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Juristentag in Kiel die Frage auf, auf dessen Tagung das finden soll, anführen. Die Gewerbebehörde hat vor ihrer Thema stand: Empfiehlt es sich, das Reichsgesetz zur Entscheidung Gutachten der Handelskammer und der zustänBekämpfung des unlauteren Wettbewerbes in An digen Genossenschaft einzuholen und sich mit der Ortspolizeisehung des Ausverkaufswesens zu ergänzen? Leider behörde in Verbindung zu setzen; sie hat für ihre Entscheiist es nach den uns vorliegenden Berichten zu einer Behand dung einschließlich der Einholung der Gutachten eine Frist lung im Plenum und den einzelnen Arbeitsabteilungen nicht von 44 Tagen. Der Ausverkauf darf sich nur auf die ursprünggekommen, aber es liegen zwei Gutachten von dem Ober lich angemeldeten Waren erstrecken und die bewilligte Dauer landesgerichtsrat Dr. Lobe-Dresden und Rechtsanwalt Magnus nicht überschreiten. Die Gewerbebehörde ist befugt, in dem in Berlin, vor, welche das Interesse unserer Leser in vollem Verkaufslokal Revisionen vorzunehmen oder durch die OrtsMaße beanspruchen können.

polizeibehörde vornehmen zu lassen. Magnus kommt zu einer glatten Verneinung aller Reform

Was man in Deutschland an diesem Entwurf besonders vorschläge. Das hatten wir erwartet. Anders Dr. Lobe. Er bekämpft, ist die „polizeiliche Überwachung". Aber so, wie steht auf dem Standpunkt, den die „Deutsche Goldschmiede man sich diese Überwachung vorstellt, ist sie ja gar nicht Zeitung“ von jeher eingenommen, und den auch die „Leipziger gemeint. Sehr richtig spricht das österreichische Gesetz Uhrmacherzeitung" in ihrem Gesetzentwurf prinzipiell vertreten nur von einer Befugnis zur Vornahme einer Revision. Es soll hat, nämlich ein besonderes Gesetz gewerbepolizeilichen Cha der Gewerbepolizei nur freistehen, da, wo sie irgend welchen rakters zu schaffen, und von einer Ergänzung des Textes des Verdacht schöpft, sich von der Ordnungsmäßigkeit und LauterGesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes abzu keit des Ausverkaufsbetriebes zu überzeugen. Und das ist sehen. Lobe verlangt ebenfalls die Anzeigepflicht, ohne die zur Gesundung der Verhältnisse unbedingt notwendig. Rechtssich nichts erreichen läßt. Art und Grund des Ausverkaufs anwälte sind mehr oder minder Equilibristen, die alle Kunstsollen dabei angegeben werden. Ferner tritt er für ein abso stückchen in der Manège des Lebens zustande bringen. Sie lutes Verbot der Nachschiebungen ein, für die Pflicht, ein stehen Kopf, wenn es darauf ankommt. Wenn Dr. Leander Warenverzeichnis einzureichen, und für die behördliche Be sagt: „Ich glaube nach alledem, daß eine Präsumtivgesetzgebung fristung (Bestimmung der Dauer) des Ausverkaufs. Wenn man gewerbepolizeilichen Charakters gerade den Keinkaufmann, dem die Beschlüsse des Ausschusses des Handelstages dem gegen sie angeblich nützt, ein Mittel, sich der Konkurrenz des Großüber hält, kann man hier wohl erleichtert ausrufen: Wie kapitals zu erwehren, entzieht, oder doch wesentlich erschwert, anders wirkt das Zeichen auf mich ein!"

daß sie daher über das Ziel, dem unlauteren Wettbewerb zu Wenn man das österreichische Gesetz über die begegnen, weit hinausschießt“, so ist das ein solches KunstRegelung der Ausverkäufe sich zum Vorbild nimmt, wird stückchen, bei dem man plötzlich, wie bei den ikarischen man den Richtweg finden, den man auch in Deutschland Spielen im Zirkus, den Kopf unten und die Füße oben sieht. zu gehen hat. Nach diesem Gesetz hängt die Veranstaltung Nein, wir hoffen, daß es den gewerblichen Fachverbänden von Ausverkäufen von der Bewilligung der Gewerbebehörde mit ihren eingereichten Gesetzenwürfen gelingen wird, die ab. Das Gesuch um die Bewilligung muß die zu veräußern Regierung davon zu überzeugen, daß die Resolutionen Rettich den Waren nach Menge und Beschaffenheit bezeichnen, Stand und Patzig im Reichstag die Stimme des Volkes waren, ort und die Dauer des Ausverkaufs genau angeben, die soweit es dem Kleinhandel und Kleingewerbe angehört, und Personen, in deren Eigentum die zu veräußernden Waren sind, daß man die Frage in dem Sinne entscheiden muß, wie ferner die Personen, durch die der Ausverkauf bewirkt werden es Dr. Lobe in seinem dem Juristentag erstatteten Gutachten soll, nennen und die Gründe, aus denen der Ausverkauf statt getan hat.

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Über die Färbung des Alexandrits.

Von Geh. R.-R. Prof. Miethe.

Jiele durchsichtige Mineralien zeigen in ihrer Färbung

eine Erscheinung, die man als Dichroismus oder
besser und allgemeiner als Pleochroismus bezeichnet.
Diese Erscheinung findet sich nur bei kristallisierten

Mineralien und ist in gewisser Weise auch von ihrer Kristallform abhängig. Die allgemein bekannte Erscheinung zeigt sich darin, daß ein mit Pleochroismus behaftetes Mineral seine Farbe verändert je nach der Richtung, in welcher man durch dasselbe blickt. Diese Farbenverschiedenheit kann äußerst auffällig sein, sie kann aber auch so schwach sein, daß man zu ihrer Entdeckung bestimmter Instrumente bedarf (dichroskopische Lupen), mit deren Hilfe man selbst geringe Spuren dieser Erscheinung nachweisen nn. Starken Dichroismus zeigen beispielsweise alle Thurmaline. Rosenrote Thurmaline sind oft ganz hellrot gefärbt in der einen Richtung, schön rubinrot in der anderen Richtung; grüne Thurmaline sind dunkelbraun oder schwarz in einer Richtung, grün oder bräunlichgrün in anderer Richtung. Gelbe Topase sind strohgelb in der einen Richtung und orangegelb bzw. rötlichgelb in der anderen Richtung. Ferner ist der Dichroismus noch besonders auffällig beim Saphir und

beim Rubin. Dunkelgefärbte Steine zeigen beim Saphir, besonders bei den australischen Steinen dieser Art, je nach der Richtung des Hindurchblickens eine tief schwarzblaue oder eine grüngelbliche Färbung. Rubine von genügender Dunkelheit sind tiefrot bzw. bläulichrot.

Man nimmt bekanntlich beim Schleifen der Edelsteine auf diese Erscheinung Rücksicht und schleift je nach Umständen entweder so, daß die Steine von der Tafel aus geselien möglichst dunkel erscheinen dies geschieht bei sehr hell gefärbten dichroitischen Edelsteinen, oder man legt die Tafel so, daß der Stein, wenn er an sich schon dunkel ist, möglichst hell erscircint. Ersteres geschieht gewöhnlich bei roten Thurmalinen, letzteres in sehr vielen Fällen bei dunkel gefärbten Steinen aller Art.

Abgesehen von diesen Fällen von starkem Dichroismus gibt es eine Anzahl von Edelsteinen, bei welchen der Dichroismus schwach ist, so z. B. beim Rauchquarz und beim Amethyst. Ersterer erscheint in der einen Richtung häufig rötlichbraun, in einer anderen Richtung bläulichgrau; letzterer in der einen Richtung mehr blauviolett, in der anderen mehr rotviolett. Im allgemeinen ist der Dichroismus der gleichen Edelsteinart um so

abrikanten und rofisten

Satimuck- und Mode-Almanach

unmerklicher, je heller die Farbe ist und tritt häufig erst bei yollkommener Fehlerlosigkeit bei hellem zerstreuten Tageslicht ganz dunkel gefärbten Exemplaren für das bloße Auge hervor. ein sehr schönes Grün, etwa von der Farbe hellgrüner Thur

Mit dem Dichroismus verwechselt wird häufig eine andere maline; bei Kerzenlicht ist die Farbe düster rotviolett, während Eigenschaft der Edelsteine, die nicht so verbreitet ist, aber sich gelegentlich ein graugrüner Ton von der Innenseite des Steines doch auch an nicht gerade wenigen Mineralien nachweisen läßt. herausreflektiert wird. Die Steine präsentieren sich daher bei Das ist die Farbenveränderung derselben je nach der Art der Kerzenlicht nicht gerade besonders schön und gleichen etwa Beleuchtung. So gibt es sehr häufig Saphire, welche bei Tages dunkel gefärbten Amethysten schlechterer Qualität. licht bzw. Sonnenlicht rein blau erscheinen, dagegen bei künst Es gibt ein sehr einfaches und hübsches Experiment, um lichem Licht, speziell bei Kerzen- und Petroleumlicht, pracht das Phänomen, welches der Alexandrit zeigt, künstlich nachzuvoll blauviolett erstrahlen. Diese Erscheinung hat nichts mit ahmen, und man kann nachweisen, daß die Erscheinung dadurch Dichroismus zu tun, sondern beruht auf ganz anderen Eigentüm zustande kommt, daß der Alexandrit das gelbe und das blaue lichkeiten der Färbung, die nicht bloß bei Mineralien, sondern Licht zum größten Teil absorbiert und rotes und grünes Licht auch bei anderen gefärbten Gegenständen häufig sind. Bekannt hindurchläßt. Da gleichzeitig rotes und grünes Licht hindurchsind die Veränderungen blauer Farben bei künstlichem Licht in gelassen wird, so wird eine Lichtquelle, welche reich an grünen Grün und violetter Farben in ein stumpfes Braun. Dieser Unter Strahlen und arm an roten Strahlen ist wie das Tageslicht, den schied der Färbung bei Tageslicht und bei künstlichem Licht Stein grün erscheinen lassen, während Kerzenlicht, welches wenig ritt aber nicht bei allen

grüne Strahlen enthält, daLichtarten hervor; elektri

gegen eine überwiegende sches Bogenlicht und Gas

Menge von roten Strahlen, glühlicht lassen die Ge

den Stein rot erscheinen genstände fast ebenso ge

läßt. Um das Phänomen färbt erscheinen wie bei

nachzuahmen, kann man Tage, während elektrisches

folgendermaßen verfahren. Glühlicht, Lampen- und

Man benutzt die Mischung Kerzenlicht die Farbenän

eines blauen und eines derungen deutlich zeigen. empfehlen wir don dem

gelben Farbstoffes in pasDas auffallendste und

sender Verdünnung, und bemerkenswerteste Phä

zwar wird folgendermaßen nomen dieser Art aber

vorgegangen: Zu einer zeigt ein Edelstein, dessen für das Jahr 1907

Mischung von gleichen Wertschätzung gerade auf

Teilen Spiritus und Wasdieser Farbenänderung

Kenntnis zu nehmen.

ser fügt man so viel einer beruht. Es ist dies die

alkoholischen Lösung von jenige Varietät des Chry Vorschläge für dessen Ausgestaltung werden wir auch von Ihnen Cyanin, bis eine schön soberylls, welche bei Tage

begrüßen.
.

himmelblau gefärbte Flüsunter Umständen in den

sigkeit entstanden ist und besten Exemplaren sehr Probeheft à 30 Pig, zu Diensten!

setzt dann tropfenweise schön grün, bei Kerzen

so lange eine wässerige und Lampenlicht dagegen Verlag der „Deutschen Goldichmiede-Zeitung“

Lösung von Tartrazin hinleuchtend rot erscheint.

zu, bis die Flüssigkeit bei Man nennt diese Varietät

Wilhelm Diebenero Leipzig 28 o Dresdenerstraße 2. Tageslicht eben gerade bekanntlich Alexandrit und

grün erscheint. Durch findet dieses Mineral heute

passende Verdünnung nicht allein an seiner zu

kann man dann die Farbe erst bekannt gewordenen,

weiter so abstimmen, daß jetzt fast vollkommen erschöpften Fundstätte im Ural, sondern dieses Grün bereits einen schmutzigen Farbton annimmt. auch an anderen Stellen, wo schön gefärbte Chysoberylle vor Betrachtet man diese bei Tageslicht immer noch schön kommen, wie beispielsweise in Ceylon.

grüne Flüssigkeit bei elektrischem Glühlicht oder KerzenDie Farbenveränderung der Alexandrite ist sehr verschieden. licht, so findet man sie prachtvoll rubinrot gefärbt. Der Neben äußerst seltenen Exemplaren, welche bei Tage leuchtend Farbenumschlag zwischen Tageslicht und Kerzenlicht ist viel smaragdgrün mit einem Stich ins Gelbliche erscheinen, während auffallender und schöner als bei minder guten Alexandriten sie bei Kerzenlicht rein violettrot mit einem etwas düsteren und beweist, daß die Färbung der Alexandrite nicht, wie es Schimmer sich präsentieren, gibt es eine große Reihe von Alexan in den Lehrbüchern fast immer angegeben wird, auf Dichroisdriten, bei welchen sich schon bei Tage neben dem hervor mus beruht, sondern einfach auf der eigenartigen Zusammenstechenden Grün ein bräunlichroter Schimmer zeigt, während bei setzung des hindurchgelassenen Lichtes, denn eine Flüssigkeit Abend kein ganz reines Rot, sondern ein schmutziges Braunrot kann niemals dichroitisch sein, weil sie nicht kristallinisch, sonmit etwas grünlicher Beimischung sichtbar wird. Steine der erst dern selbstverständlich amorph ist. Man kann die gleiche Ergenannten Art sind äußerst kostbar und kommen auf dem Edel scheinung auch mit anderen blauen und gelben Farbstoffen hersteinmarkt kaum regelmäßig vor. Die meisten derselben werden vorrufen, wenn auch minder schön. Die Vorbedingung ist, daß in Rußland zu oft erstaunlich hohen Preisen gehandelt. Edel der blaue Farbstoff einen Stich ins Violette besitzt, d. h. neben steine, bei welchen der Farbenwechsel weniger hervortritt, sind blauem Licht auch rotes hindurchläßt; aber nur dann, wenn die immerhin häufiger und können keine so außergewöhnlichen Preise Menge des durchgelassenen roten Lichtes sehr gering ist, tritt erreichen. Sehr selten sind Steine dieser Art vollkommen klar, die schöne Färbung bei Tage deutlich hervor. Daher haben meist stark wolkig und von Rissen und Sprüngen durchsetzt. deutlich violett gefärbte Lösungen selbst bei geringem Zusatz Zwei Alexandrite in meinem Besitz zeigen bei im übrigen fast des gelben Farbstoffes auch bei Tageslicht eine rubinrote Farbe.

Die Auszeichnungen auf der Nürnberger Landesausstellung.

as Preisgericht für die Jubiläums-Ausstellung in Nürnberg und in feinem Geschmack ausgeführte getriebene Prunkplatten Das

hat seine mühevolle Arbeit beendet und 385 goldene, aus Kupfer; Heinrich Arld, Inhaber Herm. Schloß und Sig516 silberne und 497 bronzene Medaillen verliehen. In mund Rau, Münzen und Medaillen, Nürnberg, für sehr gute unserer Branche und der damit verwandten Branchen erhielten Leistungen in der Ausführung von Karneval-, Theater- und Auszeichnungen:

Trachtenschmuck; Adam Döring, Zinngußwarenfabrik in

Nürnberg, für sehr gute und gediegene Ausführung von Zinna) Goldene Medaillen (Vorzügliche Leistungen).

krügen; Fr. Duß, Goldschmied in Ingolstadt, für sehr gute Bayerische Silberbesteckfabrik Josef Reiner in Krumbach

Ausführung einer Kassette und verschiedenem Juwelenschmuck; für Leistungen in der Herstellung silberner Bestecke und J. Goldschmidt, Zinnwarenfabrikant in Nürnberg, für sehr Hohlwaren; J. A. Egersdörfer (Inhaber Fr. Kleining), Juwelier gute Nachbildung des Hildesheimer Silberfundes; Eduard in Nürnberg, für Leistungen in der Ausführung von eigenhändig

Scherm, Gravieranstalt, Nürnberg, für sehr gute Leistungen in gefaßtem Juwelen- und Goldschmuck; Isis-Werke, G. m. b. H. der Herstellung von militär. und Vereins-Abzeichen, sowie von in Nürnberg, für Leistungen in der Herstellung von kunstgewerb

sauberen Gravierarbeiten; J. A. Wellhöfer, Bayerische Goldlichen Arbeiten aus verschiedenen Metallen; Kgl. Bayerische

und Silber-Plattierwarenfabrik, kgl. bayr. Hoflieferant, Nürnberg, Hofzinnfabrik, Nabburg, Inhaber Anton Schreiner in Nabburg,

für sehr gute Leistungen in der Fabrikation versilberter Kirchenfür Leistungen in der Herstellung von vorzüglich ausgeführter geräte; F. X. Altmann Sohn, Fabrikation von Rosenkränzen, Kunstzinngegenstände; L. Chr. Lauer, Kgl. Bayerische und Altötting, für ein reichhaltiges Sortiment von sehr gut ausHerzoglich Sächsischer Hoflieferant, für hervorragende Leistungen

geführten Rosenkränzen; Gebr. Gabner, Bijouteriefabrik in in der Herstellung von Medaillen, Münzen und Emailleabzeichen;

Mindelheim, für geschmackvolle Ausführung von SilberfiligranNürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik vorm. Gebr. Bing,

und Emailarbeiten; Zorn & Anzmann, Augsburg, für gute A.-G. in Nürnberg, für Leistungen in der Herstellung von Nickel-, Ausführung und reichhaltiges Sortiment von Rosenkränzen; Max Kupfer-usw. Gegenständen; Süddeutsche Metallw.-Fabr., G. Rottmanner, Hofjuwelier, München, für sehr gute Juwelenm. b. H., Mußbach, für Leistungen in der Herstellung von ver fassungen; St. Johansers Erben, Inhaber M. Strobl, Goldnickelten Haus- und Tafelgeräten; Joh. Chr. Wich, Inhaber Oscar

schmied, München, für einzelne technisch sehr gut ausgeführte DeBart, Nürnberg, für hervorragende Ausführung eines silbernen Goldschmiedearbeiten; Winhart & Cie, München, für sehr Tafelaufsatzes und eines vergoldeten Pokals (beide Stücke beziehen gute Kupfertreibarbeiten und deren eigenartige Patinierung; sich auf die Einverleibung Nürnbergs in Bayern); Kari Poellath

Jos. Göbel, Gravieranstalt, Nürnberg, für die sehr schöne Inhaber Georg Hitl, Prägeanstalt in Schrobenhausen, für hervor

und saubere Ausführung feiner Gravuren; Josef Kögelsperger, ragende Leistungen in der Herstellung von Plaketten, Medaillen Zinngießer und Graveur, Rosenheim, für sehr schöne Gravierund Münzen; G. Zimmermann, Metallrahmenfabrik, Zirndorf, und Treibarbeiten in Zinn; Max Pfalner, Juwelier und Goldfür allgemeine Leistungs- und Exportfähigkeit; Leopold Eberth, schmied in Ottobeuren, für sehr gut ausgeführte EdelsteinGoldschmied in München, für vorzügliche Schmuck- und Zier

fassungen; Peter Reill, Zinngießerei, für sehr gut ausgeführte gegenstände; Eugen Ehrenböck, kunstgewerbliche Werkstätte Schau- und Trinkgefäße aus Zinn; Sammelausstellung der verfür Metallarbeiten, München, für vorzügliche Oberflächenbe einigten Zinngießermeister Nürnberg, für sehr gute Leistungen handlung getriebener Metallarbeiten; Gebr. Hemmerle, Juwelier in der Zinnwarenbranche; F. Schmidhuber, Inhaber Hermann in München, für vorzügliche Juwelenfassung und Emaillierung Schmidhuber, Goldschmied in Landshut, für sehr schöne von Goldschmiedearbeiten; Karl Poellath, Inhaber Georg Hitl,

Montierung von Silberwaren und gute Kupfergravuren; Josef Prägeanstalt in Schrobenhausen, für hervorragende Verdienste Tauscheck, Zinngießerei, Nürnberg, für sehr schön ausgeführte um die Wiederbelebung der Medaillenkunst; Steinicken &Lohr, Gebrauchsartikel aus Zinn; Rudolf Weber, Juwelier, Neustadt kunstgewerbliche Werkstätte, München, für hervorragende a. H., für sehr gediegene Gold- und Silberwaren; SammelausLeistungen auf dem Gebiete der kunstgewerblichen Metallarbeit; stellung des Gewerbevereins Erlangen (J. Lorenz Schmalz, Ludwig Mory, ZinngieBermeister, München, für hervorragende, Geschäft für studentische Couleurartikel), Karl Bäumler, in jeder Beziehung mustergültige Zinngußarbeiten; Sammlung Vergolder und Kruzifixfabrikant, Nürnberg, für eine reichdes Metallwaren-Gewerbeverbandes, München, für her haltige Kollektion von Kruzifixen. vorragende und vielseitige Leistungen der ausstellenden Mitglieder;

c. Bronzene Medaillen (Gute Ausführungen). C. A. Steinbrück, Speyer a. Rh. für hervorragend schöne und vielseitige Ausführung von Kirchengeräten; Sammelausstellung der Eckstein & Cie., Metallwarenfabrik Nürnberg, für gute Gewerbehalle Ansbach (Zinngießermeister Ernst Schlosser); Leistungen in der Herstellung vernickelter GebrauchsgegenSammelausstellung der Gewerbehalle Augsburg (Ziseleur stände; G. Schneider, Zinngießerei, Traunstein, für gute Jakob Rehle); Sammelausstellung der Schreiner-Innung Immen dauerhafte Krugbeschläge; Weinbrenner & Cie., Münchener stadt-Sonthofen (Zinngießer Georg Eisenmann); Sammelaus- kunstgewerbliche Metallätzerei, München, für gute Metallstellung der Handwerkerabteilung des Gewerbe-Vereins Nürn ätzungen; M. Gerstner, Gravieranstalt, Nürnberg, für gute berg (Vergolder Karl Bäumler, Zinngießermeister Simon Gravierungen aller Art; Ernst Pawlik, Gravieranstalt, NürnBingold, kunstgewerbliche Gravieranstalt Göbel, Johann berg, für gute Schneid- und Prägeplatten; Emil Blachian, Menna, ZinngieBermeister; Andreas Müller, Silberwaren Goldschmied, München, für einzelne gute Goldschmiedefabrik; Jean Strählein, ZinngieBermeister); Sammelausstellung arbeiten; Karl Götz, Hof-Graveur, München, für gute TechWürzburg(Metallwarenfabrikant Friedrich Hermann Küm m). nik in der Herstellung von Medaillen; J. B. Haag, Gold- und

Silberschmied, München, für gute Goldschmiedearbeiten; b) Silberne Medaillen (sehr gute Leistungen).

Chr. A. Habermeier, Edelsteingraveur, Nürnberg, für geJohann Schöninger, Diamantenfasserei, Nürnberg, für eine schickte Ausübung der Steinschneidekunst; Josef Laber, reichhaltige Kollektion sehr gut gearbeiteter Diamantenschneid kunstgewerbliche Werkstätte, München, für gute Bestrebungen werkzeuge; Xaver Abt, Mindelheim, für technisch sehr gut auf dem Gebiete der Metallbearbeitung; Gg. Lindner, In

haber Georg Lindner und Hans Wittmann, Vereinsabzeichenfabrik, München, für gute Ausführung galvanoplastischer Vereinsabzeichen; Friedrich Müller, kunstgewerbliche Werkstätte, Nürnberg, für technisch gut ausgeführte Treibarbeiten; Josef Schmeidi, Atelier für kunstgewerbliche Metallarbeiten, München, für gute Treibarbeiten aus Zinn; Johannes Seiler, München, für gute kunstgewerbliche Bronzearbeiten; Bernhard Simon, Gold- und Silberarbeiter in Partenkirchen, für einen aus alten Teilen zusammengesetzten Schmuck; Georg Eisenmann, Zinngießerei, Immenstadt, für sauber ausgeführte Zinnwaren; Joseph GroB, Zinngießer in Kempten, für gut ausgeführte und gravierte Zinnwaren; Max Nagel, Gravieranstalt, Würzburg, für gut ausgeführte Gravierungen; Sammelausstellung der Freien Gewerbeinnung Deggendorf (Hubert Graf, ZinngieBermeister).

d. Anerkennungsdiplome für Mitarbeit erhielten:

Valentin Strobel, an der Bayerischen Silberbesteckfabrik Josef Reiner in Krumbach; Rudolf Swoboda und Mathias Gögginger bei Wilhelm Eichheim, kunstgewerbliche Werkstätte, München; A. von Mayrhofer bei Eduard Wollenweber, Hofsilberarbeiter, München; Karl Ziegler, Ziseleur bei Friedrich Ziegler, Kupferwarengeschäft, Wassertrüdingen.

Außer Wettbewerbung waren folgende Aussteller getreten: Theodor Heiden, Hofgoldschmied in München, Franz Kainzinger, Werkstätte für Treibarbeiten in Nürnberg; Karl Roth müller, Goldschmied in München; Ed. Wollenweber, Hofsilberarbeiter in München.

Wir gratulieren!

Zahlungsschwierigkeiten.

o schön auch der Sommer ist, wenn man ihn frei

und ohne Sorgen mit wohlgespicktem Geldbeutel an der See oder im Gebirge verleben kann, um neue Kräfte für die Ausübung des Berufes zu sam

meln, so langweilig ist er für den, der zu Hause hinter dem Ladentisch stehen bleiben muß und warten, ob von den vielen, die eine Reise machen können, nicht doch einige zurückgeblieben sind, die irgend welchen Schmuckgegenstand kaufen müssen. Vor der Reisezeit ist es wohl noch einmal lebhaft im Laden, wenn das schöne Geschlecht noch alle möglichen Schmucksachen, die in der Sommerfrische glänzen sollen, zur Herstellung bringt, auch wohl noch dies und jenes Neue dazu kauft. Dann aber wird es ruhig, so ruhig, daß man am liebsten das Geschäft überhaupt zuschließen möchte. Und der verflossene Juli dieses mit Wärme gesegneten Jahres ist in vielen Städten hinter den Erwartungen und hinter den Umsätzen des Vorjahres zurückgeblieben.

Der Juli ist ein Dallesmonat erster Ordnung. Er ist der erste eines neuen Vierteljahres, und alle Verbindlichkeiten, die vierteljährlich zu erfüllen sind, Miete und dergl., müssen auch in ihm pünktlich bezahlt werden. Am 30. Juni sind wohl auch schon mancherlei Verpflichtungen an Lieferanten fällig gewesen und haben den Kassenbestand in unliebsamer Weise geschwächt, und da überall Geld gebraucht wird, so kommen auch manche Leute mit quittierten Rechnungen angelaufen, die es zu anderen Jahreszeiten nicht so eilig haben; auch viele Rechnungen von der vergangenen Weihnachtszeit her werden fällig und sollen bezahlt werden, kurz, es wird von allen Seiten Geld verlangt, und niemand bringt etwas.

Die Kundschaft ist verreist und hat natürlich vorher ihre Rechnung beim Juwelier nicht beglichen, denn dieser gute Mann kann warten, während Eisenbahnbilletts, Hotelrechnungen usw. gleich bezahlt werden müssen. Daß auch der Juwelier mit seiner Familie leben muß und auch seinerseits Verbindlichkeiten zu erfüllen hat, daran denkt keiner, im Gegenteil, viele Privatkunden sind der Ansicht, daß er sich nicht hätte etablieren sollen, wenn er nicht seiner Kundschaft ein unbeschränktes Ziel einräumen kann.

So erträgt wohl mancher Kollege mit stillem Seufzen unter Sorgen einen der schönsten Monate des Jahres und vertreibt sich die Zeit mit der Ordnung des Lagers, mit der Ordnung der Bücher und was sonst im Drange des Geschäftes erst in zweiter Linie erledigt zu werden pflegt. Glücklich ist derjenige, der in diesem stillen Monat, wo das Geld so knapp eingeht, doch seinen laufenden Verbindlichkeiten gerecht werden kann. Aber

manch einer hat schwer zu kämpfen, daß er über diesen Monat einigermaßen anständig hinwegkommt. Habe ich keins (Geld nämlich), so borge ich mir eins, und die Fabrikanten und Grossisten sind ja auch keine Unmenschen und helfen, wo sie helfen können dem, der es verdient.

Aber auch den Besten und Gewissenhaftesten kann es vorkommen, daß sie mit ihrem Latein zu Ende sind, sich nicht mehr zu helfen wissen, und sich an ihre Gläubiger wenden müssen, um einen anständigen Ausgleich zu machen und wieder von vorn anzufangen, wenn nicht etwa die Lage schon gar so weit gediehen ist, das Konkurs angemeldet werden muß. Nur wer selbst schon mit den Widerwärtigkeiten dieses Lebens zu kämpfen gehabt hat, kann sich in die Lage desjenigen versetzen, der trotz aller Arbeit, allen Fleißes, aller Umsicht sein Schifflein den Klippen entgegentreiben sieht, an denen es zerschellen muß. Wer vom frühen Morgen bis zum späten Abend rastlos gearbeitet, alle unnützen Ausgaben vermieden hat, muß auf das bitterste enttäuscht sein, wenn er eines schönen oder vielmehr schlechten Tages sich in die Notwendigkeit versetzt sieht, sein Geschäft aufzulösen und die Aktiva unter seine Gläubiger zu verteilen.

Wir sprechen hier nicht von den leichtsinnigen Leuten, die ohne reifliche Überlegung, vielleicht auch schon mit bösen Absichten, mit geringen Mitteln, unter ungünstigen Umständen ein Geschäft eröffnen, denen geschieht es recht, wenn sie nach kurzer Zeit Schiffbruch leiden, und ihren Gläubigern auch, daß sie diesen unsicheren Kantonisten Ware und Kredit anvertraut haben. Wir sprechen von den tüchtigen Leuten, die im Vertrauen auf ihre Kenntnisse un ih Energiem wenn auch kleinen Mitteln, aber unter sonst nach menschlichem Ermessen günstigen, erfolgversprechenden Umständen, sich selbständig gemacht haben. Wie kämpfen sie von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr, und wie schwer wird es ihnen dann, einzusehen, daß sie nicht mehr weiter können.

Als ordentliche Leute haben sie ihre Bücher gut geführt, regelmäßig alle Jahre ihre Bilanz gezogen, und können daher genau sehen, wann es anfängt, bedenklich zu werden. Sie sollten dann nicht aus falscher Scham ihre Lage verheimlichen, sondern sich an vertrauenswerte Hauptlieferanten, an ihren Bankier oder sonst einen Freund wenden, der die Lage unbefangen zu beurteilen vermag und Rat geben kann, denn ein Dritter, dessen Blick nicht durch die Angst um die Weiterexistenz getrübt ist, kann viel eher ruhig beurteilen, was zu tun ist, als der ins Unglück geratende Geschäftsmann. Wir können daher nur dringend raten, in solchen Fällen es nicht so weit kommen zu

lassen, bis die Aktiva immer kleiner und die Passiva immer größer werden, sondern beizeiten in den sauern Apfel zu beißen und den Gläubigern zu retten, soviel als möglich ist.

In solchem Falle werden diese gern ihre Hand zum Weiterbetrieb des Geschäftes unter gewissen Zahlungserleichterungen bieten, und der zweite Anlauf, den so der tüchtige Mann machen kann, wird ihn in vielen Fällen mit erneuter Anstrengung zum Erfolge führen; er wird das zweite Mal die Klippen vermeiden lernen, die ihm das erste Mal in Gefahr gebracht haben, zu scheitern.

Schlimmer ist derjenige daran, der es zum Konkurse hat kommen lassen; er wird es das zweite Mal viel schwerer haben, denn im Fache spricht es sich herum, daß er falliert hat, und alle Auskünfte, die später über ihn gegeben werden, werden die Tatsache anführen, und dadurch wird sich mancher Lieferant von einer Verbindung abhalten lassen, der sonst gern geliefert hätte, weil unser Mann beim zweiten Anlauf besser vorwärts zu kommen scheint, als das erste Mal.

Und noch eins: Seine wahren Freunde lernt man erst kennen, wenn man sie um ihre Hilfe bitten muß, die privaten Freunde

sowohl wie die geschäftlichen. Die einen werden die Achseln zncken, die andern werden klagen, daß sie selbst in schlimmer Lage sind, wenn es auch nicht wahr ist, die dritten werden überhaupt nicht zu Hause sein, und nur sehr wenige werden mit Rat und Tat dem Freunde beispringen. Da heißt es dann: Wenn du jemanden um Geld bittest, so wird er dir sicher einen guten Rat geben, wenn du aber jemanden um einen guten Rat bittest, so wird er dir ganz gewiß kein Geld geben. Aber so schlecht ist die Welt, Gott sei Dank, noch nicht, daß sich nicht immer hilfsbereite Hände fänden, die den Unglücklichen aufrichten,

Und damit wollen wir diese Betrachtung, die so wenig zu dem Sonnenschein draußen paßt, aber doch im geschäftlich stillen Sommer zeitgemäß ist, schließen, und allen, die zu kämpfen haben, zurufen: Haltet aus, es heißt arbeiten und nicht verzweifeln, und das Geschick hilft nur dem, der sich selber hilft.

Ängstliches Zagen, weibisches Klagen wendet kein Unglück, macht dich nicht frei! Nimmer sich beugen, kraftvoll sich zeigen, allen Gewalten zum Trotz sich erhalten, rufet die Arme der Götter herbei! (Goethe.)

Welchen Schutz bieten feuerfeste Geldschränke?

Erfahrungen von Juwelieren in San Francisco.

Din jeder feuerfester Geldschrank ist nur so lange

feuerfest, als es nicht brennt, und bei einem Feuer ist keiner feuerfest! So sprach sich einer der bedeutendsten Juweliere in San Francisco nach dem

letzten großen Brande aus, der infolge des Erdbebens dort ausgebrochen war, und von 100 Juwelieren in der gleichen Lage werden sich 99 ebenso äußern.

Tatsache ist es, daß nicht ein einziger Juweliergeldschrank mit völlig unversehrtem Inhalt aus dem Feuer gekommen ist, mit Ausnahme von ein oder zwei kleinen Brillantgeldschränken. Die meisten dieser Schränke retteten lose Brillanten und Perlen; einige schützten Goldschmuck, aber keiner schützte Taschenuhren oder Silberwaren. In vielen Schränken blieben dicht zusammengepackte Papiere und Bücher unversehrt, aber lose liegende Papiere wurden in der Regel zu Asche.

Es scheint, daß die kleinen Schränke die Feuerprobe besser bestanden haben als die großen, aber das kann mehr einem Zufall als ihrer Konstruktion zuzuschreiben sein. Alle Schränke, ob groß oder klein, verhielten sich meist gleich in solchen Gebäuden, wo sie ungefähr derselben Hitze ausgesetzt waren, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft. Im Johnson Building z. B. ging der Inhalt aller Schränke zugrunde, weil dort in einem Großlager eine Menge hölzerner Uhrgehäuse verbrannten und darunter ein Möbelmagazin ebenfalls in Flammen aufging, die Hitze also eine ungeheure war.

Natürlich hielten sich auch die Schränke in den großen Geschäftshäusern besser, wo sie zwar dem Feuer beständig ausgesetzt waren, aber nicht fielen, während in billiger hergestellten Gebäuden die Schränke mehrere Stockwerke durchbrachen und dann noch in glühenden Schutt fielen. Die Schränke von A. J. Hall & Son im Aronson Building z. B. blieben an ihrem Platze, und ihr Inhalt, obschon beschädigt, kam besser zum Vorschein als in anderen Fällen. Nur alle Uhrwerke waren unbrauchbar geworden und mußten in die Fabrik geschickt werden; die Uhrgehäuse waren nicht geschmolzen, sondern oxydiert, und brauchten

nur aufpoliert zu werden. Goldschmuck in den Schränken war fast unbeschädigt und war nur zum Teil aufzupolieren.

Der große Schrank der Böhm - Bristol Co. von 7 Fuß Höhe sank zur Seite, wobei die Tür sich teilweise öffnete, und der Inhalt litt sehr unter dem Feuer, so daß nicht ein Papierschnitzel mehr übrig blieb. Von 450 Uhren in diesem Schrank wurden 150 gänzlich zerstört und die übrigen mußten in die Fabrik wandern. Lose Brillanten und Perlen widerstanden der Hitze in diesem Falle, aber alles Silber wurde zerschmolzen. Merkwürdig ist, daß in einem anderen Schranke ein Perlkollier, welches in verschiedene Lagen von Seidenpapier eingewickelt war, unbeschädigt blieb, während andere Perlkolliers, die in Seidenstoff lose eingewickelt waren, geradezu geröstet wurden. Ein großer Schrank von A. J. Hall & Son war vom Feuer so mitgenommen, daß er aufgesägt werden mußte, ein kleiner Steinschrank dagegen in demselben Zimmer, der dieselbe Hitze auszuhalten hatte, konnte wie immer mit dem Schlüssel geöffnet werden

Die Erfahrung bei dem großen Feuer in San Francisco hat gelehrt, daß nur feuerfeste Gewölbe von tadelloser Konstruktion den richtigen Schutz gegen Brandgefahr bieten, wie z. B. die neuen Gewölbe von Shreve & Co. es mit ihrem Inhalt bewiesen, ebenso auch die Gewölbe der San Francisco Bank. Andere Gewölbe indessen hielten die Feuerprobe nicht aus, weil sie auf schlechtem Untergrund aufgebaut waren. In einem Falle ruhte das Gewölbe auf eisernen Trägern, die sich durch die Hitze verbogen, so daß das Gewölbe Risse bekam, durch die die Flammen freien Zutritt hatten.

Um den Schränken gegenüber gerecht zu sein, muß man aber zugeben, daß das Feuer in San Francisco ein ganz ausnahmsweises war und so gut wie keine Löschversuche gemacht wurden, während die Hitze enorm war. Und dann lagen auch viele Schränke unter heißem Schutt während einer bis drei Wochen, ehe sie ausgegraben werden konnten. Der Schrank eines Juweliers war zwei Wochen nach dem Brande noch glühend heiß.

(Jewelers Circular)

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