Page images
PDF
EPUB

=

[ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small]

Im neuen Jahre – neue Hoffnungen! Hoffentlich auch neue sich ebenfalls auf die Anzeigepflicht, die Wiederholung von AusErfolge im Kampfe für die Interessen der deutschen Goldschmiede! verkäufen, Nachschiebungen, Trennung der Ausverkaufswaren von In erster Linie wird es gelten eine

anderen und ein Verbot der Bezeichnung von Waren als Konkurs

waren, wenn der Konkursverwalter nicht den Verkauf vornimmt, Gesetzliche Regelung des Ausverkaufswesens

beziehen. Auch die Pfälzische Handels- und Gewerbeherbeizuführen. Der Entwurf des Verbandes, im Großen und kammer in Ludwigshafen hat sich der bayerischen Regierung Ganzen eine sehr schätzenswerte Arbeit

, die hoffentlich die Beachtung gegenüber geäußert und sogar eine behördliche Genehmigung der gesetzgebenden Körperschaften findet, hat die Bewegung einen für Ausverkäufe verlangt. Sie geht also noch über die Anzeigebedeutsamen Schritt vorwärts gebracht. Inzwischen hat die Klein

pflicht hinaus. Auch soll der Staatsanwalt von Amts wegen gegen handelskommission des deutschen Handelstages sich auch

unlautere Ausverkäufe einschreiten und Fachleute sollen zur Bemit der Frage beschäftigt und einen Beschluß angenommen, wonach urteilung des Ausverkaufes herangezogen werden. Man sieht, es „Ausverkäufe nur stattfinden dürfen bei vollstän

sind noch mancherlei Vorschläge auf Achse, die einer Prüfung ,diger Auflösung des Geschäfts oder Aufgabe be

und eventuellen Berücksichtigung erheischen. ,stimmter Warengattungen unter Angabe der letzteren,

Inzwischen hat das Oberlandesgericht Köln unter dem „Nachschiebungen aber gänzlich unzulässig sind.“ 16. Dezember v. J. ein Urteil gefällt, in welchem der Nachschub Daß Ausverkaufswaren immer von anderen Waren getrennt zu

von Waren als unzulässig erklärt wird, da bei einem Nachschub halten sind, wurde für undurchführbar bezeichnet. Dagegen sollen

von Waren während des Ausverkaufes jedenfalls nicht von einem Konkursausverkäufe nur unter Leitung des Konkursverwalters und

„Total-Ausverkauf“ gesprochen werden dürfe. „Es kommt für Rechnung der Konkursmasse zulässig sein. Die Anträge über

auch nicht darauf an“, heißt es in dem Urteil, „daß der Nachschub das Verbot der Wiederholung von Ausverkäufen durch denselben

der Waren infolge von Bestellungen vor dem Ausverkauf erfolgt Geschäftsinhaber innerhalb gewisser Frist, sowie über die Anzeige

ist, denn wollte man dieses gelten lassen, so wäre einer Umgehung pflicht und die Besteuerung der Ausverkäufe wurden abgelehnt.

des Gesetzes Tür und Tor geöffnet und der eigentliche Zweck Auch die Handelskammern haben praktische Vorschläge gemacht.

derselben, unlautere Konkurrenz zu verhüten, vereitelt.“ Die Handelskammer Heidelberg befürwortet, daß ein Ausver

Ein Berliner Goldschmied führt bei unserer Redaktion kauf nur angekündigt werden darf, wenn die gänzliche Räumung eines Warenlagers beabsichtigt wird. Der Ausverkauf muß spä

Klage über die Privatgeschäfte der Gehilfen, testens am 4. Tage vor Beginn der Ortspolizeibehörde angezeigt indem er schreibt: „Hier in Berlin haben auch die Detailleure und ein Verzeichnis der Warenbestände beigefügt werden. Wer sehr darunter zu leiden, daß alle kleinen Arbeitsgeschäfte und den Ausverkauf auf diese Bestände nicht beschränkt, wird in vor allem viele Gehilfen Privatgeschäfte machen und darin von Geldstrafe bis zu 1500 Mk. genommen. Auf einem Diskussions den Grossisten sehr bedeutend unterstützt werden. Personen, abend des Erfurter Schutzvereins für Handel und Gewerbe hat denen nicht 20 Mk. aus dem Ärmel fallen, erhalten ganz erhebHandelskammersyndikus Dr, Wiedemann Leitsätze aufgestellt, die liche Kredite.“ Damit ist allerdings ein wunder Punkt berührt.

Diese Nebengeschäfte der Gehilfen sind ein altes Übel, gegen das man bis jetzt noch nicht schärfer vorzugehen Veranlassung genommen hat. Übrigens ist der Mißstand nicht nur im Goldschmiedegewerbe, sondern auch in anderen Branchen fühlbar. Wir würden uns freuen, wenn sich unsere Leser einmal zu dem Thema äußern und uns ihre Erfahrungen mitteilen wollten. Wie weit die

Bera-Diamanten in Verruf gekommen sein müssen, das beweist die Tatsache, daß Jennings in Hamburg, der dort jetzt das Geschäft besitzt, die feinste Imitation der Welt"

für 75 Pfennige verkauft, während früher 8, 10 und 12 Mk. bezahlt worden sind. Die armen Opfer, welche früher zu tief in die Tasche griffen! Auf

Eine unfeine Weihnachtsreklame welche seitens des Goldschmiedemeisters W. H. in Berlin inszeniert worden ist, wurden wir von Berliner Goldschmieden aufmerksam gemacht. In dem Blatte „Die praktische Berlinerin“ (Nr. 35) ist eine Plauderei enthalten, zu welcher Abbildungen von Broschen, Ringen, Uhren usw. gegeben sind. Darin wird dargetan, daß sogar ein Fabrikant seine Sachen wieder einpacken mußte, als er die Preise von W. H. erfahren hatte. Er äußerte im Weggehen: Es sei ihm unbegreiflich, wie Herr H. es ermögliche, für diese Preise zu verkaufen, er könne es den Juwelieren nicht dafür liefern! Noch großartiger ist die Kulanz des Herrn W. H. in der Annahme von Altgold. Eine Dame kauft eine Brillantbrosche für 600 Mk. und H. nimmt eine vor drei Jahren bei ihm für 450 Mk. gekaufte Brosche dabei zu diesem vollen Betrage an, so daß die Dame nur 150 Mk. zuzuzahlen hat. So geht es weiter und zu guter Letzt ruft die entzückte Dame aus: „eine derartige fachmännische Bedienung und derartige billige Preise bei guter Qualität habe ich nur beim Goldschmiedemeister W. H. kennen gelernt“. Eine derartige Reklame ist unfein, und wir glauben auch nicht, daß sie beim Publikum Effekt macht. Unsere Sammlung

Schädigender Leihhaus-Inserate hat wieder eine Bereicherung durch eine Nummer des Berliner „Vorwärts“ (Nr. 301 vom 22. Jahrgang) erhalten. Da preist sich das Leihhaus Küstrinerplatz 7 als billige Einkaufsquelle für Goldsachen an. Das Leihhaus Neue Schönhauserstraße 11 offeriert billigst goldene und silberne Uhren, das Pfandleihhaus Andreasstraße 38, Broschen, Ringe, Uhren usw. als Weihnachtsgeschenke und eine Nähmaschinenfabrik Köpenikerstraße 60,61 verheißt gar bei Einkäufen eine Uhr gratis. Und das alles in einer Nummer. Kein Wunder, wenn dadurch dem Goldschmied mancher Kunde, der sich betören läßt, entzogen wird. Ein Berliner Goldschmied macht uns weiter auf einen

Hereinfall mit dem Almanach für Brautleute aufmerksam. Dieser Almanach des Herrn Borchardt wird an Brautleute versandt und bietet daher eine ganz treffliche Insertionsgelegenheit auch für Goldschmiede. Aber das dicke Ende kommt nach. Der Acquisiteur meint, daß der Almanach an ungefähr 800 Adressen gehe, etwas Genaues könne er natürlich darüber nicht sagen. Nun hat der Inserent nur pro Exemplar 5 Pfg. Porto zu zahlen. Der Goldschmied sagt sich, 800 Exemplare, pro Exemplar 5 Pfg. kostet dich 40 Mk. Diese Reklame wagst du. Aber mit einem Male wird nachgewiesen, daß 12000 Exemplare versandt wurden, der Goldschmied also 600 Mk zu blechen hat, und

da er sich obendrein auf drei Jahre gebunden hat, kostet ihn der Spaß 1800 Mk.! Borchardt hat nun vielleicht 50 solche gutgläubige Abonnenten und Inserenten. Die bringen ihm dann während der Zeit 50 X 1800 Mk. 90000 Mk. Heißt auch ein Geschäft! Dabei findet man sehr achtbare Firmen in dem Almanach. Wir halten uns aber doch für verpflichtet, den Schleier hier von dem Geheimnis zu ziehen, damit nicht einzelne Goldschmiede überrumpelt und getäuscht werden. Von einer anderen Schädigung erzählt uns ein Juwelier aus Dresden folgendes: In Bühlau wohnt ein Bildhauer, Herm. Gerlach. Er hat selbständig ein Geschäft und bietet in öffentlichen Lokalen Goldwaren an. So hat derselbe vor Weihnachten die Taschen voll Ketten, Ringe, Broschen und Medaillons gehabt. Er hat auch iin Ratskeller zu Bühlau an die Kellnerin 1 Ring im Preise von 8 Mk. verkauft, als Gelegenheitskauf. Desgleichen an den Wirt ein goldnes Medallion (Gelegenheitskauf), dabei ist es aber nur Amerika-Doublé, für 7 Mk. 50 Pig. Üblicher Preis 3 Mk. 50 Pfg. Der Mann macht mir durch seine Manipulation viel Schaden. Beim Schutzmann habe ich Anzeige gemacht. Ob nun die Sache vorwärts geht ist abzuwarten. Vielleicht hilft eine Notiz in der Zeitung die Sache zu befördern. Was kann der Mann für diesen Handel für Strafe erhalten ? Dieser

gesetzwidrige Hausierhandel ist mit Geldstrafe oder Haftstrafe zu ahnden. Hoffentlich gelingt es, dem Konkurrenten die Liebe zum Hausieren gründlich zu verleiden. Zur Hebung des Gewerbes beabsichtigt die Handwerkskammer der Pfalz

Gewerbehallen in den pfälzischen Städten einzurichten, welche den Gewerbtreibenden Gelegenheit geben sollen, den hohen Ladenmieten zu entgehen. In Kaiserslautern wird damit der Anfang gemacht. Eine

Zentralstelle für den Detailhandel hat der Verein selbständiger Kaufleute (Verband Magdeburger Spezialgeschäfte) in Magdeburg in das Leben gerufen. Es soll do alles den Detailhandel und die Verbände des Detailhandels betreffende Material gesammelt und ein Archiv gebildet werden, das bei allen Fragen des Detailverkehrs treffliche Dienste leisten wird. Eine neuerliche Gründung befürwortet dagegen Prof. Dr. Schanz von der Universität Würzburg, nämlich

die Errichtung kommunaler Warenhäuser, die gerade noch fehlten! Die Gemeinde soll Heizung, Licht, Reinigung usw. übernehmen und die einzelnen Abteilungen im Submissionswege abgeben. Die Sache ist aber gar nicht mehr diskutabel, nachdem das Warenhaus in Hagen, das auf derselben Idee beruht, so jämmerlich pleite gegangen ist. Aus Anlaß des Jahreswechsels sind uns so zahlreiche

Neujahrswünsche aus unserem Abonnentenkreise zugegangen, daß wir nur an dieser Stelle für dieselben unseren Dank aussprechen können. Ein Abonnent aus Pisek in Böhmen schreibt dabei: „Ich wünsche Ihnen, daß auch in diesem Jahre die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ zum ferneren Wohle und Glücke der Goldschmiede von allen Fachgenossen gewürdigt wird“. Das wäre allerdings der schönste Erfolg, den wir uns denken könnten! Jedenfalls aber rufen auch wir allen unseren Abonnenten, Lesern und Freunden zu:

,,Glück auf!"

Wie sollen wir uns den Kunden gegenüber

bei Aufgabe von Reparaturen verhalten? Schon vor einigen Jahren haben wir in der „Deutschen Gold Wir haben schon damals den Goldschmieden gegen einen schmiedezeitung“ die Frage aufgeworfen, die auch von anderer billigen Preis Reparaturbeutel zur Verfügung gestellt, welche Seite jetzt wieder aufgegriffen worden ist, wie am besten den sich auch großen Beifalls bei denselben zu erfreuen hatten. Diese Unzuträglichkeiten im Reparaturwesen zu steuern sei und wie sich Beutel sollten nicht nur dem Goldschmied eine Sicherheit dahin der Goldschmied am besten schützen kann, wenn ihm durch Nicht verschaffen, daß nicht unbillige Anforderungen an ihn gestellt abholung von Reparaturstücken, durch verlustig gegangene Repa werden können, sondern auch die Kundschait über den Verkehr raturgegenstände usw. eine Schädigung seitens der Kundschaft droht. mit Reparaturarbeiten, insbesondere die Rechte des Goldschmieds

[blocks in formation]

bei einer Nichtabholung derselben aufklären, und ihm ins Gedächtnis rufen, daß der Goldschmied kraft Gesetzes an den Reparaturstücken ein Pfandrecht besitzt und sie öffentlich versteigern lassen kann, wenn sie, trotz erfolgter Aufforderung, nicht abgeholt werden. Wir hatten auch Briefe entworfen, mit welchen die säumigen Kunden an die Abholung der Gegenstände erinnert werden sollten. Alles das ist jetzt wieder in Vorschlag gebracht worden.

Inzwischen sind aber zahlreiche neue Ideen zutage getreten. Alle Systeme, von der einfachen Marke an bis zum kompliziertesten Beutel, haben sich noch nicht in dem Maße bewährt, daß damit alles zur Zufriedenheit erledigt wäre. Ein Goldschmied aus Mitau, Herr Dannenberg, der Verfasser des interessanten Werkchens: „Das Mitausche Goldschmiedeamt“, schrieb uns nun unlängst: „Sehr gewundert habe ich mich über die Klagen der deutschen Kollegen über das Reparaturgeschäft. Seit 35 Jahren befolge ich folgenden Modus, der sich bis heute tadellos bewährt hat. Ich habe mir aus Pappe Kästchen mit Stülpdeckel in folgenden Dimensionen anfertigen lassen: Länge 2 cm Breite 2 cm Höhe 28/4 cm inkl. Deckel

4 11

8

4
12

4
16
16
32
11

8
39
16

12
Diese Kästchen sind alle numeriert, und zwar der Deckel
außen und innen und der Boden des inneren Kästchens. In jedem
Kästchen liegt ein perforierter Zettel, der mit der Nummer des
betreffenden Kästchens versehen ist, nach untenstehendem Muster.
Es ist darauf zu achten, daß alle von einer Person gegebenen Re-
paraturen in ein und dasselbe Kästchen gelegt werden. Einen Coupon
erhält der Kunde, der mittlere bleibt im Magazin und wird, nach-
dem die fertigen Sachen aus der Werkstube zurückgekommen, mit
den Preisen versehen und in das betreffende Kästchen zurückgelegt.

In der ersten Zeit muß man die Arbeiter daran gewöhnen, die Deckel der Kästchen nicht zu vertauschen. Finden Sie diese Art praktisch, so können Sie ja in der „Goldschmiede-Zeitung“ darüber etwas bringen“.

Der beigefügte Zettel hat folgende Form:

8'12 »

54/2 »

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[blocks in formation]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

11'/21 11'»

9-12

[merged small][merged small][ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

Rückgabe nur gegen diesen Bon. Abzuholen bis spätestens den ....

..... 1906. Nicht rechtzeitig abgeholte Reparaturen werden gemäß $ 1228 ff. des Bürgerl. Gesetzbuches. Öffent

lich versteigert.

[blocks in formation]

Von dem Blatt bleibt I. am Block, oder wird in die Dose oder den Beutel gelegt; das Stück unter II. erhält die Kundschaft, welche auf der Rückseite über das Wissenswerteste im Reparaturverkehr belehrt wird, während der Abschnitt III. als Kontrollzettel nach der Werkstatt geht und von dieser wieder mit den Reparaturen zurückgegeben wird. Wir glauben, daß diese Art von Zetteln sich im praktischen Geschäftsverkehr bewähren wird. Eine Frage wäre nur noch, wie es gehalten werden soll, wenn ein Kunde den ihm eingehändigten Abschnitt verloren hat. Man wird ja die Reparaturen dieserhalb nicht auf die Dauer vorenthalten können. Hier ist es darum notwendig, sich einen Revers erteilen zu lassen, wenn man gegen alle Unannehmlichkeiten geschützt sein will. In dem Revers hat der Kunde über den Empfang zu quittieren und zugleich zu bekennen, daß er für allen Schaden eintritt, der etwa für den Goldschmied aus der Ausführung der Reparatur entstehen sollte. Wir würden uns freuen, wenn unsere Leser sich selbst einmal über die Sache und den obigen Vorschlag aussprechen wollten.

E. DANNENBERG
Katholische Straße Nr. 22.

Nr.

Herr

S. R.

Кор. .

Mitau, d.

Zur Lohnbewegung in Schwäb. Gmünd und Pforzheim.

I. Am 16. Dezember v. Js. fand in Schwäb. Gmünd eine von mitzuteilen, daß nach eingehender Besprechung durch einstimmigen dem Metallarbeiter-Verband und dem Verband der Graveure und Beschluß der Wunsch der Metallarbeiter auf höhere Bezahlung Ziseleure einberufene Versammlung der Metallarbeiter statt, der Überstunden abgelehnt worden sei. in welcher beschlossen wurde, an die Arbeitgeber das Ersuchen Als Begründung wurde angeführt, daß in erster Linie die zu stellen, ab 1. Januar 1906 für die Überzeitarbeit einen Ablehnung von seiten der Pforzheimer Arbeitgeber bestimmend erhöhten Zuschlag zu gewähren und zwar für die beiden ersten gewesen sei, wobei noch ganz besonders in Betracht kommen, Stunden, welche über eine 10 stündige Arbeitszeit hinausgehen, daß die Gmünder Fabrikanten unter weit ungünstigeren Verhält25 Proz., für jede weitere Stunde (Nachtarbeit), sowie für die nissen arbeiten, als die Pforzheimer und durch die Gewährung Sonntagsarbeit 50 Proz. Am 20. Dezember v. Js. fand infolge der erhöhten Löhnung der Weilarbeit die Konkurrenzfähigkeit der dessen eine Versammlung der Arbeitgeber statt, in welcher ersteren (Gmünder) noch verschlechtert würde. Die Vorteile, beschlossen wurde, sich in dieser Angelegenheit mit den Pforz welche Pforzheim vor Gmünd voraus hat, bestehen im wesentheimer Arbeitgebern ins Benehmen zu setzen, bzw. deren Ent lichen darin, daß sich dort fortwährend eine große Anzahl von scheidung abzuwarten. Nachdem nun die Pforzheimer Fabrikanten Einkäufern einfinden, bei welchen die dortigen Fabrikanten ihre die Forderung der Arbeiter abgelehnt haben, sahen sich auch die Waren kostenlos anbringen, während die Gmünder gezwungen Gmünder Arbeitgeber veranlaßt, eine ablehnende Stellung in dieser seien, viel mehr reisen zu lassen, wodurch ihnen weit größere Angelegenheit einzunehmen und wurde in der am 3. Januar ds. Mts. Spesen verursacht werden. (Es kommen wohl kaum 5 Proz. der stattgehabten Versammlung beschlossen, der Arbeiterkommission Einkäufer, welche Pforzheim besuchen, nach Gmünd.) Auch in

bezug auf die Hilfsgeschäfte ist der Gmünder Platz im Nachteil gegenüber dem Pforzheimer, ganz abgesehen davon, daß die Besteuerung durch das neue Steuergesetz für Württemberg) eine empfindliche Erhöhung erlitten hat. Sodann sei zu berücksichtigen, daß die Arbeitgeber durchaus keine Freunde der Weilarbeit seien, da der Arbeiter in den späteren Stunden doch nicht mehr so leistungsfähig sei und hierzu noch die Mehrkosten für Beleuchtung und Heizung, kommen, während andererseits eine höhere Bezahlung der Überzeitarbeit nicht auf die Ware geschlagen werden könne, da dies nicht leicht zu berechnen sei und wohl auch kaum von seiten der Kundschaft anerkannt werde. Dabei seien aber durch die große Konkurrenz die Preise schon derartig gedrückt, daß nur noch ein bescheidener Nutzen bleibe. Durch die rasch wechselnde Mode und das stetige Verlangen der Kundschaft nach Neuheiten sei eine entsprechende Ausnutzung der Gesenke und Einrichtungen nicht möglich, alles Punkte, welche in Betracht zu ziehen seien. Es ist deshalb auch mit großem Risiko verbunden, in der ruhigeren Geschäftszeit auf Lager arbeiten zu lassen, da nicht vorauszusehen ist, ob die in Vorrat gearbeitete Ware späterhin abgesetzt werden kann. Trotzdem scheuen die Arbeitgeber keine Opfer, um ihre Arbeiter auch während der schlechten Geschäftszeit, soweit es nur immer möglich ist, zu beschäftigen, was von seiten der letzteren gewissermaßen auch als ein Äquivalent für die Überzeitarbeit in der strengen Geschäftszeit betrachtet werden muß. Die letztere ganz abzuschaffen, ist insofern nicht möglich, als sich in der Hauptverkaufszeit, vor Weihnachten und Ostern, das Geschäft zusammendrängt und dann nur durch Einstellung von weiteren Arbeitskräften Abhilfe geschafft werden könnte, wodurch aber dem ständigen Personale sicherlich nicht gedient wäre, da sonst die stille Zeit um so länger würde; ganz abgesehen davon, daß der Verstärkung des Arbeitspersonales

rasch wieder eine entsprechende Entlassung folgen müßte. ist schon wiederholt von den Fabrikanten das Ersuchen an ihre Kunden gestellt worden, die Aufträge so frühzeitig zu erteilen, daß solche mit Ruhe ausgeführt werden können und es auch möglich wäre, die stillere Zeit auszunützen und unnötige Weilarbeit zu vermeiden. Daß diesem Wunsche von seiten der Abnehmer nicht entsprochen wurde, hat seinen Grund einesteils in der rasch wechselnden Mode, worunter letztere ebenfalls zu leiden haben, andernteils ist aber der ganze Edelmetall-Handel mehr oder weniger ein Saison-Geschäft.

Wenn in letzter Zeit der Geschäftsgang ein guter genannt werden konnte, so ist dies ja auch den Arbeitern zugute gekommen. Ob jedoch dieser Aufschwung nach dem Inkrafttreten der neuen Handelsverträge anhält, läßt sich nicht vorabsehen, es sind im Gegenteil Anzeichen vorhanden, daß ein Rückschlag eintreten wird, da wohl die jetzt noch in Kraft befindlichen günstigeren Handelsverträge ausgenützt wurden. Unter diesen wenig günstigen Aussichten ist es aber wohl begreiflich, daß die Arbeitgeber sich zu einer Mehrbelastung ihrer Produktionskosten nicht verstehen können, welche die Erfüllung der Forderung einer Erhöhung der Überzeitarbeitslohnung mit sich bringen würde, ganz abgesehen davon, daß nach der Zusammenstellung der Lohnlisten der Edelund Unedelmetall-Berufsgenossenschaft die Löhne sich in fortwährend steigender Bewegung befinden und der Durchschnittslohn seit 20 Jahren um nahezu 30% sich gehoben hat.

Zum Schlusse wird noch dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die ablehnende Haltung der Arbeitgeber von seiten der Arbeiter richtig aufgefaßt werde und dem bisherigen guten Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern keinen Abbruch tun möchte, da letztere überzeugt sein dürften, daß den hiesigen Fabrikanten das Wohl und Wehe ihrer Arbeiter nicht gleichgültig sei.

Die Prüfungskommission vom 15. Deutschen Bundesschießen in München hat beschlossen, als Konkurrenzbecher einen von der Silberwarenfabrik Eduard Wollenweber entworfenen Humpen mit Deckel, als Standbecher einen Entwurf der Juwelierfirma C. Winterhalter, und als Feldbecher das ebenfalls von der Firma Eduard Wollenweber eingereichte Modell „Humpenform modern“ zur Ausführung bringen zu lassen. Für die Herrenuhr wurde das vom Goldschmied Ernst Riegel, für die Damenuhr das von dem Kunstmaler Franz Mederer entworfene Modell gewählt und die Ausführung der Firma Paul Siegel und Hans Wild übertragen.

Münzenprägung. Auf den deutschen Münzwerkstätten sind im Monat Dezember 1905 für 24 594 640 Mk. Doppelkronen und für 1 406 560 Mk. Kronen, beide auf Privatrechnung, für 2367 322 Mk. Zweimarkstücke, für 2924 454,50 Mk Fünfzigpfennigstücke, für 74 324 Mk. Zehnpfennigstücke, für 47 226,12 Mk. Zweipfennigstücke und für 48 953,69 Mk. Einpfennigstücke geprägt worden.

Stiftung. Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares · stifteten in Hanau die Herren Dr. Wilhelm Heraeus und Heinrich Heraeus je 10000 Mk.

Verfahren, silberne Gegenstände mit einer
schieferfarbigen Oberfläche zu versehen.

Von C. H. Poland. Einen schiefergrauen, emailleartigen Überzug erhalten silberne Gegenstände, wenn man sie mit Seife abwäscht, in Natronlauge eintaucht, mit Wasser abspült, dann in Cyankaliumlösung eintaucht, wieder abspült, weiter zwei Minuten lang in einer annähernd zum Sieden erhitzten Lösung von je 40,0 g Jod und Jodkalium in etwa 5 Litern Wasser hin- und herbewegt und schließlich nach abermaligem Abspülen mit einem weichen Flanelllappen trocknet.

(Journ. Amer. Chem. Soc. 1905, S. 339.) Man meldet us Hamburg: Bei den am 17. ds. Mts. anläßlich der Wahlrechtsvorlage vorgekommenen Ausschreitungen in Hamburg, gelang es dem Mob im Schopenstehl 20 Läden zu plündern, darunter 2 Juweliere und Uhrmacher. Der Juwelier J. C. Kemnis hat Totalschaden und beziffert solchen auf ca. 9000 Mk., der Uhrmacher D. Rosenbrock den seinen auf 25—30000 Mk. Der Versuch, das Hamburgensieen Museum, welches am Fischmarkt beim Schopenstehl liegt, zu plündern, scheiterte an der Wachsamkeit der Schutzleute; wäre dieses Vorhaben gelungen, so häite die Ausschreitung große Dimensionen angenommen, da in dem Museum Gewehre, Säbui usw. zu Hunderten aufbewahrt wurden.

Neues aus der Bijouteriebranche. In Köln erregt seit kurzer Zeit eine ebenso neue, wie interessante Schaufensterdekoration allgemeine Aufmerksamkeit

. Die nach dem neuen Prachtgebäude Antonitterhof, Schildergasse 72–74, übergesiedelte Verkaulsstelle Pforzheimer Goldwaren des Herrn Richard Lohmüller hat ihre Waren auf einem rollenden, elektrisch betriebenen Regal ausgestellt, das es ermöglicht, dem Publikum alle Gegenstände in bequemer Weise vorzuführen. Diese neue und originelle Dekorationsari bildet in Verbindung mit einer äußerst eftektvollen elektrischen Osmiumbeleuchtung eine interessante Sehenswürdigkeit Kölns, wie sie keine zweite Stadt aufzuweisen hat. Es ist daher auch erklärlich, daß das Schaufenster zu jeder Tageszeit von Zuschauern förmlich belagert wird. Das rollende Regal ist von dem hier in Pforzheim wohlbekannten Herrn Emil Lohmüller, dem Bruder des Geschäftsinhabers, für die Bijouteriebranche neu konstruiert und wird seiner unleugbar großen Vorzüge wegen bei Juwelieren, Uhrmachern usw. sicher rasche Aufnahme finden.

Lieferung von Prägmaschinen nach der Türkei. Der „Levant Herald“ teilt mit, daß für die türkische Münze neue Maschinen angeschafft werden sollen. Man will alle Münzen mit glattem Rande aus dem Verkehr ziehen. (The Board of Trade Journal.)

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnungen. Die Inhaber der Silberwarenfabrik H. Meyen & Co., Berlin, Sebastianstraße 20 sind vom König von Spanien zu Hoflieferanten ernant worden. Dem Juwelier Herrn Fritz Birnstiel in Koburg ist der Titel „Hofjuwelier“ verliehen worden.

Firmen-Eintragungen. Die Firma W. A Dörrick, G. m. b. H., Bijouterien, Berlin, Potsdamerstraße 52 ist handelsgerichtlich eingetragen. - Firma: Adolf Marr, Juwelier, Rixdorf. Inhaber: Adolf Marr, Juwelier, Löbau (Sachsen). Dem Kaufmann Paul Pinkert ist Prokura erteilt. Schulz &'Ranzenhofer, Wien, VII., Dreilaufergasse 7. Bisher: Handel mit Bronzebijouterien. Nunmehr: Fabrikmäßige Erzeugung von Bronzebijouteriewaren. - Leopold Wolf & Co., Wien, II., Taborstraße 76. Fabrikmäßige Erzeugung von Metallwaren. Gestorben: Der G. Leopold Sachs. Der Anteil des G. Leopold Sachs wird während der Verlassenschaftsabhandlung und für Rechnung der Verlassenschaft von dem G. Richard Heller fortgeführt.

Geschäfts - Eröffnung. In dem Uhligschen Fabrikgrundstück in Freiberg (Sa.) errichten die Herren Ernst Lein und Arno Bauer aus Aue eine Fabrik feiner Britanniawaren.

Geschäfts - Uebernahme. Die Firma H. Schmidt, Juwelen-, Goldund Silberwaren in Cassel ist von Herrn Schmidt in Besitz seines Sohnes übergegangen und wird unter Hermann Schmidt fortgeführt.

243

000) 10000000000 000

Ein tücht. Juwelier u. Goldschmied
Gut erhaltene

sucht von Goldwaren - Geschäften gebr. Werkzeuge Reparaturen und Maschinen kauft

zu übernehmen. (280 Goldschmiede

Adr. bitte abzugeb. unt. L. C. 909

an Rudolf Mosse in Dresden. Werkgenossenschaft Berlin C. 19, Oberwasserstr. 14

Vertretungen Familien-Nachrichten

Ein Reisender, mit Grossisten Heiratsantrag. und Exporteur en lange Jahre Goldwarenfabrikant in Österreich, bereisend, sucht mit größeren kanntschaft ein. feschen Mädchen Fabrikanten in Gold, Silber u. mit 30 Mille. Anträge unter F. Bijouterien zu arbeiten. Briefe S. 231 an die Deutsche Gold- unter ,,A. A." Avenue de schmiede - Zeitung in Leipzig 28. Keyser 56, Anvers. [265

gesucht:

Einbanddecken

für den verflossenen Jahrgang der
Deutschen Goldschmiede - Zeitung,
kunstgewerblicher und wirtschaft-
licher Teil getrennt, empfiehlt zum
Preise von Mk. 2.50 der Verlag der
Deutschen Goldschmiede - Zeitung,
Wilhelm Diebener in Leipzig 28.

Vermischte Anzeigen Uhren in Kommission.

England!

Eine dortige Firma, die speziell bei

den Grossisten und Exporteuren gut Goldwaren-Geschäft mit eig. Haus. eingeführt ist, sucht z. Alleinverkauf über 50 Jahre besteh., will sich

Neuheiten gold. u. silb. Taschenuhren zulegen in Silber-, Gold- u. unechter Bijouterie, und solche aus erster Hand he die sich event. zum Massenvertrieb ziehen wegen billiger Abgabe. eignen. Offert. unter F. F. 236 Welche Firma gibt solche vor- an die Deutsche Goldschm.- Zeitung erst in Kommission? Abrechn.

in Leipzig 28. alle 3 Monate. Offerten unter H. G. 302 an die Deutsche Goldschmiede-Zeitung in Leipzig 28

ΔΔ,

Tlachliteratur

[ocr errors]

Vertretung

[ocr errors]

Zur silbernen Hochzeit unseres Kaiserpaares

[ocr errors]

Jung. Goldarbeiter

sowie alle

Nach Schluss der Redaktion eingegangen:
eines leistungsfähigen, ersten übrigen Bücher
Hauses sucht routiniert., älterer sind bei prompter Lieferung zu
Kaufmann der Gold- und Silber-

beziehen durch die Junger Verkäufer,

Verkäufer, Suhe sofort Gehilfen, Veutschland bereidth gregent Provoz Deutsche Goldschmiede-Zeitungstellung, welcher earpahre die Neuarbeiten geübt, Gravieren er

: zu übernehmen. Gefi. Off, unter G. S. 272 an die Deutsche Gold

Leipzig 28.

Zeichen - Akademie Hanau be- wünscht. Angenehme, dauernde

suchte, daselbst auch praktisch Stellung. Offerten mit Gehalts. schmiede-Zeitung in Leipzig 28.

arbeitete, über franz. und engl. ansprüchen u. Zeugnisabschr. an
Sprachkenntn. verfügt, wünscht

Paul Dettmann, Stralsund.
Stellung zum 15. Februar oder
später in einem ff. Juwelierge-
schäft. Es wird mehr Wert auf

weitere kaufmänn. Ausbildung. sind Plaketten und Medaillen in Arbeit und werden als auf Gehalt, gelegt. Offerten

unter H. P. 319 an die Deutsche in ca. 8 Tagen versandtbereit sein.

(Juwelierssohn) in allen Repara

Goldschmiede-Ztg. in Leipzig 28. turen bewandert, sucht Stelle mit
Wir machen heute schon darauf aufmerksam.

Eine leistungsfähige Ladentätigkeit, sofort oder später.
Wilh. Mayer & Frz. Wilhelm, Kettenfabrik an die Deutsche Goldschmiede

.
267]
STUTTGART, Rotebühlstr. 119B.

die speziell lange Halsketten mit
modernem Schieber in Silber und Gold
fabriziert, sucht
Grossist

Volontär!
Für Grossisten!

Für meinen Sohn, 17"), Jahre
als Abnehmer für ihr Fabrikat, bei alt, mit der Berechtigung zum

schnellster und billigster Bedienung. Einjährig-Freiw.-Dienst, welcher Routinierter Kaufmann Muster deutsch und Export. Offert. 14/2 Jahre die Zeichen-Akademie

bittet man unter H. R. 321 an die Hanau besuchte, daselbst auch 15 Jahre in der Bijouterie- und Silberwaren-Branche

Deutsche Goldschmiede - Zeitung in praktisch arbeitete und über fran. tätig, selbständig, mit schon bestehendem Kontor,

Leipzig 28 abzugeben.

zösische und engl. Sprachkenntsucht für solides Engros - Geschäft Vertretung

nisse verfügt, wünscht Stellung zwecks Versand und Reparatur

als Volontär per 15. Febr. a. c. besorgung am Platze Pforzheim.

oder später, entweder in einem Prima Referenzen stehen zu Diensten, und werden

333/ 585 Gold. Juwelier -Detail-Geschäft oder in

Wer ist Abnehmer einer Partie, einem Engros-Geschäft der Bigefällige Offerten unter Chiffre S. F. 12 durch

äußerst billig gegen Kassa? jouterie-Branche. Rob. Boettcher, Pforzheim, erbeten. [271

Gefi, Offert. unter II. S. 322 Offerten unter H. Q. 320 an an die Deutsche Goldschmiede- die Deutsche Goldschmiede- Ztg. Zeitung in Leipzig 28.

in Leipzig 28 erbeten.

Trauringe

Beziehen Sie sich bei Anfragen und Bestellungen
gefi, auf din Deutsche Goldschmiede . Zeitungo

« PreviousContinue »