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Beiträge zur Medaillenkunst. Von Heinrich Zehn, akad. Medailleur und Lehrer des staatlichen Gewerbeschulwesens zu Hamburg.

Eines der interessantesten Spezialfächer der Graveurbranche, das gleichzeitig auch mit die höchste künstlerische Stufe in derselben einnimmt, ist die Medaillenkunst.

„Die Wiedererweckung der Medaille“, „Über die Kunst der Medaille“ und viele andere Themen haben Lichtwark, Roger Marx, v. Loehr-Wien, von Fachleuten kürzlich auch Bosselt und andere nennenswerte Namen behandelt und ohne Zweifel ihre Anregungen nicht auf unfruchtbaren Boden gesät.

Indem ich auf die eben erwähnten Schriften: „Die Wiedererweckung der Medaille“ von A. Lichtwark, „Über die Kunst der Medaille“ von R. Bosselt, „Wiener Medailleure“ von A. R. von Loehr, „Die französischen Medailleure unserer Zeit“ von Roger Marx hinweise und sie jedem Interessenten nur empfehlen kann, erspare ich mir jene weitere Beschreibung über die Herstellung der Medaille und füge nur einige Betrachtungen hinzu, die ich interessierten Kreisen zu unterbreiten für wichtig und notwendig halte. Nachdem der Entwurf bestimmt und festgelegt ist und das plastische Modell von einem Bildhauer oder Kleinplastiker ausgeführt, der leider in den meisten Fällen kaum über die Art und Weise der Herstellung der Reduzierung instruiert ist, übergibt man dasselbe irgend einer, mit einer Reduziermaschine ausgestatteten privaten oder staatlichen Münzprägeanstalt. Wie oft habe ich die Erfahrung machen müssen, daß diese so hergestellten Reduzierungen sogenannten Münzgraveuren zur Nacharbeitung übergeben werden, die weder eine Ahnung von Anatomie noch sonstigem Naturstudium haben und somit jede vom Künstler hineingesetzte Eigenart und Stimmung rücksichtslos überarbeiten, geschweige denn imstande wären, die von einer großen Menge von Modelleuren gebrachten haarsträubenden Verrenkungen der menschlichen Figur und grenzenlosen Verzeichnungen der Perspektive in der Stanze noch zu korrigieren. Solche Erzeugnisse, die durch die zuweilen gebrachten, vielfach sehr gelungenen Färbungen der Bronze oder des Silbers jeden Laien bestechen, zuweilen aber auch entgegengesetzt wirklich künstlerisch wertvolle Werke unter der mangelhaften künstlerischen Bildung der leitenden Personen, besonders der staatlichen Institute, zu leiden haben, indem sie wie jede andere Kupfer- oder Silber münze behandelt werden, überschwemmen seit einigen Jahren unser liebes Vaterland und tragen gewiß nicht dazu bei, auch nur annähernd jenen hohen Grad für das Verständnis der Medaille, wie er in Paris und in zweiter Linie auch in Wien herrscht, zu erreichen. Somit hätten allerdings die oben erwähnten Schriften nicht fördernd für die Medaillenkunst gewirkt.

Geschrieben und geredet ist gewiß schon recht viel und zweifellos auch von Bedeutung; aber unter den Münzgraveuren oder Medailleuren merkt man weder einen bedeutenden Fortschritt in ihrer Technik, noch eine wirklich künstlerische Bildung, wohl aber sehr oft eine ziemlich große Einbildung

Wie verschwindend klein ist doch die Zahl derer, die wirklich imstande sind, beispielsweise eine Schrift mit künstlerischer Empfindung so wiederzugeben, wie sie der entwerfende Künstler sich gedacht hat. Härte und absolut unverstandene Formen sind in der Regel das Resultat. Im anderen Falle: wie rücksichtslos ist schon manch vollendet schönes Werk durch den harten Ziehpunzen des Münzgraveurs total mißverstanden, und wir benutzen gern den Fachausdruck: elend verhunzt. Nicht vereinzelt sind diese Erzeugnisse, sie wandern in Unmengen aus den modernseinwollenden Anstalten, können natürlich unter diesen Umständen die Anerkennung unserer Lehrmeister, der Franzosen, nicht finden. Das aber liegt weder daran, wie man anfangs zu glauben schien, daß für diese Kunst in Deutschland keine Mittel vorhanden seien, oder sich zu wenig Interessenten unter den Künstlern und besonders unter den Kunstliebhabern befänden; alles ist, wenn auch nicht gerade sehr gut, so doch befriedigend vorhanden.

Aber eine Organisation dieser Kunstbetätigung von seiten des Staates, wie sie Frankreich in der Pariser Münze besitzt, fehlt uns, und diese wird beides fördern.

Wenn Berlin oder Dresden, München oder Stuttgart, oder sonst eine für Kunst und Politik gleichbedeutende Stadt von staatlicher Seite zur Berufung der tüchtigsten Künstler und Kunsttechniker zur Bildung einer mustergültigen und zeitgemäßen Münzprägeanstalt sich verstehen würde, so würden damit die schönen, leider aber schwer zu erreichenden Ziele der Prägeanstalt von Georg Hitl, sowie die prächtigen Leistungen Bosselts und einer Anzahl anderer bekannter und unbekannter Namen auf diesem Gebiet, ungeahnte Erfolge, ohne Zweifel der deutschen Medaillenkunst einen besseren, ja vielleicht führenden Namen verschaffen, und was gewiß nicht unterschätzt werden darf: uns einen besseren Nachwuchs erziehen helfen.

An Konkurrenzen und Versuchen auf diesem Gebiete hat es nicht gerade gefehlt, selbst von staatlicher Seite nicht; möge nun noch dieser Wunsch in Erfüllung gehen und den deutschen Medailleuren ein gleiches Gebiet eröffnet werden, wie es den französischen Künstlern seit vielen Jahren die Pariser Münze bietet.

Können Perlen sterben?

Im Louvre-Museum in Paris liegt ein Perlenkollier auf dem Sterbebett! Zwar nicht auf einem Bett, sondern auf einer Platte von Samt; es ist das große Kollier, welches aus dem Nachlasse des großen Staatsmannes Thiers stammt und einst seiner Gattin gehörte. Es ist einfach gefaßt und hat weiter keinen künstlerischen Wert, sein materieller Wert indessen beträgt 240000 Mk.; es besteht aus 145 Perlen in drei Reihen von zusammen 2097 Grän Gewicht, die drei größten Perlen davon wiegen 36, 39 und 51 Grän. Dieses Kollier muß sterben, jeden Tag verliert es von seinem Glanze und im Laufe der Jahrzehnte wird es so schwarz werden wie ein vielgebrauchter Rosenkranz. Warum? Weil Perlen nur ihren unvergleichlichen Schmelz behalten, wenn sie von schönen Frauen getragen werden und immer wieder in Berührung mit der zarten, weichen und warmen Haut der Trägerin sind.

Als die alte Kaiserin Augusta starb, fand man in ihrem Nachlasse die prachtvollen Perlenschnüre ebenfalls im Vergehen, und zwar aus dem Grunde, weil sie seit Jahren nicht mehr auf dem Halse, sondern, wie es bei dem hohen Alter der Verstorbenen erklärlich war, nur über den Kleidern getragen worden waren. Damals verordneten die Sachverständigen für diese Perlen eine Badekur im Meereswasser, sie wurden auf mehrere Monate unter den gebotenen Vorsichtsmaßregeln in das Meer versenkt und erlangten dadurch ihren alten Glanz wieder zurück. Seitdem wird Sorge dafür getragen, daß ein gleiches Schicksal den Perlen nicht wieder zustoßen kann und sie erfreuen sich einer sehr sorgfältigen Pflege.

Wenn ein Perlkollier z. B. vom Halse genommen wird, wo es stundenlang einer Temperatur von etwa 40° ausgesetzt war,

und es wird dann auf die Marmorplatte des Toilettentisches gelegt, die vielleicht nur 20° warm ist, so fühlt es sozusagen die Erkältung, und sehr leicht können sich die zarten oberen Schichten zusammenziehen, und der schöne Glanz kann schwinden.

Zum Unglück ist nun das Kollier aus dem Thiersschen Nachlaß auf roten Samt gelegt worden, und auch dieser Umstand mag dazu beitragen, daß es nach und nach seinen Schimmer verliert, weil auch die Farbe, die durch chemische Mittel erzeugt ist, ihren Einfluß langsam, aber sicher geltend macht. Außerdem liegt es viel zu nahe am Fenster, und so wirken auch die Lichtstrahlen schädigend ein.

Die Verwaltung des Louvre-Museums hat das Kollier lange als Sehenswürdigkeit ersten Ranges geschätzt, jetzt aber möchte

sie es der beständigen Wertverminderung wegen gern verkaufen, um dafür einige gute Gemälde anzuschaffen, dazu gibt aber die Haupterbin von Thiers und seine Testamentsvollstreckerin nicht die Erlaubnis, und so betrachten die Pariser Juweliere das Kollier als ein Experimentierstück, an dem nachgewiesen werden kann, in wieviel Jahren Perlen dahinsterben können, wenn nichts zu ihrer Erhaltung getan wird. Wie lange Perlen leben, d. h. ihren Glanz behalten können, ist noch nicht festgestellt; bei guter Behandlung bewahren sie ihre Frische durch Jahrhunderte, wie viele Beispiele beweisen, namentlich bei sich forterbenden Familienstücken. Bei schlechter Behandlung sterben sie rasch, und es ist eine ganz berechtigte Warnung, daß man „Perlen nicht vor die Schweine werfen soll“.

Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Gebrauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Zur Frage einer allgemeinen Arbeitsordnung. Die ie unterzeichneten Ortsvereine der Gold- und Silberschmiede § 11 ist ganz zu streichen. Motiv: Die Gehilfen erblicken

(Hirsch-Dunker) bitten den Verband Deutscher Juweliere, darin eine bedeutende Verschlechterung ihrer Lebenslage, indem Gold- und Silberschmiede, die geplante Arbeitsordnung, von viele Familienväter durch solch eine Bestimmung in der Arbeitsder uns ein Entwurf vorliegt, wie folgt abzuändern:

ordnung plötzlich brotlos würden und in kleineren Städten geIm § 2 muß es heißen: „Der Arbeitgeber kann einem neu zwungen wären, ohne jede Vorbereitung ihre Familie im Stich einzustellenden Gehilfen Zeugnisse zur Einsicht abfordern. Die zu lassen, um an anderen Orten eine Arbeitsstelle zu suchen. selben müssen aber nach Einsichtnahme dem neu eingetretenen § 12 muß heißen: „Die Arbeitnehmer sind verpflichtet, dem Gehilfen wieder zurückgegeben werden.“ Motiv: Die Gehilfen der Arbeitgeber oder dessen Stellvertreter Folge zu leisten, wenn Gold- und Silberschmiede erblicken in dem Einbehalten der Ori ihnen Arbeiten übertragen werden, die in das Fach der Goldginalzeugnisse eine Erschwerung ihres weiteren Fortkommens. und Silberschmiede schlagen und sich mit denselben verein

§ 3 ist ganz zu streichen. Die Gehilfen ersuchen, daß die haren lassen." gesetzliche Kündigung von 14 Tagen beibehalten wird.

Ferner ersuchen die Gehilfen der Gold- und Silberschmiede, Im $ 4 muß es heißen: „Der Lohn wird nach einem vorher daß der Arbeitsordnung ein Paragraph eingefügt wird, daß in vereinbarten Wochenlohnsatze gezahlt.“ Motiv: Die Gehilfen jeder Werkstatt eine Werkstattskommission aus der Mitte der würden nach dem neuen gedachten Modus zu Stundenlohn Arbeiter gewählt wird; dieselbe hat alle Streitigkeiten unter ZuArbeitern herabgedrückt werden.

ziehung des Arbeitgebers oder dessen Stellvertreter zu schlichten. § 10 muß heißen: „Überstunden, wenn solche notwendig,

In der Erwartung, daß diese Wünsche der Gehilfen be dei werden vorher bekannt gemacht. Ferner werden Überstunden Beratung der Arbeitsordnung berücksichtigt werden, zeichnen bis zu zwei Stunden täglich mit 25% bezahlt; eine weitere Steigerung der Überstundenzahl läßt eine Steigerung des Lohn

Hochachtungsvoll aufschlages bis zu 50% eintreten. Die geleisteten Überstunden Der Ortsverein der Goldschmiede und verwandten Berufe Stettin. müssen an jedem Löhnungstage zur Auszahlung kommen.“

G. Wolf, Bezirksleiter. H. Kuhlenkamp, Sekretär.

Kleine Mitteilungen.

Wer ist der Absender? Aus Pforzheim, Postamt 1, erhielten Vom Landesgewerbemuseum Stuttgart. Wie bereits gemeldet, wir ohne Angabe des Absenders eine Anweisung im Betrage hat der Verein der Museumsfreunde dem Museum einen vervon 6 Mk. Auf dem Anweisungsabschnitt steht: „Zum Begleich goldeten Ulmer Silbereinband überwiesen, der in der Edelmetalldes Abonnements für II., III. und IV. Quartal 1906.“ Der Post galerie des Museums ausgestellt ist. Es ist nun dem Stadtstempel lautet: 21. 7. 06, 1-2 N. Wir möchten den betreffenden bibliothekar Prof. Müller in Ulm gelungen, festzustellen, daß Absender um bald gefällige Angabe seines Namens bitten, damit wir in dem Goldschmied M. R., von dem der genannte prächtige wir die Zahlung verbuchen können.

Einband stammt, aller Wahrscheinlichkeit nach den Goldschmied Verlag der Deutschen Goldschmiede-Zeitung in Leipzig. Martin Doth zu erblicken haben, der in den Jahren 1676 bis

1752 in Ulm nachweisbar ist. Die Jubiläums-Ausstellung in Karlsruhe, welche am Vormittag des 28. Juli feierlich eröffnet wurde, ist von folgenden Pforzheimer Das internationale Bureau der Diamantenarbeiter beschloß, der Schmuckwarenfabrikanten beschickt: Alb. Artopoeus, Auwärter „Frankfurter Ztg.“ zufolge, die Errichtung einer syndikalen & Hepke, Bohnenberger & Böhmler, C. F. Bosch, Th. Fahrner, Fabrik korperativer Art in Foncine le haut (Jura). Zweck Louis Fießler & Co., Emil Hettler, Jos. Kast, Levinger & Bissinger, der Gründung ist die Beschäftigung von Arbeitern, die aus Maaß & Doll, Viktor Mayer, Wilhelm Renner, Rupp & Co. Nachf., Solidaritätsgründen arbeitslos sind. Das Antwerpener Syndikat Christian Seybold, Hans Soellner, Wilh. Stoeffler, D. F. Weber, votierte 20 000 Franks, das Amsterdamer 50 000 Franks, für die Weber & Cie., F. Weeber Nachf., F. Zerrenner.

Fabrik, die bereits am 1. September eröffnet wird.

2

Leipziger Meßadreßbuch. Das offizielle „Verzeichnis der auf den Leipziger Messen verkehrenden Einkäufer“, das der Meß - Ausschuß der Handelskammer Leipzig jährlich herausgibt und den Meßausstellern unentgeltlich zusendet, ist zur bevorstehenden Herbstmesse (Beginn: 26. August) in dreizehnter Auflage erschienen. Die Zahl der Adressen (keramische, Glas-, Metall-, Kurz-, Galanterie-, Spielwaren- und verwandte Branchen) weist auch diesmal wieder einen erheblichen Zuwachs auf; sie beträgt 9886 gegen 9105 bei der 12. Auflage (1905) und 7534 bei der 10. Auflage (1903). An diesem starken Zuwachs

für drei Jahre über 31%! nehmen das In- und Ausland in folgendem Verhältnis teil. Es entfallen nach ihrer Herkunft von den Firmen

der 10. Auflage der 13. Auflage (1903)

(1906) auf Böhmen

283

411 das übrige Österreich

224

341 Ungarn..

71

111 die Balkanländer

30

38 Rußland .

96

139 Schweden.

43

65 Norwegen.

26

38 Dänemark.

109

158 Großbritannien und Irland.

163

238 Holland und Luxemburg

134

216 Belgien.

68

88 Frankreich

100

145 die Schweiz

92

139 Italien ..

24

43 Spanien und Portugal

6

7 die Verein. Staaten und Kanada 104

114 Mexiko, Mittel- und Südamerika 16

23 Asien, Afrika und Australien.

12

19 das Ausland.

1601

2328 das Deutsche Reich.

5933

7558 7534

9886 Der Kunst., Kunstgewerbe- und Altertumsverein für den Regierungsbezirk Koblenz wird dem Solinger Kreisblatt zufolge im September 1907 eine Kunstgewerbeausstellung für moderne Wohnungseinrichtung und Dekoration veranstalten. In zwei Abteilungen sollen vorgeführt werden eine häusliche Einrichtung, bestehend aus Salon, Wohnzimmer, Musikzimmer usw., und Sondererzeugnisse im engeren Rahmen.

heim), wurde im Handelsregister gelöscht. Die Etuisfabrik Albert Seelig in Pforzheim ist erloschen. Die Firma Werner Wessel, Bijouterie-Geschäft in Basel ist, infolge Verlegung ihres Geschäftssitzes nach Zürich, in Basel erloschen.

Geschäfts- Eröffnungen. In Hanau a. M., Nürnbergerstr. 25, eröffnete Herr B. Lang eine Kunstanstalt für Semi - Emaille. In Kiel, Küterstr. 7, eröffnete Herr Edmund Gansen ein Uhren-, Gold- und Silberwaren-Geschäft.

Geschäfts-Veränderungen. Die Etuisfabrik Carl Lorch in Pforzheim ging auf den Sohn und bisherigen Mitarbeiter, Herrn Kaufmann Albert Lorch über. Herr Ringfabrikant Emil Rotschild in Pforzheim läßt zurzeit an der Durlacherstraße einen größeren Neubau errichten.

Geschäfts-Verlegungen. Herr Louis Metzger in Pforzheim verlegte seine Steinhandlung nach der Louisenstr. 44 part. – Die Ketten- und Bijouteriefabrik Carl Bauer in Pforzheim befindet sich nunmehr Kreuzstr. 14. Herr Max Diener, in Firma Diener - Hermanos, Mexiko, Bijouterie-Exportgeschäft in Pforzheim, hat sein Bureau nach Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 9 verlegt.

Todesfall. In Bern (Schweiz) starb am 14. Juli an einem Schlaganfall Herr Jakob Widmer, Inhaber des Bijouteriegeschäftes an der Christoffelgasse.

Verschiedenes. Der Stadtrat zu Pforzheim ist dem Projekt, Erbauung einer selbständigen Goldschmiedeschule, bereits näher gerückt und hat im westlichen Stadtteil, in der Kaiser Friedrichstraße, einen Platz für dieselbe ausgewählt. Um Zulassung von 1 200 000 Mk. neuer Aktien der Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik vorm. Gebr. Bing, Nürnberg, an der Frankfurter Börse und 4 500 000 Mk. an der Münchener Börse haben die beteiligten Bankhäuser nachgesucht. - Die Sächsische Bronzewarenfabrik, A.-G., in Wurzen will für dieses Jahr eine Dividende von 12% gegen 11% im Vorjahre verteilen. – Die Aktiengesellschaft für Fabrikation von Bronzewaren, Spinn & Sohn in Berlin verteilt 3% Dividende.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnungen. Dem Teilhaber der Firma J. A. Henckels in Solingen, Herrn Kommerzienrat Fritz Beckmann, ist aus Anlaß des 175 jährigen Geschäftsjubiläums der Charakter als Geheimer Kommerzienrat, dem Prokuristen Robert Grah der Königl. Kronenorden 4. Klasse und den langjährigen Meistern Gustav Ern und Hermann Hammesfahr das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. - Dem Uhrmacher Albert Krauß sen. in Firma Krauß-Hettenbach in Stuttgart wurde das Ritterkreuz 2. Klasse des Friedrichsordens verliehen.

Jubiläum. Der Goldarbeiter Ludwig Fischer in Pforzheim feierte dieser Tage sein 25 jähriges Geschäftsjubiläum in der Goldwarenfabrik Josef Neuburger. Von Seiten seines Prinzipals wurden dem Jubilar Geschenke überreicht.

Firmen-Eintragungen. Die Koffer- und Etuisfabrik Stahl & Breitling in Pforzheim wurde handelsgerichtlich eingetragen.

Eingetragen wurde die Firma Josef Berthold Nachf., Wilhelm Fischer, Juweliergeschäft in Baden. Inhaber ist Juwelier Wilhelm Fischer daselbst. – Eingetragen wurde die Vertriebs-Gesellschaft für Semi- E maille-Schmuck, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Berlin. Gegenstand des Unternehmens ist: Herstellung und Verkauf von Semi-EmailleSchmucksachen. Das Stammkapital beträgt 21000 Mk. Geschäftsführer sind: Fabrikant Richard Piepenhagen in Berlin, Kaufmann Georg Müller in Charlottenburg und Kaufmann Albert Wendler in Charlottenburg. – Neu eingetragen wurde die Firma Ludwig Steiber in Leipzig. Der Juwelier Ludwig Steiber in Leipzig ist Inhaber. Angegebener Geschäftszweig: Handel mit Juwelier-, Gold- und Silberwaren.

Firmen-Löschungen. Die Etuisfabrik Roesch & Cie. in Pforzheim, mit Zweigniederlassung in Hamberg (Amt Pforz

Preisausschreiben. Im Auftrage der Stadt Ludwigsburg in Württemberg und des Vereins für Fremdenverkehr hat der Württembergische Kunstgewerbeverein Stuttgart einen Wettbewerb zur Erlangung eines Plakatentwurfes für die Stadt Ludwigsburg erlassen. Der Entwurf muß sich für Stein- und Buchdruck eignen und darf die größere Seite desselben 85 cm nicht übersteigen. Das Plakat soll deutlich den Namen Ludwigsburg in Württemberg tragen und ist am Fußende Raum für weiteren Text vorzusehen. Zur Teilnahme am Wettbewerb ist jeder Künstler eingeladen. An Preisen sind ausgesetzt:

1. Preis

1000 Mk. II. Preis

700 Mk. III. Preis

300 Mk. und sind für Ankäufe noch insgesamt 1000 Mk. zur Verfügung. Außerdem behält sich der Verein für Fremdenverkehr noch vor, weitere Entwürfe anzukaufen. Das Preisgericht besteht aus folgenden Herren: Dr. Hartenstein, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg; R. v. Haug. Professor, Direktor der Kgl. Akademie der bild. Künste, Stuttgart; Carlos Grethe, Prof. an der Kgl. Akademie der bild. Künste, Stuttgart; Bernhard Pankok, Professor, Leiter der Kgl. Lehr- und Versuchswerkstatt, Stuttgart; P. Schmohl, Professor, Vorstand der Beratungsstelle für das Baugewerbe an der Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel, Stuttgart; Dr. K. Franck-Oberaspach, Privatdozent der Kunstgeschichte an der Kgl. techn. Hochschule Stuttgart; Richard Frank, Fabrikant in Ludwigsburg. Schluß der Annahme der Arbeiten: 20. Okt. 1906; adressiert an „Die Ausstellung des Württemb. Kunstgew.-Vereins, Landesgewerbemuseum Stuttgart.“ Wegen weiterer Auskunft wende man sich an die Schriftleitung des Kunstgewerbevereins Stuttgart, Ehrenhalde 1. II. F. und an den Verein für Fremdenverkehr in Ludwigsburg.

Für die Werkstatt. Das Niello. Ein in den letzten Jahren wieder sehr gutgehender Modeartikel ist das bekannte Niello (lat. nigellum) geworden, welches früher nur in profanen Sachen nach Rußland ging, aber

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in den letzten Jahren fast in allen Staaten gute Abnehmer gefunden Patente und Gebrauchsmuster.
hat. Es haben sich daher seit einigen Jahren verschiedene
Fabriken speziell nur mit Tulawaren befaßt, und sind auch in

Patent-Bericht, der Kettenbranche schon sehr zufriedenstellende Leistungen ge mitgeteilt vom Patentanwalt Dr. Fritz Fuchs, diplomierter Chemiker

und Ingenieur Alfred Hamburger, Wien VII., Siebensterngasse 1. macht worden, dann aber hauptsächlich in Kleinsilberwaren, wo

Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes erteilt. es sich um Liebhabersachen handelt, wie Dosen, Nähgarnituren,

Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zweier Schreibzeuge, Toilettengegenstände und andere dgl. Das Niello Monate Einspruch erhoben werden. Auszüge aus den Patentbeschreibungen zeigt sich in den verschiedensten Nuancen, von mattgrau bis werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet. tiefschwarz, es liegt folglich nur an der Zusammenstellung des

Oesterreich: Rezeptes, die Fabriken selbst haben meistens ihre eigene Le Ausgelegt am 15. Juli 1906, Einspruchsfrist bis 15. Septbr. 1906. gierung für dasselbe, welche dann auch Geschäftsgeheimnis bleibt. Kl. 44 a. Markowits Lajos, Uhrmacher in Budapest.

Dr. Joseph Bersch gibt in seinem „Lexikon der Metall Verschluß für Ohrgehänge mit am Drehende geschlitztem und technik" (Hartlebens Verlag, Wien - Leipzig) folgende Rezepte: mit in Lagervertiefungen eingreifenden Nasen versehenen Ver

Silber Kupfer Blei Schwefel Borax Salmiak schlußarm: An letzterem ist ein Bügel drehbar angeordnet, der 1 8 18 13 4

bei geschlossenem Ohrgehänge das gabelförmige Ende des Ver2 2

5
3
2
30

schlußarmes derart umgibt, daß er das Ausspreitzen der Gabel3

schenkel und somit das Oeffnen des Verschlußarmes verhindert. 3 5 7 6 24

2 4 1 2 4 5

Kl. 44 a. Priglinger Norden Wilma, Schauspielerin in 5 2

Wien. Sicherheitsverschluß an Ohrgehängen: Auf dem mit 1 3

4 Das Rezept von Cellini war:

Schraubengewinden versehenen Aufhängehaken ist ein zu einer 16.7 Teile Silber, 33.3 Teile

Schraubenmutter ausgebildetes Kügelchen lose aufgeschraubt, Kupfer und 50 Teile Blei.

wodurch den Zierstein auch die richtige Lage gesichert wird. Von obigen ist Rezept 5 hart und gibt schöne Politur, Nr. 1 Die Ansprüche 2 und 3 kennzeichnen Ausführungsformen, bei dagegen ist grau und ziemlich spröde.

welches das Ende des Verschlußhakens das Kügelchen gegen Auch ist man heute in der Technik im Anfertigen von Silber

Verdrehen sichert. gegenständen für Niello weiter vorgeschritten. Da dieselben meistens gepreßt werden, so können die Vertiefungen für das Rechtsrat, Rechtsschutz für Goldschmiede. Niello gleich in das Gesenk eingraviert werden, oder sie werden eingeätzt, wodurch sich der Preis der Gegenstände bedeutend

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. ermäßigt. Das Niello ist eine der schönsten Verzierungen Krankenversicherungspflichtige Beschäftigung trotz Erwerbsfür Silber, auch gehört es zu den ältesten Techniken, die wir unfähigkeit. In einem Streitfalle wegen Krankenunterstützung haben, denn schon ein ähnliches Verfahren wurde von den alten handelte es sich um die Frage, ob ein im gesetzlichen Sinne Ägyptern angewendet, von da an hörte man auch nichts mehr erwerbsunfähiger Arbeiter die Mitgliedschaft bei der Krankenvon Niello bis zum 15. Jahrhundert, wo es von italienischen Gold kasse erwerben könne, wenn er entgegen der ärztlichen Anschmieden verwendet wurde. Einer der ersten Künstler soll Maso ordnung in eine an sich versicherungspflichtige Beschäftigung Finiguerra gewesen sein, bei ihm fand man die ersten Kupfer eintrete. Erwerbsunfähigkeit im Sinne des § 6 des Krankenstiche mit Niello ausgefüllt. Jedoch ist das nicht nachzuweisen, versicherungsgesetzes ist nach der Rechtsprechung schon dann da dieses zur selben Zeit von deutschen Meistern zum Einlegen vorhanden, wenn eine Beschäftigung nur unter der Gefahr der von Waffengriffen und Messerheften auch verwendet wurde; von Verschlimmerung einer bestehenden Krankheit fortgesetzt oder da an sah man es auch in der Spätgotik, wo es bei kirchlichen begonnen werden kann. Dieser Fall lag vor. Die Krankenkasse Geräten großen Anklang fand und es noch bis zum heutigen war der Ansicht, daß der Arbeiter die Kassenmitgliedschaft nicht Tage verwendet wird.

habe erwerben können; sie bestritt deshalb ihre Unterstützungs

pflicht. Das Oberverwaltungsgericht erkannte dahin, daß der Patente des Auslandes.*)

Erkrankte die Kassenmitgliedschaft erworben und daher unter

stützungsberechtigt sei. Eine die Versicherung begründende 820 382. Sicherheitsnadel. Theron S. Caroll, Winsted in

Beschäftigung sei damit, daß auf Kosten der Gesundheit geConn. (Nord-Amerika). Erschienen

arbeitet werde, nicht unvereinbar. Nur in den Fällen werde am 24. Dezember 1898. Serien-Nr.

die Versicherung nicht begründet, in denen es sich um den 700 198. Sicherheitsnadel, bestehend

mißglückten Arbeitsversuch eines tatsächlich völlig Arbeitsaus dem Nadelstiel und der Schutz

unfähigen handele. Im vorliegenden Falle habe der Versicherte vorrichtung (Sicherheitshaken a und

fünf Tage mit Erfolg gearbeitet. Ein mißglückter Arbeitsversuch c). Der Nadelstiel ist ohne die übliche Spirale.

läge also nicht vor und es ergebe sich daraus, daß der Kranke

die Kassenmitgliedschaft erworben und Anspruch auf UnterHaarnadel. Florence E. Regan,

stützung habe. New York. Erschienen am 17. Juli

Namenszwang für Geschäfte mit offenem Laden und für Gast1905. Serien-Nr. 269 962. Haarnadel

und Schankwirtschaften. Die Ehefrau eines Gewerbetreibenden aus einem einfachen Stück Draht ge

mit offenem Laden war Inhaberin des Geschäfts, ihr Ehemann bogen. Die zwei Nadeln sind in der

darin nur Gehilfe. Sie hatte demgemäß nach der Vorschrift des Mitte (G2) zusammengedreht und dann nach auswärts zu einer Oese (G) zusam

§ 15a Absatz 1 der Gewerbeordnung ihren Vor- und Familienmengebogen; welch letztere dazu bestimmt ist,

namen an dem Eingange des Ladens angebracht. Das Schau

fenster war dagegen mit dem Namen des Ehemanns versehen. eine Schleife (R. R.) aufzunehmen.

Die Polizeiverwaltung forderte im Zwangswege die Entfernung FIC.I.

FIC.2. 20 260. Klammer für Halsbinden, dieses Namensschildes. Die Geschäftsinhaberin erkannte die

а a arop

ja Schlipse usw. Calder & R. G. Eus Berechtigung der Polizei hierzu nicht an und erhob deshalb

tace, Bedford Park in London. Beschwerde, wurde damit aber abgewiesen. Die BeschwerdeDie Klammer ist aus einem Stück instanz führte mit Recht aus, daß die Gesetzesbestimmung über Draht mit einer oder zwei Oesen den Namenszwang die für begründet anerkannten Klagen über (a - a) gebogen (Fig. 1 und 2). Die Täuschungen bezüglich der Persönlichkeit des Gewerbeinhabers Enden (C-c) sind so gebogen, daß abstellen soll. Dieser Zweck des Gesetzes würde nicht erreicht sie das Ende des Schlipses ergreifen werden, wenn die Gewerbetreibenden neben ihrem Namen auch und festhalten.

noch den Namen einer andern Person an der Außenseite des c

Ladens anbringen dürften. Im Interesse der gewerblichen Ordnung *) Wir geben diese ausländischen Patente wieder, damit sie Anregung zu weiteren Ver

war die Polizeibehörde daher berechtigt, der Geschäftsinhaberin suchen und Gebrauch geben sollen.

Die Redaktion.

die Entfernung des Namensschildes ihres Ehemannes aufzugeben.

G

R

Buchertisch. Friedrich Hartmann: Das Verzinnen und Verzinken, Vernickeln, Verstählen und das Überziehen von Metallen mit anderen Metallen überhaupt. A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig. 5. verbesserte und sehr vermehrte Auflage. Ein für den Metallarbeiter sehr praktisches Buch, das auf einem Raum von 228 Seiten eine ganze Anzahl von Beschreibungen der Metallüberzüge und Rezepte enthält. Der Verfasser gibt im ersten Teile des Buches die Eigenschaften der Metalle wieder, wobei allerdings Gold, Silber und Platin recht kurz beschrieben sind. Um so mehr ausführlich hat er aber dafür das Überziehen der Metalle mit Quecksilber, Silber und Gold auf mechanischem und galvanischem Wege behandelt. Sehr eingehend sind dabei die Abhandlungen über die Herstellung von Amalgamen, Quickwasser und anderen Quecksilberverbindungen. Der Verfasser erläutert in leicht verständlicher Weise die verschiedenen Arten der Versilberung und Vergoldung. Er gibt die Rezepte für Anreibeversilberung, Anreibevergoldung, Versilberung und Vergoldung durch Eintauchen, Feuervergoldung, das Gelbbrennen, Platinieren usw. an; alles sehr wichtige Verfahren für die Goldschmiedewerkstatt. Nach einer ausführlichen Darstellung der Überzüge von Eisen und andern unedlen Metallen, Verzinnen, Verzinken derselben, gibt er noch eine Reihe von Farberezepten zur Metallfärbung, so daß das Buch als ein recht einheitliches bezeichnet werden kann. Dasselbe ist zum Preis von 3 Mk. brosch. und geb. 3.80 Mk. von dem Verlag der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ zu beziehen.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

Fragen: Frage 642. Ist man gesetzlich verpflichtet, bei der zuständigen Innung noch ein Meisterexamen zu machen, um sich Lehrlinge halten zu dürfen und bei einer evt. Etablierung sich Meister zu nennen, wenn man schon über 11 Jahre Werkmeister in einer Silberwarenfabrik (über 40—50 Personen) war. Während meiner Werkmeisterschaft habe ich die ersten Jahre 5 Lehrlinge an- und ausgelernt. Ich habe selbst 4'/, Jahre gelernt und bin von der Innung freigesprochen.

0. S. Frage 646. Welches ist die einfachste und leichteste Art und Weise, das Zapon von versilberten Waren zu entfernen?

L. in W. Frage 653. Ein Bijouterie-Engros-Geschäft hat ein Detail-Geschäft eröffnet; beschäftigt einen Gehilfen und eine Polisseuse. Darf der Mann, welcher Kaufmann ist, auf sein Fenster schreiben: „Verkaufsstelle der Goldwarenfabrik usw." ?

Frage 656. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzwerden unechter Bijouterie- und Metallgegenstände in wirksamer Weise? Das Zaponieren hat sich nicht immer zweckdienlich erwiesen.

P. H. in B. Frage 660. Kann mir einer der Herren Kollegen die genaue Zusammensetzung eines Schmelzpulvers angeben? Es gibt davon mehrere Sorten, für Feilung und Schliff usw. A. F. K. in P.

Frage 662. Wer ist der Fabrikant von Flaschentellern, die ein Monogramm (A. S.) als Warenzeichen tragen? C. G. in D.-H.

Frage 663. Kann mir einer der Herren Kollegen eine genaue Nachbildung oder auch Originalmodell eines der historischen, eisernen Trauringe von 1813 verschaffen, worin die Worte eingraviert sind: „Gold gab ich für Eisen"? Es wäre mir event. mit einer genauen Zeichnung, um einen Anhaltspunkt zu haben, gedient. Ich bitte um gefl. Nachricht.

W. Frage 665. Wo kann ich Aluminium - Armbänder für Export, direkt ab Fabrik, beziehen?

H. 0. T. in M. Frage 668. Ich habe in verschiedenen Schaufenstern eine sehr anziehende Reklameuhr gesehen. Dies ist eine Standuhr, unter deren Zifferblatt sich ein Tierkopf befindet, der imitierte Wasserstrahlen in ein darunter befindliches Becken speit. Wer liefert diese Uhren ?

G. J. in W. Frage 670. Kann mir einer der Herren Kollegen eine Bezugsfirma nachweisen, welche gute, schwer versilberte Metallwaren, ähnlich der Württemberger Waren, liefert? W. Sch. in G.-S.

Frage 671. Wer fabriziert Weihwasserkesselchen in Silber in den verchiedensten Arten, und Weihwasserbüchsen in Silber für die Tasche (kleine, schmale Büchsen mit Schwamm-Einlage)?

A. W. in c. Frage 673. Wer kann mir eine Firma angeben, die feine und mittlere Galanterie-Waren (Bronzen-, Holz- und Lederwaren) liefert, welche man neben dem Verkauf von Gold- und Silberwaren führen kann?

A. V. in E. Frage 674. Wer fertigt feine Drahtgeflechte für SchlangenBracelets?

F. B. Frage 676. Welches ist der haltbarste, durchsichtige Klebestoff um Silber mit Glas zu verbinden? H. B. in D.

Frage 677. Bitte mir Nachricht zu geben, wie ich das in gebrauchten Färbewassern befindliche Gold selbst wieder gewinnen kann.

R. M. in F. Frage 678. Kann mir einer der Herren Kollegen eine gute Firma nennen, die grüne Steine zu Silberschleifen liefert? E. St. in T.

Frage 679. Wer fabriziert Stahlbijouterien mit eingesetzten Similisteinen?

G. K. in B. Frage 680. Bitte höfl. um Angabe einer guten Bezugsquelle von gediegenem, modernen Gebrauchs- und Luxusgegenständen in getriebenem Kupfer.

J. W. in M. Frage 681. Wer ist Fabrikant, bzw. wer liefert Fingerringe aus vier verschieden gebogenen und ineinander gesetzten Ringen, die sogenannten vier arabischen Vexierringe ? A. L. in Ž.

Frage 682. Welcher Fabrikant liefert die Mechanik (Stahlfedern mit Drücker) zu Zigarettendosen?

H. I. in M. Antworten: Zu Frage 638. Wollen Sie sich an den Spezialist Täschner Rud. Stasny, Berlin S., Brandenburgstr. 39, wenden.

Zu Frage 639. Kupfer-emaillierte Nippsachen fabrizieren: Kunst-Metall-Werkstätten München, E. Ehrenböck & L. Vierthaler, Schleißheimerstr. 102.

Zu Frage 648. Nebenstehendes Warenzeichen führt die Firma Otto Schneider, Berlin C., Stallschreiberstr. 46, Silberwarenfabrik.

Zu Frage 657. Doublégegenstände müssen vor dem Löten gut gereinigt sein; dieselben werden zuerst in einer Lösung von i Teil Aetzkali und 2 Teilen Wasser in einer Kupferschale gut abgekocht, in frischem Wasser geschwenkt und nochmals in reinem Wasser gesotten. Man vermeide jedoch, die Gegenstände mit der Hand anzugreifen, da sie sofort den Fettstoff der Finger annehmen und an diesen Stellen keine Borsäure mehr halten würde. Die Gegenstände werden dann in einer Lösung von 1 Teil Borsäure und 2 Teile Wasser abgekocht. Hierauf schüttet man die Borsäure vorsichtig ab, damit die Gegenstände nicht herausfallen, lege ein Brett über die Kupferschale, und trocknet sie in derselben vorsichtig durch gleichmäßiges Schütteln über dem Feuer auf, auch muß man acht geben, daß die Gegenstände nicht am Boden der Kupferschale festkleben, sie müssen sofort mit einem Holz losgelöst werden, da sie sonst zu heiß werden und anlaufen. Das Feuer darf nicht zu stark sein; die Gegenstände werden sodann durch das Abdunsten des Wassers einen gleichmäßigen weißen Ueberzug erhalten. Beim Löten der Doblégegenstände muß man darauf achten, daß dieselben langsam angewärmt werden. Sollen die Sachen mehrmals gelötet werden, so müssen dieselben in verdünnter Schwefelsäure abgekocht und dann nochmals in Borsäure wie oben beschrieben, gesotten werden. Die angemachte Borsäure kann man immer wieder verwenden. Sie muß nur in einem verschlossenen Gefäß aufbewahrt werden.

Zu Frage 658. Artikel in Art der böhmischen Granatwaren liefern: G. Rupp jun., Pforzheim, Gymnasiumstraße 72. Raimund Schamal, Bijouterie-Fabrik, Gablonz, Knopfgasse.

Zu Frage 664. Billige Damen- und Herrenketten liefert: G. Rupp jun., Pforzheim, Gymnasiumstr. 72.

Zu Frage 666. Das Normal-Verbands - Ringmaß fertigt Herr F. Krimnitz, Ringfabrikant in Magdeburg. Diesem wurde vom Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede die alleinige Herstellung übertragen.

Zu Frage 667. Diesen schwarzen Lack zum Ausfüllen von Schrift, sogenanntes Judenpech, bekommt man in jeder Chemikalienhandlung.

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