielen. Man fand den Schirm ebenso wie eine Strickleiter vor. Der bestohlene Juwelier hatte zum Glück die wertvollsten Stücke für die Nacht in einem diebessicheren Schrank untergebracht. Der erlittene Verlust soll trotzdem ein recht beträchtlicher sein. Man glaubt, es mit einer Bande internationaler Diebe zu tun zu haben, und die Geheimpolizei macht darauf aufmerksam, daß die in letzter Zeit in England vorkommenden Einbruchsdiebstähle der Zeit nach zusammenfallen mit der scheinbaren Untätigkeit der Bande, die die Passagierdampfer und Expreßzüge unsicher zu machen pflegte.

Einbruch in einem Juwelengeschäft. In San Remo brachen Diebe in den bekannten, noch dazu neben dem Polizeiamte gelegenen Juwelierladen des Goldschmiedes Cäsar Busi ein und stahlen Juwelen im Werte von 100 000 Franken, goldene Uhren im Werte von 5000 Franken, sowie 60 000 Franken in Papiergeld.

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Büchertisch.

Dr. Robert Torrer: Gold- und Silberschmuck. Straßburg, Verlag von Ludolf Beust. Die Straßburger historische Schmuckausstellung von 1904 wurde s. Zt. vom Verfasser in einer Artikelserie der Zeitschrift „Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen“ beschrieben. Diese Aufsätze bringt das vorliegende Werkchen, zu einem abgeschlossenen Ganzen umgearbeitet und vereinigt. Mit der großen Anzahl vorzüglicher photographischer Abbildungen, welche es enthält, und mit einem wissenschaftlich gediegenen und interessanten Text stellt es eine gedrängte Geschichte des Gold- und Silberschmuckes vor, welche mit dem Schmuck der Steinzeit beginnt und mit den Leistungen der modernen Schmuckkunst abschließt. Das vornehm ausÄ Buch kann jedem empfolen werden, der sich über die eschichte der Schmuckkunst an der Hand einer gedrängten Darstellung und an Abbildungen der markantesten Typen orientieren will.

Frage- und Antwortkasten.

Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detallleure werden in Ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezelt kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausn Gebrauch zu machen, Fragen allgemei und technischer Art uns -à und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrücklichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen: Frage 487. Wer kann mir eine Firma nennen, die Modelle zu Gußteilen für Herstellung von Schlüsselhaken aus Thalern anfertigt, oder wer die Rohgußteile abgibt? L. G. in A.

Frage 488. Kann mir jemand einen leistungsfähigen Fabrikanten für feine Bestecke mit Perlmutterheften nennen? F. K. in W.

Frage 489. Wie entgoldet man am besten große vergoldete Gegenstände, Wandleuchter usw., ohne daß dieselben Schaden leiden? M. A. in W. Antworten:

Zu Frage 463 Billigen Bernsteinschmuck, Colliers, Broschen, Boutons, Armbänder und Haarnadeln liefern: Schumann & Vahl, Weißenfels i. Th.

Zu Frage 469. Eine tiefschwarze Farbe erhält man, wenn man das Elfenbein in eine durchgeseihte heiße Blauholzabkochung bringt und dann in einer Eisenvitriollösung oder essigsauren Eisenlösung siedet.

Zu Frage 470. Ausgesprungene Opale werden vorsichtig mit feiner, nicht zu scharfer Feile abgefeilt, mit feinem Schmirgelpapier geschmirgelt und dann mit Wassertrippel und Leder oder Zinnfeile poliert. Matt getragene Steine werden einfach geschmirgelt und poliert (Steine auf Kitt setzen). W. M. in P.

Zu Frage 470. Bei mattgewordenen Opalen müssen zuerst durch ganz feines Schmirgelpapier alle Risse und Schrammen entfernt werden. Dann poliert man die Flächen durch Wassertrippel und Blei. Zu diesem Zwecke spannt man eine Bleischeibe auf die Spindel der Poliermaschine und poliert den Stein mit in Wasser angerührtem Trippel. Hinter der Scheibe befestigt man einen feuchten Schwamm und auf den, auf einem Holz festgekitteten Stein bringt man fleißig den nassen Trippel. Während des Polierens darf der Stein nicht trocken werden. Hochglanz gibt man mit nassem Wienerkalk und Holz. F.

Zu Frage 471. Un reines Gold auf Feingold abzutreiben ist nicht möglich. Durch Abtreiben bekommt man das Gold höchstens auf einen Feingehalt von 750. Der Grund hierzu ist im Silber zu suchen, welches sich in der Legierung befindet und sich nicht abtreiben, sondern nur durch Scheiden entfernen läßt. Um aus unreinem Gold das Feingold zu erhalten verfährt man folgendermaßen: 1. Enthält die Legierung weniger als 150 Teile Feinsilber, so bedient man sich zur Scheidung des Königswassers. Diese Säure löst alles Gold auf und verwandelt das Silber in Chlorsilber ist mehr Silber in der Legierung enthalten, so hindert das entstandene ChlorSilber das Gold an weiterer Auflösung. 2. Man stellt den Feingehalt des Goldes durch Strichprobe fest. Danach setzt man soviel Feinsilber hinzu, daß das letztere Metall mindestens *4 des Gesamtgewichtes ausmacht. Je mehr Silber vorhanden ist, um so vorteilhafter für den Prozeß. Das so entstandene Güldisch wird zu Blech dünn gewalzt und im weichen Zustande in kleine Stücke geschnitten. Größere Mengen granuliert man, indem der Inhalt des Schmelzfiegels auf ein unter Wasser schräg gestelltes Brett langsam auseg0SSen wird. Dann schüttet man die Körner oder Stücke in ein

orzellangefäß und gießt die doppefte Gewichtsmenge von zur älfte mit Wasser verdünnter chemisch reiner Salpetersäure darauf, Dann deckt man einen Glastrichter darüber und stellt das ganze auf eine alte Petroleummaschine und läßt die Säure kochen. Es muß solange Salpetersäure zugegossen werden, bis sich keine Blasen mehr bilden. Dann ist der Auflösungsprozeß beendigt. Das Gold

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Zu Frage 484. Die schöne Farbe bei zu färbenden Sachen hängt wesentlich von der dazu verwandten Legierung des Goldes ab. Nachdem die Gegenstände fix und fertig poliert sind, und in Sägespänen gut aufgetrocknet wurden, glühe man dieselben aus und lasse die Sachen auf der Holzkohle erkalten. Zum Färben gebraucht man eine Mischung von 60 g pulverisiertem, chemisch reinem Salpeter, 30 g gutem Kochsalz und 40 g reiner Salzsäure. Bei wenig und kleinen Gegenständen kommt man mit diesem Gewicht aus. Sind große Teile zu färben, so muß die Mischung im angegebenen Verhältnis vergrößert werden. Die Farbe wird in einem irdenen, innen glasierten Topf auf folgende Weise angesetzt: Salpeter und Kochsalz werden durch Zusatz von Wasser zu einem Brei verrührt, und dann zum Sieden gebracht, darauf gieße man die Salzsäure hinzu. Wenn die ganze Mischung stark kocht, hängt man die geglühten Gegenstände an einem Platin- oder Feinsilberdraht in die Säure. Zu beachten ist, daß sich die einzelnen Teile nicht berühren. In heißem Wasser werden die Sachen abgespült, hohle müssen ausgekocht werden und sind dann zum Mattkratzen fertig. Die Maschine zum Mattkratzen muß eine große Uebersetzung haben, damit sich die Bürste, um ein schönes Matt zu erzielen, schnell drehen kann. Je schneller die Umdrehungen, desto schöner das Matt. Die Bürste besteht aus ganz feinem, harten Messingdraht. Durch Tropfvorrichtung müssen Bürste und Gegenstand immer mit Tropfbier naß gehalten werden. Während des Kratzens dürfen nur die äußersten Spitzen der Bürste die Sachen berühren. F.

Zu Frage 484. Die Goldwarenfabrik Wilhelm Waller in Mülheim a. Rhein, Freiheilstraße 78, gibt Ihnen darüber gegen Entschädigung Auskunft.

Zu Frage 486. Figuren und Nippsachen (braun, versilbert, vergoldet oder patiniert) nach einem gänzlich neuen Verfahren (Art der Galvanobronzen) liefert: Sigmar Lewy, Inh. Ferdinand Meyer, Berlin S. 42, Ritter-Straße 24. – Als Spezialist in obiger Frage empfiehlt sich Grüber & Lösenbeck, Lüdenscheid.

Zu Frage 489. Zur Entgoldung vergoldeter Gegenstände in Kupfer, Silber, Messing, Stahl usw., gibt es zwei Verfahren. Das erste auf galvanischem Wege, indem man einfach den zu entgoldenden Gegenstand an den Kohledraht (Anode) hängt, anstatt an den Zinkdraht (Kadode), in eine alte Vergoldung bringt und den elektrischen Strom einschaltet; das Gold auf dem Gegenstand wird in kurzer Zeit verschwinden und in die alte Vergoldung übergehen. Das zweite Verfahren geschieht auf chemischem Wege und ist nur für vergoldete Gegenstände in Kupfer oder Messing berechnet. Man bringt den zu entgoldenden Gegenstand in eine Mischung von 100 Teilen Schwefelsäure, 20 Teilen Salzsäure und 10 Teilen Salpetersäure. Die Flüssigkeit darf dabei nicht erwärmt werden. Die Schwefelsäure verhindert, daß die beiden anderen Säuren das unedle Metall angreifen.

Zu Frage 473. Fabrikant der Bestecke mit neben

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