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S. K. Hoheit der Großherzog Friedrich von Baden hat dem

Aus Innungen und Vereinen. Fräulein Emilie Petry in Karlsruhe, Inhaberin der Firma J. Petry Witwe, Juwelen-, Gold- und Silberwaren daselbst, Die Vereinigung von Kleinsilberwaren-Fabrikanten, von der beim den Inhabern der Firma A. Hoff & Cie., Juwelen-, Gold Grossistentag Herr Wilh. Kreiß als in Gründung begriffen erund Silberwarengeschäft in Berlin, Fräulein Anna Hoff und

klären konnte, hielt am 2. August ihre erste Versammlung in Adelheid Schäfer, sowie Herrn Arthur Müller daselbst das Hofprädikat verliehen.

Pforzheim ab, zu der etwa 25 Interessenten erschienen waren, Herrn Juwelier Alfred Engelmann in Gotha wurde das Prädikat eines Herzoglich-Sächsischen

doch hofft man, daß auch die aus Pforzheim übrigen Firmen Hoflieferanten verliehen. - Die Turngeneinde Geislingen a. St.

dieser Branche in Bälde beitreten werden. Herr Handelskammerhat aus Anlaß ihres 60 jährigen Jubiläums folgende Angestellte sekretär Dr. Käsemacher hatte das Referat. In der Hauptsache der Württ. Metallwarenfabrik, A.-G. in Geislingen zu Ehren handelte es sich um Höherkalkulation der Waren, die man den mitgliedern ernannt: Zinngießermeister Rich. Wagner, Gürtler Anwesenden dringend ans Herz legte. Von Seiten der VerAdam Sackbauer, Gürtler Max Mayer und Guillocheur

einigung wird demnächst in Schwäb. Gmünd eine ähnliche meister Aug. Kreidenweiß.

Versammlung abgehalten, um die dortigen Herren zum Beitritt Jubiläen. Am 30. Juli ds. Js. feierte die manchem Fach zu veranlassen. Bei allen Sendungen, auch bei Auswahlsengenossen bekannte Firma A. Rog mans in Amsterdam ihr

dungen, wird in Zukunft das Porto in Anrechnung kommen. 60 jähriges Bestehen. Der 83 jährige Gründer der Firma, Herr

Die Vereinigung wird sich dem Arbeitgeberverband A. Rogmans sen. in Brüssel, Avenue Brügman 17, erfreut sich des besten Wohlergehens. Er übertrug seine Engros-Firma vor

in Pforzheim anschließen. 10 Jahren an seine beiden Söhne: A. Rogmans-Remmers Cleve, und E. Rogmans-Kemmerling, Amsterdam. Das 40 jährige Geschäftsjubiläum beging dieser Tage die Firma H. J. Stein Rechtsrat, Rechtsschutz für Goldschmiede. in Oberstein a. d. Nahe. Es wurde mit einem Bankett für

Eigene Geschäfte der Handlungsgehilfen. Verjährung der Schadendas gesamte Personal gefeiert. Herr Stein, im 61. Lebensjahr stehend, beging diesen Jubeltag in körperlicher und geistiger

ersatz- und Unterlassungsansprüche des Prinzipals. Nach § 60 des Frische, wie er überhaupt noch von morgens früh bis am

Handelsgesetzbuches darf der Handlungsgehilfe ohne Einwilligung Abend in der Fabrik tätig ist, die Muster entwirft und nach seines Prinzipals weder ein Handelsgewerbe betreiben noch in dem dem rechten sieht.

Handelsgeschäfte des Prinzipals für eigene oder fremde Rechnung Firmen-Eintragungen. Zu der Firma Berliner Metallwaren

Geschäfte machen. Verletzt der Handlungsgehilfe diese Verpflichfabrik H. A. Jürst & Co., A.-G. in Berlin wurde eingetragen: tung, so kann der Prinzipal Schadenersatz fordern oder statt dessen Der Kaufmann Otto Fritsche ist aus dem Vorstand geschieden. verlangen, daß der Gehilfe die für eigene Rechnung gemachten Ge.

Die offene Handelsgesellschaft A. Schubert & Co. Juwelen, schäfte als für Rechnung des Prinzipals eingegangen gelten lassen Uhren, Gold- und Silberwaren in Dresden wurde eingetragen. und die aus Geschäften für fremde Rechnung bezogene Vergütung Gesellschafter sind die Uhrmacherswitwe Anna Maria Olga

herausgeben oder den Anspruch darauf abtreten. Von Rechtslehre Schubert, geb. Jucknadt, und der Kaufmann Paul Edwin Arthur Schubert. Zu der Bijouteriewarenfabrik Chr. Riesch in

und Rechtsprechung wird dem Prinzipal daneben auch der AnGmünd wurde eingetragen: Mit Wirkung vom 1. August 1906

spruch auf Unterlassung eigenen Gewerbebetriebes seitens des an geht das Geschäft mit Firma von dem bisherigen Inhaber

Handlungsgehilfen oder eigener Geschäftsabschlüsse im HandelsChristian Riesch in Gmünd auf Hermann Mauser, Techniker in zweige des Prinzipals zugestanden, ein Anspruch, der sich als Gmünd über. Der neue Inhaber hat nur die Passiven mit über ein Anspruch auf Erfüllung der dem Handlungsgehilfen nach nommen. — Zu der Firma Schoch & Frank, Bijouteriewarenfabrik $ 60 Abs. 1 obliegenden Verpflichtung darstellt. Die Ansprüche in Gmünd wurde eingetragen: Der Teilhaber Heinrich Schmidt, verjähren nach § 61 Abs. 2 in drei Monaten von dem Zeitpunkt Kaufmann in Gmünd, ist am 18. Juli d. J. gestorben und dadurch

an, in welchem der Prinzipal Kenntnis von dem Abschluß des aus der Gesellschaft ausgeschieden. An dessen Stelle ist am 21. Juli d. J. der bisherige Prokurist der Gesellschaft, Otto Schmidt,

Geschäfts erlangt. Die Einrede der Verjährung gemäß dieser Kaufmann in Gmünd, als Gesellschafter eingetreten, welcher

Bestimmung machte ein Handlungsgehilfe geltend, der seine bis ebenfalls zur Vertretung der Gesellschaft und Zeichnung der

zum 1. Januar 1910 fest angenommene Stellung ohne rechtlichen Firma berechtigt ist. Die Firma Dco. Sapio, Korallen-, Grund vorzeitig gelöst und in Gemeinschaft mit einem Kaufmann Schildpatt- und Bijouterie - Handel in Interlaken wurde ein ein Konkurrenzgeschäft eröffnet hatte und deswegen von seinem getragen. Inhaber ist Domenico Sapio, von Neapel, in Interlaken. Prinzipal verklagt war mit dem Antrage, das Handelsgewerbe soGeschäfts- Eröffnungen. In Bonn a. Rh., Martinsplatz, hat

fort aufzugeben und es künftig zu unterlassen, bis zum 1. Jan. 1910 Herr Juwelier Anton Koch ein Gold- und Silberwaren-Ge irgend ein Handelsgewerbe zu betreiben oder in dem Handelsschäft eröffnet. Die Herren Leo und Richard Wolff, zweige des Klägers Geschäfte zu machen. Er behauptete, daß von Oberstein a. N., haben unter der Firma L. & R. Wolff in der Kläger länger als drei Monate vor der Klageerhebung von Interlaken ein Bijouteriegeschäft eröffnet.

der Errichtung des Konkurrenzgeschäftes und seiner Beteiligung Geschäfts-Veränderungen. Die Goldwarenfabrik Ed. Kucher daran Kenntnis gehabt habe. Der Kläger gab dies zu, meinte in Gmünd ist samt Firma mit Aktiven und Passiven von dem aber, daß es für den Beginn der Verjährung lediglich auf den seitherigen Inhaber Heinrich Brems, Kaufmann in Gmünd, auf Abschluß bestimmter Einzelgeschäfte ankomme und daß mit Eduard Kucher, Fabrikant in Gmünd, übergegangen. Herr

deren Vornahme die Verjährungsfrist sich fortwährend erneuere. Oskar Holzapfel ist aus der Bijouteriewarenfabrik Zineder & Co., Wien VII., Neustiftgasse 94 ausgetreten. Nunmehriger

Das Reichsgericht wies die Klage ab, weil die in § 61 Abs. 2 Alleininhaber ist Joh. Zineder.

des Handelsgesetzbuches zunächst für die Schadensansprüche

des Prinzipals sowie für seinen Anspruch auf die widerrechtlich Todesfälle. In Rudolstadt (Thür.) starb der Juwelier Herr Oskar Böttger.

abgeschlossenen Geschäfte bestimmte dreimonatige Verjährung In Wien starb der Juwelier Markus Zirner, Seniorchef der Firmen Brüder Zirner in Wien und

bei der Gleichwertigkeit des gesetzgeberischen Grundes auch Budapest und J. & A. Zirner in Wien.

auf die vorliegenden Unterlassungsansprüche Anwendung zu Verschiedenes. Die Firma B. van de Vaal in Antwerpen

finden habe, die Verjährung aber vorliegendenfalls von dem hat ihre Zahlungen eingestellt und will mit 50% akkordieren,

Zeitpunkt ab, wo der Prinzipal von der Beteiligung des Benachdem ein großer Teil von Fabrikanten hineingefallen ist.

klagten an dem Konkurrenzgeschäft Kenntnis erhalten, zu beDie Erben des kürzlich verstorbenen Seniorchefs der Exportfirma rechnen, mithin nach dem Zugeständnis des Klägers abgelaufen Kunst & Albers in Hamburg, haben der Deutschen Kolonial sei. Die Einzelgeschäfte kämen für den vorliegenden Klageanverwaltung das „Vailma House“ auf Samoa, das schönste spruch und dessen Verjährung nicht in Betracht. Denn die Gebäude des Landes, als Gouvernementsgebäude zum Kaufe Klage sei auf den Eintritt des Beklagten in den gesellschaftangeboten. Das Kleinsilber- und Stahlwaren-Detailgeschäft Karl Strieder in Pforzheim hat den Artikel Pforzheimer

lichen Gewerbebetrieb, also auf einen Vorgang, der ebenso wie Bijouteriewaren neu aufgenommen. – Zweitausend Mark als

der Abschluß eines Einzelgeschäftes bestimmt und fast begrenzt Legat wurden von dem kürzlich verstorbenen Herrn Stadtrat

sei, gestützt. Mit der Verjährung des hierauf gegründeten UnterHeinrich Schmidt in Schwäb. Gmünd dem Kunstgewerbe

lassungsanspruches sei eine weitere Klage auf Unterlassung Museum für die Edelmetallindustrie, dem er viele Jahre als dieses Handelsgewerbes und der damit zusammenhängenden Mitglied angehörte, testamentarisch vermacht,

Geschäfte ausgeschlossen.

Für die Werkstatt.

Literaturquelle über die anderen zur Kupferbraunfärbung vor

geschlagenen Methoden in kleinerem Drucke gebracht werden. Beweglicher Arm für eine elektrische Lampe. Beweglich im

So aber findet der Fragesteller in der zweiten Auflage ungefähr vollen Sinne des Wortes, denn man kann ihm alle möglichen, auch die schrägsten Stellungen geben. Er gestattet eine ausgezeichnete Beleuchtung, da man die Lampe überall hin

drehen kann, wohin das Licht
strahlen soll. Den Fuß des

Festgruß an Schleswig
Apparates bildet ein Dreifuß,
genügend breit und schwer, um
das Gleichgewicht zu halten.

zur 4. Hauptversammlung
Der bewegliche Arm besteht aus des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede
einer Menge ausgehölter Ko-

von Schleswig-Holstein am 15. Juli 1906.
nusse, die wie eine Wirbelsäule
auf einem Draht aufgereiht sind.

ohlauf, Ihr Kollegen, nach Schleswig, woblauf! Der Draht ist an beiden Enden angeschraubt. Die am Fußende

So lautete heuť die Parole; befindliche Schraubenmutter hat den Zweck, die Beweglichkeit Wir vernahmen den Ruf und folgten darauf, des Armes zu regeln. Am oberen Ende ist eine Lampe befestigt, Dem Verbande zum Heil und zum Wohle; welche mit dem leitenden Kupferdraht, der sich um den Arm Daß mehr noch er wachse und weiter gedeiht, schlingt, verbunden ist. Die Fabrikanten sind: Bill and Co., Sind hergekommen zum Feste wir heut. 56 Guest Street, Birmingham.

(La nature.)

Gegrüßt sei du alte, historische Stadt,
Büchertisch.

Die uns freundlich willkommen geheißen;

Die gekämpft und gestritten in Wort und Tat, Das Buchnersche Werk: „Die Metallfärbung“ (Berlin, Verlag

Als die Lande man wollte zerreißen; von M. Krayn *) liegt nunmehr zum dritten Male auf. Wenn es Jekt friedlich uns grüßt von Wäldern bekränzt, noch eines Beweises für das große Verlangen fast aller Kreise Vom Ufer der blinkenden Schlei begrenzt. des Metallgewerbes nach einem die Metallfärbung eingehend

Wohin hier nur immer das Auge sieht, behandelnden Buches bedurfte, so ist er hiermit erbracht worden. Nach wie vor steht das Buchnersche Werk als einziges auf dem

Wohin man die Schritte mag lenken, großen Gebiete der Metallfärbetechnik da, und wer sich über

Erinn'rung aus fernen Zeiten erblüht,

Daß wir des Vergang'nen gedenken; sie orientieren will, muß zu demselben greifen. Mit großem

Patrizier - Häuser, im würdigen Kleid,
Fleiße hat der Verfasser die in zahllosen Fachblättern zerstreuten
Notizen über die einzelnen Verfahren gesammelt, eigene Methoden

Erzählen vom Glanze der früheren Zeit.
hinzufügend, so gut es ging, gesichtet und die sich ergebenden Stolz strebet der uralte Dom empor,
Gruppen mit sehr brauchbaren, sachgemäßen Einleitungen ver Ein Zeichen vergangener Tage,
sehen. In die neue Auflage wurden sämtliche in den verflossenen Ein herrliches Kunstwerk am Altar im Chor
letzten fünf Jahren veröffentlichten und patentierten Verfahren in Verkündet uns christliche Sage,
die alte Anordnung eingereiht, der Text durch Hervorhebung Verklärt durch der Sonne goldenen Schein,
wichtiger Wörter mittels größerer Schrift einigermaßen über Der sich drängt durch prächtige Fenster hinein.
sichtlicher gestaltet und last not least eine wertvolle geschicht-
liche Übersicht aufgenommen, die, wenn sie auch keinen Anspruch

Schloß Gottorp, ein unvergänglich Blatt auf Vollständigkeit erheben kann, doch dem Werke zur unbe

Bleibt's in den Annalen der Lande; dingten Zierde gereicht. So anerkennenswert die mühevolle Ein herrliches Monument der Stadt, Arbeit des Verfassers auch ist, aus Hunderten zerstreuter Blätter Das fest geknüpft unsere Bande; Tausende oft von ungeübten Federn geschriebene Rezepte ge Ein Wahrzeichen bleibt's vergangener Macht sammelt und in einem Buche vereint zu haben, so sehr auch das Von fürstlicher Größe und fürstlicher Pracht. Werk allen jenen empfohlen werden kann, deren Beruf die Kenntnis

Beim Denkmal das Lied in der Brust erwacht: der Metallfärbung verlangt, darf doch nicht verschwiegen bleiben,

,,Schleswig-Holstein meerumschlungen", daß das Buch in der vorliegenden Anordnung trotz aller Verbesserungen den Anforderungen der Praxis nicht völlig entsprechen

Das Chemnik und Bellmann zum Dank dargebracht,

Die das Lied gedichtet, gesungen, kann. Der Gewerbetreibende verlangt einfache und klare Ratschläge für die ihn gerade beschäftigende Arbeit. Er sieht sich

Von wo es den Weg in die Ferne fand,

Weit hinaus über's deutsche Vaterland. beispielsweise vor die Aufgabe gestellt, Kupfer braun zu färben, und richtet nun an seinen Führer die lapidare Frage: „Wie färbe So reich die Geschichte, so reich die Natur ich meine kupfernen Gegenstände von der und der Dimension Hat die Stadt mit Schönheit umwoben; braun? – Würde der Verfasser noch der Hervorhebung des Im Tal, auf der Höh', im Wald, auf der Flur Unterschiedes zwischen elektrolytischem und Werkkupfer eine Fühlt die Brust sich von Wonne gehoben. einzige Methode bieten, die auf einfachem Wege zu dem er Mit Recht man Schleswig die Rosenstadt heißt, wünschten Ziele führt und eine größere Anzahl von Nuancen Und Jeder mit Freuden als solche sie preist. ermöglicht, so wäre dem Fragesteller in den meisten Fällen gedient. Diese „Kardinalmethode“ müßte allerdings vom Verfasser Die beim Mahl wir hier siken im trauten Verein, selbst nach allen Richtungen praktisch erprobt worden sein Laßt das volle Glas uns erheben, und auf breitester Grundlage beschrieben werden. Wollte Den ersten Toast der Stadt Schleswig zu weihn der Verfasser ein Übriges tun und neben diesem einem Ver

Und unsern Dank hineinweben; fahren noch drei bis vier andere mit gleicher Gründlichkeit er

Daß Schleswigs Name glänz' lange noch, örtern, die ebenfalls mit absoluter Sicherheit zur Braun

Darauf stimmet ein in ein dreifach Hoch! färbung führen, aber den Objekten einen anderen Habitus

Onkel Christian. verleihen, so würde er sich damit unstreitig ein großes Verdienst erworben haben. Zum Schlusse könnten dem auf diesem Gebiete weiter Forschenden kurze Angaben unter Anführung der

vierzig Antworten auf seine Frage, in der neuen sogar über Zu beziehen durch die „Deutsche Goldschmiede - Zeitung“ in Leipzig zum fünfzig. Er steht ratlos vor dieser unverlangten Überfülle und Preise von 7.50 Mk. für broch. und 8.70 Mk. für geb. Exemplar.

beginnt, da ihn nur selten chemische Kenntnisse bei seinen

Versuchen leiten, lange herumzutappen, bis er unter den vielen Rezepten ein halbwegs brauchbares findet. Da ihm auch der rote Faden fehlt, ist er vielleicht gerade bei dem besten Verfahren vorbeigegangen, ohne es zu beachten, hat viel Zeit verloren und für die zu seinen Experimenten erforderlichen Chemikalien unnötig Geld verausgabt. Es wäre von außerordentlichem Vorteile für die Metallgewerbetreibenden, wollte der auf diesem Gebiete so berufene Verfasser in der nächsten Auflage, die ja ohne Zweifel in absehbarer Zeit notwendig werden wird, diese besprochenen Verhältnisse berücksichtigen.

Prof. Dr. Ernst Beutel.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

Fragen: Frage 642. Ist man gesetzlich verpflichtet, bei der zuständigen Innung noch ein Meisterexamen zu machen, um sich Lehrlinge halten zu dürfen und bei einer evt. Etablierung sich Meister zu nennen, wenn man schon über 11 Jahre Werkmeister in einer Silberwarenfabrik (über 40–50 Personen) war. Während meiner Werkmeisterschaft habe ich die ersten Jahre 5 Lehrlinge an- und ausgelernt. Ich habe selbst 4/2 Jahre gelernt und bin von der Innung freigesprochen.

O. S. Frage 653. Ein Bijouterie-Engros-Geschäft hat ein Detail-Geschäft eröffnet; beschäftigt einen Gehilfen und eine Polisseuse. Darf der Mann, welcher Kaufmann ist, auf sein Fenster schreiben: „Verkaufsstelle der Goldwarenfabrik usw." ?

Frage 656. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzwerden unechter Bijouterie- und Metallgegenstände in wirksamer Weise? Das Zaponieren hat sich nicht immer zweckdienlich erwiesen.

P. H. in B. Frage 662. Wer ist der Fabrikant von Flaschentellern, die ein Monogramm (A. S.) als Warenzeichen tragen? C. G. in D.-H.

Frage 663. Kann mir einer der Herren Kollegen eine genaue Nachbildung oder auch Originalmodell eines der historischen, eisernen Trauringe von 1813 verschaffen, worin die Worte eingraviert sind: „Gold gab ich für Eisen"? Es wäre mir event. mit einer genauen Zeichnung, um einen Anhaltspunkt zu haben, gedient. Ich bitte um gefl. Nachricht.

W. Frage 665. Wo kann ich Aluminium - Armbänder für Export, direkt ab Fabrik, beziehen?

H. O. T. in M. Frage 668. Ich habe in verschiedenen Schaufenstern eine sehr anziehende Reklameuhr gesehen. Dies ist eine Standuhr, unter deren Zifferblatt sich ein Tierkopf befindet, der imitierte Wasserstrahlen in ein darunter befindliches Becken speit. Wer liefert diese Uhren?

G. J. in W. Frage 674. Wer fertigt feine Drahtgeflechte für SchlangenBracelets ?

F. B. Frage 676. Welches ist der haltbarste, durchsichtige Klebestoff um Silber mit Glas zu verbinden? H. B. in D.

Frage 677. Bitte mir Nachricht zu geben, wie ich das in gebrauchten Färbewassern befindliche Gold selbst wieder gewinnen kann.

R. M. in F. Frage 678. Kann mir einer der Herren Kollegen eine gute Firma nennen, die grüne Steine zu Silberschleifen liefert? E. St. in T.

Frage 679. Wer fabriziert Stahlbijouterien mit eingesetzten Similisteinen?

G. K. in B. Frage 680. Bitte höfl. um Angabe einer guten Bezugsquelle von gediegenem, modernen Gebrauchs- und Luxusgegenständen in getriebenem Kupfer.

J. W. in M. Frage 683. Kann mir einer der Herren Kollegen mitteilen, wer Uniformknöpfe fabriziert?

E. H. in A. Frage 684. Wer liefert Fraismaschinen für Graveure und Schnittmacher?

F. W. in P. Frage 685. Welche Gablonser Firma liefert billigen SimiliSchmuck sowie emaillierte Ketten-Anhänger ? A. in A.

Frage 686. Wer liefert kleine Photographien als Einlagen in Glasanhänger?

X. Y.

Frage 687. Kann mir einer der Herren Kollegen in Nürnberg eine Bezugsquelle für sog. Brautbecher in Silber als Anhänger (Berloque) angeben?

M. F. Frage 688. Wer ist Abgeber für eine möglichst 18 karat. antike starke Erbskette, sogenannte Batzenkette, mit hübschem antiken Schloß ?

W. H. Antworten: Zu Frage 629. Elektrische Lampen „Sonnenlicht“ (beste deutsche Marke) in allen Preislagen liefert: Curt Stehfest, Leipzig-Gohlis.

Zu Frage 644. Uhrketten - Pistölchen in Nickel mit Perlmutter oder Goldschaft und lauten Knall gebend, liefert: Curt Stehfest, Leipzig - Gohlis.

Zu Frage 646. Das Entfernen des Zapons von versilberten Waren geschieht am leichtesten durch Einlegen der Gegenstände in kochendes Wasser. Der Ueberzug läßt sich dann sehr leicht abziehen. Ein kleiner Zusatz von Cyankali erhöht die Wirkung der Flüssigkeit noch mehr. Soll der Ueberzug nur stellenweise entfernt werden, etwa von kleinen matten oder polierten, aber durch Ornamente begrenzten Flächen, so ist Salmiakgeist, wenn Gravierung vorhanden ist Spiritus zu empfehlen. Man taucht ein Läppchen in die genannten Flüssigkeiten und reibt damit die Stellen ab.

F. Zu Frage 657. Zum Löten polierter Gegenstände verwende ich vorteilhaft eine Lösung von 1 Teil Borax, 1 Teil Borsäure in 5-6 Teilen Wasser. Borax und Borsäure bringt man in das Wasser und kocht das ganze bis sich alles gelöst hat. Die Flüssigkeit muß heiß gebraucht werden. Beim Löten steigt das Lötmittel fast gar nicht. Der äußerst dünne, aber sehr festsitzende Ueberzug hält ein zwei- bis dreimaliges Glühen sehr gut aus. Es ist nicht notwendig, bei jeder Lötung die Flüssigkeit zu gebrauchen, es kann ruhig dünner Borax verwendet werden. Beim Anfertigen montierter Gegenstände verwende ich dieselbe Lösung. Die Sachen erhalten dadurch gar keinen Sud. Die kaltgewordene Lösung muß durch Zusatz von Wasser vor jedem neuen Gebrauch wieder gekocht werden.

F. Zu Frage 658. Teile Ihnen mit, daß ich in der Lage bin, diese Waren auszuführen, da ich Aehnliches als Spezialität erzeuge. Ch. W. Jung, Bijouterie-Fabrik, Pforzheim, Kienlestraße 9.

Zu Frage 660. Ich bin im Besitz verschiedener bewährter Schmelzpulver; müßte jedoch mit dem Fragesteller in direkte Verbindung treten, um zu erfahren, was für Gold er verarbeitet.

August Reger, Ringfabrik in Schw. Gmünd. Zu Frage 669. Automobil - Anhänger in Gold, Silber und amerik. Doublé liefern: Adolf Köhler, Pforzheim. Hch. Kölle, Pforzheim. Gebr. Kraus, Schw. Gmünd.

Zu Frage 670. Zum Bezuge von schwer versilberten Metallwaren sind außer der Metallwarenfabrik Geißlingen noch zu empfehlen: Metallwarenfabrik Pforzheim, vorm. Aichele & Cie.; Berndorfer Metallwarenfabrik, Berndorf, Niederlage in Berlin, Leipziger Str. 101/102; letztere Firma hauptsächlich für Bestecke, erstere Firma für Services usw. Gut versilberte Metallwaren, ähnlich denen der Württ. Metallwarenfabrik, liefert die Firma F. W. Quist, EBlingen (Württ.).

Zu Frage 671. Silberne Weihwasserkessel liefern: Adolf Köhler, Pforzheim. Pfeiffer & Fischer, Pforzheim.

Zu Frage 672. Doppelpanzerketten sowohl in Neusilber als auch in Messing und Tomback (meter- und stückweise) fabrizieren: Carl Wilh. Hertel & Co., Berlin SW. 19, Beuthstr. 16.

Gottlieb & Wagner, Oberstein a. N. – Klein & Quenzer, Oberstein. – Gebr. Spath, Oberstein. — Hugo Rupp, Oberstein. – Chr. Keller Sohn, Oberstein.

Zu Frage 673. Die Firma Adolf Kiedaisch, Pforzheim, führt die von Ihnen gewünschten Artikel. Galanteriewaren (Bronien, Holz- und Lederwaren) liefern: Paul Hübner, Berlino., Markusstr

. 5. – Siegmar Lewy (Inh.: Ferdinand Meyer), Berlin S. 42, Ritterstr. 24.

Zu Frage 675. Wegen Kordelarmbändern empfehlen wir Ihnen, sich an Fabrikanten von rohen Kordelketten zu wenden. Zu nennen sind u. a.: Albert Scheuffele, Pforzheim, und Hch. Fehling, Pforzheim.

Zu Frage 681. Vexierringe in Gold, Silber oder unecht vergoldet liefern: Chr. Vogel, Goldschmied in Oehringen (Württ.). Gebr. Hamm, Viersen (Rheinland).

Zu Frage 682. Federn und Drücker für Zigarettendosen liefert: 0. Benkendörfer, Pforzheim, Bleichstr. 29.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung isi nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

Fachtechnischer und wirtschaftlicher Teil
Redaktion: Kunstgewerblicher Teil: Professor Rudolf Rücklin, Leiter der
Goldrahmiede-Schule, Pforzheim » Fantechnischer Teil: Goldschmied Paul
Axthelm, Leipzig - Wirtschaftlicher Teil: Syndikus Herm. Pilz, Leipzig

Aus der Werkstatt für die Werkstatt!

Aus unseren Redaktions-Konferenzen.

W

Jenn man nach neuen Ereignissen im Geschäftsver Unterschlagung angezeigt. Hoffentlich werden sie von der Staats

kehr der Goldschmiede fragt, so steht der Kampf anwaltschaft eine gründliche Abfuhr erhalten. In der Unter-
gegen die Diamanten-Imitationen immer obenan.

suchungssache gegen das ebenso berüchtigte
Selbst in der stillsten Zeit des Jahres wüten diese
Geschäfte mit ihren amerikanisch - frechdachsigen

Sarita-Diamanten-Geschäft in Nürnberg
Reklamen fort und scheuen sich nicht, die ungeheuerlichsten
Behauptungen dem arglosen Publikum ins Gesicht zu schleudern.

wurden bereits im Mai vom dortigen Gericht vier Personen steckDie „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ hat bekanntlich auch in

brieslich verfolgt, die Geschäftsführer Blumenthal, Czechowsky,

die Verkäufer Simon Reiß und Oswald Werner. Eine fünfte einer Petition an den Reichstag eine Remedur im Handel mit Diamanten-Imitationen beantragt, und es fragt sich, was der

Person wurde gegen Bürgschaftsleistung aus der Untersuchungs

haft entlassen. Es ist bedauerlich, daß das Einschreiten sich Reichstag in dieser Angelegenheit tun wird. Einstweilen sorgen diese Diamantengeschäfte noch reichlich für die Beschäftigung

immer so lange verzögert, bis die Vögel, die gerupft werden

sollen, ausgeflogen sind. Sie sind gewöhnlich schon lange der Gerichte. Seit der vorjährigen Weihnachtszeit wurde schon

Zeit flügge, und es sollte viel schneller auf den Fang gegangen in den Düsseldorfer Tageszeitungen eine raffinierte Reklame

werden. Auch die Sarita-Diamanten wurden in den letzten mit den

Tagen in Nürnberg für 25 Pf. pro Stück verkauft. Auch hier Lucretia - Diamanten

war Zulauf vorhanden, nachdem man kurz vorher in den Inbetrieben. Von 8 Mk., dem angeblich wirklichen Wert der

seraten erklärt hatte, daß mit 50 Pf. „die unterste Stufe“ im „wunderbar brillierenden, künstlich gefaßten Diamant - Imita

Preise erreicht sei. Solchem faulen Zauber muß das Handwerk tionen“, wurde allmählich der Preis auf 6, 4, 2, 1 Mk. und gründlich gelegt werden. Einen glücklichen Ausgang nahm in schließlich auf 25 Pf. herabgesetzt und zu diesem Preise natür

Frankfurt a. M. ein Prozeß, den ein Fräulein L. G. gegen die lich auch hier ein kolossaler Umsatz erzielt. Im Frühjahr schritt

Lucios of New York (Isaak Blumenthal) aber doch endlich die Staatsanwaltschaft gegen dieses Treiben ein. Fünf Verkäufer und Verkäuferinnen des „American Diamond

wegen Rückzahlung des Kaufpreises von 72 Mk. für einen Ring Palace“ und der „Lucretia-Diamanten“ wurden wegen Betrug

anstrengte. Der Prozeß wurde auch noch durch zwei Instanzen angeklagt. In der Verhandlung vom 4. Juli traten Zeugen auf,

getrieben. Die Klägerin hatte 72 Mk. für einen Ring bezahlt, die Schmuckstücke in bejammernswertem Zustande vorlegten.

der sonst im Geschäft der Lucios of New York für 38 Mk. verDas Gold war schwarz, die Brillanten ohne Glanz. Die

kauft wird. Das Gericht fand darin eine Täuschung der Käuferin, Käufer waren also regelrecht betrogen worden! Und

da der Ring nach dem Urteil der Sachverständigen höchstens doch konnte man gegen die Angeklagten nichts machen. Die

einen Verkaufswert von 12 Mk. hat und der Stein mit zehn eigentlichen Geschäftsführer waren verduftet und der große Pfennigen zu bewerten ist. Diese Täuschung ist nach Anmysteriöse Auftraggeber in London kann nicht aus seinem Fuchs

sicht des Gerichtes eine arglistige, so daß der Kaufvertrag bau herausgeholt werden. Man mußte auf Freisprechung er

angefochten werden konnte. Das Landgericht (4. Zivilkammer, kennen. Der große „Chef“ in London spielte auch in einem

5. S. 184/06. 21) hielt gleichfalls arglistige Täuschung für vorandern Prozeß des famosen

liegend. In den Entscheidungsgründen heißt es: „Wenn nun Bera - Diamond - Palace in Breslau

auch im allgemeinen ein Verkäufer den Kaufpreis für eine von

ihm feilgehaltene Ware nach seinem Belieben festsetzen darf, eine Rolle. Dort hatte sich ein junger Mann einen Vorschuß so darf doch andererseits ein Kaufliebhaber, der ein offenes von der Kassiererin gegen Quittung geben lassen, der erst am Ladengeschäft aufsucht, davon ausgehen, daß ihm nicht oder dritten Tage ordnungsmäßig verbucht wurde. Da nun der Chef wenigstens nicht viel mehr für eine Ware abgefordert wird, in London „streng auf regelmäßige und ordnungsgemäße Ge als der in dem Geschäft für Waren dieser Art übliche Preis. schäftsführung“ hielt, wurde der Übeltäter sofort entlassen und Dies trifft namentlich dann zu, wenn es sich um Waren handelt, klagte nun auf Gehalt. Das Kaufmannsgericht in Breslau ver deren Preisbemessung für den warenunkundigen Kaufliebhaber urteilte die Firma zur Zahlung des Gehaltes auf drei Monate, schwer oder gar nicht nachprüfbar ist. Die Klägerin mußte da eine strafbare Handlung nicht vorliege. Damit sie sich aber glauben, daß der Preis von 72 Mk. der geschäftsübliche Vernoch besonders lächerlich machen, haben die Leute, die selbst kaufspreis sei, sie wurde arglistig getäuscht, um einen überwiederholt mit den Rockschößen und Ärmeln die Türen der mäßigen, unreellen Gewinn zu erzielen!“ Warum geht Staatsanwaltschaft streifen, den jungen Mann auch noch wegen man in solchen Fällen nicht auch wegen Sachwucher vor?

Nach unserem Dafürhalten wird hier ein Sachwucher schlimmster Art getrieben und der Ausruf: „Wer befreit uns von solchen Parasiten!“ wird zum Notschrei. Aus den zahlreichen Verurteilungen der Geschäftsführer Karl Schiltsky in Magdeburg wurde auch wegen unlauteren Wettbewerbes zu 500 Mk. Geldstrafe verurteilt — sieht man doch, daß hier ein gemeingefährliches Treiben vorliegt. In Dresden gingen die Rands-Diamanten auch bis auf 25 Pf. herunter, und es bedarf gar keiner Frage, daß die Goldschmiede am Platze durch solche Manöver sogar gute Kunden verlieren, denn man sieht in den Läden dieser fragwürdigen Gesellschaften auch Käufer aus besseren Ständen, die ihnen fernbleiben sollten. In Dresden hat sich ein Prozeß vor dem dortigen Oberverwaltungsgericht abgespielt, in dem die Frage erörtert wurde, ob die DiamantenImitations-Geschäfte nicht einen

nächsten Nummern im Wortlaut veröffentlichen werden, denn was darin gesagt ist, gilt von allen derartigen Diamanten-Imitationen. Köstlich war bei der ganzen Affäre, wie sich die LucienGesellschaft und die Jennings-Gesellschaft im Konkurrenzneid gegenseitig in die Haare fuhren! Albert Steiger hat den Wert der Lucien-Diamanten auf 25 Rappen im Höchstfalle geschätzt. Die Fassung sei eine Metallkomposition aus Messing oder Tombak, die Vergoldung eine ganz schwache. Es sei eine Ausbeutung des Publikums vorhanden. Nach diesem Gutachten wurde die Klage zurückgezogen. Ja, ja, die Vorsicht ist der bessere Teil der Tapferkeit! Jennings leitete übrigens früher die Bera-Gesellschaft in Hamburg. Sollte nicht auch hier wieder ein Manöver vorliegen und der Kampf zwischen den Lucienund Jennings-Diamanten nur künstliche Reklamemache sein? Ein Züricher Goldschmied spricht das in einem Schreiben an uns aus und wir teilen den Verdacht! In Bukarest treibt ein Geschäft mit demselben Reklameunfug sein Unwesen unter der Firma: „Regele Diamantelos Americane“. Es ist ja aber doch alles dasselbe! Der Name ist leerer Schall, Rauch! Spaßhaft ist es, wenn Blätter, die sich den Anschein geben, als ob sie nur das Beste der Gewerbetreibenden wollten, auch noch den Vertrieb dieser Schundware begünstigen. In Frankfurt a. M. erscheint ein Blatt, das den pompösen Titel „Für Wahrheit und Recht“ führt. Das Blatt bringt große Inserate der LuciosDiamanten. Wer lacht da? Neuerdings beteiligten sich übrigens auch bessere Geschäfte in solchen Imitationen an den marktschreierischen Reklamen, was wir mit Bedauern gesehen haben. Das Reklamewesen liegt heutzutage überhaupt im argen. Wenn ein Juwelier inseriert, daß er „zu jedem nur annehmbaren Preise“ verkaufe man sehe die „Ostdeutsche Rundschau“ nach so ist das nicht mehr vornehm und weicht bereits von den Grundsätzen einer soliden Reklame ab. · Nicht aufhören aber wollen die

Geschenke an das Publikum.

steuerpflichtigen Wanderlagerbetrieb darstellen. Die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung" hat seinerzeit schon in Leipzig eine Anzeige wegen Hinterziehung der Wanderlagersteuer gegen die Bera-Gesellschaft erstattet. Das Oberverwaltungsgericht Dresden hat nun festgestellt, daß diese Unternehmungen unter den Begriff des ,,steuerpflichtigen Wanderlagers“ im Sinne des Gesetzes vom 1. Juli 1878 fallen und deshalb nicht nur die Staatssteuer zum Gewerbebetrieb im Umherziehen, sondern auch daneben den höchsten zulässigen Betrag von 60 Mk. Gemeindeabgaben zu zahlen haben. Dagegen hat ein Dresdner Geschäft die Anfechtungsklage eingereicht. Der Inhaber hat ein Garçonlogis, ist meist auf Reisen und führt dann seine ganze Habe im Koffer mit sich. Die Angestellten verkaufen lustig darauf los, und wenn der Markt ,,abgearbeitet“ ist, verduftet man wieder. Das ist doch der alte, bekannte Lauf der Dinge. Von einer ständigen Niederlassung ist bei diesen Herren gar keine Rede. Die Steuer ist freilich unbequem. Handelt es sich doch bei der Sache um ein Steuerobjekt von ungefähr 6000 Mk. Mit Energie ist auch der Kampf gegen die Diamantenimitation in der Schweiz betrieben worden. Dort treibt die „Lucien of New York“ ihr Unwesen. Wie es ihr gelungen ist, das Publikum zu betören, davon gibt ein Bericht aus Zürich uns einen Beweis. Dort unterboten sich die Lucien - Gesellschaft und die Jennings American Diamond Imitationen“ im Preise, der schließlich auf 25 Rappen fiel. Vor beiden Geschäften, die kaum 50 m auseinanderliegen, stand nun den ganzen Tag eine große Volksmenge, die Türen wurden beständig belagert und im Inneren der Geschäfte stauten sich die Käufer. Eines Vormittags stockte der Verkehr auf der Seite der beiden Geschäfte infolge der Menschenansammlungen derartig, daß die Polizei eingreifen mußte, um die Passage freihalten zu können. Durch unsere „Goldschmiede-Zeitung“ waren die Züricher Juweliere aber bereits gewarnt, und wir haben auch in mehreren Zuschriften dortigen Goldschmieden mit Unterlagen gedient. So wurde dann durch ein Inserat das Publikum auf den Diamantenschwindel aufmerksam gemacht. Nun klagte der Vertreter der Firma A. Rich in Paris gegen den „Verband der Goldschmiede von Zürich" wegen Ehrverletzung und verlangte nicht weniger als 10 000 Fr. Schadenersatz. Es wurden „Kunden“ vernommen und es stellte sich heraus, daß sie alle elend auf den Leim geführt worden waren. Ein geradezu Vernichtendes Gutachten über die Diamanten

Imitationen

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Da verschenkt das Schneidergeschäft von Friedrich Thomas in Hanau wieder gutgehende Taschenuhren, und wir wünschen den Beschenkten von Herzen, daß die gekauften Hosen noch länger gehen, als voraussichtlich die Uhren. Der bekannte Kosmos-Verlag hat auch einen neuen Trick ins Leben gerufen. Sein diesmaliges Ausschreiben inceniert eine „Druckfehler-Jagd“. Wer in einer Reklame für die Zeitschrift „Zeitverteib“ die Druckfehler findet, was, nebenbei gesagt, ein Kinderspiel ist, und auf das Blatt abonniert, der kann eine Uhr oder bares Geld als Ehrenpreis erhalten. Nun, auch diesen freigebigen Firmen wird hoffentlich einmal ihr Stündlein schlagen, wenn es an die große Reinigung im Geschäftsverkehr geht.

Ein Preisausschreiben veranstalten zuweilen auch die Warenhäuser zu geschäftlichen Zwecken. So hat das bekannte Warenhaus Ury Gebrüder in Leipzig Preise zu 500, 100 und 75 Mk. ausgeschrieben, um ein Namenszeichen zu erlangen, das als Kennzeichen für Zeitungsannoncen der Firma verwandt werden kann. Dagegen ist nun sicherlich nichts einzuwenden. Unsere Verwunderung aber müssen wir darüber aussprechen, daß unter den

Preisrichtern für eine solche Warenhaus-Reklame,

bei der doch künstlerische oder kunstgewerbliche Interessen gar nicht in Frage kommen, sich Namen von gutem Klange befinden, die bei der Schädigung des Kunstgewerbes durch Warenhäuser doch eine Verbindung mit den letzteren ablehnen sollten. Wir finden da Prof. Max Seliger und Direktor Dr. Erich Willrich neben Herrn Julius Ury im Preisrichterkollegium und sind überzeugt, daß man, ohne der Firma zu nahetreten zu wollen, in kunstgewerblichen Kreisen unser Erstaunen teilen wird.

fällte Oberst Albert Steiger, Goldschmied in St. Gallen, der als Experte zugezogen war. Er hat uns sein Gutachten zur Verfügung gestellt. Es ist so wichtig, daß wir es in einer der

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