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Z Frage 648. Welcher Fabrikant von silbernen Bestecken führt als Warenzeichen ein gotisches S, wie nebenstehend?

Frage 653. Ein Bijouterie – Engros-Geschäft hat ein Detail-Geschäft eröffnet; beschäftigt einen Gehilfen und eine Polisseuse. Darf der Mann, welcher Kaufmann ist, auf sein Fenster schreiben: „Verkaufsstelle der Goldwarenfabrik usw.“ ?

Frage 656. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzwerden un echter Bijouterie- und Metallgegenstände in wirksamer Weise? Das Zaponieren hat sich nicht immer zweckdienlich erwiesen. P. H. in B.

Frage 657. Ich erlaube mir hiermit die höfliche Anfrage, ob mir einer der Herren Kollegen eine genaue Methode der Behandlung von Doublé – Gegenständen mit Borsäure nennen kann. Die Borsäure soll nämlich einen gleichmäßigen, während der ganzen Fabrikation haftenden Ueberzug bilden. Sie soll jedoch während dem Löten nicht steigen, da man sonst keine saubere Arbeit liefern kann, soll aber auch nicht abspringen. Für genaue Rezepte der zu verwendenden Substanzen, als auch Sonst zu beachtende Vorteile würde ich sehr dankbar sein. Im Voraus bestens dankend R. T. in P.

Frage 660. Kann mir einer der Herren Kollegen die genaue Zusammensetzung eines Schmelzpulvers angeben? Es gibt davon mehrere Sorten, für Feilung und Schliff usw. A. F. K. in P.

Frage 662. Wer ist der Fabrikant von Flaschentellern, die ein Monogramm (A. S.) als Warenzeichen tragen? C. G. in D.-H.

Frage 663. Kann mir einer der Herren Kollegen eine genaue Nachbildung oder auch Originalmodell eines der historischen, eisernen Trauringe von 1813 verschaffen, worin die Worte eingraviert sind: „Gold gab ich für Eisen“? Es wäre mir event. mit einer genauen Zeichnung, um einen Anhaltspunkt zu haben, gedient. Ich bitte um gefl. Nachricht. W

Frage 665. Wo kann ich Aluminium-Armbänder für Export, direkt ab Fabrk, beziehen? H. O. T. in M.

Frage 667. Wer ist der Fabrikant des Lackes, womit die Buchstaben auf Schildern ausgefüllt werden? B. Z. in M.

Frage 668. Ich habe in verschiedenen Schaufenstern eine sehr anziehende Reklameuhr gesehen. Dies ist eine Standuhr, unter deren Zifferblatt sich ein Tierkopf befindet, der imitierte Wasserstrahlen in ein darunter befindliches Becken speit. Wer liefert diese Uhren ? G. /. in W.

Frage 669. Wer liefert silber- vergoldete Autoanhänger (kleinen Wagen mit beweglichen Rädern)? O. A. in R.

Frage 670. Kann mir einer der Herren Kollegen eine Bezugsfirma nachweisen, welche gute, schwer versilberte Metallwaren, ähnlich der Württemberger Waren, liefert? W. Sch. in G.-S.

Frage 671. Wer fabriziert Weihwasserkesselchen in Silber in den verchiedensten Arten, und Weihwasserbüchsen in Silber für die Tasche (kleine, schmale Büchsen mit Schwamm – Einlage)? A. W. in C

Frage 672 Ich bitte um Nennung einiger leistungsfähiger Firmen, die Doppelpanzerketten, sowohl in Neusilber als auch Messing roh anfertigen? W. T. in W.

Frage 673. Wer kann mir eine Firma angeben, die feine und mittlere Galanterie-Waren (Bronzen-, Holz- und Lederwaren) liefert, welche man neben dem Verkauf von Gold- und Silberwaren führen kann ? A. V. in E.

Frage 674. Wer fertigt seine Drahtgeflechte für SchlangenBracelets? F. B.

Frage 675. Wer ist der Fabrikant, welcher silberne Kordelarmbänder anfertigt? A. O. in St.

Antworten:

Zu Frage 654. Als leistungsfähige Bezugsquelle empfiehlt sich: Carl Rose, Glas- und Thermometerfabrik, Altenfeld i.Th.

Zu Frage 655. Pressungen von Handwerkeremblemen in den verschiedensten Arten können Sie in beinahe alle Estamperien haben. Sehr viel Muster hierin haben: Ferd. Wagner, A.-G., Pforzheim; Wilh. Mayer & Fr. Wilhelm, Stuttgart; L. Chr. Lauer, Nürnberg. Fertige Emblemesachen beziehen Sie vorteilhaft von Aug. F. Richter, Hamburg.

Zu Frage 658. Hierzu empfehlen sich: Goldwarenfabrik Mülheim a. Rh., Freiheitstr. 78. – Jung & Grimm, Bijouterie

Fabrik, Pforzheim. – Karl Mauser, Pforzheim. – Jul. Albrecht (May & Palma), Pforzheim. – Jacques Güntzburger, Idar. – Emil Purper, Import und Export roher und geschliffener Edel- und Halbedelsteine, Idar. – Carl Wild, Graveur, Idar.

Zu Frage 659. Silber- und Kupferniederschläge liefert Ihnen Wilhelm Weingard, Galvan. Anstalt, München, Carlsstr. 39.

Zu Frage 661. Wir fabrizieren diese Scherenarbänder in unecht, vergoldet und Stahl oxydiert: Jung & Grimm, Bijouterie-Fabrik, Pforzheim. – Nürnberger Scherenarmbänder, in unecht und zu den billigsten Preisen, fabriziert als Spezialität: Julius Schaan, Bijouterie-Fabrik, Wurmberg (Württ.).

Zu Frage 664. Herren- und Damenketten in ganz billiger Ware fabriziert: Jung & Grimm, Bijouterie-Fabrik, Pforzheim. – Hermann Loewenthal, Berlin O. 27, Wallnertheaterstr. 7. – Friedrich Wörner, Kettenfabrik, Berlin, Neue Grünstr. 23. – Josef Kuhn, Pforzheim. – Sogenannte Obersteiner Ware fabriziert: Klein & Quenzer, Oberstein.

Zu Frage 666. Fabrikant des Normalringmaßes ist Oswald Fritsch in Jöhstadt (Erzgebirge).

Zu Frage 668. Die fraglichen Standuhren liefert die Firma Bernhard Paschen, Uhren-Engros, Hagen i. W.

Bekanntmachung.

Gründungs-Protokoll des Vereins der Juweliere im Gewerbe kam m erbezirk Plauen i. V. am Sonntag, den 8. Juli 1906, im Restaurant „Hopfenblüthe“ in Plauen, nachmittags 4'2 Uhr.

Nach ergangener Einladung von seiten des Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Herrn Fischer-Berlin, haben sich 13 Herren eingefunden. 4 Herren, welche nicht erscheinen konnten, haben zugestimmt, dem Verein beizutreten, wenn die Gründung erfolgt. Herr Fischer hieß die Anwesenden und insbesondere den erschienenen Herrn Vertreter der Gewerbekammer Plauen, Zschoch, willkommen und eröffnete die Versammlung mit einer Bekanntgabe des § 3 der neu einzuführenden Arbeitsordnung, sprach dann in eingehender Weise u. a. über Konkursausverkäufe, Besteckkonvention, Feuerversicherung, Versicherung gegen Einbruch, über das vom Verband herausgegebene Nachschlagebuch, Mitgliedsurkunde, über die Frage, ob sich ein Uhrmacher auch Goldschmied nennen darf, sowie über Vertrauensmann – Angelegenheit, Hausierhandel usw. Nachdem der Herr Vorsitzende seinen Vortrag beendet, appellierte er an die Anwesenden, einen Verein zu gründen, der die Bestrebungen des Verbandes mit unterstützt. Nach ergangener Aufforderung des Herrn Fischer erklärten sich nachstehende Herren zur Gründung des „Verein der Juweliere im Gewerbekammerbezirk Plauen i. V.“ durch gegebene Unterschriften bereit: Gustav Thorn, Plauen; Alfred Kolbe, Plauen; Otto Wege, Zwickau; Rob. Hüttel, Plauen; Herm. Lorenz, Plauen; Alfred Gruner, Schwarzenberg; Max Herm. Gruner, Reichenbach; A. H. Dunzelt, Zwickau; Karl Uhlmann, Zwickau; Fr. Louis Gnauck, Werdau i. Sa.; Julius Kurz, Reichenbach; Richard Meinhold, Reichenbach; Otto Mahler, Plauen. Die Anmeldung zum Verein des Herrn E. Kirsch, Zwickau, ist unterm 11. Juli erfolgt, so daß der Verein bis jetzt 14 Mitglieder zählt. Hierauf schritt man zur Wahl eines provisorischen Vorsitzenden und wurde hierzu Herr Gustav Thorn einstimmig gewählt

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Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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Am Fuße der Wartburg, in dem freundlichen Städtchen des Thüringer Waldes, das eine große Rolle in der deutschen Geschichte gespielt hat, in Eisenach, versammeln sich in diesem Jahre die deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede, um in ernstem Gedankenaustausch die Interessen des Standes wahrzunehmen, daneben auch die Bande der Geselligkeit wieder zu festigen. Es ist eine gesegnete Gegend, in welcher der diesjährige Verbandstag abgehalten wird. Das volle Zaubergold der Poesie ist darüber ausgegossen. Eisenach ist von je ein Anziehungspunkt für die Reiselustigen gewesen, und wir sind fest überzeugt, daß auch die deutschen Goldschmiede in dieser Stadt großer Überlieferungen und Erinnerungen schöne Tage, reich an bleibenden Anregungen, verleben werden. Auf nach Eisenach! Willkommen in Eisenach! Das ist die Parole der Tage vom 4. bis 6. August, wo der Verbandstag alle Freunde des Verbandes deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu gemeinsamer Arbeit versammeln wird. Wer durch das alte, aber in letzter Zeit neu hergestellte Nicolaitor das Weichbild von Eisenach betritt, kommt auf den geräumigen Karlsplatz, der früher den bescheidenen Namen „Sonnabendmarkt“ führte und anläßlich des Regierungsjubiläums Karl Augusts 1825 seine stolzere Bezeichnung erhielt. In der Nähe erblicken wir die alte romanische Nicolaikirche. Sie stammt aus derselben Zeit, wo die über Eisenach thronende Wartburg, das Juwel Thüringens, erbaut wurde. Kein Goldschmied sollte versäumen, diese alten Bauwerke, auch die Eisenacher Nikolaikirche, aufmerksam zu betrachten. Eine Fülle von Motiven bietet auch die Baukunst für die Edelmetallkunst, wenn man in ihrer Ornamentik zu lesen und zu forschen weiß. Vom Karlsplatz führt der Weg zu dem großen Marktplatz, der auch der „Mittwochsmarkt“ genannt wird. Hier tritt uns wieder die imposante Georgenkirche entgegen, die im Jahre 1188, vielleicht auch etwas früher, erbaut worden ist. Wie auf dem Karlsplatz Donndorfs Luther-Denkmal, so erblicken

Das Burschenschaftsdenkmal.

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in Eisenach !

wir hier sein Sebastian-Bach-Denkmal, beides hohe Kunstwerke von lebendiger Schönheit. Der große Musiker Sebastian Bach war ein Sohn der Stadt Eisenach, in der auch der Maler Preller geboren wurde. Die deutschen Goldschmiede befinden sich also an einem Platze, der zwar keine großstädtischen Eindrücke hervorruft, aber doch durch die Kunst geadelt und geheiligt ist. Vom Marktplatz steigt man durch alte trauliche Gäßchen und dann eine gemächlich ansteigende Straße hinauf nach der alten, sagenumwobenen Wartburg. Manch schöner Ausblick in die romantische Umgebung von Eisenach wird dabei eröffnet, namentlich über das Mariental, Eisenach und das stimmungsvolle Gelände der Hörsel. Durch eine Schlucht, den Zeisigsgrund, von dem Metilenstein getrennt, hebt sich dann 174 m über Eisenach auf einem kühn aufsteigenden Felsaltane das prangende Wartburgschloß in die blaue Luft. Über 80000 Menschen, jung und alt, Mann und Weib, vornehm und gering, arm und reich, Menschen allen Glaubens, Einheimische und Fremde, Deutsche und Ausländer, wandeln hier im Jahre den herrlichen Pfad, der diesmal auch von den deutschen GoldSchmieden betreten wird. Und wenn man dann das erste Tor passiert hat, da schweift das Auge weit hinaus von den Zinnen auf ein wundervolles, farbenreiches Gemälde der Natur, wie es stimmungsvoller kein Künstler schaffen kann. Eine Zugbrücke geleitet in das Innere der stattlichen Landgrafenburg. Hier sollte jeder, der den Felsenweg aufwärts steigt, einen Rückblick werfen. Die ganze Romantik mittelalterlichen Burglebens taucht da vor einem in malerischer Schönheit auf. Und wenn wir schließlich durch die imposanten Torhallen das Innere der Burg selbst betreten, da weht uns der Geist der Geschichte von allen Seiten so mächtig an, daß niemand sich eines heiligen Schauers erwehren kann. In den Rüst- und Waffensälen, da erprobte einst das deutsche Rittertum Kraft und Macht, in den stillen Kemenaten feierte die schwärmerische Minne ihre stillen Liebesfeste, in dem Sängersaale stritt man um die Palme des Ruhmes und im Bankettsaal klangen bei fröhlichem Gelage die goldenen Becher aneinander. In der von Friedrich mit der gebissenen Wange eingerichteten Kapelle von 1319 erwartet uns wieder ein überraschender Eindruck. Das blaue Kreuzgewölbe ist mit goldenen Sternen übersät. Kostbare Malereien schmücken die hohen Fenster. Wände und Stühle, Altar und Kanzel vereinen in ihrer Ausstattung Pracht und Harmonie, und wenn die Sonne durch die Scheiben buntleuchtende Farben über den Raum ausgießt, die Orgel leise tönt, dann faßt's die Seele hier wie Traum und Leidvergessen und Jahrhunderte sinken wie ein Hauch vor dem sinnenden Blicke zurück. Man mag die herrlichen Bücher von Trinius („Ein Gang durch die Wartburg“, „Eisenach und Umgebung“) studieren, und man wird bald den Zauber spüren, der von dieser glorreichen Stätte einer denkwürdigen Zeit ausgeht. Auf der einen Seite Rittertum, Minnedienst und frommer MarienDer Geschäfts- und Kassenbericht, welcher vorgelegt werden wird, ist in unserem Blatte bereits zum Abdruck gelangt. Er gibt ein Bild von der Tätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre, eine vielseitige Tätigkeit, zum Besten der ganzen deutschen GoldSchmiedekunst. Von den weiteren Beratungspunkten erfordert namentlich die Vorlegung einer Arbeitsordnung (Referent: Max Winter-Berlin) hohes Interesse. Unsere Leser wissen, daß wir selbst in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ seinerzeit einen solchen Entwurf veröffentlicht haben, der viel

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Eisenach und die Wartburg.

kultus, der Gedanke an die Rosen der heiligen Elisabeth, auf der anderen Seite die Stätte, da Luther für seine welterschütternde Idee der Reformation eintrat und sich den Verfolgungen seiner Gegner entzog! Gewaltige Jahrhunderte werden wieder lebendig vor unserem Geiste! Eisenach hat aber auch viel schwere Kriegszeiten durchmachen müssen, denn es galt als die Krone Thüringens, um deren Besitz sich die blutigsten Kämpfe entspannen. Es war der Streitpunkt in dem blutigen thüringischen Erbfolgekriege, und auch in all den großen Kriegen, welche Deutschland heimsuchten, blieb es nicht verschont von schweren Schicksalsschlägen. Aber es hat sich allezeit durchgerungen. Handel und Gewerbefleiß blühten empor, eine rege Industrie schloß sich ihnen an, und wenn auch die Tage längst dahin sind, da ein Walter von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Heinrich von Ofterdingen, Tannhäuser usw. hier ihre Liederkunst übten, –

fache Anerkennung gefunden hat. Die Verbandsvorlage enthält einige Vorschriften, welche bereits in der Gehilfenschaft diskutiert sind und auch auf dem Verbandstage wohl zu einer interessanten Debatte führen dürften. Dahin gehört vor allem der Fortfall einer Kündigungsfrist, der dem Goldschmied und seinem Gehilfen das Recht einräumt, jederzeit das Arbeitsverhältnis zu lösen. Über die Zweckmäßigkeit und Billigkeit einer solchen Bestimmung kann man auch in Prinzipalskreisen geteilter Meinung sein. Auch die Einführung des metrischen Karates wird Gegenstand der Verhandlungen sein. Das Versicherungswesen wird auch diesen Verbandstag wieder beschäftigen. Das Referat hat der Vorsitzende des Verbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Wilhelm Fischer-Berlin, selbst übernommen. Auch auf dem Grossistentage in Pforzheim war dieser Frage eine Beratung eingeräumt, an welcher derselbe sich lebhaft beteiligt hat. Es gilt, den

Wenn auch kein Zauberer Klingsor mehr durch die Räume der hochaufragenden Wartburg schreitet und nicht mehr im heißen Turnier die Lanzen an den Rüstungen zersplittern, Eisenach hat seine hohe Bedeutung im Kranz deutscher Städte behalten, denn Handel und Industrie, Gewerbefleiß und Kunstsinn haben ihm seine Stärke und Schönheit bis in unsere Tage bewahrt. Ein Turnier gilt es jetzt wiederum abzuhalten! Freilich Blut wird dabei nicht fließen. Aber gestritten wird auch werden zum Besten des Verbandes in heißer Redeschlacht. Die Tagesordnung des sogenannten „k I e in en“ Verbandstages ist ja reichhaltig genug.

Der Karlsplatz in Eisenach.

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deutschen Goldschmieden bei Abschlüssen von Versicherungen die nötigen Vorteile zu schaffen und zu sichern. Feuerversicherung, Einbruchs- und Diebstahls versicherung, Versicherung der Schaufenster, das sind notwendige Geschäftsfragen für den Goldschmied, die endlich einer günstigen Lösung zugeführt werden müssen. Ein Antrag der Mecklenburger Vereinigung ist auf die Gründung einer Unterstützungskasse bei Einbruch für Nichtversicherte gerichtet. Referent wird SchmiethSchwerin sein. Der Antrag hat nur insoweit etwas für sich, als solche Nichtver

sicherte in Frage kommen, die aus irgend einen: Grunde von der Versicherung ausgeschlossen, abgelehnt worden sind usw., und daher gar nicht imstande sind, sich eine Sicherheit zu schaffen. Denen, die aus Saumseligkeit sich keiner Versicherung anschließen, die sich nicht selbst helfen wollen, kann natürlich auch nicht geholfen werden. Auf dem Wege der gemeinsamen Selbsthilfe ließe sich schon für die unschuldig in eine trübe Lage geratenden Kollegen etwas tun. Die Magdeburger Vereinigung rollt von neuem die Frage einer Abänderung des Gesetzes über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren auf, das von verschiedenen Seiten für reformbedürftig angesehen wird. Wir haben in der „Deutschen Goldschmiedezeitung“ darüber schon wiederholt Ausführungen gemacht. Als Referent wird Herr Pfannschmidt - Magdeburg bei diesem Punkt der Tagesordnung fungieren. Auch der Antrag der Vereinigung Hannover (Referent: Betz-Hannover), die Errichtung einer Probierstelle für Gold, Silber und Güldisch

Die Wartburg von Osten.

betreffend, wird das Interesse der Teilnehmer fesseln. Was sonst noch zum Besten der deutschen Goldschmiedekunst erörtert werden wird, läßt sich voraus nicht sagen. Ein Wort gibt bei solchen Tagungen das andere, ein Punkt der Tages

ordnung zeitigt oft einen anderen. Aber die Eisenacher Kollegen, unterstützt durch Herrn Walter, haben auch dafür gesorgt, daß die Geselligkeit auf dem Verbandstage nicht zu kurz kommt. Die Schönheit der Umgebung wird alle Herzen höher schlagen lassen. Im idyllischen Waldhaus, im romantischen Annatal mit der grotesken Drachenschlucht, auf der „hohen Sonne“ mit ihrem prächtigen Panorama, hoch oben auf der alten Wartburg, überall wird den Besuchern die Natur des Thüringer Waldes ihr schönes Antlitz entschleiern, und wenn am 7. August sich eine Fahrt auf den Inselsberg anschließt, dann mögen sich die deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede bewußt werden, daß unser ganzes Leben und Streben

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Die Technik und Geschichte des Email und der Emailmalerei.

Vortrag, gehalten im Kunstgewerbeverein „Vorwärts“ am 11. Juli 1906
von Hermann Schmidt, Emailmaler, Schw. Gmünd.

Technischer Teil.

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bar macht, und mir dadurch einen um so eifrigeren Ansporn gibt, auch etwas oder wenigstens einen kleinen Teil zur Würze beizutragen. Es ist zwar in unserem Verein noch wenig über eine bestimmte Technik gesprochen worden, allein ich denke, daß es Ihnen nicht unangenehm sein wird, etwas über die Kunst des Emaillierens und Emailmalens in technischer HinSicht zu hören, ganz besonders darum, weil die genannte Technik mit der Gold- und Silberbranche in so inniger und nächstliegender Verbindung steht, wie alle anderen Künste, die zur Herstellung von Edel- und Unedelarbeiten benötigt sind, und aber im großen und ganzen bedeutend weniger in seinen Detailen bekannt ist. – Sie werden wohl alle schon des öfteren Gelegenheit gehabt haben,

Der Bankettsaal in der Wartburg.

Ansprüchen mehr entsprechendere Ausschmückung eines Gegenstandes findet, als die mit Email. Ich will Sie nun in erster Linie mit der Technik und hernach mit der Geschichte des Emails bekannt machen. Was ist nun Email? – Email ist eine Glasmasse, ein Glasüberzug, welcher mit seiner Unterlage durch eine entsprechende Glühhitze in eine so innige Verbindung gebracht wird, daß das Ganze einen einzigen Körper bildet. Die Glasmasse kann durch verschiedene Metalloxyde in verschiedenen Farben hergestellt werden. Unsere Emailglasmasse, welche sich durch ihre chemische Zusammensetzung wesentlich von dem gewöhnlichen Fensterglas unterscheidet, schmilzt im allgemeinen bei einer Hitze von 8000 C, schmilzt also verhältnismäßig sehr leicht. Und dieser Eigenschaft verdankt auch hauptsächlich das Email seinen Namen, denn die deutsche Bezeichnung für Email ist Schmelz, und kommt vom althochdeutchen Worte schmelzan, also schmelzen. Das Email, wie es der Emailleur benützt, wird von demselben nicht selbst hergestellt, sondern die Emaillen werden

Vorderer Burghof der Wartburg.

Gegenstände in Gold, Silber oder unechtem Metall zu bearbeiten, bei welchem die Verzierung, Ausschmückung nicht allein in Gravieren, Ziselieren usw. gedacht war, sondern in Email. Und Sie werden mir wohl zugestehen müssen, daß sich wohl keine ansprechendere, schönere und besonders den dekorativen

von chemischen Laboratorien bezogen; denn die Bereitung des Emails ist eine solch peinliche und teilweise mühevolle, daß es der Emailleur in den allermeisten Fällen vorzieht, die Herstellung gut eingerichteten Laboratorien zu überlassen. Und in der Tat erhält man von solchen Email-Etablissements eine

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